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Von Dr. Gistu L. Math. Mit 5 Tafei.n Mex.au Ä^e^ef'cii Mii M(e->6ic&iUli Xiiftla^^e ii,ivt« Itex £eitrnvi) äet; lioti.ietl'i c-Beu jLkrtacinie c>6T ^i-iicll wOT?/3a- Arten aus Chile ^), fünfzehn Cecidomyia- kvten aus Amerika, eine aus Asien und eine aus Afrika (Egypten); drei Di_plosis- Arten aus Nordamerika, eine Asphondylia-Kvt von eben- daher; eine Hormomyia-kxt aus Asien, eine Campylomyza-kri aus Nordamerika, eine Lestremia-kvt aus Chile und eine (übrigens nicht beschriebene) Tritozyga- Art ebenfalls aus Nord-Amerika. Das sind in Summa Summarum 30 Arten von 348 bekannt gewordenen. Die Gattung Tritozyga, ist bisher die einzige, welche nur aus Amerika bekannt ist und in Europa keinen Vertreter hat. Ob alle euro- päischen Gattungen mit der Zeit auch in den aussereuropäischen Faunengebieten ihre Eepräsentanten finden werden, lässt sich nicht voraus bestimmen, es seheint aber dies kaum einem Zweifel zu unterliegen, da nach den bisherigen Erfahrungen der Formentypus in den verschiedenen Welttheilen keine grossen Abweichungen zeigt und wie wir sehen werden, die Gallmückchen vom Cap oder Sydney gerade so aussehen, als seien sie in den Prater-Auen oder amAnninger gesammelt worden. Bekanntlich ist die nordamerikanische Art: Ceciclomyia destructor völlig identisch mit der auch in Europa als Verwüsterin der Saaten berüchtigten Hessenfliege, welche Loew auch unter dem Namen Cecidomyia secalina bekannt gemacht hat. 1) So z. B. sind von den Freiherrn v. Osten-Saoken 32 Gallen nordamerikanisclier Cecidomyiden beschrieben worden, deren Veraulasser in vollkonimeneiu Zustande noch nicht eruirt sind, gleichwohl aber vorläufig durch besondere Namen unterschieden worden sind (S. Smiths, misc. collect. Washingt. 1862) dessgleichen hat Bremi in den Denkschriften der Schweizer Naturf. Gesellsch. (Band VIII) viele als Imagines noch unbekannte Gallmücken mit besonderen Artnamen benannt. 2) Philippi beschreibt zwei Lasioptera-Kn&n aus Chile (Verh. d. zool.-bot. Ges. 1865), von denen er ausdrück- lich anführt, dass das erste Tarsenglied das längste sei, — sie müssen daher richtiger zur Gattung Diomyaa gebracht werden. Diptera. 5 Ich glaube, dass die vorgenannten Cecidomyiden- Gattungen in drei Haupt- gruppen, nämlich in die der Heteropezinae, Gecidomyinae und Lestreminae natur- gemäss zu reihen seien. Zu den Heteropezinen gehört auch die vonLoew erwähnte, in Bernstein aufgefundene Gattung Monodicrania. Die Novara-Reise hat uns 12 noch unbeschriebene Ceeidomyiden-Arten, d. i. mehr als den dritten Theil der überhaupt bekannt gewordenen exotischen Arten gebracht und es ist von fast allen diesen Arten — durch die aufopfernde Thätig- keit und Umsicht des mitreisenden Zoologen Herrn G. Ritter v. Frauenfeld — gleichzeitig auch die Metamorphose beobachtet und bekannt geworden, ein Resul- tat, welches bisher von einer Weltumseglungs-Expedition nicht erreicht worden ist. Es folgen die Beschreibungen dieser neuen Arten: 1. HETEROPEZA TRANSMARINA n. sp. 9 Lebhaft rö thlichgelb, der Rückenschild schwärzlich, die Augen schwarz, die Beine bräunlichgelb, gegen das Ende zu verdunkelt. Der Hinterleib verhältnissmässig sehr lang und schlank, die Legeröhre des Weibchens (es liegen nur solche vor) weit und sehr spitz vorragend, der erste Ring kurz, der zweite der längste von allen. Fühler braun, das erste Glied sehr gross und dick, die übrigen sitzend, kurz länglichrund (die Endglieder sind leider an den acht vurliegenden Stücken abgebrochen, daher über ihre Anzahl nichts angegeben werden kann). Beine zart aber deutlich behaart, die Schenkel ziemlich robust, die Schienen lang, die Tarsen ausserordentlich kurz, rudimentär- viergliedrig^), das fünfte scheinbar fehlend, die Klauen aus- serordentlich klein. Flügel kaum behaart, am Rande nicht bewimpert, die Subcostalader reicht fast bis zur- Flügelspitze die Posticalader erreicht den Flügelrand bei weitem nicht, ausser die- sen beiden Adern weder eine Flügelfalte, noch das Rudiment einer weiteren Ader vorhanden. — Ve'" Sydney. (November und December 1858. j Sowohl in der Bucht von Manlybeach in Northharbour vom Port Jackson, als auch an einigen anderen Orten der Umgebung von Sydney fand sich an den Blättern einer Callistemon-Art eine MissbUdung, und zwar auf der Ober- und Unterseite gruppenweise gestellte Knötchen von der Grösse starker Stecknadelköpfe, die durch das Blatt durchgewachsen, auf der Gegenseite des Blattes ein 2 — 3 MUlim. langes Zäpfchen, mit einer Öffnung am Ende desselben zeigten. Im Durchschnitte lag dieser Form entsprechend eine keulenförmige Kam- mer, in welcher sich ein braunrothes Püppchen befanden. Die Fliege entwickelte sich daraus noch während des Aufenthaltes der Fregatte vom 6. November bis 6. December-). 2. LASIOPTERÄ. BRYONIAE n. sp. d" 9 Schmutzig bräunlichgelb, der Rückenschild oben intensiv braun, mit den Spuren dunklerer Längslinien, unterhalb der Schulterbeulen mit weissschimmernder Beschuppung, welche auch an den Brustseiten fleckenartig auftritt; Schildchen gelblieh. Hinterleib auf der Oberseite verdunkelt mit bindenartiger weissschimmernder Beschuppung. Kopf ziem- lich flach, die Augen schwarz; Fühler schwarzbraun, schnurförmig, die 2-|-18 Glieder knapp aneinander geschoben, die Endglieder schwer zu unterscheiden; Taster schwarzbraun. Beine 1) Unter dem Mikroskope waren vier Tarsenglieder wahrzunehmen, deren Glieilerung jedoch nur durch die Ein- schnürungen an den Rändern unterschieden werden konnte. 2) Alle Notizen über die Metamorphosen verdanke ich der Güte des Herrn v. Frauen fei d. 6 Br. J. B. Schill er. schmutzig lehmgelblich, die Hinterschenkel gegen das Ende zu verdunkelt und alle Schenkel, sowie theilweise auch die Schienen mit weissschimmernder Beschuppung. Flügel fahlgelblich behaart: zwischen der Mündung der Cubitalader und der Randader am Flügelvorderrande eine kleine Unterbrechung; das hiedurch entstehende hellere Fleckchen aber wenig auffallend. Sub- costal- und Cubitalader knapp an einander liegend, letztere etwas hinter der Flügelmitte mün- dend; Posticalader etwas vor der Flügelmitte sich gabelnd, die obere Zinke fast gerade, weit hinter der Flügelspitze, die unteren etwas geschwungen, der Mündung der Cubitalader fast gegenüber in den Flügelrand mündend, der nicht auffallend bewimpert ist. V2 — V4'". 5 cf (^f , 13 9 9 . (Madras.) Bei einem Ausfluge mit der Eisenbahn, welche Herr v. Frauenfeld am 5. und G. Februar 1858 von Madras ins Innere des Landes bis nach den 80 engl. Meilen weit entfernten Vellore machte, fand er auf den dortigen Hügeln in den Dschungeln eine Bryonia, deren Stengel unregelmässig länglich knollige Anschwel- lungen trugen, welche in ihrer pulpösen Masse taugliche Kammern zeigten, in denen blassröthliche Larven sich befanden, aus welchen sich schon nach wenigen Tagen die Mückchen entwickelten. 3. LASIOPTERA LIGNICOLA n. sp. Schwarz; Rückenschild mit weissschimmernder Beschuppung, die auch an den Hinter- leibsringen bindenartig auftritt; letztere, insbesondere die Endringe an den Einschnitten fleisch- roth. Kopf schwarz, Fühler , (fehlen dem einzigen vorliegenden Stücke). Beine blass fleischröthlich, Schenkel und Schienen gegen das Ende zu schwärzlich. Flügel behaart und bewimpert, die Subcostal- und Cubitalader fleischröthlich, knapp aneinander gedrängt, .letztere auf der Flügelmitte mündend: die Posticalader blassbraun, auf der Flügelmitte sich gabelnd, die obere Zinke etwas aufgesetzt, in ihrem Verlaufe fast gerade, die untere in einer schiefen Richtung zum Flügelrande abgebogen, wo sie der Mündung der Cubitalader fast gegenüber mündet. V" . (Cap der guten Hoffnung.) Auf einer Muraltia, die Herr v. Frauenfeld im October 1857 auffand, zeigte sich eine feste, holzige Anschwellung am Stengel, in welcher sehr vereinzelt, in bestimmter Abgrenzung eine längliche Larvenkammer sich befand, worin eine kaum 2 Millim. lange, am Vorderleibe braune, am Hinterleibe rothe Puppe lag, aus der sich erst im See, in der zweiten Hälfte December obige Gallmücke entwickelte. 4. LASIOPTERA CARBONARIA n. sp. 9 Rückenschild schwarz, auf der Mitte der Länge nach graulich bestäubt, an den Seiten dunkel fleischroth; Schildchen schwarz. Hinterleib schmutzig fleischroth mit schwar- zen Vorderrandbinden und weisslicher Besohuppung an den Einschnitten. Kopf blass röthlich, Augen schwarz; Fühler schwärzlich, die Geisseiglieder sitzend (ihre Anzahl konnte an dem einzigen vorliegenden Stücke nicht eruirt werden). Beine schwarz, die Schenkel an der Basis in Folge der lichteren Beschuppung weisslich. Flügel mit dichter Behaarung und ziemlich langer Bewimperung am Rande; Subcostal- und Cubitalader fast verwachsen, letztere weit hinter der Flügelmitte mündend; Posticalader ganz nahe an der Flügelbasis sich gabelnd, die obere Zinke sanft geschwungen, weit unter der Flügelspitze in den Flügelrand mündend, der an dieser Stelle etwas eingezogen ist, die untere Zinke anfangs gerade, dann ziemlich steil zum Rande abbeugend. 3/4'". (Cap der guten Hoffnung.) In der Umgebung von Constantia fand Herr v. Frauen fei d auf einer nicht näher determinirten Pas- serina, wahrscheinlich Phyllica verwandt, eine Zapfenrose, worin sich die Puppe einer Gallmücke befand, aus der schon nach wenigen Tagen sich die oben beschriebene Mücke entwickelte. (3. bis 15. October 1857.) D iptera. 7 5. LASIOPTERA SALVIAE n. sp. 9 Blass fleischröthlich, auch auf der Oberseite des Rüekenschildes; die Fühler so lang als Kopf und Rückenschild zusammen, die Geisseiglieder sitzend (ihre Anzahl konnte nicht eruirt werden). Beine braun, Schenkel gegen die Spitze zu lichter; Flügel am Vorderrande zwischen Subcostal- und Cubitalader fleischröthlich, die beiden genannten Adern nahe bei ein- ander liegend, die Cubitalader weit hinter der Flügelmitte mündend; die Posticalader nahe an der Flügelbasis sich gabelnd, die obere Zinke in einen sanften Bogen verlaufend und weit unter der Flügelspitze, die untere vorne steil abbeugend, ungefähr der Mündung der Cubitalader gegenüber in den Flügelrand mündend. 1'". (Cap der guten Hoffnung.) An derselben Stelle mit der vorigen Art, fand Herr v. Frauen feld auf einer Salvia mit grossen Hüllblättern, die Blüthentriebspitzen verkrüppelt und verdickt, dazwischen zahlreiche Larven zweierlei Art, die sich beide schon nach wenigen Tagen entwickelten; eine dieser Arten ist die obige Lasioptera, die zweite ist nicht so gut erhalten, um sie gehörig charakterisiren zu können — so viel lässt sich aber sagen, dass sie eine echte Cecidoimjia sei, mit schwarzem Rückenschild und rothem Hinterleib. 6. CECIDOMYIA FRAUENFELDI n. sp. cf 9 Fahl röthlichgelb; der Rückenschild obenauf schwarzbraun, kaum merklich bereift; der Hinterleib auf der Oberseite gleichfalls in grösserer oder geringerer Ausdehnung, oft bis zum Schwarzen verdunkelt, die Einschnitte jedoch immer lichter. Diese Verdunkelung des Hinterleibes tiitt bei den Männchen immer in grösserer Ausdehnung auf, als bei den Weibchen, so dass bei einzelnen vorliegenden Stücken die lichtere Grundfarbe nur noch auf der Mitte des Bauches wahrzunehmen ist; Analanhänge des Männchens geschlossen, kolbig, Legeröhre des Weibchens weit vorragend, scharfspitzig, das letzte Glied derselben schwarz- braun. Fühler bräunlichgelb, 2+18gliedrig (die Glieder konnten bei dem Weibchen sicher gezählt werden, die Fühler aller vorliegenden männlichen Exemplare waren an der Spitze abge- brochen, bei den vollkommensten waren 17 Geisselglleder deutlich wahrzunehmen), die Geissel- glieder des Männchens rund und gestielt, die Stiele so lang als die Glieder, die des Weibchens durchaus sitzend und in ihrer Form länglich gestreckt in der Mitte etwas eingezogen ; die Geisseiglieder mit langen Wirtelhaaren. Beine fahl blassgelblich, die hintersten sehr lang. Flügel mit fahlgelblicher Behaarung und gelblichbraunen Adern; Subcostalader vor der Flügelmitte, Cubitalader weit vor der Flügelspitze in den Flügelrand mündend, ihr Basaltheil nahe an der Flügelbasis sehr unscheinbar; Posticalader jenseits der Flügelmitte sich gabelnd, die obere Zinke etwas aufgesetzt, dann bogig auslaufend, die untere sanft geschwungen, jenseits der Flügelmitte in den Flügelrand mündend. ^,i — V". (Sidney.) 10 cf cT, 899. Die Art hat eine so. grosse Ähnlichkeit mit Cecidomyia circinans Giraud, dass sie von derselben kaum unterschieden werden kann und von plastischen Merkmalen nur die verhältnissmässig längeren Stiele der männlichen Geisseiglieder bei der genannten europäischen Art als Unterscheidungsmerkmal angegeben werden könnte. — Gleich am Tage nach der Landung der Fregatte in Sydney, sammelte Herr v. Frauenfeld in der Naraby-Lagune in Port Jackson eine Melaleuea-Ari , deren Zweigknospen dick aufgeschwollen, sehr zierliche Zapfenrosen, in zahlreicher Menge bedeckten. In denselben befanden sich kleine zweihörnige braune, am Hin- terleibe fleischrothe Püppchen, aus denen sich, einige schon nach 14 Tagen, die oben beschriebenen Mücken entwickelten. (6. November bis 6. December 1858.) 7. CECIDOMYIA CAJ'ENSIS n. sp. 9 Rückenschild braun, der Hinterleib bräunlichgelb, ersterer gegen die Flügel- basis zu, so wie die Brustseiten und das Schildchen gleichfalls bräunlichgelb. Augen schwarz. 8 Dr. J. E. Schiner. die Fühler mit sitzenden Gcisselgliedcrn (die Anzahl derselben konnte nicht eruirt werden, da an den vier vorliegenden Stücken die Fühler stark. verletzt sind). Beine hell fahlgelb. Flügel mit massig dichter fahlgelblicher Behaarung und eben so gefärbten Wimpern am Rande. Sub- costalader vor der Flügelmitte, Cubitalader weit vor der Flügelspitze in den Flügelrand mün- dend; Posticalader etwas vor der Flügelmitte sich gabelnd, die obere Zinke ganz gerade, die untere steil abbeugend und etwas jenseits der Mündung der Subcostalader in den Flügelrand mündend. %"'. (Cap der guten Hoffnung, 3. bis 25. October 1857.) Die Mücke entwickelte sich aus Puppen, welche sich in haselnussgrossen Zapfenroson der Phyllica ericoidea überall befanden, schon nach einigen Tagen. 8. CECIDOMYIA DEFORMANS n. sp. cT ßlass fleisch röthlich, der Rückenschild obenauf schwärzlich, an den Seiten und vor dem Sehildchen die Grundfarbe freilassend; Hinterleib an der Basis verdunkelt. Augen schwarz; Fühler weit vorgestreckt, 24 — 25gliedrig, die kugelrunden Geisselglieder gestielt und wirtelhaarig, die Stiele so lang als die Glieder. Beine blassgclblieh. Flügel mit blasser Behaarung und Bewimpernng: die Subcostalader kurz, die Cubitalader nahe vor der Flügel- spitze in den Flügelrand mündend, in ihrem Verlaufe fast gerade; Posticalader etwas hinter der Flügelmitte sich gabelnd, die obere Zinke an ihrer Ursprungsstelle undeutlich, was durch die von der Basis her sich ausbreitende Flügelfalte noch undeutlicher wird, die untere in einen sanften Bogen abbeugend und etwas jenseits der Flügelmitte in den Flügelrand mündend. %'", ein einzelnes Männchen. (Cap der guten Hoffnung, 3. bis 25. October 1857.) In der Nähe des Halfway-Hauses zwischen Sinionsbay und der Capstadt fand Herr v. Frauenfeld am 7. October auf einer strauchartigen Compositäe: Osteospermttm moniliferum'L. eine wollige, unförmliche, knotige Anschwellung mit rothen Lärvchen und Puppen besetzt, die schon nach wenigen Tagen die Mücke lieferten. 9. ASPHONDYLIA RUBESCENS n. sp. 9 Rückenschild braun, etwas lichter bereift, mit drei fleckenartigen Längsstriemen, von denen die mittelste nicht bis zum Schildchen reicht und in der Mitte getheilt ist, die seit- lichen vorne verkürzt sind. Hinterleib fleischroth, die einzelnen Ringe obenauf verdunkelt. Kopf fleischroth, Augen schwarz; Fühler 2-|-10giiedrig (?), (die Endglieder scheinen am vor- liegenden einzigen Stücke zu fehlen), bräunlichgelb, die Basalglieder lichter. Beine fahlgelb- lich, mit weisslich schimmernder Bestäubung, die Schenkel vor, die Schienen an der Spitze verdunkelt. Flügel mit zarter fahlgelblicher Behaarung und bräunlichen Adern; die Subcostal- ader etwas vor der Flügelmitte, die Cubitalader etwas hinter der Flügelspitze mündend, letztere in ihrem Verlaufe vorne stark abwärts gebogen, ihre Basis steil und nahe am Ende der Sub- costalader entspringend, die kleine Querader daher sehr lang, als Fortsetzung der Cubitalader sich darstellend. 3". (Cap der guten Hoffnung, 3. bis 25. October 1857.) Auf Tarchonanfhus, wahrscheinlich T. cam^phoratus , welche auf den Hügeln um Constantia wuchs, fand Herr v. Frauen feld eine grosse knollige Zapfenrose am 3. October. Diese Zapfenrose ist im Durch- schnitte auf der unteren Hälfte fleischig, auf der oberen blättrig, die Blätter des verkürzten Triebes in ein- ander geschachtelt. Darin lag eine ziemlich grosse, fast 6 Millini. lange blassrosenfarbige Larve, die sich verpuppte und nach vierzehn Tagen die Mücke brachte. Viele dieser Auswüchse zeigten im fleischigen TheUe eine hanfkorngrosse Kammer, mit einer dicken tonnenartigen Made, aus der sie später eine Trypetine, von der wir später sprechen werden, entwickelte. In allen Auswüchsen, wo sich diese Made fand, war die Gall- mücke zerstört, daher sie wohl als Sclimarotzer derselben betrachtet werden dürfte. D ip tera. 9 10. ASniONDYLIA MESEMBßlANTHEMI n. sp. 9 Schwärzlich, der Rüekenschild gegen die Flügelbasis zu, so ^Yie die Brustseiten hlass röthlichgclb. Fühler 2-|-12gliedrig, bräunlich, die mittleren Geisseiglieder länger als die übrigen, das ßasalglied schwarz. Beine blass gelbbräunlich, die Schenkel und Schienen an der Spitze in beträchtlicher Ausdehnung verdunkelt. Flügel mit fahlgelber Behaarung; das Basalstück der Cubitalader unscheinbar, die genannte Ader genau an der Flügelspitze mün- dend; die Posticalader gegabelt, die untere Zinke der Mündung der Subcostalader gerade gegen- über in den Flügelrand mündend. 2". (Cap der guten Hoffnung, 3. bis 25. October 1857.) Auf den, im gunzen Sandboden dos Cap-Vorlandes unendlich häufigen gelbblühenden Meseinbrian- themum fand Herr v. Frauenfeld eine erbsengrosse saftige Anschwellung, worin sich die Larve und Puppe befanden. Aus den am 24. October gesammelten entwickelte sich die Mücke schon am 9. November. 11. CAMPYLOMYZA SIDNEYENSIS n. sp. Glänzend schwarz, die Beine sehr dunkel pechbraun. Fühler schnurförmig 2+12gliedrig, die Geisseiglieder aneinander gedrängt, fast gleichlang, nur das letzte doppelt so lang als die vorhergehenden und auch bedeutend schmäler als diese; die Behaarung dersel- ben sehr zart; Taster schwarzbraun, das zweite Glied derselben sehr lang und robust, vom ersten winkelig abstehend, die beiden letzten schmal. Beine und besonders die Schenkel ziemlich stark, das letzte Tarsenglied schlank und viel länger als das vorhergehende. Flügel fast glas- hell, mikroskopisch behaart, das Geäder normal, doch ist die Querader nicht sehr deutlich und CS erscheint zwischen der Discoidal- und Posticalader gegen den Flügelrand zu das Stück einer Ader, welche als Rudiment der unteren Zinke der Discoidalader betrachtet werden muss. Die Endlaniellchen der mir vorliegenden drei weiblichen Stücke sind braun, ■^i'". — Sydney. FAMILIE: MYCETOPHILIDAE Für die Arten aus der Familie der Mycetophäiden sind folgende Gattungen errichtet worden: Macrocera von Panzer, Ceroplatus von Bosc, Molobrus und Asindulum von Latreille; Zygoncura, Sciara, Cordyla, Myeeto- phila, Leia, Gnoriste, Sciophila, Bolitophila, Mycetobia und Pla- tyura von Meigen; Heteromyia von Say; Diadocidia von Ruthe; Macroneura von Macquart, Messala von Curtis ; Pachypalpus und Boletina von Staeger; Fhmetcs, Symmerus , Ayana, Leptomorphus und Diomonus von Walker; Planetella und Platyroptilon von Westwood; Epidapus von Haliday; Acne- mia, Zygomyia, Sceptonia, Dynatosoma, Mycothera, Epicypta. Exechia, Pbronia, Anatella, Trichonta, Brachycampta , Allodia, Rymosia, Brachypeza, Docosia, Coelosia, Glaphyroptera, Phthinia, Anaelinia, Syntemna, Tetragoneura, Empalia, Lasiosoma, Polylepta. Empheria, Plesiastina, Ditomyia und Macrorrhyncha von Winnertz; Agari- cobia, Cnephaeophila und Centrocnemis von Philippi. Von diesen Gattungen sind Molobrus, Planetes und Planetella mit Sciara identisch. Agaricobia lässt sich nacli den vonPhilippi aufgestellten Charakteren von Acnemia^ iz. nicht trennen, NoTara-Expedition. ZoologiBcher Tlieil. Bd. II. Schi ner. Djptera. 2 10 Dr. J. R. ßchiner. Pachypalpns Staeg, fallt mit Cordyla Mg. zusammen; Macrojieura Mcq. ist syno- nym mit Diadocidia Euthe, Messala Gurt, mit BoUtopliila^ Syvmierus Wlk. und Centrocnernis Pliil. mit Plesiastma und Macrorrh/ncha mit Asinduhcm Ltr. H(?tero- myia Say eine nicht genügend charakterisirte Gattung, kenne ich nicht. Die noch übrig bleibenden 48 Gattungen lassen sich in zwei Hauptgruppen vereinigen, nämlich in die der Sciarineti und der echten Mycetophilinen, und letztere wieder in die natürlichen Untergruppen der Mycetopliäinae im engeren Sinn, der Dkidocidinac, Mycetobinae^ Bolitoj)hilmae^ 3Iacrocermae, Sciojphilinae und Ceroplatinae. Es sind bisher 694 Mycetophiliden bekannt geworden, von denen dem europäischen Faunengebiete 571, den aussereuropäischen 123 angehören. Von letzteren entfallen auf Amerika 10.5, Afrika 5, Asien 7, Australien 5, während für eine, jedenfalls exotische Art das Vaterland nicht bekannt ist. Nach den bisheri- gen, rücksichtlich der aussereuropäischen Faunengebiete freilich sehr ungenügen- den Erfahrungen und Beobachtungen zeigen die exotischen Formen nirgends eine besonders auffallende Abweichung von dem Typus der europäischen. Am meisten noch weicht hierin die Ceroplatinen-Gattung Platyroptylon aus Brasilien ab, welche in den Hauptmerkmalen mit Platyura zwar übereinstimmt, sich aber durch kamm- artige Fortsätze an der Unter- und Aussenseite der Fühlerglieder-Geissel vor allen andern auszeichnet. Exotische Gattungen, welche in Europa bisher keinen Kepräsentanten auf- weisen, sind nur drei zu nennen: Cnephaeophila Phil., eine Scioph'Mne durch den gänzlichen Mangel der Seitendörnchen an den Schienen von den übrigen Sciophilinen-Gattungen verschieden, Dionomus Wlk. eine Geroplatine und die bereits erwähnte Gattung PlatyroptylonWestw. In den aussereuropäischen Fau- nengebicten sind bisher Vertreter aus folgenden europäischen Gattungen bekannt geworden: Scmra, Acnemia, Mycetopliila., Leia, Gnoriste^ Mycetobia, Plesiastma, Macrocera, Sciopliüa^ Platyura, Asindulum und Ceroplatus. Da mittlerweile durch die meisterhafte Mycetophiliden-Monographie meines Freundes Winnertz viele ältere Gattungen in eine Reihe neuer Gattungen aufgelöst worden sind, welche den älteren Beschreibern nicht bekannt waren, so kann wohl mit Sicherheit ange- nommen werden, dass sicli die Zahl der in anderen Continenten vertretenen euro- päischen Gattungen thatsächlich höher belaufen wird. Den exotischen Mycetophiliden ist bisher wenig Aufmerksamkeit zugewendet worden, was sich theilweise mit dem meistens nur beschränkten Aufenthalte dieser Mücken an feuchten, für die Entwicklung von Pilzen geeigneten Localitäten und der versteckten Lebensweise derselben erklären lässt, und auch darin eine Begrün- dung findet, dass relativ am meisten Sciarinen bekannt geworden sind, die sich durch ihre Lebensweise von den echten Mycetophilinen unterscheiden und darum auch von reisenden Entomologen leichter gesammelt werden. Diptera. 11 Die Anzahl der mir vorliegenden Mycetophiliden ist aus diesem Grunde eine nur kleine. Es sind folgende: 1. SCIARA AMERICANA W. Wicdemann, Aussereuropüische zweiflügelige Insecten I. 68. 2. Dipt. exot. I. ?>A. 1. Die Wiedcmann'sclie Beschreibung kann ich nach den typischen Exemplaren der Wiedc- mann'schen Sanniihing ergänzen. Das Weibchen ist grösser als Jas Männchen: der weibliche Hinterleib ist plump, hinten abgestutzt und es ragen zwei kleine Lamellehen vor, welche schwarz und schwarzbehaart sind; die Genitalien des Männchens vorstehend, oben mit einem kurzen dicken, ringartigen Basaltheil, der in der Mitte seicht ausgeschnitten ist, unter diesem ragt ein kui-zcs, stumpfes, hinten seicht zweimal ausgeschnittenes Organ vor; die unteren Klappen zangen- artig gegeneinander gerichtet, so weit vorragend, dass zwischen ihnen ein grosser Zwischen- raum frei bleibt. Flügel mit stark erweiterter Mediastinalzclle, viel länger als der Hinterleib. Mediastinalader kurz, allmählig verschwindend; Subcostalader etwas jenseits der Flügelmitte in den Vorderrand mündend; Cubitalader steil aus dieser entspringend; die Querader schiefliegend, das Stück derselben von dein Ursprünge der Discoidalader bis zur Cubitalader mindestens sechs- mal so lang, als das steile Basalstück der Cubitalader (gewölinlich als kleine Querader ange- sehen); Discoidalader weit vor der Mündung der Subcostalader sich gabelnd, der Stiel daher viel kürzer als die Gabel; die beiden Zinken nahe aneinander und so wie der Flügelvorderrand und die Cubitalader, beide roi"ne in einen starken Bogen abbeugend; Posticalader gegabelt, sehr kurz gestielt. Das Untergesicht vorne schnauzenartig verlängert: in ganz gut erhaltenen Stücken zeigt der Rückcnscbild eine lichtere Bestäubung und dann sind auch die Fühler in gewisser Richtung weisslich bereift, Schwinger schwarzbraun; die von \V iedemann ange- gebene Bräunung des ersten Ilinterlcibringes ist meistens nicht voihanden. 3 — 3'/*'" 10 9 9 1 5 • aus Brasilien und aus C o 1 u m b i e n. Ich glaube dass Sciara aira M c q. und wahrscheinlich auch .9c. coQnata uiul praecipxta W 1 k. mit obiger Art identisch sind, wenigstens wird nach den Diagnosen dieser Arten ein Unterschied nicht kicht behauptet werden können. 2. SCIARA COSTALIS W. AViedcmann. .-Vussercurop. zwcifl. Ins. I. C8. 4. W ie de mann 's Beschreibung passt auf ein mir vorliegendes Stück aus Südamerika so weit, dass ich glaube, den Wiedemann'sclicn Namen beibebalteii zu müssen. Die Art ist schlanker als Sc. amertcana ; die Flügel sind schwärzlich tingirt, der Vorderrand mit den anlie- genden Zellen intensiv schwärzlich. Subcostalader mündet etwas jenseits der Mitte des Flügel- vorderrandcs; die Cubitalader verläuft nahe am P''lügelrande und beugt sieh mit diesem in einen starken Bogen nach abwärts, die Costalader reicht weit über die Mündung der Cubitalader hinaus; das Stück der Querader von der Stelle, wo die Discoidalader abzweigt bis zur Cubital- ader wenigstens sechsmal so lang als die steile Basis der Cubitalader; Discoidalader der Mün- dung der Subcostalader gerade gegenüber sich gabelnd, ihr Stiel ebenso lang als die Gabel, die Zinken weit von einander und wenig geschwungen verlaufend; Mediastlnalzeile nicht erweitert. Genitalien des Männchens gross das Basalstück klein, unter demselben die an der Basis breiten, schaufelartigen Klappen, an welchen die viel schmäleren Endglieder sich schief anschliessen, und zangenartig nach einwärts abbeugen, wenn geschlossen, einen grossen runden Zwischenraum freilassend. Untergesicht nicht schnauzenartig vorgezogen. Schenkel und Schienen pechbraun, Tarsen und Schwinger fast schwarz. 3'". Die Bestäubung des Rückenschildes, so wie der Füh- ler genau so, wie sie Wiedemann angibt. 1 5 • Aus Südamerika, Brasilien. 2* 12 Dr. J. E. Seh hier. 3. SCIARA VESPERTILIO n. sp. Schwarz; Kuckenscliild kaum merklicli licliter bereift, mit dunklen Längsstriemen. Schulterecken und Flügclbasis dunkel rothbraun; von gleicher Farbe auch der äusserste Rand des Schildchens. Hinterleib schwarz, etwas gleissend; Genitalien des Männchens vorste- hend, dunkel rostbraun, das Basalstück breit, hinten etwas ausgerandet, die unteren Klappen zangenartig, die Endglieder in einen rechten Winkel abgebogen und fast in derselben Linie gegen einander gerichtet. Untergesicht etwas schnauzenartig vorgezogen (bei dem Weibchen weniger als bei dem Männchen). Fühler braun, durch lichtere Pubescenz heller erseheinend. Beine pechbraun, die Schenkel fast gelbbraun. Flügel nahe an der Basis plötzlich erweitert, fast eckig vortretend, die Mediastinalzelle daher stark erweitert. Das Geäder sonst fast wie bei Sc. americana W., die Gabelung der Discoidalader liegt jedoch fast genau der Mündung der Subcostalader gegenüber. Die Flügel sind schwärzlich berauclit, was um den Vorderrand inten- siver ist, alle Adern sind überdies von einem, wenig auffallenden, dunklen Saume begleitet. Schwinger schwarz. Das Weibchen gleicht dem Männchen, nur ist es etwas grösser. Die Media- stinalzelle ist weniger stark erweitert. 2 — 2'/2"'. Drei Pärchen aus Südamerika. Ich will nicht behaupten, dass einer der früheren Autoren diese Art nielit bereits vor sicli geliabt habe, allein keine der vorhandenen Beschreibungen passt auf dieselbe so gut, dass man sie aueli nur mit einiger Beruhigung anwenden könnte. 4. SCIARA STRLVTIPENNIS n. sp. 9 Eine zierliche, durch den schlanken Hinterleib sehr auffallende Art. Schwarz, Rücken- schild etwas lichter bereift, mit vier, glänzend schwarzen Längsstriemen. Hinterleib schwarz, kaum glänzend; die Ringeinschnitte schmal, matt-rostgelb, was an den Seiten sich plötzlich fleckenartig erweitert und ein wenig auf die Bauchseite übertritt; diese Seiteutiocke sind am ersten und z-^eiten Ringe gross, nehmen aber auf den folgenden Ringen bedeutend ab, der sechste und siebente Ring sind einfarbig schwarz und auffallend schmäler als die übi-igen, sie participiren gleichsam schon an der Bildung der Legeröhre. Diese ist an der Basis etwas verdickt; die Klappen ragen schmäler vor, die kleinen Endlammellchen divergiren. Untei'- gesicht nicht schnauzenartig vorgezogen; Fühler schlank, fadenförmig, braun; am oberen Mundrand fällt eine Reihe kurzer Börstchen auf Beine pechbraun, die Schenkel an der Spitzenhälfte, die Schienen auf der Basalhälfte am lichtesten, die Tarsen schwarzbraun. Flügel rein glashell, der Vorderrand schwärzlich beraucht, alle Adern braun gesäumt; die Media- stinalzelle kaum erweitert; Mediastinalader ziemlich lang, erst von der Mitte der Zelle an ver- sehwindend; Subcostalader jenseits der Fliigelmittc in den Vorderrand mündend; Cubitalader weit vor der Mitte der Subcostalader steil aus dieser entspringend; der Abstand zwischen der Stelle, wo sich die Discoidalader abzweigt bis zur Cubitalader höchstens dreimal so lang als das Basalstück der Cubitalader. Die Descoidalader gabelt sich gegenüber der Mündung der Subco- stalader; die Gabel so lange als ihr Stiel, die Zinken weit von einander und fast parallel mit dem Vorderrand und der Cubitalader bogig nach abwärts gescJiwungen; der untere Zweig der Posticalader recht steil abgebogen, mehr als bei anderen Arten; Anal- und Axillarader rudi- mentär. Schwinger braun. 272—2%- Drei Weibchen aus Südamerika (Co 1 umbien.j Ich hatte lange die Absicht, auf diese Slüelce die Beschreibung von Üe. rohxista Wlk. zu beziehen — c! ist dies aber doch unmöglich, da meine Art vor allen anderen weder einen robusten Leib, noch robuste Fühler hat, wie Walker von seiner Art angibt, und da .SV. rohusta wohl eine dunkelrothe Seitenlinie am Hinterleib, jedoch keine solchen Einschnitte hat, und auch die Fiiigelfiirbung eine ganz verscliiedene ist. D ip tera. 13 5. SCIARA PYGOPHORA n. sp. cf Schwarz; Uückenscliild in gewisser Richtung weisslich schimmernd; Hinterleib etwas glänzend, kurz aber dicht schwarz behaart; Genitalien des Männchens gross, das Basalstück kurz, hinten zweizähnig, die zangenartigen Klappen zweigliedrig, das erste Glied dick und plump, das zweite nur etwas schlanker, voiiie nagelartig eingebogen, die schwarze Behaarung derselben recht deutlich. Fühler lang und schmächtig, schwarzbraun; Untergesicht nicht scbnauzenartig vorgezogen. Beine pechschwarz, die Tarsen reinschwarz. Flügel glashell, alle Adern schwärzlich und dunkel gesäuhit; Subcostalader weit jenseits der Flügelmittc in den Vorderrand mündend; Cubitaladei- weit vor derMitte der Subcostalader aus dieser entspringend, das Stück der sehr schiefliegenden Querader von der Stelle, wo sich die Discoidalader abzweigt bis zur Cubitalader höchstens viermal so lang, als das steile Basalstück der Cubitalader; die Discoidalader der Jlündung der Subcostalader gegenüber sich gabelnd, der Stiel länger als die Gabel, und auch weniger deutlich, da demselben die dunkle Süumung fehlt; die Gabelzinken weit auseinander; Cubitalader nahe am Flügelrandc gelegen und vorne stark bogig abwärts gehend; Mcdiastinalzellc nicht erweitert; Schwinger schwarz. Stark 2'". 2 Männchen aus Columbien. 6. SCIARA LEPTOGASTER n. sp. 9 Schwarz und sehr schlank. Fühler und Beine pechbraun, die Schenkel am lichtesten. Flügel schwärzlich tin^irt; Subcostalader auf der Flügelmittc in den Vorderrand mündend; Cubitalader jenseits der Mitte der Subcostalader aus derselben entspringend, vorne seiir stark abgebogen; der Abstand von der Stelle, wo sich die Discoidalader abzweigt bis zur Cubitalader sechsmal so gross als das steile Basalstück der Cubitalader; Discoidalader sehr zart, jenseits der Mündung der Subcostalader sich gabelnd, der Stiel etwas länger als die Gabel, deren Zinken weit auseinander verlaufend. Schwinger sciiwarz. Jlit der Legerölire 2'" . Zwei Weibchen aus Columbien. Es ist, des verschiedenen Geäders wegen nicht daran zu denken, dass diese Weibchen etwa zur vorigen Art gehören. 7. SCIARA FA SCI ATA Walk. Walker, Insecta Saundersiann. Diptcra I. 419. Ich beziehe hieher ein Stück aus Columbien, das am Iliaterleibe deutlich wei.ssliclie Einschnitte zeigt und auch im' Übrigen mit der Besehreibung dieser Art übereinstimmt. Die Cubitalader verläuft ziendich gerade, die Randader ist weit über die Mündung derselben fortge- setzt; die Discoidalader gabelt sich der Mündung der Subcostalader gegenüber; die Gabel ist etwas länger als ihr Stiel, die Zinken liegen weit auseinander und verlaufen fast gerade. PSEUDOSCIARA nov. gen. Kopf rundlich; Netzaugen nierenförmig; Stirne breit; Punktaugen zwei; Fühler 2-j-lO gliedrig, die Geisselgliedcr länger als breit, walzenförmig, zart behaart; Taster eingekrümmt, viergliedrig, an der Basis dick, die beiden Endglieder verlängert und sehr schlank; Rüeken- sehild massig gewölbt, ohne Quernath; Schildehen klein. Elinterleib walzenförmig, schlank, kurz aber dicht behaart, die männlichen Genitalien geschlossen, das Hinterleibsende kolbig und verdickt sich darstellend. Beine zienilich lange, die Hüften ziemlich stark verlängert; die Schenkel kürzer, die Tarsen länger als die Schienen, die Vorderschenkel so lang oder kaum so lang als die Hüften; die Schienen-Endsporne gross. Flügel mikroskopisch behaart, der Vorder- rand mit anliegender kurzer Behaarung, der Hinterraud bewinijiert; die Discoidalader deutlich 14 Dr. J. B. f^chiner. behaart- Mediastinalader rudimentär, sehr kurz, allmählig verschwindend; Subcostalader weit jenseits der Flügelmitte in den Vorderrand mündend; Cubitalader steil und näher der Mündung aus der Subcostalader entspringend; die kleine Querader in derselben Richtung mit der Cubi- talader verlaufend, als Fortsetzung derselben sich darstellend; das Stück vor der Stelle, wo sich die Discoidalader abzweigt bis zur Cubitalader 6 — 8mal so lang, als das steile Basalstück der Cubitalader; Discoidalader jenseits der Mündung der Subcostalader sich gabelnd, der Stiel viel länger als die Gabel, die Zinken breit getrennt, die obere etwas aufgesetzt; Posticalader weit vor der Flügelmitte sich gabelnd, die Gabel an der Basis schmal, dann plötzlich sich erweiternd. Die neue Gattung zeigt in der Bildung des Kopfes und in der Gestalt der Discoidalader eine grosse Verwandtschaft mit den Sciarinen, die stark verlängerten Hüften, so wie die Bildung der Posticalader reihen sie aber zu den echten Mycetophilinen, von deren bisher bekannten Gat- tungen sie sich durch das Geäder scharf und bestimmt absclineidet. Das Weibchen ist bisher nicht bekannt. 8. PSEUDOSCIARA HIRTIXLA n. sp. c/ Schwarzbraun, der Rückenschild glänzend. Hinterleib überall kurz, aber dicht schwarz behaart; die Genitalien des Männchens ganz geschlossen, die Klappen nirgends einen freien Zwischenraum freilassend; Kopf schwarz; Stirnc glänzend; Taster und Fühler braun. Beine fahlgelblich, die Hüften an der Basis und Spitze braun, die Tarsen bräunlich; ausser den Endspornen der Schienen an den Beinen nirgends Dornen oder Börstchen vorhanden, die Behaarung auch sonst kurz und anliegend. Flügel blass bräunlichgelb tingirt, irisircnd, die Behaarung der Discoidalader sehr deutlich. 1' ..•'". — Columbien. 9. SCIOPHILA AMERICANA n. sp. Rückenschild glänzend schwarzbraun, Schulterecken und ein Streifen von da bis zur Flügelbasis gelblich; die Brustseiten braun, in den vertieften Stellen heller. Hinterleib oben schwarzbraun, glänzend, mit gelben Hinterrandsäumen, die gegen hinten zu an Breite abneh- men, die Bauchseite bräunlichgelb; der ganze Leib ziemlich stark-, doch sehr kurz schwarz behaart, die Behaarung an den Hinterleibsabschnitten, am Rande des Schildchens und an den Seiten des Rückenschildes am längsten; das Schildchen gelb, der Hinterrücken braun. Kopf braun, an den Fühlern die Basalglieder gelblich, die Geisseiglieder schwarzbraun. Hüften blassgelb, an den ausseien Kanten mit feinen schwarzen Dürnchen besetzt; Schenkel gleichfalls blassgelb, die Schienen verdunkelt, die Tarsen braun; die Schienen mit zwei Reihen feiner Dörnchen. Flügel blass bräunlichgelb tingirt, was an der Spitzenhälfte et%vas intensiver auftritt, um die Querader ein braunes Fleckchen; das Geäder ganz normal, wie bei SciopJuIa in Winnertz's Auffassung, der obere kurze Zweig der Cubitalader weit zurückgerückt, das durch denselben vorne begrenzte Zellchen daher sehr klein, trapezförmig; die Querader, welche die Mediastinalader mit der Subcostalader verbindet, liegt etwas näher dem oberen Zweige der Cubitalader als der Basis derselben. 2V2'". — Südamerika. Die Beschreibung von Sciophila ohsoleta Blanch. würde zur Noth auf obige Art bezogen werden können und noch mehr das, was Pliilippi von einer angeblichen Varietät der *S'ö. ohsoleta anführt. Da aber Blan- «ähard bei seiner Art von stark verdunkelten Beinen spricht, was bei meiner Art durchaus nicht der Fall ist, es überdies nicht einmal ausgemacht ist, ob Sc. ohsoleta wirklich eine Sciophila in der heutigen Begrenzung dieser Gattung ist, so halte ich es für gerechtfertigt, die mir vorliegende Fliege neu zu benennen. Diptt FAMILIE: SI MULIDA E. Die Familie der Simulidae hat zur Aufstellung von Gattungen keinen Anlass geboten, sie enthält immer nur noch die einzige Gattung Simulia Ltr., mit welcher AtTactocera Mg. völlig identisch ist. Die Formen, sowohl exotische als europäische, zeigen eine so grosse Übereinstimmung, dass es oft schwer ist, sie in Arten zu bringen, zumal es viele Varietäten gibt und die oft total verschiedene Färbung der beiden Geschlechter zur Verwirrung nur noch beiträgt. Die südamerikanischen Arten werden von den Spaniern „Mosquito's" genannt, doch umfasst dieser Name auch andere Mücken, wenigstens erhielt ich durch Herrn Lyndig, einen sehr thätigen Entomologen Dresdens, der seit Jahren in Columbien sammelt und beob- achtet, auch Culiciden, die seiner Versicherung nach, in West- Amerika Mosquito's genannt werden. Es sind bisher, die Synonyme nicht mitgezählt, 46 Siniidia-Arten beschrieben worden, von denen 27 aus Europa, 19 aus den übrigen Welttheilen u. z. 17 aus Amerika, eine aus Afrika (S. rußcornis Mcq. aus Tsle de France) und eine aus Australien (S. caecutiens Wlk. aus Neu-Seeland). Es ist sehr wahrscheinlich, dass noch viele exotische Arten bisher unbeachtet geblieben sind, namentlich dürften in Asien, woher noch keine Art bekannt ist, die Simulien reichlich vorhanden sein, da sie gerade an den Ostgrenzen Europa's oft miriadenAveise auftreten. Die Novara-Expedition hat nur zwei Arten mit- gebracht, wovon die eine noch unoeschrieben, die zweite mit 8. ornata Mg. identisch ist. 1. SIMULIA ORNA.TA Mg. (iinmlia ornata Meig. System. Beschr. I. 290. 1. — Simidia sericata Mg. 1. c. VI. 3t0. 13. cf — Atractocera regelationis Mg. Classif. I. 94. 1. Die vorliegenden Stücke, ausschliessend Weibchen, stammen aus Madeira und sind etwas kleiner als die europäischen — von denen sie sich übrigens specifisch nicht unterscheiden lassen. Das Auffinden dieser Art in Madeira ist für die geographische Verbreitung derselben immerhin interessant genug. 2. SIMULIA AUSTRALENSIS n. sp. Schwarzbraun, Rückenschild heller bestäubt, um die Schulterecken gelb. Schenkel an der Basis, die Beine und die Metatarsen gelblich. Flügel rein glashelle; die Randader, welche die Flügelspitze bei weitem nicht erreicht, intensiv schwarz, die übrigen Adern bräunlich- gelb; Discoidalader bis zur Querader dick, dann sehr unscheinbar, ihre Gabel kurz gestielt; Postical- und Analader unscheinbar. %'". — Auckland. So ungenügend die vorstehende Beschreibung, wegen der nicht gut conservirten Stücke auch ausfallen rausste, so glaube ich doch, dass die Art darnach zu erkennen sein wird, da die Färbung der Flügeladern sehr charakteristisch ist und überdies nur eine einzige australische Art {Sc. caecutiens W 1 k.), von welcher, meines Wissens nicht einmal eine Beschreibung existirt, bekannt geworden ist. 16 D)\ J. B. Schi 71 er. FAMILIE: BIBIONIDAE. Es sind bisher folgende ßibioniden-Gattungen aufgestellt worden: Scatopse und Bibio von Geoffroy; Aspistes, Dilophus und Penthetria von Meigen; Arthria von Kirby; Eupeitenus von Macquart; Pleeia von Wiedemann; Ana- rete von Haliday; Crapitula von Gimmerthal; Pachyneura von Zetterstedt; Hesperinus von Walker; Corynoseelis von Bohemann; Spodius von Loew; Acantliocnemis von Blanchard, L ob o gaster und Penthera von Philippi. Für fossile Arten wurde von Heer die Gattung Protomyia eingeführt die ich übergehe, da ich nur die lebende Fauna zu berücksichtigen mir vorgesetzt habe. Die Gattung Heptagyia Phil., welche der Autor gleichfalls zu der Abthei- lung: Tipulariae florales, gleich werthig mit der Familie der Bibionklae — ge- stellt hat — gehört nicht in dieselbe. Von den aufgeführten Gattungen fällt Artliria Kirby vcüt Asjpistes Meig., Spodius Lw. mit Hesperinus Walk, zusammen. Die Gattung Acantliocnemis Blanch., kann ich nicht für berechtigt halten, weil sie auf Merkmalen gegründet ist, welche vielen Weibchen der Bibionideu überhaupt eigenthümlich sind und weil , wenn man die Dilojjhus- Arten mit schnauzenartiger Verlängerung des Untergesiehtes in eine besondere Gattung ausscheiden wollte, wie Blanchard mit seiner Gattung Acanthocnemis versucht hat, consequent auch für die, dasselbe Merkmal zeigenden Plecien, Bibionen u. s. w. besondere Gattungs- gruppen aufstellen müsste, was Bellardi mit der nebenbei beanti'agten Gattung Bhiuoplecia bereits versuchte, wozu aber vor der Hand ein hinreichender Grund nicht vorhanden ist. Es gibt unter den BIbioniden-Gattuugen ohnedem mehrere, die ohne dringender Nothwendigkeit errichtet worden sind, so z. B. Pleeia und Crapitula, welche ganz gut mit rentliet7-ia vereinigt bleiben könnten, wie auch Loew in der Berliner eutomologischeu Zeitschrift (H. Jahrg. 105 u.ff.) erst jüngst nachgewiesen hat. Die Gattung Ventliera Phil, kenne ieli nicht. Die Bibionideu sind naturgemäss in vier Gruppen zu reihen, nämlich in die der Scatojysinae, Bibioninae, Ilcsperinae und Lohogastriuae. Die erste Gruppe entliält die Gattungen Anarete, Aspistes, Scatoj)se und Coi-ynoscelis , die letzte die Gattungen Hesperinus und Pachyneura, die vierte die sonderbare Gattung Lohogaster , alle übrigen fallen in die zweite Gruppe. Dass die Formen der dritten Gruppe sich den Bibionideu anreihen unterliegt, trolz der verlängerten Fühler und dem eigenthümlichen schlanken Körperbau keinem Zweifel, eine neue Art Hesperinus, die ich weiter unten beschreiben werde, vermittelt den Übergang von den kurzhornigen zu den langhornigen Bibionideu aufs vollständigste. Es ist dem Scharfsinne Loew's zu verdanken, dass die Hesperinen ihre richtige Stellung bei den Bibioniden erhalten haben. Die Gattung Lobogaster Phil., so eigenthümlich sie auch gebildet ist, kann des Flügelgeäders wegen nur bei den Bibioniden ihre rechte Stelle finden, sie ist Dipter a. 17 die höchst organisirte Bibionide, bei welcher endlich eine vollständig-eDiseoidalzelle zum Abschluss gekommen ist. Bisher sind 218 Bibioniden-Arten beschrieben worden, von denen 77 auf Europa, 140 auf die aussereuropäischen Faunengebiete entfallen, und zwar: auf Amerika 108, auf Afrika 12, auf Asien 12 und auf Australien 9 Arten. Es tritt hier die Erscheinung zu Tage, dass mehr aussereuropäische als europäisciie Bibioniden-Artcn bekannt geworden sind. Erwägt man aber, dass die Arten schwer von einander /.u unterscheiden sind, zumal, wenn auf wichtige Merkmale, wie das Geäder, die Behaarung u. s. w. kein grosses Gewicht gelegt wird, dass die Männ- chen und Weibchen sehr verschieden gebildet sind so, dass man leicht geneigt ist, die verschiedenen Geschlechter, selbst in mehrere Gattungen einzureihen, dass, besonders exotische Stücke, wenn sie auch nicht gut conservirt sind, allzu gerne dennoch als neue Arten aufgeführt und beschrieben werden, während die euro- päischen Arten so ziemlich festgestellt und die überflüssige Synonyme bereits grösstentlieils berichtigt worden ist: so wird diese Erscheinung noch nicht dazu berechtigen, anzunehmen, dass Europa, den übrigen Welttheilen und besonders Amerika gegenüber , aiin an Bibioniden sei — man wUi-de sich überhaupt sehr täuschen, wenn man nach dem gegenwärtigen Stande unserer Kenntnisse über Dipteren aus derartigen Erscheinungen, Schlüsse auf ilie geographische Verbrei- tung der Dipteren ziehen wollte. Mit der Annahme der Gattung Acanthocncmis Blanch. wiir le z. B. diese Gattung als eine, dem südamerikanischen Faunengebiete eigenthümliche betrachtet werden müssen, wälirend die Gattung Dllophus^ von der sie sich generisch nicht trennen lässt, in allen übrigen Welttheilen, ausser Asien vertreten ist und gewiss auch in Asien noch aufgefunden werden wird. Ebenso muss die Gattung ritcia als eine exclusiv exotische bezeichnet werden — wenn man aber die Plecien mit den Penthetrien vereinigt, was ohne Zwang geschehen könnte, so wäre für diese Form mit Pcntltetna holosericea auch in Europa ein Repräsentant vorhanden und die auch im europäischen liussland aufgefundene Crapltida Motschidskü wahrscheinlich ideniisch mit Ventli(Aria mdanasjji.'i W. aus Japan, wäre ein zweiter Repräsentant derselben Gattung. Als exclusive exotische Gattung können nach dem heute noch angenommenen Systeme folgende bezeichnet werden: Plecla, in Amerika, Asien, Afrika und Australien vertreten; Eapeitenus und Pentliera, beide nur in amerikanischen Arten bekannt. Die europäischen Gattungen sind mit Aus- nahme von Ariarcte, CorynGscelis und Vacliyneura auch in den aussereuropäischen Faunengebieten vertreten — die europäischen Arten : Bibio Marci nn^ B. hortu- lanus sind erstere in Neu-Ilolland, letztere auf der Insel Bourbon (teste Maequart) aufgefunden worden. Novara-Kxjjertilion. Zoologischer Theil. lid. II. Scliiuer. Di^toia, 3 IS Dr. J. F. Seh in er. Die Novar;i-Expcdition hat aus dieser Familie einige iiitere-sante Aitcii geliefert, wenn auch unter den mir vorliegenden Stücken nicht eine einzige Scatopsine entlialten ist. Ich führe hier die Arten in systematischer Reilien- folge an : 1. DILOPIiUS TAPIR n. sp. 9 Eine sehr distinguirtc Art, von der mir zwei weibliche Stücke aus Columbien voilie<,'en. S eil war z: Rü ck enschi 1 d glänzend, mit zwei tiefen Längstuichen, zwischen welclien sich eine feine eingediückte Linie befindet; der vordere Dornenkriinz in der Mitte etwas unterbroehen, der hintere kurz, kamniartig aufgerichtet. Hinterleib etwas gleissend, hinten stumpfspitzig. Kopf ausserordentlich lang undsciimal, mit der Schnauze fast solang als der Rücken>ehild, winklig abwärts gericlitet, der Hinterkopf stark entwickelt, die Augen klein, nackt; Scheitel, Stirne und Untergesicht stark glänzend, letzteres schnauzenartig vorgezogen; P'ühier und Taster schwarz. Beine glänzend sciiwarz, Vorderschenkel stark verdickt; Vorderschienen mit zwei Dornenkränzen, auf der Mitte und an der Spitze. Flügel intensiv schwärzlichbraun tingirt, am Vorderrande intensiver, das Randmahl gross, doch wenig auffallend; kleine Querader mindestens dreimal so lang als das Basalstück der Cubitalader; Discoidalader genau über der hinteren Queradersich gabelnd, die obere Zinke aufgesetzt, die untere fast gerade verlaufend; alle Adern sehr kräftig, die Posticalader am dicksten. Behaarung des Leibes wenig auffallend, schwarz; die Schwinger schwarzbraun. 5'", wovon auf den Kojif 1'" entfällt. Es ist nicht unmöglich, dass Dilophus giganteus Mcq. mit dieser Art identisch ist: allein weder die Beschreibung noch die Abbildung deuten einigermassen an, dass der Kopf so ungewöhnlich schmal und verlängert sei, wie es bei D.tapir der Fall ist; auch zeigt meine Art an den Seiten des Rückensehildes nicht im Geringsten eine braune Färbung, wie Macquart bei seiner Art in der Diagnose und Beschreibung als charakteristisch anführt: Umstände die mich bestimmti n, die Art als neu zu betrachten. 2. DILOPHUS LUCIFER n. sp. 9 Schwarz: Rückenschild stark glänzend; der Prothorax ganz schwai'z, der vordere Dornenkianz in der Mitte unterbrochen, der hintere kamniartig, kurzdornig; der Mesothorax gclbroth, was .sieb bindenartig auch auf die Brustseiten herabzieht und bis zwi>chen die Vorder- und Mittelhüften reicht; auf der Mitte des Rüekenscliildes zwei tiefe Furchenlinien, um welche die gelbrothe Grundfarbe stark verdunkelt ist. Hinterleib etwas gleissend, die wenig auffal- lende Behaarung schwarz. Kopf stark verlängert, doch verbältnissmässig breiter als bei D. tapir; die Punktaugen erhoben und fwonig.-tens in dem mir vorliegenden Stücke) goldschim- mernd; der Raum zwischen den Augen und den Fühlern ziemlich gross; Fühler schwarzbraun; Rüssel rothgelb, Taster braun. Beine glänzend schwarz, die Hüften dunkel pcclibraun, welche Färbung sich auf der Innenseite der Vorderschenkel zeigt und in einem Fleckchen an der Basis derselben am auflallendsten hervortritt; Vorderschienen mir drei Reiben von Dornen, die oberste ziemlich nahe an der Basis und kleiner als die übrigen, die mittlere etwas vor der Mitte und die letzte am Knde der Schienen. Hinterschenkel verlängert, gegen das Ende zu keulig; Schwinger braun mit schwarzem Knopfe. Flügel sehr intensiv rauchbraun tingirt, der Vorderrand am intensivsten; das Randmahl lang; das Geäder ganz so wie bei D. tapir. 5". — Columbien. Ich kenne nur das Weibchen. Jlih'j'lms pectoralis W. hat hyacintlirotho Hüften und Vorderschenkel und die Adern am Flügelvorder- rande sind lichter gesänint; T). (AcanthocaemisJ nigripennia Phil, wird „ni'ger hirsufus" genannt, während JJ. hicifcr fast ganz kalil ist, auch hat die genannte Art rothe Vordcrhüflen und Vordersehenkel und ganz Diptera. 19 sehwar/.e Schwingor, ist übrigens auch nur 3 '/j'" lang; D. fAcanthocnemlsJ thoracicus Phil.') würde rück - sichtlich der Kahlheit stimmen, aber auch diese Art hat rothe Vordersehenkel und Schienen; das Gleiche gilt von D. fAcanthocnemisJ dorsah's Phil., die überdies viel kleiner (Sy,'") ist. Da somit keine der erwähn- ten Beschreibungen ganz zutrifft und bei keiner Art angegeben ist, ob die Vorderschienen zwei oder drei Doriienreihen haben, so glaube ich berechtigt zu sein, meine Art tür neu zu halten. 3. DILOPHUS PICTUS n. sp. (f Iiückenschild obenauf rothgelb; der Prothorax schwärzlich, die Brustseiten braun; der vordere Dornenkranz in der Mitte unterbrochen, wenig; auffallend, der hintere fast rudimen- tär; Schildehen und Ilinterrücken gleichfalls rothgelb, letzterer unten verdunkelt. Hinter- leib braunschwarz, die Uenitalieii des Männchens aufgebogen, kolbig; der ganze Leib kahl. Kopf etwas pLittgedrücki, schwarz; die Augen gross, auf der Stirne knapp zusanimenstossend (im getrockneten Zustand) rothbraun; die Fühler gelb, das Endglied schwarz; die Taster braun; Punktaugen auf einer warzenartigen Krhöiiung. Beine fahlgelb, die Vorderschieiien und alle Tarsen gegen das Ende zu verdunkelt; die Vorderschienen auf der Glitte mit einigen Dornen, am Ende mit dem gewöhnlichen Dornenkranze. Flügel blassgelblich tingirt, das Ran d- mahl wenig auffallend; das Geäder ganz normal. 2'". — Ein Männchen aus Columbien. IJilophus paUidipennis Phil, hat auf den Ilinterschenkeln einen schwarzen Ring und die Schienen imd Tarsen sind braun; D. vittatus Phil, zeichnet sieh durch einen dreistriemigen Rückenschild aus und auch bei diesem haben die Hinterschenkel einen schwarzen Ring. 4. DILOPHUS PALLENS Blanch. Äcaiitliocneviis paltens Blanchard: Historia fisica y politica de Chile. Zoolog. VII. 3J7. 4. Der Kopf au;-.serordentiich schmal und lang; es ist nitlit unmöglich, da.'is diese nur im weiblichen Geschlcchte bekannte Art, als Weibchen zu 1). pictus gehört. Das vorliegende Stück slanjmt gleichfalls aus Columbien. 5. BIBIO MELANOGASTER W. Dipt. exot. I. 35. I. u. Aussereur. zweifl. Ins. I. 79. 3. Wiedemann's Beschieibung passt auf zwei Männchen und ein Weibchen, die vom Cap der guten Hoffnung stammen. Ich füge zur Ergänzung Folgendes bei: der Kopf des Männchens ist plattgedrückt, das Untergesicht vcilängert, der Rüssel (der eigentliche Rüssel und nicht die Schnauze) ziemlich weit vorstehend und vorne spitzig. Ocelicnhöcker warzenartig vorgedrängt; Genitalien etwas vorstehend, die Klappen kurz -kegelförmig, stumpf, nicht zangenartig ein- fallend; das Flügelrandmahl, wegen des intensiv dunklen Vorderrandes der Flügel wenig auf- gebogen; die kleine Querader kaum halb so lang als das Basalstück der Cubitalader. Der Kopf des Weibchens ist schmal, Hinterkopf und Untergesicht sind stark verlängert, der Rüssel steht noch weiter vor als bei dem Männchen, die Augen sind kahl. 6. BIBIO RUFICOXIS Mcq. Dipt. exot.; Suppl. IV. 17, 11. Taf. I, Fig. 10. Es liegen mir drei weibliehe, auf Neu-Seeland gesammelte Stücke vor, auf welche ]\Iaequart's Beschreibung in der Hauptsache passt. Wahrscheinlich gehört auch die von Walker in dem Entomologieal Magazin II. 470 beschriebene Art: Bihio immitator hieher. Macquart scheint über.->ehen zu haben, dass die beiden mittleren Längsadern (d. i. der untere 1) Der Name Dilophus thoracicus ist schon früher, u. z. zweimal von G u uri n und XI ac qu art verwendet worden. 20 Dr. J. It. Schiner. Zweig der Di^coiJalacIer und der obere Zweig, der Posticalader) den Flügelrand bei weitem nicht ganz erreiclien, wesshalb ieb dies zur Ergänzung hier beifüge. 7. BIBIO SUPEIEFLUUS n. sp. 9 Eücken Schild durchaus lostgeJb, nur der Hinterrücken bräunlich undganz vorne am llal^e ein schwärzlicher Fleck; auch die Behaarung ist röthlichgelb aber wenig auffallend. Hinter- leib schwarzbraun, kaum glänzend, überall schwarz behaart. Kopf schwarz, das Untergesicht wenig verlängert, der Rüssel ziemlich weit vorstehend; Taster und Fühler schwarzbraun; Augen kahl. Beine, sammt den Hüften glänzend schwarz, der Dorn an den Vorderschienen sehr mäch- tig; die Vorderschenkcl sehr dick; Hintersehieneu niit zwei gleichlangen kastanienbraunen Endspornen; die Tarsen schlank, Schwinger schwarz ; Flügel intensiv rauchbraun tingirt, am Vorderrande fast schwarz, das längliche Randmahl daher wenig auffallend; hintere Querader genau unter der Gabelung der Cubitalador; kleine Querader schief und eben so lang als das Basalstück der Cubitalader; der untere Zweig der Discoidalader und der obere Zweig der Posti- calader erreichen den Flügelrand nicht. 5'". Columbien. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass diese Art mit Bihio Ihoracieus Say. identisch ist, es stimmt wenig- stens die von Wiedeiuaiin reproducirte Beschreibung (Ausscreurop. zwciil. Insecten I. 78) Say's in vielen Punkten, namentlich auch darin, dass die „vierte Kandader abgeklirzt und den Inneurand nicht erreiclien soll." Da indessen Wicdemann nicht einmal bestimmt anzugeben im Stande war, ob diese Art zu Bihio oder Pli'cia giihöro, Bihio thoracica Say zudem aus Nordamerika stammt, so ist es wohl besser obige Art als neu zu bolruclitou. 8. BIBIO HELIOSCOPS n. sp. cf Schwarz: Rücken Schild stark glänzend. Hinterleib bei weitem matter, die weiche feine Behaarung weisslich. Genitalien vorstehend, die Klappen kurz-kegelförmig, gerade. Kopf stark plattgedrückt, die Backen sehr breit aufgeworfen, so dass die Augen ganz horizontal zu liegen kommen; letztere dicht behaart, auf der Stirne zusammenstossend; Ocellenhöcker war- zenartig vorspringend. Untergesicht etwas vorgezogen; der Rüssel lang, an der Basis dick; vorne slnmpfspitzig; Fühler und Taster schwarz. Beine glänzend schwaiz; die Vorder- schenkel stark verdickt; der Enddoin der Vorderschienen pechschwai-z bis braun, neben demsel- ben ein kui'zes Döi'nchen. Schwinger schwarz. Flügel rauchbraun tingii't, am Vorderrande intensiver. Das Randmahl wenig auffallend; hintere Querader selir unscheinbar; die kloine Querader kaum halb so lang als die Basis der Cubitalader. 4'". Au- Sydney. Bihio fuliipeunisM cq. hat gelbe Schwinger, die sonstigen Merkmale passen so ziemlich auf obige Art. 9. BIBIO DISPAR n. sp. cT 9 • Schwarz: Rückenschild stark glänzend, der Wulst hinter den Schultereekcn und eine eihabcne Stelle unter dem Sehiidchen jederseits gelb. Hin t er I eib mattsehwarz; die zarte, feine Ijehaaiung weisslich schimmernd, auch am Rückenschilde ist die kaum wahrnehmbare, äusserst kurze Behaarung vorherrschend hell, an den Seiten vor dem Schildchen aber schwärzlich. Kopf schwarz, die Stirne (des Weibchens) breit, mattschwarz; der Ocellenhöcker etwas erhoben: Das Untergesicht ist wenig verlängert, der Rüssel kurz, vorne stumpf; Fühler und Taster schwarz. Beine glänzend schwarz; der Dorn am Ende der Vorderschienen lang aber schlank; die Hinter- scliienen mit zwei gleichlangen Spornen; die äusserste Basis der hintersten Metatarsen gelb; die kurze Behaarung dei Beine so wie die Schwinger schwarz. Flügel schwarz beraucht, am Vor- derraiide intensiver; das Randmahl trotzdem auffallend; das Basalstück der Cubitalader etwas Diptera. 21 kürzer als die kleine Querader; die untere Zinke der Gabel der Discoidalader und der obere Zweig der Posticalader den Flügelrand nicht erreichend. Ich rechne hielier ein Männchen, -welcheä vom gleichen Standorte stammt und in den Hauptmerkmaien mit dem beschiiebenen Weibchen übereinstimmt, insbesondere auch hinter den Schultern und unter dem Schildchen die gelben Wülste zeigt und ebenso an der äussersten Basis des hintersten Metatarsus gelb gefärbt ist, überdies im Flügelgeiidcr durch Nichts abweicht. Es ist jedoch bedeutend kleiner als das Weibchen, die Flügel sind glashell, fast weisslich und nur am Vorderrande etwas gebräunt, das Randmahl schwarzbraun, sehr deutlich ; die Augen sind dicht behaart, und die Behaarung des Leibes ist weisslichgclb. 9 5'" $ 3'/a"'. Aus Columbicn. 10. PLECIA RUFICOLLIS F. Ilirtea ruficollis R, System. Antl. 53, 9. — Fenihetria rußcoUis Vf., Dipt. exot. 3, 1. — P/ecia ruficoUis Vf., Aussei- europ. zweifl. Ins. I. 72, 1. — I'lecia rujicollii B.ll., Ditt. mess. I. l.ö, 2. Aus Brasilien. Die Art ist durch die Bildung des Rüssels leicht von der folgenden zu unterscheiden. 11. BLECIA ROSTELLATA Locw. Phcm rosiellata Loew, Ecrün. Entora. Zcitschr. 11. lüü. Tnf. I, 11 (18.58). — Vlecia rostrcUa BeHarJi, Ditt. mess. I. 1.5, 3. Drei Männchen und vier Weibchen aus Columbien. Die Abtrennung dieser Art von PI. rußcollis. F. W. ist ganz gcrechtfertiget; sie unterscheidet sich ausser dem langen, zurückgeschla- genen Rüssel auch noch durch die, immer lichteren Fühler und die an der Basis in grösserer oder in geringerer Ausdehnung vorhandene helle Färbung; die Färbung der Fühler scheint stark zu variiren. Loew gibt an, dass sie nur an der Spitze des zweiten Schaftgliedes und an der Basis des ersten Goisselglicdes gelb seien; Bellardi sagt, sie seien an der Basis gelb, bei zwei Stücken, die mir vorliegen, sind bis jiber die Mitte hinaus gelb. Die schwarze Mittellinie am Schildchen ist nur bei einem Stücke vorhanden. Das Männchen gleicht in der Färbung ganz dem Weibehen, es ist aber viel kleiner und schlanker, die Augen stossen auf der Stirne zusammen; der Rüssel ist so lang als bei dem Weibchen. 12. PLECIA COLLARIS F. Ilirtea collaris F., System. Antl. 54, 12. — Laphria thoracica F. 1. c. 16.3, 32. — Plecia collaris \V., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 74, 3. Ein Weibchen aus Columbien; der Vordertheil des Rückenschildes ist, wie Fabricius angibt, vorne glänzend scliwaiz, in den Furchen schimmert die lichte Behaarung weisslich. In der Wiede man n'schen Sammlung unter der Bezeichnung PI. thoracica vorhanden. 13. PLECIA FÜLVICOLLIS F. Uirtea fiiicicollis F., System. Antl. 53, 10. — Plecia fulvicoIUs Vf., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 73, 2. Drei Weibchen und ein Männchen aus Batavia. Ein Weibchen vonNankauri, einer der Nikobaren scheint gleichfalls hieher zu gehören, es ist aber so schlecht erhalten, dass sich hierüber ein sicheres Urtheil nicht aussprechen lässt. 14. PLECIA FÜNEBRIS F. Hirtea funebris F., System. Antl. 54, 14. — Plecia fimehris Vf., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 74, 4. Zwei Weibchen und vierzehn Männchen aus Columbien. Wiedemann's Beschreibung ist genügend, um die Art zu erkennen. Die Haltklappen der männlichen Genitalien beugen sieh 22 Dr. J. B. Schiner. am Ende fast im recliten Winkel gegeneinander, sind also zangenartig. Die Weibclien sind o-rösser als die Männchen, und ihre Flügel ungewöhnlich gross und breit. Die Art ist in der Wiedemann'schen Sanimlung vorhanden. 15. PLECIA IMPERIALIS n. sp. cT 9 • Männchen: Schwaiz; Rücken seh ild mit zwei Längsfurchen, welche vom Schildchen bis vornehiii allnjUhlig divergiren. Hinterleib schwarz behaart; die Genitalien aufwärts gebo- gen, an der Basis zweilappig, die Haltklappen kurz-kegelförmig nicht gegeneinander gerichtet. Kopf fast, ganz durch die grossen, knapp aneinander liegenden dicht behaarten Augen ausgefüllt. Untergesicht in eine kurze, vorne gerade abgestutzte Schnauze ausgezogen; Fühler und Taster schvifarzbraun, an den ersteren, das Basalstück der Geisse! doppelt so lang als die übrigen, das Endglied sehr klein, rund; an den Tastern das dritte Glied breit schaufeiförmig; das End- glied am längsten und schmälsten. Beine lang, besonders die Sehenkel stark verlängert, doch schlank und nur gegen das Ende zu etwas keulföimig verdickt, dasEmpodiuni vorne breit, kamm- artig bewimpert; die kurze Behaarung der Beine schwarz. Schwinger schwarzbraun. Flügel intensiv ockergelb tingiit, der Rand schwarzbraun, was am Vorderrande am intensivsten ist und von da bis zur Cubitahider herabreicht, um die Flügelspitze noch ziemlich breit erscheint, von da um den Hinterrand aber allmählig schmäler wird, so dass endlich nur ein schwärzlicher, schmaler Saum übrig bleibt. Das Geäder ganz normal, nur ist die Verdickung des Mittel- stückes der Discoidalader und des Basalstückes des oberen Zweiges der Postisalader, welche übrigens auch bei anderen Plecien (z. B. PL nigerrima Bell.) vorhanden ist, bei dieser Art sehr auffallend. Weibchen: Gleicht in der Färbung dem Männchen, ist aber bedeutend grösser. Kopf schwarz, Stirne sehr breit; der Ocellenhöcker erhoben, der Hinterleib plump hinten abge- stumpft; die gelbe Fäi-bung der Flügel noch intensiver als bei dem Männchen. 4'" mit den zusammengelegten Flügeln gemessen 7'". 15 Weibchen und 1 Männchen aus Columbien. Es wundert mich, dass diese prachtvolle Art bisher ganz übersehen wurde, wenigstens glückte es mir nicht, eine Beschreibung aufzufinden, die auf sie passen würde. 16. PLECIA DIMIDIATA Mcq. Dipteres exotiques; suppl. I. 20, 6. Taf. II, Fig. 8. Ein Männchen aus Sydney. 17. PLKCIA PLAGIATA W. Plecia plagiata AV., .\nal. entom. 11. u. Aussereurop. zweifl. Ins. I. 7.'), 6. — Plecia heteroptera "Mcq., Dipteres exot. suppl. I. 21, 8. Taf. II, Fig. 109- — Plecia vüiataBelh, Ditt. mess. app. 7. Fig. 4. ^f Ein Männchen aus Columbien. Diese sehr distinguirte, leicht kenntliche Art dürfte, wenn noch mehiere ähnliche Arten entdeckt werden, am ersten zur Aufstellung einer besonderen Gattung Anlass bieten. Das eigenthümliche Geäder und die dichtere Behaarung, besonders der Beine, wären genügende Charaktere zur generischen Trennung. Ich besitze ein von Macquait delerminirtes Stück aus Columbien und habe das typische Exemplar der Wiedemann'schen Sanimlung verglichen— die Identität von l'lecia hetet-optera und plarjüita ist darnach ausgemacht. Diptcra. 23 18. HESPERINUS CONJUNGKNS n. sp. ö" Braun: K ii c k en s ch il d mit dreiFurclienlinien, die soitlichen tiefor, als die mittelste, von piner Behaarung in demselben, wie Walker bei seinem Ilepert'nus brevifrons anjjibt, keine Spur vorhanden. Hinterleib schlank, hinten aufj^ebogen, fast wie hei Plecia, auch die Genitalien des Jlännchcns mit dieser Gattung übereinstimmend gebildet. Kopf halbrund, die Augen auf der Stirne zusammenstossend, die Fühler ziemlich kuiz und jedenfalls kürzer als bei Hesperinuit imhecillus Lw., in der Bildung aber und besonders in der Verlängerung des ersten Geisselglie- des mit dieser Ait übereinstimmend; sie sind gelb, gegen das Ende zu allniählig gebräunt. Beine braun; Hüften und Schenkelwuizel gelb. Flügel blass bräunlich tingirt, die Adern braun; Schwinger gelb mit schwarzem Knopfe. 2'/,'". Ein Männchen aus Brasilien. Durch die kürzeren Fühler nähert sieh diese Art den Plecien am meisten, da abgeselien von dem eigen- thUmlithen schlanken Körperbau und den langen Beinen, alle sonstigen gcnerischen Merkmale wie bei l'lfn'a vorhanden sind. 19. LOBOG ASTER PHILIPPII n. sp. cT Gleicht ganz dem Lobogaster parodoxus Ph. unterscheidet sich aber von diesem durch Folgendes: der Hinterleib ist nirgends dunkel rothbraiin, sondern schwarzbraun, fast schwarz, nur die Lapj)en erscheinen bei durchfallendem Lichte rothbraun; der Rückcnseliild ist nicht schwarz; sondern fahlgolblich behaart; die Taster sind nicht schwarz, sondern rostgclb und die Fühler ebenfalls nicht schwarz, sondern schwarzbraun, an der Basis aber ziemlich licht hell- braun; sie sind nicht 12glicderig, sondern deutlich 16gliederig und die Geisselglieder so kahl, dass man sie durchaus nicht „hirtelH" wie bei der Philipp'schen Art nennen könnte. Phi- lipp! erwähnt auch nicht bei seiner Art, dass der Rückcnseliild um die Flügel basis sehr auffal- lend rostbraun ist und dass auch das Untergesieht an den Seiten dieselbe Färbung zeigt; die Beine sind gelb, die an den Vorderbeinen besonders auffallend langen Hüften sind aber schwarz und die Schenkelwurzeln braun. Die Genitalien des mir vorliegenden Männchens sind sehr eigenthünilich trebildet und dadurch charakteristisch, dass aus der Mitte zwischen den kurzen Haliklappen ein unpaariges Organ, das einer Gabel mit kurzen, runden, gebogenen Zinken gleicht, ziemlich weit vorragt. Das Flügelgeäder kann mit dem der Gattung Uhyphus wie Phi- lippi meint, nicht verglichen werden, es ist aber bei meiner Art ganz gleich mit dem von Loho- (j(ifch nicht erscli('i[)fr ist. Die Novara-Expedition hat zur Bereicherung exotischer Chironomidcn-Arten nir-jit viel beigetragen, es ist aber unter den mito-ebrachten Stücken, eine in allen Diptera. 25 Lebensstadien beobachtete Art, für welche eine neue Gattungsgruppe aufgestellt werden muss. TEL M AT GETÖN nov. gen. Nahe verwandt mit Chironomus und noch näher mit jenen Formen dieser Gattung, -welche ich vorläufig unter dem Namen T/ialassomyi'a abgetrennt hatte, von beiden aber durch die gleiche Anzahl der Fühlerglieder in beiden Geschlechtern und durch die starke Entwicklung des Empodiums verschieden, von Chironomus noch überdies durch ein verschiedenes Flügel- geäder und das verkürzte vierte Tarsenglied. Ich lasse die ausführliche Beschreibung folgen: Kopf tiefstehend, verhältnissmässig klein; Rücken schild hoch gewölbt, robust, hinter dem Kopfe steil aufsteigend; Hinterleib kurz und schmal; Flügel lang und gleichbreit, den Hinterleib weit überragend; Beine stark verlängert. Augen seitlich, ovalrund, in beiden Geschlechtern durch die breite, in der Mitte der Länge nach rinnenartig eingedrückte Stirne getrennt; Ocellen fehlend; Taster viergliedrig, das Basalglied klein, die folgenden fast gleichlang, dicht behaart; Fühler in beiden Geschlechtern gleich gebildet, siebengliedrig, kaum so lang als der Kopf, vorne spitzig; das Basalglied ausser- ordentlich gross und dick, das nächste Glied schmal, und vorne alJmälig dicker, die folgenden vier Glieder knapp aneinander gedrängt, scheibenförmig, viel breiter als hoch, das Endglied verlängert, an der Basis etwas verdickt, dann allmälig schmäler bis zur stumpfen Spitze; das Basalglied oben und unten borstiich behaart, die übrigen Glieder kahl.. Hinter rücken stark entwickelt; Schildchen klein; Hinterleib siebenringlig; Genitalien des Männchens zwei- klappig, die Klappen neben einander liegend, weder klaffend noch zangenartig; die Legeröhre des Weibchens hinten spitz; die obere Scheide derselben etwas länger als die untere. Beine lang und schlank, besonders die hintersten, am Ende der Schienen zwei kurze Dörnchen, am Ende des Metatarsus ein einzelnes ähnliches; der Metatarsus verlängert, das zweite Tarsenglied kaum halb so lang als dieser, das dritte Glied um mehr als die Hälfte kleiner als das zweite, die beiden folgenden halb so lang als das dritte; die Klauen hornig, deutlich entwickelt, am Ende zweispitzig, die Haftiäppchen klein aber sehr deutlich, dasEmpodium gross; den Zwischenraum zwischen den Klauen ganz ausfüllend, vorne bewimpert. Flügel lang, mit steil vorspringenden Flügellappen, dann fast gleichbreit; Subcostalader knapp am Flügelrande verlaufend, Cubital- ader vor der Flügelmitte aus derselben entspringend und nahe an derselben verlaufend, die Flügelspitze fast erreichend; Discoidalader einfach, die kleine Querader jenseits der Flügelmitte; Posticalader vor der Flügelmitte sich gabelnd, der untere Zweig steil abgebogen, den Flügel- rand nicht ganz erreichend; Analader nahe an der Posticalader, weit vor dem Flügelrande abgekürzt; Axillarader rudimentär. Schwinger lang mit breitem Knopfe. 1. TELM.\TOGETON ST. PAULI n. sp. Schwarz, der Rückenschiid glanzlos, an den Seiten etwas ins Bräunliche ziehend, auf der Mitte mit drei weisslichen Längslinien; Brustseiten oben weisslich schimmernd; Kopf schwarz, Fühler, braun, die Geisseiglieder lichtbraun, bei einigen Stücken ganz gelb; Taster schwarzbraun. Genitalien des Männcliens braun, Legeröhre gegen die Spitze zu braungelb. Beine schwärzlich rostbraun, an der Basis der Schenkel am hellsten; Klauen schwarz, das Empodium weisslich. Schwinger weisslich, an der Basis etwas verdunkelt. Flügel matt rauch- braun, undurchsichtig. Die Falten um die Discoidalader und besonders um die beiden Zweige der Posticalader, die sie begleiten, sehr autfallend. 2'" die Flügel mitgemessen 4'". Das Weib- chen ist kleiner. Insel St. Paul. Novara-Iixpedition. Zoologischer Theil. Bd. II. Schi ner. Diptera. 4 26 Df. J. B. Sek 171 €7-, Herr v. Frauenfeld war so glücklich, diese interessante Art während seines Aufenthaltes in St. Paul vollständig kennen zu lernen; ich gebe auf Tafel II eine Abbildung der Larve und Puppe, nach dem pracht- vollen und genauen Originale, welches Herr v. Frauenfeld am Schiffe noch angefertigt Iiat. Über die biolo- gischen Verhältnisse wird Herr v. Frauenfeld an einem anderen Orte selbst berichten. 2. CHIRONOMUS LINDYGII n. sp. Bleich rostg-elb: Rückenschild mit vier intensiveren Längsstriemen, die beiden mitt- leren hinten, die seitlichen vorne verkürzt, die Zwischenräume und der Raum vor dem Schild- chen weisslich schimmernd: Hinterrücken braun, mit einer weisslichen Mittellinie. Hinterleib mit schwarzbraunen Rückenflecken, die sich allmälig verschmälernd, bindenartig bis auf die Bauchseite fortsetzen; der letzte Ring bei dem Männchen (es liegen nur solche vor) länger und breiter als die übrigen, fast ganz braun, die Genitalien schlank, die schwarzen dicht behaar- ten Klappen zangenartig gegen einander gerichtet; der ganze Hinterleib äusserst zart, aber recht auffallend behaart. Kopf schwarz, Fühlei-, sammt dem grossen Basalglied lebhaft gelb, der Feder- busch bräunlichgelb; Taster gelb. Beine sehr blass gelblicli, die Schienenspitzen und die Spitze der Metatarsen schwarz; die Tarsenendglieder bräunlich; an den Vorderbeinen die Schienen kürzer als die Schenkel, der Metatarsus 2'/, mal so lang als die Schiene; an den Hinterbeinen, die Schenkel unten , die Schienen aussen mit sehr zarter, weissgelblicher langer Behaarung. Flügel nackt, glashell, nur am Vorderrande etwas gelblich, die Adern bräunlichgelb, sehr deutlich, die kleine Querader dick, aber nicht fleckenartig dunkler gesäumt. Schwinger weisslich. 33/4'". Drei Männchen aus Columbien. Chironomus maculatus F.W. liat an den Brustseiten eine braune Linie und am Kücken nur zwei Längs - Striemen. Chironomus ferrugineus Mcq. ist kleiner und hat schwarzgeringelte Fühler; alle übrigen Beschrei- bungen passen auf die vorliegenden Stücke nicht im Entferntesten. 3. TANYPUS MANHLENSIS n. sp. Fahlgelb: Rückenschild obenauf, so wie überhaupt die ganze Oberseite intensiver, der Hinterleib an der Basis schwärzlich, auffallend breit. Kopf gelb, Fühler und Taster von derselben Färbung. Beine sehr blass-gelbiich, die Schenkel etwas verdunkelt, die Schienen gleichfalls an der Basis und Spitze dunkler , so dass die Grundfarbe nur auf der Mitte frei bleibt. Flügel behaart, das Geäder und die Zeichnung wie bei Tani/pus cuh'ciformis L., nur dass der braune Wisch aussen ganz scharf begrenzt ist, so dass die Flügelspitze rein glashell bleibt. 1 '/s'". Aus Manila, ein einziges Weibchen. Da aus Asien bisher nur sechs Tanypus-Artea bekannt sind, aus Australien aber noch keine einzige, so glaubte ich obige Art des grossen östlichen Faunengebietes, obwohl das einzige .St ück ziemlich schlecht erhalten ist, nicht übergehen zu dürfen, zumal es weder mit Tanypus crux. W. noch mit den Dollesehairschen Arten: Tanypus cyaneomaculatus, melanurus, nigrocinctus, ornatus wnA pardalis Awch nnr im Entferntesten verglichen werden könnte. In auffallender Weise erinnert es an die europäische Art Tanypus culiciformis L. in den hellsten Varietäten. 4. CERATOPOGON RHYNCHOPS n. sp. Lebhaft rostgelb; Rücke nschild glänzend. Hinterleib matt, hinten kolbig und ziendich dicht behaart. Kopf gelb, die Augen schwarz, auf der Stirne zusammenstossend; Füh- ler an der Basis lebhaft gelb, die Geisselglieder ins Bräunliche ziehend, der Rüssel fast so lang als der Kopf, die Taster gelb. Beine ganz einfarbig blassgeib, die Tarsen gegen das Ende hin kaum verdunkelt. Flügel fast glashell, deutlich behaart; das Geäder genau so wie bei Cera- Diptera. 27 topogon rostratus Wtz. (Linnaea cntomol. VI. 31, Taf. IV, Fig. 23b.) 1'/»'". Drei Weibchen aus Sydney. Die neue Art gehört in den Verwandtschaftskreis von Ceratnpogon rostratus Wtz., mit dem sie auch durch den robusten Körperbau habituell zusammenstimmt ; sie ist die erste Ceratopogon-An, welche aus Australien bekannt geworden ist. FAMILIE BLEPHARICERIDAE. Ich glaube, dass die Familie der Blephai-iceridae am naturgemässesten in die unmittelbare Nähe der Chironomiden zu stellen sei. Für die Arten derselben sind bisher folgende Gattungen errichtet worden: Asthenia von Westwood; ßlephari- cera von Macquart; Liponeura von Loew und Apistomyia von Bigot. Loew erwähnt in seinem Aufsatze über die nordumerikanischen Dipteren (Smithsonian miscellaneous collections, Avril 1862, S. 8.) auch eine Gattung Tanyrhina, als von ihm für eine Ceylon'sche Art aufgestellt, ich war aber nicht im Stande zu eruiren, wo dies geschehen sei und wie die Beschreibung dieser Gattung lautet. Von den genannten Gattungen sind Asthenia und Liponeura mit Bhphancera völlig identisch; die Gaiinng Apistonußa scheint durch das verschiedene Flügel- geäder und die geringere Anzahl der Fühlerglieder von Blepharicera verschie- den zu sein. Es sind aus dieser Familie drei Arten bekannt geworden, darunter eine amerikanische (Blepharicera aviericana Wlk.), von der ich übrigens glaube, dass sie unrichtig zu Asthoiia Westw. (Blepharicera Mcq.) gestellt worden sein dürfte, wenigstens entspricht die Beschreibung derselben (feelers plumose — wings thickly clothed with hairs . . . ) wenig den Gattungsmerkmahlen von Blepharicera. Die Novara-Expedition hat die Kenntniss dieser merkwürdigen Familie um eine prachtvolle südamerikanische Art vermehrt, welche gleichzeitig zur Aufstel- lung einer neuen Gattungsgruppe nöthiget. Ich nenne die Gattung raltostoma und lasse die Beschreibung folgen: PALTOSTOMA nov. gen. Kopf rundlicb, tief stehend ; Stirne breit; Punktaugen vorhanden; Fühler massig lang, dreizehngliedrig, die einzelnen Glieder nahe aneinandergeschoben, fast kahl, etwas länger als breit, die Enden abgerundet, alle fast von gleicher Länge, nur das Endglied mehr oval und schmäler; Taster (ich konnte solche nicht sehen, sie sind entweder im Munde zurückgezogen oder im einzigen vorliegenden Stücke abgebrochen, obwohl nicht einmal Rudimente derselben vorhanden sind); Rüssel hornig, weit vorstehend und an der Unterbrust zurückgeschlagen, wo er dann weit über die Hinterleibsbasis hinausragt. Rückenschild hochgewölbt, vorne steil und schief nach aussen ansteigend, im Ganzen sehr robust; das Schildchen schmal, der Hinter- rücken stark entwickelt. Hinterleib verhäitnissmässig kurz und schmal, kaum breiter als der Rückenschild und fast kürzer als derselbe; siebenringiig: die Genitalien des Männchens vor- stehend, oben mit einem kurzen grifFelartigen Basaltheil, unter weichem die gegliederten zangen- artigen Klappen in der Art vorragen, dass ein freier Zwischenraum bleibt. Beine sehr lang 28 Br. J. B. Schiner. und schlank, die hintersten Schenkel liinger ah die vorderen Paare; Metatarsen verlängert, das nächste Tarsenglied an Länge kaum den dritten Theil des Metatarsus erreichend, drittes und viertes Glied kürzer als das zweite, unter sich gleichlang; fünftes so lang als die beiden vorher- gehenden zusammen, an der Basis unten ausgeschnitten und daselbst fein gedörnelt, an der Spitze wieder erweitert und ebenfalls mit kurzen Dörnchen besetzt, das Klauenglied schlank, die Klauen gross, die Haftläppchen rudimentär. Flügel gross und breit, ganz kahl, die Subcostal- ader nahe am Vorderrande verlaufend und am letzten Sechstel in den Vorderi-and mündend; Cubitalader weit von der Flügelmitte aus derselben entspringend, vorne geg-abelt, die obere Zinke unmittelbar hinter der Subcostalader, die untere etwas vor der Flügelspitze in den Vor- derrand mündend, die Randader bis zur Mündung dieser Zinke auffallend verdickt; die kleine Querader etwas länger als das Basalstück der Cubitalader, mit der sie einen stumpfen Winkel bildet; Discoidalader einfach und so wie die gleichfalls einfachen Postical- und Analader vorne stark abwärts gebogen; Axillarader deutlich und ziemlich lang; die ganze Flügelfläche mit einem äusserst feinen, spinnennetzartigen Maschengeflechte durchzogen. Schwinger lang, mit breitem Knopfe. Die neue Gattung unterscheidet sicli von Blepharicera und Apistomyia durch die gegabelte Cubitalader und den starl-: verlängerten Rüssel. Es ist möglich, dass sie mit der von Loew erwähnten Gattung Tanyrhina zusammenfällt, wenigstens deutet der Name Tanyrliiiia eine solche Möglichkeit an; allein ich vermag, wie ich bereits erwähnte, durchaus nicht aufzufinden, wo diese ceylonische Gattung beschrieben worden ist. PALTOSTOMA SUPERBIENS n. sp. Rückenschild rostroth, ohne Glanz, vorne mit einem grossen, sammtschwarzen Mittel- fleck, der an den Seiten bis zu den Schultern sich ausbreitet und daselbst in gewisser Richtung silberweiss schimmert, hinten aber, vor dei' Rückenmitte, mit einem stumpfen Dreiecke endet; von diesem Flecke gehen drei schwarze Linien, allmälig convergirend, zum Schildchen; neben den Schildehen jederseits eine grosse, sammtschwarze Makel, welche ebenfalls in gewisser Richtung silberweiss schimmert. Sehildchen, Hinterrücken und Hinterleib rostgelb; letzterer an den Seiten der einzelnen Ringe vorne mit je einer schwarzen, silberweissschimmernden Makel die vom vierten Ringe angefangen, sehr genähert sind, und die Grundfarbe nur als sehmale Mittellinie freilassen. Genitalien hinten schwarz, an der Basis roströtblicb. Kopf sammtschwarz, Stirne vorne und Untergesicht an den Seiten silberweissschimmernd; Fühler und Rüssel schwarz. Beine braun, an der Scbenkelbasis am lichtesten, dann bis zum Ende allmälig dunkler. Flügel ganz rein glashell, nur an der äussersten Basis rostroth; die Rand- und Subcostalader dick und so wie die Cubitalader sammtschwarz, die übrigen Adern braun, das Maschennetz deutlich. 3'" die ausgespannten Flügeln 10'" daher weit über den Hinterleib hinausragend. 1 Männchen aus S ü d a m e r i k a. FAMILIE PSYCHODIDAE. Folgende Gattungen simi in iler Familie der Psyeliodiden aufgestellt worden: Ps y e h o da von Latreille ; Trtchoptera von Meigen ; N e ni o p aljt u s von Macquart ; Sy <'orax , Trieliora yia, Saccopterjix und Perieoma von llaliday in Curtis Brit. Entomology; PUalaenomyia, Pd.sfhmt, llaemas-son und Niiih:s von Loew; Uli omyia von Walker, Phlebotomus von Eondani laid C'//>^///>Ae.s- von Costa. I)ie für ßernsteindipteren von Loew ausserdem aufgestellten Gattungen 7%«7«p?«a- tus und Di,j)lonema kommen hier, wo es sich um die jetzt lebende Fauna handelt, Di'ptera. 29 nicht in Betracht. Von den oben angeführten Gattungen ist TrivTio'ptera Mg. ganz identisch m'\t Psyclioda Latr. ; Saccoi^teryx dessgleichen mit ülovii/ia; Phalaenomyia mit Trichornyia, Ponthon mit Syco?-ax, Haemasson mit Phlebotomus, Nygmatodes mit JVemopaijJits, und endlich Cynyphes mit Phlebotomus. In den sieben verbleibenden Gattungen sind bisher nur 30 Arten beschrieben worden, von denen 19 auf Europa, 9 auf Amerika und 2 auf Afrika entfallen. Es sind sonach weder aus Asien noch aus Australien Psychodiden bekannt geworden und ist die Zahl der überhaupt bekannt gewordenen eine sehr geringe, so dass, wenn erwogen wird, dass Loew im Bernstein 18 Arten aufgefunden und unter- schieden hat, man zu, der Vermuthung verleitet werden könnte, als seien die Psychodiden ein uraltes Geschlecht, welches in der gegenwärtigen Schöpfung seinem völligen Aussterben entgegenschreite. Die kleinen Mückchen werden übrigens allzuleicht übersehen und man kann desshalb nicht vorhersagen, ob nicht schon in wenigen Jahren, durch reichlichere Entdeckung eine derartige Vermuthung in ein Nichts zerfallen werde. Aus dieser Familie liegen mir nur zwei Arten vor; von diesen ist die eine, aus Rio Janeiro in dem einzigen mitgebrachten Stücke so schlecht erhalten, dass sich darüber nichts weiter sagen lässt, als dass sie zu Psyclioda in heutiger Auf- fassung dieser Gattung gehört, während die andere, welche ich für noch unbe- schrieben halte, zu Pericoma gehört. Ich lasse hier die Beschreibung folgen: 1. PERICOMA NIGROPUNCTATA n. sp. Sehwarzbraun, dicht zottig behaart; die Behaarung am Rüekenschii d dunkelbraun, am Hinterleibe obenauf weisslich-glänzend, gegen die Basis zu und an den Seitenrändern mit bräun lieben Haaren gemengt. Kopf schwarz, die Taster weit vorstehend, ihre Basalglieder klein, das dritte und vierte gleichlang, das fünfte etwas kürzer und sehr schlank, die zierlichen Fühler gleichfalls braun mit bellbraunen Wirtelbaaren an den etwas gestielten Geisseigliedern. Beine rotbbraun; die Schienen gegen das Ende zu und die Tarsen am dunkelstei), an der Basis der Metatarsen und der zwei nächsten Tarsenglieder silberweiss glänzende Flecke. FJ ügel bräun- lich-schwarz behaart und am Rande ebenso zottig bewimpert; an den Mündungen aller Längsadein und deren Zweige schwarze, als Flecken sich darstellende Haarbüschel, im Ganzen somit zehn; und eben solche Flecke an der Basis der Radialader und an der Stelle, wo sich dieselbe oben gabelt; vor den Randflecken ist die Behaarung schütterer und es treten dadurch neben den schwarzen Flecken, weiirisliche Fleckchen hervor; in gewisser Richtung erscheint die Bewim- perung des Flügelrandes hellbraun, am Vorderrande aber bleibt sie sehr dunkel. IV^'". Von den beschriebenen exotischen Arten könnte diese Art nnr mit Psijchoda punctata und Ps. septem- punctata Phil, aus Chile verglichen werden; bei ersterer soll aber der Flügelrand railchweiss sein, bei letzte- rer stehen die schwarzen Randfleoke der Flügel nur an jeder zweiten Ader — es sind im Ganzen nur sieben Flecke vorhanden, überdies ist es gar nicht ausgemacht, ob die genannten Arten zu Pericoma oder Psychoda im engeren Sinne gehören. Sehr nahe steht ihr die europäische Art Pericoma canescens; diese unterscheidet sich aber auf den ersten Blick durch die verschiedene Behaarung des Leibes und bei näherer Prüfung aiicli durch die Form der Geisselglieder (bei P. canescens rundlich, bei P. nigropunctata länglich ovalj und durch mindere Grösse. 30 Dr. J. B. Schiner. FAMILIE CULICIDAE. In der Familie der Culicidae sind bisher folgende Gattungen aufgestellt wor- den : Culex von Linnö; Corethra, Aedes und Anopheles von Meigen; Megarhina, Psorophora und Sabethes von Eobineau-Desvoidy und Mochlonyx von Loew. Die Gattungen Psorophora und Sabethes sind von den späteren Autoren nicht oder doch nicht consequent aufrecht erhalten worden, da die Merkmale, welche zur Charakterisirung derselben gewählt worden sind, zu beschränkt und nur immer auf einzelne Arten anwendbar sind; es kann aber nicht in Abrede gestellt werden, dass Formen, wie z.B. Culex remipesW. (Sabethes locuples'R. -Desv.) oder Culex ciliatus Fr. (Psorophora ead E. -Desv.); oder wie die metallisch be- schuppten exotischen Arten von dem Grundtypus unserer europäischen Culiciden doch sehr abweichen und in der Folge eine Abtrennung solcher Formen aus der Gattung Culex uothwendig werden wird. Da bisher ein Monograph der Culiciden sich noch nicht gefunden hat, der eine solche Abtrennung mit glücklicherem Erfolge als Eobineau-Desvoidy vorgenommen hätte, so erübriget auch für mich nichts als der Gepflogenheit zu folgen und die Gattungen Sabethes und Psorophora als Synonyme von Culex zu betrachten. Aus den hiernach übrig bleibenden Gattungen, die in zwei Gruppen Corethrina (mit Corethra und Mochlonyx) und Culicina (mit den übrigen Gattungen) zerlegt werden können, sind bis nun zu 132 Arten beschrieben worden, von denen 30 auf Europa, 61 auf Nord- und Süd-Amerika, 21 auf Asien, 10 auf Afrika und 9 auf Australien entfallen, während das Vaterland einer Art nicht bekannt ist. Es scheint, dass die in Asien und Amerika beobachtete Gattung Megarhina in Europa in der That nicht vertreten ist, während von anderen Gattungen, wie z. B. von Corethra., die bisher ausser Europa nur noch nordamerikanische Arten enthält, nicht behauptet werden könnte, dass sie in den übrigen aussereuropäischen Faunen- gebieten keine Eepräsentanten habe. Mit der nachfolgend beschriebenen Corethra manilensis aus Manila wäre eine solche -Behauptung gründlieh widerlegt, und so kann es kommen, dass auch die europäischen Gattungen Mochlonyx und Aedes ihre Eepräsentanten auch noch ausser Europa erhalten werden. 1. CORETHRA M.\NILENSIS n. sp. Blass röthlichgeib, der Rückenschild matt, mit drei intensiver gefärbten Längsstrie- men, die mittelste vorne verbreitert und durch eine dunklereLinie getheilt; Schildchen mit einer dunkleren Mittellinie: Hinterleib etwas glänzend, lang- aber sehr zart behaart, die beiden letzten Ringe bräunlich, die Plaltzangcn der männlichen Genitalien gerade vorstehend, so lang als der letzte Ring. Kopf hollgelb, die Augen schwarz, die Fühler gelb mit schwarzen Ringen, der Federbusch licht bräunlich gelb, die Taster hellgelb. Beine sehr blassgelb, fast weisslich, die Schienen lang- aber sehr fein wimperartig behaart. Flügel gelblich mit röthlichgelben Diptera. 31 Adern, welche diclit behaart sind; die Gabel der Randader etwas länger, als jene der Diseoidal- ader. 2"'. Aus Manila drei Männclien. Die Art gleicht im Habitus unserer Corethra pallens sehr, unterscheidet sich aber auf den ersten liliek durch die ganz einfarbigen Beine. 2. MEGAKHINA SPLENDENS W. Culex splendens W., Zoolog. Magaz. I. 3, 2. — Culex splendens W., Aussereur. zweifl. Insecten I. 3, 3. Ein Weibchen aus Batavia, auf welches Wiedemann's Beschreibung in der Haupt- sache passt. Die Fühler sind bei demselben jedoch nicht „schwärzlichbraun," sondern gelb; die 'Bauchseiten nicht „schön golden" sondern silberweiss und der Hinterleib nicht „stahlblau und nur an den Vorderrändern der Abschnitte veilchenblau," sondern durchaus violett mit dem Vor- walten der rothen Farbe, besonders an den letzten Ringen. Ich lege auf diese Differenzen keinen grossen Werth, zumal Wiedemann bei seiner Beschreibung ein Männchen vorlag. Zur Ergänzung füge ich noch bei, dass der Rückenschild an den Seiten goldgrün beschuppt ist und auf den Mitteisehenkeln zwei hellere Ringe deutlich hervortreten; die Gabel der Radialader ist auch für die Gattung Megarhina auffallend kurz. 3. CULEX DIVES Seh in. Culex annulipes Walk., Journal of the proceed. of the Linnean society, vol. I. 5. Das vorliegende Stück aus Batavia stimmt vollständig mit der Walker'schen Art, deren Namen ich änderte, weil ein Cidex annulipes schon früher von Meigen aufgestellt wor- den ist. Der Beschreibung füge ich zur Ergänzung Folgendes bei : die Spitze der Taster, das Basalglied der Fühler und die Stirne sind silberweiss beschuppt, die Silberbinden des Hinter- leibes sind am Rande unterbrochen, am Bauche aber wieder fortgesetzt; die Hinterschenkel sind an der Basis gelblich und es befinden sich an allen Knieen silbcrweisse Flecke, der Meta- tarsus der Hinterbeine und die beiden nächsten Tarsenglieder sind an der Basis breit weiss. 4. CULEX TAENIORHYNCHUS W. Culex damnosus Say, Joum. of the Acad. of Phil. III. 11, 3. — Wiedemann, Aussereurop. zweifl. Ins. I. 7. 12. Es liegen mir drei Weibchen aus Südamerika vor, auf die ich Wiedemann's Beschrei- bung beziehen zu sollen glaube. Ein Hauptgrund dafür ist Wi edemann's Angabe, dass der Rüssel auf der Mitte weisslichgelb ist und dass dem Metatarsus der Vorderbeine der weisslicbe Fleck an der Basis fehle. Alles dies stimmt bei den vorliegenden Stücken. Es concurriren liier aber so viele Arten, dass es leicht möglich wäre, auch andere Beschreibungen herbeizuziehen, ein Grund mehr, um die Synonymie durch die Aufstellung einer neuen Art nicht abermals zu verwirren. Die Flügeladern, besonders die am Vorderrande liegenden sind so dicht schwarz- braun beschuppt, dass die Flügel wie schwarz gerandet erscheinen. Auf den Stücken befindet sich ein Zettel mit der Bezeichnung: „Mosquito-Sancudo" — es ist daher, wie Doli esch al 1 bereits für Amboina und Java constatirte, ziemlich sicher, dass auch in Südamerika mit dem Namen Mosquito's zumeist Culiciden und nicht Siniuliden bezeichnet werden. 5. CULEX REMIPES W. Wiedemann, Aussereurop. zweifl. Ins. I. 573, 1. — Suhethes lociiples Rob.-Desv., Essai s. 1. tribu de Culioides in den Mem. de la soc. d'hist. nat. Paris 1827. T. 3. Ein Männchen aus Brasilien, stimmt genau mit Wiedemann's Beschreibung, nur sind die Beine im vorliegenden Exemplare nicht stahlblau, sondern hell violett; die Flügeladern, besonders die näher dem Vorderrand liegenden dicht schwarzbraun beschuppt. 32 Dr. J. B. Schiner. FAMILIE TIPULIDAE. Für diese, in allen Faunengebieten reich vertretene Familie sind bisher folgende Gattungen aufgestellt worden: Tipula von Linn6; Nephrotoma, Ctenopbora, Ptychoptera, Trichocera, Erioptera, Symplecta, Ani- somera, Rhamphidia, Rhipidia, Limnobia, Glochina und Nematocera., von Meigen ; Dolichopeza, Ferenocera und Molophilus von Curtis; Megisto- cera, Polyn:iera und Nematocera von Wiedemann ; Pedicia, Hexatoma und ,Li7H0?na von Latreille; Tanyptera von Leach; Helius, Megarhina und Helobia von St. Fargeau; Dictenidia und Xiphura von Brulld; Pachyrhina. Apeilesis, C t e n o g y n a , E r i o c e r a , I d i o p t e r a , L i m n o p h i 1 a , Aporosa und C y 1 i n d r o- toma von Rlacquart; Lcptorhiim von Stephens; Chionea von Dalman; Ula, Amalopis und Gera n omyia von Haliday; Ozodicera, Hemicteina, Gyno- p 1 i s t i a, Anoplistes, B i 1 1 a c o m o r p h a, L i ni n o b i o r h y n c h u s, C e r o z o d i a, Ozo- cera und Ptilogyna von Westwood; Tricyphona, Dicranota und Psiloco- n opa vonZetterstedt;iPr?'o?20cera, Stygeropis,Holorusia undTo xorli ina von Loew ; Pterelacliisus xxndBertea vonRondani: Pterocosmus von Walker; Crunobia und Rhyph olopus von Kolenati ; Dlcranoinyia ^ Protoplasa, Epiphragnia, Dactylolabis, Antoeha, Dieranoptycha , Discobola, Trimicra, Prio- nolabis, Lasiomastix, Gonomyia, Gnophorayia, Arrhenica, Elephanto- myia, D ieranop h ragma , Cryptolabis, Cladura und Teucholabis von Osten-Sacken; Oligomera von Dolleschal; Physecrania von Bigot; Ctedonia, Tanyderus, Lachnocera, Tolymoria und Plettiisa von Philipp! ; Evanio- ptera von Girudrin; Th a u ni a stuptera vonMik; Penthoptera, Ephelia, Po eeilost ola, Elliptera, Tr i c hosti eha , Dasyptera, Triogma und Ph alocro e era von mir selbt. Von diesen Gattungen fällt Nematocera ^Ig. mit Am'somera JMg. ; Ne-viatocera W. mit Megistoccra W. zusammen; Aporosa Mcq. und Plettusa Phil, sind synonym mit Geraniomyia Hai. i Hemicteina Westw. ist mit Ozodicera Ejusd., Anoplintea Westw. mit Gynoplistia Ejusd. und Ozocera Westw. mit Gerozndia Ejnsd. völlig einerlei; Hexatoma Ltr. und Ferenocera Cui'tis fallen mit Anisomera Mg., Helim und Megarlüna St. Farg., sowie Leptorhina Steph. mit Rhampidia Meig. zusammen; Griüiobia Kolen. ist identisch mit Amalopis Hai.; An-henicd, O.-Sack. und Physecrania Bigot mit Eriocera Macq.; Prionocera Lw. mit Stygeropis Ejusd., Ctedonia Phil, mit Gynoplistia Westw.; Polyvioria Phil, mit Foecilostola Schin., Idioneura Phil, mit Dicranophragma O.-Sack., Molophilus Gurt, mit Erioptera Mg. Die Gattungen Glochina Mg. und Dicranomyia O.-Sack. vermag ich nicht von der Gattung Limnolia Mg. zu trennen. Pterolachisus Rond. dürfte mit der Gattung Tipula zusammenfallen, und Limonia Ltr. enthält ein Gemenge von Arten, die mittlerweile in eine beträchtliche Anzahl von Limnobinen-Gattungen Diptera. 33 getrennt worden sind. Ich Avill nicht behaupten, dass die Brnlld'schen Gattungen Xiphura und Dictenidia nicht etwa weniger berechtigt seien, als etwa Ptylogyna, Gtenogyna u. s. w., doch habe ich sie vorläufig mit CtenopJiora vereinigt gelassen, weil ich viel zu wenig exotische Ctenophoren kenne, um sie in diese Gattungen einreihen zu können und vorläufig ein dringendes Bedürfniss einer solchen Abson- derung auch nicht vorhanden ist. Es bleiben sonach von den oben aufgezählten Gattungen noch 69 übrig'), die ich, insoweit sie mir bekannt, für berechtigt halten muss, und welche, nach den von Osten -Sacken aufgestellten Grundsätzen ganz zweckmässig in drei Hauptgruppen; Tipulinae, Limnobinae und Ptycho- pterinae gereiht werden können, wobei ich nur bemerke, dass meiner Ansicht nach, die Gattung Oynoplistia Westw., wie schon Osten-Sacken vermuthete, zu den Limuobinen, und zwar zu den mit Limnopihila verwandten Arten; Foly- viera W. aber, nach dem typischen Stücke des k. zoologischen Museums ebenfalls zu den Limnobinen, und zwar in die nächste Verwandtschaft mit den erioptcrae- foi-men Limnobinen gehört. Ganz unbekannt ist mir die Gattung Evanioptera Guörin. Idioneura Phil, dürfte sich in Zukunft mit einer der neueren Limnophilinen-Gattungen als identisch erweisen. Die Gattung Toxorluna Lw. habe ich im Sinne der Osten-Sacken'schen Interpretation angenommen, obwohl mir die Gründe dafür nicht ganz stichhältio- erscheinen; denn, wenn Loew diese Gattung ursprünglich für mehrere Bernstein- Dipteren, bei denen eine Subcostalzelle vorhanden war, aufgestellt hat, so kann aus dem Umstände, dass er nachträglich eine Limnobinen-Art aus Portorico, bei welcher die Subcostalzelle fehlte, in diese Gattung stellte, nicht gefolgert wer- den, dass das Fehlen der Subcostalzelle das eigenthümUch charakteristische Merk- mal der Gattung ToxorMna sei, und Arten wie T. magna und T. midiehris O.-Saek. dazu gestellt werden müssten. Es schien mir vielmehr consequenter, den Namen ToxorMna und vielleicht auch Limnobiorliynchus Westw. gänzlich zu verwerfen und für die Arten, wo die Subcostalzelle in beiden Geschlechtern fehlt, einen neuen Gattungsnamen einzuführen, und zwar um so mehr, da in der That gerade für die drei Bernsteinarten, welche doch die Aufstellung der Gattung ToxorMna veran- lassten, nunmehr der Name ToxorMna gar nicht mehr verwendet werden kann, während es andererseits nicht ausgemacht ist, ob die Männchen der ToxorMna fragüis Lw. nicht dennoch eine Subcostalzelle besitzen und dann die Art Limnn- biorhynchus fragüis heissen müsste. Aus den oben angenommenen Gattungen sind bisher 913 Arten beschrieben worden, und zwar 380 europäische, 35 8 amerikanische, 84 asiatische, 40 afrikani- 1) Die für Bernstein-Dipteren von Loew beantragten Gattungen J/ac/iTOeAfVe, Trichoneura, Calohamon, Haplo- neura, C'ritoneura, Tanymera, Tanysjihyra, Styringomijia, Äiaracta und Allarithmia sind hier nicht berück- sichtigt worden. Zoologischer Tli 34 Dr. J. E. Schiller. sehe und 51 australische , von sechs, jedenfalls aussei'curopäischen Arten ist das Vaterliiud niclit bekannt. Der Umstand, dass aus Europa und Amerika verhäli- nissmässig am meisten Arten bekannt geworden sind, ist auch hier damit zu erklä- ren, dass die bezüglichen Fauuengebiete am besten durchforscht worden sind und zufällig die Aufmerksamkeit der Dipteologen am meisten auf sich gezogen haben. Ein Urtheil über die geographische Verbreitung der Tipuliden ist nach dem vor- liegenden Resultate eben so wenig verlässlich , als bri allen übrigen Familien. Höchstens würde man dazu berechtigt sein, anzunehmen, dass einige auffallende Formen, wie z. B. Gynoplistia^ Megistocera , Ptilogyna u. s. w. in Europa wahr- scheinlich nicht vertreten sein dürften, obwohl auch diesfalls ein apodictischer Schluss noch immer als ein voreiliger betrachtet werden müsste. Vor einigen Jahren erst gelang es mir, eine Antocha-kvt in Osterreich aufzufinden, und gewiss würde die eigenthümliche Form des Flügels, ohne dieses Factum, zu dem Schlüsse geführt haben, dass die Gattung Antocha, als eine sogenannte exotische Form, in Europa nicht vertreten sei. Seit mitten in Europa eine Pyrgota-Krt entdeckt wor- den ist und seit constatirt ist, dass die für exclusiv australisch betrachtete Form der Gynoplistien auch in Südamerika vertreten ist (durch die Ctenoiden Philippi's) dürfte bei derartigen Schlussfolgerungen mindestens die grösste Vorsicht am Platze sein. Folgende Arten sind hier zu erwähnen: 1. PACHYKPIINA LUCIDA n. sp. B i ü u n 1 i eil ii^ e i b ; ii ü c k e n s c li i 1 il mit vier dunkelbraunen, an der Quernaht unterbroche- nea LUngsstriemen; der Schultertieek und die Mitte des Schildchens gleichfalls braun; Brust- seiten stark glänzend; Hinterleib bräunlichgelb mit dunkler braunen breiten Rückenflecken, die am Hinterrande die ganze Breite ausfüllen, gegen vorne zu aber sich verschmälern, so dass die Grundfarbe an den vorderen Seiten frei bleibt; Legerolire des Weibchens sehr läng und spitz, rostrotli, hornig. Kopf rundlich, die Schnauze kurz, vorne in ein kurzes Spitzchen ausgezogen; Stirne mit einer schwarzen, hinten zugespitzten Mittelstrieme; Fühler gelb, das erste Glied verlängert, aber ziendich dick, das zweite sehr kurz, die Geisseiglieder lang gestreckt, an der Basis knoptig angeschwollen, schwärzlich und daselbst mit einigen zarten Borsten besetzt; Taster und Beine gelblich, die Schenkelspitzeii und Tarsen-Endglieder braun. Flügel ziemlich intensiv gelblich tingirt, mit gelbbraunen Adern, das Stigmenmal klein, braun (ganz so wie bei Nephrotonia.dorsalisWg.). Die zweite Hinterrandzelie kurz gestielt; Schwinger gelblich, der Ivnopf braun, oben weiss. 9". 1 Weibchen aus JLadeira. Die Art gleicht im Habitus und in den Flügeln autt'allend unserer Nephrotoma dorsalis. 2. PAClIYiailNA ELEGANS F. Tijifila clt;ians V., Öystem. Aiitl. "iO, 10. — Tipula etegans W., Diiit. exot. I. "iO, 6. und Auss. zwciH. Ins. I. .5ti, !.'>. Drei vorliegende Weibchen aus Südamerika stimmen ganz njit der von VViedemann ergänzten Ea brici us' sehen Beschreibung, so dass ich keinen Anstand nehme, sie als diese Art zu inter]irctiicn. Die Hintcrieibsbinden sind schwarz, die gelbe Farbe eigentlich nicht safran- Biptera. 35 sondern hellgelb, bei ?\vei Stücken die sonst in Nichts abweichen, sind die Flügel an der Basis und am Vorderrande ziemlich intensiv gelb. 3. TIPULA OBLIQUE-FASCIATA Macq. Tipula obh't/ue-fasciata Mcq., Dipteres exotiques supl. I. 15. lö. Tat'. I. Fii;. 10. — Tiputa Craverü Bellardi, Ditterologia messicana I. 7. Taf. I, Fig. 1. Macquart 's Beschreibung ist genügend, um die Art zu erkennen, seine Flügelabbildung ■würde gegen die Anwendung des Namens Bedenken erregen, weil in derselben, die sehr cha- rakteristischen Randflecke nicht angedeutet sind, es heisst aber im Texte ausdrücklich : „p/n- sieiirs 2^^tites tuches brimes, pres du hord ext^rieur." Diese Flecke entstellen dadurch, dass glas- helle Fleckchen den braunen Saum unterbrechen. Bellardi hat diese glashellen Flecke ins Auge gefasst, in der Hauptsache ist jedoch dieselbe Zeichnung vorhanden, wie sie auch Mac- quart im Texte angibt, f^inigcs Bedenken könnte es erregen, dass T. Craverü ein erstes braunes Fühlerglied haben soll, während dieses Glied, wie Macquart angibt und auch bei den vorlie- genden Stücken der Fall ist, mit den übrigen Gliedern ganz gleich gefärbt ist, ich lege aber auf diese Differenz keinen grossen Weith, da alle übrigen Merkmale genau stimmen, Farben- differenzen aber nur zu leicht durch die Eintrocknung und Conservirung der Dipteren veran- lasst werden. Es scheint mir nicht unmöglich, das.s auch Tipula Edwnrds/' ]UA\. nur eine Variatät obiger Art ist. Zur Ergänzung der Beschreibung lüge ich bei: die männlichen Genitalien sind dick, kolbig, hinten schief abgestutzt. Die Klappen treten nirgends hervor und liegen knapp an den übi-igen Organen an, aus denen nur in dei' Mitte ein horniges Spitzchen vorragt ; der Kopf ist ver- hältnissniässig klein, so dass er sammt der Schnauze etwa die Länge des Rückenschildes erreicht. Die Flügelform ist dadurch charakteristisch, dass der Vorderrand in weitem Bogen zur Spitze übergreift, von da an aber der llinterrand fast gerade verläuft. Ein Pärchen aus Südamerika. 4. TIPULA ELUTA n. sp. Brüunlichgelb: Rückenschild obenauf mit vier braunen Längsstriemen, welche die Oberseite bis nahe zum Rande ganz ausfüllen und durch drei hellere Streifen getrennt sind: die Seitenstriemen auch hinter der Quernaht fortgesetzt, die mittleren daselbst abgebrochen; von der Schulter her, bis zu der P'lügelbasis eine braune, unten gelb und dann wieder braun gesäumte Doppelstrieme, zwischen welcher und dem braunen Mittelrücken die hellgelblichen Seiten des Rückenschildes sehr auffallend vortreten. Brustseiten gelblich, weissschimmernd. Hinterleib oben gelblich, an den Seiten braun, die Grenze nirgends scharf; Genitalien des Männchens klein, hinten schief abgestutzt, die Klappen sehr kurz und nicht zangenartig vor- stehend. Kopf rund, Schnauze massig lang, vorne in eine kurze Spitze ausgezogen, die Färbung des Kopfes gelblich, die Unterseite der Schnauze braun; Fühler hellgelb, erstes Glied verlän- gert, zweites sehr kurz, drittes so lang als das erste, die übrigen an Länge allmälig abnehmend, durchaus kahl; Taster braun, an den Gelenken gelblich. Beine fahlgelb, Schenkel an der Spitze bräunlich. Flügel verwaschen bräunlichgelb, wolkig, die braunen Stellen nur am Stigma, in den Flecken, welcher die Zellenkerne am Flügelrande ausfüllen und an einer Stelle auf der Unterseite der hinteren Basalzelle intensiver und auffallender; der Vorderrand rostgelblich. 6'". 2 Stücke aus Brasilien. 36 Dr. J. B. Schiner. 5. TIPULA GKAPIIICA n. sp. Braun; K ü ckenscli i I d hell licstäuLt mit vier dunkelbraunen Längsstriemen, die mittle- ren bis zum "Vorderrand und der Quernalit reichend, die seitlichen vorne abgekürzt, hinter der Quernaht noch als braune Flecke angedeutet; das Schildchen gelblich, der Hintcrrücken mit brauner Mittelstrieme; die Brustseiten gelblich, weiss schimmernd. Hinterleib an der Basis gelblich, die Genitalien des Männchens kolbig, hinten schief abgestutzt, die Haltklappen nirgends vorragend. Ko])f rundlich, Schnauze massig lang, vorne in eine kurze Spitze ausgezogen; seine Färbung gelblich, auf der Unterseite der Sciinauze braun; Fühler ziemlich lang, die beiden Basalglieder gelb, die Geisselglieder braun; erstes Glied massig lang, zweites kürzer, doch fast Iialb so lang als das erste; die Geisselglieder lang gestreckt, an der Basis etwas knotig verdickt und daselbst mit einigen längeren Börstchen, das Endglied klein, knospenartig. Taster braun, das Endglied schwärzlich, deutlich geringelt. Beine gelblich, Hüften und Sehcnkel- wurzel am hellsten, die Schenkel weiterhin bräunlieh, vor der Spitze mit einem gelben, ziemlich breiten Ringe. Flügel sehr bunt, mit abwechselnd gelblichen und braunen Flecken, die längs der vorderen Basalzelle am wenigsten auffallen; Mediastinalzelle gelblich, ungefleckt, unmittelbar unter derselben drei, ziemlich scharf begrenzte intensiver braune Flecke, der erste um die Basis der Basalzelle, von woher sich eine schiefe Binde bis zum Hinterrande fortsetzt, die beiden übrigen klein, fast viereckig; um das Stigma erweitert sich die Bräunung und zieht sich bis zur Discoidalzellc herab, die sie vollständig erreicht und vorne bis zur Flügelspitze hin, überall mit helleren Fleckchen unterbrochen, die am Flügelrandc in Streifen sich erweitern; eine Stelle hinter dem Stigma ganz glashell und von da schliessen sich eben solche Flecke an, die ebenfalls sich bindenartig bis zur Discoidalzellc erstrecken; die Discoidalzellc selbst bleibt an der Basis ganz glashell und erscheint fast milchweiss, von ihr geht ein leichter Streifen durch die vierte Hintcrrandzelle bis zum Flügelrande; helle Wische gehen über die Flügelmitte und liegen am Ende der Anal- und Axillarzelle, Schwinger gelb. 8'". Südamerika. Ich habe keine der vorliandojien Bcsehreibuni^en bei dieser Art als zutrelTcnd aufgefunden. 6. TH^ULA FfxAUENFELDI n. sp. Dunkel 1- ö t h 1 i c h b r a u n : E ü c k e n s c h i I d obenauf mattschwarz, so dass von der Grund- farbe nur drei schmale Längsstriemen übrig bleiben, die sich gegen das Schildchen zu allmälig erweitern und vor demselben ganz zusammenfliessen; von den Schultern her und bis zur Flügel- basis prävalirt gleichfalls die Grundfarbe; die Brustseiten braun gefleckt. Hinterleib an der Basis etwas verschmälert, der zweite Ring am längsten, an den Seiten mit je einer schwarzbraunen Makel, die auch an den folgenden Ringen vorhanden ist, sich aber nach oben zu erweitert, so dass am dritten Ringe von der Grundfarbe nur mehr eine schmale Rückenlinie frei bleibt, an den folgenden Ringen vollständige Binden auftreten, welche auf der Mitte liegen und die Grundfarbe vorne und hinten freilassen; diese Binden hinten ausgebuchtet; Genitalien des Weibchens (es liegt nur ein solches vor) rostbraur), die Klappen der Legeröhrc spitz und lang, hornig. Kopf dunkel gelbroth, die stark verlängerte Schnauze vorne in eine lange Spitze ausgezogen; auf der Stirne unmittelbar hinter den Fühlern eine recht auftauende warzenartige Erhöhung; Fühler braun, erstes Glied sehr lang, zweites sehr kurz, die folgenden schmal, ihre Gliederung schwer wahrzunehmen, ganz kahl; Taster weit vorstehend, braun, gegen das Ende zu schwarz, das zweite Glied gestreckt, schaufelförmig, das dritte schmal und ziemlich lang, das Endglied sehr lang und deutlich geringelt. Beine rothbraun, die Schenkel gegen die Spitze zu stark verdun- kelt und auch die Schienen ziemlich dunkel. Flügel glashell, alle Adern braun gesäumt, am Diptcra. 37 intensivsten die um das Stigma liegenden, das Ende der liadialader und die Posticalader, beson- ders gegen das Ende zu; von der Flügelspitzc breitet sich am Flügeliiintcrrand ein blassbrauncr Schatten aus, der in die ZeUenkernc hineinreiciit; hinter dem Stigma ein glashcller fast milch- wcisser Fleck, unter welchem die Adern ganz verbleicht sind; die fünfte Ilintcrrandzcllc ist durch den braunen Schatten diagonalitcr getheilt, so dass sie oben rein glashell bleibt, unten aber braun ausgefüllt ist; Schwinger gelb mit braunem Knopfe. 15'". Ein Weibchen aus Chile. Von Tipula decorata Phil, mit der sie Vieles gemein liat, namcntlieli auch die warzenförmige Erhö- hung hinter den Fühlern, unterscheidet sie sich durch den Mangel eines weissen Streifens an den Bruslseifen und durch eine verschiedene Zeichnung des Kückcnschildes, an welchem bei meiner Art nichts Wcisslithes vor- handen ist; ich stelle aber die Möglichkeit jiicht in Abrede, dass sie bei einem Vergleich mit typischen Stücken dennoch als identisch sieh darstellen könnte. 7. TIPULA SOKOK Wied. Dipl. exot. I. 24, 3 und Ausscrcur. zweid. Ins. I. IG. Ein Männchen vom Cap mit Wicdemann's Beschreibung vollständig üboreinstimmcnd. S. TIPILA NOVARAE n. sp. Prä unlieb gelb; K ü c k cn s c h i hl mit vier wcissschimmcrnden Längsstriemen, welche je zwei vorne zusammenhängen und durch dunkelbraune Säume überall begrenzt sind; die äusseren liegen ganz am Rande, die inneren stehen entfernt und lassen auf der Mitte des Rückensehildes die Grundfarbe in einem breiten Streifen frei, der durch eine braune Doppellinic, die sich auch über das Schildchen und den Ilintcrrückcn fortsetzt, getheilt ist; hinter der Quernaht nähern sich die weissschimmernden Längsstriemen und setzen sich gleichfalls über das Schildchcn und den Ilintcrrückcn fort; von vorne beleuchtet, tritt die Rückcnschildzcichnung sehr scharf her- vor, in zwei mir vorliegenden männlichen Stücken sind übi'igcns die dunkelbraunen Linien weniger auffallend als bei dem Weibchen; Erustseiten mit weissschimmernden Flecken. II i n ter- leib bräunlichgclb, der erste King stark verdunkelt, an den Seiten und am Ober- und Ilintcr- rand weisslicb, die übrigen Ringe mit zarten weisslichen Einschnitten und oben so gefärbten dreieckigen Seitenmackeln, die zu einer ziemlich breiten Seitcnstrieme unter sich verbunden sind; gegen das Ilinterleibscndc zu ist die Grundfarbe wieder verdunkelt; die weissliche Seiten- strieme erscheint in gcwissscr Richtung sehr intensiv, verschwindet aber in anderer Richtung beinahe gänzlich; Genitalien des Männchens dick, etwas aufgerichtet, hinten schief abgestutzt, die Ilaltklappen nach aufwärts gerichtet, zangenartig gegen einander gebogen, iiuc spitzen Enden im Ruhestande gekreuzt; Legeröhre verhältnissmässig kurz. Kopf dunkel röthlichgelb, die Schnauze sehr lang, vorne in dici Spitzen auslaufend, von denen die mittelste kaum länger ist als die seitlichen; Stirnc neben den Augen weissscbimmernd, die Schnauze unten braun; Fühler kurz, mattgelb, die Glieder ganz kahl, das erste, wie gewöhnlich verlängert, das zweite sehr kurz, die Geisselglicder schmal, gegen das Ende zu an Länge und Breite allmälig abneh- mend; Taster röthlichgelb, das Endglied verdunkelt und deutlich geringelt; auf der Unterseite der Schnauze, am Rüssel und an den Tastern eine ziemlich autiallende Behaarung. Beine bräunlichgelb, die Schenkelspitzen und Tarsenendglicdcr braun. Flügel glashcU und ganz kahl, die ganze Fläche daher stark glänzend, die Mediastinalzclle und die untere Hälfte der hinteren Basalzelle mit senkrechten Fältchen, so dass sie chagrinirt erscheinen; alle Adern braun gesäumt, überdies fünf braune Flecke sehr auffallend, der erste an der Basis der Basal- zellen, der zweite etwas jenseits der Mitte der hinteren Basalzelle, kniapp an der Discoidalzelle 38 D): J. Tt. Schinvr. anliegend, von der .an dieser Stelle ein kurzes Adcrsegnient nach abwärts greift, der dritte am Urspiiinge der Radialadcr, der vierte als Doppclfleck um das Stigma, der fünfte endlich jenseits des Stigma gelegen; die beiden letzterwähnten Flecke begrenzen einen weissliehen Mondfleck, der vom Flügelvorderrande bis in die Discoidalzelle hinabreicht und unter welcher die Adern ganz verbleicht sind; Flügeibasis und Vorderrand rüthlichgelb tingirt; der Flügeiliiiiterrand mit einem blass bräunlichen Saum, der um die Adern weniger intensiv ist; Schwinger gelb. 8'". Zwei Männchen und ein Weibehen aus Auckland. Ich habe keino Boschroibung gefumlen, dio auf diese Stücke passen würilc. 9. TIPULA NIGRITIIORAX Macq. Dlpteros exotiques; supl. IV. 15, 21. Taf. I, Fig. 5. Die FlUgclform dieser Art ist sehr abweichend von der der übrigen Tqyala- Xxian, es sind nämlich bei ihr die Flügel fast glcichbi-eit und verhältnissmässig sehmal und lang; auch das Geäder zeigt eine Differenz darin, dass die Längsadein vor ihrer Mündung ziemlich gerade bleiben und sich nicht bogenfcirmig nach abwärts beugen, wie bei den typischen Tquiln-Krian-^ nur die Posticalader ist vorne steil abgebogen. 10. PTILOGYNA J'ICTA n. sp. Rostgclb; Rückenschild glänzend, vorne mit einer schwarzen, nirgends scharf begrenzten Makel, von der sich aus drei, den Hinterrand nicht erreichende Längsstriemen fort- setzen. Brustseiten braun gefleckt. Hinterleib mit einer breiten, schwarzen Rückenstrieme und ebenso gefärbten schmäleren Seitenstriemen, die auf die Bauchseite übergreifen; ausserdem die einzelnen Ringe mit schwärzlichem Rande, so dass die Grundfarbe nur in den hiedureh überall begrenzten Seitenmakcln übrig bleibt; Genitalien des Weibchens rosti-oth, glänzend, ziemlich lang und allmälig zugesjiitzt, hornartig. Kopf rothgelb, matt, die Schnauze massig lang (etwa von Kopfeslänge), unten schwärzlich. Fühler hellgelb, die Seitenäste schwarzbraun, diese an den ersten acht Geisseigliedern u. z. am ersten nach innen ein sehr kurzer, nach aussen ein kurzer, fast rudimentärer und vorne noch ein ziemlich langer Ast, an den folgenden je zwei ziemlich lange Aste, von denen immer der eine nach innen, der andere nach aussen gerichtet ist. Taster schwarzbraun. Beine gelb, die Spitzen der Schenkel und Schienen breit schwarz, die Tarsen stark verdunkelt. Flügel glashell, am Vorderrand lichtbraun, was bis zur unteren Basalzelle hinabreicht, die Spitze dieser Zelle aber frei lässt; in diesem braunen Rande vier glashelle Flecke, der erste nahe an der Basis, jenseits der Stelle wo die Diseoidalader sich ab- zweigt, der zweite an der Basis der Radialader, der dritte unmittelbar hinter dem Stigma, der vierte vor der Flügelspitze, alle Adern ül)ordies braun gesäumt, besonders die Cubital- und Posti- calader; der Flügelhinterrand mit cineni verwaschenen bräunlichen Saum. Schwinger gelb. 13". Ein Weibchen aus Sydney. Mac quart erwähnt einer Ptilogyna marginalis Westw. , die gleichfalls aus Australien stammt, deren Beschreibung ich aber nicht vergleichen konnte, da es mir nicht gelang, zu eruiren, wo sie publicirt worden ist. Auch mit der von Walker in dem Entomological Magazin (II. 469) beschriebenen Tipula ramicornis hat meine Art unbestreitbar eine grosse Ähnlichkeit, ich halte sie aber trotzdem für verschieden, und zwar aus dem Grunde, weil nach Walker's Boschreibung dio Zeichnung des Rückonschildes und des Hinterleibes bei T. ramicornis eine verschiedene ist, und weil die Aste an den Fühlergliedern sehr kurz (ramulis hreoissimisj sein sollen, was bei meiner Art, mit Ausnahme jener am ersten Geissolgliede, durchaus nicht der Fall ist. Erweist sich trotzdem die Identität beider Arten, so wird die vollständigere Beschreibung, welche ich hier gegeben habe, den Nachtheil des neuen Synonyms wohl ausgleichen. Diptera. 39 11. MEGISTOCERA DISPAK Walk. " ilegislocera rfispflsr Wulk., Entomological Magaz. II. 408. — Megislorera limbipen>iis Mcq.. Dipteret uxot. 1. (id. Taf. IV, Fig. I. Supl. I. 17. 1. Taf. II, Fig. 3 un.l Supl. IV. 16. Zwei Männchen und ein Weibchen aus Sydney. Zur Eiyänzuny der vorliandenen Be- schreibungen füge ich Folgendes bei : Der Rückenschild des Männchens ist einfarbig und diclit mit wolliger Behaarung bedeckt; der Hinterleib ist kaum so lang als der Rückenschild und auch sehr sehmiiciitig, was dem Thier das Aussclien gibt, als sei es verbildet; der letzte Ring ist schwarz, die Genitalien sind klein, die Klappen kurz, hinten wie ausgenagt und durchaus nicht zangenartig sich darstellend. Der Kopf ist länglich rund, die Schnauze viel länger als der Kopf, vorne in ein kurzes Spitzchen ausgezogen die Stirne ist unmittelbar hinter den Fühlern blasig aufgetrieben, das erste Fühlerglied ausserordentlich dick, wie aufgeschwollen, das zweite rudimentär: die Länge der Füiiler beträgt 24'", während der Leib nur 6" niisst. Das letzte Tasterglied ist, wie Macquart richtig bemerkt, so wie bei der Gattung Tqiala gebildet, es ist geisselartig und länger als das vorletzte; die Beine sind sehr lang und dünn, die Klauen haben unten ein kurzes vorragendes Zähnchen, das Empodiuin ist stark entwickelt. Der braune Flügel- rand reicht bis zur hinteren Basalzelle herab und ist scharf begrenzt, er lässt die Spitze der vorderen Basalzelle frei und nimmt von der hinteren nur einen Stieifen längs der Discoidalader ein. Das Geäder gleicht im Wesentlichen dem der Tipulincn in der Üsten-Sacken'schcn Auf- fassung, es muss daher die Gattung in die Ilauptgruppe der TipuLmae gei-eiht werden, wofür auch die Bildung der Taster spricht. Das Weibchen hat kurze Fühler, das mir vorliegende entspricht ganz der Beschreibung des Weibchens, welche Macquart im IV. Suplcni. seiner Dipteres cxotiques (S. 16) gibt, der Hinterleib de.*; Weibchens ist hinten stunipfspitzig, die Lege- röhre ist fast ganz verborgen. 12. GYNOPLISTIA VAKlEGxVTA Westw. Clenuphura bella Walk., Entoiuol. mag. II. 470. — Gynoplistia hella Westw., Lond. et Edinb. Phil. mag. VI. 280. Oynoplistia oariegata Westw., Zool. Mag. Macq. Dipt. exot. I. I. 44, 2 und Supl. I. 10, 2. Taf. I, Fig. 5. Zwei Slännchcn aus Sydney, die mit vier Stücken, welche ich besitze und die mir durch das Pariser Museum und durch Herrn Bigot mitgetheilt wurden, von denen ich daher voraus- setzen darf, dass sie der Macquart'schen Art entsprechen, vollkommen stimmen. Macquart's Beschreibung enthält aber einige nicht unwesentliche Difierenzen. Er nennt die Fühler an der Basis gelb, in all den erwähnten Stücken sind sie durchaus schwarz, die Schienen sind nicht braun, sondern gelb und nur an der Basis und Spitze schwarzbraun, auch dicTarsen sind schwarz. Die braunen Flügelbinden sind von ungleicher Breite, die dritte die breiteste, die erste und zweite sind immer, die zweite und dritte zuweilen auf der Mitte unter sieh wieder verbunden, so dass sie glashelle Flecke umrahmen; die Genitalien des Männchens sind dickkolbig, alle Organe fest aneinander geschlossen. Rücksichtlich der Benennung der Art folge ich Herrn Walker in soferne, als derselbe G. variegata und hella für identisch erklärt: Westwood's ursprüngliche Beschreibung seiner Oynoplistia fAnoplistesJ variegata konnte ich nicht verglei- chen und weiss auch nicht ob der Name von Westword herstammt, wie nach Macquar's Angaben anzunehmen ist, oder aber ob ihn Maequart selbst gegeben habe. 13. GYNOPLISTIA MELANOPYGA n. sp. Gleicht der G. variegata. Rüekenschild glänzend schwarz: Brustsciten mit einem gelb- lichen Schillertleck. Hinterleib auf der Mitte recht autfallend verengt, rostgelb, der erste, fünfte und die folgenden Ringe, sammt den Genitalien schwarz; die Genitalien sind noch dicker 40 Dr. J. R. Schiner. als bei G. varieguta, die Klappen robust, knapp aneinander liegend, fein schwarz behaart, unten mit recht auffallenden längeren schwarzen Haaren; die Spitzen der Klappen etwas rostbräun- lich. Kopf glänzend schwarz, Taster und Fühler matt-schwarz. Heine gelb, Hüften, Schenkel- spitzen und Tarsen, an den Vorderbeinen aik;h die Schienen schwarz. Flügel blass bräunlich- gelb tingirt, an der Basis rostgelb, am Vorderrande mit drei braunen Flecken, die an der Basis der Discoidal- und Radialader und um die Stelle gelegen sind, wo die Cubitalader entspringt und die Radialader sich gabelt; der dritte Fleck ist grösser als die übrigen; die Flügeispitze ist verwaschen braun, was sich auch am Flügelhinterrand herabzieht und daselbst wolkig auftritt. Schwinger schwarz. 6'". 1 Männchen aus Sydney. CLONIOPHÜRA nov. gen. Für eine Mücke aus Auckland sehe ich mich genöthigt, eine neue Gattung aufzustellen, obwohl von derselben nur Weibchen bekannt sind. Sie hat die meisten Merkmale mit Oyno^li- stia gemein, unterscheidet sich aber durch die Bildung der FUliler wesentlich von derselben und zeichnet sich überdies durch ihre mehr lhinoj)hilinen-ä.vü^^Q Gestalt und die ungewöhnlich robuste und lange Legeröhre besonders aus. Kopf rundlieh, Augen etwas vorgequollen, das Untergesicht in eine kurze Schnauze ver- längert, die aber vorne nicht in eine Spitze ausläuft, sondern ziemlich stumpf und an dieser Stelle mit sehr auffallenden Härchen besetzt ist; Taster viergliedrig, das zweite Glied kurz schaufeiförmig, das dritte und vierte fast gleichlang und gleich schlank ; Fühler achtzehngliedrig, erstes Glied cylindrisch, zweites kurz napfförmig, 3 — 13 auf der Innenseite mit je einem Fort- satze, der am 3. und 13- sehr kurz ist, die Endglieder schmal und gestreckt, zart beborstet. R ü c k e n s c h i I d robust, Hinterleib mehr als dreimal so lang als der Rückenschild, etwas platt- gedrückt, die hornige Legeröhre weit vorstehend, fast so lang als der halbe Hinterleib, an der Basis dick, dann allmälig verschmälert, von der Mitte an in zwei feine, etwas aufgebogene Klappen auslaufend, das untere Stück nur bis zur Mitte des oberen reichend; von der Seite besehen, steht die Legeröhre über die Hinterleibfläche weit vor. Beine ziemlich stark, die Schienen mit Endspornen, das Empodium stark entwickelt. Flügel lang und verhältnissmässig schmäler als bei den Gynoplistien ; die Mediastinalader lang, die Querader, welche sie mit der Subcostalader verbindet, nahe an der Spitze, das Geäder sonst wie bei Oynoplistia, die End- zweige aller Adern viel länger als bei Gyno-plistia, daher die Discoidalzelle etwas mehr gegen die Flügelniitte zurückgerückt. Schwinger gross, mit breitem Knopf. Icli würde glauben, dass diese Gattung vielleicht mit C'e/'osocZza Wc s t w. zusanimenfallen könnte, allein es ist ausdrücklich angegeben, dass diese Gattung 32 Fühlerglieder habe, von denen das .3. — 31. mit Sciten- zweigen versehen sind. Als typische Art bezeichne ich Gynopliatia avhfasciata Walk. 14. CLONIOPHORA SUBFASCIATA Wlk. Gynoplistia suhfaaciata Walk., List of spec. of dipt. ins. 74. mit dem Citate White, Zoid. Voy. Erebus aud Terror. Ich wüsste der Walk er 'sehen Beschreibung nichts hinzuzusetzen und höchstens zu betonen, dass es bei demselben heisst: „Feelers .... branched on the inner side . . . ." daher die Art nicht zu Gynoplistia gestellt werden kann, bei der die Fühler in beiden Geschlechtern auf der Innen- und Aussenseite Fortsätze haben. Walker nennt den „Ovipositor long;" er ist in der That sehr lang und in seiner Bildung ganz Ivcrschiedcn^ von der Legeröhre bei den Gynoplistien. 1 Stück aus A u c k 1 a n d. Bijttera. 41 15. EPIPHRAGMA IIlSTßlO n. sp. $ . Kückenseh ilcl samnit-sclnvarz, obenauf mit einer hellgelben länglich runden Makel, die sich ■wie eine Platte von der Grundfarbe abhebt, an der höchsten Stelle des Rückens beginnt und über das Schildchen und den Hinterrücken fortsetzt, von welchem letzteren nur die Seiten unten schwarz bleiben ; Brustseiten gleichfalls ganz sammt - schwarz und von derselben Färbung auch die Basis aller Hüften. Hinterleib an der Basis schwarz, weiterhin rostgelb; die Genitalien des Männchens von gleicher Färbung, die Klappen stumpf, etwas aufgebogen, zangenartig gegen einander gerichtet. Kopf braun, die Fühler bräunlichgelb, an der Basis schwärzlich, das erste Glied cylindrisch, dick, das zweite und dritte fast gleichlang, ersteres napfförmig, letzteres rundlich, die übrigen Geisseiglieder sehr schmal, von abnehmender Grösse, die Wirtelhaare zahlreich. Hüften an der Spitzenhälfte fast weiss (der Rest der Beine felilt im vorliegenden einzigen Stück). Flügel rostbräunlich, gewölkt, um die Basis der Discoi- dal- und Radialader, dann in der Gegend des Stigma je ein dunkler brauner, in der Mitte hellerer und ausserdem gestreute, dunklere Fleckchen, von denen jene an der Mündung der Längsadern und eine ziemlich geordnete Reihe längs der Posticalader besonders auffallen ; alle Queradern braun gesäumt; Schwinger blassgelb, ^^l-i" . Ein Männchen aus Columbien. 16. LIMNOPHILA METALLICA n. sp. Ich erwähne hier einer Art, die mir leider nur in einem einzelnen, sehr defecten Stücke vorliegt, die aber durch die Körperfärbung von iillen mir bekannten Arten so sehr abweicht, dass es mir angemessen erscheint, auf dieselbe besonders aufmerksam zu machen. Sie ist metal- lisch blau glänzend, der Rückenschild dunkler, der Hinterleib heller: die Ilinterleibsringe platt- gedrückt, an den Seiten fast lappig; Genitalien des Männchens schwarz, die Haltklappen hinten stumpf, zangenartig, einen freien Raum zwischen sich lassend. Kopf mattsciiwarz, in eine Schnauze nicht ausgezogen; Taster schwarz, das letzte Glied nicht verlängert; erstes Fühler- glied schwarz (der Rest fehlt), das einzige \ orhandene Bein an meinem Stücke (linkes Hinterbein) schwarz, die Schienen etwas länger als die Schenkel mit einem Endsporn; Metatarsus lang (die übrigen Glieder fehlen). Flügel schwärzlich tingirt mit schwarzen Adern: das Geäder genau nach dem Typus echter Limnophilinen; die Querader, welche die Mediastinal- mit der Subco- stalader verbindet, nahe an der Spitze der ersteren; die aus der Diseoidalzelle ausstrahlenden Adern alle einfach; die Radialadcr vor der Flügelmitte aus der Subcostalader entspringend. 6'". Aus Sydney. Es lässt sich nach dem defecten Stücke nicht feststellen, zu welcher der aus der Gattung Limnophila abgetrennten Gattungen sie gehöre — sicher aber gehört sie nicht zu Gynojplistia, aus welcher Gattung aüer- dings einige metallisch gefärbte Arten bekannt geworden sind. 17. ERIOCERA ERYTHRO CEPHALA Fabr. Tipula erythrocephala Fabr., System. Antl. 31, 35. — Limnohia erythroce'phala Wied., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 30, 11. — Cyliiiirotoma erythrocephala Mcq., Dipt. exot. X, 67. 1. 9 Ein Männchen aus Südamerika, auf welches Wiedemann's Beschreibung in der Hauptsache passt. Ist die Interpretation richtig, woran ich nicht zweifle, so gehört die Art zu Eriocera und nicht zu Cylindrotoma Mcc[. — Wie dem an n citirt für das Flügelgeäder Mei- gen's Taf. V, Fig. 4, es könnte daher über die Anwendung des Namens auf die vorliegende Art ein Zweifel entstehen, weil bei derselben die Querader, welche die Subeostal- mit der Radial- ader vorne verbindet, nicht fehlt, wie die citirtc Abbildung zeigt, sondern vorhanden ist. Der Zweifel wäre um so berechtigter, weil Wiedemann bei der nahe verwandten Art: Limnohia Kovara-Expedition. Zoologischer Tlieil. Bd. II. Schiner. Diptera. 6 42 Dr. J. R. Schiller. caminaria ausdiücklicli liervorhebt, dass bei dieser die crwUlinLo Querader vorhanden sei. Allein ich lege trotzdem auf diese Differenz keinen grossen Wertli, da alles Übrige so vortrefflich stimmt, Wi e d em an n selbst ventilirt, ob seine Limnobia caminaria vielleicht nicht nur das andere Geschlecht von Limnobia erijthrocepliala sein dürfte, und -weil es sehr leicht möglich ist, dass diese feine Querader die aus der sehr verdunkelten Flügelfläche schwer wahrzunehmen ist, über- sehen wurde. Wer dennoch zweifelt, müsste die Art neu benennen, es würde aber vollständig genügen sich auf die Besehreibung von Wiedemann's Limnobia erythrocephala ganz einfach zu berufen und nur beizufügen: die Spitzenquerader aber vorhanden. Limnobia melanacra W. ist gleichfalls eine nahe verwandte Art und daher jedenfalls eine Eriocera. 18. EraOCERA CAMINARIA Wied. Limnobia caminaria "Wied., Äusserem-, zweifl. Ins. I. 79. 3. Ein Männchen aus Brasilien. Wiedemann's Beschreibung passt vollständig. Da seinem Exemplare die Beine fehlen, so ergänze ich die Beschreibung durch Folgendes: Die vor- dersten Beine haben an der Schenkelbasis einen gelblichen Hing, die hintersten jenseits der Mitte der Schienen einen breiten, fast weissen eben solchen liing^ die Grundfarbe der Beine ist braun. Die Genitalien des Männchens stehen sehr aufFallend vor, die Haltklappen sind zangen- artig gegen einander gerichtet, das untere Stück erreicht die Spitze nicht und ist dick vorra- gend ; von unten ragt aus der Mitte ein borstenartiges, aufgebogenes Organ weit vor; die Klappen sind dicht gelb behaart. Ich zweifle nicht, dass Limnobia elegans und taenio^tera W., wahrscheinlich auch L. acro- stacta W., obwohl der Hinterleib bei derselben verschieden gebildet ist, zu Eriocera Mcq. gehören, und dass auch die Gattung Physecrania Bigot mit derselben zusaninicnfallen dürfte. Arrhenica O.-Sack. ist nach der neuesten Ansieht des Autors völlig identisch mit Eriocera. ly. PENTIlOrTKUA FULIGINOSA n. sp. J. Glänzend pechschwarz, der Hinierleib auf der Bauchseite gegen die Wurzel zu hell- bräunlichgelb , die Beine pechbraun, die Schenkel unmittelbar hinter der Basis mit einem breiten, gelbröthlichen Ringe, der an den Hinterbeinen weniger auffällt, das äusserste Ende der Geni- talien lostroth. Kopf, Fühler und Taster so wie die Schwinger rein schwarz. Flügel ziemlich intensiv bräunlichgrau tingirt, am Vorderrande gesättigter, alle Adern schwarz, das Geäder ganz normal. 6'". 1 Männchen aus Columbieii. 20. TRIMICRA ANTAKOTICA n. sp. Braun, der Rückenschild weisslich bereift mit drei schmalen, glänzend schwarzen Längsätriemen; ßrustseiten rostgelblich. Hinterleib phxtt gedrückt, die einzelnen Ringe an den Seiten fast lappig voistehend : Genitalien des Männchens rostroth, etwas aufgebogen, die Haltklappen dick und stunipf, innen mit je einem hornartigen, horizontal abgebogenen Häk- chen, die zangenartig gegen einander gerichtet sind; Legeröhre des Weibchens an der Basis dick, obenauf schwärzlich, die sehr dünnen, fein zugespitzten und etwas aufgebogenen Klappen rostroth. Kopf grau bereift, Fühler und Taster schwarzbraun, die drei letzten Fühlerglieder in beiden Geschlechtern klein. Beine licht rothbräunlich, die Schenkel an der Spitze etwas ver- dickt und daselbst verdunkelt^ die Tarsen braun. Flügel blass bräunlich tingirt, die hintere Querader ein Stück vor der Discoidalzelle gestellt, die Discoidalzcllc fast dreieckig; Schwinger braun mit lichtcrem Stiel. 2'"- Drei Männchen und zwei Weibchen von der Insel St. Paul. D ip tera. 43 21. TRIMICRA ST. PAULI n. sp. Q. Dunkel rostgel blich, der Rückcnscliild oben vordunkelt, mit sclnvärzlichen, nicht sehr doutlicl-.cn Längssfriemcn. Der Hinterleib plattgedrückt, die Seitenränder der einzelnen Ringe etwas lappig vorstellend, die Legeröhre -wie bei Tr. antarcticn. Kopf dunkel rostgelb, die Stirne sehr auffallend behaart, Taster und Fühler braun, an letzteren die beiden Basalglie- der gelb. Beine rostgelblich, die Tarsen verdunkelt. Flügel lang und breit, röthlichgelb tingirt, die hintere Querader ziemlich weit vor der Discoidalzelle liegend und auffallend schief, fast parallel mit dem FlUgelrande. 4". Die Flügel G'" lang. Ein Weibchen aus St. Paul. 22. TRIMICRA SIDNEYENSIS n. sp. Briiunlichgelb, Rü ckcn Schild lichter bereift, mit drei glänzend schwarzen Längsstrie- men, die seitlichen vorne verkürzt: Brustseiten rostgclb. Hinterleib plattgedrückt, schmutzig rostgelb, die Bildung der einzelnen Ringe und der Legerölire, wie bei Trimicra antarctica. Kopf bräunlichgelb, Stirne etwas bereift; Fühler und Taster ziemlich licht bräunlichgelb, an der Basis heller. Beine rostgelb, Schenkel vor der Spitze mit einem dunkleren Ringe; Tarsen- endglieder braun; die feine Behaarung am Hintcrleibc und auf der Stirne weniger auffallend als bei Trimicra St. Pauli. Flügel bräunlichgelb tingirt, die hintere Querader vor der Discoidal- zelle und etwas,, doch viel weniger als bei Tr. St. Pauli, sehief gestellt; die Querader, welche die Radial- mit der Subcostaladcr verbindet, genau an der Stelle, wo erstere sich gabelt. 3'". Ein Weibchen aus Sydney. 23. RIJAMPIIIDIA ABERRANS n. sp. ? . Glänzend pechschwarz, nur die Schenkel an der Basis gelb, weiterhin bWiunlicb, an der etwas verdickten Spitze schw\aiz. Fühlergeisselglieder rund, knapp aneinander gedrückt, kahl. Die Schnauze des Untergesichtes kaum so lang als der Kopf, der Rüssel kürzer als bei den übrigen Arten. Flügel bräunlichgelb lin^nrt, stark glänzend; die Mediastinalader mit der Sub- costaladcr durch eine Querader nicht verbunden, die Subcostaladcr vor dem Ende obsolet; Basis der Cubitalader sehr steil und lang; Discoidalader ziemlich weit hinter der Flügelbasis aus der Posticalader entspringend, Discoidalzelle lang gestreckt; an der Stelle, wo die Discoidal- ader entspringt eine braune Makel, eine eben solche an der Basis der Cubitalader, diese Makeln bindenartig erweitert, so dass sie sich bis zum Flügelvorderrande und über die beiden Queradern hinab erstreckt, jedoch sehmal und verwaschen bleibt; Schwinger braun. AVi'". Ein Weibchen aus Südamerika. Die Art passt niclit genau in die Gattung RhampUidia. sie passt aber, will man keine neue Gattung aufstellen, was ich nach dem einzigen mir vorliegenden Stücke nicht wage, in keine der vorhandenen Gattun- gen besser und mag daher ihre provisorische Stelle daselbst einnehmen. 24. TEUCnOLABIS FLAVITHORAX Wied. Limnolia flavühorax Wied., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 37, 23. Wiedemann's Beschreibung passt in der Hauptsache auf drei mir vorliegende Stücke, so dass ich keinen Anstand nehme sie hier anzuwenden. Sie muss aber ergänzt werden, da Wiedemann's Exemplar nicht einmal Beine batte. Rückenschild glänzend rostroth, auf der Mitte mit einer kurzen weit vor der Quernaht abgebrochenen glänzend schwarzen Strieme, der Prothoraxtheil überall glänzend schwarz. Hinterleib mattschwarz. Genitalien des Männchens gerade vorstehend, die Haltklappen fest aneinander geschlossen, am Ende mit hornartiger Spitze, Legeröhre des Weibchens an der Basis dick aufgeschwollen, im Umrisse dreieckig, die End- 44 !)>•■ J- S- Schiner. stücke hornig, spitz auslaufend und hinten etwas aufgebogen. K opf gestielt, die Untergesichts- schnauze ziemlich weit vorstehend, die Taster schwarzbraun, die Fühler heller braun. Beine sehr plump, kurz- aber sehr dicht schwarz behaart, schwarzbraun. Vorder- und Mittelschenkel in der Nähe der Basis mit einem rostbraunen Ring, an dessen Stelle die Schenkel wie einge- schnürt und weniger behaart sind, Hüften rostbraun, die beiden ersten Tarsenglieder weiss- gelb mit schwarzer Spitze, die übrigen ganz schwarz; Mittelschenkel am kürzesten. Flügel schwärzlich; Schwinger schwarz. — Südamerika. Im Habitus weicht diese Art von der bisher allein bekannten Teucliolahis cotnplexa O.-Sack., die ich durch die Güte des Herrn Autors besitze, bedeutend ab ; alle flir die Gattung angegebenen Merkmale treffen aber genau zu, so dass ich an der Richtigkeit meiner Ansichten über die Stellung obiger Art in dieser Gat- tung nicht im Zweifel bin. 25. TEUCIIOLABIS SPINIGERxV n. sp. 5 . Rückenschild und Schildchen glänzend rostgolb, ohne alle Zeichnung. Hinterleib schwarzbraun; Genitalien des Männchens ziemlich gross, durch mehrere dornartige Anhänge, ■welche unter den Haitklappen vorragen, ausgezeichnet. Kopf schwarzbraun, die Untergesichts- schnauze fast so lang als der Kopf, der Rüssel vorstehend, die Taster und Fühler braun, letztere an der Basis lichter. Beine gleichfalls braun, die Hüften rostgelb, die Schenkel an der Wurzel etwas lichter als weiterhin. Flügel blass bräunlich tingirt, das Randmal scharf begrenzt, braun, von da bis zur Flügelspitze hin, der Vorderrand blass braun getrübt; die steile Basis der Cubital- ader und die kleine Querader braun gesäumt, was sich auch an der Posticaladcr, jedoch in min- dci'em Grade zeigt; Schwinger braun. 2". Ein Männchen aus Columbien. PAP» ATROPE SA nov. gen. Kopf von oben besehen fast dreieckig, der Hinterkopf stark entwickelt, die runden, etwas vorgequollenen Augen ganz vorne liegend: Stirne breit und glatt; Ocellen fehlend. Untergesicht in eine ganz kurze Schnauze ausgezogen; Taster viergliedi'ig, die beiden letzten Glieder fast von gleicher Länge; Fühler fünfzehngliedrig, erstes Glied lang, cylindrisch, zweites ziemlich kurz, vorne abgestutzt, die Geisselglieder länglichrund, gegen das Ende zu allmälig an Grösse abneli- mend, zart behaart, das Endglied an der Basis schmal, nicht kürzer als das vorletzte. Rücken- schild hoch gewölbt, voi-ne steil ansteigend, das Halsstück rechtwinklig vortretend, vorne ver- schmälert, so dass der Kopf fast stielartig aufsitzt. Hinterleib siebenringlich, etwa doppelt solang als der Rückenschild, schmal und schlank; Genitalien des Männchens vorstehend, die Haltklappen ziemlich stark, vorne etwas nach einwärts gebogen, hornartig, an der Basis ein kurzes, stumpfes Mittelstück. Beine schlank, die Hinterschenkel über die Hinterleibsspitze hinausragend, alle Metatarsen lang und autfallend verdickt, was noch mehr durch eine kurze aber dichte Behaarung derselben autfällt, sie sind auf der Mitte am dicksten, folglich von spindel- artiger Gestalt; Klauen deutlich, das Empodium stark entwickelt, Haftläppchen rudimentär. Flügel breit, der Flügellappen steil vortretend, das Geäder ganz eigenthümlich. Mediastinal- ader knapp an der Subcostalader verlaufend, letztere im Verlaufe allmälig dem Flügelrandc sich nähernd und mit demselben ohne eine Beugung sich vereinigend; Radialader vor der Flügel- 'j Es ist mir bekannt, dass bei den Orthopteren eine Gattupg Paratropes Serv. besteht, ich halte es aber nicht für unvereinbarlich, trotzdem eine neue Gattung Paratropesa einziiluhren, da durch den verschieden- artigen Auslaut eine Verwechslung nicht möglich ist. D i pter a. 45 mitte aus der Subeostaladci- entspringend, an der Basis in einem weiten Bogen, last reclilwinklig- nach abwärts gebogen, im weiteren Verlaufe sich wieder nach aufwärts neigend und nahe vor der Mündung gegabelt, die obere Zinke kurz und dem ganz geraden Ilauptastc vollständig auf- gesetzt, ausserdem ist die Iladialader durch eine lange und steile Querader, gerade in der Gegend des Randmales mit der Subcostalader verbunden; in gleicher Richtung mit der zuletzt erwähn- ten Querader entspi'ingt aus der Radialader eine steile Ader, welche als die sogenannte kleine Querader betrachtet -werden könnte, die aber nichts anders ist, als das steile Basalstück der Cubitalader, die in ihrem weiteren Verlaufe in einer Strecke mit der Discoidalzelle zusammen- fliesst, und die obere Grenze der Discoidalzelle bildet, aus der sie weiterhin als einfache Ader his zum Flügelrande sich fortsetzt. Die kleine Querader fehlt daher ganz. Die Discoidalader entspringt nahe an der Flügelbasis und umrahmt vorne eine vollständige Discoidalzelle, aus welcher drei Adern zum Flügelrande ausstrahlen, der oberste Zweig der Discoidalader tingirt, wie erwähnt, mit der Cubitalader in jener Strecke, welche die Discoidalzelle oben begrenzt; Postical-, Anal- und Axillarader ganz regelmässig, erstere fast gerade, die hintere Querader nahe an der Basis der Discoidalzelle. Schwinger gross mit breitem Knopfe. Die Gattung Farätropesa wird, nach der von Osten-Sack en angewendeten Gruppirung, in den bisher aufgestellten Gruppen schwer unterzubringen sein, und vielleicht zur Aufstellung einer neuen den Anlass bieten. Ich zweifle nicht daran, dass die Interpretation des Flügel- geäders, wie ich sie anwendete, die richtige ist, und dass daher die Gattung zu der Hauptabthei- lung der Limnobinen mit zwei Subcostalzellen zu stellen sein wird. Sie passt aber da weder zu den Eriopteraeformcn, noch zu den Liniiiophilaeformcn, Anisomeracformen oder Pediciaeformen. Für meine Interpretation des Flügelgeäders spricht Folgendes: Die aus der Subcostalader ent- springende Ader muss jedenfalls als Radialader betrachtet werden, ist sie an der Basis Radial- ader, so wird sie auch in ihrem weiteren Verlaufe als solche betrachtet werden müssen, und zwar um so mehr, als das Endstück, jenseits der sie mit der Subcostalader verbindenden Querader gegabelt ist, und die Gabelung der Radialader ein Charakter essenttah's der Tipuliden ist, bei denen überdies eine Gabelung der Cubitalader nicht vorkömmt. Wird die erwähnte Ader als Radialader betrachtet, so muss die Cubitalader von ihr verschieden sein und entweder ganz fehlen, wie dies z. B. bei Toxorhina der Fall ist, oder in ihrem Auftreten durch die besondere Lage, versteckt sein. Ich meine das letztere annehmen zu müssen, denn würde das gänzliche Fehlen der Cubitalader angenommen werden, so entsprängen aus der Discoidalzelle vorne vier einfache Adern, und zwar die oberste, weit vor dem Ende der Discoidalzelle, eine Ano- malie, die in der Familie der Tipuliden ihres Gleichen nicht hätte. Wenn bei den Tipuliden aus der Discoidalzelle vier Adern entspringen, so sind die ersten beiden jenseits der Discoidal- zelle verbunden und gestielt, es ist der oberste Zweig gegabelt oder aber die unterste (der vierte Zweig) entspringt dann nahe aus der Basis der Discoidalzelle. Beides tritt im vorliegenden Falle nicht ein. Consequenter erscheint daher die Annahme, dass der oberste, ganz einfache und vor dem Ende der Discoidalzelle entspringende Aderast zur Cubitalader gehöre, und dass die Cubitalader in einer Strecke, die obere Grenze der Discoidalzelle bilde, wie dies ja bei anderen Tipuliden z. B. in der Gattung Ftilogyna fast die Regel bildet. Eine Bestätigung meiner Ansich- ten liefert auch Limnohia fasciolaris. W., bei welcher nach der Abbildung (in dem I. Bande der Aussereuropäischen zweiflügeligen Insecten, Taf. VI, 6), die Radialader ganz genau so gebildet ist, wie bei Paratropesa und auch die Cubitalader in gleicher Weise steil und gerade aus der Radialader entspringt. Der weitere Verlauf der Cubitalader unterliegt aber bei dieser Art keinem Zweifel, weil bei ihr die Discoidalzelle unvollständig geblieben ist und die Cubitalader 46 Dr. J. E. Schi n er. daher nirgends mit derselben tangirt. Scliliesst man mit einer Linie die Discoidalzelle ab, so gleicht das Geüder von Limnohia fasciolaris. \V. dem der Gattung Faratroj)esa so sehr, dass ich glaube, diese Art wenigstens nach der Bescliaftcnlieit des Flügelgeäders gleichfalls für die neue Gattung in Anspruch nehmen zu müssen. 26. PARATßOPESA SINGULARIS n. sp. 5 . Rückenschild glänzend schwarz, das lialsstück, eine breite Makel vor dem Sehildchen und das Schildchen selbst lebhaft gelb. Hinterleib rostgelb, der erste Hing und der Vorder- rand des zweiten schwarz, die Genitalien an der Spitze bräunlich. Kopf gelb; Fühler bräunlicli gelb an der Basis lebhaft gelb, die einzelnen Geisselglieder an der Spitze etwas verdunkelt, die Endglieder fast ganz braun; Taster rostgclb, an der Spitze braun. Bein e rostgelb, die Hüften der Mittel- und Hinterbeine ein Ring nahe an der Basis der Hintersehenkel und alle Tarsenglie- der schwarz, die Metatarson jedoch an der Wurzel bräunlich. Flügel sehr lebhaft rostgelblicii tingirt, mit lichtbraunen Adern, die Flügelfläche stark glänzend und irisirend, um das Randmal eine braune Makel, die jedoch die dort liegenden Adertheile frei lässt; Schwinger schwarz mit gelbem Knopfe. 4Vä"'. Ein Männchen aus Columbien. 27. LIMNOBIA DIVA n. sp. 9. Dun kel br äunli chgel b , der Rückenschild vorne ganz ungefleckt, weiterhin mit zwei braunen Striemen, die bis zur Quernaht reichen, hinter der Quernaht einige schwärzliche, durch lichtere Bestäubung begrenzte Makeln; Brustseiten mit dunkleren Flecken und thcil weise hel- lerem Schimmer. Hinterleib schmutzig rostgelb, mit einer Ijraunen, nicht sehr autfallcndcn Rückenstrieme; Legeröhre des Weibchens kurz, die Endklappen sehr dünn und spitz. Kopf bräunlich, Fühler und Taster rostbraun. B ein e schmutzig gelb, die Hinterschenkel (es fehlen dem vorliegenden Stücke die Vorderbeine mit Ausnahme der Schenkel und die Mittelbeine ganz), an der Spitzenhälfte mit zwei braunen Ringen, die Spitze selbst gelb. Flügel glashell mit einem blassgraulichen Gitternetze, welches die Flügelbasis ganz und zwei Binden über die Flügelmitte grcisstentheils frei lässt; längs der Mediastinalzelle eine Reihe schwarzbrauner Fleckchen; um die Flügelspitze und den Flügelhinterrand zahlreichere glashelle Fleckehen als auf der übrigen Fläche ; das Geäder dadurch von den aller mir bekannten Lminobia-A.vtcn abweichend, dass die Radial- und Cubilalader durch eine Querader mit einander verbunden sind. 3'". Ein Weibchen aus Brasilien. In der Gruppe der Limnophilinen zeigen die Gattungen Epijihragma, Idioptera, Ephelia, Dicrano- phragma ebenfalls eine supernumeräre Querader, in der Linmobinen-Gruppe zeichnet sich jedoch nur die Gattung Discobola O.-S. durch eine überzähHge Querader zwischen der Anal- und Axillarader aus. Ob für Limnobia diva eine neue Gattungsgruppe aufzustellen sei, wird erst nach Auffindung mehrerer Stücke und des Männchens festgestellt werden können — darum unterliess ich es, zumal, trotzdem dass die erwähnte Querader in beiden Flügeln ganz deutlieh vorhanden ist, dennoch an eine blos individuelle Abweichung gedacht werden muss. 28. LIMNOBIA VICARIANS n. s].. Gleicht ganz unserer Limnohia chorea. Mg. — R s t g e 1 b , der Rückenschild mit einer dunkelbraunen Längsstriemc, die ungefähr bis zur Mitte reicht und nirgends scharf begrenzt ist. Kopf, sammt Fühlern und Tastern rostgelblich. Beine blassgelb, die Spitzen der Schienen und Schenkel etwas verdunkelt, die Mittelschenkel auf der Mitte mit einem dunkleren Ringe. Flügel blassgelblich tingirt, an der Basis der Radialader ein bräunliches Fleckchen, ein grös- serer eben solcher am Raudmale. 2V2 — o". Auckland. Biptera. 47 29. LDINODIA MORIONELL.l n. sp. Glänzend schwarz, der leistenartige Rand über den Scluiitern, welcher sich bis zur Flügelbasis fortsetzt, lebhaft gelb, auf der Mitte des Rückenschildes, vorne eine hufeisenförmige hellgelbe Makel, hinter der Quernaht eine ebenso gefärbte Strieme, die bis zum Schildchen reicht und das Schildchcn gleichfalls hellgelb; der HinterrUcken und die Brustseiten glänzend schwarz, letztere mit einer gelben Makel ober den Mittelhüften und einer solchen unmittelbar unter der Flügelbasis. Hinterleib mattschwarz, mit sehr feinen gelblichen Ringsäumen, die sich an der Bauchseite zu ziemlich breiten Binden- erweitern, so dass der letzte Ring fast gelb ist; Legeröhre des Weibchens an der Basis schwarz, die feinspitzigen Endklappen rostbraun. Kopf schwarz, Taster und Fühler schwarzbraun, letztere an der Basis etwas heller. Beine pechschwarz, die Hüften hellgelb, die Schenkel an der Basis lichtbräunlich. Flügel ganz glas- hell, das Randmal Heckcnartig schwarzbraun; die Radialader entspringt vor der Flügelmittc aus derSubcostaladcr in einem ziemlich weiten Bogen; der Basis gegenüber liegt die Mcdia- stinakjuerader; Schwinger schwarz mit schwefelgelbem Knopfe. 3'". Südamerika. Die Art -würde in die Osten-Sackcn'sche Gattung Dicranomyia zu reihen sein, ich vermag aber diese Gattung nicht von der Gattung Limnolna zu trennen. P E R I P H E R P T E R A nov. gen. Kopf tiefstehend, kurz gestielt, \on oben besehen fast dreieckig, Plinterkopf stark ent- wickelt; Augen rund, gross, durch die breite Stirne getrennt; Ocellen fehlend; Taster vier- gliedrig, das Endglied kürzer als das vorhergehende; Fühler kurz, vierzehngliedrig, erstes Glied cylindrisch, zweites ziemlich dick und kurz, die Geisselglicdcr rundlich, knapp aneinander liegend, allmälig an Grösse abnehmend, das Endglied knospenartig; alle mit zarten Börstchen an der Basis. Rückenschild hochgewölbt, vorne steil ansteigend, das Halsstück wenig ent- wickelt, die Quernaht tief eingedrückt; HinLrrücken stark entwickelt. Hinterleib verhältniss- mässig kurz, siebenringlig, die Genitalien des Männchens zangenartig vorstehend, die Klappen breit und robust, auf der Innenseite ausgekerbt und vorne spitzig; die Legeröhre des Weibchens hornig, fast so lang als die drei letzten Ringe zusammengenommen. Beine sehr lang und schlank, die Schienen ungespornt, die Klauen unten gezähnt, die Pulvillen rudimentär. Flügel im Umrisse keulenförmig, die Flügellappen fast gänzlich fehlend; Mediastinalader am letzten Drittel des Flügelvorderrandes mündend, mit der Subcostalader, ungefähr auf der P'lügelmitte durch eine Querader verbunden; die Subcostalader vorne bis zur Radialader abgebogen, durch eine Querader mit dem Flügelrandc verbunden. Radialadcr weit jenseits der Flügelmitte ent- springend, daher sehr kurz, vorne nicht gegabelt. Die Cubitalader an der Basis stark gebogen, dann aufwärts geschwungen, einfach; Discoidalader ungewöhnlich weit von der Flügelbasis aus der Posticalader entspringend, vorne eine vollständige Discoidalzelle umrahmend, aus der drei einfache Adern zum Flügelrandc ausstrahlen; der Hauptast der Discoidalader verläuft ganz gerade, die Nebenzweige liegen alle ober denselben; Postical-, Anal- und Axillarader ziemlich gerade; Schwinger gross mit dickem Knopfe. Die Gattung Peripheroptera gehört in die Gruppe der Limnobiae/onnes O.-S. und unterscheidet sich von allen Gattungen dieser Gruppe durch die eigenthümliche Flügelform und das Geäder. 30. PERIPHEROPTERA NITENS n. sp. Rostgelb; der Rückensehild stark glänzend, der Hinterleib nur etwas gleissend, an der Basis rostgelb, weiterhin verdunkelt, mit schwärzlichen Seitenflecken, die sich auf der Bauch- 48 Dr. J. IL Schi u er. Seite bindenartig ausbreiten; Genitalien des MUnucliens an der Basis rostrotli, an der Spitze schwarz; Legerolire d'es Weibcliens an der Basis scluvärzlicL, an der Spitze rostroth. Kopf rost- gelb; Fühler und Taster braun. Beine gelb, die etwas verdickten Schenkelspitzen schwarz, die Schienen gegen das Ende zu und die Tarsen braun. Flügel stark glänzend, glashell, an der Basis, am Vorderrande und um die Spitze rostgelblich tingirt, alle Adern braun gesäumt, ausser- dem braune Flecke, und zwar ein Längsfleck an der Basis der Posticalader, ein bindenartiger Fleck an der Stelle, wo die Discoidalader aus der Posticalader entspringt, ein kleines Fleckchen an der Mediastinalquerader und ein scharf begrenzter länglich viereckiger Fleck in der Gegend des Randmalcs; Schwinger gelb mit schwarzem Knopfe. 3"'. Ein Pärchen aus Südamerika (Columbicn). FAMILIE DIXIDAE. In meiner „Fauna austriaca'- und in dem „Catalogus dipterorum Europae", wo ich zum ersten Male das neue Dipterensystem zur Anwendung brachte, hatte ich die Gattung Dixa in die Gruppe der Dijjtera incertae seclis gestellt. Eine wie- derholte genaue Würdigung aller Charaktere dieser merkwürdigen Gattung liat mich mittlerweile zu der Ubei'zeugung geführt, dass für sie eine eigene Familien- gruppe errichtet werden müsse, und dass diese neue Familie am naturgemässesten unmittelbar nach den Tipuliden, jedenfalls aber in die Abtheilung der Dlptera nematocera polyneura , bei denen die Entwicklung der Eadialader als ein Char acter essentialis auftritt, zu stellen sei. Eine zweite Gattung, die ausser Dixa hierher gebracht werden müsste, ist mir nicht bekannt. Aus dieser Gattung sind bisher 20 Arten beschrieben worden, von denen 13 aus Europa, 7 aus Amerika stammen, zwei der europäischen Arten (D. nhscura und laeta Lw.) aber auch in Asien beob- achtet worden sind. Unter den Dipteren, welche dieNovara-ßeisenden mitgebracht haben, ist keine Dixidae vorhanden. FAMILIE KYPHIDAE. Die Familie derEhyphidae hat zur Aufstellung neuer Gattungen bisher noch keinen Anlass geboten — sie ist auf die einzige Gattung Bhyphus Latr. be- schränkt, mit vs'elcher die Gattung Aniaopus Mg. völlig identisch ist. Es sind bis nun eilf Arten bekannt gemacht worden, von denen fünf den europäischen, fünf dem amerikanischen Faunengebiete angehören, und eine einzige Art aus Austra- lien stammt. Ist Loew's Ansicht über die Identität von Iih. marginatus Say mit Bhyjjhua punctatus F. Mg. richtig, so reducirt sich diese Anzahl auf nur zehn. Die Novara-Expedition hat diese artenarme Familie um zwei Arten ver- mehrt. 1. IlYPHUS GUTTATUS n. sp. Kückenschild hell rostroth, ohne Glanz, an den Seiten von der Schulter her bis zur Flügelbasis mit einem schmalen schwarzen Streifen; die hintere Hälfte recht auffallend rost- bräunlich behaart; das Schildchen schwärzlich, der Hinterrücken rostgelb. Hinterleib an der Basis gleichfalls rostgelb, -weiterhin braun. Kopf mattschwarz; Stirne mit zwei lichten Längs- striemen, Untergesicht grau bestäubt; Taster und Fühler schwarzbraun, die beiden Basalglieder der letzteren gelb. Beine gelblich, die Hüften und Schenkelspitzen, so wie die Tarsenend- glieder braun, an dem hintersten Paare auch die Schienen an der Wurzel bräunlich. Flügel glashell, auf der vorderen Hälfte, von der Mitte angefangen, bis zur Plügelspitze und um diese herum inten- siv rostbraun; die Bräunung in der Subcostalzelle am intensivsten, die Basis und ein runder Fleck in der Mitte jedoch ganz glashell; ein grösserer glasheller Fleck liegt unmittelbar hinter der Subcostalzelle und verbreitet sich vom Flügelrande bis in die erste Hinterrandzelle herab ; die vordere Basalzelle bleibt an der Basis und an zwei Stellen glashell; ein weiterer glasheller schiefer Fleck auf der Flügelmitte fällt um so mehr auf, weil die kleine Querader und die, die Discoidalzelle vorne abschliessenden Aderzweige, welche in demselben liegen, sehr breit und intensiv braun gesäumt sind; die Bräunung um die Flügelspitze herum nach hinten zu allniälig verwaschen und mit Unterbrechungen auch am Flügelhinterrand fortgesetzt, wo sie sich mehr wolkig darstellt. Schwinger rostgelb. 2% — 3"'. Ein Weibchen aus Brasilien. In der Flügelzeichnung hat die Art eine grosse Ähnlichkeit mit likyphus fuscipeniiis Maccj. aus Chile. Sie kann aber mit derselben nicht identisch sein, weil bei ihr die zweite Plinterrandzelle nicht im mindesten „pointuc ä, la base" ist und überdies bei der genannten Macquart'schen Art von der so auffallenden Bräunung der Queiader keine Rede ist, und auch die Kückenschildzeichnung ganz verschieden angegeben ist. Macquart kannte zwar nur das Männchen und das hier beschriebene Stück ist ein Weibchen, bei der Abweichung der Färbung in den beiden Geschlechtern der Wiijj>hus-Avten könnte demnach ein Zweifel über die Verschie- denheit der beiden Arten entstehen; es ist aber an eine Identität nicht zu denken, weil eine Ver- schiedenheit im Flügelgeädcr im männlichen vom weiblichen Geschlechtc bei den Ryphiden nicht angenommen werden kann. 2. RIIYPHUS NEOZELANDICUS. n. sp. Rückenschild schwarzbraun, bei dem Weibchen lichter als bei dem Männchen mit undeutlichen Striemen; die Wülste vor dem Schildchen und der Hinterrücken i ostgelb, das Schildchen schwarz. Hinterlei b an der Basis rostgelb, was sich auf der Bauchseite weiterhin ausbreitet, sonst rothbräunlich, bei dem Weibchen hell lederbräunlich. Kopf schwarz; Taster liclitbraun; Fühler hellgelb, die vier oder fünf Endglieder schwarz. Beine gelb, Hüften und Tarsen braun. Flügel glashell mit braunen Flecken; die Mediastiual- und Subcostalzelle, mit Ausnahme eines helleren Fleckes hinter der Basis der letzteren intensiv braun; die vordere Basalzelle auf der Mitte braun, in den Braunen ein helles Fleckchen, von da aus zieht sich die Bräunung um die, die hintere Basalzelle vorne begrenzenden Aderäste, welche gleichzeitig sehr dick sind, nach abwärts; die kleine Querader gleichfalls dick und braun gesäumt; hinter der Spitze der Discoidalzelle zieht sich die Bräunung nach aufwärts, erreicht aber den braunen Flügelrand nicht ganz; um die Flügelspitze eine viel weniger Intensive Trübung, in welcher unten ein scharf begrenzter Raum ganz frei bleibt; eine ebensolche Trübung auch am Flügel- hinterrand, besonders um die Anal- und Axillarzelle; die Posticalader ist gleichfalls sehr dick. Schwinger gelb. 3". 12 Pärchen aus Neu -Seeland. Mit der bisher einzigen Art aus Australien {Rhyphua In-evis Wlk.) kann sie, luieh der voi-liegenJen Beschreibung (Dipt. Saunders: 449) nicht verwechselt werden. 50 Dr. J.R. Schiller. Am Sclilusse der Kematocera führe ich noch jene Gattungen an, über Jeren Stellung im Systeme ich bisher nicht ins Klare gekommen bin und die desshalb als G enera incertae sedfz's betrachtet werden müssen. Es sind folgende: Orphne- phila Hai., mit welcher die Gattungen Chene.sia Mcq. und Thaumalea Euthe identisch sind und Corinocera Zett. — Rondani hat für erstere eine eigene Familiengruppe: Orplinephilinae vorgeschlagen, welche zwischen die Familien der Bibionidae und Mycetophilidae zu stellen sei. Ich bin rücksichtlich dieser Gattung so rathlos, dass ich — wenn ich auch sehr geneigt wäre, Rondani' s Ansichten, rücksichtlich der Aufstellung einer eigenen Familie der Orplinephilidae richtig zu finden, nicht zu sagen wüsste, wo und in welcher der von mir angenommenen Abtheilungen sie naturgemäss einzureihen sei. Ein Gleiches gilt von Corynocera Zett., welche mit Ccratop>ogo7i, Gordyla., Campylomyia und Mycetobia, also mit Chi- ronomiden, Mycetophiliden und Cecidomyiden Verwandtschaften zeigen soll — und welche Haliday zu den Chironomiden zu stellen sich veranlasst sah. Die Gattung Orphnephüa mit zwei europäischen Arten ist mir wohl bekannt; die Gattung Corynocera mit einer einzigen europäischen Art, kenne ich nicht. DIVISIO 2. BRACHOCERA. SUODIVISIO a : CYCLOCERA. FAMILIE STRATIOMYDAE. In dieser Familie sind bisher folgende Gattungen aufgestellt worden: Nemo- telus und Stratiomys von Geoffroy; Sargus von Fabricius; Vapj^o, Ephip- pium, Chrysochlora, Herrn etia und B eris von Latreille; Pachygaster. Osycera, Clitellaria, Odontomyia und Actina von Meigen; Acanthina Ptilocera, Platyna, Cyphomyia, Acrochaeta und Eudmeta von Wiedc- mann; Lasiopa von Brüllt; Phy llo j»hora, Piilocerina, Heteracanthia. Cyclogaster, Stratiomyia, C h r y s o m y i a , E h a p h i o c e r a , II o p 1 i s t e s , D i c r a n o- phora, Toxocera, Basentidema, A n acan thella, Exochostoma. Tho- rasena, Camp eprosop a, Metoponia und Diphysa von Macquart; lloplo- my ia \on Zeller; S t erno brithes, Chauna, Lophoteles, Micro chrysa, Chrysonotus, Merosargus, Ptecticus und Analcoceras von Loew; Alliocera von Saunders; Panacris, Spyridopa, Blastocera, Eupary- phus, Chordonota und Pycno m alla von Gerstäcker; Biastes, Obrapa. Promeranisa, Metabasis, Evaza, Culcua, Antissa. Artemita. Diptera. 51 G abaza. Saruga, Aulana, Musama, ßuba, Cacocis, Salduba, Nerua, Adraga, So Iva, Ampsalis, Traeana, Massicyta, Eosapha und Tinda von Walker; Wallaceavon Dolleschall; Exodontha und Clorisoma von Ron- dani; Heteroxy cera, Inermia und Pedicella von Bigot; Cyanauges von Philipp! und Acanthomyia von mir selbst. Von diesen Gattungen fallen Vappo Lat. mit Fachygaster Mg. ; Ftüocerina Mcq. mit PtUocera W. ; Gydogaster Meq. mit Lasiopa P>rull6 und Chlorisoma Rond. mit Microchrysa Loew zusammen. Die Gat- tungen Iloplomyia Zell, und Straiiomya Mcq. sind nur Purifizirungsversuche, um den angeblich unrichtig gebildeten Namen Stratiomys Geoifr. wegzubringen, sie bedeuten somit ganz dasselbe was Stratiomys bedeuten soll. Ich kann und werde solche Purifizirungsversuche nie billigen, weil damit nur Verwirrung veranlasst wird und es für die Sache gewiss gleichgiltig ist, ob ein gewisses Naturobject Stra- tiomys (Heermaus) oder Stratiomyia (Ileerfliege) genannt wird, vorausgesetzt, dass man es rich'tig kenne und beschreibe. Loew hat in neuester Zeit aus philologi- schen Bedenken viele Namen geändert, es wird aber gewiss Niemand zweifeln, dass z. B. Chilosia statt Cheilosia, Astia statt Asteia nur Missverständnisse veran- lassen werden, und dass es eine neue Belästigung für den Entomologen sein würde, an Stelle der ihm geläufigen Namen, für dieselbe Sache erst wieder neue Namen lernen und gebrauchen zu müssen. Würde man z. B. statt Stratiomys den Namen Hoplomyia anwenden wollen, so müsste consequent auch die Familienbezeichnung Stratiomydae aufgelassen werden und wir hätten dann eine Familie der Hoplo- viyidae, während doch kein älterer Autor eine Iloplomyia- Kn beschrieben hat. Aus diesen Gründen werde ich den, wenn auch wenig bezeichnenden Namen Stratiomys Geoffr. aufrecht erhalten. Von den übrigen Gattungen kenne ich mit Ausnahme der von Walker und Bigot aufgestellten beinahe alle und halte sie auch für wohl begründet; eine Aus- nahme dürften Phyllophora und Exochostoma Mcq. machen; ganz unbekannt ist mir auch die Gattung Wallacea Dollesch. geblieben. Walker hat leider bei Auf- stellung seiner vielen neuen Gattungen unterlassen, die Differenzen anzugeben, wodurch sie sich von den früher angenommenen unterscheiden, es wird dadurch unmöglich, über die Berechtigung und Stellung derselben, ohne Kenntniss der Thiere selbst, ein Urtheil zu fällen. Die mir in Natur bekannt gewordene^ Gat- tungen Cacosis und Metabasis Wlk. sind bestimmt ganz wohlberechtigte. Man theilt dieStratiomyden gewöhnlich in fünf Gruppen: Pachygastrinae^ Stratiomynae^ Sarginae, Hermetinae und Beridinae, wogegen sich nichts einwenden lässt, obwohl die Eintheilung selbst eine natürliche nicht genannt werden kann. Die Bestimmung der Arten wird jedenfalls durch sie erleichtert und dies ist vor- läufig die Hauptsache, bis ein reicheres Material aus allen Welttheilen einen nach- folgenden Systematiker im Stande setzen wird, natürlichere Gruppen und Unter- 7» 52 Dr. J. R. Schiner. gruppen festzustellen. Ich habe die Gattungen Ghiromyza und Inopus hier nicht angeführt, weil ich glaube, dass ihre Stellung in den folgenden Familien natür- licher ist. Es sind bisher 636 Stratiomyden-Arten beschrieben worden, von denen 136 auf Europa, 298 auf Amerika, 104 auf Asien, 57 auf Afrika und 31 auf Austriilien entfallen, von 10, jedenfalls exotischen Arten aber das Vaterland nicht bekannt ist. Die grosse Anzahl amerikanischer Arten und die Mannigfaltigkeit ihrer Formen deutet jetzt schon darauf hin, dass Amerika als die vorzugsweise Heimat des Stra- tiomyden-Typus zu betrachten sein wird. Einige ausgezeichnete Formen, Avie z. ß. die Gattungen Iloplistes , Bhapliiocera , Dicranophora , Basentidema und Analcoccrus., welche unter sich wieder eine ganz natürliche Untergruppe bilden, ebenso die Cyphomyicn mit den von Gerstäcker abgetrennten Gattungen Eupa- ryplius und Chordonota sind bisher nur in Amerika beobachtet worden und auch die ganze Gru23pe der Hermetinen prävalirt offenbar in Südamerika. Exclusiv europäi- sche Gattungen, Avenn AUiocera., Exochostoma und Acanthomyia mit je einer Art ausgenommen werden, kenne ich nicht, und auch diese Ausnahmen begreifen keine so eigenthümlichen Foi'mcn, die nicht etwa auch in anderen Welttlieilen durch nahe Verwandte vertreten Avären. Ich wende mich nun zur Beschreibung der von der Novara-Expedition mitgebrachten, vie'es Keue enthaltenden Stratiomyden. A. PACHYGASTRINAE. 1. ACANTIIlNxi ELONGATA W. Cliiellarla eloiigata Wied. , Analecta entom. 30, 37. — Acanthina elvngataW., Aussereur. zweifl. Ins. II. 52. 3. Taf. VII, Fig. 9. Zwei Stücke aus Südamerika. — Die Besciireibungen von A. elongata und .1. /o^ir;« glei- chen sich so sein-, dass zur Trennung ausser der Grösse 4'" und SVs'" kaum^etwas I'ositives übrig bleibt, als die Angabe „metallisch sclnvarz'- bei A. elongata und „scinvarz" ohne Beisatz bei A. longa. Von den mir vorliegenden Stücken ist eines bedeutend schmäler als das andere. Der rtückcnschild ist bei beiden metallisch blauschwarz, die Flügel sind an der Basis ganz glas- hell, und erst Avejterhin bräunlich tingirt, das Kandmahl ist gelb, ihre Länge beträgt 3'". Ich glaube den obigen Wied emann'schen Namen auf sie anwenden zu sollen; die Ver- schiedenheit in der Breite könnte eine specitischc Trennung nicht rechtfertigen. 2. PTILOCERA FASTUOSA Gorst. Linnaea entomol. Bd. XI. 332, 2. — ? FtUoeera smaragdina Snell. v. VoIIenh. Mem. de la soc. entom. de I'ays- Bas. I. 91 ff. Drei Männchen aus Tellnschong, einer der Xicobaren, stimmen mit (_t er stäclcer ' s Beschreibung so genau überein, dass ich sie für diese Art halten muss ; bei diesen Stücken ist die Uusserste Spitze des Endfühlergliedes schmal weisslich und die weissen Augenflecke am Hinter- Icibe sind, obwohl nur Männchen vorliegen, bei allen dennoch sehr deutlich; der glashelle Fleck am Flügelhinterrandc liegt genau in der Mitte der Analzelle, bildet also den Zcllenkern der- selben. D i'ptera. 53 B. STRATIOMYNAE. 3. EnilPPIUM MACULIPENNE Macq. Dipteres cxotiques. Suppl. IV. 54, .".. Macquart's Beschreibung ist genügend, um die Art zu erkennen, ich füge ihr nur Fol- gendes bei: die Augen des Männchens stossen auf der Stirne völh'g zusammen, das kleine schwarze Stirndreieck ist in der Spitze und vorne in einem Querbändchen weiss behaart, in gleicher Weise sind auch die Seiten des Untergesichtes behaart; die Fühler sind schwarz, das sehr lange, linienförmige dritte Glied auf der Innenseite (der erste und zweite Ring desselben) rothgelb und diese Ringe ganz kahl, die übrigen dicht und kurz schwarz behaart; an den Hinter- beinen ist auch die Basis der Schienen gelblich. Der braune Fleck an der FlUgelspitze beginnt unmittelbar hinter der Discoidalzelle ist aber am Flügelrande selbst sehr verwaschen; die Schwinger sind gelb. Der Hinterleib ist im Vergleiche mit unseren Ephqipium thoracictim viel länger und verhältnissmässig schmäler. Aus Manila. 4. CYPHOMYIA ALBITARSIS F. . Siratiomys alhiiarsis F., Syst. Antl. SO, 12. — Cyphomyia albitarsü Gerstäcker, Linn. cntom. XI. 300, 18. — Cyphomyiafenesirata Macq., Dipt. exot. Suppl. I. 48, 3. Ein Weibchen aus Südamerika. 5. CYPHOMYIA WIEDEMANNI Gerst. Cyphomyia albitarsis W., Anal. ent. 13. und Aussereur. zweifl. Ins. II. 56. 5, Taf. VIII, Fig. 2. — t'yphomyia flavi- spinis Macq. Dipt. cxot. Supi>l. V. 40. G. — Cyphomyia Wiedemanni, Gerst., Linnaea ent. XI. 302j 19. Ein Weibchen aus Südamerika. Gerstäcker's Ansichten über diese Art und über Cyph. alhitarsis F. sind sehr wohl begründet, die Besehreibung so vorzüglich, dass nichts zuzu- setzen ist. 6. CYPHOMYIA VERTICALIS Gerst. Linnaea entom. XI. 287, G. — Cyphomyia cyanea W., Ausser, zweifl. Ins. II. 57, 7. 9- Ein Weibchen aus Südamerika. Ich würde keinen Anstand genommen haben, die Art mit Cyphomyia violacea Macq. zu identifiziren, folge aber den Ansichten des Monographen dieser Gattung. 7. CYPHOMYIA VAPJPES Gerst. Linnaea entom. XL 283, 4. Gerstäcker kannte nur das Weibchen, das mir vorliegende Stück aus Südamerika ist ein Männchen und ich lasse die Beschreibung folgten: Schwarz mit blauem Metailschimmer; Brustseiten sehr zart weisslich behaart, ebenso der Hinterleib gcg<^n die Basis zu und besonders an den Seiten mit zarter, weisslicher Behaarung. Kopf schwarz, die Stirne so sehmal, dass sich die Augen fast berühren, der Scheitel kaum erhoben, das Stirndreieck und das Untergesicht gelblich mit feinen weissen Härchen; Fühler sehr lang, schwarz, der Endring des dritten Gliedes halb so lang als der vorhergehende. Beine schwarz, Sehenkel mit Ausnahme des Spitzen- drittels weisslich, an den vorderen Beinen sind die beiden Basalglieder der Tarsen und die Basis des nächsten Gliedes, an den Flinterbeinen der Metatarsus, mit Ausnahme der Spitze weissgelb. Flügel intensiv schwärzlich, die äusserste Basis und der Flügellappen rein glashell. Alles Übrige wie bei dem Weibchen. 5'". Columbien. 8. CYPHOMYIA PICTA n. sp. Q. Aus der nächsten Verwandtschaft von Cyphomyia hyhrida Gerst. — Rückenschild schwarz mit drei goldgelben Haarstriemen, von denen die seitlichen, von der Quernaht bis zum 54 Dr. J. R. Schul, r. VordeiTnntle hin sehr stni-k ilivci'g-iien, hinter der Quernaht ti-itf dieses Toment nur als eine drei- ecki<;e llal^cl vor dem Schildclicn auf: Brustseiten glänzend i^elb behaart, die Behaarung in gewisser Bifditung zu einer auffallenden Querstrieme zusammentretend; Schildehen sammt den Dornen schwarz, überall ziemlich deutlich weisslich behaart. Hinterleib lebhaft stahlblau, glänzend, am dritten bis fünften Ringe mit weisslichen, aus feinen Seidenhaaren gebildeten Seitennialveln._ Kopf glänzend rothgelb; hinterer Augenrand massig breit; Stirne gleichbreit, ohne Mittelfurclie, der Ocellenfleck braun; Untergesicht rothgelb, am Augenrande dicht weiss- lich behaart; Augen vollständig kahl; Fühler rothgelb, drittes Glied gegen das Ende zu ailmälig gebräunt. Beine glänzend schwarz, die Kniee der Vorder- und Mittelbeine rotligclb, die Tarsen durch die goldbräunliche dichte Behaarung licht erscheinend. Flügel rein glasholl, über dem Stigma ein länglicher brauner Randfieck. 3'". Aus Südamerika. Von Ci/2>h. hylriJa Gerst. , abgesehen von allen anderen durch die gelben Fühler und die ganz kahlen Augen verschieden. 9. CYPHOMYIA DISBAR n. sp. Männchen: Rückenschild schwarzbraun, auf der Mitte mit dem Anfange einer, nur in gcwisserEichtung deutlichen weissgelben Längsstrieme, überall ziemlich dichtfahlbräunlich behaart; ßiustseilen braun, auf der Mitte lichter, fast rostrolh; Schildchcn und Hinterrücken schwarz, die Dornen des erstercn lang und lebhaft rostroth. Hinterleib glänzend rostgelb, fast rost- roth, erster Ring schwarz, was sich in einer Mittelspitze bis auf den zweiten Ring ausdehnt, am After gleichfalls ein schwarzes, dreieckiges Fleckchen; der Bauch durchaus rostgelb. Augen dicht behaart; Untergesicht schwarz, auf der Mitte rothgelb, an den Seiten weisslich behaart; Fühler schwarz, der Basalring des dritten Gliedes länger als die fünf folgenden, fast gleichlano-en Ringe, der Endring fast doppelt so lang als der ziemlich lange siebente (also abweicliend von allen bekannten Cyphomyien). Beine lebhaft rothgclb, an den vorderen Paaren die drei letzten Tarsenglieder schwarz, an den Hinterbeinen, die Schienen und Tarsen, letztere mit Ausnahme des Metatarsus, der bis nahe an die Spitze gelb ist, schwarz, Flügel gelblich tingirt, an der Spitze lichtbraun, was an der Cubitalader beginnt und sich ailmälig verwaschen am Flügelhinter- i-and fortzieht; das Randmahl intensivbraun, was weniger auffäll*, weil die Umgebung desselben bräunlich tingirt ist, zwischen dem Randmale und der Bräunung an der FlUgclspitze bleibt am Vorderrande ein schmaler Raum ganz glashell. 4 — öVa'". Weibchen: Ganz und gar lebhaft rostgelb, am Rückenschilde nur bei wenigen Stücken eine Andeutung dunklerer Längstriemen; Stirne breit und gleichbreit, ganz glatt, ein kleines Fleck- chen auf der Mitte und dei' Ocellenfleck braun, was um so mehr auffällt, weil diese Stellen kurz srhwaiz behaart sind; Augen kahl, der Augenhinterrand massig breit und kaum aufgeworfen; das Untergesicht nahe am Mundrande joderseits mit goldschimmernder, kurzer Behaarung. Alles sonst wie bei dem Männchen, nur sind die Flügel, mit Ausnahme der braunen Stellen rein glashell. — 13 Männchen und 25 Weibchen aus Südamerika (Columbien). An der Zusammengehörigkeit der beiden Geschlechter kann bei der völligen Übereinstimmung des Flügelgeiiders und der Bildung der Fühler, gar nicht gezweifelt werden, um so weniger, da sie von demselben Standorte herstammen. Cypliomyia rubra Lw. . 9 (Berl. Ent. Zeit. IX. 148, 30) aus-Cuba dürfte mit obiger Art nahe verwandt sein, an eine Identität beider Arten kann nicht gedacht werden, wie schon der flüchtigste Vergleich der Beschreibungen zeigt. 10. CYANAUGES RUFICORNIS n. sp. (Glänzend m e tallisch -seh warz b lau, mit kupfcrrothcn Reflexen; der Rückenschild ziemlich Miitiallciid fahlbräunlich bcliaarf, der Hinterleib fast kahl. Schildclien mit aclit D i p tera. 55 Dornen, von denen die mittelsten die stärksten sind. Kopf des Männclicns schwarz, sammt den auf der Stirne fast zusammenstossenden Augen faldbräunlich bcliaart, Fühler lebhaft gelb, an der Spitze schwärzlich. Beine schwarz. Schwinger gelb. Flügel glashell, das Randmahl gelb- lich; die dritte aus der Discoidalzelle ausstrahlende Ader, weit vor dem Flügelrande abgekürzt. Bei dem Weibchen sind die Augen durch die breite Stirne getrennt, die Stirne ist glänzend schwarz mit einem feinen weissen Saum am Augenrande. 3'". Ein Pärchen aus Chile. Die Gattung Cyanauges von Philippi in den Verhandlungen der zoologisch-botanischen Gesellschaft (Bd. XVI. 733, 1) aufgestellt, ist eine sehr wohlberechtigte und unterscheidet sich von allen Stratiomynen durch die ungewöhnlich lang gegabelte Cubitalader, deren obere Zinke überdies sehr schief liegt; auch die reiche Bedornung des Schildchens (6 — 8 Dornen) ist sehr charakteristisch. Da nur vier Hiuterleibsringe sicht- bar sind, so wird sie auch leicht von allen B e r i d i n e n - Gattungen leicht zu unterscheiden sein. Die Gattung Cyanauges zeigt eben, dass die dermalen angenommenen Untergruppen der Stratiomyden keine natürlichen sind, sie zeigt offenbar eine nähere Verwandtschaft mit Beridinen, namentlich mit Acanthomyia, als mit den Stratiomynen. Die Gattung Antissa Wlk. dürfte mit Cyanauges nächst verwandt sein, für identisch kann ich sie aber nicht halten, weil "Walker des eigenthümlichen Geäders keine Erwähnung maclit, auch nur von vier Dornen des Schildchens spricht. Zur Philippi'schen Gattungs-Diagnose ist als Ergänzung beizufügen, dass nicht drei, sondern fünf Hinterrandzellen vorhanden sind. Philipp! zählt die erste Hinterrandzelle nicht, wie wir es thun, er müsste sonst, nach seiner Flügelabbildung jedenfalls vier Hinterrandzellen angeführt haben, es ist aber auch die fünfte vorhanden, weU mindestens in einem Fragmente, die dritte aus der Discoidalzelle ausstrahlende Ader auch bei Cyanauges valdivianus Ph. vorhanden ist und bei der oben beschriebenen Art, diese Ader, wenn auch abgekürzt, doch unzweifelhaft da ist. 11. CLITELLARIA ABERRANS n. sp. Schwarz, der ganze Leib mit einem eigenthümlichen schuppenartigen glänzenden Tegu- mente, welches aber die Grundfarbe nicht wesentlich alterirt und nur an den Seitenrand des Hinterleibes als gelblichweiss glänzender Saum fleckenartig auftritt; der Rückenschild überdies kurz weisslich behaart; die Dornen des Schildchens kurz und stumpf. Kopf schwarz, Untergesiclit oberhalb des Mundrandes mit einer weissen, aus Härchen gebildeten Querbinde, die sich am unteren Augenrand als feiner Saum fortsetzt; die nackten Augen bei dem Männchen knapp an- einander liegend, fast den ganzen Kopf einnehmend. Fühler lang, was meist auf Rechnung des dritten Gliedes kommt, da die beiden ersten Glieder kurz sind; das dritte undeutlich achtringlig. ohne Endgriffel. Beine schwarz, die Tarsen der vorderen Paare an der Basis gelb, die des hin- tersten Paares gelb, das zweite und dritte Glied an der Spitze, die beiden Endglieder ganz schwarz. Schwinger gelb. Flügel glashell, das Randmal intensiv braun, die Cubitalader unmittelbar die Discoidalader tangirend, daher die kleine Querader gänzlich fehlt, die Discoi- dalzelle kurz und breit, fast trapezoidisch, alle vier Adern aus derselben entspringend, je zwei und zwei an ihrer Basis genähert; Analzelle sehr breit, die Posticalader in einen Bogen in die Analader einmündend. 2^h"'. Auckland. Ich rechne als Weibchen zu dieser Art ein, von demselben Standorte herstammendes Stück, das aber 5'" lang und ebenso im Verhältniss viel breiter, als das beschriebene Männchen ist, sonst aber in allen Merk- malen und so auch in dem eigenthümlichen Aderverlauf mit demselben so vollständig übereinstimmt, dass nur die Grösse als differenzirendes Merkmal hervorgehoben werden könnte. Die Stirne desselben ist breit, vorne schmäler als hinten, über den Fühlern mit einem Eindrucke, von dem sich die Mittelfurche bis zu dem glänzend schwarzen Ocellenflecke fortsetzt; der Augenhinterrand ist durch eine tiefe Furche von dem Scheitel abgetremit. Alles Übrige wie bei dem Männchen. 5'". 56 Dr. J. E. Seh in er. 12. NEMOTELUS IIAEMORRIIOUS Loew. Oefv. of. k. vuteiisk. Akad. Förh. ISOü. 204, 10. und Dipteren-Fauna Süd-Afrikas. I. 10. i82.) Es liegen mir zwei weihliclie Stüclic vom Cop der guten Hoffnung vor, welciie in Jer Färbung ganz mit Loew ' s Beschreibung obiger Art übereinstimmen. Da diese Färbung ganz pigenthümb'cli ist und Loew 's Art ebenfalls vom Cap herstammt, so nehme ich keinen Anstand sie auf die beiden Stliekc zu beziehen, obwohl ich dies nicht ohne grosse Bedenken thue und zwar aus dem Grunde, weil Loew den ganzen eigentlichen Habitus nicht besonders hervor- gehoben hat. Der Körper meines Stückes ist auf eine Länge von 3'" nur 'V" breit, und da der ungemein stark verlängerte Kopf kegelförmig endet, s-o gleicht das ganze Thier einem kleinen Keilchen. Der Rüssel ist geknieet, beide Theile desselben sind so lang als der Kopf und füllen eingeschlagen die lange Mundhöhle aus; voi-gestreckt ragt der Spitzentheil desselben eben so lang vor als die Länge des Kopfes beträgt. 13. NEMOTELUS GADENSIS n. sp. Schwarz; Rückenschild etwas bläulich metallisch schimmernd, mit dicliter fahlgelb- licher Beliaarung; Schulterschwielen weissgelb. Hinterleib kahler, der zweite, dritte und vierte Ring knapp am Hinterrande mit je einer ziemlich breiten, querlänglichen, innen abge- stutzten gelben Seitenmakel, diese Makel arn Rande durch einen massig breiten gelben Saum alle unter sich verbunden; der dritte Ring auf der Mitte des Hinterrandes mit einem dreieckigen Fleckchen, dessen Spitze nach vorne gerichtet ist; am vierten Ring ein eben solches, jedoch kleineres Fleckchen, das sich am Hinteirande selbst liiiienartig gegen den Seitenrand fortzieht und mit demselben verbunden i-t; der fünfte Ring mit einer gelben Querbinde, der sechste Ring ganz gelb; auf der Bauchseite ist die gelbe Färbung mehr ausgebreitet und bleiben nur breite, nicht scharfbegrenzte Mittelflecke und die Einschnitte in der Grundfarbe frei. Kopf schwarz, kurz kegelförmig, das Stirndreieck mit einer weissgelben Makel; Fühler ganz schwarz, der Rüssel weit vorstehend. Beine schwarz, die Kniee breit gelb, die Tarsen ganz gelb, gegen das Ende zu kaum verdunkelt. Flügel glashell mit blassgelben Adern, von denen nur die am Yorderrande deutlich sind, auch die Discoidalzelle ist kaum wahrzunehmen. Das Weibchen ist fast ganz kahl, die Seitcnmakeln der llinterleibsringe sind mit dem gelben Saume des Seiten- randes nicht verbunden, sie sind immer klein, oft ludimentär, zuweilen ganz fehlend und stehen somit ganz isolirt, und ebenso alle Rückenflecke; der Bauch ist fast ganz schwarz. Die breite Stirne ist vorne beiderseits etwas eingedrückt und an dieser Stelle etwas weisslich schimmernd. Alles Übrige wie bei dem Männchen. 8 — 3'/^'". 14 Männchen und 10 Weibchen von Gibraltar. Die Bcsclireibung von Nemoteltis puncfatus F. bei Meigen (System. Beschreib. III. 116, 4) würde rücksiclitlioh der Färbung auf obige Art vollständig passen, wenn sie nicht die Beschreibung eines Männchens und das (Taf. 25, Fig. 18) abgebildete Stück bestimmt eir Männchen wäre, auf das Männchen meiner Art passt sie nicht. Nemolelvs lonrjiros/ris ^Y. ist bestimmt eine andere Art und auch so Neinot. pi-ohoscideu!i Loew, die sich schon durch den Mangel des gelben Fleckes am '^lirndreiccke des Männchens leicht von der neuen Art untersclieiden lässt, nahe verwandt sind aber jedenfalls alle drei Arten. EURYNEUHA nov. ge"- Für Strutiotiiys fascipeniiit; F. und eine neue zweite Art bin ich vei'anlasst eine neue (_iat- tungsgru])pe aufzustellen, welche in folgender Weise charaktcrislrt wird: Kleine Arten mit plattgedrücktem Hinterleibe, von den übrigen Strafiomynen durch dieses Merkmal und das Flügelgeäder verschieden. Kopf halbrund, die Augen des Männchens auf der Stirne zusammen- Diptera. 51 stossend, die Fühler tiefstehend, nahe am Mundrande eingefügt; der Rüssel vorstehend, an der Basis gebogen, ziemlich gross, die Taster versteckt; Fühler kurz, erstes Glied kaum so lang als das zweite, beide behaart, das dritte Glied kurz, elliptisch, fünfringlig, der Endgriffei sehr kurz, nagelartig eingebogen; Punktaugen auf einer warzenartigen Erhöhung. Rückenschild massig gewölbt,- das Schildchen mit zwei langen Dornen. Der Hinterleib ganz flach, nicht im min- desten gewölbt, länglichrund, kahl. Beine verliältnissmässig kurz; Metatarsus lang, das nächste Glied kurz, die folgenden sehr kurz. Flügel länger als der Hinterleib; Radialader kurz, bogen- förmig; Cubitalader jenseits der kleinen Querader aus ihr entspringend, als Fortsetzung der Radialader sich darstellend, ziemlich weit vom Vorderrande entfernt verlaufend, so dass die von ihr begrenzten Zellen sehr weit sind; sie ist vorne steil gegabelt und überdies gleicht das steile Endstück der Radialader ebenfalls einer Querader, so dass es scheint als ob die breite Zelle durch zwei Queradern getheilt wäre; Discoidalzelle kurz und breit, alle vier Adern aus derselben unmittelbar entspringend; Analzelle sehr breit, die Posticalader vorne in einem weiten Bogen abwärts gebogen. Typische Art E. fascipennis F. 14. EURYNEURA FASCIPENNIS F. Siratiomys fascipennis F., Syst. Antl. 84, 26. — Straiiomtjs fascipennis W., Aussereur. zweifl. Ins. 11. 75, 25. Ein Männchen aus Südamerika, dessen Determinirung durch Vergleich eines typischen Stückes der Wiedeni ann'schen Sammlung völÄg sicher gestellt ist. Zur nöthigen Ergänzung der Beschreibung füge ich Folgendes bei: Die Vorderbeine sind ganz schwarz, die Mittel- und Hinterbeine gelb, ihre Hüften, Kniee, Schienenspitzen und Tarsenendglieder schwarz; die Mittelschenkel am Ende verdickt, die Mittelschienen an der Basis dünn, wie ausgeschnitten. Die Flügel sind blass bräunlich tingirt, ihre Basis und eine Querbinde glashell; letzte beginnt am Flügelvorrande, unmittelbar hinter dem Randmal und geht ganz gerade zum Plinterrande, wo sie in der vorderen oberen Spitze der fünften Hinterrandzelle endiget, das Randmal ist gross, schwarzbraun, in der Mitte mit einem honiggelben runden Kern, um das Randmal ist die Bräu- nung intensiver, ein keilartiges Fleckchen in der oberen Spitze der hinteren Basalzelle ist ganz glashell. PA'". 15. EURYNEURA PROPINQUA n. sp. 6 . Gleicht der E.fascijpenm's F. mit folgenden Unterschieden: die Beine sind schwarz und nur die beiden Basalglieder der Mittel- und Hintertarsen gelb; die Flügel fast ganz glashell, die obere Zinke der Cubitalgabel ist fleckenartig braun gesäumt, die Flügelspitze sehr blass bräunlich tingirt; der Hinterleib ist am Rande zart %Yeisslich behaart; alles Übrige wie bei der genannten Art. 2'". Ein Männchen aus Gel umbien. Zur Gattung Euryneura gehört unzweifelhaft auch Clitellaria pygmaea Bellardi aus Mexiko. IG. ODONTOMYIA LIMBxiTA Meig. EinMännchen beiG ibraltar gesammelt. — Gleicht iniHabitus mehr Aen Stratiomys-Kvtcn, es ist nämlich der Rüekenschild verliältnissmässig kürzer und der Hinterleib mehr rundlich als bei den Odontomyien. Meigen's, nach Wiedemann gegebene Beschreibung ist genügend, um die Art mit Sicherheit zu erkennen. Beizufügen wäre, dass das Untergesicht schwarz ist und Wiedemann's Ausdruck „Untergesicht gelblieh" in Verbindung mit dem Nachsatze, wie bei aufmerksamer Lesung ohnedem klar wird, eigentlich bedeutet: „Untergesicht gelblich behaart." 17. ODONTOMYIA PULCHRA W. Stratiomtjs pulchra W., Analecta entom. 28. 32. und Aussereur. zweifl. Ins. II. 65, 6. Von dieser ausgezeichneten Art liegen mir 18 Männchen und 22 Weibchen aus Süd- amerika in allen möglichen Varietäten vor. Die Grundfarbe ist bei den meisten ein schönes 58 Dr. J. n. Seh hier. Apfelgrün, bei vielem ein reines Maisgelb ; die Seitenfleeke des Hinterleibes sind zuweilen breiter, zuweilen schmäler, an den letzten Ringen zeigt sich bei den meisten Stücken ein schmaler heller Saum, der aber auch manchmal ganz fehlt. Bei dem Weibchen ist nur der helle Seitenfleck des Hinterleibes durch eine schwarze Längsstricnie getheilt, so dass eigentlich nur vier helle Längsstreifen übi-ig bleiben, die Art ist in der Wied emann'schen und v. "VVin them'- schcn Sammlung vorhanden. 18. ODONTO.AIYIA CRUCIATA Mcq. Dipt. exot. I. 1, 188, 10. Zwei Männchen aus Chile stimmen mit Maccjuart's Beschi'eibung und einem Original- .•^tik'ke derselben, das ich"besitze, vollkommen überein. 19. ODONTOMYIrV CHLORASPIS W. Aussereur. zweifl. Ins. II. CS, 12. Wicdemann's Beschreibung passt auf ein einzelnes, übrigens nicht gut erhaltenes Stuck aus Columbien. 20. ODONTOMYIA .UJ ANEIFERA n. sp. $ . . Hellgelb oder apfelgrün. Rückenschild mit drei breiten, glänzend schwarzen Längsstriemen, die Jüttelstricme vorne erweitert, vor der Quernaht plötzlich verengt und dann in derselben Breite bis zum Schildchen fortgesetzt, wo sie sich wieder nach beiden Seiten hin ausdehnt; die Seitenstriemen, hinter der Schulter erst beginnend, an der Quernaht etwas ein- geschnürt, gegen das Schildchen zu vorschmälert; ein Fleckchen an der Fühlerbasis und der Hinterrücken gleichfalls .schwarz. Hinterleib an der Basis mit einem breiten rundlichen schwarzen Fleck, der sich über den ersten und zweiten Ring ausbreitet, die Seiten jedoch frei- lässt; die hinteren Ecken desselben sind abgerundet und die hintere Grenze beiderseits tief aus- geschnitten, so dass die an den schwarzen Basalfleck sich unmittelbar anschliessende Rücken- strieme dadurch ziemlich schmal wird; diese Rückenstrieme erweitert sich wieder am nächsten Ringe und sendet am dritten und vierten Ringe jederseits einen etwas geschwungenen Arm zum Seitenrande, am fünften Ring endet sie mit einer ziemlich breiten Makel; diese Zeichnung ist der Gestalt einer umgekehrten Spinne nicht unähnlich. Die erwähnten Seitenarme liegen am Voi'derrand der Ringe und sind gegen den Rand zu verschmälert, der am dritten Ringe ist auch oben ausgebuchtet; der Bauch einfarbig, ungcfleckt. Kopf gelb oder grün, die Stirne am Scheitel glänzend schwarz, die vordere Grenze desselben doppelt ausgerandet; an der Grenze zwischen der Stirne und dem Untergesichte eine doppelt geschwungene Furche, die im Grunde glänzend schwarz gefärbt ist, und da wo die Fühler stehen, am tiefsten ist; Fühler rothgelb, das dritte Glied braun, ohne Endgriffel. Beine rothgelb, Tarsenendglieder etwas verdunkelt. Flügel glashell, mit gelben Adern; die aus der Discoidal- und hinteren Basalzelle ausstrah- lenden Adern alle sehr deutlich; Schwinger grün oder gelb. 5'". Drei Weibchen aus Chile. Aus der nächsten Verwandtschaft d' r Odoatomyia i-ertehrata Say, von welcher in der .v. Winthem' sehen Sammlung auch das 'Weibchen vorhanden ist. Dieses unterscheidet sich von dem vorstehend beschriebe- Jien Weibehen, abgesehen von allen anderen, durch die Lage der doppelt geschwungenen braunen Stirnfurche, weh.'lie bei 0. vertehrala Say. ziemlich weit oberhalb der Fühler liegt; es ist hiernach wohl anzunehmen, dass sich auch das erst aufzufindende Männchen der 0. araiieifera von dem Männchen der O. rertcbrata unter- scheiden werde. Diptera. 59 21. ODOXTOMYIA STAUROPHORA n. sp. 9. K ü e k e n s c L i 1 d schwarz, mit dem, vielen Stratiomyncn eigontliümliclion kurzen silber- artigen Tonicnte bedeckt, die Seiten breit gelb, -was sich vorne und an 'der Quernaht etwas gegen die Mitte hinzieht und auch die ganzen Brustseiten ausfüllt; Schildchen, sammt den Dornen gleichfalls gelb, auf der Mittelbrust zwei schwarze breite Makel nebeneinander. Hinterleib gflb, der erste Ring an der Basis mit einem dreieckigen schwarzen RUckenflecke, der sich mit seiner Spitze bis zum Hinterrande des zweiten Ringes ausbreitet; der Vorderrand des dritten Ringes mit einer oben und unten ausgebuchteten, an den Seiten spitz auslaufenden schwarzen Querbinde, von der in der Mitte wieder ein Spitzchen zum Hinterrande geht; der vierte und flinlte Ring mit breiten, hinten seicht ausgebuchteten, ebenfalls schwarzen Querbinden; die Zeichnung am zweiten und dritten Ringe sieht der. eines Kreuzes nicht unähnlich; zuweilen ist die Querbinde des zweiten Ringes so sehr ausgebuchtet, dass nur ein isolirtcr Querstrich jeder- seits übrig bleibt; der Bauch einfarbig gelb oder gelbgrün. Kopf gelb, die breite Stirne mit einer Mittelfurche, die in der Tiefe braun ist und um den braunen Occllcnfleck sich erweitert; auf der Mitte der Stirne, neben dem Augenrande jederseits ein brauner runder Fleck; das Untergesicht stumpf gekielt, fein glänzend weiss beschuppt; Fühler lothgelb, drittes Glied gegen die Spitze zu bräunlich mit einem kurzen, spitzigen Endgriftcl. Beine blassgelb, die Tarsen mit Ausnalime der Basis bräunlich. Flügel ganz glashell mit gelben Adern, die erste und dritte der aus der Discoidalzelle voi-ne ausstrahlenden Adern sehr fein aber deutlich. 5'". Zwei Weib- chen aus Hongkong. Es ist wahrscheinlich, dass die Art auch in apfelgrüner Färbung auftritt, wenigstens zeigt sich bei einem Stücke auf der Bauchseite eine entschiedene Neigung zum Grün. 22. ODOXTOMYIA AUSTRALENSIS n. sp. 9. Schwarz; Rückenschild mit glänzendem, nur in gewisser Richtung bemerkbarem schuppenartigen Tegumente von kupferröthlicher Farbe; ßrustseiten gelb (im Leben wohl grün) gegen unten so wie die Mittelbrust schwarz, überall mit dem erwälinten Tegumente bedeckt, das aber hier weisslich ist; Schildchen am Rande breit gelb. Hinterleib mit einam breiten gelben (oder veimuthlich auch grünen) Seitenrande, der sich am zweiten und dritten Ringe schmal bindenartig nach innen zu ausbreitet, den fünften Ring aber nicht erreicht (bei einem Stücke ist dieser Rand gelb, der äussere Saum desselben schön apfelgrün) der letzte Ring ist ganz gelb, der Bauch apfel- grün. Kopf schwarz, die breite Stirne mit zwei Quereindrücken und einer Mittelfurche, unmittelbar über den Fühlern ein gelbes, hinten doppelt ausgerandetes Querfleckchen, das in der Mitte durch die Furche getheilt ist; Untergesicht rothgelb, im Profil kurz kegelförmig, auf der Mitte sehwach gekielt und überall mit weissschimmerndem Tegumente bedeckt; Rüssel schwarz; Fühler gelb, das dritte Glied mit einem kurzen spitzigen Endgritfel. Beine rothgelb, die hintersten Tarsen, mit Ausnahme des Metatarsus schwarzbraun. Flügel ganz glashell mit rostgelben Adern, die erste und dritte der aus der Discoidalzelle vorne ausstrahlenden Adern ganz rudi- mentär. 4'". Aus Neu-Seelan d. Mit Odontomyia rufifacies Mcq. und 0. Amyris Wlk. verwandt, aber kaum mit einer derselben iden- tisch. Bei einem zweiten mir vorliegenden Stücke, das sonst zur obigen Beschreibung vollkommen passt, zeigt sich an den Hinterschienen die Spur dunklerer Schienenringe und es sind die Schienen an der Spitze gebräunt, ich wage es daher nicht, es als bestimmt identisch mit meiner neuen Art zu declariren. 60 JÜr. J. E. Schüler. 23. ODONTOMYIA SIDNEYENSIS n. sp. 9 . Schwai'z, der Seitenrand des RUckenscliildes gelb, die Brustselten oben ebenso gcfiirbt, gegen die Mittelbrust zu schwarz, mit einem äusserst feinen, silberscliimmernden Tegu- mcnte überall bedeckt, das auch auf der Oberseite des Rückenschildes vorhanden ist, aber nur ganz vorne und an den Seiten deutlicher hervortritt; Schildchen ganz gelb, mit gelben, ziemlich langen Dornen. Hinterleib schwarz, am dritten Ringe mit einem Längseindrucke, der am Hinterrande knapp anliegt, vorne aber eine bogige Grenze hat (so symmetrisch, dass ich ihn nicht als eine Zufälligkeit betrachten kann) ; zweiter vmd dritter Ring an den Seiten des Hinterrandes mit je einem kleinen, dreieckigen, hellgrünen Fleckchen; der Bauch (wenigstens im vorliegenden Stücke) vorne gelb, hinten schön grasgrün. Kopf sehr breit, die Stirne glänzend schwarz, mit einer Mittelfurche und einem ziemlich tiefen Quereindruck, die dadurch entstehenden vier Erhabenheiten sehr glänzend; unmittelbar oberhalb der Fühler ein weissliches durch die Mittel- furche halbirtes Querbändchen; das unterhalb der Fühler konisch vortretende Untergesicht rothgelb, in der Mitte kielartig erhoben und daselbst schwärzlich, was sich neben den Fühlern bis zum Augenrande hin ausbreitet; das ganze Untergesicht mit einem schuppenartigen silber- glänzenden Tegumente zart bedeckt, so dass die Grundfarbe dadurch nur wenig alterirt wird ; die Mundtheile schwarz, die Fühler dunkel pechbraun, das dritte Glied mit einem kurzen spitzen Endgritfel. Beine gelb, die Schenkel an der äussersten Basis und auf der Spitzenhälfte braun; die Vorder- und Mittelschienen an der Spitze und auf der Mitte mit einem braunen Ringe, die Hintei'schienen braun mit einem gelben Ringe auf der Mitte, alle Tarsen an der Basis gelb, weiterhin braun; die bunte Zeichnung der Beine wird nocli auffallender dadurch, dass die braunen Stellen theilweise schwarz gerandet sind. F'lügel glashell, am Vorderrande und an der Basis durchsichtig rothbräunlich ; die erste und diitte der aus der Discoidalzelie ausstrah- lenden Adern rudimentär, dalier scheinbar nur drei Hinterrandzellen vorhanden; alle Adern schwarzbraun. ÖVa'". Ein Weibchen aus Si dney. Gleicht im Habitus, des kürzeren Rückenschildes und breiten Hinterleibes wegen mehr den genuinen St7-aii'omys-Arten, von denen sie übrigens durch das sehr kurze erste Fühlerglied abweicht. Scheint verwandt mit Odontomyia lateremaculata Mcq., ohne dass an eine Identität beider Arten gedacht werden könnte. 24. ODONTOMYIA PACHYCEPHALA n. ..p. 9. Rücken Schild und Schildchen glänzend schwarz und kahl, auf den Brustseiten vorne eine gelbe dreieckige Makel, die sich bis zum Halse fortsetzt; die Dornen des Schildchens klein, fast rudimentär, gelblich. Hinterleib apfelgrün. Kopf sehr gross und breit, von oben besehen dreieckig, glänzend schwarz; die breite Stirne, welche mit dem, unterhalb der Fühler kegelartig vortretenden Untergesicht sich ohne irgend eine Unterbrechung verbindet, ist vorne breit rost- gelb, die Grenze zwischen dem rostgelben Bande und dem glänzend schwarzen Scheiteltheile fast gerade und sehr scharf, was durch einen weisslichen Saum im Rostgclben nur noch mehr markirt ist; das Untergesicht gleichfalls rostgelb, neben dem Mundrande jederseits ein weiss- schimmerndes, am .Augenrand anliegendes Querbändchen; der Wulst am breiten Mundrande jederseits mit einem, im Grunde schwarzen Grübchen; die Backen und der hintere Augenrand bis zur Mitte des Kopfes hinauf gelb ; Fühler lothgelb, drittes Glied schlank, etwas verdunkelt. Beine rothgelb, Tarsenendglieder schwarz. Flügel ganz glashell mit blassgelben Adern, alle Längsadern so zart, dass sie kaum wahrzunehmen sind. 2V2'"- Aus Columbien. Scheint in die Verwandtscliaft von Odontomyia heteroneuro Mcq. zu gehören und wird dereinst mit dieser und verwandten Arten in eine eigene Gattungsgrnppe gebracht werden müssen. Diptera. . fil 25. STRATIOMYS MUTABILIS F. Stratiomys fasnata F., Entomol. System. IV. 266, 14. und System. Antl. 81, 15. — Stratiomi/s mntabih's F., Entom. System. I\'. 206, 13. und System. Antl. 81, 14. — Stratiomya mutabilis W., Aussereur. zvveifl. Ins. II. 63. 4, Taf. VIII, Fig. 6. Von dieser nicht seltenen Art liegen mir acht Männchen und sechs Weibchen aus Süd- amerika, in mehreren Varietäten vor, bei einigen hat der dunkle Wisch am Flügelvorder- rande nichts rostgelbes, sondern ist durchaus gleichmässig dunkelbraun, bei anderen (Weibchen) sind nur am z-«eiten und dritten Ilintcrleibsringe weisse Querbinden vorhanden, bei zwei Weib- chen hat der vierte Ring eine rostgelbe Makel auf der Mitte und fehlen die gelben Einschnitte gänzlich; unzweifelhaft gehören aber alle diese Varietäten zu obiger, wie schon der Name bezeichnet, sehr veränderlichen Art. 26. STRATIO^IYS FESTIVA Walk. List of the specimens of diptcrous ins. suppl. I. 43, 63. Von dieser prachtvollen Art liegt mir ein Weibchen aus Südamerika (Columbien) vor, bei welchem auch der Fleck auf der Mitte des Schildchens und die Bauchseite am Rande schön hellgrün ist. Walker' s Beschreibung genügt, um die Art sicher zu erkennen. 27. MICROCPIRYSA BICOLOR W. Sargua licolor W., Aussereur. zweifl. Ins. II. 41, 28. — Chrysomyia rufiventris M acq. Suites a Buff. Dipt. I. 264, 5. Drei Männchen und zwei Weibchen aus Südamerika. Wie dem ann's Beschreibung ist kurz, sie enthält nichts, was meiner Interpretation dieser Art widersprechen würde. Zur Ergänzung füge ich nur bei, dass die Submarginal- und Cubitalzellen sehr breit sind, und dass von den vorne aus der Discoidnl- und hinteren Besalzelle ausstrahlenden vier Adern nur die zweite und vierte deutlich sind. Das bisher nicht beschriebene Weibchen ist auch am Hinter- leibe obenauf goldgrün, und nur an der äussersten Basis und auf der Bauchseite bräunlichgelb, was sich an den Einschnitten etwas auf die Obei-seite hinaufzieht; das Untergesicht ist metal- lisch schwarz; die gegen die Füiiler zu etwas verschmälerte, breite Stirne ist goldgrün, auf der Mitte mit einer seichten Furche, der Ocellenhöcker und der W^ulst hinter den Augen sind schwarz, l'/a'". 28. MICROCHRYSA DISPAR n. sp. Männchen: Rückenschild und Schildchen goldgrün, eine Leiste von der Schulter her bis zur FUigelbasis und eine Schwiele jederseits vor der Flügelwurzel gelb; Hinterleib leb- haft gelb, mit einem braunen Mittelflecke, der sich über den dritten und vierten Ring ausbreitet, ausserdem am Seitenrande des zweiten, dritten und vierten Ringes je ein schwarzer Punkt, der des zweiten Ringes grösser als die übrigen. Kopf schwarz, die Fühler und Mundtheile lebhaft gelb, die Füblerborste ganz apical. Beine lebhaft gelb, nur die Klauen braun. Flügel glashell mit blassgelben Adern, das Geäder wie bei Mici-ochrysa hicolor. Weibchen: die ganze Oberseite des Leibes lebhaft gold- oder metallisch blaugrün, der Rückenschild mit der gelben Seitenleiste und den Schwielen wie bei dem Männehen; dei Bauch lebhaft gelb, was sich' am Rande etwas nach oben hinaufzieht, der erste Hinterleibsring an der äussersten Basis gleichfalls gelb, auf der Mitte oben mit einem kleinen gelbrothen Fleck- chen; Stirne sehr breit, sammt dem Untergesicht blaugrün, in der Bildung wie bei M. hicolor. 2'". Aus Südamerika. Das Weibchen dieser Art ist, wenn der rotliliche Punktfleek am ersten Hinterieibsringe etwa nur eine individuelle Abweichung sein sollte, worüber ich, da mir nur ein Stück vorliegt, nicht absprechen kann, von 62 Dr. J. R. Schüler. dem Weibchen der vorigen Art nur durch die Grösse, und wenn beide Arten vorliegen und vcrgb'clien werdiu können, durch das etwas grössere dritte Fühlerglied zu unterscheiden; auch dürfte die Färbung des Bauolies Anhaltspunkte liefern, sie ist bei zwei Stücken von M. hicolor bräunlichgelb, bei dem vorliegenden Stücke der neuen Art lebhaft gelb. Für Sargus macula F. kann ich die neue Art nicht lialten, da bei derselben, der rothe Fleck des Hinter- leibes, nach Wie demann's Angabe, sich bis zur Wurzel des vierten Ringes ausbreiten und hinten bogen- förmig ausgeschnitten, auch auf der Bauchseite vorhanden sein soll, was Alles bei M. dispar nicht der Fall ist. Überdies ist nicht angegeben, ob die Beschreibung die dos Männchens oder des Weibchens sei und auch die Grössenangabe 2%'" stimmt nicht. Jedenfalls gehört aber Swgus viacula F. zur Gattung Microchrijsa. C. SARGINAE. 29. SARGUS MANDARINUS n. sj). Gleicht dem europäischen iSarc/usßavij^es, von dem er sich durch Folgendes unterscheidet: der Hinterleib ist glänzend schwarzbraun, nur oben etwas ins Grüne ziehend, die Stirne ist so schmal, dass sich die Augen fast berühren, das Untergesicht ist unmittelbar unter den Fühlern gelblich, die Fühler sind gelb, an den gelben Beinen die Kniee etwas verdunkelt; Flügel sehr blass bräunlicligelb tingirt. Alle sonst wie bei der genannten Art, auch die Grösse. Ein Stück aus Plongkong. 3U. CIIRYSONOTUS SPLENDENS n. sp. 9. Rücken Schild und Schfldchen purjjurblau, metallisch glänzend, in gewisser Richtung kupferroth in anderer dunkelblau schillernd; Brustseiten glänzend schwarz. Ilinterleil) schwarzbraun, glänzend. Kopf glänzend schv.arz; die Stirne breit, mit zwei kurzen Längsein- drücken, ober den Fühlern rosigelb, was durch eine eingedrückte Querbinde von dem schwarzen Stirntbeile scharf abgegrenzt ist; Fühler lebhaft rolhgelb. Beine rostgell), die Tarsen gegen das Ende zu schwärzlich. Flügel glasiiell, kaum etwas bräunliehgelb tingirt, mit schwarzbraunen Adern. S'/»'". Aus S ü d amerika. 31. CIIRYSONOTUS DICHROUS n. sp. 5. Rückenschild und Schildchen glänzend rostgelb; Flintcrleib metallisch dunkelbhau mit purpurrothen Reflexen. Kopf schwarz, die Stirne etwas ins Stahlblaue ziehend, breit und gleichbreit; Fühler. schwarz,. Rüssel rothgelb. Vorder- und Mittelbeine rothgelb mit liciit- bräunlichen Tarsen; Hinterbeine schwarzbraun, die Tarsen heller. Flügel auf der Wurzelhälfte glashcll, weiterhin bis zur Spitze intensiv bräunlichgrau tingirt; Schwinger gelblich mit verdun- keltem sehr dickem Knopfe. 5'". Aus Columbien. Die Beschreibung von Sargus fJwracicus Mcq. passt so ziemlich auf obige Art, es sind aber die Brust- s».lten nicht schwarz, wie Macquart von seiner Art angibt, sondern noch heller rostgclb als der Rücken. 32. MEROSARGUS CINGULATUS n. sp. Rückensehild und Schildchen metallisch blaugrün glänzend, das Halsstück und eine Leiste von der Schulter her bis zur Flügelbasis weissgelb. Brustseiten schwarz, über den Hüf- ten mit gelben Makeln. Hinterleib schwarz mit gelben Querbinden, welche je den Hinter- und Vorderrand der nebeneinander liegenden Ringe ausfüllen, der letzte Ring ohne solcher Binde; die Bauchseite ebenso gefärbt, doch die gelbe Färbung ausgebreiteter. Kopf glänzend schwarz, das Stirndreieck, bei einigen Stücken die ganze Stirne metallisch blaugrün glänzend, ober den Fühlern ein weisses erhobenes Querbändchen; Fühler bräunlich, das dritte Glied roth- Dipt^ g; gelb, mit dunklerem Rande, die Borste Lang, an der Basis dick und daselbst etwas beliaavt; der Rüssel gelb. Beine gelb, die hintersten Schenkel, Schienen und Tarsen an der Spitze breit schwarz. Flügel bräunlichgrau tingirt, an der Basis heller, das Randnial braun, die Adern schwarz; Schwinger gelb, der Knopf an der Basis braun. 4"'. Ein Männchen und fünf Weib- chen aus Südamerika. Von Sargus stamineus F., der sie am nächsten steht, durch Folgendes verschieden: die Hinterschenkel von S. stamineus sind mit Ausnahme der Spitze braun, bei M. cingulatus ist gerade die Spitze braun und die Basis gelb, wollte man aber auch annehmen, dass Wiedemann sich nur verschrieben habe und sagen wollte, „mit Ausnahme der Wurzel ..." so stimmt die Beschreibung dennoch nicht, weil die Flügel „ein wenig gelblich genannt werden, während sie bei allen mir vorliegenden Stücken intensiv bräimlicligrau, fast schwärz- lich tingirt sind. Mit Sargus fasciatus F. kann die Art, obwohl sie ihr im Habitus vollständig gleicht, nicht verwechselt werden, da bei dieser Art das weisse Querbändchen ober den Fühlern fehlt und die Brustsoitoii ganz anders gezeichnet sind. 33. MEROSARGUS ANTENNATUS n. sp. 5. Rückenschild und Schildchen glänzend schwarz; das Halsstück und die Leiste zwi- schen Schulter und Flügelbasis weissgelb. Hinterleib schwarz mit gelben Querbinden, in gewisser Richtung erscheint (in Folge der Durchsichtigkeit der Wände) das Gelb ausgebrei- teter. Kopf schwarz, die Stirne mit einem weisslichen Querbändchen ober den Fühlern, letz- teies durch einen Eindruck auf der Mitte getheilt, so dass in gewisser Richtung nur zwei Hückerchen an dem Augenrande sichtbar bleiben; Fühler gelb, das letzte Glied verdunkelt un.d ungewöhnlich breit, seine Form ungefähr wie die des Samenkapseis von Thlaspi hursa pastoris ; die Borste sehr dünn; der Rüssel gelb. Beine gelb, Schenkel und Schienen mit braunen Ringen auf der Mitte, die an den Hinterbeinen fast die ganzen Schienen und Schenkel ausfüllen. Tarsen der vorderen Beine, mit Ausnahme der Basis bräunlich, an den hintersten ist der Meta- tarsus und das nächste Glied, dann wieder das fünfte Glied braun. Flügel bräunlichgrau tin- girt, an der äusserstcn Basis lichter; Schwinger gelb mit braunem Knopfe. 2Vä"'. Ein Männchen aus Südamerik a. 34. MEROSARGUS FROXTATUS n. sp. Rückenschild oben schwarzbraun mit vier gelben Längsstriemen, welche vorne zu je zwei zusammenhängen und auch um die Quernaht durch eine gelbe Linie unter sich verbunden sind, hinter der Quernaht aber, sich verbreiternd, bis zum Schildchen fortsetzen ; das Halsstück und die Schulterbeulen gelb, eine Leiste von den letzteren bis zur Flügelbasis und eine über die Brustseiten sich ausbreitende Querbinde gleichfalls gelb, die letzt erwähnte Querbinde umrahmt mit dem gelben Vordersaum ein glänzend schwarzes Dreieck, das vorne an den Brustseiten liegt. die Mittelbrust ist gleichfalls glänzend schwarz; Schildchen mit breitem gelbem Rande; Hinter- rücken auf der Mitte schwarzbraun, an den Seiten gelb. Ilinterleil) gelb mit schwarzbraunen Rückenflecken, die letzten Ringe vorherrschend braun. Kopf breit und kurz, die Stirne gelb, am Scheitel blasenartig aufgetrieben, den Augenrand weit überragend, ausserdem ober- halb der Fühler am Augenrande jederseits eine gelbliche Schwiele, die am oberen Ende sich wieder warzenartig erhebt, ober dieser Schwiele ein schwarzes Querbändchen, um die Punkt- augen ein eben solches aber viel breiteres; die warzenartigen Erhöhungen an den erwähnten Schwielen sind weiss; der Hinterkopf ist schwarz; Fühler blassgelb, das Endglied rothgelb, die Borste an der Basis zart behaart. Beine gelb, die Mittekchenkcl vor der Spitze, die Hinter- schenkel auf der Vorderseite mit einem braunen Wische, die Hinterhüften unten schwarz; 64 Vi: J. R. Schiner. alle Tarsenglieder bräunlich ; Flügel gelb tingirt mit bräunlifligelben Adern. 5'". Aus C 1 u m b i e n. Die Beschreibung von Sargus petiolatus Mcq. stimmt so ziemlich mit der von Merosargus frontatus, allein Maoquart erwähnt nichts von der ganz eigentlüimliehen Bildung der Stirne; jedenfalls dürfte Sargus petiolatus zur Gattung Merosargus gehören. 35. MEROSARGUS BITUBERCULATUS n. sp. Rücken Schild schwarzbraun, das Ilalsstück und die Leiste zwischen den Schulter- schwielen und der Flügelwurzel gelb; Brustseiten blassgelb, oben mit einer dreieckigen, schwarzen Makel; Schildchen braun, am Rande rostroth. Hinterleib schwarzbraun, die ersten drei Ringe mit liellgelben Querbinden, welche je den Vorder- und Hinterrand der nebenein- ander liegenden Ringe einnehmen, der vierte Ring mit einem gelben Hinterrandsaunie, die beiden letzten Ringe oben und unten ganz schwarz. Kopf glänzend schwarz, die Stirne ziem- lich breit und gleiclibrcit, auf der Mitte mit einem kleinen Höcker, weiter vorne gegen die Fühlerbasis zu mit einem breiten, schwach erhobenen Höcker, der auf der Mitte braun, an den Seiten weisslich und wie blasig aufgetrieben sich darstellt; Untergesicht gelb; Fühler röthlichgelb, das zweite Glied auf der Innenseite etwas länger als auf der äusseren, aber nicht daumartig übergreifend, das dritte kurz und breit, vorne fast gerade abgestutzt, die Borste lang, an der Basis fein behaart; der Rüssel gelb. Beine gelb, Schienen auf der Aussenseite schwarzbraun, was sich an den Mittel- und Hinterscliienen auch auf die^Innenseite weithin aus- breitet; Hinterschenkel an der Basis braun, alle Tarsenendglieder gleichfalls braun. Flügel bräunlich tingirt, die Basalzellen unten, die ganze Axillar- und Analzelle fast glashell; die Adern, besonders die am Vorderrande gelegenen sein- dick, schwarzbraun. 6"'. Ein Stück aus S ü d a m e r i k a . Diese Art nähert sich in der Bildung der Fühler den Ftecficus- Arten, rauss aber trotzdem, da auch das Flügelgeäder dafür spricht mit den Merosargus-Artan vereiniget bleiben. Sargus obscurus W. dürfte mit derselben verwandt sein. 36. PTECTICUS TESTACEUS F. Sargvs testaceus F., System. Antli.ator. 2ö7, G. — Sargus testaceus W., Aiissereur. zweifl. Ins. II. 3.^, l.'i. Ein Stück aus Brasilien, welches zu der Beschreibung passt. 37. PTECTICUS ILLUSTRIS n. sp. Roth gelb; Rückensehild mit drei dunkleren, meist sehr undeutlichen Makeln; Hinterleib auf dem zweiten Ringe mit einem, nirgends scharfbegrenzten, in gewisser Riehtung ganz verschwindenden, bräunlichen Mittelflecke, die letzten Ringe nicht dunkler als die übrigen und auch nirgends gefleckt. Beine rothgelb, die Tarsenendglieder braun, die Schienen und Metatarsen der Hinterbeine schwarz. Flügel bräunlichgelb tingirt, das Randmal und die Spitze braun. Männchen: der Kopf schwarz, die Stirne sehr schmal, ober den Fühlern mit einer elfen- beinweisscn Schwiele; das Untergesicht weisslich, .oben fein beborstet; die Fühler lebhaft gelb, das dritte Glied kurz und breit, vorne abgestuzt; die Borste sehr fein; der Rüssel gelblich. Die Genitalien vorstehend, kurz, zangenartig, die innei'cn Anhänge complicirt. Weibchen: der Kopf hinten schwarz, die Stirne sanimt dem Scheitel und das Untergesicht glänzend hellgelb, nur der Fleck, worauf die Ocellen stehen, schwarz, die Schwiele ober den Fühlern länger gestreckt als bei dem Männchen. Legeröhre kurz mit abstehenden kurzen Endlamellchen. 5 — 6"'. Zwei Pärchen aus S ü d am e r i k a. Dipter a. 6 5 Die grosse Verwandtschaft mit Ptecticus apicalis Locw ist nicht zu verkennen, da jedoch die Stirno des Männchens bei obiger Art nicht gelb, sondern schwarz ist, am Hinterleibe, weder der schwarze Fleck am vierten Ringe vorhanden, noch auch die beiden letzten Ringe schwarz sind und die beiden letzten Tarsen- glieder der Hinterbeine, so wie bei den übrigen Paaren schwarz sich zeichnen, so sah ich mich veranlasst, meine Art für verschieden zu halten. 38. PTECTICUS AFFINIS n. sp. 5. Auch diese Art gleicht dem Ptecticus a^icalis Lv^. und daher auch unserem Ptecticus lUu- iifris. Sie unterscheidet sich aber von beiden durch Folgendes: Die Flügel sind viel intensiver bräunlichgelb tingirt, der dunklere Fleck an der Flügelspitze liegt ganz am Rande und füllt daselbst die Gabelzclle aus, unter welcher nur mehr ein blasserer Wisch vorhanden ist; von Pt. ajpicalirS Lw. , mit dem sie den schwarzen, jedoch querliegcnden Fleck am vierten Ringe gemein hat, insbesondere noch durch die ganz rostgelben beiden letzten Hinterleibsringc und dadurch, dass an den Hinterbeinen nicht die beiden Basalglieder, sondern nur der Metatarsus, überdies aber auch die beiden letzten Glieder schwarz sind und dass die Schienen an der Basis ebenso intensiv schwarz sind als an der Spitze; Stirne und Scheitel sind wie bei Pt.apicalis gelb, oberhalb der blasenförmigen Schwiele liegt aber ein schwarzes Querbändchcn; auch der Scheitclfieck ist breit schwarz. Von dem Männchen des Pt. lUustris unterscheidet sie sich durch die ganz gelbe Stirne des Männchens und die Anwesenheit der schwarzen Makel am vierten Plinterleibsringe. 6'". Ein Männchen aus Südamerika. Wenn auch auf die Verschiedenheit in der Fäibiing des Hinterleibes und der Flügel kein allzu grosses Gewicht gelegt werden möchte, so spricht doch die Vcrscliiedenhcit in der Bildung der Stirne gegen eine Identität der drei Arten. 39. PTECTICUS AUSTRALIS n. sp. 9. Rückenschild rostgelb, glänzend. Hrnterleib an der Basis ziemlich auffallend verengt, obenauf schwarz mit rostgclben Querbinden, der Bauch einfarbig rostgelb, die Querbinden liegen zwischen den Ringen, so dass sie den Vorder- und Ilinterrand der nebeneinander lie- genden Ringe einnehmen, am letzten Ringe ist die Binde sehr schmal, nur saumartig; die Geni- talien des Weibchens sind schwarz. Die Stirne verhältnissmässig schmal, ober den Fühlern eine blasenartig aufgetriebene Schwiele, die hinten steil ansteigt, vorne aber gegen die Fühlerbasis zu abgeflacht ist; das Untergesicht oben gelblich. Unten braun ; Fühler rothgelb, das Endglied verdunkelt, sehr kurz und breit; die Borste fein; der Rüssel rostgelb. Beine rostgelb, die Hinterschienen schwarzbraun, der Metatarsus desselben Paares an der Wurzelhälfte braun und auf der Innenseite fein wimperartig behaart, die folgenden Glieder weisslich; an den Vordor- und Mittelbeinen sind die Tarsenendglieder verdunkelt aber kaum braun. Flügel blass bräun- lichgelb tingirt, an der Basis heller. 4'". Ein Weibchen aus Faui, eine der Niko baren. 40. PTECTICUS ILLUCENS n. sp. Schwarz; Rüekenschild ohne Glanz, das Schildchen mit rostgelbem Rande ; Hinter- leib an der Basis verengt, intensiv schwarz, der ganze zweite Ring auf der Ober- und Unter- seite durchscheinend, weisslich (wie bei Hermetia iUucens), dritter bis sechster Ring an den Seiten mit je einem weisslich schimmernden Haarflecke. Kopf glänzend schwarz; Stirne hinten breit, nach vornezu bis zur Stelle wo die blasenartige Schwiele liegt, allmälig verschmälert, dann wieder etwas erweitert; die erwähnte Schwiele liegt unmittelbar ober den Fühlern, ist in der Mitte durch eine seichte Furche getheilt und hat eine umgekehrt herzförmige Gestalt, ihre Novara-Espeiiition. Zoologischer Theil. Bd. II. S c li i n e r. Dipler.i. 9 6ß Dr. J. E. Schiner. Farbe ist biüunlii.lj"clb ; Untergcsicbt gleichfalls bräunlichgelb, unterhalb der Fühler kurz beborstet- Fühler an der Basis schwarz, das dritte Glied braun, kurz und breit, die Ecken abge- rundet; Borste gelb, fast apical; Rüssel gelb. Beine schwarzbraun, die Vorder- und Mittel- schienen an der Basis etwas heller. Metatarsus und das nächste Tarsenglied der Mittelbeine gelb- licli. in Folge einer äusserst kurzen dichten Behaarung, so wie die Vordcrtarsen in gewisser Kithtung weisslich schimmernd. Flügel schwärzlichbraun tingirt, am Innenrande kaum licliter. 7"'. Ein Stück aus Hongkong. Gleicht dem Geäder nach und besonders im Habitus mehr den Merosargus-Arien, da aber das zweite Fühlerglied daumartig auf das dritte übergreift, so rauss sie zur Gattung Ptecticus gebracht werden. 41. PTECTICUS TENUIS n. sp. Q . Lebhaft rothgelb, glänzend, an den Brustseiten heller; der Hinterleib auf der Mitte der Rino'e niit je zwei braunen Makeln, welche am vierten und fünften Ringe zusammenlliessen ; Legerühre des Weibchens gelb, die Endlamellchen braun. Kopf glänzend schwarz, die Schwiele ober den Fühlern weisslich, in der Mitte tief eingedrückt, daher eigentlich in zwei warzenartig vortretende Ilöckerchen aufgelöst; Fühler gelb, das dritte Glied etwas verdunkelt, die Borste fein. Beine sehr schlank, die Hinterschienen an der Basis verdunkelt, die Vordertarsen mit Aus- naiime der Basis intensiv braun, die übrigen nur gegen das Ende zu etwas gebräunt. Flügel blass gelblich tingirt mit gelbbraunen Adern. 5'". Ein Weibchen aus Columbien. Es liegt mir ein zweites Stück von demselben Standorte vor, das in der Hauptsache mit obiger Beschrei- bung übereinstimmt, es ist aber doppelt so gross und die Flecke des Hinterleibes sind schwarz, die Stirne ist ganz so gebildet, wie bei I't. tenuis, docb ist dieses Stück offenbar ein Männeben; ich stelle es fraglich als Männchen zu Pt. teniiis, es wäre, wenn es wirklich zu dieser Art gehört, die Stirne in beiden Geschlechtern gauz gleich gebildet. 42. PTECTICUS CONOPSOIDES n. sp. Rüekenschild lederbraun, an den Brustseiten gelblich mit braunen Flecken; Schulier- beulen und die Leiste zwischen diesen und der Flügelbasis gelblich; Schildchen und Ilinter- rücken rostbraun, letzterer an den Seiten gelblich. Hinterleib keulenförmig, gelb, der zweite Ring rostbraun, der dritte und vierte an der Basis mit je einem braunen Wische, der fünfte und sechste vorne schwai-zbraun, auf der hinteren Hälfte Icderbiaun; Genitalien des Männchens vor- stehend, die Klappen dünn; Bauch gelb, die beiden letzten Ringe schwarzbraun. Hinterkopf und die Stirne oben schwarz, weiterhin glänzend gelb und sehr schmal, oberhalb der Fühler wieder erweitert und daselbst mit einer blasenartig aufgetriebenen Schwiele, die zwar lang- gestreckt aber weniger erhoben ist, als bei den übrigen rtecticus- krian. Untergesicht gelb; Fühler lebhaft rothgelb, drittes Glied verdunkelt, kurz und breit, vorne schief abgestutzt, die Borste fein; Rüssel gelb. Beine rothgclb, Vordertarsen braun, die hintersten braun, an der Basis rostgelb, die mittelsten rostgclb und nur die drei Endglieder braun; Hinterschcnkel unten mit einem braunen Wische. Flügel gleichniässig bräunlichgelb tingirt. Das Weibchen unter- scheidet sich von dem Männchen durch Folgendes: die Stirne ist vorne und hinten gleichbrcit und vom Scheitel bis zu den Fühlern gelb, der Ocellcnlleck ist schwarz und an den Seiten liegen schwarze Streifen, welche bis dahin gehen, wo die schwielenartige Erhöhung beginnt; der Hinterleib ist hinten noch breiter als bei dem Männchen. 6'". Colimibicn. Durch dii.' ziemlich stark verdickten Hinterschcnkel nähert sich die Art mehr dem Typus der Meni- HanjuH-hrU'n, das zweite Fülilerglied greift aber auf der Innenseite daumartig auf das dritte über und luich der gerundete Kopf spricht für die nähere Verwandtschuft mit Ptecticua. Diptera. 67 Ich weiss es nicht,, ob das beschriebene Weibchen zu dem Männchen gehört, es ist aber wahrschenilich, •weil das Flügelgeäder vollkommen übereinstimmt und auch die übrigen Merkmale bei beiden übereinstimmen; am bedenklichsten erscheint es mir, dass die Schwiele ober den Fühlern bei dem Männchen nicht so wie bei dem Weibchen hinten gerade abgestutzt ist. Beide Stücke stammen aus Columbien ; gehören sie nicht zusam- men, so wird es keine Schwierigkeiten veranlassen für eine derselben einen neuen Namen zu erfinden. 43. CHRYSOCIILORA VEÖPERTILIO F. Sargus vesperiilio F., System. Antl. 259, 14. — Sargus vespertüio Vf., Aussereurop. zweifl. Ins. II. 29, i. Das vorliegende Stück aus Brasilien stimmt nicht ganz mitWiedemann's Beschreibung, namentlich fehlen die dunkleren Flecke der Flügel oder es ist wenigstens nur der in der Nähe der Discoidalzelle etwas angedeutet; allein der Vergleich mit Wiederaa n n 'sehen Typen hat mich überzeugt, dass diese Differenz nicht wesentlich ist. 44. CACOSIS GRANDIS n. sp. Glänzend schwarz, sehr breit und plump, im Habitus mehr an die Ilermctinen als an Sarginen erinnernd. Rückenschild am Halse weiss, ganz vorne mit zwei gelben Fleckchen nebeneinander, die Schulterbeulen gleichfalls gelb; Schildchen am Rande durchsichtig gelb- bräunlich. Hinterleib an der äussersten Basis weissgelb, auf der Mitte des ersten Ringes mit einer weissen schwielenartigen Erhöhung; zweiter Ring mit weisslichen, dreieckigen, am Rande verschmälerten Seitenflecken; After braunroth; auf den vordersten Ringen eine kurze aber ziemlich auffallende schwarze Behaarung. Kopf schwarz, die Stirne breit, von der Mitte an bis zu den Fühlern gelblichweiss, das Untergesicht von derselben Farbe; die Stirne unmittelbar vor dem Ocellenhöcker quer eingedrückt, und dann steil erhoben, der dadurch vortretende Höcker in der Mitte wieder der Länge nach eingedrückt; um die Fühler eine kurze, aber ziem- lich dichte Behaarung, welche sich auch am Untergesichte bis gegen den Mundrand hin aus- breitet; der dicke Rüssel ist gelb; Fühler an der Basis schwarz, das dritte, lange, kegelförmige Glied ist schwarzbraun, an der Basis un'en recht auffallend behaart, die Endborste lang und ziemlich dick, aber völlig kahl. Schenkel glänzend schwarz, die vordersten an der Spitze innen mit einem weissgelben Streifen, Schienen und Tarsen weissgelb, die Tarsenendglieder kaum verdunkelt; in Folge der dichten und kurzen hellen Behaarung erscheinen die Schienen und Tarsen fast ganz weiss. Flügel am Vorderrande breit intensiv rostgelb, was sich bis zur Discoidalzelle herab ausbreitet; an der Flügelspitze, unmittelbar unter der Gubitalader ein schwarzbrauner Fleck, der sich nach innen zu bis zur Gabel der Gubitalader erstreckt, dann aber schmäler wird und weniger intensiv sich um den ganzen Flügelrand bis über die Analader hinaus ausbreitet; die Spitze der Analzelle ist ebenfalls braun; ausserdem ist die Flügelfläche ganz glashell. 9'". Ein V\^ eibchen aus Südamerika. Mit Sargus niger W. zunächst verwandt. Walker hat für diese Wiedoraann'sehe Art die Gattung Caeosis aufgestellt, ohne sie näher zu begründen. Es ist zu erwähnen, dass bei Sargus niger W. nicht so wie es bei Wiedemann heisst, die Unterseite des dritten pfriemförmigen Fühlergliedes kurz gefiedert und die Borste ungefiedert sei ; im Gegentheile ist — wie mir vorliegende Wiedemann'sche Typen zeigen — das dritte Fühlerglied nackt und die Bo rste an der Basis dicht gefiedert, wie auch Walker 's Abbildung {Diptera Saundersiana I. Taf. III, Fig. 1) ganz richtig zeigt. Auf dieses Merkmal bin könnte aber die Gattung Caeosis nicht begründet werden, weil viele Sarginen, eine am Grunde mehr oder wenig gefiederte Borste haben (namentlich mehrere Merosargus-Krttn) und im Gegentheile, obige Art, die offenbar mit S. niger in dieselbe Gattung gebracht werden muss, eine ganz nackte Fülilerborste zeigt. Ein besseres generisches Merk- mal liefert die Bildung des dritten Fühlergliedes, das, abweichend von den Chrysochloren sehr lang und robust 68 /)/-. J. B. Seh in er. eine vollständig pfriemförinige Gestalt hat; ausserdem tritt ein ganz eigentliümlicher Habitus hinzu, so tiass ich keinen Anstand nehme, die Gattung Cacosis als begründet zu betracliten. Sargus hirticornis W. dürfte gleichfalls hieher gehören. D. RAPHIOCERINAE. HISTIODUOMA nov. gen. Die gewöhnlich zur Sarginen-Gruppe gerechneten Gattungen Ilaphiocera, Hoplistes, Dicranophora, Basentidema und Analcocerus zeigen im Habitus und in einigen besonders her- vortretenden Merkmalen eine so grosse Übereinstimmung unter sich, dass sie zweckmässiger in eine besondere Untergruppe gereiht werden dürften, welche man die der liaphiocei-inae nennen und als gleichwerthig mit den Untergruppen der Strationajiiae, rachijgastrinae, Sarginae, Jier- metinae und Beridinae betrachten könnte. Von diesen Gattungen scheinen liapliiocera und Iloplistes nicht genügend charakterisirt und unterschieden. Diese Gattungen wurden von Mac- (juart in den Suites ä Buftbn (I. 253) aufgestellt, und es heisst daselbst von liaphiocera: . . . „troisienje article des antennes subule', de six divisions?, style terminal" . . . von Hoph'stes . . . „tioisieme article des antennes lenticulair e, de quatre divisions, style insere ä la base de la (juatrieme; une cellule marginale aux alles* . . . Zur Unterscheidung hätte sonach die Form des dritten Fühlergliedes und die Zahl der Marginalzellen zu dienen. In den Dipteres exotiques (I. 1, 194) bemerkt Macquart, dass er durch Wiedemann's Abbildung getäu.-cht, der Gattung Hoplistes nur eine einzige Marginalzelle zugeschrieben habe, w^ährend in der That, wie bei llaphiocera zwei vorhanden seien. Es bleibt somit für die Unterscheidung nur noch die Form des dritten Fühlergliedes übrig, wobei zu bemerken, dass der ganz apicalen oder etwas subapi- calen Stellung der Borste kein besonderes Gewicht beigelegt werden kann, weil der Unterschied so unbedeutend ist, dass Wiedemann, Macquart und Loew bald die apicale, bald die sub- apicale Stellung als vorhanden annehmen und in der That Jedermann, nach dem eben vorlie- genden Individuum sich in derselben Lage befinden wird. In der analytischen Tabelle der Stratio- myden (Dipt. exot. I. 1, 173) trennt Macquart, die Gatinng Hoplistes von Itaphiocera durch die Form des dritten Fühlergliedes; von der Stellung der Borste ist keine Ifede mehr, im Gegentheile sagt er bei Hoplistes in der Diagnose ganz einfach „style terminal." Das dritte Fühlerglied soll bei Raphiocera „subul^", bei Hoplistes aber „len tic iilaire" sein. Ti'otzdcm heisst es bei Hoplistes in der ausführlichen Diagnose (1. c.) . . . „trosiemo article des antennes . . . „ovalaire", in den Abbildungen von Haphiocera armata und Hoplistes bispinosus (1. c. Taf. 24, Fig. 2) zeigt die Form des dritten Fühlergliedes keinen wesentlichen Unterschied, sie ist eben so wenig bei Haphiocera als „subule" wie bei Hoplistes als „lenticulaire" dargestellt. Das, was Macquart (1. c. 196j von der Gattung Haphiocera sagt, macht die Sache nicht klarer. Ich glaube selbst aniichmcn zu können, dass Macquart's Haphiocera armata mit Wiede- mann's Sargus hoplistes, d. i. der typischen Art der Gattung Hoplistes identisch sei. Für diese Meinung spricht Folgendes: Die Beschreibung von Hoplistes pomaceus, wie Macquart den Sargus hoplistes W. umtaufte, ist nichts als eine Reproduction der Wie deman nn 'sehen Beschreibung; später erwähnt Macquart diese Art nirgends mehr und so dürfte es kaum zweifelhaft sein, dass Macquart den Sarg^is hoplistes W. gar nicht kannte oder vielmehr ver- kannt hat. Dies geht daraus hervor, weil Macquart's Äa^j/ubcem armata fast ganz mit den typischen Stücken Wiedemann's, die mir \on Sargus hoplistes vorliegen, übereinstimmen, und namentlich dci' Uückonsdiild nicht so schlank wie in der Abbildung Maecjuart bei Hopli- stes bispinosus, sondern in dui- That so gebildet ist, wie Macquart's Abbildung von liaphio- Diptera. 69 cera armata zeigt. Was Loew zur Unterscheidung der beiden Gattungen Raphiocera und Hoplistes in den Verhandlungen des zoologisch-botanischen Vereins (Bd. V, S. 147) anführt (vorletzte Vorderrandzelle lang bei Höchstes und vorletzte Vorderrandzelle kurz bei Raphiocera) ist nicht sticlihäitig; die beiden Vorderrandzellen sind bei Sargus hoplistes, armatus, hortidanus hispinosus, die ich kenne, fast gleich gebildet. Es würde, wenn man die Gattung Hoplistes auf- recht erhalten will, nichts erübrigen, als für sie die schlanke, vorne und hinten gleichbreite Gestalt des ßückenschildes und die verhältnissmässig längeren und schlankeren Beine als Gattungsmerk- njale festzuhalten und dann Sargus hispinosus W. als typische Art zu betrachten ; die Arten mit plumperem, vorne viel schmäleren Rückenschilde und kürzeren kräftigeren Beinen aber ulsRaphio- cera-Arten gelten zu lassen. Dann wird aber Sargus hoplistes W. zur Gattung Raphiocera zu stidlen sein, wogegen um so weniger einzuwenden sein wii'd, als Macquart selbst seiner aus- führlicheren und richtigeren Diagnose der Gattung Hoplistes in den Dipteres exotiqaes (Bd. I. 1, 195) nicht den Sargus hoplistes W., sondern den Sargus bispirioaus W. zu Grunde legte. Von allen Gattungen der Raphiocerinen weicht der Sargus inermis W. so sehr ab, dass für denselben eine besondere Gattung errichtet werden muss. Das Unbewehrtsein des Schild- chens ist nicht das Hauptmerkmal, es könnte desshalb aliein eine Trennung nicht gerechtfer- tiget werden, zumal auch bei der Gattung Basentidema das Schildchen ungedornt ist; wohl aber ist das Flügelgeäder von Sargus inermis so eigenthümlich, dass sich durch dieses Merkmal, welches auch eine scharfe Grenze zwischen der Gattung Basentidema bildet, die neue Gattung, welche ich Histiodrom,a nenne, genügend eharakterisiren lässt. Ich lasse die Beschreibung dieser Gattung hier folgen: Kopf halbrund, mit breiter Stirne in beiden Geschlechtern und stark entwickeltem, wul- stig aufgetriebenem Hinterkopfe; Rüssel vorstehend, die Saugflächen breit und dick; Fühler dreigliedrig, das erste Glied cylindrisch, länger als die beiden folgenden zusammen, das zweite nicht ganz halb so lang als das erste, das dritte kurz, dreiringlig, der dritte Ring von anderer Beschaffenheit als die beiden ersten unu gleichsam in der Bildung der dicken, deutlich zwei- gliedrigen, vollständig apicalen Endborste theilnehmend ; die drei Ocellen in gleichem Abstände voneinander; Rü ckenschild lang und stark, vorne verschmälert; Schildchen ungedornt, an der Stelle der Dornen zwei, kaum wahrnehmbare Erhabenheiten; Hinterleib mit sechs sicht- baren Ringen; der erste Ring auf der Mitte wulstig aufgetrieben, die Genitalien bei einem Geschlechte, das ich für das männliche halte, etwas vorstehend, am Bauche eingeklappt, am Ende kurz griffelartig, vorne abgestutzt und fein bewimpert, bei dem anderen Geschlechte ganz versteckt, im letzten Ringe eingezogen. Beine massig lang, ungefähr wie bei der Gattung Raphiocera^ die Mittelschenkel länger als die übrigen. Flügel viel länger als der Hinterleib, am Vorderrande stark erweitert und vorne rundlich abgestutzt, im Umrisse daher keulenförmig; Mediastinal- und Subcostalader knapp am Flügelrand verlaufend, undeutlich; die Radialader sehr lang, fast bis zur Flügelspitze reichend, die Zelle, welche sie unten begrenzt daher sehr breit; Cubitalader kurz gegabelt; die Discoidalader steil, und etwas entfernt von der Flügel- basis aus der Posticalader entspringend, etwas jenseits der FlUgelmitte eine kleine sechseckige Dlscoidalzelle umrahmend, aus welcher vorne drei Adern ausstrahlen; die hintere Basalzelle schmäler als die vordere, an ihrer Spitze eine Ader zum Flügelrand sendend; Analzelle schmal, am Rande geschlossen, der Flügellappen rudimentär. Typische Art: Histiodroma inermis W. Von den Raphiocerinen ausser Basentidema durch den Mangel der Dornen am Schildchen, von Basentidema durch das Flügelffeäder verschieden. 70 Dr. J. B. Schiner. 45. IirSTIODROMA INERMIS W. SargHs inermis W., Aussereur. zweifl. Ins. II. ol, 7. Aus Brasilien. 4G. RHAPIIIOCERA ARMATA W. Sarijus armatns W., Aus.sereurop. zwcifi. Ins. II. 29, 8. — Raphiocera armata'üs.cn., Dipt. exot. I. 1. Taf. 24 Fig. 2. Zwei Stücke aus Brasilien, welciie mit Maquart's Beschreibung bis auf dea Umstand stimmen, dass der Augenbinterrand nicbt blos oben, sondern durchaus apfelgrün ist; ich glaube, dass diese Diiferenz nicht ■s\'ichtig genug ist, um eine neue Art zu begründen, sondern dass sie nur den Geschlechtsunterschied bezeichne. Voraussichtlich ist Raphtocera FalleniVevij auch ■weiter nichts als eine Varietät von Eh. armata. Nach Wiedemann hätte das Untergesicht auf jeder Seite einen grossen apfelgrünen Punkt; bei meinen Stücken ist das Untergesicht an den Seiten apfelgrün, was sich etwas über die Fühler hinaufzieht. Ich weiss daher nicht, ob meine Stücke zu Rh. m-mata W. gehören, zu Rh. «/-motoMacq. glaube ich sie sicher stellen zu können. 47. HOPLISTES HORTULANUS W. Sargus horttilanus W., Aussereur. zweifl. Ins. II. 32, 9. Ein Stück aus Brasilien stimmt vollkommen mit der Wiedemann'sehoa Beschrei- bung; es fehlen demselben die Fühler. E. HERMETINAE. 48. HERMETIA ILLUCENS L. Musca illucens L., Syst. nat. XII. 9S3, 23. — Kemotehis ülucens Degeer. Mem. s. 1. ins. VI. 205, 3. Taf. 29, Fig. 8. — Hibio illucens F., Mantissa ins. II. 328, 2. — Mydas illucens F., Entom. System. IV. 2,")3, 2. — Hermeiia illu- cens F., System. Antliat. G2, I. — Hermetia illucens W., Aussereur. zweifl. Ins. II. 22, 1. — Xylophagus illu- cens Lam., Hist. d. anim invert. III. 355, 2. — Mxisca leucopa L., System, nat. XII. 983, 23. — Syrphus leucopus F., Mantissa ins. II. 338, 41. — Hermeiia illucens Macq. Dipt. exot. I. 1, 177. Taf. 21, Fig. 2. Es liegen mir von dieser viel verkannten Art vier Männchen und zwei Weibchen vor, davon drei aus Brasilien und drei aus Columbien. Nach W icdcmann's Beschreibung zeigt sich die einzige Differenz, dass nur an den Hinterbeinen die Basis der Schienen weisslich ist. Meine Stücke stimmen mit den typischen Exem])]aren der Wiedemann 'sehen und v. Winthem' sehen Sammlung. 49. HERMETIA COARCTATA Mcq. Dipteres exotiques Siippl., I. 50, 2. Macquai't's Beschreibung passt in der Hauptsache auf zwei Weibchen aus Süd- amerika, noch besser aber die Beschreibung Bellardi's in seiner Bitterologia messicana (I. 24, 1). Die Fühler sind länger als bei den anderen Arten, das dritte Glied ist an der Basis ziemlich dick. Die hintersten Metatarsen sind auffallend lang; die Flügel an der Basis entschie- den rostgelblich. Die Spitze schwärzlich. Ein kurzer, rücklaufender Aderanhang an der Stelle, wo der zweite zum Flügelrandc ausstrahlende Ast der Discoidalader entspringt ist bei dieser Alt, wie bei IL iUncoia sehr auffallend. 50. her:\ietia APICALIS W. Aussereur. zweifl. Ins. II. 25, 5. Vier Stücke aus Südamerika (zwei Männchen, zwei Weibchen), auf welche Wiedc- m a n n's Beschreibung ganz zutreffend ist; die durchscheinenden Flecke am zweiten Hintcrleibs- ring sind klein und bei allen vier Stücken rostgelb; die weissen StirnHecke sind sehr auffallend. Diptera. 71 51. HERMETIA ALBITARSIS F. Hermetia albitarsis F., System. Antl. 63, 4. — Hermetia alhitarsis Wie dem. , Aussereur. zweifl. Ins. II. 24, 4. Ein Männchen aus Columbien stimmt genau mit Wiedemann's Beschreibung, nur ist es kleiner (4'") als Wie de mann angibt (6"). Sehr charakteristisch ist die ganz platte, silber- weisse Stirne, bei der keine Spur eines Mittelhöckers vorhanden ist. H. himaculata und H. sexmaculata M c q. dürften als Synonyme hieher gehören. F. BERIDINAE. 52. HETERACANTllIA RUFICORNIS Macq. Dipteres exotiques Suppl. IV. 44, Taf. 5, Fig. 2. Ein Weibchen aus Columbien. Die Gattung Ileteracanthia ist eine wohlbegründete, sie gehört nach den dermalig angenommenen Gruppenmerkmalen, wegen des siebenringligen Hinterleibes zu den Beridinen, zeigt aber sowie die Gattung Acantliomyia eine unverkennbare Verwandtschaft mit gewissen Pachygastrinen, z. B. mit Cyanauges. 53. BERIS CAERULESCENS n. sp. Rückenschild und Schildchen schwarzblau, metallisch glänzend mit kupferrothen Refle- xen; die vier Dornen des Schildchens und die Brustseiten schwarz. Hinterleib schwarzbraun, auf den ersten vier Ringen mit einer rostgelben, den Seitenrand nicht erreichenden Rücken- makel, der Bauch mit Ausnahme der Spitze ganz rostgelb. Kopf schwarz, die Stirne äusserst schmal, ober den Fühlern etwas erweitert und daselbst mit einem silberweissen Doppelfleckchen; Untergesicht an den Seiten weissschimmernd. Fühler schwarzbraun; Rüssel bräunlichgelb, Beine gelb, ein Ring an der Spitze der Hinterschenkel, die Hinterschienen und alle Tarsen mit Ausnahme der Metatarsen schwarzbraun. Flügel blass bräunlichgelb tingirt, das Randmal schwarzbraun, von demselben erstreckt sich bis über die Discoidalzelle hinaus eine blass braune Querbinde, die Adern sind schwarzbraun. 3Vi"'. Columbien. Von Beris macuUpennis Blanch. durch die Färbung der Beine verschieden. 54. ACTINA ELEGANS n. sp. ^ . Rückenschild und Schildchen metallisch blaugrün, letzteres mit vier langen gelben Randdornen; Hinterrücken schwarz. Hinterleib an der Basis, an den Seiten und an der Spitze schwärzlich, auf der Mitte und am Bauche rostgelb, die einzelnen Ringeinschnitte oben, und breite Flecke unten bräunlich. Kopf schwarz, die ziemlieh breite Stirne kaum ins Biäun- liche ziehend; das Untergesicht an den Seiten bräunlich; Fühler rothgelb mit schwarzer Spitze; Rüssel und Taster gelb. Beine gelb, Hinterschenkel mit Ausnahme der Basis und eines Ringes auf der Mitte, Hinterschienen mit Ausnahme der Basis und alle Tarsenendglieder braun, letztere beinahe schwarz. Flügel blass bräunlichgelb tingirt, das Randmal intensiv bi-aun, scharf begrenzt; die dritte der aus der Discoidalzelle vorne ausstrahlenden Adern rudimentär, doch durch eine sehwache Ecke der Discoidalzelle, da wo sie gewöhnlich entspringt und durch eine Flügelfalte klar angedeutet. 3'". Zwei Männchen aus Chile. Die Art hat mit Actina tihialis Mcq. grosse Ähnlichkeit, ist aber grösser und unterscheidet sicli von ihr ausserdem durch die braunen, gelbgeringelten Hinterschenkel und das Flügelgeäder. EXAIRETA nov. gen. Maequart hat in der Dipteres exotiques (1. 1, 172) eine Gattung Diphysa neu aufgestellt und als typische Art dieser Gattung den Xylo])hagus sinniger und A'. rufipalpis W. bezeichnet, 72 Dr. J.E.Schiner. kannte aber keine dieser Wicd enian n'selien Arten, wie die oberflUchliciisle Vergleicliung mit der Gattungsdiag-nose herausseilt. Das „ailes ä petite cellule discoidale et qiiatre cellules posterieures" passt nicht im mindesten auf den eeliten Xylophngus spiiuger Wied em annn's, den ich aus typischen Stücken der v. W in t he m' sehen Sammlung genau kenne. Wollte man aber daran dennoch zweifeln, so würde zur Beseitigung jedes weiteren Zweifels genügen, dass jMaequart auf derselben Seite seines Werkes, wo er die Ga.iiur\g Diphysa charakterisirt und unmittelbar darnach, den echten Wiedcni an n' sclien Xijlophagtis spiniger als neue Art unter i^am'^&m&nBerisServiUei besehreibt, ^^'as Macquart unter seiner Gattung Diphysa ver- steht, kann nur aus dessen Diagnose und aus den Arten erkannt werden, welche er selbst zur Gattung Diphysa brachte. Es sind dies Diphysa sexpinosa {^Dipt. exot. Suppl. I. 46, Taf. V, Fig. 1) und Diphysa maculiventris (1. c. Suppl. IV. 43, 1, Taf. V, Fig. 5). Beide Arten haben, der Diagnose gemäss, nur je vier Hinterrandzellen; sie haben einen kurzen, runden Hinterleib mit 5 — 6 Ringen und gehören daher nicht zu den Beridinen, sondern vielmehr zu den Pachyga- strinen, keine derselben hat auch nur die entfernteste Verwandtschaft mit dem Xylophagus spi- «/V/er W. und Macqu art hat durch ein Missverständniss eine Verwirrung veranlasst, welche leicht damit berichtiget werden kann, dass man eben den offenbaren Irrthum Macquart's erkennt und sich davon überzeugt, dass Macquart eine andere Art als Xylophagus spiniger gelten Hess, während er den echten Xylophagus spiniger W. für -eine neue Beris-Xrt gehalten hat. Loew hatte daher Unrecht, Macquart einer Inconsequenz in der Auffassung seiner eige- nen GaLttung Diphysa zu beschuldigen — Macquart ist darin sehr consequent geblieben — nur der Vorwuif trilft ihn, den Xylophagus spjiniger \V. verkannt zu haben. Da somit der Name Dipihijsa Mcq. auf Formen, wie die genannten Wiedcman n 'sehen Xylophagen (X. spiniger und rußpalpisj nicht angewendet werden kann, diese aber eine gene- rische Trennung erheischen, so sehe ich mich veranlasst, die Gattung Exaireta zu benennen und in folgender Weise zu charakterisiren : Kopf halbrund, hinten ziemlich staik ausgehöhlt, Stirne in beiden Geschlechtern gleich- breit und ziemlich schmal, tiefer liegend als der Augenrand; Fühler auf der Mitte des Kopfes eingefügt, die beiden ersten Glieder massig lang, das zweite napfförmig und kürzer als das erste, das diitte lang oder sehr lang, mit mindestens zehn Ringen, von denen der erste der längste ist, die Endringe aber so nahe aneinander liegend, dass sie nicht deutlich unterschieden werden können, an der Spitze einige Borstenhaare, sonst aber weder Grilfel noch Endborste vorhanden; Rüssel vorstehend, die breiten Saugflächen am üntergesiehte aufliegend, die Taster schmal und mehrgliedrig (? dreigliederig), das vorletzte Glied am Ende etwas verdickt, das letzte kurz, cylindrisch mit stumpfer Spitze. Untergesicht und Stirne flach, letztere mit zwei bandförmigen Längsstreifen, der Ocellenhöcker, mit den drei deutlichen, in gleichem Abstand gestellten Punkt- augen, nur wenig erhoben. Eückenschild flach gewölbt; Schildchcn gross, hinten etwas in die Höhe gerichtet, am Rande mit vier starken, langen Dornen. Hinterleib mehr als doppelt so lang als der Rückcnschild, flachgedrückt, siebenringlig, die Genitalien klein, beim Männchen durch zwei kurze, griftelartige Kläp])chen, beim Weilichcn (hiich zwei etwas auswärts gerichtete Endlamcllchen besonders charakterisirt. Beine schlank, die 1 linterschenkel stark verlängert und an der Spitze keulenförmig verdickt; JIctatarsen länger als die übrigen Glieder zusammen, die hintersten etwas, die llinterschienen ziemlich stark verdickt und daher plump; die llaft- lappcn und das Enjpodium sehr entwickelt, alle drei gleich gross. Flügel nackt, Mcdiastinal- und Sul)(ost;dader nur vorne getiennt, Cubitalader in den Flügclvorderrand mündend, ziemlich kurz gegabelt, die obere Zinke dem Hauptasle aufgesetzt, schiefliegend; die Discoidalzelle Bipte7-a. 73 siebeneckig-, vorne vier Adern zum Flügelrande aussendend, daher fünf Hinterrandzellen vor- handen; Schwinger gross mit breitem Knopfe. Typische Art: Xylojphagus s^iniger W. 55. EXAIRETA SPINIGERA W. Xylophagus spiniger W., Aussereur. zweifl. Ins. II. 618. — Beris Servillei Macq. Dipt. exot. I. 1, 172, Taf. XXI, Fig. 1 und Suppl. I. 47, 1. — Diphysa spinigera Walk., List of spec. of dipt. ins. Suppl. I. 7. Drei Männchen und zwei Weibchen aus Neu-Seeland (Sydney, Auckland). 56. EXAIRETA LONGICORNIS n. sp. 5 . Rückenschild schwatzblau mit schwachen kupferrothen Reflexen und zwei breiten •welsslichen Haarstriemen, die sich vorne in einen spitzen Winkel mit eben solchen knapp am Rande verlaufenden und unter der Flügelbasis endenden Striemen verbinden; über der Brust zwei ebenfalls aus kurzen Härchen gebildete Querstriemen. Schildchen sehr lebhaft kupferroth schimmernd mit vier gelben Dornen. Hinterleib sehr lebhaft metallisch blau, besonders an der Basis und an der Spitze, auf der Mitte mehr ins Kupferröthliche ziehend. Kopf schwarz, Untergesicht weiss behaart mit einer schwarzen Mittellinie, ober den Fühlern ein v?eisses Haar- fleckchen; die Fühler einfarbig braunschwarz, die beiden ßasalglieder sehr kurz, das dritte Glied sehr lang, bis zur Spitze hin fast gleichbreit und (im vorliegenden Stücke wenigstens) wie bei Toxocera auswärts gebogen; Rüssel gelb; Taster gelblich an der Spitze braun. Beine schwarzbraun, die Hinterschenkel sehr stark verdickt, keulig, an der Basis dünner; an den vor- deren beiden Paaren sind die Kniee bräunlichgelb, an allen Paaren die Tarsen weisslich, mit kaum etwas dunkleren Endgliedern. Flügel blass bräunlich tingirt, am Hinteri-ande fast glashell, das Randmal intensiv schwarzbraun. 5'". Ein Weibchen aus Chile. Die völlige Übereinstimmung im Baue des Mundes und aller übrigen Merkmale spricM für die Stellung dieser Art bei Exaireia, obwohl das dritte Fühlerglied, nicht sowohl in der Anzahl der Ringe, als in der Länge und Gestalt ziemlich auffallend von Exaireta spinigera abweicht. FAMILIE XYLOPHAGIDAE. Folgende Gattungen sind bisher aus der Familie der Xylophagiden bekannt gemat'lit worden; Xylophagus und Subula von Meigen; Pachystomus von Latreille; Rachicerus von Haliday; Heterostomus von Bigot; Dialysis von Walker und Lagarus von Philippi. Walker hat auch die von ihm neu auf- gestellten Gattungen Cyclotelus (synonym mit Agapophytus Gudrin), Dimassus und Phycus zu den Xylophagiden gebracht, sie gehören aber richtiger zu den Thereviden und werden daselbst berücksichtiget werden ; über die Gattung Nonacris WIk., die scliwerlich hieher gehören dürfte, weiss ich nichts anzuführen und eben so wenig über die Gattung Bolbomyla Lw., welche der Autor selbst ursprünglich zu den Xylophagiden brachte, später jedoch ohne anzugeben, wo- hin sie eigentlich gehört, wieder davon entfernte. Die Gattungen Electra und Cliry- soihemis Lw., für Bernstein-Dipteren errichtet, gehören gleichfalls zu den Xylopha- giden und zwar in die Gruppe der Rachicerinen, aus der mir bisher keine einzige Art bekannt geworden ist. Es ist von Loew bezweifelt worden, ob Dialysis Wlk. eine Xylophagiden-Gattung sei — dieser Zweifel ist begründet — da jedoch Walker zu der einzigen Art Dialysis dissimilis wenigstens als fragliches Synonym NoTara-Expedition. Zoologischer Theil. Bd. II. Schiner. Djptera. 10 74 Dr. J. E. Schi n er. den Xylophagus amcricanus W., also eine eclite Sulntla-kvi citirte, so ist es, trotz der nicht ganz genügenden Diagnose am gerathensten, die Gattung Bialysis vorläufig bei den Xylophagiden zu belassen. Ziemlich abweichend von dem Typus der übrigen Gattungen ist die Gattung Heterostomus Bigot, für ihre Stellung bei den Xylophagiden spricht jedoch die Bildung der Mundtheile, die kleinen Flügel- schüppchen und das Geäder. Die viel verkannte Gattung Inopus Wlk., welche der Autor zu den Xylophagiden stellte, Loew aber ganz unbegründet mit der Gattung Metoponia Mcq. identificirte, gehört zu den Coenomyiden , wie ich bei dieser Familie näher begründen werde. Es sind 24 Xylophagiden-Arten beschrieben worden, von denen 7 auf Europa, 11 auf Amerika, 3 auf Asien, und je eine auf Afrika und Australien entfallen, von vier Arten aber der Standort nicht bekannt ist. Die Novara-Expedition hat nur eine einzige Art aus dieser Familie mit- gebracht, es ist aber eine Heterostomus- kvt und desshalb jedenfalls eine höchst interessante Acquisition, weil damit über diese so merkwürdige Gattung ein voller Aufschluss gegeben ist. HETEROSTOMUS CURVIPALPIS Bigot. Annales de la soc. entom. de France. Ser. III. tom. V. 283, Taf. VI, Fig. 5. Ein Stück aus Chile. Die Beschreibung Bigots's ist genügend, um die Art mit Siclier- heit zu erkennen. Der robuste Körper und der verhält nissmässig kleine runde Kopf deuten schon auf eine Verwandtschaft mit den Coenomyiden, so dass die Gattung als ein Verbindungsglied zwischen den Xylophagiden und Coenomyiden betrachtet werden kann. FAMILIE COENOMYIDAE. Für diese Familie sind folgende Gattungen aufgestellt worden: Sicus von Fabricius, Coenomyia von Latreille, Chiromyza mit welchem die Gattung Xenomoypha Mcq. zusammenfällt, von Wiedemann, Arthropeas von Loew, Coe- nura von Bigot und Hylorus von Philippi. Ich glaube mit vollem Rechte auch die Gattung Inopus Wlk. hieher stellen zu können. Die Gattung Sicus Fabr. fällt aus, da sie mit Coenomyia Ltr. identisch ist, der Name Sicus von Scopol! auch bereits früher für eine Conopiden-Gattung verwendet worden ist. Chiromyza^. wurde von Loew zur Familie der Sti'atiomyden gebracht, was ich nicht gerechtfertiget finde. Der liochgewölbte robuste Eückenschild, der hinten spitz auslaufende Hinter- leib, so wie der verhältnissniässig kleine Kopf deuten schon habituell auf eine nähere Verwandtschaft mit den Coenomyiden hin, es spricht aber dafür auch die Bildung des Mundes, das Flügelgeäder und die Gestalt der Genitalien. Chiromyza bildet mit llylorus und Inopus eine ganz natürliche Untergruppe in der Familie der Coenomyiden, die sich durch den schlanken Körperbau von den genuinen Coenomyiden-Gattungcn absondert und als Gruppe der Chiromoyzinon bezeichnet werden könnte. Ich kann es nicht begreifen, wodurch Loew die Gattung Inopus Di'ptera. 75 mit der Gattung Metoponia Mcq. zu identificiren sich veranlasst gefunden hat. Die Gattung Inopus hat eine einfache Cubitalader, Metoponia aber eine gegabelte, was schon allein genügend wäre, um an eine Identität auch nicht im entferntesten zu denken. Es gibt keine Stratiomyden-Gattung mit einfacher Cubitalader, wohl aber hat die Gattung Ghiromyza eine ungegabelte Cubitalader und es muss daher schon dieses einzigen ümstandes wegen, an eine Verwandtschaft zwischen Inopus und Ghiromyza gedacht werden. Vergleicht man weiters die übrigen von Walker angegebenen Merkmale und namentlich die Form des Untergesichtes, wie es in den Dipteris Saundersianis (Taf. I, Fig. 7 a) abgebildet ist, so wird die Überzeu- gung einer nahen Beziehung zwischen den beiden genannten Gattungen eine so grosse, dass man schliesslich kaum anzugeben vermöchte, wodurch sich die Gat- tung Inopus von Ghiromyza eigentlich unterscheiden soll. In der That wäre ich sogar geneigt, Inopus despectus Wlk. mit Ghiromyza fusca W. für identisch zu halten. — Walker kannte nur das Männchen von Inopus despectus — bekanntlieh sind aber die Männchen von Cliiromyza im Habitus von den Weibchen so sehr ver- schieden, dass, wenn man nur an den gestreckten, hinten zugespitzten Hinterleib der CÄ?Vo7?^?/sa- Weibchen an den dicken kräftigen Rüekenschild und den kleinen Kopf derselben denkt, man durch ein einzelnes Männchen, mit dem verhältnissmässig grösseren Kopf und dem breiten und gleichbreiten Hinterleib sehr leicht zu der Täuschung verleitet werden könnte, als läge der Repräsentant einer ganz neuen Gattung vor. Diese Täuschung wird um so grösser, wenn ausserdem etwa das Geringeltsein des dritten Fühlergliedes übersehen wird, ein Umstand der ja doch auch Maequart zur Aufstellung semer Gditiung Xenomorp)ha veranlasste, weil selbst der so scharfsichtige Wiedemann bei der Gattung Cliiromyza das Geringeltsein des dritten Fühlergliedes übersehen zu haben scheint, wenigstens davon nichts erwähnt und auch in der Abbildung diesen Umstand nicht markirte. Jedenfalls betrachte ich die Gattung Inopus als eine mit Ghiromyza nächstverwandte. Hylorus Phil, unterscheidet sich von den beiden genannten Gattungen nur durch die Gabe- lung der Cubitalader und vermittelt somit durch dieses Merkmal gleichzeitig die nahe Verwandtschaft der Chiromyzinen mit den echten Coenomyiden, bei denen das Gegabeltsein der Cubitalader wie bei allen Dipteris cycloceris als ein Cha- rakter essentialis zu gelten hat. Die Verwandtschaft von Goeniira Bigot mit Arthropeas Lw. dürfte kaum zu bezweifeln sein. Es sind bisher 12 Coenomyiden-Arten beschrieben worden, wovon nur eine einzige auf Europa, 6 auf Amerika, 3 auf Australien und eine auf Asien entfällt, von einer Art aber das Vaterland nicht bekannt ist. Die europäische Coenomyia ferruginea Ltr. ist auch in Nordamerika aufgefunden und von Say als Goenomyia pallida beschrieben worden. 76 Dr. J. E. Seh in er. 1. CHIROMYZA VITTATA W. Nova dipteror. gen. 20, Fig. 8 und Aussereur. zweifl. Ins. I. 237, 1. — -lenomorp/ia le^tiformis Moq., Dipt. exot. I. 1, 193, 1, Taf. XXIU, Fig. 1. Es liegen mir acht Miinnclien und vier Weibchen aus Colunilnen vor, auf welche Wiedemann's Beschreibung bezogen werden kann. Wiedemann hat die drei von ihm auf- gestellten Chiromyza- Äxten nicht so ausführlich und präcis beschrieben, um sie mit aller Bestimmtheit zu erkennen; zur Veimeidung neuer Namen will ich trotzdem diese Beschrei- bungen für die drei mir vorliegenden Arten verwenden und dasjenige ausführlicher beifügen was zur Ergänzung nothwendig ist. Das Männchen von Chiromyza vittata W. meiner Inter- pretation, hat einen braunen ßückenseliild, der oben mit einem dichten, goldgelben Tomente bedeckt ist, welches in gewisser Richtung dunklere, doch immer sehr undeutliche Striemen und Flecke hervortreten lässt; Schildchen und Hinterleib sind matt rostgelb, letzterer au der Basis, an den Seiten und an der Spitze, zuweilen auch an den Einschnitten schwärzlich, was in den einzelnen Stücken übrigens sehr abändert, so dass bald die schwarze, bald die rostgelbe Grund- farbe vorherrscht; Genitalien rothgelb, gritielartig vorstehend. Kopf schwarz, die Augen in einer laugen Strecke sich berührend und fast den ganzen Kopf einnehmend; Stirndreieck und Untergesicht lederbraun, letzteres in der Mitte tief eingedrückt, der Eindruck vorne erweitert, in der tiefsten Stelle mit einer rundlichen Erhöhung; Fühler schwarzbraun, das zweite Glied rothgelb, das Endglied an der Spitze vielborstig. Beine fablbräunliehgelb, an der Basis am hellsten, an den Knien und Schienenspitzen fast braun, die Tarsen alle braun. Flügel bräun- lich tingirt, bei den meisten Stücken die Adern dunkler, aber nie regelmässig gesäumt; Schwin- ger schwarzbraun, an der Basis heller. öVo'". Das Weibchen ist fast doppelt so gross als das Männchen, seine Färbung im Ganzen viel heller, die letzten Hinterleibsringe schwarz, mit rost- gelben, etwas aufgeworfenen Einschnitten; die Legeröhre weit vorstehend und sehr spitz aus- laufend. Kopf schmutzig ledergelb ; Stirne breit, auf der Mitte mit einem Längseindrueke ; Fühler fast ganz rostgelb, nur an der Spitze schwarz ; die Aushöhlung des Untergesichtes ver- hältnissmässig breiter und grösser als bei dem Männchen, die Flügel mehr ins Rostgelbliche zie- hend. 10'". 2. CHIROMYZA FUSCANA W. Dipt. exot. I. 115, 2 und Aussereur. zweifl. Ins. I. 238, 2. Zwölf Männchen aus Südamerika. Der ganze Leib viel dunkler braun als bei Chiro- myza vittata. Das helle Toment auf der Oberseite des Rückenschildes, wie bei^ der genannten Art, die Zeichnungen aber noch undeutlicher; Schildchen rothgelb; Hinterleib schwarzbi'aun, nur die Genitalien unten und an der Spitze rostgelb. Beine braungelb, Schenkel an der Basis heller, alle Kniee breit braun, die Spitze der Schienen und Tarsen ebenso gefärbt. Kopf schwarz, Untergesicht durch ein helleres Toment lichter erscheinend; Fühler pechbraun. Flügel ziemlich intensiv bräunlichgrau tingirt, fast schwärzlich, am Vorderrande intensiver und ebenso um die Flügeladern stellenweise sehr verdunkelt; Schwinger schwarzbraun. 5'". 3. CHIROMYZA OCHRACEA W. Nova genera dipteror. 20 und Aussereur. zweifl. Ins. I. 238, 3. Sechs Männchen und ein Weibchen aus Brasilien, auf welche Wiedemann's Beschreibung angewendet werden kann. Die Art zeichnet sieh durch grössere Schlankheit des Körpers und den vcrhältnissmässig grösseren Kopf des Männchens besonders aus, sie zeigt daher einen etwas verschiedenen Habitus. Die Färbung ist ein lichtes Ockergelb, aucli die Diptera. 11 Flügel sind ockergelblich tingirt, nur die Spitze des letzten Fühlergliedes ist schwarz. Das bis- her nicht beschriebene Weibchen hat eine sehr breite, mehr als den dritten Theil der Kopf- breite einnehmende Stirne, deren Mitteleindruck seichter und kleiner ist, als bei den beiden vorigen Arten; die Flügeladern sind dunkler gesäumt. SVa — 4'". 4. COENURA ALBOPUNCTATA n. sp. $ . Schwarz; Rückenschild mit sehr kurzen, schwarzen Härchen dicht bedeckt, auf der Mitte mit zwei weissen, ziemlich breiten und ganz durchgehenden Längsstriemen; Brustseiten oben mit einem dichten weissen Haarflecke; Schildchen schwarz am Rande dicht silberweiss bewimpert. Hinterleib sammtschwarz, auf der Mitte des zweiten und dritten Ringes mit je zwei, nebeneinanderliegenden, runden schneeweissen Flecken, am vierten Ringe ebenso gefärbte mondförmige Makeln, welche bis zum Seitenrande reichen; am Bauche drei breite, weisse, in der Mitte etwas verengte Querbinden. Genitalien des Männchens, den zugespitzten Hintcrleibe knopfartig aufsitzend, ganz freistehend, schwarz, das obere Stück hinten rund ausgeschnitten und mit den beiden, kJappenartigen Organen, welche unten vorstehen die inneren Organe knapp um- schliessend und verdeckend. Kopf schwarz, die Augen auf einer langen Strecke sich berührend; das Untergesicht hellgrau bestäubt, der stark vortretende Höcker, welcher fast das ganze Unter- gesicht einnimmt, kurz aber dicht schwarz behaart; das kleine Stirndreieck weissgrau; die Fühler schwarz, das dritte Glied mit einem kurzen Endbörstchen; der Rüssel schwarzbraun, die vor- stehenden Mundborsten an der Spitze pechbraun; der Plinterkopf unten und die Backen dicht und lange weisslich behaart. Beine schwarz, die Schienen ins Bräunliche ziehend und in gewisser Richtung in Folge eines heilen Tomentes weiss schimmernd; die Behaarung der Schenkel vorherr- schend licht und besonders auf der Unterseite derselben lecht auffallend, Schienen und Tarsen mit anliegender, äusserst kurzer schwarzer Behaarung. Flügel rostgelblich tingirt, am Vorder- rande intensiver, die erste Hinterrandzelle an der Spitze verengt; Schüppchen weiss und dicht zottig weiss behaart. 9V2'". Ein Männchen aus Chile. Die Art hat in der Färbung eine unver- kennbare Ähnlichkeit mit der gleichfalls aus Chile stammenden nur im weiblichen Geschlechte bekannten Coenura lorgicmida Big., ich wage es aber nicht, sie für identisch mit derselben zu declariren, zumal nach der von Bigot gegebenen Abbildung (Ann. de la soc. entom. de France, ser. ni. Tom. V. Taf 5, P'ig. 2) bei Coenura lorgicauda die erste Hinterrandzelle fast geschlossen ist, was bei meiner Art durchaus nicht der Fall ist. FAMILIE ACANTHOMERIDAE. Diese Familie liat zur Aufstellung neuer Gattungen wenig Anlass geboten, sie enthält nur die zwei Gattungen Eapliiorh ynchus und Acanth omer a beide von Wie de mann aufgestellt; mit letzterer ist Pantophthalmus Thunberg völlig einerlei. Ich bezweifle selbst, ob die Gattung Baplüorliynchus gerechtfertigt sei, da das von den Tastern hergenommene Merkmal nicht stichhältig ist und sonst wesentliche Verschiedenheiten nicht vorhanden sind. Da indess bei Raphio- rhynchus planiventris W., der in der Wiedemann'schen Sammlung vorhanden ist und den ich daher untersuchen konnte, das Untergesicht unten schnauzenartig vorge- zogen ist, während bei den Acanthomeren dies nicht der Fall ist, der Höcker oder conische Vorsprung vielmehr auf der Gesichtsfläche selbst liegt, so finde ich mich 78 Dr. J. E. Schiner. nicht berufen, die Gattung Eaphiorlnjnchus einzuziehen. Es sind bisher 12 Aeau- thomeriden-Arten beschrieben worden, welche alle den südamerikanischen Faunen- gebieten angehören. Merkwürdig erscheint es, dass fast jedes Stück, das von daher bekannt wird, eine neue Art repräsentirt. Auf fünf Weibchen aus Südamerika, welche mir vorliegen passt keine der vorhandenen Beschreibungen, ich kann aber eine Variabilität der Individuen nicht annehmen, weil alle fünf Stücke sich so ganz und gar gleichen, dass höchtsens die etwas lichtere oder dunklere Fär- bung des Hinterleibs als eine Abänderung betrachtet werden könnte. Ich lasse die Beschreibung der prachtvollen neuen Art hier folgen: ACANTHOMERA FRAÜENFELDI n. sp. 9 . Rückenseil ild grau, etwas glänzend, mit drei genäherten saramtscliwarzen Längsstrie- men, von denen die seitliehen breiter sind und gegen das SchildcLen zu convergiren; auf der Mitte der Seitenstrieme liegt, unmittelbar hinter der Quernaht je ein längliches weisses Fleck- chen; die Schulterbeule tritt wie bei A. vittata hackenartig vor, ist an der Spitze pechbraun und vorne schneeweiss, fleckenartig bestäubt; am äussersten Rande des Rückenschildes reiciit die sammtschwarze Färbung der Brustseiten etwas nach oben hinauf, die Brustmitte ist dunkel bräunlich, unter der Flügelwurzel fällt ein glänzender schwarzer, kuopfartig vorstehender Höcker besonders auf; Schildchen sammtartig braunschwarz, an beiden Ecken mit je einem schnee- weissen Pleck. Hinterleib matt zimmtroth, die Seitenränder und die letzten kleinen Ringe schwarz, was sich am ersten und fünften Ringe weiter ausbreitet; zuweilen zeigt sieh an den Einschnitten eine dunklere Färbung, ohne dass dadurch Binden oder Flecken entstehen; am zweiten und dritten Ringe liegt im schwarzen Saume an der hinteren Ecke je ein schneeweisses kleines Querfleckchen; die Legeröhre ist schmal und ragt ziemlich weit vor. Kopf schwarz, die Stirne sammtartig, ober den Fühlern mit einem rothgelben bis zu den Augenrändern reichen- den Querbändchen; der Scheitel hinten rothgelb gesäumt, der Hinterkopf ganz rothgelb; Untergesicht an den Augenrändern schmal rothgelb, auf der Mitte mit einer glänzend schwarzen, nabelartig vorstehenden, an der Basis breiten, am Ende zugespitzten ganz geraden Fortsatze, der so lange ist, dass er die Spitzen der schmalen, eylindrisehen, am Ende lichtbräunlichen Taster erreicht; Fühler braunschwarz, das sehr verlängerte, ahlförmige Endglied an der Spitze roth- gelb, eine Borste nicht vorhanden. Beine sammtsehwarz, die Tarsen weissgelb. Flügel intensiv bräunlich tingirt, die Mediastinalzelle, mit Ausnahme der Wurzel rostgelb, ausserdem alle Quer- adern, die Spitze der Radialader und die untere Zinke der Cubitalader, die ganze obere Zinke, der Cubitalader und die oberste der aus der Discoidalzelle ausstrahlenden Adern lebhaft rost- gelb und breit rostgelb gesäumt, wodurch die Flügelfläche ein buntes von hellen Makeln und Halbbinden unterbrochenes Aussehen gewinnt; die Schwinger sind scliwarzbraun. 16"- Colum bien. Die Art unterscheidet sich von Acanthomera vittata W. durch den grossen conischen Fortsatz des Untergesichtes, durch den Mangel einer Rückenstriemo, durch den sammtschwarzen Bauch und verschiedene Zeichnung des Rückenschildcs, von Acanth. craasipalpis Mcq. und A. Bigott Bell, und zwar von letzterer durch die Färbung und Zeichnung des Rückenschildcs von beiden, durch den geraden, nicht nach abwärts gebogenen Fortsatz auf der Mitte des Untergesichtes und die Färbung der Vorder- und Mittelbeine; von Acaulk. magnißca'^' Ik. durch die Färbung der Deine und des Rückenschildes mit den anderen Arten ist, wogen der Bildung des Untergesichtes und der vcrschiedetien Färbung des Rückenschildes eine Verwechslung nicht Diptera. 79 möglieh. Ich füge noch bei, dass Acanth. vittata in der v. Winthe m' sehen Sammlung vorhanden ist und von mir verglichen werden konnte. FAMILIE TABANIDAE. In der eben so reichen als schwierig-en Familie der Tabaniden sind bisher fol- gende Gattungen aufgestellt worden: Tabanus von Linn6; Pangonia von Latreille; Plaematopota, Hexatoma, Hejptaioma., Silvias, Tanyglossa und Chrysops von Meigen. Ehinomyza nnä Phüochile (Hoffmsgg.) von Wiedemann ; Ditilomyia von Bigot; Hadrus von Perty; Diabasis, Pelecorhynclius, Dichelacera, Acantho eera, Selaso ma, Lcpiselacja, Dasybasis, Mesomyia, Ectenojjsis, Ero diorhynchus, Cadicera und Dicrania von Macquart; Gastroxides von Saunders; Therioplectcs von Zeller; Nemo r ins von ßondani; S cepsis von Walker; Pronopes von Loew und Mycteromyia von Philippi. Die von Philippi zu den Tabaniden gebrachte Gattung Trichopalpus gehört nicht in diese Familie. Die von Walker in der Dipteris Saundersianis vorgeschlagenen Untergattungen der Gattung Pangonia: Micc7-ia, Fidena, Melpia, Scaptia, Tacina, Pliara^ Clanis, Osca, Scione, Plintlüna, Scarphia und Lilaea, können nicht berücksich- tiget werden, weil sie zu kurz charakterisirt erscheinen, um ein begründetes Urtheil über sie abgeben zu können. Von den angeführten Gattungen fallen Ileptatoma mit Hexatoma^ Tanyglossa mit Pangonia, Lepiselaga mit Hadrus, Mesomyia und Ectenopsis mit Silvius zusammen. Die Gattung PhilocJiile lässt sich nicht aufrecht erhalten und muss vorläufig als synonym zu Pangonia gestellt werden und ebenso kann Z el- ler' s, für die Tabamis-krten mit behaarten Augen vorgeschlagene Gattung T/ierio- plectes, wegen des nicht wesentlichen Merkmales, auf welche sie gegründet ist, nicht aufrecht erhalten werden. Es verbleiben sonach 23 Gattungen übrig, die vorläufig als gerechtfertiget betrachtet werden dürften, übrigens viel zu wenig sind, um die artenreiche Tabaniden-Familie in die erforderlichen Gruppen zu zer- legen, und damit das Studium derselben zu erleichtern. Es braucht nur angeführt zu werden, dass die Gattung Tabanus allein 704 Arten enthält, dass für dieselben nicht einmal noch brauchbare Unterabtheilungen gebildet worden sind und es daher sehr schwierig ist, eine neu aufgefundene Art mit allen diesen Arten zu vergleichen und zu constatiren, ob eine der vielen Descriptionen auf sie passe. Der Anlass, warum, trotz der heutigen Richtung, möglichst viele Genera aufzu- stellen, für die Tabaniden-Familie bisher so wenig geschehen ist, liegt in der ver- meintlichen Schwierigkeit, durchgreifende Merkmale für bestimmte Gattungs- gruppen aufzufinden. Ich halte diese Schwierigkeit nicht für sehr gross und glaube vielmehr zuversichtlich, dass es demjenigen, der sich einmal zu einer monographi- schen Bearbeitung der Tabaniden wenden wird, gewiss gelingt, gute Gattungs- gruppen einzuführen. Die brauchbarsten Merkmale dürften die Bildung des ersten und zweiten Fühlergliedes, die Form der Vordersehienen und die Beschaffenheit 80 Dr. J. E. Sclüner. der Beine überhaupf, die Behaarung der Fühler und der Beine, die Form der Augen, welche zuweilen ganz rund sind, oft aber vorne etwas eckig vorstehen und endlich die Verschiedenheit des Flügelgeäders darbieten; unzuverlässiger scheinen mir die Bildung des dritten Fühlergliedes, die An- oder Abwesenheit der Punkt- augen (die sehr oft rudimentär vorhanden sind) und die Nacktheit oder das Behaarfsein der Augen. Bei der Bearbeitung des mir vorliegenden, reichen Mate- rials habe ich gefunden, dass namentlich die Form des ersten Fühlergliedes, die Arten in sehr natürliche Gruppen zu bringen, ermöglichen würde, zumal eine Verschiedenheit der Form, gleichzeitig mit einer grossen Verschiedenheit der Behaarung desselben Gliedes verbunden ist. Einiges Gewicht dürfte auch die klappenartige Hülle, welche sich mehr oder weniger an der Hinterleibsbasis zeigt und die zuweilen das erste Hinterleibssegment oben und unten ganz bedeckt, beanspruchen. Dass ich trotzdem bei gegenwärtigem Aulass mich nur darauf beschränkte, in unausweichlichen Fällen neue Gattungen anzunehmen, liegt wohl in dem Wesen meiner Aufgabe und ich glaubte um so weniger, einem dereinstigen Monographen vorgreifen zu dürfen, als einem solchen bei seinen schwierigen Arbeiten gewiss nichts so sehr behindert, als das Vorhandensein von vielen, oft ohne leitendes Princip aufgestellten Gattungen. In den erwähnten 23 Gattungen sind bisher 1122 Arten beschrieben worden, von denen 117 auf Europa, 516 auf Amerika, 1-48 auf Asien, 154 auf Afrika, 115 auf Australien entfallen, bei 72 Arten aber das Vaterland nicht angegeben ist. Es scheint nach diesem Eesultate kaum einem Zweifel zu unterliegen, dass der amerikanische Continent für die Entwickelung der Tabaniden-Gruppe die entspre- chendsten Bedingungen darbietet. Diese Ansicht wird auch dadurch noch mehr bestärkt, Aveil einige Formen (wie z. B. Diahasis, Sdasoma mit der verwandten Gattung Iladrus, Dichelacera, Scepsis, Dicrania) fast ausschliessend nur in den amerikanischen Faunengebieten aufgefunden worden sind. Auffallend ist auch die verhältnissmässig grosse Arten- zahl der Pangonien, welche Australien beherbergt (Australien 54, Amerika 7 6, Asien 7, Afrika 38, Europa 13). Es ist übrigens, wie ich bereits bei anderen Fami- lien erwähnte, gegenwärtig auf derartige Zahlen-Combinationen kein allzu grosses Gewicht zu legen und würde beispielsweise, wenn die Dipteren-Fauna Süd- Ah'ika's nicht erst jüngst an Loew einen eben so gründlichen und scharfsinnigen Bearbeiter gefunden hätte, das angegebene Verhältniss ein ganz verschiedenes sein. Die Tabaniden werden gewöhnlich, nach An- oder Abwesenheit des Spornes an den Hinterschienen in zwei Abtheilungen Tabaninae und Pangoninae gebracht, wogegen sich nichts einwenden lässt, weil damit die Bestimmung der Arten erleichtert wird. Eine natürliche Gruppirung ist dies jedoch nicht, da damit oft nahe Verwandtes getrennt und zerrissen wird, so z. ß. sind die Silvien den Dijitera. . 81 Tabaneii näher verwandt als den Pangoninen und auch die Haematopoten scheinen mir zu den Chrysopen in nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zu stehen, wäh- rend sie gegenwärtig in den zwei Abtheilungen der Pangoninen und Tabaninen getrennt sind. Ich lasse nun die Beschreibungen der mir vorliegenden Tabaniden-Arten folgen : A. TABANINAE. 1. IIAEMATOrOTA OCELLATA W. Zoologisch. Mag. I. 3, 38, 56; Dipt. exot. I. 100, 6 und Aussereur. zweifl. Ins. I. 217, 6. Es liegt mir ein Stück vom Cap der guten Hoffnung vor, auf welches Wiedemanii's BescLrcibung vollkommen passt; als charakteristisch betrachte ich Wiedemann's Angabe, dass die Kreisflecke in der Zeichnung des Flügels an zwei Stellen rosettenartig zusammen- treten. Die eine dieser Rosetten liegt an der Spitze der Basalzellen, die zweite an der Spitze der Discoidalzelle. Keinesfalls gehört meine Art zu einer der von Loew in der Dipteren-Fauna Süd-Afiika's genau beschriebenen Haematopota-Krt&n, sie unterscheidet sieh von der ihr zu- nächst stehenden Haemoto^ota duplicata Loew, durch die Anwesenheit der beiden weissen Makeln an der Quernaht des Rückenschildes. 2. HAEMATOPOTA BISTRIGATA Loew. Oefv. of k. vetensk. Akad. Förh. 1857. 341, 32 und Dipt. Fauna Süd-Afrika's I. 123 (51). Taf. I, Fig. 27. Zwei Stücke gleichfalls vom Cap der guten Hoffnung-, aufweiche Loew's Beschreibung so gut passt, dass ich sie für identisch mit dieser Art halten muss. 3. TABANUS MAROCANÜS F. Tabanus marocanus F., Systema Antliat. 93, 2. — Tabanus taurinus Mg., Syst. Besclir. II. 42, 17. Ein Weibchen aus Gibraltar. 4. TABANUS BUCOLICUS n. sp. 5 . Gleicht ganz dem Tahanus intermedius Egger, welchen ich, da der Name Tabanus inter- medius von Walker früher für eine nordamerikanische Art verwendet wurde, in Zukunft Taba- nus Eggeri nennen werde. Es wird genügen die Unterschiede anzuführen. Die Mitte des ünter- gesichtes von Tubanus bucolicus, so wie das Stiindreieck sind schneeweiss, der Rest lebhaft gelb, der Backenbart ist goldgelb, die Beine sind durchaus lebhaft röthlichgelb, die Tarsen kaum etwas dunkler. Alles Übrige genau wie bei Tabanus Eggeri. 11'". Ein Männchen aus Hongkong. 5. TABANUS NICOBARENSIS n. sp. $. Schwarz; Rückenschild etwas grau bereift, mit drei helleren, nur in gewisser Rich- tung, dann aber besonders vorne deutlichen Längsstriemen und ebenso gefärbten Seiten; das Vorderflügeldreieck weiss bereift; Brustseiten und Sehildchen aschgrau; die kurze Behaarung auf der Oberseite des Rückenschildes vorherrschend schwarz oder wenigstens dunkel, an den Brustseiten aber wei-slich, mit einem schwarzen Haarstreifen von der Flügelbasis bis zu den Schultern. Hinterleib schwarzbraun, erster Ring an den Seiten weisslich, alle Einschnitte der Ringe mit schneeweissen Härchen besetzt, welche sich in der Mitte zu kleinen, stumpf dreiecki- gen Fleckchen erweitern; der' Bauch ebenso gefärbt und gewimpert, wie die Oberseite, von Novara-Expedition. Zoologisoher Theil. Bd. II. Sohiner. Diplera. 11 82 I>r. J. 11. Seh hier. rückwärts gegen das Licht betrachtet, verbreitet sicli über den ganzen Hinterleib ein diinivol zimmlbrauner Ton, der gegen den, in derselben Richtung sich sehr hellgrau darstellenden lUickenschild sehr absticht. Kopf schwarz, weisslich bestäubt und glänzend weiss behaart; die Stirne vorne ebenfalls weisslich, aber mit sehi' lebhaft niessinggelben Schiller; die glänzend schwarze Schwiele, ziemlich weit von den Fühlern abgei ückt, länglich viereckig, die Stirnbreite ganz ausfüllend, ihre hintere Grenze doppelt ausgeschnitten, so dass an den Seiten Spitzchen vorragen, aus der Mitte aber eine glänzend schwarze Leiste sich nach hinten fortsetzt, die sicji anfänglich etwas erweitert und von hinten her bis zur Mitte tief gabelartig ausgeschnitten ist; an der Steile, wo gewöhnlich die Punktaugen liegen, ruhen zwei glänzend scliwarze erhobene Strichel- chen neben einander; die übrige Fläche der Stirne ist grau bestäubt, ebenso der ziemlich stark ausgehöhlte Hinterkopf; Rüssel schwarz und kurz, die Saugflächen lang; Taster schwarzbraun, lichter bereift, an der Basis breit, dann allmälig in eine Spitze auslaufend, gebogen, wenig kürzer als der Rüssel; Fühler schwaiz, erstes Glied oben dreieckig vorragend, zweites sehr kurz oben mit einer Stachelspitze, drittes auf der Oberseite seicht ausgeschnitten, die Ecke nur wenig vortretend, Augen nackt. Beine schwarz, die Schienen, in Folge des helleren, dichten Tomentes an der Basis aussen weisslich sciiimmernd, die Vordertarsen ungewöhnlich breit und kurz. Flügel intensiv rauchbraun tingiit, die Zellenkerne etwas heller, der Vorderrand dunkiei-; erste Hinterrandzcile weit otlen, obere Zinke der CubitaLider ohne Adej-anhang. 7"'. Vier Weibchen von den Nikob arisch en Inseln, das eine aus Nankauri die übrigen aus S a m b e 1 o n g. Die Art könnte nur mit Tabanus hruniieus Macq. verglichon werden, es ist aber von schwarzen Makeln am Hinterleibe keine Spur vorhanden und ebenso fehlen die weissgelben Seiten- und Mitteltleoke, auch ist Tah. hrunneus grösser (8'"). 6. TABANUS AGRICOLA W. Aussereur. zweifl. Ins. I. SöG, 29. Auf ein Männchen und zwei Weibchen aus Hongkong passt Wiedemann's Beschrei- bung so gut, dass ich sie hieher zu beziehen mich veranlasst sehe. Zur Ergänzung der Beschreibung füge ich Folgendes bei: die Fühler sind blass rothgelb, das erste und zweite Glied kurz, oben nicht vorgezogen und wenig behaart, das dritte etwas intensiver, oben seicht ausgeschnitten, die Ecke daher wenig vorstehend. Die Schenkel sind ziemlich dicht aber äusserst kurz weisslich behaart, die Vorderschienen an der Spitze (Wiedemann sagt wohl irrthümlich an den Schienenwurzeln, was gegen die gewölmiiche Färbung der Tubanus-Xricw Verstössen würde) bräunlichschwarz. Flügel ganz glashell, erste Hinterrandzcile breit offen, obere Zinke der Cubi- talgabol mit einem Aderanhang. Die Augen des Männchens sind sehr gross und stark gewölbt, sie stossen auf der Siirno völlig zusammen, die Grenze zwischen den oberen grösseren und unteren kleineren Facetten ist sehr auffallend. Alles sonst wie bei Wiedemann angegeben ist; am meisten spricht für die Richtigkeit der Bestimmung die Angabc über die nahe Verwandtschaft der Art mit Tahanus rusticus L. 7. TABANUS MACROPHTHALMUS n. sp. $. Schwarz, in Folge der dichten, weissen ]5esläubung, schieferbläulicb sich darstellend; Rückenschild schmäler als der Kopf, mit fünf weisslichen Längsstriemen, die mittelste durch eine dunkle Linie gctheilt, die äussersten am Ramie liegend; Schildchen weisslich; Brustseiten weisslicligiau. Hinterleib veriiältnissmässig kuiz, kaum länger als der Rückenschibi und ehenso bestäubt wie dieser; civlcr Ring, unter den sehr breiten Ba,>allvla]>pcn, die auf der Mino Dipfrra. 83 g-etlieilt sind, gcanz ver.steckt, zweiter sehr lang und so wie die folgenden mit rothgelben Hinter- randsäumen, der dritte und vierte an der Basis mit je zwei, neben einander liegenden braunen Makeln (die folgenden Ringe sind so eingezogen, dass man nicht sehen kann, ob diese Makeln denselben fehlen); Bauch in gewisser Richtung weissschinuneind. Kopf ungewöhnlich gross, wenig kürzer als der Rückenschild, die Augen stark gewölbt, dicht behaart, die imteren Facet- ten auffallend kleiner als die oberen; Uniergesicht schneewciss, ebenso das Stirndreieck, wel- ches nur in der äussersten Spitze braun gefärbt ist; Fühler schwarz, die beiden Basalglieder rundlich, oben nicht vorgezogen oder gedornt, weisslich bestäubt, das dritte Glied oben kaum aus- o-eschnitten, seine äusserste Spitze rothgclb; Taster weissgelb, aufgebogen, am Untergesichte an- liegend; Rüssel massig lang glänzend schwarz. Die Behaarung ist überall weissglänzend, seiden- artig, an den Brustseiten, an den Backen nnd am Rückenschild am aufFallondsten. Beine schwärzlich, die Schienen rostgelb, durch die dichte, weisse Bestäubung Alles weissgrau sieh darstellend; die Hinterschienen aussen, die vordersten an der Spitze und alle Tarsen schwärz- lich. Flügel rein glashell, erste Hinterrandzelle offen, obere Zinke der Cubitalader mit einen Aderanhang. Aus der Verwandtschaft von Tahanus rusticus L. 5Va"'. Ein Männchen aus ^ "^^' 8. TABANUS MANDARINUS n. sp. 5. Braunröthlicli; Rückenschild im Grunde sehr dunkel, mit weisslicher Bestäubung, welche denselben in gewisser Richtung ganz weiss erscheinen lässt, und mit fünf Längsstrienien, die mittelste schmal, etwas gelblich, durch eine glänzend braune Linie getheilt, in gewisser Rich- tung sehr undeutlich, die äussersten ganz am Rande liegend und mit den inneren, vor dem Schild- chcn paarweise verbunden. Brustseiten fast rothgelb, das Vorderflügeldreieck rothgelb; Schild- chcn braun, in gewisser Richtung weissschimmernd; der Rand rothgelb; die Behaarung vor- herrschend dunkel, an den Brustseiten weiss und stellenweise zottig. Hinterleib schwarz, der erste und zweite Ring dicht weisslich bestäubt, von der Grundfarbe nur vier Flecke freilassend, auf den 3 — 5 Ringe je eine weisslichgelbe, dreieckige Rückenmakel, welche mit derbreiten Seite den ganzen Hinterrand einnimmt und mit dei- Spitze den Vorderrand erreicht, ausserdem die Seitenränder weisslich, was an jedem Ringe sich nach innen zu etwas erweitert; die Hinter- randsäume schmal rothgelb; Bauch schwärzlich mit gelblichem Rande und Einschnitten, in gewisser Richtung mit Ausnahme einer breiten Jlittelstrieme ganz weissschimmei'nd. Kopf sehr 'gross, die Augen stark gewölbt, die Facetten unten und an den Seiten sehr klein, die oberen gross; Untergesicht in der Mitte tief eingedrückt, weisslich; Rüssel kurz, schwarz, horizontal vorste- hend, die Taster weissgelb, das Endglied derselben muschelartig; Fühler braun; erstes Glied grauschimmernd, zweites rostgelb, beide ganz kahl, das erste oben dreieckig vorragend, das zweite mit einer oberen dornartigen Spitze; das dritte oben seicht ausgeschnitten mit stumpfer Ecke. Beine schwarzbraun, Hüften und Sehenkel in gewisser Richtung weissgrau schimmernd und weiss behaart, Schienen an der Basalhälfte rothgelb, was aussen weiter reicht als auf der Innenseite, Tarsen schwarz. Flügel glashell, das längliche Randmal braun; erste Hinterrand- zelle geschlossen, obere Zinke der Cul)italgabel ohne Aderanhang. 9"'. Ein Männchen aus Hongkong. Eine prachtvolle Art, für die ich keine Beschreibung auffinden konnte, am nächsten dürfte ihr Tahanus spoliatus Wlk. stehen, an eine Identität beider kann aber nicht gedacht werden. 9. TABANUS ADMiNlSTRANS n. sp. 5 . Nächst verwandt mit Tahanus mandarinus und in vielen Merkmalen mit diesem überein- stimmend; die Unterschiede sind folgende: der Hinterleib ist im Grunde dunkelbraun, die 11 * 84 Th: J. 7?. Seh in er. lieiden Basairinge wie bei der genannten Art, die folgenden drei Ringe weiss bestäubt, von der Grundfarbe am Vorderrande je vier, fast dreieckige Flecke freibleibend; man könnte von diesen Ringen auch sagen, braun mit je einer weissen, vorne zackenartig ausgeschnittenen Hinter- randsbinde; unter der weissen, in gewisser Richtung weniger auffallenden Bestäubung ist die Grundfarbe röthlichgelb; der sechste Ring und der Bauch schwärzlich, letzterer an den Seiten rothgelb, die Bestäubung -wie bei T. mandarinus. Die Fühler sind rostgelb, das dritte Glied an der Spitzenhälfte schwarzbiaun ; an den Beinen sind die Mittel- und Hinterschienen fast ganz rothgelb. AJles Übrige ganz genau wie bei T. mandarinus. 6'". Ein Männchen aus Hongkong. So nahe diese Art mit Tab. mandarinus auch verwandt ist, so glaube ich doch nicht, sie nur als eine Varietät desselben betrachten zu können. Es liegt mir vom selben Standorte auch ein weibliches Stück vor, (las möglicherweise das Weibchen von T. aäminiatrans sein könnte, dafür spricht -wenigstens die Übereinstim- mung in allen plastischen Merkmalen, der Hinterleib (der übrigens nicht ganz gut erhalten ist), ist jedoch anders gezeichnet und die erste Hinterrandzelle ist verengt, aber nicht geschlossen. Die Stirne ist massig breit, oberhalb der Füliler weissgrau, die Schwiele schwarz, an der Basis breit, dann sich verschmälernd und leisten- artig bis zum Scheitel fortgesetzt ; der Ocellenfleck vorhanden, Punktaugen jedoch nicht wahrzunehmen. 10. TABANUS MANILENSIS n. sp. 9 . Schwarz, dicht weissgrau bestäubt; Rückensclii Id mit fünf weissen Längsstriemen, die mittelste weniger deutlich, die äussersten am Rande liegend; das Vorderflügeldreieck fleisch- röthlich; Schildchen und Brustsciten weisslich, letztere weiss behaart, an den Seiten des Rücken- schildes gleichfalls weisse, um die Flügelbasis schwärzliche Behaarung. Hinterleib mit einer weissen Rückenstrieme, an den Seiten etwas gelbröthlich, am Rande weisslich. Einschnitte gelblich. Kopf weissgrau bestäubt, die Behaarung seidenartig weiss; Stirne graugelb, die unteren Augen- ecken sich fast berührend, zwischen denselben die glänzend schwarze längliche Schwiele, auf der Mitte, überall isolirt ein spindelförmiger glänzend schwarzer Fleck; Punktaugen rudimen- tär; Rüssel sehr kui-z, Taster weisslich. Beine rothgelb, die Vorder- und Hinterschenkel schwäizlich; Vorderschienen an der Spitze und alle Tarsen schwarzbraun. Flügel glashell mit braunen Adern, erste Hintenandzelle breit offen, obere Zinke der Gabelader ohne Anhang. 6V2'". Ein Weibchen aus Manila. 11. TABAXUS ANACHORETA Philippi. Verliandl. d. zool. bot. Gesellsch. XV. 717, 20. Philippi's Beschreibung passt, mit einer einzigen Ausnahme, so vortrefflich auf ein weib- liches Stück aus Chile, dass ich sie ohne Bedenken auf dasselbe zu beziehen mich veranlasst sehe. Die Ausnahme besteht darin, dass bei meinem Stücke die Taster zwar dunkel, aber nicht schwarz sind, wie bei Tab. anachoreta, der sich von Tab. magellanicus durch die schwarzen Taster unterscheiden soll. Dass meine Art nicht Tab. mageUamcus ist, davon bin ich überzeugt, ich lege auch auf die verschiedene Färbimg um so weniger ein Gewicht, als Philippi in der Art- diagnosc von T. anachoreta über die Färbung der Taster nichts angegeben hat, folglich auf die- ses Merkmal nur nachträglich und bei dem Vergleiche mit seinen Tab. magellanicus einiges Gewicht gelegt hat. Die Punktaugen sind bei dieser Art sehr deutlich, sie stehen auf einer warzenartigen Eihühung. \2. TABANUS i'ACIINODES n. sp. Aus dei- Gruppe von Tabanns bromius L. — Rückcnsohild und Schildehen schwarz, in Folge der hcllcii Bestäubung blaulichgrau sich darstellend, erstercr mit fünf weissen Längs- Diptera. 85 Striemen, die an der Quernaht etwas unterbrochen sind, die äusseren vor dem Schildchen paar- weise zusammenhängend; Brustseiten rostgelb, was sich an den Seiten auch etwas auf die Ober- seite hinaufzieht; die Behaarung zart, weisslich, an den Brustseiten oben auch schwarze Här- chen untermengt. Hinterleib schwarzbraun, dIeSeiten matt röthlichgelb, alle Einschnitte und die Seiten schmal weisslich, ausserdem, vom zweiten Ringe angefangen auf jedem Ringe, ein ziemlich breiter Mittel- und jederseits ein länglich weisser Seitenfleck; diese Flecke stehen ganz isolirt; der Bauch düster braungelblich, die Einschnitte lichter, der ganze Hinterleib mit weisslicher Behaa- rung. Kopf gelb, weiss bereift und behaart, die Stirnschwiele gross und breit, viereckig, den unteren Augenecken knapp anliegend; Fühler an der Basis gelblich, das dritte Glied schwarz- braun, das erste Glied oben nicht vorgezogen, das zweite sehr kurz, das dritte oben kaum aus- geschnitten ; Rüssel schwarz, Taster blassgelb, schwarz behaart. Beine ledergelb, die Spitze der Vorderschienen und der Hinterschenkel, die Hinterschienen auf der Aussenseite und alle Tarsen braun, weiss bereift, die Vorderschienen etwas gebogen und ziemlich dick. Flügel glashell mit schwarzen Adern, erste Hinterrandzelle breit offen, obere Zinke der Cubitalgabel mit einem Aderanhang. 6'". Ein Weibchen aus Chile. Von Tabanus pungeus W. durch die verschiedene Hintorleibszcichnung zu unterscheiden. 13. TABANUS APOECILUS n. sp. $ . Nächst verwandt mit Tab. ]pachnodes und daher gleichfalls aus der Gruppe von Tab. hro- mius L., die Stirnschwiele ist aber rothgelb, der Hinterleib hat keine weissen Flecke, er ist schwärzlicbgrau hat weisse flinterrandsäume und jeder Ring überdies an den Seiten je einen länglichen gclblichrothen Fleck, die obere Zinke der Cubitalgabel hat keinen Aderanhang. Alles sonst wie bei der genannten Art. G'A'". Gleichfalls aus Chile. 14. TABANUS ABSTERSUS Wlk. Dipiera Saundersiana. I. 58. Walker's Beschreibung passt auf ein mir vorliegendes Stück aus Sydney, freilich ent- hält sie nichts, was auf einen Unterschied von Tabanus breiv'deutatus Macq. hindeuten würde. Die letztere Art besitze ich aber in einem von Macquart selbst determinirten Stücke und kann daher bestätigen, dass meine Art von der Macquart'schen bestimmt verschieden ist. Meine Art, auf die ich daher Walker's Namen anwende, hat eine vorne verbreiterte Stirne, bei T. bre- videntatus ist die Stirne vorne und hinten gleichbreit, bei meiner Art liegt unmittelbar über den Fühlern keine erhobene rothbraune Erhöhung wie bei der Macquart'schen Art, und die glänzend schwarze Schwiele hat eine andere Form als jene; es sind endlich die rostgelben Hinter- leibsbinden bei T. ahstersus in der Mitte dreieckig voigezogen, bei Tab. brevidentatus hingegen durchaus fast gleichbreit, i^in Weibchen aus Sydney. 15. TABANUS TESTACEOMACULATUS Mcq. üipteres exotiques. I. 1, 140, 361. * Macquart's Beschreibung passt auf zwei mir vorliegende weibliehe Stücke aus Chile, die übrigens nicht so gut erhalten sind, um ein ganz bestimmtes Urtheil abgeben zu können; die obere Zinke der Cubitalader zeigt bei diesen Stücken das Rudiment eines Aderanhanges. 16. TABANUS MODESTUS W. Aussereur. zweifl. Ins. I. 14 6, 56. Drei Stücke aus Südamerika stimmen vollständig mit Wiedemann's Beschreibung. 86 /);-. /. B. Sc hin er. Es f ibt eine Reihe südamerikanischer Arten (wie z. ß. Tab. trivittatus, trüineatus, lineola, occidentalis u. s. w.), welche unter einander sehr nahe verwandt sind und desshalb und insbe- sondere weo-en der eigenthümlichcn drei weisslichen Hinterleibsstrienien, gewiss auch oft mit- einander verwechselt worden sein dürften. Factiseh stecken in der Wi cd emann'schen Sammlung zwei verschiedene Arten unter den Namen Tab. occidentalis, von denen, meines Eraclitens, die eine als Tab. modestus angesehen werden muss. Auf die drei erwähnten Stücke beziehe ich den Namen Tab. modestus hauptsächlich aus dem Grunde, weil bei denselben, wie Wiedemann ausdrücklich anführt, der Seitenrand des Hinterleibes bis zur Spitze des fünften Ringes weiss-, der sechste und siebente Ring aber schwarz behaart sind; es trifft auch überdies alles Übrige vollständig zu und jedenfalls besser als die Beschreibung von Tab. occidentalis W. So sind z. B. die Fühler ganz rothgelb und die Flügel glashell, während bei Tab. occidentalis die Fühler an der Spitze schwarz und die Flügel bräunlich getrübt sein sollen. Tabanus occidentalis ist mit 4 — 514'" Länge angegeben, Tab. modestus mit 6'" eine Grösse die auch meine Stücke zeigen. Ich meine, dass Tabanus occidentalis W. von Tab. trüineatus Latr. nicht verschieden sein dürfte; über Tab. trivittatus F. will ich bei der folgenden Art meine Ansicht aussprechen. 17. TABANUS TRIVITTATUS F. Talanns trifitfalus F., System. Antliat. 104, 49. — Talanus trivittatus W., Aussereur. zweifi. Ins. 1. 17'2, 91. Zwei Weibchen aus Brasilien. Sie unterscheiden sieh von Tab. modestus und occidenta- lis dadurch, dass die Seitenstriemen des Hinterleibes mehr statfelartig und nicht gerade begrenzt sind, ein Merkmal, welches Wiedemann bei seinem Tab. dorsiger besonders hervorhebt. Den Tabanus dorsiger W. halte ich aber nicht für verschieden von Tab. trivittatus F., wenn er auch von Tab. trivittatus Wiedemann verschieden sein sollte. Fabricius führt bei seiner Art nichts davon an, dass die Seitenstriemen des Hinterleibes ganz gerade Grenzen haben, Wiedemann bestätiget aber, dass in der Fabricius' sehen Sammlung sein Tab. dorsiger unter der Etiquette T. trivittatus steckte. Tabanus modestus, occidentalis, trüineatus, trivittatus, lineola, indicus u. s. w. werden seiner Zeit in eine besondere Gattungsgruppe vereiniget werden müssen, sie scheinen noch viele unbeschriebene Repräsentanten in Südamerika zu haben, wenigstens sind mir einige bekannt geworden, für welche ich keine der vorhandenen Beschreibungen zutreffend gefunden habe. 18. TABANUS QUADRIPUNCTATUS F. Talanus quadrijmnctatus F., Entom. System. Suppl. und System. Antl. 99, 29. — Talanus quadrijmnctatus Vf., Aussereur. zweifl. Ins. I. 151, 6. f. Fünf Weibchen und neun Männchen aus Südamerika. Der Wicd em an n' sehen Beschreibung füge ich Folgendes bei: das erste Fühlerglied ist vorne sehr stark vorgezogen und ragt mit einem Dreiecke weit über das zweite vor, da^ es beinahe ganz bedeckt, das letztere endet oben in eine Dornenspitze. Die Dörnchen am oberen Rande der Stirnscliwiele, welciie Wiedemann angibt, konnte ich bei meinen Stücken nicht walunelimen; das Schildchen ist so dunkel, dass es richtiger schwarz als braun genannt worden muss. Der Hinterleib ist schwarzbraun, an den Seiten, besonders gegen die Basis zu rothgelb, der erste Ring zeigt auf der Mitte eine wcisslichgclbe Makel, die sich auch am zweiten bis zu dessen Hinterrande fort- setzt, der dritte Ring ist auf der Mitte ungefleckt, der vierte bis sechste haben daselbst dreieckige, wcisslicligclbe Flecke, ausserdem liegen auf jeder Seite aller Ringe ebenso gefärbte etwas schiefe Seitcnniakel, von denen die des ersten Ringes kleiner, die übrigen voni zweiten Ringe angefangen gegen hinten zu imnior kleiner werden und der Vorderrand des zweiten Ringes ist weissgclb Biptera. 87 gesäumt. Der Bauch ist mattgelb, und zeigt auf der Mitte eine breite dunklere Längsstrieme, die lichteren Einschnitte sind sehr schmal. Beine braun, die Schenkel an der Spitzenhälfte meist sehr licht, zuweilen braungelb, die Vorder- und Hinterschicnen, mit Ausnahme der Spitze, die Mittelschienen ganz rofhgelb, die Basis der Schenkel und die Tarsen sind fast schwarz; die weissliche Färbung an der Schienenbasis ist durch eine weissschimmernde Behaarung an dieser Stelle veranlasst. Die erste Hinterrandzelle ist geschlossen, die obere Zinke der Cubitalgabel hat keinen Aderanhang, sie beginnt aber an der Basis sehr gerade und beugt dann plötzlich ab. Das noch unbeschriebene Männchen gleicht dem Weibchen, das Stirndreieck ist braun, die Taster kurz und breit muschelförmig, am Hinterleib ist die rostgelbe Färbung ausgebreiteter; die Augen sind in beiden Geschlechtern, bei dem Männchen oben auffallender dicht behaart; bei einigen Stücken zeigt sich am Rückenschilde unter der längeren dunklen Behaarung ein zartes, goldgelbes Toinent. Die Stücke stimmen mit den typischen Exemplaren der Wied emann'sclien Sanimlunic überein. 19. TABANUS IIISTRIO W. Aussereur. zweifl. Ins. II. 625, 24. So kurz Wiedemann's Beschreibung ist, so glaube ich doch, sie mit Recht auf sechs mir vorliegende Stücke aus Südamerika anwenden zu können. Gleicht im Habitus dem Taha- nus quadrijjunctatus F., die Farben sind aber überall greller und schärfer begrenzt und die erste Hinterj-andzelie ist breit offen, auch zeigt sich eine wesentliche Verschiedenheit in der Zeichnung des Hinterleibes. Rückenschild schwarz mit fünf weissen Längsstriemen, die an der Quer- naht unterbrochen sind; die Mittelstrieme sehr schmal, weiter ganz vei'scliwindend; die äusser- sten liegen ganz am Rande; das Vorderäügeldreieck rothgelb, das Scliildchen mit einem dichten weissen Haarrande. Hin terl cib sammtschwarz, an den Seiten, besonders gegen die Basis zu in unbestimmter Ausdehnung braunroth, der zweite und die folgenden Ringe mit je einer schnee- weissen, dreieckigen Rückenmakel in abnohmender Grösse gegen hinten zu und ausserdem alle Hinterrandsäume weiss; Bauch schwärzlich, grau bereift, an den Seiten heller, auf der Mitte, dunkler, die Einschnitte weisslich. Kopf in Folge der hellen Bestäubung überall weiss sich darstel- lend, die Behaarung weiss, an den Backen sehr dicht, Stirne oberhalb der Fühler schneeweiss, dann folgt ein glänzend schwarzes, etwas erhobenes Querbändchen, der Rest ist sammtschwarz, auf der Mitte etwas glänzend, an den Seiten weisslich eingefasst, was an zwei Stellen etwas weiter in die Grundfarbe hineinragt; Fühler intensiv schwarz, ihre Bildung wie bei Tab. quadripunc- tatus\ Taster hellgelb, gebogen. Beine schwarz, die Schienen von der Basis her gelblich. Flügel rein glashell, um die Queradern drei schwarzbraune, scharf begrenzte Flecke und eben- solche an der Basis der Cubitalgabel, ausserdem die Basis der Basalzellen und das schiefliegende Randmal schwärzlich; alle nach abwärts gerichteten Längsadern vor ihrer Mündung mit blass- grauen Fleckchen. 20. TABANUS ALGIRUS Macq. Dipteies exotiques I. 2, 180. Macquart' s Beschreibung passt auf ein Weibchen, das aus Gibraltar stammt; ich füge nur bei, dass der Zahn an der Basis des dritten Fühlergliedes ziemlich lang und spitzig ist (Macquart nennt den Zahn klein), sonst aber alles, besonders die Angaben über die Behaarung des Hinterleibes, vollkommen stimmt. Von Tahanus atcr. L., den ich in vielen Exemplaren bei- den Geschlechtes besitze, durch längeren, gestreckteren, hinten verschmälerten Hinterleib schon habituell verschieden, ausserdem ist die Behaarung des Rückenschildes nicht weiss, sondern fahl- 88 D>'- J- T>- Schinrr. gelblicli, die Flügel haben einen mehr ins Bräunliche zicliomlen Ton und sind sowohl an der Basis, als auch an der Spitze durchsichtiger, endlich ist auch nicht die Spur eines Aderanhanges au der oberen Zinke der Gabcladcr vorhanden. 21. TABANUS CLARUS n. sp. Tief schwarz, glänzend, der Kückenschild vorlierrschend schv.-arz behaart nur ganz vorne einige weissliche Härchen untermengt, Brustseiten ebenfalls schwarz behaart. Hinterleib an den vorderen Ringen etwas ins Brauuröthliche ziehend, zweiter und dritter Ring mit schnee- weissen, aus kuizen Härchen gebildeten Seitenfleckchen, vierter Ring mit einer ebensolelien, in der Mitte etwas erweiterten ganz durchgehenden Querbinde ; Bauch zart schieferbläulich bereift, der zweite bis vierte Ring mit wcisslichen Hinterrandsäumen. Kopf schwarz; Unter- gesicht zimmtbraun bestäubt, der Backenbart dunkelbraun, Stirne ober den Fühlern wie das Untergesicht, weitezhin weisslichgelb, die glänzend schwarze Schwiele länglich eiförmig, durch eine feine Leiste bis zum Scheitel fortgesetzt und mattbraun gesäumt; der Ocellenfleck deutlich, die Punktaugen aber ganz rudimentär; Fühler schwarz, das dritte Glied, mit Ausnalimo der Spitze brennend rothgelb, das eiste Glied oben voi-gezogen, das zweite, sehr kurze, in einen Dorn endigend, beide ziemlich dicht schwarz behaart, das dritte oben tief ausgeschnitten, mit einem langen, spiiz endenden Zahnfortsatz ; Rüssel und Taster schwarz, letztere fast so lang als der Rüssel, ziemlich schlank, gebogen; Augen dicht behaart, die Behaarung fahlgelb. Beine schwaiz, Schienen kaum etwas ins Pechbraune ziehend. P'lügel glashell, stark glänzend, die Mediastinalzelle und ein Wisch um das Randmal rostgelb, ein wenig auffallendes Fleckchen um die Basis der Cubitalgabel und an der Spitze der Discoidalzelle gleichfalls rostgelb; erste Hinterrandzelle breit offen ; obere Zinke der Cubitalgabel ohne Aderanliang; Schwinger schwarz mit weissem Knopfe, Schüppchen blass rostgelb. 5 — 6'". Zwei Weibchen aus S üdamerika. 22. TABANUS GUTTIPENNIS W. Aussereur. zweifl. Ins. I. 153, 67. Auf zwei Weibchen aus Brasilien passt W^icdemann's Beschreibung so vollständig, dass ich kein Bedenken trage, sie auf dieselben anzuwenden. Zur Ergänzung füge ich Folgen- des bei: die zwei rüthlichen Längsstriemen des Rückenschildes fliessen hinter der Queinaht zusammen und füllen beinahe den ganzen Raum zwischen dieser und dem Schildchen aus; die Behaarung des Rückenschildes ist dunkel; das Sehildchen breit röthlieh gerandet, die Brustseiten sind schwarzbraun und ebenso behaart, die weisse Makel am vierten Hinterleibsringe ist aus kurzen Härchen gebildet. Das erste Fühlerglied ist oben nicht vorgezogen, der zahnartige Fort- satz an der Basis des tief ausgeschnittenen dritten Gliedes reicht bis zur Mitte des Gliedes, das Untergesicht ist gelblichgrau bestäubt, ebenso die Stirne und der Scheitel, die Schwiele wenig erhoben und in einer schmalen Leiste bis zum Scheitel fortgesetzt, der Seheitel selbst ist glän- zend schwarz; der Ocellenfleck deutlich, Punktaugen jedoch nicht zu unterscheiden. Die schwarzen Beine sind an den Schenkeln ziemlich aufi'allend schwarz behaart; Hinterschienen auf der Aussenseitc schwarz gewimpert. Die Flügelzeichnung ganz, wie W'iedemann sie beschrieb, die erste Hinterrandzelle offen, die obere Zinke der Cubitalgabel ohne Aderanhang. Es ist nicht unmöglich, dass Walker bei der Beschreibung seinev Dic/ieiacera sjjarsa, obige Art vor sich hatte. 23. TABANi:S MINUS n. sp. 9. Die Art hat mit 7h//ami« (/uttijjenms W. die grösste Ähnlichkeit, unterscheidet sicli aber schon ganz allein duich die Bildung der Fühler wesentlich von dci-clhcn. Diptera. 89 Rückenschild-. und Scbildchen wie bei der genannten Art, die Behaarung heller; Hin- terleib glänzend schwarz und schwarz behaart, am vierten und fünften Ringe hinten je ein kleines, aus goldgelben Haaren gebildetes Rückenfleckchen; Bauch schieferblau bereift, was sich theilweise auch auf der Oberseite zeigt. Kopf schwarz; Untergesicht und Stirne hell zimmtröthJich bestäubt, die Stirnschwiele ober den Fühlern pechbraun, an der Basis breit, dann allniälig in eine schmale Leiste übergehend, die bis über die Stirnmitte hinaufreicht, an der Stelle des Ocellenfleckes ein glänzend schwai-zcs Längsfleckchen; Backenbart falilgelb. Fühler braun, an der Basis heller, erstes Glied oben mit einer vorspringenden Ecke, das zweite hellste klein, oben in einen Dorn endigend, das dritte oben seicht ausgeschnitten, mit einer scharf vor- spiingendcn Ecke, doch ohne eigentlichen Zahnfortsatz. Taster dunkel rostgelb, Rüssel glän- zend schwarz, kurz. Beine braun. Schienen rostgelb, die vordersten an der Spitze dunkelbraun, die Tarsen schwarz, an den hinteren Paaren braun, mit hellerer Basis. Schenkel fein aber ziem- lich lang behaart; Hinterschienen auf der Aussenseite rostgelblich, gewimpert, doch weniger dicht als bei T. guttijiennis, die Flügel jedoch ganz so wie bei dieser Art gezeichnet. G'". Drei \^'eibchen aus S ü d a m e r i k a. Die Art scheint nicht selten, ich selbst besitze sie in einer Sammlung in mehreren brasilianisclien Stücken, um so mehr wundert es mich, keine zutreffende Beschreibung derselben aufgefunden zu liaben; ein Stück meiner Sammlung erhielt ich unter dem Namen Tab. potator W., mit dem sie in keinem Fall identificirt werden könnte. 24. TABANUS MACQUARTI Schin. '^ Talanns npioah's Macq., Dipt. exot. Suppl. II. 20, lOi. ''.Tabanus rubidus Macq. 1. c. Suppl. 11. 19, 100. Die Beschreibungen der citirten Macquart'schen Arten passen auf vier Weibchen aus Südamerika so gut, dass ich die eine oder die andere auf sie anwenden könnte, freilich ist damit auch zugegeben, dass sie wenig charakteristisch sind, und vielleicht auch auf noch andere Stücke angewendet werden könnten. Aber auch abgesehen davon, würde keiner der Macquart'schen Namen hier verwendet werden dürfen, weil beide Namen von Wiedemann schon früher für andere Arten vergeben worden sind. Ich beschreibe meine Art ausführlicher: Schwarzbraun, Rückenschild mit fahlgelblichem Tomente, das Vorderflügeldreieck braunroth, die Brust- seiten schiefergrau bereift, mit weisslicher Behaarung, an der Flügelbasis mit einem goldgelben, oben scliwarzen Haarbüschel. Hinterleib rothgelb, vom fünften Ringe angefangen schwarz, die Ringeinschnitte heller; Bauch wie die Oberseite. Kopf schwärzlich, Untergesicht und Stirne grau bereift, ersteres weiss behaart, der Backenbart sehr dicht; Fühler schwarzbraun, in ihrer Bildung wie bei der nächstfolgenden Art fTab. argijrophorus), nur sind die Basalglieder kahler; ebenso sind Rüssel und Taster wie bei dieser; die Stirnschwiele glänzend schwarz, schmal und lang, hinten leistenartig fortgesetzt, vor dem Scheitel verschwindend. Beine schwaiz, Hüften weisslich-, Schenkel späilich aber ziemlich lang schwarz behaart. Hinterschienen auf der Aussen- seite dicht schwarz bewimpert. Flügel rothbräunlich tingirt, am Vorderiande intensiver, am Hinterrande verwaschen; erste Hinterrandzelle offen, obere Zinke der Cubitalgabel ohne Ader- anhang, an der Basis oben steil und dann plötzlich abbeugend. 8V2 — 9'". Columbien. Es könnte hei der Bestimmung auch an Tabamts rufiventri.s Mcq. gedacht werden, obwohl ausser der Färbung des Hinterleibes nichts zutrifft, allein auch der Name Tabanus ruficentria ist einmal von Wiedemann, und ein zweites Mal von Macquart selbst schon früher für andere Arten vergeben worden. Novara-Expedition. Zoologischer Theil. Bd. II. Scliiner. Dlpter..». 12 90 Dr. J. IL Schiner. 25. TABANUS AEGYROPIIORUS n. sp. 9 . Rückens eh ild sein- dunkel biaunroth, mit diei breiten, glänzend schwarzen Striemen oder eigentlicli strienienartigen Längsflecken, welche fast die ganze Oberseite einnehmen, die y^hulterbeule, eine Binde von dieser bis zur Flügelbasis und die Brustseiten zottig fuchsi-oth behaart, die Oberseite an den schwarzen Stellen mit dunkler, an den helleren mit fuchsröth- licher kurzer Behaarung; Schildchen braun mit braunrothem Rande. Hinterleib glänzend schwarz, breit und verhältnissmässig kurz (ungefähr wie bei Tab. ater) kurz- an den Seiten- ländern, besonders gegen hinten zu länger- schwarz behaart, auf der Mitte des vierten Ringes ein stumpf dreieckiger, glänzend weisser Haarfleck; Bauch schwarz mit zwei Reihen glänzend weisser runder Soitenfleckchen. die am zweiten bis vierten Ringe stehen. Kopf schwarz; Unter- pesicht hell, zimmtroth bestäubt, der Backenbart lebhaft fuchsroth; Stirne ober den Fühlern polstcrartig erhoben, zimmtroth; die glänzend schwarze Schwiele schmal und lang, von der Mitte an etwas verschmälert und in einer schmalen Leiste bis zum Scheitel fortgesetzt; die Augenränder gelblich bestäubt; der Ocellenfleck vorhanden, die Punktaugen aber rudimentär, die Behaarung an dieser Stelle sehr dicht und fleckenartig schwarz; Hinterkopf blass zimmt- röthlieh besiäubt; Fühler matfschwarz, erstes Glied oben in eine Spitze vorgezogen, zweites versteckt, in einen Dorn endigend, beide etwas schwarz behaart, drittes oben tief ausgeschnitten, mit einem über die Mitte des Gliedes hinausragenden stumpfspitzigen Zahnfortsatz; Rüssel schwarz mit langen Saugflächen, Taster mattgelblich, wenig kürzer als der Rüssel, fast gleich- breit und etwas gebogen. Beine glänzend schwarz, die Schienen besonders aussen mit einem dichten rothgelblichen Tomente, die Schenkel sehr fein- aber lang schwarzbehaart, die Hinter- schienen auf der Aussenseite dicht schwarz bewimpelt. Flügel bräunlich tingirt, an der Basis, am Vorderrande und in der Gegend des Randmales sehr intensiv, um die Spitze und auf der Mitte der Discoidalzelle blasser, dieMediastinalzelle, mit Ausnahme der Basis rostgelblich; erste Hinterrandzelle ofl'en, obere Zinke der Cubitalgabel ohne Aderanhang, aber an der Basis sehr steil, dann plötzlich abbeugend. Schüppchen und Schwinger schwarzbraun. 8'". Sechs Weibchen aus S ü dam e r i ka. 26. TABANUS CINNAMOMEUS n. sp. 9 li ückenschild und Schildchen braun, mit zimmtbraunem Tomente und kurzer spärlicher Behaarung; Brustseiten etwas grau schimmernd, mit brauner, stellenweise schwarzer Behaarung: das Vorderflügeldreieck rostroth. Hinterleib dunkel zimmtroth, ohne Glanz, mit einer schwar- zen Fleckenstrieme auf der Mitte, deren Flecke von Ring zu Ring an Grösse zunehmen, vom zweiten Ringe angefangen auch mit schwarzen Seitenrändern; Baueh schwarz, graulich bereift, die Einschnitte rostgelb, am äussersten Rande weiss. Kopf schwarzbraun, Untergesieht und Stirne mit zinimtbrauncr Bestäubung, der Backenbart fahlgelb; die glänzend schwarze Stirnschwicle lang, au der Basis am breitesten, dann allmälig sich verschmälernd und leisten- artig bis fast zum Scheitel fortgesetzt; Fühler schwarz; das erste Glied auf der Innenseite, das zweite last ganz rostgelb, in ihrer Bildung wie die vom Tab. argyropkorus nur ist der lange Zahn auf der Oberseite des dritten Gliedes noch schlanker; Rüssel schwarz, mit langen breiten Saugflächen, die Taster rostgelb, in Folge der Bestäubung matt, kaum kürzer als der Rüssel. Beine schwarz, die Schienen der vorderen Paare von der Basis her in ziemlicher Ausdehnung braunroth, die Schenkel spärlich, aber lang schwarz behaart, die Hinterschienen auf der Aussen- seitc schwarz bewimpert. Flügel rostbräunlich tingirt, am Vorderrande intensiver, das Geädcr y'-mhci Tab. urcjyropliorus. 8'". Südamerika. Fünf Weibchen. Biptera. 91 . 27. TABANUS CALOPTERUS n. sp. 9 . Rückenschild schwcarz, mit zwei, wenig auffallenden, rostg-elblichen Längsstriemen, die hinter der Quernaht zusammenfliessen und mit ebenso gefärbten Seiten; die kurze, ziemlich dichte Behaarung schwärzlich, um die Flügelbasis gelblichweiss; Schildchen schwarz, am Rande roth- gelb und ebenso behaart. Brustseiten grau, mit dichter weisslicher Behaarung, von der Flügel- basis bis zur Schulterecke ein schwarzer Haarstreif. Hinterleib intensiv mattschwarz, kurz schwarz behaart, am vierten Ringe eine breite, den ganzen Ring einnehmende silberweisse Haarmakel; der Bauch schwarz, die vier vorderen Ringe mit weissen Haarsäumen. Kopf schwarz, Untergesicht hellgrau bestäubt und weiss behaart; die Stirne ober den Fühlern weiss, weiterhin schwärzlich, die Augenränder kaum lichter bestäubt; die glänzend schwarze Schwiele an der Basis breit und ein Stück weit gleichbreit, hinten in eine schmale Leiste verschmälert, die bis zum Scheitel reicht; der OceUenfleck deutlich, die Ocellen rudimentär, Fühler matt- schwarz, erstes Glied vorne etwas vorgezogen, das zweite sehr kurz, in einen Dorn endigend, beide fast kahl, das dritte oben tief ausgeschnitten, der zahnartige Fortsatz ziemlich schlank und stumpf über die Mitte des Gliedes hinausreichend; Rüssel und Taster schwarz, letztere schmal und etwas gebogen, wenig kürzer als der Rüssel. Beine schwarz, Hüften grau bestäubt und weiss behaart; Vorderschienen an der Basis weissgelb und weiss behaart, die sonstige Behaarung der Beine schwarz, an der Aussenseite der Hinterschienen wimperartig. Flügel intensiv schwarzbraun, die beiden Basalzellen, mit Ausnahme eines Wisches an der Basis, die Flügelspitze, der Flügelhinterrand und der Zellenkern der Discoidalzelle glashell, die Media- stinalzclle rostgelb, die Grenze des Schwarzbraunen beginnt an der Mündung der Subcostal- zelle, greift dann mit einem Spitzchen bis in die Basis der Gabelzelle vor, von wo sie wieder zurücktritt und den Flügelrand bis zur Analzelle freilässt, letztere ist bis zur Spitze bräunlich, die Axillarzelle und der Flügellappen sind fast glashell; Schwinger schwarz mit weissem Knopfe. 7'". Südamerika. Neun Weibchen. Die Art hat eine grosse Ähnlichkeit mit Tabanus nigripaJpis Mcq. bei dieser Art ist aber das dritte Fühlerglied rothgelb, der Hinterleib bräunlichschwarz, an den Einschnitten etwas weisslioh, die Schwinger gelblich und die Flügelzeichnung verschieden, auch ist er nur mit W" Länge angegeben, was mich Alles bestimmte, meine Art für verschieden zu betrachten. 28. TABANUS POECILOPTERUS n. sp. 9 . Roth gelb, Rückenschild mit äusserst kurzer, goldgelb glänzender Behaarung; Brustseiten matt weiss und weisslich behaart. Hinterleib schmal und lang mit einer, aus einem goldgelben Tomento gebildeten, hinten erweiterten, nur in gewisser Richtung deutlich vortretenden Rücken- strieme, die beiden letzten Ringe braun, hinten goldgelb bewimpert; der Bauch weiss bereift Kopf rothgelb, Untergesicht weiss bestäubt, der Backenbart weiss; die Stirne ober den Fühlern gelblich bestäubt, weiterhin intensiv rothgelb, die glänzend pechbraune Schwiele an der Basis ziemlich breit, an den Augenrändern anliegend, dann allmälig sich verschmälernd und in einer schmalen Leiste fast bis zum Scheitel fortgesetzt; das Ocellenfleckchcn etwas gleissend, die Ocellen jedoch ganz rudimentär; Hinterkopf weiss bestäubt; Fühler rothgelb, an der Basis lichter, das zweite Glied am Rande, das dritte auf der Spitzenhälfte schwärzlich; erstes Glied oben nur wenig vorgezogen, das zweite in einen Dorn endigend; das dritte oben tief ausge- schnitten, der vorspringende Zahnfortsatz wenig kürzer als das Glied selbst, gebogen, stumpf- spitzig. Rüssel braun, Taster rostgelb, gebogen, wenig kürzer als der Rüssel. Beine rothgelb; 92 Dr. J. n. Schiner. Vorder- und Hintei'.scliciikel an dei- Sj)itze, so wie die Ilintei'schicnen aussen braun; Vordei- scliienen an der BasalJiälfte wcisslich, -weiterhin, so wie alle Tarsen seliwarzbraun. Flügel o-lasliell unterhalb des Kandmahls ein braunes Fleckchen, das sich seh weifartig bis in die Basis Cubitalo-abel ausbreitet und hier etwas erweitert, ein zweites braunes Fleckclien liegt um die, die Discoidalzclle vorne abschliessenden Queradern, ein diittes an der Flügelspitze. Schüppchen braun, njit dickem schwarzbraunem Rande, Schwinger braun mit hellem Stiele; erste Hinter- randzelle offen, die obere Zinke der Cubitalgabel ohne Aderanhang abei- steil entspringend und dann plötzlich abgebogen. — 5'". 13 "Weibchen aus Südamerika. lull fand wedoi- unter den Tabanen noch unter den Dichelaocren eine Beschreibung, die auf obige Art passen würde. 29. TAB ANUS CARBO Macq. Dipteres exotiques, Siippl. IV. .33, 104. Ein Männchen aus Chile. Macquart's Beschreibung passt vollständig, überdies besitze ich ein Macquart'sches Originalstück, mit dem meine Art völlig übereinstimmt. Tah. coracinus Phil, unterscheidet sich nur dadurch von T. carho, dass bei demselben die Augen im Leben schwai'z sind, während sie bei T. carbo brennend roth sein sollen. Ich habe die Färbung der Augen durch Aufweichen Avieder beigestellt, sie ist bei beiden mir vorliegenden Stücken ganz gleich und zwar lebhaft carminroth, in's Grüne spielend, von der Basis der Fühler her über die Mitte mit einem purpurrothen Querbande. Die Ocellen sind bei dieser Art sehr deutlich vorhanden; die erste liinterrandzelle ist offen, die obere Zinke der Cubitalgabel hat keinen Aderanhang. Ich erwähne ausdrücklich, dass an den Ilinterschienen auch nicht das Rudiment eines Endspornes vorhanden ist. ?^). TABANüS EUGENS Phil. VerhanJl. d. zool-bot. Gesellscli. XV. 719. Ich zweifle nicht, dass das mir vorliegende, aus Chile stammende Stück zu obiger Art gehört; schon die eigenthüniliche Bildung der Fühler allein würde genügen, um diese Ansicht zu begründen. Die Fühler gleichen mehr denen der Gattung Fangonia, die beiden ersten Gliede, sind rundlich, auch das zweite ziemlich lang, das dritte zeigt aber kaum die Spur einer vor- springenden Ecke und die Ringclung beginnt nahe an der Basis. Kopf und Augen sind dicht schwarz behaart, die Punktaugen sind deutlich vorhanden, ein Endsporn an den Hinterschienen i.'-;t nicht vorhanden; die erste Hinterrandzelle ist weit offen, die obere Gabelzinke der Cubital- im die Fühler lothgelb, weiterhin hellbraun, die glänzend scliwarze Schwiele rund, klein, hinten mit einer schmalen Leiste sich fortsetzend, neben der jedcrscits wieder ein schmales Leistchen liegt; Fühler lebhaft rothgelb, die Spitze des dritten Gliedes schwarz; erstes Glied vorne eckig vorgezogen, zweites in einen Dorn endigend, drittes oben seicht ausgeschnitten mit einem kurzen, spitzen Zähnchcn. Beine schwarzbraun, die Vorderschlencn an der Basalliälfte, die mittlcicn durcliau.s, die hintersten auf der Innenseite hell rosibiäunlich. Flii-cl um den Diptera. 93 ganzen Rand herum rostbraun tingirt, auf der Mitte heller, die Queradern fleckenartig braun gesäumt, je ein braunes Fleckchen in der Basis der Cubitalgabel und an der Spitze der Discoidal- zelle; das Randmahl gi-oss, gleichfalls braun, erste Hinterrandzelle offen, obere Zinke der Cubi- talgabel ohne Aderanhang. — 5'". Ein Weibchen aus Brasilien. 32. TAB ANUS FASCIBENNIS Mccj. Dipteres exotiques, Suppl. I. 35, 71. Taf. IV, Fig. 1. Ein Weibchen aus Brasilien. Das dritte Fülilerglied (es fehlte dem Macquart'schen Stückej ist lebhaft rothgelb mit schwarzer Spitze, auf der Oberseite nur wenig ausgeschnitten, der Zahnfortsatz daher sehr klein, die beiden ersten Fühlerglieder sind kurz, das zweite endet in einen Dorn; alles Übrige genau nach Macquart's Angaben. 33. TABANUS CEYLONICUS n. sp. 9 . Glänzend scliwarz, sehr kahl, der RUckenschild an den Seiten und besonders das Vorderflügeldreieck, so wie der Hinterleib an den Seiten etwas in's Braunrothe ziehend, an den Brustseiten, gerade unter der Flügelbasis ein rostbraunes Fleckchen, der Bauch an der Basis gleichfalls, aber wenig auffallend röthlichbraun, die kurzen Härchen am Seitenrande des Hinterleibes schwarz. Kopf schwarz, das Untergesicht in gewisser Richtung dunkel zimmtbraun, die Stirne schmal, gegen hinten zu elwas breiter, die glänzend schwarze Schwiele, knapp über den Fühlern, gross, den ganzen Zwischenraum zwischen den Augen ausfüllend, oberhalb der- selben ein länglich viereckiges, minder glänzendes Fleckchen, von dem aus drei feine, glänzende Streifen sich bis zum Scheitel ausbreiten, der Zwischenraum zwischen demselben matt bläulich grau; Fühler lebhaft rothgelb, das dritte Glied an der Spitze schwarz, das erste Glied cylindrisch, vorne nicht erweitert, das zweite kurz, vorne ohne Dornspitze, beide kahl, das dritte oben kaum ausgeschnitten, die Ecke daher wenig vortretend, die Ringelung wie bei den übrigen echten Tabanen; Rüssel schwarz, mit langen Saugflächen, Taster schwarzbraun, wenig kürzer als der Rüssel, an der Basis breit, in eine Spitze endend, etwas gebogen; der wenig auffallende Backen- bart schwarz. Beine schwarz, die Kniee und Schienen weissgelb, von gleicher Farbe auch die Metatarsen der Mittel- und Hinterbeine und theilweise auch die nächsten Tai'senglioder. Flügel rein glashell, die Subcostalader blassgelb und ebenso gesäumt; erste Hinterrandzelle offen, obere Zinke der Cubitalgabel ohne Aderanhang, an der Basis aber sehr steil beginnend. — 6'". Zwei Weibehen aus Ceylon. Eine von allen Tabanen sehr abweichende Art, die als Typus einer eigenen Gattungsgruppe betrachtet werden könnte. STIBASOMA nov. gen. Kopf breiter als der Rückenschild, etwas flaciigedrückt, hinten ausgehöhlt, die Ränder des Hinterkopfes daher sehr schmal; Augen kahl, bei dem Weibchen durch die nicht sehr breite Stirne getrennt; Punktaugen fehlen; Fühler unterhalb der Kopfmitte eingefügt, erstes und zweites Glied kurz, das zweite oben in einen Dorn endigend; drittes oben tief ausgeschnitten, mit einem langen, dicken, an der Spitze abgestumpften Zahnfortsatze, der wenig kürzer ist als das Glied selbst, fünfringlig, der erste Ring breit, die übrigen vier sehr knapp aneinander liegend, klein; Untergesicht gewölbt, die Wangen durch eine tiefe Furche von der übrigen Gesichts- fläche getrennt; Rüssel dick und kurz, die Saugflächen etwas erweitert, die Taster des Weib- chens gross und breit, vorne zugespitzt. Rückenschild flach gewölbt, kaum breiter als lang 94 Dr. J. R. Schiner. und voine und liinten £rlcicli breit; das Schildclien gewölbt. Hinterleib kaum langer als der liückonsfliild, sehr dick und plump, polsterartig' gewölbt. Beine stark, an den Vorderbeinen die Hüften fast so lang als die Schenkel, die Schienen breit und dick, gebogen, die Tarsen breit, an den Mittel und Hinterbeinen die Hüften kurz, die Schenkel stark, an den hintersten die Schienen breit und durch eine sehr auffallende wimperartige Behaarung an der Aussenseite noch bieiter erscheinend. Tarsen wie an den Vorderbeinen. Flügel im Geäder wie bei den Tabanen, die erste Hinterrandzelle breit offen , die obere Zinke der Cubitalgabel ohne Aderanhang. Typische Art: Tahamis theotaema W. Die neue Gattung unterscheidet sich von den Tabanen durch den dicken, stark gewölbten und verhältnissmässig kurzen Hinterleib schon habituell, überdies durch die verdickten , gebo- genen Vorderschienen; von Sfi/asoma und Hadrus duixh die Bildung der Fühler, ausserdem durch keineswegs metallische Färbung. Auch Tahamis tristis W. gehört hieher. 34. STIBASOMA THEOTAENEA W. Tahanus theoiaonia AV., Aussereurop. zweifl. Insecten I. 136, 38. Ein mir vorliegendes Stück aus Südamerika stimmt mit der Wiedemann 'sehen Beschreibung und ausserdem ist die Bestimmung durch Vergleich mit typischen Exemplaren der Wie demann'schen Sammlung sicher gestellt. Zur Eigänzung der Besehreibung füge ich Folgendes bei: Die Spitze des dritten Fühleigliedes ist rothgelb, die eirunde Stirnschwiele ist vorne etwas verbreitert und auf der Mitte durch eine Furche getheilt; der erste und zweite Hinterleibsring sind hellgelb, fast weiss, die folgenden Ringe gelbroth, der Bauch ist an der Basis schwäi'zlich (die Behaarung ist am vorliegenden Stücke abgerieben), Beine schwarzbraun, Tarsen rothgelb. Alles sonst wie von Wiedemann angegeben ist. 35. STIBASOMA FULVOHIRTÜM W. Tabanus fiilvohirtns W., Aussereurop. zweifl. Insecten I. 155, 70. Zwei Weibchen aus Columbien. Die Bestimmung ist durch Vergleich mit tvjiisclien Exemplaren der Wiedemann'schen Sammlung sicher gestellt. Die Fühler sind an den vor- liegenden Stücken nicht schwarz, sondern schwarzbraun, das üntergesicht ist weissgrau bestäubt und behaart, ebenso ist die Stirne vorne weisslich und nicht gelblieh. Der Hinterleib ist schwarz unter den weissen, aus feinen Härchen gebildeten Einschnitten ist die Grundfarbe rostroth. Die Hüften sind gelb, die Schenkel mit Ausnahme der Spitze, die Schienen mit Ausnahme der Basis schwarz, sonst rothgelb, die mittelsten Schienen ganz rothgclb, ebenso die Tarsen ; alle lichteren Stellen sind weisslich, die dunklen schwüi-zlicli behaart, die Wimpern auf der Aussenseite der Hinterschienen sehr auft'allend. 3G. DICHELACERA CERVICORNIS F. Talanus ei'rricornla F., Systeina Antliator. lUO, 35. — Talanns ceriucornis W., Aussereurop. zweifl. Insecten I. 1.Ö7, 73. Sechzehn weibliche Stücke aus Südamerika, die mit den typischen Stücken der ^^ iedemann'schcn Sammlung übereinstimmen. Zur Ergänzung der Wiedemann'schen Beschreibung füge ich bei: dass die beiden braunen Flecke am Flügclrande eigentlich zu einer einzigen Binde zusammengeflossen sind, die von der Flügelspitzc bis zur fünften Hinterrandzelle herab sich erstreckt, aussen durch etwas lichtere Stellen allerdings etwas unterbrochen erscheint, die innere Grenze derselben ist gleichfalls etwas unterbrociien. Das Stirndreieck ist fast vier- eckig, bcrüiirt beide Augenräadcr und ist hinten in ein Sj)itzchcn ausgezogen. Diptera. 95 37. DICHELACERA JANUARII W. Tahanus Januarii W., Zoolog. Mag. I. 3, 43 und Aussereurop. zweifl. Insecten I. 1G2, 79. Drei Weibchen aus Südamerika, stimmen mit den Stücken der Wiedemann 'sehen Sammlung. Die Art sieht der Dichelacera cervicorms F. zum Verwechseln ähnlich, sie unter- scheidet sich von ihr nur durch Folgendes: sie ist im Ganzen heller gefärbt, überall mehr gelb als braun, die Stirnschwiele ist klein und mehr dreieckig, sie berührt die Augenränder nicht, die innere Grenze der von der Flügelspitze bis zur Analzelle reichenden bräunlichen Flügel- binde ist nirgends unterbrochen, sondern ganz gerade; die Flügelzeichnungen überhaupt blässer nie so dunkel wie bei der genannten Art. 38. ACANTHOCERA TRIGONIFERA nov. sp. Eine pi-achtvolle neue Art. Schwarzbraun; Rückenschild mit zwei schmalen, ent- fernt stehenden gelben Längsstriemen und je einen ebenso gefärbten Makel vor der Flügelbasis; Brustseiten gelb gefleckt; Schildchen rostbraun. Hinterleib mattbraun, am ersten und zweit- ten Ringe je ein sani ratschwarzes, goldgelb eingefasstes Dreieck, das mit der breiten Basis die ganze Ringbreite ausfüllt und dessen Spitze den Vorderrand am ersten Ringe ganz, am zweiten bei weitem nicht erreicht; Bauch mit zwei weissgelben Querbinden, die erste den Vorder- und Hinterrand der Basairinge einnehmend, die zweite schmälere am Ilinterrande des zweiten Ringes. Kopf schwarz, das rundgewölbte Untergesicht stark glänzend, am Augenrande und an den Seiten weiss schimmernd; Stirne weissgrau, mit einer glänzend schwarzen Schwiele, von der sich eine schmale Leiste bis zum Scheitel fortsetzt; Fühler an der Basis gelb, weiterhin braun, das erste Glied fast viermal so lang als das zweite, das dritte merklich länger als das erste, an der Basis oben mit einem sehr spitzig endenden Fortsatz, der bis zur Mitte des Gliedes reicht; Taster so lang als der Rüssel, schmal und etwas gebogen, rostbräunlich; der Rüssel schwarz, massig lang. Beine gelbbraun, die Vorderschienen an der äussei-sten Basis, die Mittel- sehienen durchaus, die Hinterschienen an der Basalhälfte weiss. Flügel schwarzbraun, mit einem glashellen, dreieckigen Fleck auf der Mitte, der gerade über den Basalzellen liegt und mit sehr schmalem glashellem Rande, der in der Gegend der Analzelle verengt ist. Schwinger schwarzbraun. 5'". Drei Weibchen aus Südamerika. Von Acanthocera loiiyicornis F., abgesehen von allen anderen, durch die verschiedene Flügelzeichnung sogleich zu unterscheiden; bei A. loiirjicoriiis ist ein breiter Ausschnitt zwischen der Flügelspitzo und der Analzelle glashell und die glashelle Färbung überhaupt vorherrschend; an eine Verwechslung mit A. exstincta W. ist nicht zu denken. Die G3,ttu.ng Acanthocera von Macquart in den Sultes a läuffon (I. 209) aufgestellt, ist von^deraselben nicht scharf genug charakterisirt worden, um sie von Dichelacera sicher unterscheiden zu können. Die Angabe Macquart's, dass der Fühlerfortsatz an der Basis des ersten und zweiten Gliedes sich befinde, ist ganz un- richtig, er befindet sich, wie bei allen Tabaniden, wo er vorhanden ist, an der Basis des dritten Gliedes. Dass aber diese Angabe nicht auf einem blossen Druckfehler beruht, geht daraus hervor, dass Macquart in der Bestinimungstabelle zur Familie der Tabaniden (Diptkes exot. I. 90) die Gattung Acanthocera zu den- jenigen Gattungen stellte, bei denen das dritte Fühlerglied keinen Fortsatz hat. Macquart kannte überhaupt, als er die Gattung Acanthocera aufstellte, auch nicht eine einzige Art dieser Gattung", und darum konnte er sie auch nicht richtig charakterisiren. Er benützte blos Wiedemann's Angaben und dessen Bemerkung, dass Haematopota longicornis nicht in die Gattung Haematopota passe, um etwas voreilig eine neue Gattungs- gruppe aufzustellen. Das geht auch klar aus dem Versehen hervor, dass er eine Art als Dichelacera beschrieb, und derselben ganz zufällig den Namen Dichelacera longicornis gegeben hat, die nichts anderes ist, als 96 Dr. J. B. Schincr. unsere Acantliocera longicornis F. W. Das wesentlichste Merkmal zur Unterscheidung der Gattungen Diclifla- cera und Acan/hocera ist die Bilduug der Fühler. Diese sind nämlich bei Acanthocera sehr lang und gestreckt, das erste Glied ist fast so lang als das dritte, und dieses ist in fast gleiche Ringe getheilt. Bei Dichelacera ist das erste Fühlerglied allerdings auch etwas verlängert, was nebst der schlanken Körpergestalt das einzige sichere Merkmai ist, um sie von Tabanus zu unterscheiden, es ist aber immer bedeutend kürzer als das dritte und dieses ist so gebildet und geringelt, wie bei den Tahanus-Avt7 Adamsn nannte. Das sind Arten, die entschieden nicht in derselben Gattung ver- einigt bleiben können. Man hat die Nemestrina Tauscheri als typische Art der Gattung Rhynchocephalus gelten lassen, und es sind daher die Arten, welche sich um diese Art gruppiren. als Wiynchocephalus- kxtQw zu betrachten. Es sind dies wahrscheinlich die JV. caucasica Pall. und N. albofasciata W. Sie unterscheiden ?ich von den südafrikanischen Nemestriniden mit ungegitterten Flügeln durch ver- hältnissmässig schmälere Stirne (nicht schmale Stime wie Loew annimmt, da die Weibchen ziemlich breite Stirne haben), durch ziemlich kurze Flügel, zweigliedri- gen Fühlergriffel, fadenförmige Taster und den mehr Bombyh'us-aTtigen Habitus. Auch die borstenartigen Lamellen der weiblichen Legeröhre bei N. Tauscheri dürften ein Unterscheidungsmerkmal bieten. Die Gattung Hirmoneura Mg. muss im Sinne Meigen's, auf Arten mit kurzem und wesentlich verschieden gebildetem Eüssel beschränkt werden. Sie zeichnen sich noch durch die Bildung des Kopfes, durch die auf der Stirne zusammenstossenden Augen, das gleichbreite, ziemlich schmale, nie höckerartig vorgedrängte Untergesicht und den an die Lomatien erinnernden Habitus besonders aus. Typische Art ist H. obscura Mg. Die Gattung Fallenia Mg. mit den Rhynchocephalen in oben beschränkter Auffassung nächst verwandt, unterscheidet sich durch den ganz ungegliederten Fühlergriffel und die kleine Zelle oberhalb der Discoidalzelle von allen übrigen. Über die Gattungen Colax W.. TricTiopsidea Westw. und Symmictus Loew ist nichts beizufügen, sie sind so abweichend von allen übrigen Gattungen, dass selbst scharfsinnige Dipterologen über ihre Stellung ganz im L^nklaren geblieben sind. So z.B. reihte Wiedemann die Gattung Colax zu den Oestriden. Das Gleiche gilt von der, mir übrigens nicht bekannten Gattung Exeretoneura Mcq., die der Autor zu denLeptiden gestellt hatte. Die Gattung Tricliophthalma^ e&t\f . erscheint mir wohl begründet, es werden in dieselbe alle von Mac quarr beschriebenen Ufrmoneura- Arten mit langem Rüssel und dicht behaarten Augen zu bringen sein, ebenso Hirmoneura barbarossa und niveibarbis Big. und die meisten der Philippi- schen Hirmoneuren. Eine Note Philippi's, am Schlüsse seiner Aufzählung der chilenischen Dipteren (Yerh. d. zool.-bot. Ges. XV. 663) zeigt, dass dieser Autor wohl erkannte, dass seine Hirmoneuren nicht alle in diese, von ihm im. Macquart'schen Sinne angenommene Gattung gehörten. Wesentliche Charaktere der Gattung Trickophthalma sind die schmale oder sehr schmale Stirne, das unten ver- breiterte und höckerartig aufgetriebene Untergesicht, das verlängerte dritte, an der Basis oft eingeschnürte Fühlerglied, der dreigliedrige Fühlergriffel und die dicht behaarten Augen. Auch im Flügelgeäder zeigt sich bei denselben eine grosse Über- einstimmung — die obere Zinke der Cubitalgabel ist bei keiner mir bekannten Art mit der Radialader durch eine Querader verbunden. Die südafrikanischen Xemestrinen, für welche Loew, mit Unrecht den Macquart'schen Namen Megisto- IQg D?: J. E. Schiner. rhynchus anwendete, unterscheiden sich von den Trichojihthalmen durch die Kopf- bildung, das nie höckerlormig aufgetriebene Untergesicht und durch nackte Augen. Es gleichen diese Arten im Habitus mehr den Tabaniden- und ganz den echten Nemestrina-Arten während die Trichophthalmen einen eigenthümlichen, mehr an gewisse Bombyliden erinnernden Habitus zeigen. Nach dieser Auseinandersetzung glaube ich genügend angedeutet zu haben, in welcher Weise ich die oben genannten Gattungen auffasse, und wie ich sie in präciserer Begrenzung beibehalte. Ich werde nur eine einzige neue Gattung einfüh- ren, und zwar für die südafrikanischen Nemestrinen mit ungegitterten Flügeln, d.i. für die meisten jener Arten, für welche Loew den Namen Megistorhynchus an- zuwenden vorgeschlagen hatte. Ich werde diese Gattung Prosoeca nennen. In den oben angeführten zehn Gattungen sind bis jetzt 80 Arten publicirt worden, davon entfallen auf Europa nur 4, auf Amerika 20, auf Asien 10, auf Afrika 20 und auf Australien 19, w^ährend von einer Art das Vaterland nicht be- kannt ist. Nach den Gattungen vertheilen sich die echten Nemestrma-Avten über die Continente der alten Welt, während Trichophthalmen nur in Australien und Amerika vertreten zu sein seheinen. Aus der Gattung Colax sind je eine Art aus Amerika und aus Afrika, und zwei Arten aus Asien bekannt geworden. Trichopsi- deaen und Exeretoneuren kennt man nur aus Australien. Diejenigen Nemestrinen mit ungegitterten Flügeln, welche ich in die neue Gattung Prosoeca reihen werde, kennt man nur aus Afrika — die Ehynchocephalen scheinen in Asien (Taurien, um das caspische Meer und Klein-Asien) zu prävaliren. Der einzige sichere Schluss, der aus den vorstehenden Daten gezogen werden könnte , ist, dass die Nemestrini- den in Europa am relativ wenigsten vertreten zu sein scheinen, und in unserem Continente dalier als seltene Erscheinungen zu betrachten sind, und dass mit Aus- schluss von Hirmoneura obscura Mg., auch nicht eine einzige Nemestriniden-Art dem europäischen Faunengebiete eigenthümlich ist. 1. HIRMONEURA BIGOTI Sc hin. ITirmoneura hrevirostrata Bigot, Aiinales de la soo. entom. de France. Ser. III. S. 280. Taf. VI, Fig. 1. Zwei Männchen aus Cliile; die Bestimmung dieser prachtvollen, sehr ausgezeichneten Art unterliegt keinem Bedenken, zumal mir ein typisches Stück, das ich der Güte des Herrn Bigot selbst verdanke, zum Vergleiche vorgelegen hat. Den Namen änderte ich wegen der Hirmoneura hrevirostris Mcq., die zu Verwechslungen Anlass geben könnte, überdies ist er auch abgesehen davon, unpassend, weil die Hirmoneura- KvtQn. alle brevirostratae sein müssen, wenn sie in diese Gattung gehören sollen. Die Beschreibung, welche Bigot gibt, ist in einigen Punkten zu berichtigen, die Augen sind nicht nackt, sondern (auch am Bigot'schen typischen Stück) behaart. Die gelblichweisse Binde des Hinterleibes liegt, wie schon Philippi bemerkt hat, nicht am ersten, sondern am zweiten Ringe, sie besteht aus dichten Haaren; die Flügel sind am Vorderrande bis zur Mündung der Costalzelle ziemlicii lebhaft gelbroth, was über die Mitte hinabreicht, der Rest ist schwärzlich grau (bei einem Stücke glashell, mit breit grau Diptera. 109 gesäumten Adern), die Hinterbeine erscheinen durch die dichte schwarze Behaarung sehr dick und plump. Die obere Zinke der Cubitalgabel ist durch eine Querader mit der Radialader nicht verbunden. 2. HIRMONEURA ARTICULATA Phil. A'erhandl. d. zool.-bot. Ges. XV. 660. 15. Zwei Männchen aus Chile stimmen mit Philippi's Beschreibung bis auf den einzigen Punkt, dass die helleren Striemen des Rückenschildes in dem vorliegenden Stücke kaum ange- deutet sind. Diese Differenz ist aber um so gleichgiltigei-, weil die mir vorliegenden Stücke nicht sehr gut erhalten sind. Die obere Zinke der Cubitalgabel ist mit der Radialader durch eine Quer- ader an der Basis verbunden. Ich besitze ein Stück unserer Htrmoneura obscura Mcq., bei welchem diese Verbindung am rechten Flügel vorhanden ist, am linken aber ganz fehlt; es begründet somit das Vorhandensein oder die Abwesenheit der Verbindungsqiierader keine generiscbe Differenz. 3. HIRMONEURA PUNCTIPENNIS Phil. Verhandl. d. zool.-bot. Ges. XV. 660. 17. Drei Männchen aus Chile, die mit Philippi's Beschreibung ganz übereinstimmen. Die obere Zinke der Cubitalgabel ist mit der Radialader durch eine Querader nicht verbunden. 4. HIRMONEURA VICARIANS nov. sp. cf . Sehr düster schwärzlichbraun, ohne Glanz, der Hinterleib mit einer dunklen braun- röthlichen Bestäubung, Brustseiten, Unterbrust und Bauch weisslich. Die Behaarung auf der Oberseite vorherrschend schwarzbraun oder mindestens sehr düstex-, an den Brustseiten weisslich; zwischen der Flügelwurzel und dem dicht behaarten Schildchen ein sehr auffallendes, wand- artiges Büschel schwarzer Haare; am Hinterleibe ist die Behaarung nur an den Seiten der vorderen Ringe auffallender. Kopf schwarz, Untergesicht hell bestäubt; Fühler schwarzbraun, die beiden Basalglieder dicht und lang schwavz behaart, das dritte Glied kurz, fast rund, der Griffel deutlich dreigliedrig; Rüssel bräunlichgelb; Augen kurz- aber dicht behaart. Beine rothgelb, die Tarsen verdunkelt Flügel schwärzlich tingirt, am Vorderrande intensiver; obere Zinke der Cubitalgabel mit der Radialader durch eine Querader verbunden; Schwinger hell- braun. öV-i — 7'". Südamerika. Gleicht unserer Hirmoneura obscura Mg., ist aber dunkler gefärbt und namentlich durch die schwarzbraunen Fühler leicht von ihr zu unterscheiden. 5. HIRMONEURA ALBISTRIA nov. sp. ^. Schwarzbraun, ziemlich dicht behaart, die Behaarung auf der Oberseite des Rücken- schildes braun, an den hellgrau schimmernden Brustseiten und besonders in einem Streifen zwischen Flügelbasis und Schulter weisslich; unmittelbar vor dem Schildchen eine Querbinde weisser Härchen. Hinterleib abwechselnd weisslich und schwarzbraun behaart, an der Basis der Ringe die weissliche Behaarung vorherrschend, aber viel kürzer und dichter als die, besonders an der Seite ziemlich lange, dunkle Behaarung; Bauchseite weisslich. Kopf schwarz, das Untergesicht, der Scheitel und die beiden Basalglieder der Fühler dicht schwarz behaart. Fühler schwarz, drittes Glied kurz, fast dreieckig, der Griffel deutlich dreigliedrig. Augen dicht behaart. Beine gelblich, an allen Gelenken dunkler, die Behaarung hell, auf der Unterseite der Schenkel ziemlich lang. Flügel schwärzlichgrau tingirt, am Vorderrande intensiver und daselbst etwas ins Braunröthliche ziehend; obere Zinke der Cubitalgabel durch eine sehr schiefliegende Querader mit der Radialader verbunden. 5'". Ein Männchen aus Chile. 110 l)r. J. li. Sclnner. 6. TRICHOPIITIIALMA NOVAE-IIOLLANDIAE Macq. Eirmoneura Novae-IIollandiae Mcq., Dipteres exot. II. 1. 19. Taf. II, Fig. 7, Suppl. I. 101 und Suppl. IV. 99. Ein Männchen aus Sydney. Der Hinterleib ist bei dem vorliegenden Stücke ziemlich stark rostbraun, der Rüssel ist verliältnissmässig kürzer als bei den übrigen Tricliophtlialmen, die Taster haben eine schwarze Spitze, übrigens stimmt Macquart's Beschreibung in der Hauptsache vollständig. Die obere Zinke der Cubitalgabel ist mit der Radialader durch eine Querader nicht verbunden, wie überhaupt bei keiner der mir bekannten Trichophthalma- X.vten, während bei den echten Hirmoneuren dies häufiger vorkömmt. 7. TRICHOrHTHALMA MONOTAENIA nov. sp. $ . Schwarzbraun. Rückenschild schiefergrau bereift, mit einer breiten, ganz durch- gehenden schwarzbraunen Längsstrieme, die sich auf den braunrothen Schildchen fortsetzt. Die Seiten rostgelb, mit dichter, vorherrschend fahlgelblicher Behaarung; Brustseiten grau, oben etwas dunkler, unten fast weisslioh, dicht zottig behaart. Hinterleib mit zwei breiten, nach hinten zu alhiiälig verschmälerten, dann plötzlich abgestutzten, parallelen, wcisslichgrauen Längsbinden, welche die schwarzbraune Grundfarbe in der Mitte, als breite, in derselben Richtung mit der Rückenschildstrieme verlaufende Rückenstrieme und an den beiden Seiten breit freilassen; man könnte auch sagen: Oberseite des Hinterleibes weisslichgrau mit drei breiten schwarzbraunen Längsstriemen, wovon die äusseren knapp am Rande liegen ; Behaarung des Hinterleibes an den lichten Stellen hell, an den dunklen schwarz, die Seitenränder zottig gelblichweiss behaart, gegen hinten zu ins Fuchsrothe übergehend; die ganze Unterseite des Leibes ist weisslich und ebenso behaart, nur an den Seiten herrscht fuchsröthliche Behaarung vor. Kopf hellbraun, dicht röthlichgelb behaart, die Stirne mehr grau mit einer dunkleren Mittellinie; Augen dicht behaart; Fühler lebhaft rothgelb (das Endglied fehlte), Rüssel schwarz, Mundborsten rostgelb. Beine lebhaft rothgelb. Flügel fast glashell, am Vorderrandc etwas rostgelblich; die obere Zinke der Cubitalader mit der Radialader durch eine Querader nicht verbunden. Bei einem Stücke ist am linken Flügel die zweite Hinterrandzelle durch eine über- zählige Querader in zwei Zellen getheilt. Die Art ist sehr plump und dick. 7'". Zwei Weibchen aus Sydney. 8. TRICHOPHTHALMA EQUES n. sp. $ . Schwarzbraun; Rückenschild schiefergrau bestäubt mit fünf sammtschwarzen Längsstriemen; die mittelste ganz durchgehend und auch am Schildchen, wo sie sich zu einem Fleck erweitert, fortgesetzt; die beiden nächstliegenden kurz, an der Quernaht unterbrochen und gleich hinter derselben abgekürzt, die äussersten dem Rande knapp anliegend und den Saum desselben bildend; die Behaarung oben vorherrschend bräunlich, an den Seiten fast weiss, zottig, aber mit schwarzen Härchen gemengt; Brustseiten grau, dicht zottig blassgelblich behaart. Hinterleib mit zwei breiten, parallelen Längsbinden von schiefergrauer Färbung, welche sich nach hinten zu allmälig verschmälern und am letzten Ringe ziemlich spitz enden: diese Binden lassen die Grundfarbe auf der Mitte in einer breiten, als Fortsetzung der Rückcn- schildsstriemc sich darstellenden Rückenstrieme und an beiden Seiten breit frei; die Behaa- lung an der lichteren Stelle hell, an den dunklen schwarz, an den Seitenrändern durchaus weiss und dicht zottig; Unterseite weisslich und weiss behaart. Kopf braun, Untergesicht grau bestäubt und weisslich behaart; Stirne mit kurzer schwarzer Behaarung, auch die Augen dicht behaart; Fühler lebhaft rostroth, die beiden Basaigiicdci- weissschimmernd, der borstenartigo Griffel deutlich dreigliedrig; Rüssel schwarz, Mundborsten an der Basis rostgelb. Beine Bieter a. Hl lebhaft rothgelb, die Sehenkel wollig weiss beha.ait. Flügel last glashell, die Basis und die Subcostalader rostgelb; obere Zinke der Cubitalgabel mit der Eadialadec durch eine Querader nicht verbunden. 7'". Ein Weibchen aus Sydney. Die Art gleiclit im Aussolien der Tr. monotaenia , ist aber von ihr durch die verschiedene Zciehniing des Rückensohiides und Hinterleibes sogleich zu unterscheiden. 9. TRICHOPHTHALMA VICARIANS n. sp. cT 9 . Rückenschild schwarzbraun, mit vier weisslichen Längsstreifen, die beiden mittleren vorne erweitert, an der Quernaht mit den äusseren, knapp am Seitenrande anliegenden, durch eine weissliche Qiicrbinde verbunden ; die Behaarung auf der Oberseite vorherrschend fahl- gelblich, an den Seitenrändern dicht zottig fuchsroth, was sich auch über die ganzen, gi-au- bestäubten Brustseiten fortsetzt; Sehildchen weisslich, auf der Mitte mit einem dreieckigen, schwarzbraunen Fleck, dicht fuchsröthlieh behaart. Hinterleib genau so gezeichnet wie bei Trichojphthalma monotaenia \, die ziemlich dichte Behaarung ist auf der Oberseite überall fuchs- röthlieh; die ganze Unterseite des Leibes blassgelb mit rothgelber, an den Seiten fuchsröth- licher Behaarung. Kopf lichtbraun, Untergesicht und Stirne weissgrau bestäubt und fuchsroth behaart; die dichte Behaarung der Augen bräunlich, am Ocellenhöcker ein Büschel fuchsrother Haare. Fühler rothgelb, das dritte Glied an der Basis gliedartig abgeschnürt und daselbst weiss- lich, weiterhin ein Stück schwarz, dann rothgelb, der borstenartige Griffel deutlich dreigliedrig; Rüssel schwarz, die Mundborsten rostgelb. Beine lebhaft rothgelb, die Schenkel wollig, fuchs- röthlieh behaart. Flügel blassgraulich tingirt, am Vorderrande etwas intensiver; obere Zinke der Cubitalgabel mit der Randader durch eine Querader nicht verbunden. — Das Wei bellen ist etwas kleiner und bedeutend dunkler gefärbt als das Männchen, wie ich dasselbe auch bei Trichophthalma homhyliformis bemerkt habe; es gleicht übrigens sonst in allen Stücken dem Männchen. 6%^ 7'". Ein Pärchen aus Chile. Die Art hat grosse Ähnlichkeit mit Trichophthalma eques — es ist aber zwischen den australischen und sUdamerikanisclien Trichophthalma -Arten bei der sonstigen grössten Übereinstimmung schon der, von einem scharfblickenden Dipterologen nicht leicht zu übersehende Unterschied , dass bei den ersteren die Augen etvs'as mehr gewölbt und nicht breiter als der Rückenschild sind, während sie bei den südamerikanischen tlaeher und entschieden breiter als der Rückenschild sich darstellen, ein Umstand, der den Habitus gewaltig modificirt. 10. TRICHOPHTHALMA BOMBYLIFORMIS n. sp. cf 9 • Oeh ergelb; Rückenschild oben schwarzbraun mit zwei entfernt stehenden weissen Längsstriemen; Behaarung vorherrschend fahlgelblich, an den Seitenrändern auf gelblichem Grunde weisslich. Brustseiten etwas grau bestäubt und dicht gelblich behaart, zwischen Flügel- wuizel und Schulterecke ein schwärzlicher Haarstreifen. Schildchen und Hinterleib blass- gelb, letzterer mit dunkelbrauner Rückenstrieme und ebenso gefärbten Hinterrandseinsehnitten; Bauch fast weisslich; die Behaarung überall gelblich oder gelbweiss. Kopf lichtbraun, Unter- gesicht und Stirne weissgelblich bestäubt und ebenso behaart. Fühler lebhaft rothgelb, der borstenartige Griffel deutlich dreigliedrig, schwarzbraun. Rüssel schwarz; Mundborsten rost- roth. Augen dicht weisslich behaart, bei dem Männchen, wie gewöhnlich auf der Stirne zusam- mcnstossend, bei dem Weibchen ziemlich breit getrennt; die Ocellen glänzend schwarz, gross. Beine lebhaft rothgelb. Flügel blassgraulieh tingirt, an der Basis und am Vorderrande etwas bräunlich; obere Zinke der Cubitalgabel mit der Radialader durch eine Querader nicht ver- 112 Dr. J. B. Schiner. bundeil. Das Weibchen ist etwas kleiner und bedeutend dunkler als das Männchen, stimmt aber sonst in allen Punkten mit demselben überein. 3%— 4"'. Ein Pärchen aus Chile. Die Art konnte tür Trichophthalma fHirmoneura) flaviventria Blanch. (Hist. fis. y pol. de Chile. Zool. VII. 384) gebalten werden, ist aber von derselben, wie ich glaube, bestimmt verschieden, üie Blan- chard'sche Art besitze ich durch Herrn Bigot, der sie mit den typischen Stücken vergleichen konnte. — Sie ist grösser und zeigt am Hinterleibe nichts Braunes. Da Blanchard bei seiner Art von „maculis abdo- minis fuscescentibus", spricht und in der Beschreibung sagt: „Abdomen mas testaceo, peludo, con mancas parduscas mas ö menos anchas y aparentes", so könnte man wohl annehmen, dass Bigot die Art nicht richtig determinirte und meine Art die echte Tr. flaviventris Blanch. sei. Ich halte dies nicht für möglich, denn Blanchard sagt (1. c.) „capite nigro* und ,,alis infuseatis", zwei Merkmale, die bei meiner Art durchaus nicht vorhauden sind, so wie auch am Hintorleibe ganz regelmässig eine braune Rüokenstrieme und solche Einschnitte vorhanden sind, was man unmöglich mit „macuUs fusce3centibus" ausdrücken könnte. 11. TRICHOPHTHALMA ALBIBASIS Walker. Transactions of tlie Entomologioal Society of London. New series. IV. 134. Walker's Beschreibung passt vollständig auf ein mir vorliegendes Männchen aus Sydney, und ich vermuthe daher, dass demselben bei der Beschreibung ein Männchen vorgelegen habe. Ein zweites weibliches Stück von demselben Standorte, ist kahler, der weisse Haarstreifen an der Hiaterleibsbasis ist kaum angedeutet und das Untergesicht ist roth — es stimmt aber in allen übrigen Merkmalen und namentlich auch im Flügelgeäder vollständig mit dem Männ- chen, so dass ich beide, und zwar um so unbedenklicher als zusammengehörig betrachte, weil das erwähnte weibliche Stück abgerieben und sehr mittelmässig conservirt ist, die angegebe- nen Differenzen daher nur dadurch veranlasst sein können. PROSOECA nov. gen. Ich habe bereits im Eingange crwälint, dass die südafrikanischen Nemestrina- ^ricn mit an der Spitze nicht gegitterten Flügeln in eine eigene Gattung gebracht werden müssten. Loew hat für einige derselben den Mac quart' sehen Namen Megistorlnjnchus vorgeschlagen, mit diesem jedoch auch Arten mit gegitterten Flügeln, die sich von Nemestri7ia aegyptiaca und dei'en nächstvervvandte Arten durch eine schmälere Stirne unterscheiden, wie z. B. Nemestrina brevirostrig W. vereinigt gelassen. Ich kann dem nicht beistimmen. Der Name Megistorhynchus muss für die Arten, die mit Nemestrina longirostris W., wenn auch nicht durch die Länge des Rüssels, wohl aber durch den verhältnissmässig kleineren Kopf, kürzeren und gewölbteren Hinterleib, vorzüglich aber durch eine getheilte Axillarzelle übereinstimmen, aufrecht erhalten bleiben. Die Arten mit gegitterten Flügeln mögen, wenn sie weder mit Nemestrina im engeren Sinne, noch mit Megistorkynclms vereiniget werden können, besser in eine neue Gattung ver- einiget werden; sie mit den erwähnten südafrikanischen Arten mit ungegitterten Flügeln zu vereinigen halte ich für unnatüilich. Die Arten mit ungegitterten Flügeln — ich kenne von dieseu Nemestrina Westermamii W., N. accinota W. und N. vitripennis W. — stimmen tmtei- sich überein und nähern sich im Habitus mehr den Trichophthalma - Arten als den genuinen Nemestrinen. Sie haben als gemeinsame Merkmale: verhältnissmässig schmale Stirne, drei- gliedrigen Fühlergriffel, nackte Augen und an der Spitze ungegitterte Flügel; der Konf ist ziemlieh kurz, das Untcrgusicht erhoben, aber nicht höckerartig gewölbt; der Rüssel ist weit oder sehr weit vorstehend, die Saugflächen sind klein. Ich vereinige diese Arten in eine besondere Gattung, welche ich Prosoeca nenne und bezeichne als typische Art die Nemestrina Diptera. 113 Westermanni W. Die Gattung Prosoeca unterscheidet sich von Nemestrtna im engeren Sinne und von Megistorhijncims durch ungegitterte Flügel, von ersterer auch noch durch die ver- hältnissmässig schmälere Stirne^), von Trichojphthalma durcli die nackten Augen, von Rhyncho- cephalus, wenn man Nemestrina Tauschert F is eh. {taurica W.) als typische Art dieser Gattung betrachtet, durch dreigliedrigen Fühlergriffel und eine borstenförmig vorstehende Legeröhre des Weibchens, von Fallenia durch ersteres Merkmal und verschiedenartiges Flügelgeader. endlich von Ilirmoneura Meig. (nonMcq.) durch den langen Rüssel und durch dasselbe Merkmal, abge- sehen von allen anderen Merkmalen, auch von ColaxW., Symmictus Lw., Trichopsidea Westw. und Exeretoneura Mcq. — Die Gattung Prosoeca ist gleichbedeutend mit der von Loew in der Dipteren-Fauna Südafrika's (Bd. 1, S. 321) vorgeschlagenen, unzulässig Megistorhynchus benann- ten Gattung, wenn aus derselben die Arten mit gegitterten Flügeln ausgeschieden werden. 12. PROSOECA WESTERMANNI Wied. Nemestrina Westermanni W., Diptera exot. I. 155. 2. und Aussercurop. zweifl. Ins. I. 247. 2. Ein Stück vom Cap der guten Hoffnung stimmt in der Hauptsache mit der Wied em ann- sehen Beschreibung und ebenso mit der Type der Wi edemann'schen Sammlung, nur ist es etwas kleiner (6V2'"). Der Hinterleib ist vorherrschend schwarz, das Kastanienbraune in der Mitte zu- sammengedrängt, so dass man sagen könnte Hinterleib schwarz, mit kastanienbraunen, fast ziegelröthlichen breiten Rückenflecken, die wieder in der Mitte dunkler sind. Von den braunen Wischen, die Wiedemann am Flügel erwähnt, füllt der obere die vordere Basalzelle bis zur Spitze vollständig aus, der zweite besteht in einer breiten Bräunung der Analader. FAMILIE BOMBYLIDAE. Für diese ebenso reiche als schöne Familie sind bisher folgende Gattiings- gruppen aufgestellt worden: Bombylius von Linnd. Anthrax von Scopoli; Phthiria, Geron, Toxophora, Stygia, Gonophorus undLomatia vonMeigen; Mulio, üsia, Ploas undCyllenia von Latreille ; Apatomyza, Thlipsomyza, Amietus, Corsomyza, Systropus, Dolichomyia und Tomomyza von Wiedemann; Heterostylum , Lasioprosopa"), AdeUdea, Acreotriehus, Mer/n- ^alpus, Cyelorhynchus, Dasypalpus, Callostoma, Sericosoma, Enico- neura, Lepidophora, Anisotamia, Ogcodoeera, Plesioeera, Comptosia, Litorrhynchus ^ Spogostylum, Enica und Exoprosopa von Macqiiart; Cyr- tosia von Perris; Bombylisoma, Glossista und Argyrospila von Eondani; Ligyra und Neuria von Newman; Acroph thalmia und Cyrtophorus von Bigot; 1) Ich besitze eins Ne7nestri7iide aus Klein-Asien, welche in der t. Winthem'schen Sammlung als ISleniestrina, albofasciata W. mit ? bestimmt ist, für -welche ich sie aber nicht halten kann, die abermals zur Aufstellung einer- neuen Gattung veranlassen wird. Sie stimmt im Flügelgeader mit Mhynchocephalus, in der Breite der Stirne mit Nemestrina s. strict. in der Nacktheit der Augen und dem Flügelgeader mit Procoeca überein — ist aber von allen langrüsseligen Nemestriniden durch einen ganz eigenthümlichen Habitus, durch die Bildung des schnauzenartig vorgezogenen Untergesichtes, den verhältnissmässig ausserordentlich grossen Kopf, hoch- gewölbten kurzen Hinterleib u. s. w. verschieden. Eine andere Nemestrinide der k. Musealsammlung , als N. longipennis in litt, bezettelt — zeichnet sich durch den gänzlichen Mangel des Flügellappens vor allen anderen aus — auch sie wird als Typus einer neuen Gattung zu betrachten sein. 2) Ich besitze ein Stück von Corsomyza nigripes W., das ich durch Herrn Bigot selbst unter dem Namen Lasio- prosopa Bigott Mcq. erhalten habe. Novara-Espcdition. Zoologischer Theil. lid. II. Schinor, Dirtera. 15 114 Dr. J. B. Schiner. Eurvcaremis, Triplasius, Systoechus, Sparnopolius, Dischistus, Croeidium, Apolysis, Platypygus, Oligodranes, Chalcochiton, Ecli- mus, Lagochilus, Antonia, Sobarus, Platamodes, Legnotus, Scinax und Lordotus vou Loew; Parisus und Choristus von Walker; Argyromoeba von Schiner; Neetaropota von Phillipi. Die Gattung Tabuda, welche Walker gleichfalls aufstellte, gehört in die Familie der Therevidae. Von diesen Gattungen sind Stygia mit Lomatia und Conoj^horus mit Ploas vollständig synonym; die Wiedemann'sche Gattung Thli;psoviyza lässt sich vou Amictus nicht trennen; Heterostyhmi , obwohl durch ein eigenthümliches Flügelgeädcr ausgezeichnet, dürfte vorläufig mit der Gattung Bombylius vereinigt bleiben, wenigstens in so lange, bis nicht noch andere Merkmale aufgefunden sein werden, welche alle die mit dem eigenthümlichen Flügelgeädcr ausgerüsteten Arten in eine natürliche Gruppe vereinigen; Adelidea Mcq. ist meines Erachtens identisch mit Sobarus Lw. ; ich halte es aber angemessener dennoch den späteren Loew'schen Namen aufrecht zu erhalten, weil Loew's Gattungsdiagnose präciser und bestimmter lautet; die Gattung Cyclo?-hytichics Mcq. soll nach Erichson und Loew mit Phthiria zusammen- fallen, was mir vorläufig nicht einleuchten will, da Macquart den Typus der Phthirien gewiss kannte und dennoch beifügt, dass die Gattung mit keiner Bom- bylideu-Gattung verwechselt werden könne. Der Rüssel muss denn doch in einer ganz eigenthümlichen Weise gebildet sein, um eine Trennung zu rechtfertigen; alles Übrige stimmt freilich mit Phthiria; Megapalpus und Dasypalpus^ beide von Macquart, durch ein augenscheinliches Versehen für dieselbe typische Art aufge- stellt, können beide in dieser Art nicht aufrecht erhalten bleiben; man kann, für Phthiria cajJetisis W. nach Belieben entweder den Namen Megapalpus oder Dasy- palpus vorwenden. Loew hat keinen derselben verwendet und Phthiria capensis W. einstweilen bei der Gattung Phthiria belassen. Nach einem typischen Stücke der Wiedemann'schen Sammlung, welches übrigens nicht so gut erhalten ist, um hier- nach eine bestimmte Gattungsdiagnose entwerfen zu können, ist Phthiria capensis W. wesentlich von den Phthirien verschieden und könnte noch besser bei der Gat- tung Corsomyza^ . als bei Phthiria Mg. untergebracht werden. Die Gattung Mega- palpus oder wenigstens die Art Megajoalpus nitidus Mcq. unterscheidet sich von Corsomyza durch den Mangel der bürstenförmigen Behaarung auf der Vorderseite des Kopfes (auf Untergesieht und Vorderstirne), ich werde sie weiter unten trotz- dem in der Gattung Corsomyza anführen. Die Gattungen Litorrhynchus Mcq. und Argyrospila Rond. sind mit Exoprosopa zu vereinigen, da sie keine bestimmteii Merkmale zu einer Abtrennung enthalten; Bombyliso7na Jiond. ist synonym mit Dischistus hw., Glossista Jiond. kann mit Mulio vereinigt bleiben; Ligyra l>iewm. hat nicht die mindeste Berechtigung, wie ich weiter unten nachweisen werde; eben dasselbe gilt von Parisus und Choristus Wlk,, die sich nach den angegebenen Diptera. 115 Merkmalen von Bomhylius nicht trennen lassen und die Gattung Lagoch'Ius Lw. endlich halte ich, wie ich später ausführlicher begründen werde, für einerlei mit der Gattung Enica Mcq. So bleiben 53 Gattungen übrig, die, in so weit ich sie kenne, wohlberechtiget sein dürften. Unbekannt sind mir geblieben die Gattungen: Apatomyza, Tomomyza, Eniconeura^ Ogcodocera, Plesiocera, Äcrophthalm/a , Cyrto- phorus, Crocidium, Apolysis, Platamodes , Scinax und Lordotus. Ich glaube aber auch diese Gattungen, nach den vorhandenen Beschreibungen, in der nachfolgenden Gruppirung richtig eingereiht zu haben. Die bisherigen Versuche einer natürlichen Gruppirung der Bombyliden scheint mir nämlich ganz ungenügend, eine Trennung derselben in Bombyliden und Anthraeiden, völlig unhaltbar. Nach meiner Ansicht können die Bombyliden, mit Rücksicht auf das Flügelgeäder in zwei natürliche Hauptabtheilungen gebracht werden, von denen die erste wieder in drei natürliche Gruppen zerfällt, so dass im Ganzen vier gleichwerthige Gruppen ent- stehen. In der ersten Hauptabtheilung, welche mit der Gruppe zusammenfällt, die ich die Gruppe der Anthracinae nenne, entspringt die Eadialader scheinbar aus der Cubitalader und zwar ganz in der Nähe oder unmittelbar über der kleinen Querader. Die Radialader, welche nothwendigerweise aus der Subcostalader ent- springt, verläuft bis dahin, wo die Cubitalader aus ihr abzweigt ganz gerade, biegt sich aber an dieser Stelle ziemlich steil nach aufwärts, so dass die Cubitalader als gerade Fortsetzung derselben sich darstellt. Mit diesem sehr wesentlichen Merkmale, das in keinem Falle zu Zweifeln Anlass bietet, verbinden sich noch andere, wie z. B. die Bildung des Kopfes, die Stellung der Fühler, des Rüssels u. s. w., welche alle zusammen Arten gemeinsam sind, die auch im Habitus unter sich überein- stimmen und sich von allen Gruppen der zweiten Abtheilung unterscheiden. In dieser zweiten Abtheilung entspringt die Radialader ganz deutlich aus der Sub- costalader und die Cubitalader entspringt aus derselben so, dass sie mit ihr an der Abzweigungsstelle immer einen sehr spitzen Winkel bildet. Diese Abtheilung ent- hält mehrere heterogene Formen. Eine Reihe von Arten, welche sich um Lomatla grupj)iren, unterscheidet sich von den übrigen durch die Bildung des Kopfes, durch die Kürze des Rüssels und durch den verlängerten Hinterleib ; ich vereinige diese Arten in die Gruppe der Lomatinae. Die Lomatineu sind mit den Anthra- cinen näher verwandt als mit den übrigen Gruppen, sie bilden gleichsam einen Übergang zwischen der ersten und zweiten Hauptabtheilung; die angedeutete Beschaffenheit des Flügelgeäders wird jedoch jede Verwechslung unmöglich machen. Eine weitere Gruppe von Arten dieser Abtheilung ist durch eigenthümliches Flügel- geäder (es sind bei allen nur drei Hinterrandszellen vorhanden), durch die Bildung der Fühler, durch den oft buckeiförmigen Rückensehild und durch die oft sehr verlängerte und schmale Form des Hinterleibes so ausgezeichnet, dass sie weder mit den übrigen Gruppen dieser Abtheilung, noch auch mit den Anthracinen ver- 15* 11(5 Dr. J. B. Seht 71 er. wechselt -ucrdeii könnten. Ich nenne diese Gruppe die der To xopliorinae. Die noch übrio-en Arten dieser Hauptcabtheilung reihen sieh um die Gattung BomhyliKS und zeigen im Wesentlichen den Habitus und die Merkmale dieser Gattung. Ich nenne diese Gruppe die der Bombylinae. Die Bombylinen enthalten auch Gattungen mit nur drei Hinterrandzellen, allein man wird über deren Stellung nicht in Zweifel sein, w^eil sie sich von den Toxophorinen durch den kurzen breiten Hinterleib, durch die Bildung der Fühler, durch den meist flachen Rückenschild allzuleicht unterscheiden lassen. Ich führe zum näheren Verständniss meiner eben ausgesprochenen Ansichten die sämmtlichen Gattungen in den entsprechenden Gruppen hier auf, wobei ich nur rücksiehtlich jeuer, die ich oben als mir unbekannt bezeichnet liabe, über die richtige Stellung nicht ganz sieher bin. Es gehören I. zu den An thracinae: Exojn-osopa , Sjiogostijlnm , Argi/romoeha , Aiitln-ax, Callo- stomai ChaJcochiton, Mtilio und Em'ca; II. zu den Lomatinae: Oyllenia, AcrophtJtalmia, Aj}atomyza, Amictus, Antoiiia, Tomo- mysa, Ogcodocera, l'lesiocera, Lomatia, Anisotamta, Com^ptosia, Neuria; III. zu den l'oxophorinae: Ech'mus , Toxophora, Lepidophora , Eniconeura , Systropus, D olichoinyia ; und IV. zu den Bombylinae: Apohjsis, Cyrtosia, Usia^ Platypygiis, TripJasius, Nectaropota, Soharus, Platamodes, Lordotus, Bombylms, Systoechus, Dt'schz'stus, Legnotics, Scinax, Sparnopjolms} Cyclorhynchus , Etirycaremis , Acreotriclius , Sericosoma, Oiigodranes, Ueron, Crocidium, I'hthvria, Corsomyza, Lasioprosopa, Ploas, Cyrtopihorus. Aus den angeführten Gattungen sind bisher 1036 Arten beschrieben worden, von denen 198 auf Europa, 127 auf Asien, 247 auf Afrika, 292 auf Amerika, 123 auf Australien entfallen, von 49 Arten aber das Vaterland nicht bekannt ist. Es muss hier erwähnt werden, dass eine Reihe von Bombylinen-Arten gleichzeitig in Afrika oder Asien vorkommen und einige über die ganze alte Welt verbreitet zu sein scheinen, dass sich daher ein etwas anderes Verhältniss herausstellen würde, wenn diese Arten wiederholt mitgezählt worden wären. Die Bombylinen scheinen überhaupt in den Faunengebieten der alten Welt ihren Hauptverbreitungsbezirk zu haben, während die Anthraciuen in Amerika und Australien sehr reichlich ver- treten sind. Aus der Gruppe der Toxophorinen entfallen auf Europa nur zwei Arten; die Lomatinen prävaliren offenbar in Australien, woher 38 Neuria-Krton allein bekannt sind, d. i. mehr als ein Drittel aller beschriebenen Lomatinen (93 Arten). Es ist mir, mit Ausschluss der einzigen Gattung Cyrtosia keine einzige europäische Gattung bekannt, wcdclie nicht auch in den übrigen Welttheilen ver- treten wäre, wohl aber gibt es viele exotische Gattungen, von denen man jetzt schon mit Sicherheit behaupten könnte, dass in Europa Repräsentanten derselben nie aufgefunden werden dürften. Die abweichendsten Formen von dem Typus, der I) ipteren. 117 in der Gattung Bomhylms, Anthrax oder Lomatia seinen Ausdruck findet, sind in der Gruppe der Toxopliorinen vorhanden; so z. B. die Systr opus- Arten (je drei aus Asien und Afrika, sechs aus Amerika), die Toxopho7-a-A.vten (eine europäische, zwei aus Asien, eine aus Afrika, fünf aus Amerika), die Lepidophora-kxien (sechs aus Amerika), die merkwürdige Gattung DoUchomyia (mit einer Art aus Amerika), Emc07ienra (mit einer afrikanischen Art) u. s. w. Die Novara-Reise hat für die Familie der ßombylidae sehr schätzenswerthe Aufklärungen gebracht; ich schreite nun zur Aufzählung der von ihr zurückgebrachten Arten u. z. in der oben angedeuteten Ordnung. 1. EXOPROSOPA ERYTHRO CEPHALA F. Stoinoxys morio F., Entom. System. IV. 393, 1 und Syst. Ant. 279, 1. — Anthrax erythrocephala Wied., Aussereur. zweifl. Ins. 1. 255, 5. — Exoprosopa erythrocephala M c q., Dipt. esot. II. 1, 37, 5. Taf. XVI, Fig. 4. Taf. XIX, Fig. 2. Es liegen mir 18 Stücke vor, davon 15 aus Columbien, in der Flügelzeichnung ganz so wie sie Wiedemann von der genuinen Form angibt. Bei drei Stücken aus Chile ist die Flügelzeiclinung jedoch verschieden und entspricht dem, was Wiedemann von seinen Varie- täten a und h anführt. Es liegt nämlich bei diesen, vor der ghashellen Binde, nahe am Rande ein ghashelles Fleckchen; die Binde selbst ist kürzer und stellt sich mehr als ein Ausschnitt dar; oberhalb dieses Ausschnittes und etwas mehr nach Aussen gerückt, liegt ganz isolirt ein glas- heller Fleck. Die Flügelspitze ist gleichfalls glashell, etwas breiter als bei der genuinen Form und erstreckt sich das Glashelle auch weiter aus, so dass es mit dem erwähnten Ausschnitte vollständig zusammenhängt. Da in den sonstigen Merkmalen eine völlige Übereinstimmung beider Formen besteht, so muss wohl angenommen werden, dass es sich nur um Varietäten handle. Es ist aber immerhin beachtenswerth, dass im vorliegenden Falle, diese Varietäten jede einem anderen Standorte angehören, dass unter den 13 Stücken aus Columbien auch nicht die geringste Modification in der Flügelzeichnung vorhanden ist, welche einen Übergang ver- mitteln oder andeuten würde, und dass der glashelle Fleck, oberhalb des Ausschnittes bei den drei chilenischen Stücken eine Lage hat, die es aussehliesst, diesen Fleck als eine Fortsetzung der Halsbinde (des Ausschnittes) zu betrachten, wie dies bei der genuinen Form der Fall ist. Alles dies lässt vermuthen, dass hier, wenn auch nicht verschiedene Arten, doch bestimmte Localvarietäten anzunehmen seien. 2. EXOPROSOPA PROSERPINA W. Anthrax Froserplna Wied., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 257, CO. Es liegen von dieser Art 19 südamerikanische Stücke vor, auf welche Wie de mann's Beschreibung bis auf einen einzigen Umstand passt. Das braune Fleckchen an der Flügelspitze selbst ist nämlich bei einigen derselben zwar angedeutet, fehlt aber bei den meisten gänzlich. Die Bestimmung ist übrigens durch Vergleich mit den typischen Exemplaren der Wiedemann'- schen und Winthem'schen Sammlung vollständig sicher. Anthrax Klugü"W. der Wiedemann'- scheii Sammlung ist kaum von obiger Art verschieden. 3. EXOPROSOPA TANTALUS F. Anthrax Tantahis F., Entoinol. System, IV. 260, 15 und System. Antl. 124, 29. — Anthrax Tantalus Wied., Aussereur. zweifl. Ins. I. 255, 4. — Exoprosopa Tantalus Mcq., Dipt. exot. II. 1. 37, 4. Drei Stücke aus Shanghai stimmen mit Wie demann's Beschreibung und den typischen Stücken seiner Sammlung vollständig. Die Art ist aus Java, Tranquebar und Ostindien über- haupt bekannt. ]^2S Dr. J. Ii. Seh hier. 4. EXOPROSOPA ALBICINCTA Mcq. Dipteres exot. II. 1. 38, 8. Taf. XVI, Fig. 7. Ich beziehe Macquart's Besclireibung auf ein mir vorliegendes Stück aus Shanghai, obwohl sich für diese Ansicht nichts weiter anführen lässt, als dass Macquart's kurze Beschrei- buno- -wenigstens nichts enhält, was dem widersprechen würde. Macquart wusste nicht, woher sein Stück stamme, und es war dasselbe auch nicht gut conservirt. Ich lasse desshalb die aus- führlichere Beschreibung folgen: Rückenschild schwarzbraun, mit kurzer, golJglänzender nicht sehr dichter Behaarung; der Ilalskragen und die Seiten dichter und länger behaart; Hinterleib samnitschwarz, dritter und vierter Ring dicht mit anliegender schuppenartiger glänzend hellgelber Behaarung bedeckt, so dass eine helle breite Querbinde entsteht, welche die beiden Ringe ganz ausfüllt; die längere Behaarung an den Seiten des Hinterleibes bis zum Ende der erwähnten Querbinde gelb, weiterhin schwarz; der vorletzte Ring jederseits mit schneeweissen Härchen. Bauch an der Basalhälfte weiss behaart, sonst schwarz. Kopf braun, Untergesicht und Vorderstirne mit kurzen goldglänzendeii Schuppenhärchen, die übrige Stirne sammt den Scheitel schwarz; an dem Hinterrande der Augen helle kurze Behaarung; Fühler schwarz, die Basalglieder schwarz behaart, das dritte Glied kegelförmig, allmälig in den Griffel auslaufend. Beine schwarzbraun. Flügel schwarzbraun, an der Spitze und am Hinterrande glashell, doch etwas grau getrübt; die Grenze nicht scharf, sondern allmälig verwaschen; das Geäder normal, doch sind vier Cubitalzellen vorhanden. 4'". 5. EXOPROSOPA MACULOSA Wied. Anthrax maculosa W., Zool. Magaz. I. 3, 10 und Äusserem-, zweifl. Ins. I. -28-2. 36. — E.coprosopa maculosa Mcq. Dipt. exot. II. 1. 46, 27. Ich citire Loew's Beschreibung, welche er in der Dipteren-Fauna Süd-Afrika's (I. 308) gibt, aus dem Grunde nicht, weil ich nicht sicher bin, ob er dieselbe Art vor sich gehabt. Es lässt sich hierüber überhaupt nichts Bestimmtes sagen, da mit den Abbildungen eine Verwechs- lung stattgefunden zu haben scheint. Der Flügel auf Taf. II, Fig. 34 soll Exojirosopa maculosa angehören, er zeigt aber die supernumeräre Querader, welche die dritte Hinterrandzelle in zwei Zellen theilt, gehört demnach zu einer Art aus der III. Gruppe Loew's, während Exopro- sopa maculosa im Texte in der I. Gruppe ausgeführt ist. Ferners sagt Loew (1. c), dass seine Exopr. maculosa mit Exopr. maculosa Mcq. nicht identisch sein dürfte, weil Maequart der- selben eine geschlossene erste Hinterrandzelle vindicirt, während seine Art diese Zelle auffal- lend wenig verengt habe. Die zu Exopr. maculosa citirte Flügelabbildung zeigt aber eine minde- stens eben so starke Vereinigung der ersten Hinterrandzelle, wie bei den übrigen Arten. Das mir vorliegende Stück vom Cap der guten Hoffnung, stimmt in der Flügelzeichnung mit Loew's Abbildung Taf. II, Fig. 42 überein. Diese Abbildung wird zu Exoprosopa reticulata citirt, welche nach dem Texte zur III. Gruppe gehört, während die Abbildung eine Theilung der dritten Hinterrandzelle durch eine supernumeräre Querader nicht enthält. Ich wäre nach allem diesen zur Annahme geneigt, dass hier eine Verwechslung stattgefunden habe und dass die Abbildungen auf Taf. II, Fig. 42 zu Exoprosopa maculosa — jene auf Taf. II, Fig. 34 aber zu Exoprosopa reticulata gehöre. Ist diese Annahme richtig, so ist meine Art auch identisch mit der Locw'schen Exoprosopa maculosa; jedenfalls aber stimmt sie in der Hauptsache mit Wicdemann's Beschreibung und mit dem Originalstücke seiner Sammlung. 6. EXOPROSOPA BRAHMA n. sp. Braun, Bauch undSchildchen rostgelb, letzteres an der Basis schwärzlich. Der ganze Leib durch die kurze, dichte, hellere Behaarung hellbräunlich sich darstellend. Rücke nschild vorne D ipte r a. 110 und an den Seiten mit längerer goldgelber Behaarung, vor und neben der Flügelbasis mit schwarzen Borsten. Hinterleib an der Basis dicht und lang goldgelb behaart, der zweite Ring am Vorderrande mit einer weissgelblichen Querbinde. Kopf rostbräunlich, das Untergesicht heller, die Stirne dunkler; die Behaarung kurz, goldgelb glänzend, am hinteren Theile der Stirne schwarz. Fühler braun, das dritte Glied lang gestreckt, allmälig zugespitzt und in den Griffel übergehend. Beine rostgelb, an allen Gelenken etwas verdunkelt, die Tarsen braun, die Schenkel in Folge hellerer Beschuppung glänzend, alle Dörnchen schwarz, die Haftlüppchcn rudimentär. Flügel rauchbraun, am Vorderrande intensiver und mehr in's Röthliche ziehend, mit acht schwarzen Fleckchen; zwei an der Basis der äusseren Cubitalzellen, zwei an der Basis der zweiten Hinterrandzelle, je eines an der Basis der dritten und vierten Hinterrandzelle, eines an der äussei'sten Basis der Discoidalzelle und das letzte als fleckenartige Säumung um die kleine Querader. Die Querader, welche die obere Zinke der Cubitalgabel mit der Subcostalader ver- bindet, hat einen rücklaufenden Aderanhang; es sind nur drei Cubitalzellen vorhanden. 4"'. Zwei Stücke aus Ceylon. Von den beschriebenen Arten scheinen Anthrax Alexon Wlk. und Exoprosopa punchilata Macq. mit obiger Art näher verwandt zu sein, für identisch können sie aber nicht gehalten werden. Exopr. puncttdafa Macq. ist überdies nur aus Südafrika bekannt. 7. EXOPROSOPA DICHOTOMA nov. sp. Schwarz; Rückenschild auf der Mitte dunkel und wenig auffallend, an den Seiten rost- gelb und ziemlich auffallend behaart. Hinterleib braunschwarz, erster Ring rostgelb behaart, der zweite Ring am Vorderrande mit einer weisslichen Querbinde ; die Seiten der vorderen Ringe rostgelb-, der übrigen schwarz behaart. Die Behaarung der Oberseite vorherrschend schwarz oder schwarzbraun, die beiden letzteren Ringe mit lichteren Härchen, der Bauch rostgelb behaart. Kopf hellbraun; Untergesicht und Vorderstirne mit kurzen, glänzend gelben Härchen, Scheitel und Hinterkopf schwarz; Fühler und der otwas vorstehende Rüssel schwarzbraun, das dritte Fühlerglied sehr kurz und fast völlig rund, der Griifel borstenartig. Beine hell rostgelb, die Tarsen verdunkelt. Flügel auf der Vorderhälfte schwarz, auf der hinteren glashell, die Grenze sehr scharf und seicht wellig, von der hinteren Ecke der Cubitalzelle schief bis zur Mündung der Radialader verlaufend. Bei durchfallendem Lichte erscheint der dunkle Theil der Flügel tintenschwarz, gegen einen dunkleren Gegenstand gehallen stellenweise braunroth. Das Geädcr normal; nur drei Cubitalzellen vorhanden. 27-2 — 5'". Zehn Stücke aus Südamerika. 8. EXOPROSOPA SANCTI PAULI Macq. Dipteres exotiques II. 1. 50, 37. Auf zwei Stücke aus Chile passt Macqnart's Beschreibung in der Hauptsache; diese Stücke sind aber zu schlecht conservirt, um darauf ein ganz sicheres Urtheil zu stellen. DIPLOCAMPTA nov. gen. Kleine zarte Arten, welche sich von den Exoprosopen zu wesentlich unterscheiden, um mit diesen in einer Gattung vereiniget bleiben zu können. Kopf rund; Untergesicht kurz, etwas vorgezogen, die lange Mundötfnung fast bis zu den Fühlern reichend, der Rüssel im Ruhestände dieselbe ganz ausfüllend, nicht vorstehend. Die Stirne schmal (es liegen vier Stücke vor, die alle demselben Geschlechte, wie ich aus der Bil- dung der Genitalien vermuthe, dem männlichen angehören). Fühler entfernt stehend, sehr kurz, das dritte Glied rund, mit einem kurzen dicken Endgriffel; Punktaugen deutlich. Rücken- 120 I^>'- J- i^- Schr)ier. Schild miissii," gewölbt, Scliiklchen kurz und breit. Hinterleib kaum länger als der Rücken- sehild und sclinräier als dieser, gegen hinten zu allmälig verengt, siebenringlig. Beine zart, besonders die Tarsen. Die Klauen klein, die Haftläppchen rudimentär. Flügel länger als der Hinterleib, vorne ziemlich breit und an der Spitze abgerundet; Mediastinalader fast so lang als die Subcostalader ; Radialader scheinbar aus der Cubitalader entspringend, über der kleinen Quer- ader steil aufgebogen, dann in einen rechten Winkel -wieder nach der Spitze zu abgebeugt, eine Strecke o-erade, worauf eine vollständig S-förmige Schwingung folgt, die so beträchtlich und regelmässig ist, dass die Durchmesser der Buchten fast ganz gleich sind; an der Stelle wo sie rechtwinkelig nach vorne abbeugt ein rücklaufender Aderanhang; Cubitalader ziemlich gerade, die obere Zinke ihrer Gabel steil aufgesetzt und dann fast rechtwinkelig abbeugend und nach oben o-eschwungen; die Querador, welche diese Zinke mit der Radialader verbindet, als gerade Fortsetzung der oberen Zinke der Cubitalgabel sich darstellend, so dass es erscheint, als ent- spränge aus der Radialader ein Aderzweig, der durch eine steile Querader mit der einfachen Cubitalader verbunden ist. Das übrige Geäder ganz normal, wie bei Exoprosopa. Typische Art: Diplocampta singularis nov. sp. Die neue Gattung unterscheidet sich von allen Anthracinen durch die in ganz ausserordentlicher Weise S-förmig ge.^ohv.'ungene Radialader; ausserdem durch einen ganz verschiedenen Habitus, der durch die vorne breiteren und abgerundeten Flügel und den schmalen kurzen Hinterleib seinen cigenthüniliclien Ausdruck erhält. 9. DIPLOCAMPTA SINGULARIS n. sp. Braun mit kurzem fahlgelblichen Tomente; der Hinterrand des ersten Hinterleibsringes weiss, der Bauch mit schmalen w^eisslichen Einschnitten. Kopf braun, Untergesicht, Mund- rand und Vorderstirne weiss behaart, auf letzterer so dicht, dass dadurch eine weissliehe Platte veranlasst wird. Die übrige Stirne und der Hinterkopf schwärzlich; Fühler schwarzbraun. Beine braun. Schienen und Tarsen roslgelb, alle in Folge heilerer Beschuppung lichter erscheinend. Flügel glashell, um die Radialader ein blass bräunlicher, verwaschener Wisch, die Adern an dieser Stelle braun gesäumt. IVu — 2"'. Vier Stücke aus Chile. 10. ARGYROMOEBAi) SIMSON F. Aiiihrax Simson F., System. Antl, 119, ö. — Anthrax Simson Wied., Aussereur. zweifl. Ins. I. 259, 9. — Anthrax Simson Mcq., Dipt. exot. 11. 1, 59, 11. Taf. XVI, Fig. 2. — Nemotelus tigrinus Deg., Ins. I. 29. Fig. 11. — Anthrax scripta Say, Journ. of the aoad. of nat. bist, of Philadelphia III. 43, 3. Ein Stück aus Columbien, welches mit Wied emann'sBeschreibung und dem Original- stücke seiner Sammlung vollständig übereinstimmt. Das dritte Fühlerglied ist, wie bei den übrigen Argyromoeha- K.ricn kurz zwiebeiförmig; die dritte Hinterrandzclle ist durch eine über- zählige Querader in zwei Zellen getheilt. 1) Die von mir aufgestellte Gattung Argyromoeba erweist sich auch, rücksichtlich der exotischen Formen als wohlbegründet. Bei einem Stücke der Agyromoeha poecilophora n. sp. erweitert sich der Aderanhang an der Basis der Cubitalgabel bis zur Radialader, es sind also, freilieh nur auf einem Flügel, drei Cubitalzelleu wie bei Exoprosopa ^orhunAen, was mich zu der Vermuthung führt, dass Macquart's Gattung Spogostylitm mit der Gattung identisch sein dürfte; wäre aber auch die Gewissheit vorhanden, so könnte ich mich zur Annahme dieses Namens nicht entschliessen, weil Macquart's Diagnose zu allgemein lautet, und weil, wenn er mit derselben das bezeichnen wollte, was ich mit meiner Gattung Argyromoeba bezeichnete, eine Reihe exotischer Arten, die er bei Anthrax anführt, der Gattung Spogostylum hätte einreihen müssen. Loew hat in seiner Dipteren-Fauna .Süd-Afrika's alle bis dahin publioirten Bombyliden-Gattungen aufgezählt, merkwürdiger Weise aber nur die einzige Gattang Argyrojnocba ignorirt, obwohl er in der Berliner Entom.Zeit. {VI.82,4G). Diptera. 121 11. ARGYROMOEBA OEDIPUS F. Anthrax Oedipus F., System. Antl. 123, 22. — Anthrax Oedipits Wied., Aussereur. zweifl. Ins. I. 262, 12. — Anthrax irrorata Say, Journ. of the nat. hist. of Philadelph. III. 46, 6. Sechs Stücke aus Südamerika, -welche mit Wie dem an n's Beschreibung übereinstim- men. Die silber^Yeissen Flecke des Hinterleibes sind nur in ganz reinen Stücken deutlich, sie sind durch eine schuppenartige Behaarung veranlasst; am Seitenrande stehen lange schwarze, mit weissen abwechselnde Haarbüsche. Die Flügelzeichnungen scheinen sehr veränderlich zu sein; der Grundtypus ist aber immer derselbe; es ist die Basalhälfte vorherrschend schwarz und nur der von Wie de mann erwähnte glashelle Ausschnitt am Hinterrande und einige glas- helle Fleckchen im Schwarzen vorhanden. Die Spitzenhälfte könnte man glashell nennen, mit einer am Vorderrande breiteren, gegen hinten zu in eine Ecke endenden schwarzen Halbbinde auf der Mitte, die mit vielen glashellen Fleckchen unterbrochen ist, während in den rein glas- hellen Stellen wieder schwärzliche Fleckchen auffallen. Sehr charakteristisch ist die abwechselnd schwarze und glashelle Zeichnung des Flügelvorderrandes; die dritte Hinterrandzelle ist durch eine bis zur Mitte derselben reichende Querader unvollständig in zwei Zellen getheilt. Die Flügel- zeichnung der typischen Exemplare der Wiedemann'schen Sammlung ist etwas, aber nicht wesentlich verschieden von der der vorliegenden Stücke; ich glaube an der Identität nicht zweifeln zu dürfen. 12. ARGYROMOEBA CALOPTERA nov. sp. Nächst verwandt mit Arg. Oedqnts, durch eine wesentlich verschiedene Flügelzeichnung jedoch bestimmt verschieden. Sie ist nämlich sammtschwarz mit einigen rostgelben Längsfleckchen am Yorderrande und in den Basalzellen, dann einen grösseren an der Basis der Radialader; der Hinterrand hat keinen glashellen Ausschnitt, wie dies bei A. Oedi^us der Fall ist, sondern es finden sich an dieser Stelle nur drei schmale, glashelle Längsstrichelchen; der schwarze Fleck auf der Mitte der Spitzenhälfte ist nur am Vorderrande und an seiner inneren Grenze durch glashelle Längsstrichelchen unterbrochen, sonst aber sehr geschlossen und compact; vor der Basis der Cubitalgabel liegt ein grosser glasheller Fleck (der bei A. Oedi^pus ganz fehlt oder nur schwach angedeutet ist), auf der ganz glashellen Flügelspitze selbst stehen drei runde schwarze Flecke, an den Mündungen der Subcostalader und der oberen Zinke der Cubitalgabel und der dritte auf der Mitte der unteren Zinke dieser Gabel; dessgleichen sind schwärzliche Fleckchen vorhanden am Ende des Aderanhanges in der dritten Hinterrandzelle und an der Mündung der diese Zelle oben begrenzenden Längsader. Die lange schwarze Behaarung am Seitenrande des Hinterleibes ist durch weisse Haarbüschel nicht unterbrochen. Alles sonst wie bei Arg. Oedijjus. 4'". Südamerika. Wenn es sich doch nur um eine VaiietUt handeln würde , was erst durch Übergangsformen bestätiget werden könnte, so ist diese Varietät wenigstens eine sehr ausgezeichnete, die jedenfalls durch einen besonderen Namen zu bezeichnen sein wird. 13. ARGYROMOEBA POECILOPHORA nov. sp. Abermals nahe verwandt mit A)-g. Oedipus, von dieser aber durch Folgendes verschieden die dunklen Zeichnungen sind blässer und bestehen aus lauter runden zusammen geflossenen eine Art aus Griechenland, Argyromoela velox genannt hatte, und obwohl er in derselben Dipteren-Fauna SüJ-Afrika's eine Gruppe proponirte, die ganz und gar mit meiner Gattung Argyromoeha zusammenfällt. Das heisst doch eine Thatsache absichtlieh ignoriren. Schade, dass Herr Loew die Möglichkeit der Identität der Gattungen Argyromoeha und Spogostylum entgangen ist, er hätte dann sicher meine Gattung erwähnt, um sie ausdrücklich und entschieden gänzlich verwerfen zu können. a-Espedition. Zr.ologischer Tlieil. Bd. 11. Schiner. Diptera. 16 122 Dr. J. 7?. Srhincr. Makeln und Punkten, welclie an der Flügelhasis und auf der Mitte der Spitzenhälfte compacter auftreten; während also bei Arg. Oedipus diese Partien ein zerrissenes Ansehen haben, erscheinen sie bei der vorlieo-enden Art viel geschlossener; der glashelle Ausschnitt am Flügelhiaterrande ist wie bei A. Oedipus vorhanden, aber durch eine Menge runder Pünktchen unterbrochen. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal für die gegenwärtige Art ist auch, dass das Ader- rudiment, welches die dritte Plinterrandzelle unvollständig theilt, sehr kurz und unter einer runden schwärzlichen Makel ganz versteckt ist, während bei A. Oedipus und caloptera dieses Rudiment länger und ganz deutlich ist, der schwärzliche Fleck aber am Ende desselben erst beginnt. Die längere Behaarung an den Seiten des Hinterleibes ist sehr dicht und wie bei Arg. Oedipus von weissen Haarbüscheln unterbrochen. Alles sonst wie bei Arg. Oedtpus, auch die abwechselnd schwarze und glashelle Zeichnung des Flügelvorderrandes, wodurch sich die vor- stehenden drei Arten auf den ersten Blick von Arg. Pluto W. unterscheiden lassen. 4 — 5'". Zwei Stücke aus Chile. 14. ARGYROMOEBA DISTIGMA Wicd. Anthrax distiffma Wied., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 309, 71. Ein Stück aus Nankauri einer der Nikobaren, stimmt vollständig mit Wicdemann's Beschreibung. 15. ARGYROMOEBA IMITANS nov sp. Gleicht der europäischen Argyromoeha varia F. — Schwarz; Rückenschild und Hinterleib lang-, aber nicht sehr dicht fahlgelblich behaart, an den Seiten desRückcnschildes schwarze Haare, dessgleichen je ein Büschel schwarzer Haare an den Seiten des dritten und fünften Ilinterleibsringes, der After ist rothgelb, an den Hinterleibseinschnitten zeigen sich Spuren silberweisser, schuppenartiger Behaarung, die bei ganz reinen Stücken, analog mit den verwandten Arten, regelmässige Zeichnungen bilden dürften; Bauch schwarz, der Hinterrand der letzten Ringe rostgelb. Kopf schwarz; Untergesicht mit weissen, Stirne mit schwarzen Härchen; drittes Fühlerglied fast kugelrund, der Griffel mit einem sehr deutlichen Endpinsel. Beine rostgclb, die Schenkel verdunkelt, obenauf fast schwarz. Flügel glashell, an der Basis schwarzbraun und ausserdem mit schwarzbraunen Flecken; einer an der Basis der Radialader verbreitet sich mit einer kleinen Unterbrechung bis zur hinteren Basalzelle herab (ist somit ein Doj)pelflcck), ein zweiter liegt über der kleinen Qiierader und ein dritter auf der Mitte der Unter- randzelle; Schwinger gelb. 4'". Ein Stück aus Südamerika. 16. ARGYROMOEBA SUBANDINA Phih Anthrax subandma Phil., Verli. d. zool-bot. Gesellscli. XV. 667, 14. Ein Stück aus Chile, dem leider der Kojif abgebrochen ist, 17. ARGYROMOEBA SQUALIDA Phil. Anthrax s^jualida Phil,, Verh. d, zool,-bot, Ges, XV, 672, 26. Philij)pi's Beschreibung stimmt vollständig zu dem mir voi'licgcndcn Stücke aus Chile, nur möchte ich die Beine nicht schwarz, sondern viehnchr schwarzliraiui nennen. 18. ARGYROMOEBA GIDEON F. Anthrax Oideon F., System. Antl. 124, 27, — Anthrax Gideon Wied., Aiis?oreurop. zweifl, Insecten I, 311, 79, — Anthrax Gideon Mcq,, Diptires exot. II, 1, Gl, 25. Taf. XX, fig. 11, Argyromoeha Gideon und die nachfolgenden zwei Arten bilden eine cii;'one Gruppe derAr- gyromoebcn, welche sich durch die Stellung der kleinen Qücradcr und durch einen wesentlich Biptera. 123 anderen Typus der Flügelzeicbnung von den voiangeführten unterscheiden. Es liegen mir ein Männchen und drei Weibchen aus Südamerika vor. Wiedemann's Beschreibung ist ganz zutreffend, nur gehören alle Stücke zu der von AYicdeniann besonders benannten und auch in dessen Sammlung vorhandenen Varietät A. ao-oleuca , vclclie sich durch die ganz schwarze Behaarung des Hinterleibes auszeichnet. Es sind bei nenn Stücken nur einzelne weisse Härchen an der Basis des Hinterleibes und am After vorhanden. 19. ARGYROMOEBA PROPINQUA nov. sp. Ich habe diese Art lange für eine blosse Varietät von A. Gideon angesehen und konnte mich schwer entschliessen, auf ein einzelnes mir vorliegendes Stück aus Südamerika eine besondere Art aufzustellen. Da aber die Flügelzeichnung doch sehr wesentlich verschieden ist und auch Macquart eine x\rt (A. georgica) aufgestellt hat, die noch viel weniger nur durch die Flügelzeichnung von A. Gideon sich unterscheidet, so will ich ein Gleiches thun, füge aber bei, dass ich es für sehr möglich betrachte, dass sowohl obige Art, als auch A. georgica Mcq. nichts weiter seien, als Varietäten von A. Gideon. Die neue Art gleicht ganz der Arg. Gideon und zwar derjenigen Varietät, welche Wiedemann acroleuca nannte, die Flügelzeicbnung ist aber in folgender Weise verschieden : Die Grenze des Schwarzen beginnt unmittelbar an der Spitze der Analzelle, macht von da aus einen weiten runden Bogen nach aufwärts, so dass die ganze Discoidalzelle (bei A. georgica nur die Spitze) glashell bleibt; über derselben und die erste Hinterrandzelle, mit Ausnahme der Spitze ausfüllend, geht sie dann wieder nach abwärts und auswärts, liegt in einer kurzen Strecke an der obersten, aus der Discoidalzelle ausstrahlenden xVder an und erhebt sich dann in einen seichten Bogen gerade nach aufwärts, wo sie den Vorder- rand an der Mündung der Subcostalader erreicht. Das Glashelle der Flügel ti'itt sonach in einer unteren ganz regelmässigen runden Bucht und in einer oberen seichten Bucht in das Schwarze hinein, zwischen welchen die schwarze Zeichnung weit vortritt, während bei A. Gideon die untere Bucht seicht und unregelmässig, die obere ausgezackt ist und die schwarze Zeichnung zwischen nur wenig vortritt. Alles Übrige wie bei der genannten Art; nur ist die kleine Quer- ader der Basis der Discoidalzelle noch viel näher gerückt. 20. ARGYROMOEBA LUCTUOSA Macq. Anthrax luctuosa Mcq., Dipt. exot. Suppl. II. 1, 70, 46. Taf. 21, Fig. 4. Zwei Stücke aus Südamerika. Die Art ist durch die ganz eigenthümliche Flügelzeichnung die Mac quart(l.c.) abbildete, gar nicht zu verkennen; die kleine Querader steht knapp an der Basis der Discoidalzelle. 21. ANTHRAX AFRA F. Entom. System. IV. 258, 7 und System. Antl. 122, 15. — Anthrax fimh-iata Meig., Classif. I. 20.5, 11 und System Beschr. II. 154, 21. Taf. XVII, Fig. 13. Ein Stück aus Gibraltar. Die Art scheint weit verbreitet; Macquart gibt auch Oceanien, Cap des Aiguilles als Standort dieser Art an, sie ist auch aus Central-Afrika (Senegambien) und aus Indien bekannt. 22. ANTHRAX VAGANS Loew. Berliner Entomol. Zeitschr. VI. 81, 43. Zwei Stücke aus Gibraltar; Loew's Beschreibung stimmt vollständig — beide Stücke gehören zu der Abänderung, wo die schwarzen Härchen am Hinterleibe beinahe ganz fehlen. Ich besitze die Art auch aus Rhodus mit einem Originalzettel Loew's, der sie damals A. margi- nalis nannte. 12.1 l'r. J. Ti. Sc hin er. 23. ANTHRAX RUFI YEN IRIS Blanchard. Hist. fisica y pol. de Chile. Zoo). VII. 382, 5. Zwei Stücke aus Chile stimmen mit ßianchard's Beschreibung. Das Untergesicht ist wie bei den Exoprosopen etwas vorgezogen; die Fühler sind rostgelb, das dritte Glied kurz zwiebeiförmig; der Rüssel steht etwas vor und liegt in der weiten Rinne der MundöfFnung. Die Flügel sind an der Basis und am Vorderrande sehr blass rostgelb, die Queradern dunkler ge- säumt; die Beine und der Bauch gleichfalls rostgelb. 24. ANTHRAX SEMITINCTUS nov. sp. Braun, überall mit fuehsröthlichen Haaren dicht bedeckt; der Hintorleib gegen das Ende zu und der Bauch durchaus rothgclb. Kopf rothgelb, das Untergesicht stark vorgezogen, die kurze dichte Behaarung überall vorherrschend rostgelb. Fühler kurz, rothgelb, das dritte Glied allmälig in den Griffel übergehend, stark verdunkelt. Rüssel etwas über den Mundrand vorstehend; Hinterkopf grau. Beine rothgelb, messinggelb beschuppt und ziemlich auffallend gedornt. Flügel glashell, die BasalhUlfte hell rostbraun, die Grenze uneben, in der ersten, dritten und vierten Hinterrandzclle weiter vortretend; die MediastinalzcUe ganz braun; in der braunen Fläche hellere, theils gelbe, theils glashelle Sti'eifen und Fleckchen. Schwinger gelb. 4'". Zwei Weibchen aus Chile. Von der vorigen Art durch den an den Einschnitten nicht rothgelb gesäumten Hintorleib, die intensiv rostbraune Färbung an der Basalhälfte der Flügel, das schwarze Schildchen und vor Allem durch eine ganz verschiedene Bildung der Fühler verschieden. Es ist nicht unmöglich, dass Anthrax conifacies Macq. dieselbe Art sei, doch sprechen Macquart's Angaben „Antennes noires" und „alles: les deux tiers antörieures bruns" dagegen. Die Flügel meiner Art sind nicht am Vorderrande, sondern an der Basis rostbraun. 25. ANTHRAX HYPOXANTHA Maci- Dipteres exotiques II. 1, 65, 28. Taf. XXI. Fig. S. Ein Männchen aus Chile. — Mae quart's Beschreibung ist ganz zutreffend, die Bestimmung ist überdies durch ein Macquart'sches Originalstück meiner Sammlung gesichert. 26. ANTHRAX VULPECULA Philipp!. Verhandl. d. zool.-bot. Ges. XV. 608, 18. Drei Stücke ausChilc. — Philippi'sBcschicibung ist vollständig ausreichend, um die Art mit Sicherheit zu erkennen. An abgeiicbenen Stücken erscheinen die Seiten des Hinterleibes und die Einschnitte des Bauches rostgelb. 27. ANTHRAX DITAENIA Wied. Aussercuro]). zwcifi. Ins. I. 283, 38. Es liegen mir zwei südamerikanische Stücke vor, welche ich für diese Art halten zu müssen glaube; es sind aber bei diesen in der schwarzen Basalhälfte der Flügel um die Quer- adern hellere Säume vorhanden, wovon Wiedemann in der Beschreibung nichts erwähnt und die auch an den typischen Stücken der Wiedemann'schen Sammlung nicht wahrzunehmen sind. Wohl aber zeigt ein Stück der v. Winthcm'sehcn Sammlung diese helleren Säume. Da sonst ein Unterschied nicht vorhanden ist, so dürfte diese Abweichung vielmehr nur auf eine Ab- änderung zu beziehen sein. Diptera. 125 28. ANTHRAX GR ADATA Macq. Diptfeies exotique II. 53, 77. Taf. II, Fig. 5. Ich beziehe Macquart's J3eschreibung auf neun mir vorliegende Stücke aus Süd- amerika, weil sie in allen wesentlichen Punkten mit denselben übereinstimmt. Nur die Be- haarung am Rückenschild und Hinterleib ist nicht ganz so, wie sie Macquart angibt, was wohl darin seinen Grund haben mag, dass Macquart's Stücke theilweise abgerieben waren. In ganz reinen tadellosen Stücken ist die Behaarung wie folgt: Rückenschild fahlgelblich behaart, die Behaarung an den Seiten heller und länger, der Hinterrand recht auffallend weiss behaart. Erster Hintcrleibsring schwarz, zweiter und vierter an der Basis mit je einer weissen oder weissgelb- lichenllaarbinde, an die sich ein sclimaler, fuchsrotherHaai-sauni anschliesst, der Rest ist schwarz, die Einschnitte jedoch wieder fuchsrötJilich behaart; der dritte Ring hat eine f'uchsrötliliche Quer- binde auf der Mitte, die letzten Ringe solche am Hinterrande. Es sind sonach zwei weissliche, breitere und fünf fuclisrothe, schmälere Querbinden vorhanden, die mit der schwarzen Grund- farbe recht auffallend abwechseln. Die lange Behaarung an den Hinterleibsseiten ist an den lichten Stellen weisslieh, an den dunklen schwarz. Bei abgeriebenen Stücken erscheint die Zeichnung ungefähr so, wie sie Macquart angibt. Alles Übrige stimmt vollkommen mit Macquart's Beschreibung und die Flügel sind ganz so, wie sie 1. e. abgebildet sind. 29. ANTHRAX HYALACRA Wied. Aussereurop. zweifl. Insecten. I. 315, S4. Sieben Stücke aus Südamerika, die mit Wiedemann's Beschreibung und den typischen Stücken seiner Sammlung vollkommen übereinstimmen. Nach den vorhandenen Beschreibungen sind Anthrax celer W. und A. hyalacra W. schwer zu unterscheiden, sie unterscheiden sich sehr wesentlich dadurch von einander, dass bei A. celer die Grenze der schwarzen Flügelzeichnung vom Vorder- bis zum Hinterrande ganz gerade verläuft, während bei A. hyalacra sich dieselbe am Flügelrande schmal nach aussen fortsetzt und die Randzelle ganz ausfüllt. 30. ANTHRAX CONCISA Macq. Dipteres esotiqucs II. T. 68, 37. Ein Stück aus Chile. — Ich beziehe liieherMacquart's Beschreibung, weil sie mindestens nichts enthält, was dem widersprechen würde. Macquart's Beschreibung ist überhaupt zu kurz um ein sicheres Unheil zu begründen. Ich muss auch noch besonders hervorheben, dass Macquart im Suppl. IV der Dipteres exotiques (S. 111) ein zweites Mal eine Anthrax concisa beschreibt, die jedoch aus Neuholland stammen soll. Die von dieser Art auf Taf. X, Fig. 11 gegebene Flügelabbildung stimmt genau mit der vorliegenden südamerikanischen Art und ebenso genau passt die Beschreibung. In den Diagnosen beider Arten zeigt sich keine andere Differenz, als das bei der einen von „fedihus rufis", bei der anderen von „pedihus flavis" die Rede ist. Ich vermuthe nun, und wie ich glaube, nicht ohne Grund, dass Macquart beide Male dieselbe Art vor sich gehabt habe und dass seine Anthrax concisa Nr. 2 ebenso aus Amerika und nicht aus Neuholland stamme, wie seine Anthrax concisa Nr. 1. Sonderbar wäre es mindestens, wenn für zwei Arten von so verschiedenen Standorten, die in allen Stücken mit einander überein- stimmen und auch in der Flügelzeichnung sich gleichen (die Zeichnung der Flügel von A. concisa aus Carolina vergleicht Macquart mit der unserer A. velutina), Macquart ganz zufällig den- selben Namen concisa gewählt hätte, der gar nichts Charakteristisches dieser Arten ausdrückt. Für jeden Fall sehe ich mich veranlasst, die mir vorliegenden Stücke ausführlicher zu beschreiben : 126 -P''- J- Tl- Scliiner. Schwai-zbraun; liückenschikl auf Jer Mitte braun, an den Seiten strienienartig weiss- o-elb behaart. Hinterleib an der Basis jederseits fablgelblich, weiterbin an den Seiten bräunlich, stellenweise fast schwarz behaart, die Oberseite mit kurzen, bellgelben Härchen (der Hinterleib meiner Stücke ist übrigens auf der Oberseite stark abgerieben). Kopf schwarzbraun ; Unter- o-esicht vorherrschend gelb behaart; Stirne ober den Fühlern und eine Querbinde auf der Mitte o-Ieichfalls kurz gelb-, der Rest schwarz behaart; Fühler schwarzbraun; drittes Glied kurz zwiebei- förmig. Beine rostgelb, die Schenkel braun. Flügel ungefähr wie bei Antlirax velutina Mg., mit Ausnahme der Spitze und des Hinterrandes braun, die Grenze sehr uneben, zerrissen, die im Braunen liegenden steilen Adern alle rostgelb gesäumt, das Endstück der Längsadern im glas- hellen Theile etwas braun gesäumt. 31. ANTHRAX CIHLENSIS Philippi. VerhanJl. d. zool.-bot. tiesellscli. XV. GGG, 12. Ein Stück aus Chile. — Philippi's Beschreibung ist genügend, um dieArt zu erkennen, ich füge nur bei, dass der Rüssel bei dieser Art weiter vorsteht als bei den verwandten Arten und dass die Radialader und die obere Zinke der Cubitalgabel stark aufgebogen sind, die Art überhaupt im Habitus an Muh'o erinnert. 32. ANTHRAX LEUCOSTOMA Meig. System. Besclir. d. euiop. zweitl. Ins. II. 146, G. Meigen's Beschreibung stimmt zu zwei Stücken aus Gibraltar, es concurriren aber bei den um Anthrax flava sich gruppirenden Arten, so viele und theilweise so ungenügende Beschreibungen, dass es fast unmöglich ist, ein sicheres Urtheil auszusprechen. 33. ANTHRAX LEUCOMALLA Philippi. VorL. d. zool.-botan. üosellscli. XV. G7-2, SS. Ein Stück aus Chile. —Besonders cliaraktei-istisch ist die dichte, aufrecht stehende weisse Behaarung des Hinterleibes. 34. ANTHRAX FÜSCICOSTATA Mcq. Dipteres exotiques. Suppl. I. 111, 66. Ein Stück aus Sydney. — Macquart's Beschreibung und ein Originalstück Macquart's, das ich besitze stimmen vollständig mit dem mir vorliegenden überein. 35. ANTHRAX CALOPTERA Philippi. Verh. d. zool.-botan. Gesellscli. XV. 670, 22. Drei Stücke aus Chile. — Die Beschreibung, welche Philipjii von der Flügelzeichnung gibt, ist zutrcfiend, ob auch die weissen Binden am Flinterleibe vorhanden sind kann ich nicht angeben, da meine Stücke nicht gut erhalten sind. 36. ANTHRAX VITRIPENNIS Philippi. Verb. d. zool.-bot. Oesellsch. XV. 671. 23. Philippi's Beschreibung passt vollständig auf drei nur vorliegende Stücke aus Chile. 37. ANTHRAX NIGRICOSTA n. sp. Schwarz, das Scblldcheii und die Seiten der ersten Hintcrleibsiinge rostgelb, übrigens der ganze Leib dicht behaart. Die Behaarung am Rückcnsehilde goldgelb, besonders dicht am Vorderrande und auf den Brustseiten. Hinterleib an den Seiten goldgelb behaart, dazwischen Dijytera. 127 am dritten und fünften Ringe schwarze Haarbüschel, die Oberseite samnitschwarz, kurz schwarz behaart, die Vorderränder des zweiten und der folgenden Ringe mit goldgelben Querbinden, die am zweiten, vierten und sechsten breiter als die übrigen. Bauch gelb behaart, die schwarzen Haarbüschel an den Seiten des dritten und fünften Ringes und der gleichfalls schwarz behaarte After geben der Unterseite ein scheckiges Aussehen. Kopf gross und fast völlig rund; Unter- gesicht mit weissen, seidenartig glänzenden Haaren, die sich auf die Vorderstirne ausbreiten, der Rest der Stirne ist schwarz behaart; Fühler schwarz, sehr kurz, das dritte Glied zwiebeiförmig, mit borstenartigem Griffel; der Hinterkopf an den Seiten, besonders gegen unten zu silberweiss. Beine schwarzbraun; Mittelschenkel mit Ausnahme der Spitze und Basis, die Hinterschenkcl mit Ausnahme der Spitze rostgelb. Flügel glashell, die äusserste Basis und die Mediastinal- zelle, mit Ausnahme der Spitze schwarz; das Geäder wie bei A. flava. 4V2'". Ein Stück aus Chile. Die letzt angeführten sechs Arten gehören alle in die Gruppe von Anthrax flava und hot- tentotta. 38. ENICA LONGIROSTRIS Wied. Anthrax longirostn's Wiedem., Zoolog. Magaz. I. 3, 11 und Aussereurop. zweifl. Ins. I. 281, 35. — Enica longi- roatris Mcq., Suites ä BuflFon I. 400, 1. — f Cyllenia longirostris Wied., Aussereurop. zweifl. Ins. 388, 1. — Cyllenia afra Wied., I. c. I. 358, 2. — Cyllenia pluricellata Mcq., Dipl. exot. Suppl. V. 84, 2. Taf. IV, Fig. 2. — Lagochilus afer Loew, Dipt. Fauna Süd-Afrika's. I. 273. Ein Männchen und drei Weibchen vom Cap der guten Hoffnung. Das Männchen ist durch die hinten stark verengte Stirne und die nicht so dunklen Flügel von dem Weibchen unter- schieden; letzteres ist gewöhnlich kleiner als das Männchen, die Stirne desselben ist fast gleich- brpit, die Flügel sind auch am Hinterrande gleichmässig schwärzlichbraun tingirt, wodurch auch die am Ende der Discoidalzelle liegenden glashellen Fleckchen meiir auffallen; die drei Weib- chen sind nur 2'/2"' lang, das Männchen misst beinahe 4'". Ich besitze aber in meiner Sammlung ein von Macquart als Cyllenia plicricella:% determinirtes Weibchen, das in allen Merkmalen den vorliegenden drei Weibchen gleicht und ebenso gross als das Männchen ist. Über die Bestimmung und die obigen Synonyme muss ich Einiges zum näheren Verständ- nisse beifügen : Loew ist es nicht entgangen, dass Cyllenia afra. W. {= Cyllenia ])luricellata Mcq.) nicht bei der Gattung Cyllenia bleiben könne. Die Bildung der Fühler, des Rüssels und das ganz ver- schiedene Flügelgeäder lassen dies unmöglich erscheinen. Namentlich ist der Umstand, dass bei Cyllenia afra W. die Radialader scheinbar und nahe bei der kleinen Querader aus der Cubital- ader zu entspringen scheint so wesentlich, dass diese Art nicht einmal in dieselbe Gruppe mit den genuinen Cyllenia- Arten gereiht werden kann. Loew hat sich daher bestimmt gefunden für Cylle- nia afraW. eine neue Gattung aufzustellen, die er Lagochilus nannte. Es ist ihm aber entgangen, Aasa Anthrax longirostris W., worauf M ac q uart seine Gattung Ejiica errichtete, nichts weiter ist als Cyllenia afra W. oder, wenn man sich dieser meiner Ansicht nicht vollständig anschliessen will, mindestens eine Art, welche mit Cyllenia afra W. in dieselbe Gattung gestellt werden muss. Ein Vergleich der Beschreibungen wird dies Jeden klar machen. Wiedemann erwähnt ausdrücklich die „an der Spitze eigene, bei keiner anderen (Anthrax-) Art bemerkte Querader " und auch die übrige Beschreibung stimmt, wenn man von den Angaben über die Behaarung absieht, die bei abgeriebenen Stücken oft die verschiedenartigsten Irrthümer veranlassen — so vollständig, dass ich nicht wüsste, wodurch sich Anthrax longirostris W. von Lagochilus afer Lw. (= Cyllenia afraW.) wesentlich unterscheiden sollte. Dass Wiedemann dieselbe Art zweimal beschrieb und einmal zu Anthrax das zweite Mai zu Cyllenia stellte, darf nicht ijn 128 Dr. J. T\\ Schiner. Geringsten VeiwiinJenmg erregen — der scharfsinnige Dipterologe erkannte eben, dass diese Art weder zu Anthrax noch zu CyUeiiia passe und erwähnte dies ausdrücklicii bei Anthrax lon- girostris, was wohl H. Macquart, wie in analogen Fällen z. B. bei Xylophafft/s spmitarsis und Huematojiota longicornis W., zunächst veranlasst haben dürfte, seine Gattung Enica aufzustellen ohne die typische Art Anthrax longirostris eigentlich zu kennen. Dass mit den hier concurrirenden Arten Verwechslungen vorgekommen sein dürften, dar- über gibt auch Wiedemann's Originalsammlung hinlängliche Belege. Es steckt in derselben unter der Etiquette: Cyllenia afra eine Art, die mit der Beschreibung von Cyllenia afra nicht im mindesten übereinstimmt und die meines Erachtens nichts anderes ist als Soharus anomalus Lw. (^ Adelidea fuscfpennis Mcq.). Unter einem gemeinsamen Zettel mit der Aufschrift Cyllenia longirostris stecken gleich neben zwei vermengte Arten, von denen die eine identisch mit unserer Etiica longirostris {= Anthrax longirostris W. ^ Lagochilus afer Lw.) ist, die zweite aber wieder nichts anderes ist als Soharus anOinalus Lw. Es bedarf keiner allzugrosscn Fiction, wenn man annimmt, dass die Zettel und theilweise auch die Individuen durch irgend einen Zufall verwechselt worden seien und ursprünglich unter der Etiquette Cyllenia longirostris alle Soharus anomalus und unter der zweiten Etiquette Cyllenia afra alle die Individuen gesteckt haben mochten, die mit unserer Enica lo7igirostris identisch sind. v. Winthem der die Wiedcmann'sche Sammlung besass und seine Sammlung darnach corrigirte stellte alle echten Enica longirostris unter die Etiquette Cyllenia longirostris , den Soharus anomalus aber ganz richtig unter die Etiquette Bomhylius anomalus. Die Verwechslung dürfte daher schon zur Zeit stattgefunden haben, als noch Wiedemann lebte und vielleicht damit veranlasst worden sein, dass derselbe, bei irgend einer Revision seiner Sammlung, die ihm wohlbekannte ^4?i^^raa; longi- rostris, da sie habituel besser zu den Cyllcnien als zu Anthrax passt, ohne den Text seines Buches nachzulesen unter die Etiquette Cyllenia longirostris steckte. Es sind dies allerdings nur Conjecturen, die aber sicher nicht ganz unbegründet sind und die mindestens aufklären dürften, warum eine Reihe von Individuen in Wiedemann's Originalsammlung als Cyllenia longirostris stecken, die mit der Beschreibung vonCylletiia longirostris nicht übereinstimmen. Unwahrschein- lich ist es keinesfalls, dass Cyllenia longirostris W. in ier That nichts weiter ist als unser Soha- rus anomalus. Ich habe auf die Daten derWiedemann'schen Sammlung hin, Cyllenia longiro- stris "VV. als Synonym zu obiger Art gestellt, aber ein Fragezeichen beigefügt, wäre ich nicht einmal schon wegen Beifügung von zwei Fragezeichen in einen ähnlichen Fall anathemisirt wor- den, so hätte ich auch diesmal die Zahl der Fragezeichen verdoppelt. 39. LOMATIA INFERNAL IS n. sp. Ich besitze eine Art aus Syrien, welche Loew Lomatia infernalis benannte; ob sie mittler- weile beschrieben wurde, weiss ich nicht, ich konnte wenigstens eine solche Beschreibung nicht auffinden. Die Novara-Rei senden haben dieselbe Art in einen copulirten Pärchen aus Gibral- tar mitgebracht und ich lasse hier die Beschreibung folgen: Schwarz, goldgelblich behaart, besonders dicht und lang am Vorderraiide und an den Seiten des Rückenschildes, so wie an der Basis des Hinterleibes, wo sie büschelartig steht und auch intensiver gefärbt ist; an den Brust- seiten ist die Behaarung gleichfalls gelblich in einer striemenartigen Reihe von der Flügelbasis hei-ab aber beinahe weiss. Hinterleib schwarz glänzend, bei dem Männchen der zweite und die folgenden Ringe, bei dem Weibchen alle Ringe mit hellgelben in der Mitte ziemlich breit unter- brochenen Ilinterrandsbinden, bei letzteren nur die des ersten Ringes ganz, die Behaarung des Hinterleibes an den gelben Binden hell sonst vorherrschend schwarz; der Bauch schwarz, an der Basis gelblieh. Kopf schwarz, die Augen des Männchens in einer Ecke auf der Stirnc zu- Diptera. 129 sanimenstossend, die des Weibchens durch die glänzend schwarze nackte Stirne getrennt; Untergesicht und Vorderstirne weissgelb behaart, die übrige Stirne und der Scheitel bei dem Männchen scliwarz behaart. Fühler schwarz, die Basalglieder schwarz beliaart. Beine schwarz- braun, Schüppchen schneeweiss behaart. Flügel fast glasheli, der Vorderrand bis zur Mündung der Subcostalader braun, was bis zur Discoidalzelle herabreicht und, verwaschen sich auch in dieser noch etwas fortsetzt, die vordere Grenze dieser Bräunung ganz gerade und steil; das Geäder ganz normal. 4'". Durch die helle Behaarung uud die Zeichnung des Hinterleibes und der Flügel von Lomatia sahaea, der sie ;un nächsten verwandt ist und von allen übrigen Lomatien leicht zu unterscheiden. 40. LOMATIA AUSTRALENSIS n. sp. Scliwarz mit fahlgelblicher Behaarung, die am Vorderrand und an den Seiten des Kückenschiides, so wie an der Basis des Hinterleibes am dichtesten ist. Bauch und Brustseiten grau. Kopf schwarzbraun, der Miindrand unten gelblich, das Untergesicht braunröthiich mit dichter, glänzend weisser Behaarung die sich auch auf die Vorderstirne hinauf fortsetzt. Fühler schwarzbraun, das dritte Glied kurz kegelförmig, an der Basis schmal, der Endgriffel kurz, Rüssel aus der Mundöffnung nur etwas vorragend. Beine schwarzbraun; Haftläppchen lang aber schmal. Flügel fast glashell, das Geäder normal; die Radialader nur etwas steiler auf- gebogen, als bei den europäischen Arten, nicht aber zurückgebogen, wie bei den Neurien. 3%'". Ein Stück aus Sydney. 41. NEURIA FASCIATA Fabr. Anthrax fasciata F., System. Antl. 118, -2. — Anthrax fasciata Wied., Aussereuroii. zweifl. Ins. I. 321, 93. — Neuria nigrescens Newm., Entom. Magaz. 221. Zur Vermeidung eines neuen Namens wende ich die Fabricius'sche Beschreibung auf drei Stücke aus Auckland an, da Alles was Fabricius zur Charakteristik anführt zutreffend ist, wenn auch die kurze Beschreibung wenig des Charakteristischen enthält. Am meisten bestimmte mich di e Angabe „«/«'s totis atris : fascia parva nivea ante apicem^ \ die weisse Binde liegt nämlich bei dem vorliegenden Stücke vor der Spitze, während sie bei allen übrigen mir bekannt gewordenen verwandten Arten aus Neu-Holland fast oder wirklich an der Spitze selbst liegt. Dasselbe gilt auch von Newmann's kurzer Beschreibung, es heisst auch da „fascia ante apicem nivea.'* Ich halte es für nicht überflüssig die Art etwas ausführlicher zu beschrei- ben: Schwarz; Rückensehild an den Schultern und Seiten schmal rostgelb, ebenso gefärbt sind die hinteren Ecken des Rüekenschildes und die Brustseiten, die Mittelbrust ist jedoch schwärzlich. Hinterleib obenauf einfarbig schwarz, die Bauchseite rostgelb. Die Bahaarung vorherrschend gelblich, an den Seiten ziemlich lang. Kopf schwärzlich; Unteigesicht und Mundrand dicht messinggelb "behaart, was sich auch auf die Vorderstirne hinaufzieht, weiterhin ist die Stirne schwarz behaart. P'ühler schwarz, die Basalglieder oben schwarz behaart. Beine rostgelb, die Schenkel oben, die Schienen aussen, die Tarsen durchaus braun; Haftläppchen so lang als die Klauen, im Umrisse keulenförmig. Flügel schwarzbraun mit kurzer schneeweisser Binde vor der Spitze. Bei durchfallendem Lampenlichte erscheint das Weisse grün. Nur zwei Cubitalzellen vorhanden. 4V2 — 5"'. Zum nähei'en Verständnisse, was ich unter der Gattung iV'e;«r«'« verstehe, muss ich Einiges hier beifügen: Für gewisse Anthrax- Axi^n, die sich dadurch vor Allen auszeichnen, dass die Radialader und die obere Zinke der Cubitalgabel in ganz ungewöhnlicher Weise sich nach auf- wärts und dann nach rückwärts beugen, sind von Newm ann die Gattungen Neuria und Ligyra und ist von Macquart die Gattung Comptosia aufgestellt worden. Das was Newmann im Ni)V.ira-E.\l)e(liüüii, Zoologischer Theil. Bd. II. Schiner. Dipter.i. 17 130 Dr. ./. 7?. Sr:hiner. Entoiuologist. (S. 22U, u. tf.) zur Charakterisirun;;- .■^ciner Gattungen autuhrt, ist solir unvoll- ständig; es seheint, dass er die Arten mit zwei Cubiialzellen zu Ligtjra, jene mit drei zu Keuria gestellt wissen wollte. Mir ist nur so viel klar geworden, dass er die Arten mit den rückwärts geschwungenen Adern überhaupt als Neurien und Lig3'ren betrachtete. Maequart hat in seinen Dipteres exotiques (II; 1, 80) die Gattung Comptosia aufgestellt, und dieser Gattung, nebst der eigenthümlichen Rückwärtsbeugung der Radialader, auch drei Cubitalzellen zugesehrieben. Später hat er auch Arten mit nur zwei Cubitalzellen in seine Gattung ComjHosia gebracht und zwar grossentheils auch solche die mit Comptosm fascipennis Mcq. , der typischen Art der Gattung Comptosia und mit den neuholländischen Arten, welche ich in der Gattung Neuria vereinige nichts gemein haben, als die Rückwärtsbeugung der Radialader. Nach strengen Prio- ritätsrechten wäre Macquart's Gattungsname Cotnptosia, da er 1840 aufgestellt wurde und die typische Art Comptosia fascipennis Mcq. wirklich in dieselbe Gattung gehört, die ich Neuria nenne, den von Newniann um ein Jahr später (1841) eingeführten Namen Neuria vorzuziehen. Ich halte aber dies aus dem Grunde nicht für angemessen, weil die meisten Macquart'schen Comptosien, die er in der Folg-e beschrieb keine echten Neurien sind und für letztere daher, mit Verwerfung der beiden Ne wmann'schen Namen ein ganz neuerer Name eingeführt werden müsste. Es ist gewiss viel praktischer den neuholländischen Arten den von Newmann einmal gegebenen Namen Neuria zu lassen, dazu auch die wenigen echten Neurien Macquart's, welche er Comptosien nannte zu stellen und die grössere Menge der Macquart'schen Compto- sien, die sich sehr wesentlicli von den Neurien unterscheiden, in der Gattung Comptosia zu vereinigen. Dass die Gattungen Comptosia und Neuria gar nicht zu den Athracincn, sondern zu den Lomatinen gehören, habe ich schon im Eingange hervorgehoben. Beide Gattungen haben fol- gende gemeinschaftliche Merkmale; die Radialader entspringt deutlich und in einen spitzen Winkel aus der Subeostalader und beugt sicli vorne nach aufwärts und dann in ausserordentlicher Weise nach rückwärts, so dass sie rücklaufend, mit dem Flügelrande fast parallel ist. Der Kopf ist rund, der Hinterkopf stark entwickelt, die Augen an den Seiten ausgeschnitten, daher nieren- förmig, eine schmale oder sehr schmale Stirne und einen verlängerten Hinterleib. Bei der Gat- tung Neuria, wie ich sie hier annehme und die vorzugsweise neuhoUändisehe Arten enthält, sind die Flügel an der Basis sehr sehmal (der Flügellappen wenig entwickelt), an der Spitze aber stumpf abgerundet und ziemlieh breit; der Kopf ist etwas höher als breit; das dritte Fühlerglied kurz, der Griffel deutlich abgesetzt; der Rüssel meistens so kurz, dass er kaum aus der langen, linnenförmigen Mundölfnung etwas hervorragt, die Saugflächen sind immer geschlossen, der Hinterleib ist vorne und hinten gleichbreit, die Seiten daher parallel. Bei der Gattung Comptosia, wie ich sie auffasse und die bisher nur südamerikanische Arten enthält, .sind die Flügel an der Basis nicht sehr sciimal, der Flügellappen ist ziemlich stark ent- wickelt, die Flügelspitze nicht stumpf und die Form der Flügel nie keulenförmig wie bei Neuria\ der Kopf ist etwas breiter als hoch oder mindestens nie höher als breit, das dritte Fühlerglied ist ziemlich lang und geht allmälig in den Gritlcl über; der Rüssel ragt ziemlich weit und im Ruhestände gewöhnlich zwischen den Fiiiilciii vor, die Saugllächen sind meistens gabelförmig auseinander gespreizt; der Hinterleib ist hinten schmäler als vorne, seine Seiten daher nie parallel. So subtil diese Unterschiede auch sein mögen, so begründen sie doch sicher einen Unter- schied zweier Formenreihen, die in ein und derselben Gattung unmöglich vereiniget bleiben können und die joder Dipterologe schon nach dem habituellen Eindrucke von einander zu trennen veranlasst sein wird. Der Umstand, ob nur zwei oder drei Cubitalzellen vorhanden sind, ist nicht Diptera. 131 geeignet eine Gattungsgrenze zu begründen, es gibt daher Neurien mit zwei und mit drei Cubital- zellen vmd ebenso Comptosien. Aus Südamerika ist noch eine dritte Form durch Philippi bekannt geworden, die weder zu Neuria noch zu Comptosia gebracht werden kann, obwohl sie in vielen Punkten mit diesen übereinstimmt, ich werde sie weiter unten in der neuen Gattung Tritoneura anführen. 42. NEURIA BICOLOR Macfi- Comptosia hicolor Mcq., Dipteres exotiques. Suppl. IV. 114, 7. Tat'. X, Fig. 17. Zwei Männchen aus Auckland. — Macyuart kannte nur das Weibchen. Bei dem Männ- chen ist das Untergesicht gelb-, die Stirne schwarz behaart, letztere zeigt im Grunde eine graue Bestäubung. Die Behaarung an den Seiten des Rückenschildes ist fahlgelb, die längeren Borsten daselbst sind fuchsroth, die Brustseiten grau bestäubt. An der Basis des Hinterleibes ist die ßeliaarung sehr dicht, fast schopfig, fahlgelb, weiter nach hinten zu sind viele schwarze Plärchen beigemengt. Flügel mit nur zwei Cubitalzellen, die obere Zinke der Cubitalgabel an der Basis mit einem Aderanhang. 43. NEURIA TRICELLATA Macq. Composia tricellata Mcq., Dipt. exot. Suppl. II. 53, 4. Taf. II, Fig. 6. EinPärchen aus Sidney. — Macquart's Beschreibung stimmt in allen wesentlichenPunk- ten; die Schenkel sind aber nicht braun, sondern, wenn auch verdunkelt, rostgelb und die Flü- gelzeichmmg ist insofern etwas verschieden, als die Bräunung des Vorderrandes bis zur Flügel- spitze reicht, ungefähr so wie bei Ne%iria geometrica Mcq. (1. c. Taf. II, Fig. 7), während sie bei N. tricellata die Spitze in grösserer Ausdehnung frei lässt. Für N. geometrica kann ich meine Art nicht halten, weil diese nur zwei Unterrandzellen, mein Stück aber drei hat. Ich lege auf diese Differenz kein grosses Gewicht, da das mir vorliegende weibliche Exemplar eine etwas weiter glashelle Spitze zeigt als das männliche und die Ausbreitung der braunen Zeichnung gegen die Flügelspitze zu daher jedenfalls etwas variabel ist. Von Neuria corculum Newm. unterscheidet sich die Art dadurch, dass der Hinterleib an den Seiten nicht grau ist; auch entspricht in den vorliegenden Stücken nichts der Angabe über die Grenze der Flügelzeichnung: »limitibus .... infra in lobos productis" und sind die Beine auch nicht „fuscescentes" wie Newmann angibt. 44. NEURIA LATERALIS -Newm. Entomologist 1841. 220. Newmann's Beschreibung passt auf ein Stück aus Sydney, namentlich die Angabe „nervura costali serrata". Diese Beschreibung ist aber zu kurz, um ein ganz sicheres Urtheil über die Identität zu ermöglichen. Ich beschreibe desshalb meine Art ausführlicher: Schwärz- lich, Rücken seh ild um die Schultern und an den Seiten dunkel rostgelb, ebenso das Schildchen rostgelb. Hinterleib vom zweiten Ringe angefangen mit rostgelben Seitenflecken, welche gegen innen zu einzeln abgerundet sind, die äusserste Randlinie bleibt jedoch schwärzlich. Bauch rothgelb, in Folge der matten, hellen Bestäubung ledergelb erscheinend. Die Behaarung vor- herrschend dunkel, den schwarzen oder braunen Haaren auch fahlgelbe Härchen beigemengt. Kopf rostroth ; die Mundöffnung weit hinaufreichend, so dass der obere Rand derselben zwischen den Fühlern etwas vorsteht, die Behaarung an den Seiten gelb, oben fuchsroth. Die beiden Basal- glieder der Fühler rostgelb, unten gelb-, oben schwarz behaart, das dritte Glied ist etwas mehr zugespitzt als bei den anderen Arten, der Griffel jedoch deutlich abgesetzt. Beine rostgelb; Hüften an der Spitze unten mit schwarzen Flecken; Haftläppchen so lang als die Klauen. 17* 132 Dr. J. B. Schi )i er. FUii^cl schwarzliraiiii, an der Spitze mit einer schneeweissen kurzen Binde; die Spitze selbst ist etwas !?ebiäinit; bei durchfallendem Lampenlichte erscheint das Weisse grünlich. Drei Cubital- zellen vorhanden. Der Flii,i;elvoiJerrand ist eigentlich nicht gesägt, sondern nur sehr autfallend grob granulirt. 7' ". 45. NEURIA APICALIS Mcq. Comp/osia ajiicalis Mcfj., Dipteres exotiques. Suppl. III. 3.i, 5. Taf. III, Fig. 13. Ein Männchen aus Sydney. Die Art unterscheidet sich von Neuria fasciata F., die ebenfalls nur zwei Cubitalzellen hat, dadurch, dass die Flügelspitze selbst ganz weiss ist. 46. NEURIA GRANDIS nov. sp. Rückenschild dunkelbraun, die Schulterecken, die Schwielen vor dem Schildchen und das Schildchen selbst dunkel rostgelb, die Brustseiten rostgelb, grau bestäubt. Die zerstreute Behaaiung oben.iuf kurz, schwarz, an den Brustseiten wcisslich, vor der Flügelbasis einige fuchs- rothe Borsten. Hinterleib schwarz, mit etwas bläulichem Schimmer, an den Seiten dunkel zimmtbraun, von lückwärts gegen das Licht besehen auch über der Mitte ein zimmtbrauner Ton ; die Behaarung an der Basis \veis.ar/ifa Nowm., die aber nur zwei UntorrandzPlli'n liat. D ij) i e r a. 1 33 48. COMPTOSIA BIFASCIATA Macq. Dipteres oxotiques Suppl. IV. 114, 8. Taf. X, Fig. 18. — Philippi, Verh. d. zool.-bot. Gesellsch. XV. 673. Ein Männchen aus Chile. — Ich folge bei der Interpretation dieser Art Herrn Philippi, was mir um so nothwendiger erseheint, weil nach der vortrefflichen Aufzählung chilenischer Dipteren dieses Autors in Chile drei sehr nahe verwandte Arten vorkommen (C. consohrina Phil., C. hifasciata Mcq. und C. Landbeckiil^hW.J, die derselbe scharf geschieden hat und es nicht ganz sicher ist, welche derselben Macquart als C. hifasciata beschrieben hat. 49. COMPTOSIA LANDBECKII Phil. Verh. d. zool.-bot. Gesellsch. XV. 677, 4. Ein Männchen aus Chile. — So nahe diese Art mit Conipt. hifasciata Mcq. auch verwandt ist, so kann über deren Verschiedenheit doch nicht im Mindesten gezweifelt werden. Dicweisslichen Seitenflccke des Hinterleibes sind grösser, Untergesicht und Stirne sind schneeweiss beiiaart (bei C. hifasciata Mcq. ist die Stirne vorne gelblich behaart). Die hintere Basalzelle ist an der Spitze nicht glashell, über der Axillarader liegt ein brauner, den Flügelrand nicht erreichender Fleclc (bei C. hifasciata Mcq. und C. consohrina PhiL ist die Spitze der hinteren Basalzelle glashell und die Axillarader ist bis zum Flügelrande hin braun gesäumt). Von Coniptosia consohrina Phil, unteischeidet man C. hifasciata Mcq. dui-ch die an der Basis schwarzen Fühler. Für die ge- nannten drei Arten würde sich sonach folgendes Schema ergeben: Fühler an der Basis schwarz C. consohrina. Fühler an der Basis rothgelb. Spitze der hinteren Basalzelle glashell ('. hifasciata. Spitze der hinteren Basalzelle braun G. Landbechi. 50. COMPTOSIA CANESCENS Phil. Verh. d. zool.-bot. Gesellsch. XV. 678, 7. Zwei Männchen aus Chile. • — Philippi's Beschreibung ist genügend, um die Art mit Sicherheit zu erkennen. Sie könnte nur mit Comptosia infumata Phil, verglichen werden; die genannte Art hat aber einen gestriemten Rüekensehild und einen schwarz behaarten After, während bei gegenwärtiger Art Striemen am Rückenschilde nicht vorhanden sind und der After weissbehaart ist. Die Bräunung der hinteren Querader, wodurch sich C. infumata von C. canescens, wie Philippi angibt, besonders unterscheiden soll, scbeint kein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu sein — ■ sie ist bei den vorliegenden Stücken etwas gebräunt. TRITONEURA nov. gen. Aus der Gruppe der Lomatinae und nächst verwandt mit Neuria und Comptosia. Kopf rund, Hinterkopf stark entwickelt; Untergesicht äusserst kurz, da die grosse Mund- öffnung bis zu den Fühlern hinaufreicht ; Stirne des Männchens durch das Zusammentreten der .\ugen auf der Mitte so sehr verengt, dass nur ein kleines Stirn- und Scheiteldreieck übrig blei- ben (das "Weibchen nicht bekannt) Rüssel länger als Kopf und Rüekensehild zusammen vorne spitzig, gabelartig klaffend; Taster kurz aber robust-eylindrisch, dicht beborstet. Fühler vorste- hend, das erste Glied lang und ziemlich dick, das zweite kurz, napfförmig, das dritte so lang als die beiden ersten Glieder zusammen, etwas flach gedrückt und fast gleichbreit, mit ganz rudi- mentärem, subapicalem Griffel. Rückenschild und Hinterleib wie bei der Gattung Compto- sia; auch die Beine so gebildet wie bei der genannten Gattung , nur sind die Haftläppchen so klein, dass sie gänzlich zu fehlen scheinen. Flügel in der Form wie bei Coniptosia, auch im 134 l^>i'- J- J^- Sc hin er. GeäJer in der IIaupt.>aclie wie Lei dieser, nur sind Lei der einzigen Lislier Lckannten Ait vier Cubltalzellcn vorhanden, was übrigens aiicli Lei Comptosüi hifasciata Mei^. der Fall ist. Typische Art: Träoneiira lugubris Phil. Von Comptosia und Neuria durch die Bildung der Fühler und der Taster und durch den Mangel der Haftläppchen vers<'liicden, von iXeuria überdies durch die Flügelform und den hiuten versclimiilerten Hinterleib. 51. TRITONEÜRA LUGUBRIS Phil. Conipiosia Ingiihrls Phil., Verli. d. zool.-bot. Gesellsch. XV. 678, 8. Zwei Männchen aus Chile. — Philippi's BeschreiLung ist kurz aber so charakteristi.sc.h, dass die Art nicht leicht verkannt werden kann. Ich füge folgendes bei: Untergesicht und Hinterkopf etwas grau bestäubt, ersteres gelb- die Stirne schwarz behaart. An den Seiten des Rückenschildes stehen sehr starke schwarze Borsten, die Behaarung des Rückensehildes und Hinterleibes ist schwarz; an den Brusfseiten, die in gewisser Richtung weisslich schininiern, ist vorne gelblich und sehr dicht; die schwarzen Beine sind fast kahl, Schienen und Tarsen abei- die Behaarung dicht gedörnelt. 52. SYSTROPUS MACILENTUS Wied. Xova dipteror. gen. 19 und Aussereurop. zweifl. Ins. I. 360. Tab. V, Fig. G. P^in Stück vom Cap der guten Hoffnung. — Macquart's Systropus macilentns mit nur zwei Cubitalzellen ist von obiger Art verschieden und gehört vielleicht in die Gattung DoUchomyia. Ich muss zur Rechtfertigung meiner Interpretation dieser Art, meine Ansichten über die Gattung Systropus vorausschicken. Loew hat in seiner Dipteren -Fauna Süd-Afrika's die Merkmale der Gattung Systropus festzustellen versucht, meines Eraehtens mit wenig Glück, da er die unzweifelhaft mit Systropus nächst verwandte Gattung DoUchomyia W. hiebei nicht berücksichtigte. Das Fehlen der Punktaugen hei Systropus leptogasterljw. kann in die Gattungs- diagnose nicht aufgenommen werden — die Punktaugen sind bei Systropus macilentus und S. nitidus W. deutlich vorhanden; die Taster hatte Wiedemann allerdings übersehen, weil sie bei S. macilentus W. sehr versteckt sind — sie sind aber bei *S'. ?iitidusW. und S. leptogasterljw. deutlich und stehen etwas vor. Über das Flügelgeäder gibt Wiedemann keinen bestimmten Aufschluss ; dass aber bei S. macilentus W. drei Cubitalzellen vorhanden sind, obwohl die nicht gute Flügelzeichnung nur zwei erkennen lässt, geht daraus hervor, dass er bei DolicJiomyia an- gibt, es unterscheide sich diese Gattung durch das Flügelgeäder von allen anderen, also auch vom Systropms, was nicht der Fall wäre, wenn Systroj>us nur zwei Cubitalzellen hätte. Loew führt an, dass bei den bei weitem grössten Theil der Systropen nur zwei Cubitalzellen, bei Systropus leptogaster Lw. aber drei vorhanden seien. Die mir vorliegende Art, welche in allen Merkmalen mit Systropus macilentus W. genau übereinstimmt hat ebenfalls drei Cubital- zellen; allein, wie diese gebildet werden, ist verschieden. Die Querader, welche bei iS' macilentus und leptogaster die obere Zinke der Cubitalgabel mit der Radialader verbindet, ist vorhanden, ist aber so weit zurückgerückt, dass sie den Stiel der Cubitalgabel und zwar nahe an der Basis desselben, mit der Radialader verbindet; die innere Cubitalzelle ist daher sehr klein. Es entsteht nun die Frage, ob nicht das Vorhandensein von zwei oder drei Cubitalzellen generischc Merk- male zur Trennung der beiden Gattungen Systrojnts und DoUchomyia abgeben könnte; so dass die Arten mit drei Zellen zu den Systropen die mit nur zwei zu den Dolichomyien zu stellen seien. Ich kann diese Frage nicht beantworten, da ich eben nur die beiden von Wiedemann beschriebenen Systropus-Artvn und eine einzige neue DoUclioiinjia-Xvi kenne. Dass letztere nicht zu Systropus gebracht werden kann, ist mir sehr klar und ieli hälfe deshalb die Gattung Diptera. 135 Dolichomyia W. für selir gerechtfertiget. Diese Gattung unterscheidet sich von den mir bekann- ten Systr opus- A.rten durch eine verschiedene Gestalt des Rüssels, dessen Saugflächen nicht klaf- fen, durch die weit vorstehenden Taster, den schmalen, langen, zusammengedrückten Hinter- leib und den nicht gewölbten flachen Rückenschild; im Flügel sind nur zwei Cubitalzellen vor- handen. Wahrscheinlich gehört auch Systropus chüensis Phil, nicht zu dieser Gattung, sondern zu Dolichomyia. Abweichend von der Gattung Systropus ist des flacheren Rückenschildes wegen schon S. nitidus W. Ich begnüge mich mit diesen Andeutungen, welche denjenigen, der über ein reicheres Material zu verfügen hat, veranlassen dürften, zu untersuchen, ob die Arten mit nur zwei Cubitalzellen nicht alle besser in der Gattung Dolichomyia unterzubringen und was dann für bestimmte Merkmale aufzustellen seien, um beide Gattungen scharf und bestimmt zu trennen. 53. SYSTROPUS NITIDUS Wied. Aussereurop. zweifl. Insecten II. 641, 58. Wiedemann's Beschreibung stimmt vollkommen mit einem mir voi'liegenden Stücke aus Südamerika. Dass Macquart's Systropus brasiliensis nichts anderes sei als gegenwärtige Art, erscheint mir wenig zweifelhaft; es würde höchstens die relative Länge des zweiten Fühler- gliedes, wie sie Macquart von seiner Art angibt, allenfalls eine Differenz begründen können, da Macquart's Grössenangabe, 7'", keinen Werth hat, weil ihm, wie er selbst angibt, ein Stück vorgelegen hat, dem der Hinterleib fehlte. Über die Beschaffenheit des Flügelgeäders und die mehr abgeflachte Form des Rückenschildes habe ich mich schon oben ausgesprochen; der lange Hinterleib ist etwas flachgedrückt und hinten dickkolbig; die Taster sind sehr kurz, sie sind aber deutlich wahrzunehmen. 54. DOLICHOMYIA DETECTA nov. sp. cT- R ii ck cnschil d auf der Mitte braun, mit zwei weisslichen Längsstriemen, an den Seiten rostgelb, was sich auch auf die Brustseiten hirab verbreitet; Schulterbeulen weisslicli, Schildchen rostgelb. Hinterleib gleichfalls rostgelb, mit brauner Rückensti-ieme, die sich an den Ring- einschnitten bis auf die Bauchseite hinab ausbreitet, die Einschnitte selbst sind schneeweiss, der letzte Ring, sammt den Analanhängen ist ganz braun. Kopf rostgelb, Rüssel horizontal vor- stehend, mit schmalen, nicht klaffenden Saugflächen; Taster fadenförmig, vorstehend, fast so lang, als der halbe Rüssel, deutlich gegliedert. Fühler vorgestreckt, das erste Glied gelb, das zweite sehr kurz und so wie das dritte, welches so lang als das erste ist, schwarzbraun; das Stirndreieck weiss glänzend; Punktaugen deutlich. Beine blassgelb, Hinterschenkel an der Basis und Spitze braun, auf der Mitte ein brauner Wisch; Hinterschienen an der Spitze schwarz, auf der Mitte bräunlich; Hintertarsen schwarz, die Vordei'- und Mitteltarsen mit Ausnahme der zwei oder drei schwarzen Endglieder gelb. Schwinger braun, mit gelbem Stiel. Flügel fast glashell, das Geäder ganz genau wie es Wiedemann für diese Gattung angibt. (Aussereurop. zweifl. Ins. IL Taf. X, Fig. 12.) 4"'. Ein Männchen aus Chile. 55. USIA FLOREA Fabr. Volucella ßorea F., Entom. System. IV. 412, 1 und System. Antl. 114, 1. — Usia ßoren ^leig., System. Beschr. II. 227, 2. Drei Stücke aus Gibraltar. 56. USIA AURATA Fabr. Volucella aurata Fabr., Entom. system. IV. 413, 2 und System. Antl. 114, 3. — Usia auraia Meig., System. Beschr. II. 227, 4. Zwei Stücke aus Gibraltar. 130 JJr. J. IL 8c hin er. 57. TÜIPLASIÜS HETERONEUßUS Maci|. Bomlylius heteroneiirus Macij., Dipteres exot. Suppl. IV. 120. 61. Taf. XI, Fig. 10. Ein Stück aus Cliile stimmt mit der Macquart'schen Beschreibung dieser Art, die vielleicht mit Bomhijlius hellus Pliih ein und dieselbe ist. Unwesen tliclie Ditiereiizeii zeigen sich in folgenden Punkten: Untergcsicht und Stirnc sind lang-, aber nicht dicht behaart, die Behaarung auf ersterem ist fahlgelb, die der Ötirne braun; das erste und zweite Fühlerglied sind lang behaart (Macquart sagt kurz behaart), der Hinterleib ist oben fahlgelblich behaart, doch sind viele braune Härchen untermengt, an den Seiten des dritten und vierten Ringes ist die Behaarung schwarz, an den folgenden Ringen weisslich. Die Beine sind braun, die Schienen holler; die Flügel sind graubräunlich tingirt, an der Basis intensiver. Alles Übrige wie bei Macquart angegeben ist. 58. BOMBYLIUS FLAVUS Mcq. Ueterustyltim ßavtim Mcq., Dipt. exot. Suppl. III. 36, 1. Taf. III. Fig. 15. Auf zwei Stücke aus Südamerika passt Macquart's Beschreibung vollkommen. Das einzige Bedenken könnte seine Angabe über den Fühlergriffel veranlassen, der nach der Gattungs- diagnose von Heterostylum so lang sein soll als das dritte Glied. Bei meinen Stücken ist das dritte Fühlerglied ganz so wie in der Abbildung (Taf. HI, Fig. 15«), ich kann aber einen Ab- schnitt zwischen Glied und Griffel nicht wahrnehmen; indess sagt Macquart: „style se con- fondant avec cet article'' und da mag es wohl sein, dass Macquart einen Abschnitt zu sehen glaubte, wo vielleicht nur eine zufällige Einschnürung vorhanden war. Ich betrachte als Griffel nur das ganz kurze, etwas seitlich stehende Spitzchen am Ende des dritten, spindelförmigen Fühlergliedes und würde sagen: drittes Glied lang, spindelförmig, mit einem sehr kurzen, sub- apicalen Endgriftel. Warum ich die Gattung Heterostylum mit Bomhylius vereinigt lasse, ist schon in der Einleitung zu dieser Familie gesagt worden. Von den mir bekannten süd- amerikanischen Arten zeigen Bomhylius hasUaris W. (= nifus Enc. meth.) und Bomhylius ferrugineus F. dasselbe eigenthümliche Geäder. 59. BOMBYLIUS ATER Scopoli. Entum. carneolka 376, 1021. — Meigen, System. Besohr. II. 195, 11. Aus Gibraltar. Man kennt diese Art aus Syrien, Taurien und der Insel Bourbon. m. BOMBYLIUS LATERALIS Fabr. Systema Antliator. 129, 3. — Wie dem., Aussereur. zweifl. Ins. I. 337, 10. — Macijuart, Dipt. exot. 11. 1, 8«, 7. Taf. VII, Fig. 5. Ein Pärchen vom Cap der guten Hoffnung. OL BOMBYLIUS MEDIUS L. Fauna sueoiea 1919. — HombyliuS punctatus l)eg., Ina. VI. 269. Taf. II, Fig. 15, 12. — Bumhylms concolor Meig., System. Besclir. H. 197, 14. - ISumlylius cuncolor Milc, Monogr. d. Bombyl. 30. Taf. II, Fig. 2. - Bomhylius discolor Mc(i., Suit. h. Bufl'. I. Ein Stück aus G i h r a 1 1 a r. Ö2. BOMBYLIUS CRUCIATUS Fabr. Entom. ßystem. suppl. 569 und Syst. Antl. 130, 7. — Meigen, System. Besclir. II. 198, IG. — Bomhylius luuw- foyon Meig., Classif. I. 182, 9. — liomhytius crvciatus Meig., Clas.sif. I. V.W, 1. — Bomiylins posticus Fabr., System. Antl. 131, 13. — Bomhylius analis Latr., Ilist. nat. <1. ins. .\IV. 299. Zwei Weibchen aus Gibraltar. Dlptera. 137 63. BOMBYLIUS FUGAX Wied. Zool. Magaz. I. 2. 22. — M eigen, System. Besclir. II. 207, 29. — Bombylius posticus Meig., System. Besclii-. II. 200, 17. — Bombylius micans Mg., Classif. I. 183, 10. — Bombißius imlpinus Meig., System. Besclir. 11. 200, 18. — Loew, Neue dipterol. Beitr. III. 23, 48. Ein Woibclien aus Gibraltar. 64. BOMBYLIUS MICANS Fabr. System. Antliator. 129, 4. — Loew, Dijit. Fauna Süd-Alrika's I. 184. Ein Pärchen vom Cap der guten Hoffnung-. Durcli den gelben Borstenkamni an der Flügel- basis von den sehr nahe verwandten Arten llomhyltus hypoleucon W. und B. /n'rt/is Lw. verschieden. 65. BOMBYLIUS FLAVESCKNS Phil. Verhandl. d. zool. -bot. Gesellsch. XV. (i."iO, 6. Ein ziemlich schlecht conservirtes Männchen aus Chile, über dessen richtige Determinirung ich übrigens nicht im mindesten in Zweifel bin. Die Art ist durch die ganz gelben Fühler, die lebhaft rostgelben Beine und dureli den rostgelbiichen Flügelvorderrand leicht zu erkennen. Da bei meinem Stücke der Hinterleib ganz abgerieben ist, so kann ich noch beifügen, dass in diesem Zustande die Grundfarbe des Hinterleibes schwarz, die Seiten und der Bauch aber rost- gelb gefärbt sind. 66. BOMBYLIUS SENEX Meig. System. Beschr. II. 216, 47. — Loew, Neue dipterol. Beitr. III. 23,43. — Bombylius deses Meig., I. c. VII. 66, 56. Zwei Stücke ausGibraltar. — Diese durch die ungewöhnlicheLänge der vorderen Basal- zelle und durch die Bildung des ersten Fühlergliedes ausgezeichnete .\rt ist nicht leicht zu ver- kennen. Meigen's Angaben, dass die Grundfarbe des Leibes „dunkel schimmelgrau, mit zwei breiten dunkleren Mittelstriemen am Rücker schilde" sei, sind richtiger als die Loew'schen, wo der Körper , .schwärzlich glänzend'' genannt wird. In vorliegenden Stücken ist die Grundfarbe matt schimmelgrau, mit einem etwas grünlichen Anfluge. Der Aderanhang an der Basis der Cubitalgabel ist in beiden Stücken vorhanden. 67. SYSTOECIIUS SIMPLEX Loew. Dipteren-Fauna Südafrikas I. 202. 4. Ein Männchen vom Cap der guten Hoft'nung stimmt mit Loew's Beschreibung vollständig überein. 68. SYSTOECHUS SENICULUS Phil. Bombylius seniculus Phil., Verh. d. zool. -bot. Gesellsch. XV. 049, 2. Ein Stück aus Chile. — Die Fühler sind bei diesem Stücke nicht schwarz, wie Piiilippi angibt, sondern braun. Da alles Übrige genau stimmt, so lialte ich meine Bestimmung trotz dieser Differenz für richtig. 69. SYSTOECHUS CALLYNTIIROPHORUS nov. sp. Sehwarzbraun. Kopf und Rückenschild dicht weisslich behaart, von vorne betrachtet erscheint die Behaarung prächtig seidenweiss, in anderer Richtung schimmert sie, besonders am Rückenscliild mäusegrau. Hinterleib zottig fahlgrau behaart, mit vielen braunen Härchen unter- mengt, an den Seiten des zweiten Ringes je ein schwarzbraunes Haarbüschel, die letzten Ringe mit dichter, langer, büschelartig abstehender, schwarzbrauner Behaarung; die Bauchseite vor- Noiara-ExpeditioD. Zoologischer Theil. Bd. II. Schiiier. Dipter.-v. 18 138 I^^>'- ■!■ 1^- Seh in er. herrschend weiss behaart. Der glänzend weissen Behaarung des Kopfes sind am Scheitel einige braune Härchen beigemengt, dieBehaarung des Hinterkopfes kurz, wie geschoren. Fühler schwarz- braun, die beiden Basalglieder weissgrau behaart, das dritte Glied lang und schmal, allmälig in den Gritfel übergehend. Rüssel schwarzbraun, weit vorgestreckt, die Saugflächen dick. Beine lebhaft rostgelb, die Dörnchen braun, alle Gelenke etwas verdunkelt, die Tarsen ganz braun. Flügel blassgrau tingirt, am Vorderrande intensiver; das Geäder ganz normal. 4'". Drei Stücke aus Sydney. Von Systoeckus penicülatus Mucq. uiiil ^\ sericnns Mcq., denen obige Art sehr nalie verwandt ist, durch die rostgelben Beine verschieden. 70. DISCIIISTUS GRASSILABPJS Macj. Bomhylnis crassilabris Mcq., Dipt. exot. Suppl. V, 77, 62. Tat'. IV. Fig. 1. Ein Stück aus Sydney. — Sehr charakteristisch für diese Art ist der verhältnissmässig kurze, dicke Rüssel mit den breiten Saugilächen, das vei'längerte und sehr sehmächtige dritte Fühlerglied und der Aderanhang an der Ba.-is der oberen Zinke der Cubitalgabel. Für diese Art und deren Verwandte wird seiner Zeit die Aufstellung einer neuen Gattungsgruppe erfor- ilerlich sein. 71. DISCIIISTUS TRANSATLANTICUS rhil. Verh. d. zool.-bot. Gesellsch. XV. 649, 3. Ein Männchen aus Chile stimmt mit I'hilippis Beschreibung übercin; nur ist das erste Fiihlerglied zwar dicht, aber nicht lang behaart. Die dichte Beliaarung des Hinterleibes schimmert in gewisser Richtung weiss; die Flügel sind an der Basis rostgelb. 72. ACREOTRICHUS GIBBICORNIS Macq. Dipteres exotiques. Suppl. IV. 121, I. Taf. XI, Fig. 11. Drei Männchen aus Sydney. — Macquart's Beschreibung passt auf dieselben vollständig. Die obere Zinke der Cubitalgabel beginnt ganz senkrecht und beugt dann plötzlich in einem rechten Winkel ab, so dass weiterhin die beiden Zinken fast parallel verlaufen; an der Ab- beugungsstelle befindet sich ein rücklaufender Aderanhang. Die Flügel sind blassbräunlich tingirt, an der Basis und am Vorderrande intensiver. 73. SERICOSOMA FASCIFRONS Mac.]. Dipteres e.xotiques. Suppl. IV, 115. Taf. XI, Fig. 1. Zwei Stücke aus Ciiile. — Mact^uart's Beschreibung ist genügend, um die Art mit Sicherheit zu erkennen; die Bestimmung ist ausserdem durch ein Macc^uart'sches Originalstück meiner Sammlung sicher gestellt. 74. I'IITIIIRIA VULGARIS Phil. Verh. d. zool.-bot. Gesellscli. XV. S. 32, 1. 9. — l'htkiria harbata Pliil., I, c. XV. 651, 5 (^. Es liegen mir zwei Weibchen und ein Männchen dieser Art aus Chile vor, die mit Philippi's Beschreibungen vollständig übereinstimmen. Philippi hat das Männchen unter einem besonderen Namen beschrieben, was ihm gar nicht zu verdenken ist, wenn er nicht wusste, wie vorschieden bei den Phthirien die beiden Geschlechter sind. Die völlige Übereinstimmung im Flügelgcüder, der gleiche Standort und die Übereinstimmung der sonstigen Merkmale, welche die beiden Geschlechter der Phthirien gomeinscliaftlich haben, lässt es gar nicht bezweifeln, dass beide Arten Philippi's nur die ver.sohiedencn Gcschlcciiter derselben Art seien, der ich den Namen l'litläria vulgaris belasse. Diptei-a. 139 75. CORSOMYZa NIGRIPES Wied. Nova dipteror. genera. 15. — Diptera exotica. I. 159, 3 und Aussereurop. zweiri. Insecten. I. 154. — Loew I)i[.t. Fauna Südafrika's I. 270. Drei Männchen und sechs Weibchen vom Cap der puten Hoffnung. Ich habe nichts bei- zufügen, als dass diese Stücke in der Grosse und in der Beliaarung sehr verscliieden sind, was bei der selir vcrUnderlicIien Ait niciit auffallen darf. 76. CORSGMYZA NITIDA Mcq. ilegapalpus nitidus Mcq., Dipteres exotiques II. 1, 112. 1. Taf. XI, Fig. i. Zwei Stücke vom Cap der guten Hoffnung. — Macquart's Beschreibung ist ganz zutreffend. Dass die Art .sich durch grössere Kahlheit des Untergesichtes von den echten Corso- myzen unterscheidet, habe ich bereits in der Einleitung hervorgehoben. Ich wollte aber trotzdem den Namen Megapalpits nicht anwenden, weil 1. eine generische Trennung trotzdem nicht absolut nothwendig ist und 2. weil der Name Megapalpus eigentlich für Phthiria capensis W. ursprünglich aufgestellt wurde, und J'hthiria capensis von Megapalinis nitidus Mcq. bestimmt generisch verschieden ist, endlich 3. ich mich nicht veranlasst sah, bei diesem Anlass zur Ver- mehrung der ohnehin schon bestehenden Verwirrung, noch einen dritten Namen anzuwenden. Wer die Bombyliden dereinst monographisch bearbeiten will, wird dies mit mehr Berechtigung thun können und die obige Art auch unter Corsomyza leicht aufzufinden im Stande sein. CALLVNTHROPHORA nov. gen. Nächst verwandt mit Coi-somijza W. — Kopf viel breiter als der Rückenschild und kaum halb so hoch als breit; die Augen durch die breite Stirne fast ganz auf die Seite gedrängt. Die Stirne bei dem Männchen hinten so breit, dass nur das allerdings grosse Occllendreieck Raum hat, bei dem Weibchen breiter, von da an in beiden Geschlechtern so stark erweitert, dass sie in der Höhe der Fühler fast vier Fünftel der ganzen Kopfbreite einnimmt und in dieser Breite un- mittelbar mit dem kurzen Untergesichte zusammenhängt. Die Punktaugen sehr deutlich, in ein regelmässiges Dreieck gestellt. Untergesicht und Vorderstirne, wie bei Corsomyza mit dichter, langer, bürstenartiger Behaarung. Fühler ziemlich lang, an der Basis genähert, erstes Glied verdickt aber kurz, zweites sehr kurz und klein, drittes länger als die beiden ersten Glieder zusammen, im Umrisse keulenförmig, mit rudimentärem Endgriffel. Rüssel vorstehend, hornartig, schmal, Taster so lang als der halbe Rüssel (in dem vorliegenden Pärchen war nur an einem Stücke ein Taster wahrzunehmen, es ist daher diese Angabe zu controliren). Mundöffnung gross. Rückenschild, Schildchen und Hinterleib, wie bei Corsomyza: Bein kurz, die Klauen klein, die Haftläppchen etwas kürzer als die Letzteren. Flügel etwas länger als der Hinterleib, an der Basis nicht verschmälert, der Flügellappen stark vortretend. Mediastinalader fast so lang als die Subkostalader; Radialader normal aus dieser entspringend, da wo die Cubitalader aus ihr abzweigt, etwas aufgebogen, sonst bis zur Mündung gerade verlaufend; Cubitalader gegabelt, die obere Zinke rechtwinkelig abzweigend, dann vorwärts gebogen, die Querader, welche sie mit der Radialader verbindet fast in gerader Linie mit deren ßasalstücke; es sind somit drei Cubitalzellen vorhanden, von denen die eigentliche Gabelzelle an ihrer Mündung sehr breit ist; kleine Querader etwas jenseits der Mitte der Discoidalzelle, aus letzterer drei Adern zum Flügel- rande ausstrahlend; die vier Hinterrandzellen alle breit offen, die Analzelle am Rande geschlos- sen. Schwinger gross mit dickem Kopfe. Typische Art: Callijntlcrophora capensis nov. sp. Die Gattung ist durch die drei Cubitalzellen von Corsomyza AV. durch die Bildung des Kopfes und der Fühler von Ploas. Ltr. verschieden, von letzterer Gattung auch noch dadurch, 140 Dr. J. B. Sek in er. dass die Radialader bis zur Mündung fast gerade bleibt, wiiluend sie bei I'/oas vor der Mündung immer ziemlich steil aufgebogen ist. 77. CALLYNTHROPIIOKA CAPENSIS n. sp. Schwarz, der ganze Leib mit dichter, i otligelber Behaarung überall bedeckt. Kopf schwarz, die Stirne glänzend, die biirstenartige ßeiiaarung rothgelb, mit einem Rande schwarzer Haare eingerahmt. Fühler und Rüssel schwarzbraun. Beine schwarz, mit zerstreuter heller Behaarung, die auf der Unterseite der Schenkel am längsten ist. Flügel fast glashell, ander Basis rostgelb; die Adern braun; die Schwinger, schwefelgelb der Kopf sehr dick. Ein Pärchen vom Cap der guten Hoffnung. 78. PLOAS FULIGINOSA Meig. System. Beschr. d. europ. zweifl. Ins. II. 23.'!. ii. Es liegen vier Männchen und drei Weibchen einer l'loas-Avt aus Gibraltar vor, die ein um so grösseres Interesse erwecken dürften , weil sie über eine Meigen'sche Art vollständigen Aufschluss geben. Sie unterscheiden sich von I'/oas vireacens F. sehr bestimmt durch das Vor- herrschen der schwarzen Behaarung und durch das völlig glanzlose Schildchen, welches ganz so gefärbt ist, wie der übrige Leib. Das sind Merkmale, die von M ei gen für Tloas fuUginosa ange- geben sind und ich zweifle um so weniger, dass sie zu dieser Art gehören, weil Vloas fuliginosa Mg. eine südeuropäische Art ist, welche zuerst in Portugal beobachtet worden ist. Das Männ- chen ist fast ausschliessend schwarz behaart, bei dem Weibehen sind hellere Härchen am Hinter- leibe zahlreicher vorhanden, aber doch nie in dem Umfange und in der Ausdehnung wie bei Ploas virescens. Die Stirne ist oberhalb der Fühler grau bestäubt, die Flügel sind grau getrübt, am Yorderrande und an der Basis intensiver. FAMILIE ACROCEHIDAE. Diese kleine, in holiem Grade interessante Familie zeigt nicht nur eine grosse Mannigfaltigkeit der Formen innerhalb ihres, trotzdem nicht zu verkennenden Familien-Typus, sondern .«ie ist auch von den verschiedenen Autoren so mannig- faltig benannt worden, dass schon die Synonymie der Familien-Bezeichnung eine reiche genannt werden muss. Aploce?'a nannte sie Dumeril; Inflata Wiedemann und Meigen; Feszcw/o^a Macquart; Q/riiVe« Neuman, O^cofZ/wi Rondani; //e?io;9« Erichson ; Cyrtidii h'igot:, Gyrtidae Loew. Wir folgen Leach und Westwood und nennen sie, wie bereits in unserer „Fauna austriaca" geschehen ist: die Familie der Acroco-idae. Folgende Gattungen sind in dieser Familie aufgestellt worden: Acrocera von Meigen; Henops von Fabricius; Ogcodes und Cyrtus von Latreille; Panops von Laraarck; Astomella von L. Dufour (Latreille); Psilodera von Cn-ay: Pterodontia von Griffith; Philopota inid Lasia von Wiedemann; Eriusoma Mesocera, 3IesopJiijsa, Epicerina, Ptcropexus und Physogaster von Macrjuart; Pialea, Ocnaea, 'J'erphis und Thyllis von Erichson; Sphaero- gaster und Piati/gaster von Zetterstedt; Exeia.sis von Walker; Eulonchus von Gerstäcker; Opsebius von Costa; rithogasUr von Loew; Apelleia von Bellardi und Merjalybus. llolops und Sphaerops von Philippi. ^'on diesen Gattungen Diptera. 141 fallen Henops mit Ogcodes, Eriosoma und Exetasis mit Ocnaea, Pithogaster mit Opsebncs, Platy gaster mit Sphaerogaste?' , Mesocera mit Fsilocera, Mesopliyna mit Panops und Megalybus mit Thyllis zusammen. Die übrigen 22 Gattungen, von denen mir Epicerina, Pteropexus , Physogaster, 8pliaerogaster , Eulonchus und Apel- leia nicht bekannt sind, werden von Loew in zwei Abtheilungen: Cyrtina und Oncodina (recte Ogcodina) gebracht und als Eintheilungsgrund hiefür das mehr oder minder com^jlicirte Flügelgeäder benutzt. Ich kann hierin diesem, sonst so scharfsinnigen Dipterologen nicht folgen. Weder das Flügelgeäder für sich allein, noch die grössere oder geringere Entwicklung des Eüssels und eben so wenig die Stellung der Fühler oder die Zahl der Punktaugen bieten Anhaltspunkte um die Acroceriden in natürliche Gruppen zu zerlegen. Ein klarer Beweis für diese Ansicht ist es, dass beispielsweise nach dem Loew'schen Eintheilungsprincipe die Gattung Terphis zu den Ogcodinen gestellt werden müsste, während sie doch in die allernächste Verwandtschaft von Thyllis und PMlopota , die er zu den Cyrtinen stellte, gehört. Eben so wenig könnte, wie von Erichson geschehen ist, eine Ab- theilung nach der Länge des Eüssels, wodurch abermals die genannten drei Gattun- gen in zwei verschiedene Gruppen vertheilt würden , als befriedigend bezeichnet werden. Ein besseres Merkmal zur Trennung der Acroceriden in natürliche Gruppen liefert meiner Ansicht nach in erster Reihe der Bau des Rückenschildes. Die vordersten Prothorakalplatten (Prothoracis lobi wie sie Erichson nennt) sind bei einigen Gattungen so stark entwickelt, dass sie oben völlig zusammenstossen und den Prothorax schildförmig von dem Mesothorax trennen. Mit dieser Bildung ist gleichzeitig eine ausserordentlich starke Entwicklung des Mittelrückens verbunden; der Kopf erhält dadurch eine freiere Stellung und der Hinterleib ist in grösster Neigung nach abwärts gedrückt. Das Flügelgeäder von Terphis und Phüopota ist zwar einfacher als bei der Gattung Thyllis. es kann aber, wenn man den Grund- typus des Geäders ins Auge fasst, nicht im Entferntesten mit dem Geäder von Ogcodes verglichen werden und steht, wenn man von dem Obliterirtsein der hinteren Adern absieht, immer noch viel näher der Bildung wie sie bei Thyllis in vollendeter Weise auftritt. Ich vereinige die genannten drei Gattungen in eine Gruppe, welche ich die der Philopotinae nenne. Nach Ausschluss derselben lassen sich je nach der Bildung der Fühler zwei weitere natürliche Gruppen aufstellen. Bei der ersten derselben, die ich Acrocerinae nennen werde, ist das dritte Fühlerglied gewöhnlich kurz und immer mit einer Endborste versehen, bei der zweiten, welche ich die der Pmiopinae nenne, ist es lang oder sehr lang oder es hat mindestens nie eine End- borste, wenn auch zuweilen einen Griffel oder griffelartigen Fortsatz. Im Flügel- geäder dieser letztgenannten zwei Gruppen herrscht eine unverkennbare Überein- stimmung, so dass, wenn in der ersten Gruppe die Gattungen Cyrtus und Psilodera, in der zweiten Ptcrodontia nicht berücksichtiget würden, man sagen könnte, die 142 r>>. ■/• rr Schinvr. erste Gruppe unterscheide sich von der zweiten dadurch, dass letztere die vierte Hinterrandzelle in der Regel geschlossen liabe, während diese Zelle, wenn sie überhaupt vorhanden ist, bei der ersten immer sehr unvollständig entwickelt ist. Psilodera kann als Verbindungsglied zwischen beiden Gruppen betrachtet werden; Pterodontia, eine Gattung die ich zwar kenne, deren Fühler ich jedocli nicht unter- suchen konnte, steht vielleicht natürlicher bei den Acrocerinen. Xach dieser Darstellung führe ich die einzelnen Gattungen in der Reihenfolge auf, die ihnen nach meinen Ansichten angewiesen w^erden müsste und füge nur bei, dass jenen Gattungen ein Sternchen beigesetzt ist, über deren richtige Stellung ich aus Mangel genügender Untersuchung oder weil ich sie gar nicht kenne, nichts Bestimmtes angeben kann. I. A cro ce rinae: a. Proboscin ahbreviata auf nulla : Ogcodes, Acrocera, IIolops, * Spltaerops, Opsehiiis. — h. P roho scis elongata: Cjyrtiis, Psilo- dera, * Sphaerogaster. II. Paaopinac: a. Proboscis ahbreviata: '^ I'terodoiitia, l'i(ile<(, AstomeUa, * Apel- leia, * P'hij Begaster, Ocnaea, Epiceriiia. — h. Proboscis elongata Pteropexus, Panops, Lasia, Eulonduis. III. Philopotinae: rt. Proboscis abbretnata: Terpliis. — h. Proboscis elongata: Philopota, Thyllis. Aus diesen Gattungen sind bisher 103 Arten beschrieben w^orden, von denen auf Europa 22, aul' Asien 4, auf Afrika 13, auf Amerika 57, auf Australien 6 ent- fallen, von einer Art aber das Vaterland nicht bekannt ist. Mit Ausnahme der Gattung Sphaerogaster ist keine einzige ausschliessend in Europa vertreten. Die meisten Acroceriden sind aus Amerika bekannt geworden; ausschliessend ameri- kanisch sind die Gattungen Holops, Spluirrojis. Pialea, Apelleia, Pteropexus, Lasia, Eidonchus , Ocnaea und Terphis; von 12 l'hihipota-krto.n fallen 11 auf das ameri- kanische Faunengebiet; für Afrika ist P.sitodera als dort eigenthümliche Gattung, für Australien Patiops und Epicerina zu nennen. Es kann aber, wie bereits öfters crwälmt, eine einzige neue Entdeckungsreise alle diese Combinationen zu nichte machen, war doch beispielsweise die Gattung Thyllis bisher nur aus Afrika be- kannt; seit Philippi's erst in neuester Zeit publicirter Aufzählung chilenischer Dipteren sind auch sechs südamerikanische Arten bekannt geworden, die freilich in einer besonderen Gattung Megalyhus beschrieben worden sind, welche ich aber von der Gattung Thyllis generisch zu trennen nicht vermag. Die Xovara-Reise hat auch einige interessante Arten dieser Familie vermittelt, die ich nun anführen werde. 1. IIOLOPS CYANEÜS Philippi. Vertiamll. «1. zool.-bot. GeB. XV. fil"), 1. Das vorliegende Stück aus Chile stiniirit genau mit Philipjii's Beschreibung und Abbil- dung dieser Art. Diptera. H3 2. H(3L0PS FRAUENP^ELDII n. sp. Braun, die letzten Hiaterleibsringe schwarz, der ganze Leib mit dichter, l^urzer Behaa- rung, welche am Rückenschilde und an den vorderen Hinterleibsringen hellbräunlich , auf den letzten Hinterleibsringen schwarz ist. Kopf schwarz, die Augen dicht schwarz behaart, den Kopf beinahe ganz einnehmend, so dass die Stirne, auf deren oberen Drittel die Fühler stehen, nur als schmale Linie übrig bleibt. Fühler schwarz. Beine braun, die Schienen dicht weisslich- gelb behaart, Tarsen mit hellerem Tomente. Flügel fast glashell, Mediastinal- und Subcostalader an ihren Enden etwas verdickt und schwarzbraun, um dieselben eine lebhaft bräunliche Trübung, die sich verwaschen bis zur Flügelwurzel und bis zum Hinterande hinab ausbreitet. Das Geäder wie bei H. cyaneus. Si/a'". Ein Stück aus Chile. Von den zwei bekannten Holops-Arten H. cyaneus und inanis Phil, durch die Färbung des Leibes und der Behaarung unterschieden. 3. CYRTUS GIBBUS Fabr. Syrphus gibhus F., Entom. System. IV. 311, 120. — Acrocera gibba F., Syst. Antl. 332, 1. — Cyrtus gibbus Meig. System. Besohr. III. 92, 1. Taf. XXIV, Fig. 1 — 6. — Empis acephala Vi II., Entom. III. Taf. X, Fig. 2 (nicht verglichen). — Cyrtus gibbus 'Erichs.. Henopier. 147, 1. Ein Stück aus G ibraltar. 4. PSILODERA FASCIATA Wied. Entomolog. Magaz. III. 14, 19 und Aussereur. zweifl. Ins. II. 14. 2. — Erichs., Henopier. 146. — Psilodera capensis Gray, Griff. Anim. Kingd. Ins. XV. 779. Taf. CXXVIII, Fig. 4. Ein Stück vom Cap der guten Hoffnung. 5. LASIA RUFIPES Westwood. Transactions of the Entomological Society of London. V. 92. — Panops nifus Philippi, Verhandl. d. zool.-bot. Gesellsch. XV. 648, 6. Ein Stück aus Chile. — Ich zweifle nicht, dass Philipp i's Vanops rufus als Synonym zu obiger Art gehöre, so wie überhaupt alle Arten, die Pli ili j)p i als i'awoj)s-Arten besehrieben hat, richtiger zur Gattung Lasia gehören. 6. LASIA SUPERBA n. sp. Rückenschild metallisch blauglänzend mit dichter vorherrschend schwarzer Behaarung, unter welcher sich ein äusserst zartes, flaumartiges Toment befindet, welches in gewisser Richtung recht auffallend hervortritt. Hinterleib purpurviolett-glänzend, sehr kurz schwarzbehaart. Kopf schwarz, dieAugen dicht rothbraun behaart,- Fühler undRüssel schwarz, letzterer ausser- ordentlich lang, die Deckplatte desselben metallisch blau glänzend. Beine pechschwarz, die Kniegelenke gelb, die Tarsen braun, die vorherrschend dunkle Behaarung auf der Unterseite der Schenkel und auf der Aussenseite der Schienen auffallender. Flügel sehr blass bräunlich- gelb tingirt, das Geäder normal. Flügelschuppen hellbraun. 6'". Ein Stück aus Chile. Lasia nigritarsis Blanch., die ich übrigens in einem Pariser-Stücke selbst besitze, ist durcli den weiss- behaarten Eückenschild von obiger Art leicht zu unterscheiden. Lasia rufovestitus Blanch., L. splendens W. und L. nigripes Phil, sind rothgelb behaart; L. flavitarsis W. hat rothgelbe Fühler und violett schimmernde Schüppchen; L. auricoma Westw. hat goldgelb behaarte Hinterleibseinsehnitte — alle diese Arten können daher mit Lasia superba nicht verwechselt werden. Am nächsten steht ihr jedenfalls Lasia carhonaria Phil. Allein Philippi nennt diese Art violett schwarz und fügt bei, dass die schwarze Grundfarbe nur in gewisser Richtung violett schimmere, auch sagt er ausdrücklich, dass der Rüssel am Grunde schwarz sei. Lasia superha ist so prächtig blau und purpurroth gefärbt, dass an eine schwarze Grundfarbe gar nicht zu denken ist, auch 144 T>r. J. 7?. Schill er. ist der Rüssel an der Basis prächtig uiefalliseh blau, — ich kann dalier eine Identität beider Arten nicht vermuthen. 7. PPIILOPOTA SEMICINCTA n. sp. Schwarz, Kü ck ensc liilil vorne breit gelb, die hintere Grenze des Gelben an den Seiten zweimal winklig , vortretend , so dass die schwarze Grundfarbe in der Mitte in ein stumpfes Dreieck hineinragt; der Mittelrlicken mit zwei, ziemlich nahe an dem Seitenrande lie- genden gelben Striemen, die vom Schildchen bis vorne reichen und daselbst gegen einander gebogen sind, und plötzlich abbrechen, so dass die schwarze Grundfarbe zwischen ihren Enden ziemlich breit übrig bleibt. Der Seitenrand bleibt in einen schmalen Streifen schwarz und ver- bindet sich mit den obenerwähnten, in dem gelben Prothoraxtheil hineinragenden Dreieck, das in der Mitte wieder mit dem schwarzen Oberrücken in Verbindung tritt; ein Fleck um die Schultern gelb, die Biustseiten sonst schwarz. Schildchen einfarbig schwarz. Hinterleib obenauf schwarz, der erste Ring am Hintei-rande weissgclb, der zweite bis vieite mit gelben, dreieckigen Seiten- flecken; die des zweiten Ringes schmal und kurz, die des dritten etwas breiter und weit hinauf- ragend, so dass sie sich auf der Mitte fast berühren, die des dritten breit und kurz; alle diese SeitenHecke verbinden sich mit der gelben Grundfarbe des Bauches, an dem nur die Plinter- ränüer aller Ringe schwarz gesäumt sind. Kopf schwarz, das Untergesicht stark glänzend. Das flückorchen ober den Fühlern gelb; die Fühler braun, Rüssel gelb. Beine hellgelb, die Schenkel auf der Mitte breit schwarzbraun; die Tarsen etwas ins Röthlichgelbe ziehend, dunkler als die Schienen. Flügel rostgelblich tingirt, die am Vorderrande liegenden Adern schwarzbraun und sehr dick. Das Geäder sonst normal. Schüppchen bräunlich gelb. 3'". Ein Stück aus Süd- Amerika. Von den vorhandenen Beschreibungen passt keine auf das vorliegende Stück; am besten noch die von Philojjota liturata Westw., doch ist auch bei dieser Art der Hinterleib anders gefärbt. 8. THYLLIS PHILIPPII Seh in. Megahjljus crassus Phil., Verli. d. zooI.-Lot. Gesellsch. XV. 6J-2, -2. Der Name wegen TlnjUis crassa F. W. geändert. Zwei Stück aus Chile stimmen mit l'hilippi's Beschreibung bis auf die unwesentliche Differenz überein, dass die Schenkel nach Pbilippi kaum merklich dunkler sein sollen, wählend sie bei meinen Stücken auf der Mitte schwarzbraun sind. Die Art gleicht der Thyllis crassa F. W. ist aber am Plückenschilde anders gezeichnet und viel schlanker und zarter; auch stammt Th. crassa F. vom Cap der guten Hoffnung und es ist schon des ganz verschiedenen Standortes wegen an neue Identität dieser beiden Arten nicht leicht zu denken. 9. TIIYLLIS GRACILIS Philipp!. MegahjbnsijraciUs Phil., Verb. d. zool.-bot. Gesellscli. XV. Ein Stück aus Chile. — Der Rücken ist so dunkel, dass man denselben beinahe schwarz nennen könnte. Die kleinen, rothgelben Rückenpunkte an den Hinterlinksringen sind im vor- liegenden Exemplare auch am zweiten und dritten Ringe vorhanden. Dass die Gattung Megalyhus Phil, mit der Gattung Thyllis Erichs, identisch ist, unter- liegt meines Erachtens keinem Zweifel; es ist mindestens kein einziges Merkmal angegeben, welches eine Trennung rechtfertigen würde. Bei den zwei hier angeführten Philippi'schen Arten stossen die Augen ober und unter den Fühlern zusammen, ob dies bei allen Megalyhus- Arten der Fall ist, kann ich nicht entscheiden — wäre es nicht so, so könnten diejenigen Meyalyhus-Ä.rtcn, bei denen die Augen unterhalb der Fühler nicht zusammenstossen in einer Diptera. 145 besonderen Gattung gebracht werden, da sie sich dann von Philopota durch das Flügelgeädcr von Htyllis durch die unter den Fühlern nicht zusanimenstossenden Augen unterscheiden wür- den. Die Flügel der Fhilopota- und Tkijlh's-Artcn zeigen die Eigenthümliciikeit, dass gegen die Spitze zu eine Reihe paralleler Fältclien vorhanden ist, die wie zarte Adern aussehen und in gewisser Richtung sehr auffallen. FAMiLii: THEUEVIDAE. In dieser Familie sind bisher folgende Gattungen piiblioirt worden: Thcreva von Latreille ; X e s t o m y z a und K u e p e 11 i a von Wiedenianu ; E x a p a t a , E e t i n o- rhynchus und Anabarh yneh us von Maequart: Baryphora von Loew; Psilo- cephala von Zetterstedt; Dialineura von Eondani; Agapophytus von Gu^rin; Tabuda, Cydotelus, Pliyeus und Dhnasms von Walker; Cionophora von Egger und Pachyrrhiza von Pliilippi. Die von Macquart zu den Thereviden ge- stellte Gattung Glüromyza W. entfällt, da sie nicht hieher, sondern zu den Coeno- myiden gehört — ebenso gehört Philippi's Gattung Beuteragonista nicht hieher, sondern zu den Empiden. Von den obigen Gattungen fallen Baryphora und Ciono- pliora mit der Gattung Xestomyza; Cydotelus Walk., nach den eigenen Angaben Walker's mit Agapopihytus Guör. zusammen. Dimassus Wlk. ist nach der Beschrei- bung und Abbildung in den Dipteris Saundersianis von Ectinorhynckus Mcq. nicht zu unterscheiden. Die übrigen Gattungen dürften aufrecht erhalten bleiben, obwohl keine einzige so scharf begrenzt ist, um ein ganz sicheres Urtheil über die dazu gehörigen Arten zu gestatten. Die Gattung Thereva enthält viele abweichende Formen und wird seinerzeit in mehrere Gattungen aufgelöst werden müssen. Eondani hat diejenigen Arten, bei denen die vierte Hinterrandzelle offen ist, in die Gattung Dialineura gebracht. Ich nehme diese Gattung an, scheide aber alle Arten aus, welche ein ganz kahles Untergesieht haben. Die Thereva- kvten mit ganz kahlem Untergesichte mögen vorläufig in der Zetterstedt'schen Gattung Psilocephala ver- einiget bleiben. Was die Gattung Agapophytus Gu^rin eigentlich bedeuten soll , ist mir nicht ganz klar; wenn sie mit der Gattung Cydotelus Walk, identisch ist, wie Walker selbst behauptet, so hätte dies, nach den Diagnosen wenigstens, Niemand erratheu können. — Die Gattung Cydotelus in den Dipteris Saundersianis (S. 4) aufgestellt, ebenda (Taf. I, Fig. 4) abgebildet, hat drei Fühlerglieder und das dritte stark verlängerte Glied trägt einen Seitengriffel; nach der Beschreibung bilden das dritte und die folgenden Glieder „a Compound Joint"; die Gattung Agapliophytus im Text des Supplementes I. der List of Dipterous insects (S. 167) ist ungefähr in der Bildung der Fühler ebenso charakterisirt, im Anhange (1. c. 320j ist aber von fünf Fühlergliedern die Eede und es wäre das erste Glied cylindrisch, das zweite, dritte und fünfte sehr kurz, das vierte sehr lang. Ich vermuthe, dass Agapophytus pyrrhotelus Walk, mit meiner Ectinorhyndius superbus identisch sei, w^arum ich dies nur als Vermuthung ausspreche, werde ich unten näher ausführen. Novara-ExDedilion. ZoolOKisclier Iheil. Bd. II. .Schiner. llipter.i. 19 146 1^>'- J^- ^^- ^cliiner. Wäre es aber so, und ist Walkers Ansieht über die Idendität von Ägapophytns und Cyclotelus richtig, so würden sich die beiden letztgenannten Gattungen nur als Synonyme zur Gattung Ectinorliynclim bringen lassen. Die Gattungen Ectino- rhynchus und Anabarliynchus Mcq. sind von Thereva und Xestomyza wirklich ver- schieden und können damit nicht vereiniget bleiben — sie unterscheiden sich aber vo