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Von Dr. Gistu L. Math. Mit 5 Tafei.n Mex.au Ä^e^ef'cii Mii M(e->6ic&iUli Xiiftla^^e ii,ivt« Itex £eitrnvi) äet; lioti.ietl'i c-Beu jLkrtacinie c>6T ^i-iicll wOT?/3a- Arten aus Chile ^), fünfzehn Cecidomyia- kvten aus Amerika, eine aus Asien und eine aus Afrika (Egypten); drei Di_plosis- Arten aus Nordamerika, eine Asphondylia-Kvt von eben- daher; eine Hormomyia-kxt aus Asien, eine Campylomyza-kri aus Nordamerika, eine Lestremia-kvt aus Chile und eine (übrigens nicht beschriebene) Tritozyga- Art ebenfalls aus Nord-Amerika. Das sind in Summa Summarum 30 Arten von 348 bekannt gewordenen. Die Gattung Tritozyga, ist bisher die einzige, welche nur aus Amerika bekannt ist und in Europa keinen Vertreter hat. Ob alle euro- päischen Gattungen mit der Zeit auch in den aussereuropäischen Faunengebieten ihre Eepräsentanten finden werden, lässt sich nicht voraus bestimmen, es seheint aber dies kaum einem Zweifel zu unterliegen, da nach den bisherigen Erfahrungen der Formentypus in den verschiedenen Welttheilen keine grossen Abweichungen zeigt und wie wir sehen werden, die Gallmückchen vom Cap oder Sydney gerade so aussehen, als seien sie in den Prater-Auen oder amAnninger gesammelt worden. Bekanntlich ist die nordamerikanische Art: Ceciclomyia destructor völlig identisch mit der auch in Europa als Verwüsterin der Saaten berüchtigten Hessenfliege, welche Loew auch unter dem Namen Cecidomyia secalina bekannt gemacht hat. 1) So z. B. sind von den Freiherrn v. Osten-Saoken 32 Gallen nordamerikanisclier Cecidomyiden beschrieben worden, deren Veraulasser in vollkonimeneiu Zustande noch nicht eruirt sind, gleichwohl aber vorläufig durch besondere Namen unterschieden worden sind (S. Smiths, misc. collect. Washingt. 1862) dessgleichen hat Bremi in den Denkschriften der Schweizer Naturf. Gesellsch. (Band VIII) viele als Imagines noch unbekannte Gallmücken mit besonderen Artnamen benannt. 2) Philippi beschreibt zwei Lasioptera-Kn&n aus Chile (Verh. d. zool.-bot. Ges. 1865), von denen er ausdrück- lich anführt, dass das erste Tarsenglied das längste sei, — sie müssen daher richtiger zur Gattung Diomyaa gebracht werden. Diptera. 5 Ich glaube, dass die vorgenannten Cecidomyiden- Gattungen in drei Haupt- gruppen, nämlich in die der Heteropezinae, Gecidomyinae und Lestreminae natur- gemäss zu reihen seien. Zu den Heteropezinen gehört auch die vonLoew erwähnte, in Bernstein aufgefundene Gattung Monodicrania. Die Novara-Reise hat uns 12 noch unbeschriebene Ceeidomyiden-Arten, d. i. mehr als den dritten Theil der überhaupt bekannt gewordenen exotischen Arten gebracht und es ist von fast allen diesen Arten — durch die aufopfernde Thätig- keit und Umsicht des mitreisenden Zoologen Herrn G. Ritter v. Frauenfeld — gleichzeitig auch die Metamorphose beobachtet und bekannt geworden, ein Resul- tat, welches bisher von einer Weltumseglungs-Expedition nicht erreicht worden ist. Es folgen die Beschreibungen dieser neuen Arten: 1. HETEROPEZA TRANSMARINA n. sp. 9 Lebhaft rö thlichgelb, der Rückenschild schwärzlich, die Augen schwarz, die Beine bräunlichgelb, gegen das Ende zu verdunkelt. Der Hinterleib verhältnissmässig sehr lang und schlank, die Legeröhre des Weibchens (es liegen nur solche vor) weit und sehr spitz vorragend, der erste Ring kurz, der zweite der längste von allen. Fühler braun, das erste Glied sehr gross und dick, die übrigen sitzend, kurz länglichrund (die Endglieder sind leider an den acht vurliegenden Stücken abgebrochen, daher über ihre Anzahl nichts angegeben werden kann). Beine zart aber deutlich behaart, die Schenkel ziemlich robust, die Schienen lang, die Tarsen ausserordentlich kurz, rudimentär- viergliedrig^), das fünfte scheinbar fehlend, die Klauen aus- serordentlich klein. Flügel kaum behaart, am Rande nicht bewimpert, die Subcostalader reicht fast bis zur- Flügelspitze die Posticalader erreicht den Flügelrand bei weitem nicht, ausser die- sen beiden Adern weder eine Flügelfalte, noch das Rudiment einer weiteren Ader vorhanden. — Ve'" Sydney. (November und December 1858. j Sowohl in der Bucht von Manlybeach in Northharbour vom Port Jackson, als auch an einigen anderen Orten der Umgebung von Sydney fand sich an den Blättern einer Callistemon-Art eine MissbUdung, und zwar auf der Ober- und Unterseite gruppenweise gestellte Knötchen von der Grösse starker Stecknadelköpfe, die durch das Blatt durchgewachsen, auf der Gegenseite des Blattes ein 2 — 3 MUlim. langes Zäpfchen, mit einer Öffnung am Ende desselben zeigten. Im Durchschnitte lag dieser Form entsprechend eine keulenförmige Kam- mer, in welcher sich ein braunrothes Püppchen befanden. Die Fliege entwickelte sich daraus noch während des Aufenthaltes der Fregatte vom 6. November bis 6. December-). 2. LASIOPTERÄ. BRYONIAE n. sp. d" 9 Schmutzig bräunlichgelb, der Rückenschild oben intensiv braun, mit den Spuren dunklerer Längslinien, unterhalb der Schulterbeulen mit weissschimmernder Beschuppung, welche auch an den Brustseiten fleckenartig auftritt; Schildchen gelblieh. Hinterleib auf der Oberseite verdunkelt mit bindenartiger weissschimmernder Beschuppung. Kopf ziem- lich flach, die Augen schwarz; Fühler schwarzbraun, schnurförmig, die 2-|-18 Glieder knapp aneinander geschoben, die Endglieder schwer zu unterscheiden; Taster schwarzbraun. Beine 1) Unter dem Mikroskope waren vier Tarsenglieder wahrzunehmen, deren Glieilerung jedoch nur durch die Ein- schnürungen an den Rändern unterschieden werden konnte. 2) Alle Notizen über die Metamorphosen verdanke ich der Güte des Herrn v. Frauen fei d. 6 Br. J. B. Schill er. schmutzig lehmgelblich, die Hinterschenkel gegen das Ende zu verdunkelt und alle Schenkel, sowie theilweise auch die Schienen mit weissschimmernder Beschuppung. Flügel fahlgelblich behaart: zwischen der Mündung der Cubitalader und der Randader am Flügelvorderrande eine kleine Unterbrechung; das hiedurch entstehende hellere Fleckchen aber wenig auffallend. Sub- costal- und Cubitalader knapp an einander liegend, letztere etwas hinter der Flügelmitte mün- dend; Posticalader etwas vor der Flügelmitte sich gabelnd, die obere Zinke fast gerade, weit hinter der Flügelspitze, die unteren etwas geschwungen, der Mündung der Cubitalader fast gegenüber in den Flügelrand mündend, der nicht auffallend bewimpert ist. V2 — V4'". 5 cf (^f , 13 9 9 . (Madras.) Bei einem Ausfluge mit der Eisenbahn, welche Herr v. Frauenfeld am 5. und G. Februar 1858 von Madras ins Innere des Landes bis nach den 80 engl. Meilen weit entfernten Vellore machte, fand er auf den dortigen Hügeln in den Dschungeln eine Bryonia, deren Stengel unregelmässig länglich knollige Anschwel- lungen trugen, welche in ihrer pulpösen Masse taugliche Kammern zeigten, in denen blassröthliche Larven sich befanden, aus welchen sich schon nach wenigen Tagen die Mückchen entwickelten. 3. LASIOPTERA LIGNICOLA n. sp. Schwarz; Rückenschild mit weissschimmernder Beschuppung, die auch an den Hinter- leibsringen bindenartig auftritt; letztere, insbesondere die Endringe an den Einschnitten fleisch- roth. Kopf schwarz, Fühler , (fehlen dem einzigen vorliegenden Stücke). Beine blass fleischröthlich, Schenkel und Schienen gegen das Ende zu schwärzlich. Flügel behaart und bewimpert, die Subcostal- und Cubitalader fleischröthlich, knapp aneinander gedrängt, .letztere auf der Flügelmitte mündend: die Posticalader blassbraun, auf der Flügelmitte sich gabelnd, die obere Zinke etwas aufgesetzt, in ihrem Verlaufe fast gerade, die untere in einer schiefen Richtung zum Flügelrande abgebogen, wo sie der Mündung der Cubitalader fast gegenüber mündet. V" . (Cap der guten Hoffnung.) Auf einer Muraltia, die Herr v. Frauenfeld im October 1857 auffand, zeigte sich eine feste, holzige Anschwellung am Stengel, in welcher sehr vereinzelt, in bestimmter Abgrenzung eine längliche Larvenkammer sich befand, worin eine kaum 2 Millim. lange, am Vorderleibe braune, am Hinterleibe rothe Puppe lag, aus der sich erst im See, in der zweiten Hälfte December obige Gallmücke entwickelte. 4. LASIOPTERA CARBONARIA n. sp. 9 Rückenschild schwarz, auf der Mitte der Länge nach graulich bestäubt, an den Seiten dunkel fleischroth; Schildchen schwarz. Hinterleib schmutzig fleischroth mit schwar- zen Vorderrandbinden und weisslicher Besohuppung an den Einschnitten. Kopf blass röthlich, Augen schwarz; Fühler schwärzlich, die Geisseiglieder sitzend (ihre Anzahl konnte an dem einzigen vorliegenden Stücke nicht eruirt werden). Beine schwarz, die Schenkel an der Basis in Folge der lichteren Beschuppung weisslich. Flügel mit dichter Behaarung und ziemlich langer Bewimperung am Rande; Subcostal- und Cubitalader fast verwachsen, letztere weit hinter der Flügelmitte mündend; Posticalader ganz nahe an der Flügelbasis sich gabelnd, die obere Zinke sanft geschwungen, weit unter der Flügelspitze in den Flügelrand mündend, der an dieser Stelle etwas eingezogen ist, die untere Zinke anfangs gerade, dann ziemlich steil zum Rande abbeugend. 3/4'". (Cap der guten Hoffnung.) In der Umgebung von Constantia fand Herr v. Frauen fei d auf einer nicht näher determinirten Pas- serina, wahrscheinlich Phyllica verwandt, eine Zapfenrose, worin sich die Puppe einer Gallmücke befand, aus der schon nach wenigen Tagen sich die oben beschriebene Mücke entwickelte. (3. bis 15. October 1857.) D iptera. 7 5. LASIOPTERA SALVIAE n. sp. 9 Blass fleischröthlich, auch auf der Oberseite des Rüekenschildes; die Fühler so lang als Kopf und Rückenschild zusammen, die Geisseiglieder sitzend (ihre Anzahl konnte nicht eruirt werden). Beine braun, Schenkel gegen die Spitze zu lichter; Flügel am Vorderrande zwischen Subcostal- und Cubitalader fleischröthlich, die beiden genannten Adern nahe bei ein- ander liegend, die Cubitalader weit hinter der Flügelmitte mündend; die Posticalader nahe an der Flügelbasis sich gabelnd, die obere Zinke in einen sanften Bogen verlaufend und weit unter der Flügelspitze, die untere vorne steil abbeugend, ungefähr der Mündung der Cubitalader gegenüber in den Flügelrand mündend. 1'". (Cap der guten Hoffnung.) An derselben Stelle mit der vorigen Art, fand Herr v. Frauen feld auf einer Salvia mit grossen Hüllblättern, die Blüthentriebspitzen verkrüppelt und verdickt, dazwischen zahlreiche Larven zweierlei Art, die sich beide schon nach wenigen Tagen entwickelten; eine dieser Arten ist die obige Lasioptera, die zweite ist nicht so gut erhalten, um sie gehörig charakterisiren zu können — so viel lässt sich aber sagen, dass sie eine echte Cecidoimjia sei, mit schwarzem Rückenschild und rothem Hinterleib. 6. CECIDOMYIA FRAUENFELDI n. sp. cf 9 Fahl röthlichgelb; der Rückenschild obenauf schwarzbraun, kaum merklich bereift; der Hinterleib auf der Oberseite gleichfalls in grösserer oder geringerer Ausdehnung, oft bis zum Schwarzen verdunkelt, die Einschnitte jedoch immer lichter. Diese Verdunkelung des Hinterleibes tiitt bei den Männchen immer in grösserer Ausdehnung auf, als bei den Weibchen, so dass bei einzelnen vorliegenden Stücken die lichtere Grundfarbe nur noch auf der Mitte des Bauches wahrzunehmen ist; Analanhänge des Männchens geschlossen, kolbig, Legeröhre des Weibchens weit vorragend, scharfspitzig, das letzte Glied derselben schwarz- braun. Fühler bräunlichgelb, 2+18gliedrig (die Glieder konnten bei dem Weibchen sicher gezählt werden, die Fühler aller vorliegenden männlichen Exemplare waren an der Spitze abge- brochen, bei den vollkommensten waren 17 Geisselglleder deutlich wahrzunehmen), die Geissel- glieder des Männchens rund und gestielt, die Stiele so lang als die Glieder, die des Weibchens durchaus sitzend und in ihrer Form länglich gestreckt in der Mitte etwas eingezogen ; die Geisseiglieder mit langen Wirtelhaaren. Beine fahl blassgelblich, die hintersten sehr lang. Flügel mit fahlgelblicher Behaarung und gelblichbraunen Adern; Subcostalader vor der Flügelmitte, Cubitalader weit vor der Flügelspitze in den Flügelrand mündend, ihr Basaltheil nahe an der Flügelbasis sehr unscheinbar; Posticalader jenseits der Flügelmitte sich gabelnd, die obere Zinke etwas aufgesetzt, dann bogig auslaufend, die untere sanft geschwungen, jenseits der Flügelmitte in den Flügelrand mündend. ^,i — V". (Sidney.) 10 cf cT, 899. Die Art hat eine so. grosse Ähnlichkeit mit Cecidomyia circinans Giraud, dass sie von derselben kaum unterschieden werden kann und von plastischen Merkmalen nur die verhältnissmässig längeren Stiele der männlichen Geisseiglieder bei der genannten europäischen Art als Unterscheidungsmerkmal angegeben werden könnte. — Gleich am Tage nach der Landung der Fregatte in Sydney, sammelte Herr v. Frauenfeld in der Naraby-Lagune in Port Jackson eine Melaleuea-Ari , deren Zweigknospen dick aufgeschwollen, sehr zierliche Zapfenrosen, in zahlreicher Menge bedeckten. In denselben befanden sich kleine zweihörnige braune, am Hin- terleibe fleischrothe Püppchen, aus denen sich, einige schon nach 14 Tagen, die oben beschriebenen Mücken entwickelten. (6. November bis 6. December 1858.) 7. CECIDOMYIA CAJ'ENSIS n. sp. 9 Rückenschild braun, der Hinterleib bräunlichgelb, ersterer gegen die Flügel- basis zu, so wie die Brustseiten und das Schildchen gleichfalls bräunlichgelb. Augen schwarz. 8 Dr. J. E. Schiner. die Fühler mit sitzenden Gcisselgliedcrn (die Anzahl derselben konnte nicht eruirt werden, da an den vier vorliegenden Stücken die Fühler stark. verletzt sind). Beine hell fahlgelb. Flügel mit massig dichter fahlgelblicher Behaarung und eben so gefärbten Wimpern am Rande. Sub- costalader vor der Flügelmitte, Cubitalader weit vor der Flügelspitze in den Flügelrand mün- dend; Posticalader etwas vor der Flügelmitte sich gabelnd, die obere Zinke ganz gerade, die untere steil abbeugend und etwas jenseits der Mündung der Subcostalader in den Flügelrand mündend. %"'. (Cap der guten Hoffnung, 3. bis 25. October 1857.) Die Mücke entwickelte sich aus Puppen, welche sich in haselnussgrossen Zapfenroson der Phyllica ericoidea überall befanden, schon nach einigen Tagen. 8. CECIDOMYIA DEFORMANS n. sp. cT ßlass fleisch röthlich, der Rückenschild obenauf schwärzlich, an den Seiten und vor dem Sehildchen die Grundfarbe freilassend; Hinterleib an der Basis verdunkelt. Augen schwarz; Fühler weit vorgestreckt, 24 — 25gliedrig, die kugelrunden Geisselglieder gestielt und wirtelhaarig, die Stiele so lang als die Glieder. Beine blassgclblieh. Flügel mit blasser Behaarung und Bewimpernng: die Subcostalader kurz, die Cubitalader nahe vor der Flügel- spitze in den Flügelrand mündend, in ihrem Verlaufe fast gerade; Posticalader etwas hinter der Flügelmitte sich gabelnd, die obere Zinke an ihrer Ursprungsstelle undeutlich, was durch die von der Basis her sich ausbreitende Flügelfalte noch undeutlicher wird, die untere in einen sanften Bogen abbeugend und etwas jenseits der Flügelmitte in den Flügelrand mündend. %'", ein einzelnes Männchen. (Cap der guten Hoffnung, 3. bis 25. October 1857.) In der Nähe des Halfway-Hauses zwischen Sinionsbay und der Capstadt fand Herr v. Frauenfeld am 7. October auf einer strauchartigen Compositäe: Osteospermttm moniliferum'L. eine wollige, unförmliche, knotige Anschwellung mit rothen Lärvchen und Puppen besetzt, die schon nach wenigen Tagen die Mücke lieferten. 9. ASPHONDYLIA RUBESCENS n. sp. 9 Rückenschild braun, etwas lichter bereift, mit drei fleckenartigen Längsstriemen, von denen die mittelste nicht bis zum Schildchen reicht und in der Mitte getheilt ist, die seit- lichen vorne verkürzt sind. Hinterleib fleischroth, die einzelnen Ringe obenauf verdunkelt. Kopf fleischroth, Augen schwarz; Fühler 2-|-10giiedrig (?), (die Endglieder scheinen am vor- liegenden einzigen Stücke zu fehlen), bräunlichgelb, die Basalglieder lichter. Beine fahlgelb- lich, mit weisslich schimmernder Bestäubung, die Schenkel vor, die Schienen an der Spitze verdunkelt. Flügel mit zarter fahlgelblicher Behaarung und bräunlichen Adern; die Subcostal- ader etwas vor der Flügelmitte, die Cubitalader etwas hinter der Flügelspitze mündend, letztere in ihrem Verlaufe vorne stark abwärts gebogen, ihre Basis steil und nahe am Ende der Sub- costalader entspringend, die kleine Querader daher sehr lang, als Fortsetzung der Cubitalader sich darstellend. 3". (Cap der guten Hoffnung, 3. bis 25. October 1857.) Auf Tarchonanfhus, wahrscheinlich T. cam^phoratus , welche auf den Hügeln um Constantia wuchs, fand Herr v. Frauen feld eine grosse knollige Zapfenrose am 3. October. Diese Zapfenrose ist im Durch- schnitte auf der unteren Hälfte fleischig, auf der oberen blättrig, die Blätter des verkürzten Triebes in ein- ander geschachtelt. Darin lag eine ziemlich grosse, fast 6 Millini. lange blassrosenfarbige Larve, die sich verpuppte und nach vierzehn Tagen die Mücke brachte. Viele dieser Auswüchse zeigten im fleischigen TheUe eine hanfkorngrosse Kammer, mit einer dicken tonnenartigen Made, aus der sie später eine Trypetine, von der wir später sprechen werden, entwickelte. In allen Auswüchsen, wo sich diese Made fand, war die Gall- mücke zerstört, daher sie wohl als Sclimarotzer derselben betrachtet werden dürfte. D ip tera. 9 10. ASniONDYLIA MESEMBßlANTHEMI n. sp. 9 Schwärzlich, der Rüekenschild gegen die Flügelbasis zu, so ^Yie die Brustseiten hlass röthlichgclb. Fühler 2-|-12gliedrig, bräunlich, die mittleren Geisseiglieder länger als die übrigen, das ßasalglied schwarz. Beine blass gelbbräunlich, die Schenkel und Schienen an der Spitze in beträchtlicher Ausdehnung verdunkelt. Flügel mit fahlgelber Behaarung; das Basalstück der Cubitalader unscheinbar, die genannte Ader genau an der Flügelspitze mün- dend; die Posticalader gegabelt, die untere Zinke der Mündung der Subcostalader gerade gegen- über in den Flügelrand mündend. 2". (Cap der guten Hoffnung, 3. bis 25. October 1857.) Auf den, im gunzen Sandboden dos Cap-Vorlandes unendlich häufigen gelbblühenden Meseinbrian- themum fand Herr v. Frauenfeld eine erbsengrosse saftige Anschwellung, worin sich die Larve und Puppe befanden. Aus den am 24. October gesammelten entwickelte sich die Mücke schon am 9. November. 11. CAMPYLOMYZA SIDNEYENSIS n. sp. Glänzend schwarz, die Beine sehr dunkel pechbraun. Fühler schnurförmig 2+12gliedrig, die Geisseiglieder aneinander gedrängt, fast gleichlang, nur das letzte doppelt so lang als die vorhergehenden und auch bedeutend schmäler als diese; die Behaarung dersel- ben sehr zart; Taster schwarzbraun, das zweite Glied derselben sehr lang und robust, vom ersten winkelig abstehend, die beiden letzten schmal. Beine und besonders die Schenkel ziemlich stark, das letzte Tarsenglied schlank und viel länger als das vorhergehende. Flügel fast glas- hell, mikroskopisch behaart, das Geäder normal, doch ist die Querader nicht sehr deutlich und CS erscheint zwischen der Discoidal- und Posticalader gegen den Flügelrand zu das Stück einer Ader, welche als Rudiment der unteren Zinke der Discoidalader betrachtet werden muss. Die Endlaniellchen der mir vorliegenden drei weiblichen Stücke sind braun, ■^i'". — Sydney. FAMILIE: MYCETOPHILIDAE Für die Arten aus der Familie der Mycetophäiden sind folgende Gattungen errichtet worden: Macrocera von Panzer, Ceroplatus von Bosc, Molobrus und Asindulum von Latreille; Zygoncura, Sciara, Cordyla, Myeeto- phila, Leia, Gnoriste, Sciophila, Bolitophila, Mycetobia und Pla- tyura von Meigen; Heteromyia von Say; Diadocidia von Ruthe; Macroneura von Macquart, Messala von Curtis ; Pachypalpus und Boletina von Staeger; Fhmetcs, Symmerus , Ayana, Leptomorphus und Diomonus von Walker; Planetella und Platyroptilon von Westwood; Epidapus von Haliday; Acne- mia, Zygomyia, Sceptonia, Dynatosoma, Mycothera, Epicypta. Exechia, Pbronia, Anatella, Trichonta, Brachycampta , Allodia, Rymosia, Brachypeza, Docosia, Coelosia, Glaphyroptera, Phthinia, Anaelinia, Syntemna, Tetragoneura, Empalia, Lasiosoma, Polylepta. Empheria, Plesiastina, Ditomyia und Macrorrhyncha von Winnertz; Agari- cobia, Cnephaeophila und Centrocnemis von Philippi. Von diesen Gattungen sind Molobrus, Planetes und Planetella mit Sciara identisch. Agaricobia lässt sich nacli den vonPhilippi aufgestellten Charakteren von Acnemia^ iz. nicht trennen, NoTara-Expedition. ZoologiBcher Tlieil. Bd. II. Schi ner. Djptera. 2 10 Dr. J. R. ßchiner. Pachypalpns Staeg, fallt mit Cordyla Mg. zusammen; Macrojieura Mcq. ist syno- nym mit Diadocidia Euthe, Messala Gurt, mit BoUtopliila^ Syvmierus Wlk. und Centrocnernis Pliil. mit Plesiastma und Macrorrh/ncha mit Asinduhcm Ltr. H(?tero- myia Say eine nicht genügend charakterisirte Gattung, kenne ich nicht. Die noch übrig bleibenden 48 Gattungen lassen sich in zwei Hauptgruppen vereinigen, nämlich in die der Sciarineti und der echten Mycetophilinen, und letztere wieder in die natürlichen Untergruppen der Mycetopliäinae im engeren Sinn, der Dkidocidinac, Mycetobinae^ Bolitoj)hilmae^ 3Iacrocermae, Sciojphilinae und Ceroplatinae. Es sind bisher 694 Mycetophiliden bekannt geworden, von denen dem europäischen Faunengebiete 571, den aussereuropäischen 123 angehören. Von letzteren entfallen auf Amerika 10.5, Afrika 5, Asien 7, Australien 5, während für eine, jedenfalls exotische Art das Vaterland nicht bekannt ist. Nach den bisheri- gen, rücksichtlich der aussereuropäischen Faunengebiete freilich sehr ungenügen- den Erfahrungen und Beobachtungen zeigen die exotischen Formen nirgends eine besonders auffallende Abweichung von dem Typus der europäischen. Am meisten noch weicht hierin die Ceroplatinen-Gattung Platyroptylon aus Brasilien ab, welche in den Hauptmerkmalen mit Platyura zwar übereinstimmt, sich aber durch kamm- artige Fortsätze an der Unter- und Aussenseite der Fühlerglieder-Geissel vor allen andern auszeichnet. Exotische Gattungen, welche in Europa bisher keinen Kepräsentanten auf- weisen, sind nur drei zu nennen: Cnephaeophila Phil., eine Scioph'Mne durch den gänzlichen Mangel der Seitendörnchen an den Schienen von den übrigen Sciophilinen-Gattungen verschieden, Dionomus Wlk. eine Geroplatine und die bereits erwähnte Gattung PlatyroptylonWestw. In den aussereuropäischen Fau- nengebicten sind bisher Vertreter aus folgenden europäischen Gattungen bekannt geworden: Scmra, Acnemia, Mycetopliila., Leia, Gnoriste^ Mycetobia, Plesiastma, Macrocera, Sciopliüa^ Platyura, Asindulum und Ceroplatus. Da mittlerweile durch die meisterhafte Mycetophiliden-Monographie meines Freundes Winnertz viele ältere Gattungen in eine Reihe neuer Gattungen aufgelöst worden sind, welche den älteren Beschreibern nicht bekannt waren, so kann wohl mit Sicherheit ange- nommen werden, dass sicli die Zahl der in anderen Continenten vertretenen euro- päischen Gattungen thatsächlich höher belaufen wird. Den exotischen Mycetophiliden ist bisher wenig Aufmerksamkeit zugewendet worden, was sich theilweise mit dem meistens nur beschränkten Aufenthalte dieser Mücken an feuchten, für die Entwicklung von Pilzen geeigneten Localitäten und der versteckten Lebensweise derselben erklären lässt, und auch darin eine Begrün- dung findet, dass relativ am meisten Sciarinen bekannt geworden sind, die sich durch ihre Lebensweise von den echten Mycetophilinen unterscheiden und darum auch von reisenden Entomologen leichter gesammelt werden. Diptera. 11 Die Anzahl der mir vorliegenden Mycetophiliden ist aus diesem Grunde eine nur kleine. Es sind folgende: 1. SCIARA AMERICANA W. Wicdemann, Aussereuropüische zweiflügelige Insecten I. 68. 2. Dipt. exot. I. ?>A. 1. Die Wiedcmann'sclie Beschreibung kann ich nach den typischen Exemplaren der Wiedc- mann'schen Sanniihing ergänzen. Das Weibchen ist grösser als Jas Männchen: der weibliche Hinterleib ist plump, hinten abgestutzt und es ragen zwei kleine Lamellehen vor, welche schwarz und schwarzbehaart sind; die Genitalien des Männchens vorstehend, oben mit einem kurzen dicken, ringartigen Basaltheil, der in der Mitte seicht ausgeschnitten ist, unter diesem ragt ein kui-zcs, stumpfes, hinten seicht zweimal ausgeschnittenes Organ vor; die unteren Klappen zangen- artig gegeneinander gerichtet, so weit vorragend, dass zwischen ihnen ein grosser Zwischen- raum frei bleibt. Flügel mit stark erweiterter Mediastinalzclle, viel länger als der Hinterleib. Mediastinalader kurz, allmählig verschwindend; Subcostalader etwas jenseits der Flügelmitte in den Vorderrand mündend; Cubitalader steil aus dieser entspringend; die Querader schiefliegend, das Stück derselben von dein Ursprünge der Discoidalader bis zur Cubitalader mindestens sechs- mal so lang, als das steile Basalstück der Cubitalader (gewölinlich als kleine Querader ange- sehen); Discoidalader weit vor der Mündung der Subcostalader sich gabelnd, der Stiel daher viel kürzer als die Gabel; die beiden Zinken nahe aneinander und so wie der Flügelvorderrand und die Cubitalader, beide roi"ne in einen starken Bogen abbeugend; Posticalader gegabelt, sehr kurz gestielt. Das Untergesicht vorne schnauzenartig verlängert: in ganz gut erhaltenen Stücken zeigt der Rückcnscbild eine lichtere Bestäubung und dann sind auch die Fühler in gewisser Richtung weisslich bereift, Schwinger schwarzbraun; die von \V iedemann ange- gebene Bräunung des ersten Ilinterlcibringes ist meistens nicht voihanden. 3 — 3'/*'" 10 9 9 1 5 • aus Brasilien und aus C o 1 u m b i e n. Ich glaube dass Sciara aira M c q. und wahrscheinlich auch .9c. coQnata uiul praecipxta W 1 k. mit obiger Art identisch sind, wenigstens wird nach den Diagnosen dieser Arten ein Unterschied nicht kicht behauptet werden können. 2. SCIARA COSTALIS W. AViedcmann. .-Vussercurop. zwcifl. Ins. I. C8. 4. W ie de mann 's Beschreibung passt auf ein mir vorliegendes Stück aus Südamerika so weit, dass ich glaube, den Wiedemann'sclicn Namen beibebalteii zu müssen. Die Art ist schlanker als Sc. amertcana ; die Flügel sind schwärzlich tingirt, der Vorderrand mit den anlie- genden Zellen intensiv schwärzlich. Subcostalader mündet etwas jenseits der Mitte des Flügel- vorderrandcs; die Cubitalader verläuft nahe am P''lügelrande und beugt sieh mit diesem in einen starken Bogen nach abwärts, die Costalader reicht weit über die Mündung der Cubitalader hinaus; das Stück der Querader von der Stelle, wo die Discoidalader abzweigt bis zur Cubital- ader wenigstens sechsmal so lang als die steile Basis der Cubitalader; Discoidalader der Mün- dung der Subcostalader gerade gegenüber sich gabelnd, ihr Stiel ebenso lang als die Gabel, die Zinken weit von einander und wenig geschwungen verlaufend; Mediastlnalzeile nicht erweitert. Genitalien des Männchens gross das Basalstück klein, unter demselben die an der Basis breiten, schaufelartigen Klappen, an welchen die viel schmäleren Endglieder sich schief anschliessen, und zangenartig nach einwärts abbeugen, wenn geschlossen, einen grossen runden Zwischenraum freilassend. Untergesicht nicht schnauzenartig vorgezogen. Schenkel und Schienen pechbraun, Tarsen und Schwinger fast schwarz. 3'". Die Bestäubung des Rückenschildes, so wie der Füh- ler genau so, wie sie Wiedemann angibt. 1 5 • Aus Südamerika, Brasilien. 2* 12 Dr. J. E. Seh hier. 3. SCIARA VESPERTILIO n. sp. Schwarz; Kuckenscliild kaum merklicli licliter bereift, mit dunklen Längsstriemen. Schulterecken und Flügclbasis dunkel rothbraun; von gleicher Farbe auch der äusserste Rand des Schildchens. Hinterleib schwarz, etwas gleissend; Genitalien des Männchens vorste- hend, dunkel rostbraun, das Basalstück breit, hinten etwas ausgerandet, die unteren Klappen zangenartig, die Endglieder in einen rechten Winkel abgebogen und fast in derselben Linie gegen einander gerichtet. Untergesicht etwas schnauzenartig vorgezogen (bei dem Weibchen weniger als bei dem Männchen). Fühler braun, durch lichtere Pubescenz heller erseheinend. Beine pechbraun, die Schenkel fast gelbbraun. Flügel nahe an der Basis plötzlich erweitert, fast eckig vortretend, die Mediastinalzelle daher stark erweitert. Das Geäder sonst fast wie bei Sc. americana W., die Gabelung der Discoidalader liegt jedoch fast genau der Mündung der Subcostalader gegenüber. Die Flügel sind schwärzlich berauclit, was um den Vorderrand inten- siver ist, alle Adern sind überdies von einem, wenig auffallenden, dunklen Saume begleitet. Schwinger schwarz. Das Weibchen gleicht dem Männchen, nur ist es etwas grösser. Die Media- stinalzelle ist weniger stark erweitert. 2 — 2'/2"'. Drei Pärchen aus Südamerika. Ich will nicht behaupten, dass einer der früheren Autoren diese Art nielit bereits vor sicli geliabt habe, allein keine der vorhandenen Beschreibungen passt auf dieselbe so gut, dass man sie aueli nur mit einiger Beruhigung anwenden könnte. 4. SCIARA STRLVTIPENNIS n. sp. 9 Eine zierliche, durch den schlanken Hinterleib sehr auffallende Art. Schwarz, Rücken- schild etwas lichter bereift, mit vier, glänzend schwarzen Längsstriemen. Hinterleib schwarz, kaum glänzend; die Ringeinschnitte schmal, matt-rostgelb, was an den Seiten sich plötzlich fleckenartig erweitert und ein wenig auf die Bauchseite übertritt; diese Seiteutiocke sind am ersten und z-^eiten Ringe gross, nehmen aber auf den folgenden Ringen bedeutend ab, der sechste und siebente Ring sind einfarbig schwarz und auffallend schmäler als die übi-igen, sie participiren gleichsam schon an der Bildung der Legeröhre. Diese ist an der Basis etwas verdickt; die Klappen ragen schmäler vor, die kleinen Endlammellchen divergiren. Untei'- gesicht nicht schnauzenartig vorgezogen; Fühler schlank, fadenförmig, braun; am oberen Mundrand fällt eine Reihe kurzer Börstchen auf Beine pechbraun, die Schenkel an der Spitzenhälfte, die Schienen auf der Basalhälfte am lichtesten, die Tarsen schwarzbraun. Flügel rein glashell, der Vorderrand schwärzlich beraucht, alle Adern braun gesäumt; die Media- stinalzelle kaum erweitert; Mediastinalader ziemlich lang, erst von der Mitte der Zelle an ver- sehwindend; Subcostalader jenseits der Fliigelmittc in den Vorderrand mündend; Cubitalader weit vor der Mitte der Subcostalader steil aus dieser entspringend; der Abstand zwischen der Stelle, wo sich die Discoidalader abzweigt bis zur Cubitalader höchstens dreimal so lang als das Basalstück der Cubitalader. Die Descoidalader gabelt sich gegenüber der Mündung der Subco- stalader; die Gabel so lange als ihr Stiel, die Zinken weit von einander und fast parallel mit dem Vorderrand und der Cubitalader bogig nach abwärts gescJiwungen; der untere Zweig der Posticalader recht steil abgebogen, mehr als bei anderen Arten; Anal- und Axillarader rudi- mentär. Schwinger braun. 272—2%- Drei Weibchen aus Südamerika (Co 1 umbien.j Ich hatte lange die Absicht, auf diese Slüelce die Beschreibung von Üe. rohxista Wlk. zu beziehen — c! ist dies aber doch unmöglich, da meine Art vor allen anderen weder einen robusten Leib, noch robuste Fühler hat, wie Walker von seiner Art angibt, und da .SV. rohusta wohl eine dunkelrothe Seitenlinie am Hinterleib, jedoch keine solchen Einschnitte hat, und auch die Fiiigelfiirbung eine ganz verscliiedene ist. D ip tera. 13 5. SCIARA PYGOPHORA n. sp. cf Schwarz; Uückenscliild in gewisser Richtung weisslich schimmernd; Hinterleib etwas glänzend, kurz aber dicht schwarz behaart; Genitalien des Männchens gross, das Basalstück kurz, hinten zweizähnig, die zangenartigen Klappen zweigliedrig, das erste Glied dick und plump, das zweite nur etwas schlanker, voiiie nagelartig eingebogen, die schwarze Behaarung derselben recht deutlich. Fühler lang und schmächtig, schwarzbraun; Untergesicht nicht scbnauzenartig vorgezogen. Beine pechschwarz, die Tarsen reinschwarz. Flügel glashell, alle Adern schwärzlich und dunkel gesäuhit; Subcostalader weit jenseits der Flügelmittc in den Vorderrand mündend; Cubitaladei- weit vor derMitte der Subcostalader aus dieser entspringend, das Stück der sehr schiefliegenden Querader von der Stelle, wo sich die Discoidalader abzweigt bis zur Cubitalader höchstens viermal so lang, als das steile Basalstück der Cubitalader; die Discoidalader der Jlündung der Subcostalader gegenüber sich gabelnd, der Stiel länger als die Gabel, und auch weniger deutlich, da demselben die dunkle Süumung fehlt; die Gabelzinken weit auseinander; Cubitalader nahe am Flügelrandc gelegen und vorne stark bogig abwärts gehend; Mcdiastinalzellc nicht erweitert; Schwinger schwarz. Stark 2'". 2 Männchen aus Columbien. 6. SCIARA LEPTOGASTER n. sp. 9 Schwarz und sehr schlank. Fühler und Beine pechbraun, die Schenkel am lichtesten. Flügel schwärzlich tin^irt; Subcostalader auf der Flügelmittc in den Vorderrand mündend; Cubitalader jenseits der Mitte der Subcostalader aus derselben entspringend, vorne seiir stark abgebogen; der Abstand von der Stelle, wo sich die Discoidalader abzweigt bis zur Cubitalader sechsmal so gross als das steile Basalstück der Cubitalader; Discoidalader sehr zart, jenseits der Mündung der Subcostalader sich gabelnd, der Stiel etwas länger als die Gabel, deren Zinken weit auseinander verlaufend. Schwinger sciiwarz. Jlit der Legerölire 2'" . Zwei Weibchen aus Columbien. Es ist, des verschiedenen Geäders wegen nicht daran zu denken, dass diese Weibchen etwa zur vorigen Art gehören. 7. SCIARA FA SCI ATA Walk. Walker, Insecta Saundersiann. Diptcra I. 419. Ich beziehe hieher ein Stück aus Columbien, das am Iliaterleibe deutlich wei.ssliclie Einschnitte zeigt und auch im' Übrigen mit der Besehreibung dieser Art übereinstimmt. Die Cubitalader verläuft ziendich gerade, die Randader ist weit über die Mündung derselben fortge- setzt; die Discoidalader gabelt sich der Mündung der Subcostalader gegenüber; die Gabel ist etwas länger als ihr Stiel, die Zinken liegen weit auseinander und verlaufen fast gerade. PSEUDOSCIARA nov. gen. Kopf rundlich; Netzaugen nierenförmig; Stirne breit; Punktaugen zwei; Fühler 2-j-lO gliedrig, die Geisselgliedcr länger als breit, walzenförmig, zart behaart; Taster eingekrümmt, viergliedrig, an der Basis dick, die beiden Endglieder verlängert und sehr schlank; Rüeken- sehild massig gewölbt, ohne Quernath; Schildehen klein. Elinterleib walzenförmig, schlank, kurz aber dicht behaart, die männlichen Genitalien geschlossen, das Hinterleibsende kolbig und verdickt sich darstellend. Beine zienilich lange, die Hüften ziemlich stark verlängert; die Schenkel kürzer, die Tarsen länger als die Schienen, die Vorderschenkel so lang oder kaum so lang als die Hüften; die Schienen-Endsporne gross. Flügel mikroskopisch behaart, der Vorder- rand mit anliegender kurzer Behaarung, der Hinterraud bewinijiert; die Discoidalader deutlich 14 Dr. J. B. f^chiner. behaart- Mediastinalader rudimentär, sehr kurz, allmählig verschwindend; Subcostalader weit jenseits der Flügelmitte in den Vorderrand mündend; Cubitalader steil und näher der Mündung aus der Subcostalader entspringend; die kleine Querader in derselben Richtung mit der Cubi- talader verlaufend, als Fortsetzung derselben sich darstellend; das Stück vor der Stelle, wo sich die Discoidalader abzweigt bis zur Cubitalader 6 — 8mal so lang, als das steile Basalstück der Cubitalader; Discoidalader jenseits der Mündung der Subcostalader sich gabelnd, der Stiel viel länger als die Gabel, die Zinken breit getrennt, die obere etwas aufgesetzt; Posticalader weit vor der Flügelmitte sich gabelnd, die Gabel an der Basis schmal, dann plötzlich sich erweiternd. Die neue Gattung zeigt in der Bildung des Kopfes und in der Gestalt der Discoidalader eine grosse Verwandtschaft mit den Sciarinen, die stark verlängerten Hüften, so wie die Bildung der Posticalader reihen sie aber zu den echten Mycetophilinen, von deren bisher bekannten Gat- tungen sie sich durch das Geäder scharf und bestimmt absclineidet. Das Weibchen ist bisher nicht bekannt. 8. PSEUDOSCIARA HIRTIXLA n. sp. c/ Schwarzbraun, der Rückenschild glänzend. Hinterleib überall kurz, aber dicht schwarz behaart; die Genitalien des Männchens ganz geschlossen, die Klappen nirgends einen freien Zwischenraum freilassend; Kopf schwarz; Stirnc glänzend; Taster und Fühler braun. Beine fahlgelblich, die Hüften an der Basis und Spitze braun, die Tarsen bräunlich; ausser den Endspornen der Schienen an den Beinen nirgends Dornen oder Börstchen vorhanden, die Behaarung auch sonst kurz und anliegend. Flügel blass bräunlichgelb tingirt, irisircnd, die Behaarung der Discoidalader sehr deutlich. 1' ..•'". — Columbien. 9. SCIOPHILA AMERICANA n. sp. Rückenschild glänzend schwarzbraun, Schulterecken und ein Streifen von da bis zur Flügelbasis gelblich; die Brustseiten braun, in den vertieften Stellen heller. Hinterleib oben schwarzbraun, glänzend, mit gelben Hinterrandsäumen, die gegen hinten zu an Breite abneh- men, die Bauchseite bräunlichgelb; der ganze Leib ziemlich stark-, doch sehr kurz schwarz behaart, die Behaarung an den Hinterleibsabschnitten, am Rande des Schildchens und an den Seiten des Rückenschildes am längsten; das Schildchen gelb, der Hinterrücken braun. Kopf braun, an den Fühlern die Basalglieder gelblich, die Geisseiglieder schwarzbraun. Hüften blassgelb, an den ausseien Kanten mit feinen schwarzen Dürnchen besetzt; Schenkel gleichfalls blassgelb, die Schienen verdunkelt, die Tarsen braun; die Schienen mit zwei Reihen feiner Dörnchen. Flügel blass bräunlichgelb tingirt, was an der Spitzenhälfte et%vas intensiver auftritt, um die Querader ein braunes Fleckchen; das Geäder ganz normal, wie bei SciopJuIa in Winnertz's Auffassung, der obere kurze Zweig der Cubitalader weit zurückgerückt, das durch denselben vorne begrenzte Zellchen daher sehr klein, trapezförmig; die Querader, welche die Mediastinalader mit der Subcostalader verbindet, liegt etwas näher dem oberen Zweige der Cubitalader als der Basis derselben. 2V2'". — Südamerika. Die Beschreibung von Sciophila ohsoleta Blanch. würde zur Noth auf obige Art bezogen werden können und noch mehr das, was Pliilippi von einer angeblichen Varietät der *S'ö. ohsoleta anführt. Da aber Blan- «ähard bei seiner Art von stark verdunkelten Beinen spricht, was bei meiner Art durchaus nicht der Fall ist, es überdies nicht einmal ausgemacht ist, ob Sc. ohsoleta wirklich eine Sciophila in der heutigen Begrenzung dieser Gattung ist, so halte ich es für gerechtfertigt, die mir vorliegende Fliege neu zu benennen. Diptt FAMILIE: SI MULIDA E. Die Familie der Simulidae hat zur Aufstellung von Gattungen keinen Anlass geboten, sie enthält immer nur noch die einzige Gattung Simulia Ltr., mit welcher AtTactocera Mg. völlig identisch ist. Die Formen, sowohl exotische als europäische, zeigen eine so grosse Übereinstimmung, dass es oft schwer ist, sie in Arten zu bringen, zumal es viele Varietäten gibt und die oft total verschiedene Färbung der beiden Geschlechter zur Verwirrung nur noch beiträgt. Die südamerikanischen Arten werden von den Spaniern „Mosquito's" genannt, doch umfasst dieser Name auch andere Mücken, wenigstens erhielt ich durch Herrn Lyndig, einen sehr thätigen Entomologen Dresdens, der seit Jahren in Columbien sammelt und beob- achtet, auch Culiciden, die seiner Versicherung nach, in West- Amerika Mosquito's genannt werden. Es sind bisher, die Synonyme nicht mitgezählt, 46 Siniidia-Arten beschrieben worden, von denen 27 aus Europa, 19 aus den übrigen Welttheilen u. z. 17 aus Amerika, eine aus Afrika (S. rußcornis Mcq. aus Tsle de France) und eine aus Australien (S. caecutiens Wlk. aus Neu-Seeland). Es ist sehr wahrscheinlich, dass noch viele exotische Arten bisher unbeachtet geblieben sind, namentlich dürften in Asien, woher noch keine Art bekannt ist, die Simulien reichlich vorhanden sein, da sie gerade an den Ostgrenzen Europa's oft miriadenAveise auftreten. Die Novara-Expedition hat nur zwei Arten mit- gebracht, wovon die eine noch unoeschrieben, die zweite mit 8. ornata Mg. identisch ist. 1. SIMULIA ORNA.TA Mg. (iinmlia ornata Meig. System. Beschr. I. 290. 1. — Simidia sericata Mg. 1. c. VI. 3t0. 13. cf — Atractocera regelationis Mg. Classif. I. 94. 1. Die vorliegenden Stücke, ausschliessend Weibchen, stammen aus Madeira und sind etwas kleiner als die europäischen — von denen sie sich übrigens specifisch nicht unterscheiden lassen. Das Auffinden dieser Art in Madeira ist für die geographische Verbreitung derselben immerhin interessant genug. 2. SIMULIA AUSTRALENSIS n. sp. Schwarzbraun, Rückenschild heller bestäubt, um die Schulterecken gelb. Schenkel an der Basis, die Beine und die Metatarsen gelblich. Flügel rein glashelle; die Randader, welche die Flügelspitze bei weitem nicht erreicht, intensiv schwarz, die übrigen Adern bräunlich- gelb; Discoidalader bis zur Querader dick, dann sehr unscheinbar, ihre Gabel kurz gestielt; Postical- und Analader unscheinbar. %'". — Auckland. So ungenügend die vorstehende Beschreibung, wegen der nicht gut conservirten Stücke auch ausfallen rausste, so glaube ich doch, dass die Art darnach zu erkennen sein wird, da die Färbung der Flügeladern sehr charakteristisch ist und überdies nur eine einzige australische Art {Sc. caecutiens W 1 k.), von welcher, meines Wissens nicht einmal eine Beschreibung existirt, bekannt geworden ist. 16 D)\ J. B. Schi 71 er. FAMILIE: BIBIONIDAE. Es sind bisher folgende ßibioniden-Gattungen aufgestellt worden: Scatopse und Bibio von Geoffroy; Aspistes, Dilophus und Penthetria von Meigen; Arthria von Kirby; Eupeitenus von Macquart; Pleeia von Wiedemann; Ana- rete von Haliday; Crapitula von Gimmerthal; Pachyneura von Zetterstedt; Hesperinus von Walker; Corynoseelis von Bohemann; Spodius von Loew; Acantliocnemis von Blanchard, L ob o gaster und Penthera von Philippi. Für fossile Arten wurde von Heer die Gattung Protomyia eingeführt die ich übergehe, da ich nur die lebende Fauna zu berücksichtigen mir vorgesetzt habe. Die Gattung Heptagyia Phil., welche der Autor gleichfalls zu der Abthei- lung: Tipulariae florales, gleich werthig mit der Familie der Bibionklae — ge- stellt hat — gehört nicht in dieselbe. Von den aufgeführten Gattungen fällt Artliria Kirby vcüt Asjpistes Meig., Spodius Lw. mit Hesperinus Walk, zusammen. Die Gattung Acantliocnemis Blanch., kann ich nicht für berechtigt halten, weil sie auf Merkmalen gegründet ist, welche vielen Weibchen der Bibionideu überhaupt eigenthümlich sind und weil , wenn man die Dilojjhus- Arten mit schnauzenartiger Verlängerung des Untergesiehtes in eine besondere Gattung ausscheiden wollte, wie Blanchard mit seiner Gattung Acanthocnemis versucht hat, consequent auch für die, dasselbe Merkmal zeigenden Plecien, Bibionen u. s. w. besondere Gattungs- gruppen aufstellen müsste, was Bellardi mit der nebenbei beanti'agten Gattung Bhiuoplecia bereits versuchte, wozu aber vor der Hand ein hinreichender Grund nicht vorhanden ist. Es gibt unter den BIbioniden-Gattuugen ohnedem mehrere, die ohne dringender Nothwendigkeit errichtet worden sind, so z. B. Pleeia und Crapitula, welche ganz gut mit rentliet7-ia vereinigt bleiben könnten, wie auch Loew in der Berliner eutomologischeu Zeitschrift (H. Jahrg. 105 u.ff.) erst jüngst nachgewiesen hat. Die Gattung Ventliera Phil, kenne ieli nicht. Die Bibionideu sind naturgemäss in vier Gruppen zu reihen, nämlich in die der Scatojysinae, Bibioninae, Ilcsperinae und Lohogastriuae. Die erste Gruppe entliält die Gattungen Anarete, Aspistes, Scatoj)se und Coi-ynoscelis , die letzte die Gattungen Hesperinus und Pachyneura, die vierte die sonderbare Gattung Lohogaster , alle übrigen fallen in die zweite Gruppe. Dass die Formen der dritten Gruppe sich den Bibionideu anreihen unterliegt, trolz der verlängerten Fühler und dem eigenthümlichen schlanken Körperbau keinem Zweifel, eine neue Art Hesperinus, die ich weiter unten beschreiben werde, vermittelt den Übergang von den kurzhornigen zu den langhornigen Bibionideu aufs vollständigste. Es ist dem Scharfsinne Loew's zu verdanken, dass die Hesperinen ihre richtige Stellung bei den Bibioniden erhalten haben. Die Gattung Lobogaster Phil., so eigenthümlich sie auch gebildet ist, kann des Flügelgeäders wegen nur bei den Bibioniden ihre rechte Stelle finden, sie ist Dipter a. 17 die höchst organisirte Bibionide, bei welcher endlich eine vollständig-eDiseoidalzelle zum Abschluss gekommen ist. Bisher sind 218 Bibioniden-Arten beschrieben worden, von denen 77 auf Europa, 140 auf die aussereuropäischen Faunengebiete entfallen, und zwar: auf Amerika 108, auf Afrika 12, auf Asien 12 und auf Australien 9 Arten. Es tritt hier die Erscheinung zu Tage, dass mehr aussereuropäische als europäisciie Bibioniden-Artcn bekannt geworden sind. Erwägt man aber, dass die Arten schwer von einander /.u unterscheiden sind, zumal, wenn auf wichtige Merkmale, wie das Geäder, die Behaarung u. s. w. kein grosses Gewicht gelegt wird, dass die Männ- chen und Weibchen sehr verschieden gebildet sind so, dass man leicht geneigt ist, die verschiedenen Geschlechter, selbst in mehrere Gattungen einzureihen, dass, besonders exotische Stücke, wenn sie auch nicht gut conservirt sind, allzu gerne dennoch als neue Arten aufgeführt und beschrieben werden, während die euro- päischen Arten so ziemlich festgestellt und die überflüssige Synonyme bereits grösstentlieils berichtigt worden ist: so wird diese Erscheinung noch nicht dazu berechtigen, anzunehmen, dass Europa, den übrigen Welttheilen und besonders Amerika gegenüber , aiin an Bibioniden sei — man wUi-de sich überhaupt sehr täuschen, wenn man nach dem gegenwärtigen Stande unserer Kenntnisse über Dipteren aus derartigen Erscheinungen, Schlüsse auf ilie geographische Verbrei- tung der Dipteren ziehen wollte. Mit der Annahme der Gattung Acanthocncmis Blanch. wiir le z. B. diese Gattung als eine, dem südamerikanischen Faunengebiete eigenthümliche betrachtet werden müssen, wälirend die Gattung Dllophus^ von der sie sich generisch nicht trennen lässt, in allen übrigen Welttheilen, ausser Asien vertreten ist und gewiss auch in Asien noch aufgefunden werden wird. Ebenso muss die Gattung ritcia als eine exclusiv exotische bezeichnet werden — wenn man aber die Plecien mit den Penthetrien vereinigt, was ohne Zwang geschehen könnte, so wäre für diese Form mit Pcntltetna holosericea auch in Europa ein Repräsentant vorhanden und die auch im europäischen liussland aufgefundene Crapltida Motschidskü wahrscheinlich ideniisch mit Ventli(Aria mdanasjji.'i W. aus Japan, wäre ein zweiter Repräsentant derselben Gattung. Als exclusive exotische Gattung können nach dem heute noch angenommenen Systeme folgende bezeichnet werden: Plecla, in Amerika, Asien, Afrika und Australien vertreten; Eapeitenus und Pentliera, beide nur in amerikanischen Arten bekannt. Die europäischen Gattungen sind mit Aus- nahme von Ariarcte, CorynGscelis und Vacliyneura auch in den aussereuropäischen Faunengebieten vertreten — die europäischen Arten : Bibio Marci nn^ B. hortu- lanus sind erstere in Neu-Ilolland, letztere auf der Insel Bourbon (teste Maequart) aufgefunden worden. Novara-Kxjjertilion. Zoologischer Theil. lid. II. Scliiuer. Di^toia, 3 IS Dr. J. F. Seh in er. Die Novar;i-Expcdition hat aus dieser Familie einige iiitere-sante Aitcii geliefert, wenn auch unter den mir vorliegenden Stücken nicht eine einzige Scatopsine entlialten ist. Ich führe hier die Arten in systematischer Reilien- folge an : 1. DILOPIiUS TAPIR n. sp. 9 Eine sehr distinguirtc Art, von der mir zwei weibliche Stücke aus Columbien voilie<,'en. S eil war z: Rü ck enschi 1 d glänzend, mit zwei tiefen Längstuichen, zwischen welclien sich eine feine eingediückte Linie befindet; der vordere Dornenkriinz in der Mitte etwas unterbroehen, der hintere kurz, kamniartig aufgerichtet. Hinterleib etwas gleissend, hinten stumpfspitzig. Kopf ausserordentlich lang undsciimal, mit der Schnauze fast solang als der Rücken>ehild, winklig abwärts gericlitet, der Hinterkopf stark entwickelt, die Augen klein, nackt; Scheitel, Stirne und Untergesicht stark glänzend, letzteres schnauzenartig vorgezogen; P'ühier und Taster schwarz. Beine glänzend sciiwarz, Vorderschenkel stark verdickt; Vorderschienen mit zwei Dornenkränzen, auf der Mitte und an der Spitze. Flügel intensiv schwärzlichbraun tingirt, am Vorderrande intensiver, das Randmahl gross, doch wenig auffallend; kleine Querader mindestens dreimal so lang als das Basalstück der Cubitalader; Discoidalader genau über der hinteren Queradersich gabelnd, die obere Zinke aufgesetzt, die untere fast gerade verlaufend; alle Adern sehr kräftig, die Posticalader am dicksten. Behaarung des Leibes wenig auffallend, schwarz; die Schwinger schwarzbraun. 5'", wovon auf den Kojif 1'" entfällt. Es ist nicht unmöglich, dass Dilophus giganteus Mcq. mit dieser Art identisch ist: allein weder die Beschreibung noch die Abbildung deuten einigermassen an, dass der Kopf so ungewöhnlich schmal und verlängert sei, wie es bei D.tapir der Fall ist; auch zeigt meine Art an den Seiten des Rückensehildes nicht im Geringsten eine braune Färbung, wie Macquart bei seiner Art in der Diagnose und Beschreibung als charakteristisch anführt: Umstände die mich bestimmti n, die Art als neu zu betrachten. 2. DILOPHUS LUCIFER n. sp. 9 Schwarz: Rückenschild stark glänzend; der Prothorax ganz schwai'z, der vordere Dornenkianz in der Mitte unterbrochen, der hintere kamniartig, kurzdornig; der Mesothorax gclbroth, was .sieb bindenartig auch auf die Brustseiten herabzieht und bis zwi>chen die Vorder- und Mittelhüften reicht; auf der Mitte des Rüekenscliildes zwei tiefe Furchenlinien, um welche die gelbrothe Grundfarbe stark verdunkelt ist. Hinterleib etwas gleissend, die wenig auffal- lende Behaarung schwarz. Kopf stark verlängert, doch verbältnissmässig breiter als bei D. tapir; die Punktaugen erhoben und fwonig.-tens in dem mir vorliegenden Stücke) goldschim- mernd; der Raum zwischen den Augen und den Fühlern ziemlich gross; Fühler schwarzbraun; Rüssel rothgelb, Taster braun. Beine glänzend schwarz, die Hüften dunkel pcclibraun, welche Färbung sich auf der Innenseite der Vorderschenkel zeigt und in einem Fleckchen an der Basis derselben am auflallendsten hervortritt; Vorderschienen mir drei Reiben von Dornen, die oberste ziemlich nahe an der Basis und kleiner als die übrigen, die mittlere etwas vor der Mitte und die letzte am Knde der Schienen. Hinterschenkel verlängert, gegen das Ende zu keulig; Schwinger braun mit schwarzem Knopfe. Flügel sehr intensiv rauchbraun tingirt, der Vorderrand am intensivsten; das Randmahl lang; das Geäder ganz so wie bei D. tapir. 5". — Columbien. Ich kenne nur das Weibchen. Jlih'j'lms pectoralis W. hat hyacintlirotho Hüften und Vorderschenkel und die Adern am Flügelvorder- rande sind lichter gesänint; T). (AcanthocaemisJ nigripennia Phil, wird „ni'ger hirsufus" genannt, während JJ. hicifcr fast ganz kalil ist, auch hat die genannte Art rothe Vordcrhüflen und Vordersehenkel und ganz Diptera. 19 sehwar/.e Schwingor, ist übrigens auch nur 3 '/j'" lang; D. fAcanthocnemlsJ thoracicus Phil.') würde rück - sichtlich der Kahlheit stimmen, aber auch diese Art hat rothe Vordersehenkel und Schienen; das Gleiche gilt von D. fAcanthocnemisJ dorsah's Phil., die überdies viel kleiner (Sy,'") ist. Da somit keine der erwähn- ten Beschreibungen ganz zutrifft und bei keiner Art angegeben ist, ob die Vorderschienen zwei oder drei Doriienreihen haben, so glaube ich berechtigt zu sein, meine Art tür neu zu halten. 3. DILOPHUS PICTUS n. sp. (f Iiückenschild obenauf rothgelb; der Prothorax schwärzlich, die Brustseiten braun; der vordere Dornenkranz in der Mitte unterbrochen, wenig; auffallend, der hintere fast rudimen- tär; Schildehen und Ilinterrücken gleichfalls rothgelb, letzterer unten verdunkelt. Hinter- leib braunschwarz, die Uenitalieii des Männchens aufgebogen, kolbig; der ganze Leib kahl. Kopf etwas pLittgedrücki, schwarz; die Augen gross, auf der Stirne knapp zusanimenstossend (im getrockneten Zustand) rothbraun; die Fühler gelb, das Endglied schwarz; die Taster braun; Punktaugen auf einer warzenartigen Krhöiiung. Beine fahlgelb, die Vorderschieiien und alle Tarsen gegen das Ende zu verdunkelt; die Vorderschienen auf der Glitte mit einigen Dornen, am Ende mit dem gewöhnlichen Dornenkranze. Flügel blassgelblich tingirt, das Ran d- mahl wenig auffallend; das Geäder ganz normal. 2'". — Ein Männchen aus Columbien. IJilophus paUidipennis Phil, hat auf den Ilinterschenkeln einen schwarzen Ring und die Schienen imd Tarsen sind braun; D. vittatus Phil, zeichnet sieh durch einen dreistriemigen Rückenschild aus und auch bei diesem haben die Hinterschenkel einen schwarzen Ring. 4. DILOPHUS PALLENS Blanch. Äcaiitliocneviis paltens Blanchard: Historia fisica y politica de Chile. Zoolog. VII. 3J7. 4. Der Kopf au;-.serordentiich schmal und lang; es ist nitlit unmöglich, da.'is diese nur im weiblichen Geschlcchte bekannte Art, als Weibchen zu 1). pictus gehört. Das vorliegende Stück slanjmt gleichfalls aus Columbien. 5. BIBIO MELANOGASTER W. Dipt. exot. I. 35. I. u. Aussereur. zweifl. Ins. I. 79. 3. Wiedemann's Beschieibung passt auf zwei Männchen und ein Weibchen, die vom Cap der guten Hoffnung stammen. Ich füge zur Ergänzung Folgendes bei: der Kopf des Männchens ist plattgedrückt, das Untergesicht vcilängert, der Rüssel (der eigentliche Rüssel und nicht die Schnauze) ziemlich weit vorstehend und vorne spitzig. Ocelicnhöcker warzenartig vorgedrängt; Genitalien etwas vorstehend, die Klappen kurz -kegelförmig, stumpf, nicht zangenartig ein- fallend; das Flügelrandmahl, wegen des intensiv dunklen Vorderrandes der Flügel wenig auf- gebogen; die kleine Querader kaum halb so lang als das Basalstück der Cubitalader. Der Kopf des Weibchens ist schmal, Hinterkopf und Untergesicht sind stark verlängert, der Rüssel steht noch weiter vor als bei dem Männchen, die Augen sind kahl. 6. BIBIO RUFICOXIS Mcq. Dipt. exot.; Suppl. IV. 17, 11. Taf. I, Fig. 10. Es liegen mir drei weibliehe, auf Neu-Seeland gesammelte Stücke vor, auf welche ]\Iaequart's Beschreibung in der Hauptsache passt. Wahrscheinlich gehört auch die von Walker in dem Entomologieal Magazin II. 470 beschriebene Art: Bihio immitator hieher. Macquart scheint über.->ehen zu haben, dass die beiden mittleren Längsadern (d. i. der untere 1) Der Name Dilophus thoracicus ist schon früher, u. z. zweimal von G u uri n und XI ac qu art verwendet worden. 20 Dr. J. It. Schiner. Zweig der Di^coiJalacIer und der obere Zweig, der Posticalader) den Flügelrand bei weitem nicht ganz erreiclien, wesshalb ieb dies zur Ergänzung hier beifüge. 7. BIBIO SUPEIEFLUUS n. sp. 9 Eücken Schild durchaus lostgeJb, nur der Hinterrücken bräunlich undganz vorne am llal^e ein schwärzlicher Fleck; auch die Behaarung ist röthlichgelb aber wenig auffallend. Hinter- leib schwarzbraun, kaum glänzend, überall schwarz behaart. Kopf schwarz, das Untergesicht wenig verlängert, der Rüssel ziemlich weit vorstehend; Taster und Fühler schwarzbraun; Augen kahl. Beine, sammt den Hüften glänzend schwarz, der Dorn an den Vorderschienen sehr mäch- tig; die Vorderschenkcl sehr dick; Hintersehieneu niit zwei gleichlangen kastanienbraunen Endspornen; die Tarsen schlank, Schwinger schwarz ; Flügel intensiv rauchbraun tingirt, am Vorderrande fast schwarz, das längliche Randmahl daher wenig auffallend; hintere Querader genau unter der Gabelung der Cubitalador; kleine Querader schief und eben so lang als das Basalstück der Cubitalader; der untere Zweig der Discoidalader und der obere Zweig der Posti- calader erreichen den Flügelrand nicht. 5'". Columbien. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass diese Art mit Bihio Ihoracieus Say. identisch ist, es stimmt wenig- stens die von Wiedeiuaiin reproducirte Beschreibung (Ausscreurop. zwciil. Insecten I. 78) Say's in vielen Punkten, namentlich auch darin, dass die „vierte Kandader abgeklirzt und den Inneurand nicht erreiclien soll." Da indessen Wicdemann nicht einmal bestimmt anzugeben im Stande war, ob diese Art zu Bihio oder Pli'cia giihöro, Bihio thoracica Say zudem aus Nordamerika stammt, so ist es wohl besser obige Art als neu zu bolruclitou. 8. BIBIO HELIOSCOPS n. sp. cf Schwarz: Rücken Schild stark glänzend. Hinterleib bei weitem matter, die weiche feine Behaarung weisslich. Genitalien vorstehend, die Klappen kurz-kegelförmig, gerade. Kopf stark plattgedrückt, die Backen sehr breit aufgeworfen, so dass die Augen ganz horizontal zu liegen kommen; letztere dicht behaart, auf der Stirne zusammenstossend; Ocellenhöcker war- zenartig vorspringend. Untergesicht etwas vorgezogen; der Rüssel lang, an der Basis dick; vorne slnmpfspitzig; Fühler und Taster schwarz. Beine glänzend schwaiz; die Vorder- schenkel stark verdickt; der Enddoin der Vorderschienen pechschwai-z bis braun, neben demsel- ben ein kui'zes Döi'nchen. Schwinger schwarz. Flügel rauchbraun tingii't, am Vorderrande intensiver. Das Randmahl wenig auffallend; hintere Querader selir unscheinbar; die kloine Querader kaum halb so lang als die Basis der Cubitalader. 4'". Au- Sydney. Bihio fuliipeunisM cq. hat gelbe Schwinger, die sonstigen Merkmale passen so ziemlich auf obige Art. 9. BIBIO DISPAR n. sp. cT 9 • Schwarz: Rückenschild stark glänzend, der Wulst hinter den Schultereekcn und eine eihabcne Stelle unter dem Sehiidchen jederseits gelb. Hin t er I eib mattsehwarz; die zarte, feine Ijehaaiung weisslich schimmernd, auch am Rückenschilde ist die kaum wahrnehmbare, äusserst kurze Behaarung vorherrschend hell, an den Seiten vor dem Schildchen aber schwärzlich. Kopf schwarz, die Stirne (des Weibchens) breit, mattschwarz; der Ocellenhöcker etwas erhoben: Das Untergesicht ist wenig verlängert, der Rüssel kurz, vorne stumpf; Fühler und Taster schwarz. Beine glänzend schwarz; der Dorn am Ende der Vorderschienen lang aber schlank; die Hinter- scliienen mit zwei gleichlangen Spornen; die äusserste Basis der hintersten Metatarsen gelb; die kurze Behaarung dei Beine so wie die Schwinger schwarz. Flügel schwarz beraucht, am Vor- derraiide intensiver; das Randmahl trotzdem auffallend; das Basalstück der Cubitalader etwas Diptera. 21 kürzer als die kleine Querader; die untere Zinke der Gabel der Discoidalader und der obere Zweig der Posticalader den Flügelrand nicht erreichend. Ich rechne hielier ein Männchen, -welcheä vom gleichen Standorte stammt und in den Hauptmerkmaien mit dem beschiiebenen Weibchen übereinstimmt, insbesondere auch hinter den Schultern und unter dem Schildchen die gelben Wülste zeigt und ebenso an der äussersten Basis des hintersten Metatarsus gelb gefärbt ist, überdies im Flügelgeiidcr durch Nichts abweicht. Es ist jedoch bedeutend kleiner als das Weibchen, die Flügel sind glashell, fast weisslich und nur am Vorderrande etwas gebräunt, das Randmahl schwarzbraun, sehr deutlich ; die Augen sind dicht behaart, und die Behaarung des Leibes ist weisslichgclb. 9 5'" $ 3'/a"'. Aus Columbicn. 10. PLECIA RUFICOLLIS F. Ilirtea ruficollis R, System. Antl. 53, 9. — Fenihetria rußcoUis Vf., Dipt. exot. 3, 1. — P/ecia ruficoUis Vf., Aussei- europ. zweifl. Ins. I. 72, 1. — I'lecia rujicollii B.ll., Ditt. mess. I. l.ö, 2. Aus Brasilien. Die Art ist durch die Bildung des Rüssels leicht von der folgenden zu unterscheiden. 11. BLECIA ROSTELLATA Locw. Phcm rosiellata Loew, Ecrün. Entora. Zcitschr. 11. lüü. Tnf. I, 11 (18.58). — Vlecia rostrcUa BeHarJi, Ditt. mess. I. 1.5, 3. Drei Männchen und vier Weibchen aus Columbien. Die Abtrennung dieser Art von PI. rußcollis. F. W. ist ganz gcrechtfertiget; sie unterscheidet sich ausser dem langen, zurückgeschla- genen Rüssel auch noch durch die, immer lichteren Fühler und die an der Basis in grösserer oder in geringerer Ausdehnung vorhandene helle Färbung; die Färbung der Fühler scheint stark zu variiren. Loew gibt an, dass sie nur an der Spitze des zweiten Schaftgliedes und an der Basis des ersten Goisselglicdes gelb seien; Bellardi sagt, sie seien an der Basis gelb, bei zwei Stücken, die mir vorliegen, sind bis jiber die Mitte hinaus gelb. Die schwarze Mittellinie am Schildchen ist nur bei einem Stücke vorhanden. Das Männchen gleicht in der Färbung ganz dem Weibehen, es ist aber viel kleiner und schlanker, die Augen stossen auf der Stirne zusammen; der Rüssel ist so lang als bei dem Weibchen. 12. PLECIA COLLARIS F. Ilirtea collaris F., System. Antl. 54, 12. — Laphria thoracica F. 1. c. 16.3, 32. — Plecia collaris \V., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 74, 3. Ein Weibchen aus Columbien; der Vordertheil des Rückenschildes ist, wie Fabricius angibt, vorne glänzend scliwaiz, in den Furchen schimmert die lichte Behaarung weisslich. In der Wiede man n'schen Sammlung unter der Bezeichnung PI. thoracica vorhanden. 13. PLECIA FÜLVICOLLIS F. Uirtea fiiicicollis F., System. Antl. 53, 10. — Plecia fulvicoIUs Vf., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 73, 2. Drei Weibchen und ein Männchen aus Batavia. Ein Weibchen vonNankauri, einer der Nikobaren scheint gleichfalls hieher zu gehören, es ist aber so schlecht erhalten, dass sich hierüber ein sicheres Urtheil nicht aussprechen lässt. 14. PLECIA FÜNEBRIS F. Hirtea funebris F., System. Antl. 54, 14. — Plecia fimehris Vf., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 74, 4. Zwei Weibchen und vierzehn Männchen aus Columbien. Wiedemann's Beschreibung ist genügend, um die Art zu erkennen. Die Haltklappen der männlichen Genitalien beugen sieh 22 Dr. J. B. Schiner. am Ende fast im recliten Winkel gegeneinander, sind also zangenartig. Die Weibclien sind o-rösser als die Männchen, und ihre Flügel ungewöhnlich gross und breit. Die Art ist in der Wiedemann'schen Sanimlung vorhanden. 15. PLECIA IMPERIALIS n. sp. cT 9 • Männchen: Schwaiz; Rücken seh ild mit zwei Längsfurchen, welche vom Schildchen bis vornehiii allnjUhlig divergiren. Hinterleib schwarz behaart; die Genitalien aufwärts gebo- gen, an der Basis zweilappig, die Haltklappen kurz-kegelförmig nicht gegeneinander gerichtet. Kopf fast, ganz durch die grossen, knapp aneinander liegenden dicht behaarten Augen ausgefüllt. Untergesicht in eine kurze, vorne gerade abgestutzte Schnauze ausgezogen; Fühler und Taster schvifarzbraun, an den ersteren, das Basalstück der Geisse! doppelt so lang als die übrigen, das Endglied sehr klein, rund; an den Tastern das dritte Glied breit schaufeiförmig; das End- glied am längsten und schmälsten. Beine lang, besonders die Sehenkel stark verlängert, doch schlank und nur gegen das Ende zu etwas keulföimig verdickt, dasEmpodiuni vorne breit, kamm- artig bewimpert; die kurze Behaarung der Beine schwarz. Schwinger schwarzbraun. Flügel intensiv ockergelb tingiit, der Rand schwarzbraun, was am Vorderrande am intensivsten ist und von da bis zur Cubitahider herabreicht, um die Flügelspitze noch ziemlich breit erscheint, von da um den Hinterrand aber allmählig schmäler wird, so dass endlich nur ein schwärzlicher, schmaler Saum übrig bleibt. Das Geäder ganz normal, nur ist die Verdickung des Mittel- stückes der Discoidalader und des Basalstückes des oberen Zweiges der Postisalader, welche übrigens auch bei anderen Plecien (z. B. PL nigerrima Bell.) vorhanden ist, bei dieser Art sehr auffallend. Weibchen: Gleicht in der Färbung dem Männchen, ist aber bedeutend grösser. Kopf schwarz, Stirne sehr breit; der Ocellenhöcker erhoben, der Hinterleib plump hinten abge- stumpft; die gelbe Fäi-bung der Flügel noch intensiver als bei dem Männchen. 4'" mit den zusammengelegten Flügeln gemessen 7'". 15 Weibchen und 1 Männchen aus Columbien. Es wundert mich, dass diese prachtvolle Art bisher ganz übersehen wurde, wenigstens glückte es mir nicht, eine Beschreibung aufzufinden, die auf sie passen würde. 16. PLECIA DIMIDIATA Mcq. Dipteres exotiques; suppl. I. 20, 6. Taf. II, Fig. 8. Ein Männchen aus Sydney. 17. PLKCIA PLAGIATA W. Plecia plagiata AV., .\nal. entom. 11. u. Aussereurop. zweifl. Ins. I. 7.'), 6. — Plecia heteroptera "Mcq., Dipteres exot. suppl. I. 21, 8. Taf. II, Fig. 109- — Plecia vüiataBelh, Ditt. mess. app. 7. Fig. 4. ^f Ein Männchen aus Columbien. Diese sehr distinguirte, leicht kenntliche Art dürfte, wenn noch mehiere ähnliche Arten entdeckt werden, am ersten zur Aufstellung einer besonderen Gattung Anlass bieten. Das eigenthümliche Geäder und die dichtere Behaarung, besonders der Beine, wären genügende Charaktere zur generischen Trennung. Ich besitze ein von Macquait delerminirtes Stück aus Columbien und habe das typische Exemplar der Wiedemann'schen Sanimlung verglichen— die Identität von l'lecia hetet-optera und plarjüita ist darnach ausgemacht. Diptcra. 23 18. HESPERINUS CONJUNGKNS n. sp. ö" Braun: K ii c k en s ch il d mit dreiFurclienlinien, die soitlichen tiefor, als die mittelste, von piner Behaarung in demselben, wie Walker bei seinem Ilepert'nus brevifrons anjjibt, keine Spur vorhanden. Hinterleib schlank, hinten aufj^ebogen, fast wie hei Plecia, auch die Genitalien des Jlännchcns mit dieser Gattung übereinstimmend gebildet. Kopf halbrund, die Augen auf der Stirne zusammenstossend, die Fühler ziemlich kuiz und jedenfalls kürzer als bei Hesperinuit imhecillus Lw., in der Bildung aber und besonders in der Verlängerung des ersten Geisselglie- des mit dieser Ait übereinstimmend; sie sind gelb, gegen das Ende zu allniählig gebräunt. Beine braun; Hüften und Schenkelwuizel gelb. Flügel blass bräunlich tingirt, die Adern braun; Schwinger gelb mit schwarzem Knopfe. 2'/,'". Ein Männchen aus Brasilien. Durch die kürzeren Fühler nähert sieh diese Art den Plecien am meisten, da abgeselien von dem eigen- thUmlithen schlanken Körperbau und den langen Beinen, alle sonstigen gcnerischen Merkmale wie bei l'lfn'a vorhanden sind. 19. LOBOG ASTER PHILIPPII n. sp. cT Gleicht ganz dem Lobogaster parodoxus Ph. unterscheidet sich aber von diesem durch Folgendes: der Hinterleib ist nirgends dunkel rothbraiin, sondern schwarzbraun, fast schwarz, nur die Lapj)en erscheinen bei durchfallendem Lichte rothbraun; der Rückcnseliild ist nicht schwarz; sondern fahlgolblich behaart; die Taster sind nicht schwarz, sondern rostgclb und die Fühler ebenfalls nicht schwarz, sondern schwarzbraun, an der Basis aber ziemlich licht hell- braun; sie sind nicht 12glicderig, sondern deutlich 16gliederig und die Geisselglieder so kahl, dass man sie durchaus nicht „hirtelH" wie bei der Philipp'schen Art nennen könnte. Phi- lipp! erwähnt auch nicht bei seiner Art, dass der Rückcnseliild um die Flügel basis sehr auffal- lend rostbraun ist und dass auch das Untergesieht an den Seiten dieselbe Färbung zeigt; die Beine sind gelb, die an den Vorderbeinen besonders auffallend langen Hüften sind aber schwarz und die Schenkelwurzeln braun. Die Genitalien des mir vorliegenden Männchens sind sehr eigenthünilich trebildet und dadurch charakteristisch, dass aus der Mitte zwischen den kurzen Haliklappen ein unpaariges Organ, das einer Gabel mit kurzen, runden, gebogenen Zinken gleicht, ziemlich weit vorragt. Das Flügelgeäder kann mit dem der Gattung Uhyphus wie Phi- lippi meint, nicht verglichen werden, es ist aber bei meiner Art ganz gleich mit dem von Loho- (j(ifch nicht erscli('i[)fr ist. Die Novara-Expedition hat zur Bereicherung exotischer Chironomidcn-Arten nir-jit viel beigetragen, es ist aber unter den mito-ebrachten Stücken, eine in allen Diptera. 25 Lebensstadien beobachtete Art, für welche eine neue Gattungsgruppe aufgestellt werden muss. TEL M AT GETÖN nov. gen. Nahe verwandt mit Chironomus und noch näher mit jenen Formen dieser Gattung, -welche ich vorläufig unter dem Namen T/ialassomyi'a abgetrennt hatte, von beiden aber durch die gleiche Anzahl der Fühlerglieder in beiden Geschlechtern und durch die starke Entwicklung des Empodiums verschieden, von Chironomus noch überdies durch ein verschiedenes Flügel- geäder und das verkürzte vierte Tarsenglied. Ich lasse die ausführliche Beschreibung folgen: Kopf tiefstehend, verhältnissmässig klein; Rücken schild hoch gewölbt, robust, hinter dem Kopfe steil aufsteigend; Hinterleib kurz und schmal; Flügel lang und gleichbreit, den Hinterleib weit überragend; Beine stark verlängert. Augen seitlich, ovalrund, in beiden Geschlechtern durch die breite, in der Mitte der Länge nach rinnenartig eingedrückte Stirne getrennt; Ocellen fehlend; Taster viergliedrig, das Basalglied klein, die folgenden fast gleichlang, dicht behaart; Fühler in beiden Geschlechtern gleich gebildet, siebengliedrig, kaum so lang als der Kopf, vorne spitzig; das Basalglied ausser- ordentlich gross und dick, das nächste Glied schmal, und vorne alJmälig dicker, die folgenden vier Glieder knapp aneinander gedrängt, scheibenförmig, viel breiter als hoch, das Endglied verlängert, an der Basis etwas verdickt, dann allmälig schmäler bis zur stumpfen Spitze; das Basalglied oben und unten borstiich behaart, die übrigen Glieder kahl.. Hinter rücken stark entwickelt; Schildchen klein; Hinterleib siebenringlig; Genitalien des Männchens zwei- klappig, die Klappen neben einander liegend, weder klaffend noch zangenartig; die Legeröhre des Weibchens hinten spitz; die obere Scheide derselben etwas länger als die untere. Beine lang und schlank, besonders die hintersten, am Ende der Schienen zwei kurze Dörnchen, am Ende des Metatarsus ein einzelnes ähnliches; der Metatarsus verlängert, das zweite Tarsenglied kaum halb so lang als dieser, das dritte Glied um mehr als die Hälfte kleiner als das zweite, die beiden folgenden halb so lang als das dritte; die Klauen hornig, deutlich entwickelt, am Ende zweispitzig, die Haftiäppchen klein aber sehr deutlich, dasEmpodium gross; den Zwischenraum zwischen den Klauen ganz ausfüllend, vorne bewimpert. Flügel lang, mit steil vorspringenden Flügellappen, dann fast gleichbreit; Subcostalader knapp am Flügelrande verlaufend, Cubital- ader vor der Flügelmitte aus derselben entspringend und nahe an derselben verlaufend, die Flügelspitze fast erreichend; Discoidalader einfach, die kleine Querader jenseits der Flügelmitte; Posticalader vor der Flügelmitte sich gabelnd, der untere Zweig steil abgebogen, den Flügel- rand nicht ganz erreichend; Analader nahe an der Posticalader, weit vor dem Flügelrande abgekürzt; Axillarader rudimentär. Schwinger lang mit breitem Knopfe. 1. TELM.\TOGETON ST. PAULI n. sp. Schwarz, der Rückenschiid glanzlos, an den Seiten etwas ins Bräunliche ziehend, auf der Mitte mit drei weisslichen Längslinien; Brustseiten oben weisslich schimmernd; Kopf schwarz, Fühler, braun, die Geisseiglieder lichtbraun, bei einigen Stücken ganz gelb; Taster schwarzbraun. Genitalien des Männcliens braun, Legeröhre gegen die Spitze zu braungelb. Beine schwärzlich rostbraun, an der Basis der Schenkel am hellsten; Klauen schwarz, das Empodium weisslich. Schwinger weisslich, an der Basis etwas verdunkelt. Flügel matt rauch- braun, undurchsichtig. Die Falten um die Discoidalader und besonders um die beiden Zweige der Posticalader, die sie begleiten, sehr autfallend. 2'" die Flügel mitgemessen 4'". Das Weib- chen ist kleiner. Insel St. Paul. Novara-Iixpedition. Zoologischer Theil. Bd. II. Schi ner. Diptera. 4 26 Df. J. B. Sek 171 €7-, Herr v. Frauenfeld war so glücklich, diese interessante Art während seines Aufenthaltes in St. Paul vollständig kennen zu lernen; ich gebe auf Tafel II eine Abbildung der Larve und Puppe, nach dem pracht- vollen und genauen Originale, welches Herr v. Frauenfeld am Schiffe noch angefertigt Iiat. Über die biolo- gischen Verhältnisse wird Herr v. Frauenfeld an einem anderen Orte selbst berichten. 2. CHIRONOMUS LINDYGII n. sp. Bleich rostg-elb: Rückenschild mit vier intensiveren Längsstriemen, die beiden mitt- leren hinten, die seitlichen vorne verkürzt, die Zwischenräume und der Raum vor dem Schild- chen weisslich schimmernd: Hinterrücken braun, mit einer weisslichen Mittellinie. Hinterleib mit schwarzbraunen Rückenflecken, die sich allmälig verschmälernd, bindenartig bis auf die Bauchseite fortsetzen; der letzte Ring bei dem Männchen (es liegen nur solche vor) länger und breiter als die übrigen, fast ganz braun, die Genitalien schlank, die schwarzen dicht behaar- ten Klappen zangenartig gegen einander gerichtet; der ganze Hinterleib äusserst zart, aber recht auffallend behaart. Kopf schwarz, Fühlei-, sammt dem grossen Basalglied lebhaft gelb, der Feder- busch bräunlichgelb; Taster gelb. Beine sehr blass gelblicli, die Schienenspitzen und die Spitze der Metatarsen schwarz; die Tarsenendglieder bräunlich; an den Vorderbeinen die Schienen kürzer als die Schenkel, der Metatarsus 2'/, mal so lang als die Schiene; an den Hinterbeinen, die Schenkel unten , die Schienen aussen mit sehr zarter, weissgelblicher langer Behaarung. Flügel nackt, glashell, nur am Vorderrande etwas gelblich, die Adern bräunlichgelb, sehr deutlich, die kleine Querader dick, aber nicht fleckenartig dunkler gesäumt. Schwinger weisslich. 33/4'". Drei Männchen aus Columbien. Chironomus maculatus F.W. liat an den Brustseiten eine braune Linie und am Kücken nur zwei Längs - Striemen. Chironomus ferrugineus Mcq. ist kleiner und hat schwarzgeringelte Fühler; alle übrigen Beschrei- bungen passen auf die vorliegenden Stücke nicht im Entferntesten. 3. TANYPUS MANHLENSIS n. sp. Fahlgelb: Rückenschild obenauf, so wie überhaupt die ganze Oberseite intensiver, der Hinterleib an der Basis schwärzlich, auffallend breit. Kopf gelb, Fühler und Taster von derselben Färbung. Beine sehr blass-gelbiich, die Schenkel etwas verdunkelt, die Schienen gleichfalls an der Basis und Spitze dunkler , so dass die Grundfarbe nur auf der Mitte frei bleibt. Flügel behaart, das Geäder und die Zeichnung wie bei Tani/pus cuh'ciformis L., nur dass der braune Wisch aussen ganz scharf begrenzt ist, so dass die Flügelspitze rein glashell bleibt. 1 '/s'". Aus Manila, ein einziges Weibchen. Da aus Asien bisher nur sechs Tanypus-Artea bekannt sind, aus Australien aber noch keine einzige, so glaubte ich obige Art des grossen östlichen Faunengebietes, obwohl das einzige .St ück ziemlich schlecht erhalten ist, nicht übergehen zu dürfen, zumal es weder mit Tanypus crux. W. noch mit den Dollesehairschen Arten: Tanypus cyaneomaculatus, melanurus, nigrocinctus, ornatus wnA pardalis Awch nnr im Entferntesten verglichen werden könnte. In auffallender Weise erinnert es an die europäische Art Tanypus culiciformis L. in den hellsten Varietäten. 4. CERATOPOGON RHYNCHOPS n. sp. Lebhaft rostgelb; Rücke nschild glänzend. Hinterleib matt, hinten kolbig und ziendich dicht behaart. Kopf gelb, die Augen schwarz, auf der Stirne zusammenstossend; Füh- ler an der Basis lebhaft gelb, die Geisselglieder ins Bräunliche ziehend, der Rüssel fast so lang als der Kopf, die Taster gelb. Beine ganz einfarbig blassgeib, die Tarsen gegen das Ende hin kaum verdunkelt. Flügel fast glashell, deutlich behaart; das Geäder genau so wie bei Cera- Diptera. 27 topogon rostratus Wtz. (Linnaea cntomol. VI. 31, Taf. IV, Fig. 23b.) 1'/»'". Drei Weibchen aus Sydney. Die neue Art gehört in den Verwandtschaftskreis von Ceratnpogon rostratus Wtz., mit dem sie auch durch den robusten Körperbau habituell zusammenstimmt ; sie ist die erste Ceratopogon-An, welche aus Australien bekannt geworden ist. FAMILIE BLEPHARICERIDAE. Ich glaube, dass die Familie der Blephai-iceridae am naturgemässesten in die unmittelbare Nähe der Chironomiden zu stellen sei. Für die Arten derselben sind bisher folgende Gattungen errichtet worden: Asthenia von Westwood; ßlephari- cera von Macquart; Liponeura von Loew und Apistomyia von Bigot. Loew erwähnt in seinem Aufsatze über die nordumerikanischen Dipteren (Smithsonian miscellaneous collections, Avril 1862, S. 8.) auch eine Gattung Tanyrhina, als von ihm für eine Ceylon'sche Art aufgestellt, ich war aber nicht im Stande zu eruiren, wo dies geschehen sei und wie die Beschreibung dieser Gattung lautet. Von den genannten Gattungen sind Asthenia und Liponeura mit Bhphancera völlig identisch; die Gaiinng Apistonußa scheint durch das verschiedene Flügel- geäder und die geringere Anzahl der Fühlerglieder von Blepharicera verschie- den zu sein. Es sind aus dieser Familie drei Arten bekannt geworden, darunter eine amerikanische (Blepharicera aviericana Wlk.), von der ich übrigens glaube, dass sie unrichtig zu Asthoiia Westw. (Blepharicera Mcq.) gestellt worden sein dürfte, wenigstens entspricht die Beschreibung derselben (feelers plumose — wings thickly clothed with hairs . . . ) wenig den Gattungsmerkmahlen von Blepharicera. Die Novara-Expedition hat die Kenntniss dieser merkwürdigen Familie um eine prachtvolle südamerikanische Art vermehrt, welche gleichzeitig zur Aufstel- lung einer neuen Gattungsgruppe nöthiget. Ich nenne die Gattung raltostoma und lasse die Beschreibung folgen: PALTOSTOMA nov. gen. Kopf rundlicb, tief stehend ; Stirne breit; Punktaugen vorhanden; Fühler massig lang, dreizehngliedrig, die einzelnen Glieder nahe aneinandergeschoben, fast kahl, etwas länger als breit, die Enden abgerundet, alle fast von gleicher Länge, nur das Endglied mehr oval und schmäler; Taster (ich konnte solche nicht sehen, sie sind entweder im Munde zurückgezogen oder im einzigen vorliegenden Stücke abgebrochen, obwohl nicht einmal Rudimente derselben vorhanden sind); Rüssel hornig, weit vorstehend und an der Unterbrust zurückgeschlagen, wo er dann weit über die Hinterleibsbasis hinausragt. Rückenschild hochgewölbt, vorne steil und schief nach aussen ansteigend, im Ganzen sehr robust; das Schildchen schmal, der Hinter- rücken stark entwickelt. Hinterleib verhäitnissmässig kurz und schmal, kaum breiter als der Rückenschild und fast kürzer als derselbe; siebenringiig: die Genitalien des Männchens vor- stehend, oben mit einem kurzen grifFelartigen Basaltheil, unter weichem die gegliederten zangen- artigen Klappen in der Art vorragen, dass ein freier Zwischenraum bleibt. Beine sehr lang 28 Br. J. B. Schiner. und schlank, die hintersten Schenkel liinger ah die vorderen Paare; Metatarsen verlängert, das nächste Tarsenglied an Länge kaum den dritten Theil des Metatarsus erreichend, drittes und viertes Glied kürzer als das zweite, unter sich gleichlang; fünftes so lang als die beiden vorher- gehenden zusammen, an der Basis unten ausgeschnitten und daselbst fein gedörnelt, an der Spitze wieder erweitert und ebenfalls mit kurzen Dörnchen besetzt, das Klauenglied schlank, die Klauen gross, die Haftläppchen rudimentär. Flügel gross und breit, ganz kahl, die Subcostal- ader nahe am Vorderrande verlaufend und am letzten Sechstel in den Vorderi-and mündend; Cubitalader weit von der Flügelmitte aus derselben entspringend, vorne geg-abelt, die obere Zinke unmittelbar hinter der Subcostalader, die untere etwas vor der Flügelspitze in den Vor- derrand mündend, die Randader bis zur Mündung dieser Zinke auffallend verdickt; die kleine Querader etwas länger als das Basalstück der Cubitalader, mit der sie einen stumpfen Winkel bildet; Discoidalader einfach und so wie die gleichfalls einfachen Postical- und Analader vorne stark abwärts gebogen; Axillarader deutlich und ziemlich lang; die ganze Flügelfläche mit einem äusserst feinen, spinnennetzartigen Maschengeflechte durchzogen. Schwinger lang, mit breitem Knopfe. Die neue Gattung unterscheidet sicli von Blepharicera und Apistomyia durch die gegabelte Cubitalader und den starl-: verlängerten Rüssel. Es ist möglich, dass sie mit der von Loew erwähnten Gattung Tanyrhina zusammenfällt, wenigstens deutet der Name Tanyrliiiia eine solche Möglichkeit an; allein ich vermag, wie ich bereits erwähnte, durchaus nicht aufzufinden, wo diese ceylonische Gattung beschrieben worden ist. PALTOSTOMA SUPERBIENS n. sp. Rückenschild rostroth, ohne Glanz, vorne mit einem grossen, sammtschwarzen Mittel- fleck, der an den Seiten bis zu den Schultern sich ausbreitet und daselbst in gewisser Richtung silberweiss schimmert, hinten aber, vor dei' Rückenmitte, mit einem stumpfen Dreiecke endet; von diesem Flecke gehen drei schwarze Linien, allmälig convergirend, zum Schildchen; neben den Schildehen jederseits eine grosse, sammtschwarze Makel, welche ebenfalls in gewisser Richtung silberweiss schimmert. Sehildchen, Hinterrücken und Hinterleib rostgelb; letzterer an den Seiten der einzelnen Ringe vorne mit je einer schwarzen, silberweissschimmernden Makel die vom vierten Ringe angefangen, sehr genähert sind, und die Grundfarbe nur als sehmale Mittellinie freilassen. Genitalien hinten schwarz, an der Basis roströtblicb. Kopf sammtschwarz, Stirne vorne und Untergesicht an den Seiten silberweissschimmernd; Fühler und Rüssel schwarz. Beine braun, an der Scbenkelbasis am lichtesten, dann bis zum Ende allmälig dunkler. Flügel ganz rein glashell, nur an der äussersten Basis rostroth; die Rand- und Subcostalader dick und so wie die Cubitalader sammtschwarz, die übrigen Adern braun, das Maschennetz deutlich. 3'" die ausgespannten Flügeln 10'" daher weit über den Hinterleib hinausragend. 1 Männchen aus S ü d a m e r i k a. FAMILIE PSYCHODIDAE. Folgende Gattungen simi in iler Familie der Psyeliodiden aufgestellt worden: Ps y e h o da von Latreille ; Trtchoptera von Meigen ; N e ni o p aljt u s von Macquart ; Sy <'orax , Trieliora yia, Saccopterjix und Perieoma von llaliday in Curtis Brit. Entomology; PUalaenomyia, Pd.sfhmt, llaemas-son und Niiih:s von Loew; Uli omyia von Walker, Phlebotomus von Eondani laid C'//>^///>Ae.s- von Costa. I)ie für ßernsteindipteren von Loew ausserdem aufgestellten Gattungen 7%«7«p?«a- tus und Di,j)lonema kommen hier, wo es sich um die jetzt lebende Fauna handelt, Di'ptera. 29 nicht in Betracht. Von den oben angeführten Gattungen ist TrivTio'ptera Mg. ganz identisch m'\t Psyclioda Latr. ; Saccoi^teryx dessgleichen mit ülovii/ia; Phalaenomyia mit Trichornyia, Ponthon mit Syco?-ax, Haemasson mit Phlebotomus, Nygmatodes mit JVemopaijJits, und endlich Cynyphes mit Phlebotomus. In den sieben verbleibenden Gattungen sind bisher nur 30 Arten beschrieben worden, von denen 19 auf Europa, 9 auf Amerika und 2 auf Afrika entfallen. Es sind sonach weder aus Asien noch aus Australien Psychodiden bekannt geworden und ist die Zahl der überhaupt bekannt gewordenen eine sehr geringe, so dass, wenn erwogen wird, dass Loew im Bernstein 18 Arten aufgefunden und unter- schieden hat, man zu, der Vermuthung verleitet werden könnte, als seien die Psychodiden ein uraltes Geschlecht, welches in der gegenwärtigen Schöpfung seinem völligen Aussterben entgegenschreite. Die kleinen Mückchen werden übrigens allzuleicht übersehen und man kann desshalb nicht vorhersagen, ob nicht schon in wenigen Jahren, durch reichlichere Entdeckung eine derartige Vermuthung in ein Nichts zerfallen werde. Aus dieser Familie liegen mir nur zwei Arten vor; von diesen ist die eine, aus Rio Janeiro in dem einzigen mitgebrachten Stücke so schlecht erhalten, dass sich darüber nichts weiter sagen lässt, als dass sie zu Psyclioda in heutiger Auf- fassung dieser Gattung gehört, während die andere, welche ich für noch unbe- schrieben halte, zu Pericoma gehört. Ich lasse hier die Beschreibung folgen: 1. PERICOMA NIGROPUNCTATA n. sp. Sehwarzbraun, dicht zottig behaart; die Behaarung am Rüekenschii d dunkelbraun, am Hinterleibe obenauf weisslich-glänzend, gegen die Basis zu und an den Seitenrändern mit bräun lieben Haaren gemengt. Kopf schwarz, die Taster weit vorstehend, ihre Basalglieder klein, das dritte und vierte gleichlang, das fünfte etwas kürzer und sehr schlank, die zierlichen Fühler gleichfalls braun mit bellbraunen Wirtelbaaren an den etwas gestielten Geisseigliedern. Beine rotbbraun; die Schienen gegen das Ende zu und die Tarsen am dunkelstei), an der Basis der Metatarsen und der zwei nächsten Tarsenglieder silberweiss glänzende Flecke. FJ ügel bräun- lich-schwarz behaart und am Rande ebenso zottig bewimpert; an den Mündungen aller Längsadein und deren Zweige schwarze, als Flecken sich darstellende Haarbüschel, im Ganzen somit zehn; und eben solche Flecke an der Basis der Radialader und an der Stelle, wo sich dieselbe oben gabelt; vor den Randflecken ist die Behaarung schütterer und es treten dadurch neben den schwarzen Flecken, weiirisliche Fleckchen hervor; in gewisser Richtung erscheint die Bewim- perung des Flügelrandes hellbraun, am Vorderrande aber bleibt sie sehr dunkel. IV^'". Von den beschriebenen exotischen Arten könnte diese Art nnr mit Psijchoda punctata und Ps. septem- punctata Phil, aus Chile verglichen werden; bei ersterer soll aber der Flügelrand railchweiss sein, bei letzte- rer stehen die schwarzen Randfleoke der Flügel nur an jeder zweiten Ader — es sind im Ganzen nur sieben Flecke vorhanden, überdies ist es gar nicht ausgemacht, ob die genannten Arten zu Pericoma oder Psychoda im engeren Sinne gehören. Sehr nahe steht ihr die europäische Art Pericoma canescens; diese unterscheidet sich aber auf den ersten Blick durch die verschiedene Behaarung des Leibes und bei näherer Prüfung aiicli durch die Form der Geisselglieder (bei P. canescens rundlich, bei P. nigropunctata länglich ovalj und durch mindere Grösse. 30 Dr. J. B. Schiner. FAMILIE CULICIDAE. In der Familie der Culicidae sind bisher folgende Gattungen aufgestellt wor- den : Culex von Linnö; Corethra, Aedes und Anopheles von Meigen; Megarhina, Psorophora und Sabethes von Eobineau-Desvoidy und Mochlonyx von Loew. Die Gattungen Psorophora und Sabethes sind von den späteren Autoren nicht oder doch nicht consequent aufrecht erhalten worden, da die Merkmale, welche zur Charakterisirung derselben gewählt worden sind, zu beschränkt und nur immer auf einzelne Arten anwendbar sind; es kann aber nicht in Abrede gestellt werden, dass Formen, wie z.B. Culex remipesW. (Sabethes locuples'R. -Desv.) oder Culex ciliatus Fr. (Psorophora ead E. -Desv.); oder wie die metallisch be- schuppten exotischen Arten von dem Grundtypus unserer europäischen Culiciden doch sehr abweichen und in der Folge eine Abtrennung solcher Formen aus der Gattung Culex uothwendig werden wird. Da bisher ein Monograph der Culiciden sich noch nicht gefunden hat, der eine solche Abtrennung mit glücklicherem Erfolge als Eobineau-Desvoidy vorgenommen hätte, so erübriget auch für mich nichts als der Gepflogenheit zu folgen und die Gattungen Sabethes und Psorophora als Synonyme von Culex zu betrachten. Aus den hiernach übrig bleibenden Gattungen, die in zwei Gruppen Corethrina (mit Corethra und Mochlonyx) und Culicina (mit den übrigen Gattungen) zerlegt werden können, sind bis nun zu 132 Arten beschrieben worden, von denen 30 auf Europa, 61 auf Nord- und Süd-Amerika, 21 auf Asien, 10 auf Afrika und 9 auf Australien entfallen, während das Vaterland einer Art nicht bekannt ist. Es scheint, dass die in Asien und Amerika beobachtete Gattung Megarhina in Europa in der That nicht vertreten ist, während von anderen Gattungen, wie z. B. von Corethra., die bisher ausser Europa nur noch nordamerikanische Arten enthält, nicht behauptet werden könnte, dass sie in den übrigen aussereuropäischen Faunen- gebieten keine Eepräsentanten habe. Mit der nachfolgend beschriebenen Corethra manilensis aus Manila wäre eine solche -Behauptung gründlieh widerlegt, und so kann es kommen, dass auch die europäischen Gattungen Mochlonyx und Aedes ihre Eepräsentanten auch noch ausser Europa erhalten werden. 1. CORETHRA M.\NILENSIS n. sp. Blass röthlichgeib, der Rückenschild matt, mit drei intensiver gefärbten Längsstrie- men, die mittelste vorne verbreitert und durch eine dunklereLinie getheilt; Schildchen mit einer dunkleren Mittellinie: Hinterleib etwas glänzend, lang- aber sehr zart behaart, die beiden letzten Ringe bräunlich, die Plaltzangcn der männlichen Genitalien gerade vorstehend, so lang als der letzte Ring. Kopf hollgelb, die Augen schwarz, die Fühler gelb mit schwarzen Ringen, der Federbusch licht bräunlich gelb, die Taster hellgelb. Beine sehr blassgelb, fast weisslich, die Schienen lang- aber sehr fein wimperartig behaart. Flügel gelblich mit röthlichgelben Diptera. 31 Adern, welche diclit behaart sind; die Gabel der Randader etwas länger, als jene der Diseoidal- ader. 2"'. Aus Manila drei Männclien. Die Art gleicht im Habitus unserer Corethra pallens sehr, unterscheidet sich aber auf den ersten liliek durch die ganz einfarbigen Beine. 2. MEGAKHINA SPLENDENS W. Culex splendens W., Zoolog. Magaz. I. 3, 2. — Culex splendens W., Aussereur. zweifl. Insecten I. 3, 3. Ein Weibchen aus Batavia, auf welches Wiedemann's Beschreibung in der Haupt- sache passt. Die Fühler sind bei demselben jedoch nicht „schwärzlichbraun," sondern gelb; die 'Bauchseiten nicht „schön golden" sondern silberweiss und der Hinterleib nicht „stahlblau und nur an den Vorderrändern der Abschnitte veilchenblau," sondern durchaus violett mit dem Vor- walten der rothen Farbe, besonders an den letzten Ringen. Ich lege auf diese Differenzen keinen grossen Werth, zumal Wiedemann bei seiner Beschreibung ein Männchen vorlag. Zur Ergänzung füge ich noch bei, dass der Rückenschild an den Seiten goldgrün beschuppt ist und auf den Mitteisehenkeln zwei hellere Ringe deutlich hervortreten; die Gabel der Radialader ist auch für die Gattung Megarhina auffallend kurz. 3. CULEX DIVES Seh in. Culex annulipes Walk., Journal of the proceed. of the Linnean society, vol. I. 5. Das vorliegende Stück aus Batavia stimmt vollständig mit der Walker'schen Art, deren Namen ich änderte, weil ein Cidex annulipes schon früher von Meigen aufgestellt wor- den ist. Der Beschreibung füge ich zur Ergänzung Folgendes bei : die Spitze der Taster, das Basalglied der Fühler und die Stirne sind silberweiss beschuppt, die Silberbinden des Hinter- leibes sind am Rande unterbrochen, am Bauche aber wieder fortgesetzt; die Hinterschenkel sind an der Basis gelblich und es befinden sich an allen Knieen silbcrweisse Flecke, der Meta- tarsus der Hinterbeine und die beiden nächsten Tarsenglieder sind an der Basis breit weiss. 4. CULEX TAENIORHYNCHUS W. Culex damnosus Say, Joum. of the Acad. of Phil. III. 11, 3. — Wiedemann, Aussereurop. zweifl. Ins. I. 7. 12. Es liegen mir drei Weibchen aus Südamerika vor, auf die ich Wiedemann's Beschrei- bung beziehen zu sollen glaube. Ein Hauptgrund dafür ist Wi edemann's Angabe, dass der Rüssel auf der Mitte weisslichgelb ist und dass dem Metatarsus der Vorderbeine der weisslicbe Fleck an der Basis fehle. Alles dies stimmt bei den vorliegenden Stücken. Es concurriren liier aber so viele Arten, dass es leicht möglich wäre, auch andere Beschreibungen herbeizuziehen, ein Grund mehr, um die Synonymie durch die Aufstellung einer neuen Art nicht abermals zu verwirren. Die Flügeladern, besonders die am Vorderrande liegenden sind so dicht schwarz- braun beschuppt, dass die Flügel wie schwarz gerandet erscheinen. Auf den Stücken befindet sich ein Zettel mit der Bezeichnung: „Mosquito-Sancudo" — es ist daher, wie Doli esch al 1 bereits für Amboina und Java constatirte, ziemlich sicher, dass auch in Südamerika mit dem Namen Mosquito's zumeist Culiciden und nicht Siniuliden bezeichnet werden. 5. CULEX REMIPES W. Wiedemann, Aussereurop. zweifl. Ins. I. 573, 1. — Suhethes lociiples Rob.-Desv., Essai s. 1. tribu de Culioides in den Mem. de la soc. d'hist. nat. Paris 1827. T. 3. Ein Männchen aus Brasilien, stimmt genau mit Wiedemann's Beschreibung, nur sind die Beine im vorliegenden Exemplare nicht stahlblau, sondern hell violett; die Flügeladern, besonders die näher dem Vorderrand liegenden dicht schwarzbraun beschuppt. 32 Dr. J. B. Schiner. FAMILIE TIPULIDAE. Für diese, in allen Faunengebieten reich vertretene Familie sind bisher folgende Gattungen aufgestellt worden: Tipula von Linn6; Nephrotoma, Ctenopbora, Ptychoptera, Trichocera, Erioptera, Symplecta, Ani- somera, Rhamphidia, Rhipidia, Limnobia, Glochina und Nematocera., von Meigen ; Dolichopeza, Ferenocera und Molophilus von Curtis; Megisto- cera, Polyn:iera und Nematocera von Wiedemann ; Pedicia, Hexatoma und ,Li7H0?na von Latreille; Tanyptera von Leach; Helius, Megarhina und Helobia von St. Fargeau; Dictenidia und Xiphura von Brulld; Pachyrhina. Apeilesis, C t e n o g y n a , E r i o c e r a , I d i o p t e r a , L i m n o p h i 1 a , Aporosa und C y 1 i n d r o- toma von Rlacquart; Lcptorhiim von Stephens; Chionea von Dalman; Ula, Amalopis und Gera n omyia von Haliday; Ozodicera, Hemicteina, Gyno- p 1 i s t i a, Anoplistes, B i 1 1 a c o m o r p h a, L i ni n o b i o r h y n c h u s, C e r o z o d i a, Ozo- cera und Ptilogyna von Westwood; Tricyphona, Dicranota und Psiloco- n opa vonZetterstedt;iPr?'o?20cera, Stygeropis,Holorusia undTo xorli ina von Loew ; Pterelacliisus xxndBertea vonRondani: Pterocosmus von Walker; Crunobia und Rhyph olopus von Kolenati ; Dlcranoinyia ^ Protoplasa, Epiphragnia, Dactylolabis, Antoeha, Dieranoptycha , Discobola, Trimicra, Prio- nolabis, Lasiomastix, Gonomyia, Gnophorayia, Arrhenica, Elephanto- myia, D ieranop h ragma , Cryptolabis, Cladura und Teucholabis von Osten-Sacken; Oligomera von Dolleschal; Physecrania von Bigot; Ctedonia, Tanyderus, Lachnocera, Tolymoria und Plettiisa von Philipp! ; Evanio- ptera von Girudrin; Th a u ni a stuptera vonMik; Penthoptera, Ephelia, Po eeilost ola, Elliptera, Tr i c hosti eha , Dasyptera, Triogma und Ph alocro e era von mir selbt. Von diesen Gattungen fällt Nematocera ^Ig. mit Am'somera JMg. ; Ne-viatocera W. mit Megistoccra W. zusammen; Aporosa Mcq. und Plettusa Phil, sind synonym mit Geraniomyia Hai. i Hemicteina Westw. ist mit Ozodicera Ejusd., Anoplintea Westw. mit Gynoplistia Ejusd. und Ozocera Westw. mit Gerozndia Ejnsd. völlig einerlei; Hexatoma Ltr. und Ferenocera Cui'tis fallen mit Anisomera Mg., Helim und Megarlüna St. Farg., sowie Leptorhina Steph. mit Rhampidia Meig. zusammen; Griüiobia Kolen. ist identisch mit Amalopis Hai.; An-henicd, O.-Sack. und Physecrania Bigot mit Eriocera Macq.; Prionocera Lw. mit Stygeropis Ejusd., Ctedonia Phil, mit Gynoplistia Westw.; Polyvioria Phil, mit Foecilostola Schin., Idioneura Phil, mit Dicranophragma O.-Sack., Molophilus Gurt, mit Erioptera Mg. Die Gattungen Glochina Mg. und Dicranomyia O.-Sack. vermag ich nicht von der Gattung Limnolia Mg. zu trennen. Pterolachisus Rond. dürfte mit der Gattung Tipula zusammenfallen, und Limonia Ltr. enthält ein Gemenge von Arten, die mittlerweile in eine beträchtliche Anzahl von Limnobinen-Gattungen Diptera. 33 getrennt worden sind. Ich Avill nicht behaupten, dass die Brnlld'schen Gattungen Xiphura und Dictenidia nicht etwa weniger berechtigt seien, als etwa Ptylogyna, Gtenogyna u. s. w., doch habe ich sie vorläufig mit CtenopJiora vereinigt gelassen, weil ich viel zu wenig exotische Ctenophoren kenne, um sie in diese Gattungen einreihen zu können und vorläufig ein dringendes Bedürfniss einer solchen Abson- derung auch nicht vorhanden ist. Es bleiben sonach von den oben aufgezählten Gattungen noch 69 übrig'), die ich, insoweit sie mir bekannt, für berechtigt halten muss, und welche, nach den von Osten -Sacken aufgestellten Grundsätzen ganz zweckmässig in drei Hauptgruppen; Tipulinae, Limnobinae und Ptycho- pterinae gereiht werden können, wobei ich nur bemerke, dass meiner Ansicht nach, die Gattung Oynoplistia Westw., wie schon Osten-Sacken vermuthete, zu den Limuobinen, und zwar zu den mit Limnopihila verwandten Arten; Foly- viera W. aber, nach dem typischen Stücke des k. zoologischen Museums ebenfalls zu den Limnobinen, und zwar in die nächste Verwandtschaft mit den erioptcrae- foi-men Limnobinen gehört. Ganz unbekannt ist mir die Gattung Evanioptera Guörin. Idioneura Phil, dürfte sich in Zukunft mit einer der neueren Limnophilinen-Gattungen als identisch erweisen. Die Gattung Toxorluna Lw. habe ich im Sinne der Osten-Sacken'schen Interpretation angenommen, obwohl mir die Gründe dafür nicht ganz stichhältio- erscheinen; denn, wenn Loew diese Gattung ursprünglich für mehrere Bernstein- Dipteren, bei denen eine Subcostalzelle vorhanden war, aufgestellt hat, so kann aus dem Umstände, dass er nachträglich eine Limnobinen-Art aus Portorico, bei welcher die Subcostalzelle fehlte, in diese Gattung stellte, nicht gefolgert wer- den, dass das Fehlen der Subcostalzelle das eigenthümUch charakteristische Merk- mal der Gattung ToxorMna sei, und Arten wie T. magna und T. midiehris O.-Saek. dazu gestellt werden müssten. Es schien mir vielmehr consequenter, den Namen ToxorMna und vielleicht auch Limnobiorliynchus Westw. gänzlich zu verwerfen und für die Arten, wo die Subcostalzelle in beiden Geschlechtern fehlt, einen neuen Gattungsnamen einzuführen, und zwar um so mehr, da in der That gerade für die drei Bernsteinarten, welche doch die Aufstellung der Gattung ToxorMna veran- lassten, nunmehr der Name ToxorMna gar nicht mehr verwendet werden kann, während es andererseits nicht ausgemacht ist, ob die Männchen der ToxorMna fragüis Lw. nicht dennoch eine Subcostalzelle besitzen und dann die Art Limnn- biorhynchus fragüis heissen müsste. Aus den oben angenommenen Gattungen sind bisher 913 Arten beschrieben worden, und zwar 380 europäische, 35 8 amerikanische, 84 asiatische, 40 afrikani- 1) Die für Bernstein-Dipteren von Loew beantragten Gattungen J/ac/iTOeAfVe, Trichoneura, Calohamon, Haplo- neura, C'ritoneura, Tanymera, Tanysjihyra, Styringomijia, Äiaracta und Allarithmia sind hier nicht berück- sichtigt worden. Zoologischer Tli 34 Dr. J. E. Schiller. sehe und 51 australische , von sechs, jedenfalls aussei'curopäischen Arten ist das Vaterliiud niclit bekannt. Der Umstand, dass aus Europa und Amerika verhäli- nissmässig am meisten Arten bekannt geworden sind, ist auch hier damit zu erklä- ren, dass die bezüglichen Fauuengebiete am besten durchforscht worden sind und zufällig die Aufmerksamkeit der Dipteologen am meisten auf sich gezogen haben. Ein Urtheil über die geographische Verbreitung der Tipuliden ist nach dem vor- liegenden Resultate eben so wenig verlässlich , als bri allen übrigen Familien. Höchstens würde man dazu berechtigt sein, anzunehmen, dass einige auffallende Formen, wie z. B. Gynoplistia^ Megistocera , Ptilogyna u. s. w. in Europa wahr- scheinlich nicht vertreten sein dürften, obwohl auch diesfalls ein apodictischer Schluss noch immer als ein voreiliger betrachtet werden müsste. Vor einigen Jahren erst gelang es mir, eine Antocha-kvt in Osterreich aufzufinden, und gewiss würde die eigenthümliche Form des Flügels, ohne dieses Factum, zu dem Schlüsse geführt haben, dass die Gattung Antocha, als eine sogenannte exotische Form, in Europa nicht vertreten sei. Seit mitten in Europa eine Pyrgota-Krt entdeckt wor- den ist und seit constatirt ist, dass die für exclusiv australisch betrachtete Form der Gynoplistien auch in Südamerika vertreten ist (durch die Ctenoiden Philippi's) dürfte bei derartigen Schlussfolgerungen mindestens die grösste Vorsicht am Platze sein. Folgende Arten sind hier zu erwähnen: 1. PACHYKPIINA LUCIDA n. sp. B i ü u n 1 i eil ii^ e i b ; ii ü c k e n s c li i 1 il mit vier dunkelbraunen, an der Quernaht unterbroche- nea LUngsstriemen; der Schultertieek und die Mitte des Schildchens gleichfalls braun; Brust- seiten stark glänzend; Hinterleib bräunlichgelb mit dunkler braunen breiten Rückenflecken, die am Hinterrande die ganze Breite ausfüllen, gegen vorne zu aber sich verschmälern, so dass die Grundfarbe an den vorderen Seiten frei bleibt; Legerolire des Weibchens sehr läng und spitz, rostrotli, hornig. Kopf rundlich, die Schnauze kurz, vorne in ein kurzes Spitzchen ausgezogen; Stirne mit einer schwarzen, hinten zugespitzten Mittelstrieme; Fühler gelb, das erste Glied verlängert, aber ziendich dick, das zweite sehr kurz, die Geisseiglieder lang gestreckt, an der Basis knoptig angeschwollen, schwärzlich und daselbst mit einigen zarten Borsten besetzt; Taster und Beine gelblich, die Schenkelspitzeii und Tarsen-Endglieder braun. Flügel ziemlich intensiv gelblich tingirt, mit gelbbraunen Adern, das Stigmenmal klein, braun (ganz so wie bei Nephrotonia.dorsalisWg.). Die zweite Hinterrandzelie kurz gestielt; Schwinger gelblich, der Ivnopf braun, oben weiss. 9". 1 Weibchen aus JLadeira. Die Art gleicht im Habitus und in den Flügeln autt'allend unserer Nephrotoma dorsalis. 2. PAClIYiailNA ELEGANS F. Tijifila clt;ians V., Öystem. Aiitl. "iO, 10. — Tipula etegans W., Diiit. exot. I. "iO, 6. und Auss. zwciH. Ins. I. .5ti, !.'>. Drei vorliegende Weibchen aus Südamerika stimmen ganz njit der von VViedemann ergänzten Ea brici us' sehen Beschreibung, so dass ich keinen Anstand nehme, sie als diese Art zu inter]irctiicn. Die Hintcrieibsbinden sind schwarz, die gelbe Farbe eigentlich nicht safran- Biptera. 35 sondern hellgelb, bei ?\vei Stücken die sonst in Nichts abweichen, sind die Flügel an der Basis und am Vorderrande ziemlich intensiv gelb. 3. TIPULA OBLIQUE-FASCIATA Macq. Tipula obh't/ue-fasciata Mcq., Dipteres exotiques supl. I. 15. lö. Tat'. I. Fii;. 10. — Tiputa Craverü Bellardi, Ditterologia messicana I. 7. Taf. I, Fig. 1. Macquart 's Beschreibung ist genügend, um die Art zu erkennen, seine Flügelabbildung ■würde gegen die Anwendung des Namens Bedenken erregen, weil in derselben, die sehr cha- rakteristischen Randflecke nicht angedeutet sind, es heisst aber im Texte ausdrücklich : „p/n- sieiirs 2^^tites tuches brimes, pres du hord ext^rieur." Diese Flecke entstellen dadurch, dass glas- helle Fleckchen den braunen Saum unterbrechen. Bellardi hat diese glashellen Flecke ins Auge gefasst, in der Hauptsache ist jedoch dieselbe Zeichnung vorhanden, wie sie auch Mac- quart im Texte angibt, f^inigcs Bedenken könnte es erregen, dass T. Craverü ein erstes braunes Fühlerglied haben soll, während dieses Glied, wie Macquart angibt und auch bei den vorlie- genden Stücken der Fall ist, mit den übrigen Gliedern ganz gleich gefärbt ist, ich lege aber auf diese Differenz keinen grossen Weith, da alle übrigen Merkmale genau stimmen, Farben- differenzen aber nur zu leicht durch die Eintrocknung und Conservirung der Dipteren veran- lasst werden. Es scheint mir nicht unmöglich, das.s auch Tipula Edwnrds/' ]UA\. nur eine Variatät obiger Art ist. Zur Ergänzung der Beschreibung lüge ich bei: die männlichen Genitalien sind dick, kolbig, hinten schief abgestutzt. Die Klappen treten nirgends hervor und liegen knapp an den übi-igen Organen an, aus denen nur in dei' Mitte ein horniges Spitzchen vorragt ; der Kopf ist ver- hältnissniässig klein, so dass er sammt der Schnauze etwa die Länge des Rückenschildes erreicht. Die Flügelform ist dadurch charakteristisch, dass der Vorderrand in weitem Bogen zur Spitze übergreift, von da an aber der llinterrand fast gerade verläuft. Ein Pärchen aus Südamerika. 4. TIPULA ELUTA n. sp. Brüunlichgelb: Rückenschild obenauf mit vier braunen Längsstriemen, welche die Oberseite bis nahe zum Rande ganz ausfüllen und durch drei hellere Streifen getrennt sind: die Seitenstriemen auch hinter der Quernaht fortgesetzt, die mittleren daselbst abgebrochen; von der Schulter her, bis zu der P'lügelbasis eine braune, unten gelb und dann wieder braun gesäumte Doppelstrieme, zwischen welcher und dem braunen Mittelrücken die hellgelblichen Seiten des Rückenschildes sehr auffallend vortreten. Brustseiten gelblich, weissschimmernd. Hinterleib oben gelblich, an den Seiten braun, die Grenze nirgends scharf; Genitalien des Männchens klein, hinten schief abgestutzt, die Klappen sehr kurz und nicht zangenartig vor- stehend. Kopf rund, Schnauze massig lang, vorne in eine kurze Spitze ausgezogen, die Färbung des Kopfes gelblich, die Unterseite der Schnauze braun; Fühler hellgelb, erstes Glied verlän- gert, zweites sehr kurz, drittes so lang als das erste, die übrigen an Länge allmälig abnehmend, durchaus kahl; Taster braun, an den Gelenken gelblich. Beine fahlgelb, Schenkel an der Spitze bräunlich. Flügel verwaschen bräunlichgelb, wolkig, die braunen Stellen nur am Stigma, in den Flecken, welcher die Zellenkerne am Flügelrande ausfüllen und an einer Stelle auf der Unterseite der hinteren Basalzelle intensiver und auffallender; der Vorderrand rostgelblich. 6'". 2 Stücke aus Brasilien. 36 Dr. J. B. Schiner. 5. TIPULA GKAPIIICA n. sp. Braun; K ü ckenscli i I d hell licstäuLt mit vier dunkelbraunen Längsstriemen, die mittle- ren bis zum "Vorderrand und der Quernalit reichend, die seitlichen vorne abgekürzt, hinter der Quernaht noch als braune Flecke angedeutet; das Schildchen gelblich, der Hintcrrücken mit brauner Mittelstrieme; die Brustseiten gelblich, weiss schimmernd. Hinterleib an der Basis gelblich, die Genitalien des Männchens kolbig, hinten schief abgestutzt, die Haltklappen nirgends vorragend. Ko])f rundlich, Schnauze massig lang, vorne in eine kurze Spitze ausgezogen; seine Färbung gelblich, auf der Unterseite der Sciinauze braun; Fühler ziemlich lang, die beiden Basalglieder gelb, die Geisselglieder braun; erstes Glied massig lang, zweites kürzer, doch fast Iialb so lang als das erste; die Geisselglieder lang gestreckt, an der Basis etwas knotig verdickt und daselbst mit einigen längeren Börstchen, das Endglied klein, knospenartig. Taster braun, das Endglied schwärzlich, deutlich geringelt. Beine gelblich, Hüften und Sehcnkel- wurzel am hellsten, die Schenkel weiterhin bräunlieh, vor der Spitze mit einem gelben, ziemlich breiten Ringe. Flügel sehr bunt, mit abwechselnd gelblichen und braunen Flecken, die längs der vorderen Basalzelle am wenigsten auffallen; Mediastinalzelle gelblich, ungefleckt, unmittelbar unter derselben drei, ziemlich scharf begrenzte intensiver braune Flecke, der erste um die Basis der Basalzelle, von woher sich eine schiefe Binde bis zum Hinterrande fortsetzt, die beiden übrigen klein, fast viereckig; um das Stigma erweitert sich die Bräunung und zieht sich bis zur Discoidalzellc herab, die sie vollständig erreicht und vorne bis zur Flügelspitze hin, überall mit helleren Fleckchen unterbrochen, die am Flügelrandc in Streifen sich erweitern; eine Stelle hinter dem Stigma ganz glashell und von da schliessen sich eben solche Flecke an, die ebenfalls sich bindenartig bis zur Discoidalzellc erstrecken; die Discoidalzellc selbst bleibt an der Basis ganz glashell und erscheint fast milchweiss, von ihr geht ein leichter Streifen durch die vierte Hintcrrandzelle bis zum Flügelrande; helle Wische gehen über die Flügelmitte und liegen am Ende der Anal- und Axillarzelle, Schwinger gelb. 8'". Südamerika. Ich habe keine der vorliandojien Bcsehreibuni^en bei dieser Art als zutrelTcnd aufgefunden. 6. TH^ULA FfxAUENFELDI n. sp. Dunkel 1- ö t h 1 i c h b r a u n : E ü c k e n s c h i I d obenauf mattschwarz, so dass von der Grund- farbe nur drei schmale Längsstriemen übrig bleiben, die sich gegen das Schildchen zu allmälig erweitern und vor demselben ganz zusammenfliessen; von den Schultern her und bis zur Flügel- basis prävalirt gleichfalls die Grundfarbe; die Brustseiten braun gefleckt. Hinterleib an der Basis etwas verschmälert, der zweite Ring am längsten, an den Seiten mit je einer schwarzbraunen Makel, die auch an den folgenden Ringen vorhanden ist, sich aber nach oben zu erweitert, so dass am dritten Ringe von der Grundfarbe nur mehr eine schmale Rückenlinie frei bleibt, an den folgenden Ringen vollständige Binden auftreten, welche auf der Mitte liegen und die Grundfarbe vorne und hinten freilassen; diese Binden hinten ausgebuchtet; Genitalien des Weibchens (es liegt nur ein solches vor) rostbraur), die Klappen der Legeröhrc spitz und lang, hornig. Kopf dunkel gelbroth, die stark verlängerte Schnauze vorne in eine lange Spitze ausgezogen; auf der Stirne unmittelbar hinter den Fühlern eine recht auftauende warzenartige Erhöhung; Fühler braun, erstes Glied sehr lang, zweites sehr kurz, die folgenden schmal, ihre Gliederung schwer wahrzunehmen, ganz kahl; Taster weit vorstehend, braun, gegen das Ende zu schwarz, das zweite Glied gestreckt, schaufelförmig, das dritte schmal und ziemlich lang, das Endglied sehr lang und deutlich geringelt. Beine rothbraun, die Schenkel gegen die Spitze zu stark verdun- kelt und auch die Schienen ziemlich dunkel. Flügel glashell, alle Adern braun gesäumt, am Diptcra. 37 intensivsten die um das Stigma liegenden, das Ende der liadialader und die Posticalader, beson- ders gegen das Ende zu; von der Flügelspitzc breitet sich am Flügeliiintcrrand ein blassbrauncr Schatten aus, der in die ZeUenkernc hineinreiciit; hinter dem Stigma ein glashcller fast milch- wcisser Fleck, unter welchem die Adern ganz verbleicht sind; die fünfte Ilintcrrandzcllc ist durch den braunen Schatten diagonalitcr getheilt, so dass sie oben rein glashell bleibt, unten aber braun ausgefüllt ist; Schwinger gelb mit braunem Knopfe. 15'". Ein Weibchen aus Chile. Von Tipula decorata Phil, mit der sie Vieles gemein liat, namcntlieli auch die warzenförmige Erhö- hung hinter den Fühlern, unterscheidet sie sich durch den Mangel eines weissen Streifens an den Bruslseifen und durch eine verschiedene Zeichnung des Kückcnschildes, an welchem bei meiner Art nichts Wcisslithes vor- handen ist; ich stelle aber die Möglichkeit jiicht in Abrede, dass sie bei einem Vergleich mit typischen Stücken dennoch als identisch sieh darstellen könnte. 7. TIPULA SOKOK Wied. Dipl. exot. I. 24, 3 und Ausscrcur. zweid. Ins. I. IG. Ein Männchen vom Cap mit Wicdemann's Beschreibung vollständig üboreinstimmcnd. S. TIPILA NOVARAE n. sp. Prä unlieb gelb; K ü c k cn s c h i hl mit vier wcissschimmcrnden Längsstriemen, welche je zwei vorne zusammenhängen und durch dunkelbraune Säume überall begrenzt sind; die äusseren liegen ganz am Rande, die inneren stehen entfernt und lassen auf der Mitte des Rückensehildes die Grundfarbe in einem breiten Streifen frei, der durch eine braune Doppellinic, die sich auch über das Schildchen und den Ilintcrrückcn fortsetzt, getheilt ist; hinter der Quernaht nähern sich die weissschimmernden Längsstriemen und setzen sich gleichfalls über das Schildchcn und den Ilintcrrückcn fort; von vorne beleuchtet, tritt die Rückcnschildzcichnung sehr scharf her- vor, in zwei mir vorliegenden männlichen Stücken sind übi'igcns die dunkelbraunen Linien weniger auffallend als bei dem Weibchen; Erustseiten mit weissschimmernden Flecken. II i n ter- leib bräunlichgclb, der erste King stark verdunkelt, an den Seiten und am Ober- und Ilintcr- rand weisslicb, die übrigen Ringe mit zarten weisslichen Einschnitten und oben so gefärbten dreieckigen Seitenmackeln, die zu einer ziemlich breiten Seitcnstrieme unter sich verbunden sind; gegen das Ilinterleibscndc zu ist die Grundfarbe wieder verdunkelt; die weissliche Seiten- strieme erscheint in gcwissscr Richtung sehr intensiv, verschwindet aber in anderer Richtung beinahe gänzlich; Genitalien des Männchens dick, etwas aufgerichtet, hinten schief abgestutzt, die Ilaltklappen nach aufwärts gerichtet, zangenartig gegen einander gebogen, iiuc spitzen Enden im Ruhestande gekreuzt; Legeröhre verhältnissmässig kurz. Kopf dunkel röthlichgelb, die Schnauze sehr lang, vorne in dici Spitzen auslaufend, von denen die mittelste kaum länger ist als die seitlichen; Stirnc neben den Augen weissscbimmernd, die Schnauze unten braun; Fühler kurz, mattgelb, die Glieder ganz kahl, das erste, wie gewöhnlich verlängert, das zweite sehr kurz, die Geisselglicder schmal, gegen das Ende zu an Länge und Breite allmälig abneh- mend; Taster röthlichgelb, das Endglied verdunkelt und deutlich geringelt; auf der Unterseite der Schnauze, am Rüssel und an den Tastern eine ziemlich autiallende Behaarung. Beine bräunlichgelb, die Schenkelspitzen und Tarsenendglicdcr braun. Flügel glashcU und ganz kahl, die ganze Fläche daher stark glänzend, die Mediastinalzclle und die untere Hälfte der hinteren Basalzelle mit senkrechten Fältchen, so dass sie chagrinirt erscheinen; alle Adern braun gesäumt, überdies fünf braune Flecke sehr auffallend, der erste an der Basis der Basal- zellen, der zweite etwas jenseits der Mitte der hinteren Basalzelle, kniapp an der Discoidalzelle 38 D): J. Tt. Schinvr. anliegend, von der .an dieser Stelle ein kurzes Adcrsegnient nach abwärts greift, der dritte am Urspiiinge der Radialadcr, der vierte als Doppclfleck um das Stigma, der fünfte endlich jenseits des Stigma gelegen; die beiden letzterwähnten Flecke begrenzen einen weissliehen Mondfleck, der vom Flügelvorderrande bis in die Discoidalzelle hinabreicht und unter welcher die Adern ganz verbleicht sind; Flügeibasis und Vorderrand rüthlichgelb tingirt; der Flügeiliiiiterrand mit einem blass bräunlichen Saum, der um die Adern weniger intensiv ist; Schwinger gelb. 8'". Zwei Männchen und ein Weibehen aus Auckland. Ich habe keino Boschroibung gefumlen, dio auf diese Stücke passen würilc. 9. TIPULA NIGRITIIORAX Macq. Dlpteros exotiques; supl. IV. 15, 21. Taf. I, Fig. 5. Die FlUgclform dieser Art ist sehr abweichend von der der übrigen Tqyala- Xxian, es sind nämlich bei ihr die Flügel fast glcichbi-eit und verhältnissmässig sehmal und lang; auch das Geäder zeigt eine Differenz darin, dass die Längsadein vor ihrer Mündung ziemlich gerade bleiben und sich nicht bogenfcirmig nach abwärts beugen, wie bei den typischen Tquiln-Krian-^ nur die Posticalader ist vorne steil abgebogen. 10. PTILOGYNA J'ICTA n. sp. Rostgclb; Rückenschild glänzend, vorne mit einer schwarzen, nirgends scharf begrenzten Makel, von der sich aus drei, den Hinterrand nicht erreichende Längsstriemen fort- setzen. Brustseiten braun gefleckt. Hinterleib mit einer breiten, schwarzen Rückenstrieme und ebenso gefärbten schmäleren Seitenstriemen, die auf die Bauchseite übergreifen; ausserdem die einzelnen Ringe mit schwärzlichem Rande, so dass die Grundfarbe nur in den hiedureh überall begrenzten Seitenmakcln übrig bleibt; Genitalien des Weibchens rosti-oth, glänzend, ziemlich lang und allmälig zugesjiitzt, hornartig. Kopf rothgelb, matt, die Schnauze massig lang (etwa von Kopfeslänge), unten schwärzlich. Fühler hellgelb, die Seitenäste schwarzbraun, diese an den ersten acht Geisseigliedern u. z. am ersten nach innen ein sehr kurzer, nach aussen ein kurzer, fast rudimentärer und vorne noch ein ziemlich langer Ast, an den folgenden je zwei ziemlich lange Aste, von denen immer der eine nach innen, der andere nach aussen gerichtet ist. Taster schwarzbraun. Beine gelb, die Spitzen der Schenkel und Schienen breit schwarz, die Tarsen stark verdunkelt. Flügel glashell, am Vorderrand lichtbraun, was bis zur unteren Basalzelle hinabreicht, die Spitze dieser Zelle aber frei lässt; in diesem braunen Rande vier glashelle Flecke, der erste nahe an der Basis, jenseits der Stelle wo die Diseoidalader sich ab- zweigt, der zweite an der Basis der Radialader, der dritte unmittelbar hinter dem Stigma, der vierte vor der Flügelspitze, alle Adern ül)ordies braun gesäumt, besonders die Cubital- und Posti- calader; der Flügelhinterrand mit cineni verwaschenen bräunlichen Saum. Schwinger gelb. 13". Ein Weibchen aus Sydney. Mac quart erwähnt einer Ptilogyna marginalis Westw. , die gleichfalls aus Australien stammt, deren Beschreibung ich aber nicht vergleichen konnte, da es mir nicht gelang, zu eruiren, wo sie publicirt worden ist. Auch mit der von Walker in dem Entomological Magazin (II. 469) beschriebenen Tipula ramicornis hat meine Art unbestreitbar eine grosse Ähnlichkeit, ich halte sie aber trotzdem für verschieden, und zwar aus dem Grunde, weil nach Walker's Boschreibung dio Zeichnung des Rückonschildes und des Hinterleibes bei T. ramicornis eine verschiedene ist, und weil die Aste an den Fühlergliedern sehr kurz (ramulis hreoissimisj sein sollen, was bei meiner Art, mit Ausnahme jener am ersten Geissolgliede, durchaus nicht der Fall ist. Erweist sich trotzdem die Identität beider Arten, so wird die vollständigere Beschreibung, welche ich hier gegeben habe, den Nachtheil des neuen Synonyms wohl ausgleichen. Diptera. 39 11. MEGISTOCERA DISPAK Walk. " ilegislocera rfispflsr Wulk., Entomological Magaz. II. 408. — Megislorera limbipen>iis Mcq.. Dipteret uxot. 1. (id. Taf. IV, Fig. I. Supl. I. 17. 1. Taf. II, Fig. 3 un.l Supl. IV. 16. Zwei Männchen und ein Weibchen aus Sydney. Zur Eiyänzuny der vorliandenen Be- schreibungen füge ich Folgendes bei : Der Rückenschild des Männchens ist einfarbig und diclit mit wolliger Behaarung bedeckt; der Hinterleib ist kaum so lang als der Rückenschild und auch sehr sehmiiciitig, was dem Thier das Aussclien gibt, als sei es verbildet; der letzte Ring ist schwarz, die Genitalien sind klein, die Klappen kurz, hinten wie ausgenagt und durchaus nicht zangenartig sich darstellend. Der Kopf ist länglich rund, die Schnauze viel länger als der Kopf, vorne in ein kurzes Spitzchen ausgezogen die Stirne ist unmittelbar hinter den Fühlern blasig aufgetrieben, das erste Fühlerglied ausserordentlich dick, wie aufgeschwollen, das zweite rudimentär: die Länge der Füiiler beträgt 24'", während der Leib nur 6" niisst. Das letzte Tasterglied ist, wie Macquart richtig bemerkt, so wie bei der Gattung Tqiala gebildet, es ist geisselartig und länger als das vorletzte; die Beine sind sehr lang und dünn, die Klauen haben unten ein kurzes vorragendes Zähnchen, das Empodiuin ist stark entwickelt. Der braune Flügel- rand reicht bis zur hinteren Basalzelle herab und ist scharf begrenzt, er lässt die Spitze der vorderen Basalzelle frei und nimmt von der hinteren nur einen Stieifen längs der Discoidalader ein. Das Geäder gleicht im Wesentlichen dem der Tipulincn in der Üsten-Sacken'schcn Auf- fassung, es muss daher die Gattung in die Ilauptgruppe der TipuLmae gei-eiht werden, wofür auch die Bildung der Taster spricht. Das Weibchen hat kurze Fühler, das mir vorliegende entspricht ganz der Beschreibung des Weibchens, welche Macquart im IV. Suplcni. seiner Dipteres cxotiques (S. 16) gibt, der Hinterleib de.*; Weibchens ist hinten stunipfspitzig, die Lege- röhre ist fast ganz verborgen. 12. GYNOPLISTIA VAKlEGxVTA Westw. Clenuphura bella Walk., Entoiuol. mag. II. 470. — Gynoplistia hella Westw., Lond. et Edinb. Phil. mag. VI. 280. Oynoplistia oariegata Westw., Zool. Mag. Macq. Dipt. exot. I. I. 44, 2 und Supl. I. 10, 2. Taf. I, Fig. 5. Zwei Slännchcn aus Sydney, die mit vier Stücken, welche ich besitze und die mir durch das Pariser Museum und durch Herrn Bigot mitgetheilt wurden, von denen ich daher voraus- setzen darf, dass sie der Macquart'schen Art entsprechen, vollkommen stimmen. Macquart's Beschreibung enthält aber einige nicht unwesentliche Difierenzen. Er nennt die Fühler an der Basis gelb, in all den erwähnten Stücken sind sie durchaus schwarz, die Schienen sind nicht braun, sondern gelb und nur an der Basis und Spitze schwarzbraun, auch dicTarsen sind schwarz. Die braunen Flügelbinden sind von ungleicher Breite, die dritte die breiteste, die erste und zweite sind immer, die zweite und dritte zuweilen auf der Mitte unter sieh wieder verbunden, so dass sie glashelle Flecke umrahmen; die Genitalien des Männchens sind dickkolbig, alle Organe fest aneinander geschlossen. Rücksichtlich der Benennung der Art folge ich Herrn Walker in soferne, als derselbe G. variegata und hella für identisch erklärt: Westwood's ursprüngliche Beschreibung seiner Oynoplistia fAnoplistesJ variegata konnte ich nicht verglei- chen und weiss auch nicht ob der Name von Westword herstammt, wie nach Macquar's Angaben anzunehmen ist, oder aber ob ihn Maequart selbst gegeben habe. 13. GYNOPLISTIA MELANOPYGA n. sp. Gleicht der G. variegata. Rüekenschild glänzend schwarz: Brustsciten mit einem gelb- lichen Schillertleck. Hinterleib auf der Mitte recht autfallend verengt, rostgelb, der erste, fünfte und die folgenden Ringe, sammt den Genitalien schwarz; die Genitalien sind noch dicker 40 Dr. J. R. Schiner. als bei G. varieguta, die Klappen robust, knapp aneinander liegend, fein schwarz behaart, unten mit recht auffallenden längeren schwarzen Haaren; die Spitzen der Klappen etwas rostbräun- lich. Kopf glänzend schwarz, Taster und Fühler matt-schwarz. Heine gelb, Hüften, Schenkel- spitzen und Tarsen, an den Vorderbeinen aik;h die Schienen schwarz. Flügel blass bräunlich- gelb tingirt, an der Basis rostgelb, am Vorderrande mit drei braunen Flecken, die an der Basis der Discoidal- und Radialader und um die Stelle gelegen sind, wo die Cubitalader entspringt und die Radialader sich gabelt; der dritte Fleck ist grösser als die übrigen; die Flügeispitze ist verwaschen braun, was sich auch am Flügelhinterrand herabzieht und daselbst wolkig auftritt. Schwinger schwarz. 6'". 1 Männchen aus Sydney. CLONIOPHÜRA nov. gen. Für eine Mücke aus Auckland sehe ich mich genöthigt, eine neue Gattung aufzustellen, obwohl von derselben nur Weibchen bekannt sind. Sie hat die meisten Merkmale mit Oyno^li- stia gemein, unterscheidet sich aber durch die Bildung der FUliler wesentlich von derselben und zeichnet sich überdies durch ihre mehr lhinoj)hilinen-ä.vü^^Q Gestalt und die ungewöhnlich robuste und lange Legeröhre besonders aus. Kopf rundlieh, Augen etwas vorgequollen, das Untergesicht in eine kurze Schnauze ver- längert, die aber vorne nicht in eine Spitze ausläuft, sondern ziemlich stumpf und an dieser Stelle mit sehr auffallenden Härchen besetzt ist; Taster viergliedrig, das zweite Glied kurz schaufeiförmig, das dritte und vierte fast gleichlang und gleich schlank ; Fühler achtzehngliedrig, erstes Glied cylindrisch, zweites kurz napfförmig, 3 — 13 auf der Innenseite mit je einem Fort- satze, der am 3. und 13- sehr kurz ist, die Endglieder schmal und gestreckt, zart beborstet. R ü c k e n s c h i I d robust, Hinterleib mehr als dreimal so lang als der Rückenschild, etwas platt- gedrückt, die hornige Legeröhre weit vorstehend, fast so lang als der halbe Hinterleib, an der Basis dick, dann allmälig verschmälert, von der Mitte an in zwei feine, etwas aufgebogene Klappen auslaufend, das untere Stück nur bis zur Mitte des oberen reichend; von der Seite besehen, steht die Legeröhre über die Hinterleibfläche weit vor. Beine ziemlich stark, die Schienen mit Endspornen, das Empodium stark entwickelt. Flügel lang und verhältnissmässig schmäler als bei den Gynoplistien ; die Mediastinalader lang, die Querader, welche sie mit der Subcostalader verbindet, nahe an der Spitze, das Geäder sonst wie bei Oynoplistia, die End- zweige aller Adern viel länger als bei Gyno-plistia, daher die Discoidalzelle etwas mehr gegen die Flügelniitte zurückgerückt. Schwinger gross, mit breitem Knopf. Icli würde glauben, dass diese Gattung vielleicht mit C'e/'osocZza Wc s t w. zusanimenfallen könnte, allein es ist ausdrücklich angegeben, dass diese Gattung 32 Fühlerglieder habe, von denen das .3. — 31. mit Sciten- zweigen versehen sind. Als typische Art bezeichne ich Gynopliatia avhfasciata Walk. 14. CLONIOPHORA SUBFASCIATA Wlk. Gynoplistia suhfaaciata Walk., List of spec. of dipt. ins. 74. mit dem Citate White, Zoid. Voy. Erebus aud Terror. Ich wüsste der Walk er 'sehen Beschreibung nichts hinzuzusetzen und höchstens zu betonen, dass es bei demselben heisst: „Feelers .... branched on the inner side . . . ." daher die Art nicht zu Gynoplistia gestellt werden kann, bei der die Fühler in beiden Geschlechtern auf der Innen- und Aussenseite Fortsätze haben. Walker nennt den „Ovipositor long;" er ist in der That sehr lang und in seiner Bildung ganz Ivcrschiedcn^ von der Legeröhre bei den Gynoplistien. 1 Stück aus A u c k 1 a n d. Bijttera. 41 15. EPIPHRAGMA IIlSTßlO n. sp. $ . Kückenseh ilcl samnit-sclnvarz, obenauf mit einer hellgelben länglich runden Makel, die sich ■wie eine Platte von der Grundfarbe abhebt, an der höchsten Stelle des Rückens beginnt und über das Schildchen und den Hinterrücken fortsetzt, von welchem letzteren nur die Seiten unten schwarz bleiben ; Brustseiten gleichfalls ganz sammt - schwarz und von derselben Färbung auch die Basis aller Hüften. Hinterleib an der Basis schwarz, weiterhin rostgelb; die Genitalien des Männchens von gleicher Färbung, die Klappen stumpf, etwas aufgebogen, zangenartig gegen einander gerichtet. Kopf braun, die Fühler bräunlichgelb, an der Basis schwärzlich, das erste Glied cylindrisch, dick, das zweite und dritte fast gleichlang, ersteres napfförmig, letzteres rundlich, die übrigen Geisseiglieder sehr schmal, von abnehmender Grösse, die Wirtelhaare zahlreich. Hüften an der Spitzenhälfte fast weiss (der Rest der Beine felilt im vorliegenden einzigen Stück). Flügel rostbräunlich, gewölkt, um die Basis der Discoi- dal- und Radialader, dann in der Gegend des Stigma je ein dunkler brauner, in der Mitte hellerer und ausserdem gestreute, dunklere Fleckchen, von denen jene an der Mündung der Längsadern und eine ziemlich geordnete Reihe längs der Posticalader besonders auffallen ; alle Queradern braun gesäumt; Schwinger blassgelb, ^^l-i" . Ein Männchen aus Columbien. 16. LIMNOPHILA METALLICA n. sp. Ich erwähne hier einer Art, die mir leider nur in einem einzelnen, sehr defecten Stücke vorliegt, die aber durch die Körperfärbung von iillen mir bekannten Arten so sehr abweicht, dass es mir angemessen erscheint, auf dieselbe besonders aufmerksam zu machen. Sie ist metal- lisch blau glänzend, der Rückenschild dunkler, der Hinterleib heller: die Ilinterleibsringe platt- gedrückt, an den Seiten fast lappig; Genitalien des Männchens schwarz, die Haltklappen hinten stumpf, zangenartig, einen freien Raum zwischen sich lassend. Kopf mattsciiwarz, in eine Schnauze nicht ausgezogen; Taster schwarz, das letzte Glied nicht verlängert; erstes Fühler- glied schwarz (der Rest fehlt), das einzige \ orhandene Bein an meinem Stücke (linkes Hinterbein) schwarz, die Schienen etwas länger als die Schenkel mit einem Endsporn; Metatarsus lang (die übrigen Glieder fehlen). Flügel schwärzlich tingirt mit schwarzen Adern: das Geäder genau nach dem Typus echter Limnophilinen; die Querader, welche die Mediastinal- mit der Subco- stalader verbindet, nahe an der Spitze der ersteren; die aus der Diseoidalzelle ausstrahlenden Adern alle einfach; die Radialadcr vor der Flügelmitte aus der Subcostalader entspringend. 6'". Aus Sydney. Es lässt sich nach dem defecten Stücke nicht feststellen, zu welcher der aus der Gattung Limnophila abgetrennten Gattungen sie gehöre — sicher aber gehört sie nicht zu Gynojplistia, aus welcher Gattung aüer- dings einige metallisch gefärbte Arten bekannt geworden sind. 17. ERIOCERA ERYTHRO CEPHALA Fabr. Tipula erythrocephala Fabr., System. Antl. 31, 35. — Limnohia erythroce'phala Wied., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 30, 11. — Cyliiiirotoma erythrocephala Mcq., Dipt. exot. X, 67. 1. 9 Ein Männchen aus Südamerika, auf welches Wiedemann's Beschreibung in der Hauptsache passt. Ist die Interpretation richtig, woran ich nicht zweifle, so gehört die Art zu Eriocera und nicht zu Cylindrotoma Mcc[. — Wie dem an n citirt für das Flügelgeäder Mei- gen's Taf. V, Fig. 4, es könnte daher über die Anwendung des Namens auf die vorliegende Art ein Zweifel entstehen, weil bei derselben die Querader, welche die Subeostal- mit der Radial- ader vorne verbindet, nicht fehlt, wie die citirtc Abbildung zeigt, sondern vorhanden ist. Der Zweifel wäre um so berechtigter, weil Wiedemann bei der nahe verwandten Art: Limnohia Kovara-Expedition. Zoologischer Tlieil. Bd. II. Schiner. Diptera. 6 42 Dr. J. R. Schiller. caminaria ausdiücklicli liervorhebt, dass bei dieser die crwUlinLo Querader vorhanden sei. Allein ich lege trotzdem auf diese Differenz keinen grossen Wertli, da alles Übrige so vortrefflich stimmt, Wi e d em an n selbst ventilirt, ob seine Limnobia caminaria vielleicht nicht nur das andere Geschlecht von Limnobia erijthrocepliala sein dürfte, und -weil es sehr leicht möglich ist, dass diese feine Querader die aus der sehr verdunkelten Flügelfläche schwer wahrzunehmen ist, über- sehen wurde. Wer dennoch zweifelt, müsste die Art neu benennen, es würde aber vollständig genügen sich auf die Besehreibung von Wiedemann's Limnobia erythrocephala ganz einfach zu berufen und nur beizufügen: die Spitzenquerader aber vorhanden. Limnobia melanacra W. ist gleichfalls eine nahe verwandte Art und daher jedenfalls eine Eriocera. 18. EraOCERA CAMINARIA Wied. Limnobia caminaria "Wied., Äusserem-, zweifl. Ins. I. 79. 3. Ein Männchen aus Brasilien. Wiedemann's Beschreibung passt vollständig. Da seinem Exemplare die Beine fehlen, so ergänze ich die Beschreibung durch Folgendes: Die vor- dersten Beine haben an der Schenkelbasis einen gelblichen Hing, die hintersten jenseits der Mitte der Schienen einen breiten, fast weissen eben solchen liing^ die Grundfarbe der Beine ist braun. Die Genitalien des Männchens stehen sehr aufFallend vor, die Haltklappen sind zangen- artig gegen einander gerichtet, das untere Stück erreicht die Spitze nicht und ist dick vorra- gend ; von unten ragt aus der Mitte ein borstenartiges, aufgebogenes Organ weit vor; die Klappen sind dicht gelb behaart. Ich zweifle nicht, dass Limnobia elegans und taenio^tera W., wahrscheinlich auch L. acro- stacta W., obwohl der Hinterleib bei derselben verschieden gebildet ist, zu Eriocera Mcq. gehören, und dass auch die Gattung Physecrania Bigot mit derselben zusaninicnfallen dürfte. Arrhenica O.-Sack. ist nach der neuesten Ansieht des Autors völlig identisch mit Eriocera. ly. PENTIlOrTKUA FULIGINOSA n. sp. J. Glänzend pechschwarz, der Hinierleib auf der Bauchseite gegen die Wurzel zu hell- bräunlichgelb , die Beine pechbraun, die Schenkel unmittelbar hinter der Basis mit einem breiten, gelbröthlichen Ringe, der an den Hinterbeinen weniger auffällt, das äusserste Ende der Geni- talien lostroth. Kopf, Fühler und Taster so wie die Schwinger rein schwarz. Flügel ziemlich intensiv bräunlichgrau tingirt, am Vorderrande gesättigter, alle Adern schwarz, das Geäder ganz normal. 6'". 1 Männchen aus Columbieii. 20. TRIMICRA ANTAKOTICA n. sp. Braun, der Rückenschild weisslich bereift mit drei schmalen, glänzend schwarzen Längsätriemen; ßrustseiten rostgelblich. Hinterleib phxtt gedrückt, die einzelnen Ringe an den Seiten fast lappig voistehend : Genitalien des Männchens rostroth, etwas aufgebogen, die Haltklappen dick und stunipf, innen mit je einem hornartigen, horizontal abgebogenen Häk- chen, die zangenartig gegen einander gerichtet sind; Legeröhre des Weibchens an der Basis dick, obenauf schwärzlich, die sehr dünnen, fein zugespitzten und etwas aufgebogenen Klappen rostroth. Kopf grau bereift, Fühler und Taster schwarzbraun, die drei letzten Fühlerglieder in beiden Geschlechtern klein. Beine licht rothbräunlich, die Schenkel an der Spitze etwas ver- dickt und daselbst verdunkelt^ die Tarsen braun. Flügel blass bräunlich tingirt, die hintere Querader ein Stück vor der Discoidalzelle gestellt, die Discoidalzcllc fast dreieckig; Schwinger braun mit lichtcrem Stiel. 2'"- Drei Männchen und zwei Weibchen von der Insel St. Paul. D ip tera. 43 21. TRIMICRA ST. PAULI n. sp. Q. Dunkel rostgel blich, der Rückcnscliild oben vordunkelt, mit sclnvärzlichen, nicht sehr doutlicl-.cn Längssfriemcn. Der Hinterleib plattgedrückt, die Seitenränder der einzelnen Ringe etwas lappig vorstellend, die Legeröhre -wie bei Tr. antarcticn. Kopf dunkel rostgelb, die Stirne sehr auffallend behaart, Taster und Fühler braun, an letzteren die beiden Basalglie- der gelb. Beine rostgelblich, die Tarsen verdunkelt. Flügel lang und breit, röthlichgelb tingirt, die hintere Querader ziemlich weit vor der Discoidalzelle liegend und auffallend schief, fast parallel mit dem FlUgelrande. 4". Die Flügel G'" lang. Ein Weibchen aus St. Paul. 22. TRIMICRA SIDNEYENSIS n. sp. Briiunlichgelb, Rü ckcn Schild lichter bereift, mit drei glänzend schwarzen Längsstrie- men, die seitlichen vorne verkürzt: Brustseiten rostgclb. Hinterleib plattgedrückt, schmutzig rostgelb, die Bildung der einzelnen Ringe und der Legerölire, wie bei Trimicra antarctica. Kopf bräunlichgelb, Stirne etwas bereift; Fühler und Taster ziemlich licht bräunlichgelb, an der Basis heller. Beine rostgelb, Schenkel vor der Spitze mit einem dunkleren Ringe; Tarsen- endglieder braun; die feine Behaarung am Hintcrleibc und auf der Stirne weniger auffallend als bei Trimicra St. Pauli. Flügel bräunlichgelb tingirt, die hintere Querader vor der Discoidal- zelle und etwas,, doch viel weniger als bei Tr. St. Pauli, sehief gestellt; die Querader, welche die Radial- mit der Subcostaladcr verbindet, genau an der Stelle, wo erstere sich gabelt. 3'". Ein Weibchen aus Sydney. 23. RIJAMPIIIDIA ABERRANS n. sp. ? . Glänzend pechschwarz, nur die Schenkel an der Basis gelb, weiterhin bWiunlicb, an der etwas verdickten Spitze schw\aiz. Fühlergeisselglieder rund, knapp aneinander gedrückt, kahl. Die Schnauze des Untergesichtes kaum so lang als der Kopf, der Rüssel kürzer als bei den übrigen Arten. Flügel bräunlichgelb lin^nrt, stark glänzend; die Mediastinalader mit der Sub- costaladcr durch eine Querader nicht verbunden, die Subcostaladcr vor dem Ende obsolet; Basis der Cubitalader sehr steil und lang; Discoidalader ziemlich weit hinter der Flügelbasis aus der Posticalader entspringend, Discoidalzelle lang gestreckt; an der Stelle, wo die Discoidal- ader entspringt eine braune Makel, eine eben solche an der Basis der Cubitalader, diese Makeln bindenartig erweitert, so dass sie sich bis zum Flügelvorderrande und über die beiden Queradern hinab erstreckt, jedoch sehmal und verwaschen bleibt; Schwinger braun. AVi'". Ein Weibchen aus Südamerika. Die Art passt niclit genau in die Gattung RhampUidia. sie passt aber, will man keine neue Gattung aufstellen, was ich nach dem einzigen mir vorliegenden Stücke nicht wage, in keine der vorhandenen Gattun- gen besser und mag daher ihre provisorische Stelle daselbst einnehmen. 24. TEUCnOLABIS FLAVITHORAX Wied. Limnolia flavühorax Wied., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 37, 23. Wiedemann's Beschreibung passt in der Hauptsache auf drei mir vorliegende Stücke, so dass ich keinen Anstand nehme sie hier anzuwenden. Sie muss aber ergänzt werden, da Wiedemann's Exemplar nicht einmal Beine batte. Rückenschild glänzend rostroth, auf der Mitte mit einer kurzen weit vor der Quernaht abgebrochenen glänzend schwarzen Strieme, der Prothoraxtheil überall glänzend schwarz. Hinterleib mattschwarz. Genitalien des Männchens gerade vorstehend, die Haltklappen fest aneinander geschlossen, am Ende mit hornartiger Spitze, Legeröhre des Weibchens an der Basis dick aufgeschwollen, im Umrisse dreieckig, die End- 44 !)>•■ J- S- Schiner. stücke hornig, spitz auslaufend und hinten etwas aufgebogen. K opf gestielt, die Untergesichts- schnauze ziemlich weit vorstehend, die Taster schwarzbraun, die Fühler heller braun. Beine sehr plump, kurz- aber sehr dicht schwarz behaart, schwarzbraun. Vorder- und Mittelschenkel in der Nähe der Basis mit einem rostbraunen Ring, an dessen Stelle die Schenkel wie einge- schnürt und weniger behaart sind, Hüften rostbraun, die beiden ersten Tarsenglieder weiss- gelb mit schwarzer Spitze, die übrigen ganz schwarz; Mittelschenkel am kürzesten. Flügel schwärzlich; Schwinger schwarz. — Südamerika. Im Habitus weicht diese Art von der bisher allein bekannten Teucliolahis cotnplexa O.-Sack., die ich durch die Güte des Herrn Autors besitze, bedeutend ab ; alle flir die Gattung angegebenen Merkmale treffen aber genau zu, so dass ich an der Richtigkeit meiner Ansichten über die Stellung obiger Art in dieser Gat- tung nicht im Zweifel bin. 25. TEUCIIOLABIS SPINIGERxV n. sp. 5 . Rückenschild und Schildchen glänzend rostgolb, ohne alle Zeichnung. Hinterleib schwarzbraun; Genitalien des Männchens ziemlich gross, durch mehrere dornartige Anhänge, ■welche unter den Haitklappen vorragen, ausgezeichnet. Kopf schwarzbraun, die Untergesichts- schnauze fast so lang als der Kopf, der Rüssel vorstehend, die Taster und Fühler braun, letztere an der Basis lichter. Beine gleichfalls braun, die Hüften rostgelb, die Schenkel an der Wurzel etwas lichter als weiterhin. Flügel blass bräunlich tingirt, das Randmal scharf begrenzt, braun, von da bis zur Flügelspitze hin, der Vorderrand blass braun getrübt; die steile Basis der Cubital- ader und die kleine Querader braun gesäumt, was sich auch an der Posticaladcr, jedoch in min- dci'em Grade zeigt; Schwinger braun. 2". Ein Männchen aus Columbien. PAP» ATROPE SA nov. gen. Kopf von oben besehen fast dreieckig, der Hinterkopf stark entwickelt, die runden, etwas vorgequollenen Augen ganz vorne liegend: Stirne breit und glatt; Ocellen fehlend. Untergesicht in eine ganz kurze Schnauze ausgezogen; Taster viergliedi'ig, die beiden letzten Glieder fast von gleicher Länge; Fühler fünfzehngliedrig, erstes Glied lang, cylindrisch, zweites ziemlich kurz, vorne abgestutzt, die Geisselglieder länglichrund, gegen das Ende zu allmälig an Grösse abneli- mend, zart behaart, das Endglied an der Basis schmal, nicht kürzer als das vorletzte. Rücken- schild hoch gewölbt, voi-ne steil ansteigend, das Halsstück rechtwinklig vortretend, vorne ver- schmälert, so dass der Kopf fast stielartig aufsitzt. Hinterleib siebenringlich, etwa doppelt solang als der Rückenschild, schmal und schlank; Genitalien des Männchens vorstehend, die Haltklappen ziemlich stark, vorne etwas nach einwärts gebogen, hornartig, an der Basis ein kurzes, stumpfes Mittelstück. Beine schlank, die Hinterschenkel über die Hinterleibsspitze hinausragend, alle Metatarsen lang und autfallend verdickt, was noch mehr durch eine kurze aber dichte Behaarung derselben autfällt, sie sind auf der Mitte am dicksten, folglich von spindel- artiger Gestalt; Klauen deutlich, das Empodium stark entwickelt, Haftläppchen rudimentär. Flügel breit, der Flügellappen steil vortretend, das Geäder ganz eigenthümlich. Mediastinal- ader knapp an der Subcostalader verlaufend, letztere im Verlaufe allmälig dem Flügelrandc sich nähernd und mit demselben ohne eine Beugung sich vereinigend; Radialader vor der Flügel- 'j Es ist mir bekannt, dass bei den Orthopteren eine Gattupg Paratropes Serv. besteht, ich halte es aber nicht für unvereinbarlich, trotzdem eine neue Gattung Paratropesa einziiluhren, da durch den verschieden- artigen Auslaut eine Verwechslung nicht möglich ist. D i pter a. 45 mitte aus der Subeostaladci- entspringend, an der Basis in einem weiten Bogen, last reclilwinklig- nach abwärts gebogen, im weiteren Verlaufe sich wieder nach aufwärts neigend und nahe vor der Mündung gegabelt, die obere Zinke kurz und dem ganz geraden Ilauptastc vollständig auf- gesetzt, ausserdem ist die Iladialader durch eine lange und steile Querader, gerade in der Gegend des Randmales mit der Subcostalader verbunden; in gleicher Richtung mit der zuletzt erwähn- ten Querader entspi'ingt aus der Radialader eine steile Ader, welche als die sogenannte kleine Querader betrachtet -werden könnte, die aber nichts anders ist, als das steile Basalstück der Cubitalader, die in ihrem weiteren Verlaufe in einer Strecke mit der Discoidalzelle zusammen- fliesst, und die obere Grenze der Discoidalzelle bildet, aus der sie weiterhin als einfache Ader his zum Flügelrande sich fortsetzt. Die kleine Querader fehlt daher ganz. Die Discoidalader entspringt nahe an der Flügelbasis und umrahmt vorne eine vollständige Discoidalzelle, aus welcher drei Adern zum Flügelrande ausstrahlen, der oberste Zweig der Discoidalader tingirt, wie erwähnt, mit der Cubitalader in jener Strecke, welche die Discoidalzelle oben begrenzt; Postical-, Anal- und Axillarader ganz regelmässig, erstere fast gerade, die hintere Querader nahe an der Basis der Discoidalzelle. Schwinger gross mit breitem Knopfe. Die Gattung Farätropesa wird, nach der von Osten-Sack en angewendeten Gruppirung, in den bisher aufgestellten Gruppen schwer unterzubringen sein, und vielleicht zur Aufstellung einer neuen den Anlass bieten. Ich zweifle nicht daran, dass die Interpretation des Flügel- geäders, wie ich sie anwendete, die richtige ist, und dass daher die Gattung zu der Hauptabthei- lung der Limnobinen mit zwei Subcostalzellen zu stellen sein wird. Sie passt aber da weder zu den Eriopteraeformcn, noch zu den Liniiiophilaeformcn, Anisomeracformen oder Pediciaeformen. Für meine Interpretation des Flügelgeäders spricht Folgendes: Die aus der Subcostalader ent- springende Ader muss jedenfalls als Radialader betrachtet werden, ist sie an der Basis Radial- ader, so wird sie auch in ihrem weiteren Verlaufe als solche betrachtet werden müssen, und zwar um so mehr, als das Endstück, jenseits der sie mit der Subcostalader verbindenden Querader gegabelt ist, und die Gabelung der Radialader ein Charakter essenttah's der Tipuliden ist, bei denen überdies eine Gabelung der Cubitalader nicht vorkömmt. Wird die erwähnte Ader als Radialader betrachtet, so muss die Cubitalader von ihr verschieden sein und entweder ganz fehlen, wie dies z. B. bei Toxorhina der Fall ist, oder in ihrem Auftreten durch die besondere Lage, versteckt sein. Ich meine das letztere annehmen zu müssen, denn würde das gänzliche Fehlen der Cubitalader angenommen werden, so entsprängen aus der Discoidalzelle vorne vier einfache Adern, und zwar die oberste, weit vor dem Ende der Discoidalzelle, eine Ano- malie, die in der Familie der Tipuliden ihres Gleichen nicht hätte. Wenn bei den Tipuliden aus der Discoidalzelle vier Adern entspringen, so sind die ersten beiden jenseits der Discoidal- zelle verbunden und gestielt, es ist der oberste Zweig gegabelt oder aber die unterste (der vierte Zweig) entspringt dann nahe aus der Basis der Discoidalzelle. Beides tritt im vorliegenden Falle nicht ein. Consequenter erscheint daher die Annahme, dass der oberste, ganz einfache und vor dem Ende der Discoidalzelle entspringende Aderast zur Cubitalader gehöre, und dass die Cubitalader in einer Strecke, die obere Grenze der Discoidalzelle bilde, wie dies ja bei anderen Tipuliden z. B. in der Gattung Ftilogyna fast die Regel bildet. Eine Bestätigung meiner Ansich- ten liefert auch Limnohia fasciolaris. W., bei welcher nach der Abbildung (in dem I. Bande der Aussereuropäischen zweiflügeligen Insecten, Taf. VI, 6), die Radialader ganz genau so gebildet ist, wie bei Paratropesa und auch die Cubitalader in gleicher Weise steil und gerade aus der Radialader entspringt. Der weitere Verlauf der Cubitalader unterliegt aber bei dieser Art keinem Zweifel, weil bei ihr die Discoidalzelle unvollständig geblieben ist und die Cubitalader 46 Dr. J. E. Schi n er. daher nirgends mit derselben tangirt. Scliliesst man mit einer Linie die Discoidalzelle ab, so gleicht das Geüder von Limnohia fasciolaris. \V. dem der Gattung Faratroj)esa so sehr, dass ich glaube, diese Art wenigstens nach der Bescliaftcnlieit des Flügelgeäders gleichfalls für die neue Gattung in Anspruch nehmen zu müssen. 26. PARATßOPESA SINGULARIS n. sp. 5 . Rückenschild glänzend schwarz, das lialsstück, eine breite Makel vor dem Sehildchen und das Schildchen selbst lebhaft gelb. Hinterleib rostgelb, der erste Hing und der Vorder- rand des zweiten schwarz, die Genitalien an der Spitze bräunlich. Kopf gelb; Fühler bräunlicli gelb an der Basis lebhaft gelb, die einzelnen Geisselglieder an der Spitze etwas verdunkelt, die Endglieder fast ganz braun; Taster rostgclb, an der Spitze braun. Bein e rostgelb, die Hüften der Mittel- und Hinterbeine ein Ring nahe an der Basis der Hintersehenkel und alle Tarsenglie- der schwarz, die Metatarson jedoch an der Wurzel bräunlich. Flügel sehr lebhaft rostgelblicii tingirt, mit lichtbraunen Adern, die Flügelfläche stark glänzend und irisirend, um das Randmal eine braune Makel, die jedoch die dort liegenden Adertheile frei lässt; Schwinger schwarz mit gelbem Knopfe. 4Vä"'. Ein Männchen aus Columbien. 27. LIMNOBIA DIVA n. sp. 9. Dun kel br äunli chgel b , der Rückenschild vorne ganz ungefleckt, weiterhin mit zwei braunen Striemen, die bis zur Quernaht reichen, hinter der Quernaht einige schwärzliche, durch lichtere Bestäubung begrenzte Makeln; Brustseiten mit dunkleren Flecken und thcil weise hel- lerem Schimmer. Hinterleib schmutzig rostgelb, mit einer Ijraunen, nicht sehr autfallcndcn Rückenstrieme; Legeröhre des Weibchens kurz, die Endklappen sehr dünn und spitz. Kopf bräunlich, Fühler und Taster rostbraun. B ein e schmutzig gelb, die Hinterschenkel (es fehlen dem vorliegenden Stücke die Vorderbeine mit Ausnahme der Schenkel und die Mittelbeine ganz), an der Spitzenhälfte mit zwei braunen Ringen, die Spitze selbst gelb. Flügel glashell mit einem blassgraulichen Gitternetze, welches die Flügelbasis ganz und zwei Binden über die Flügelmitte grcisstentheils frei lässt; längs der Mediastinalzelle eine Reihe schwarzbrauner Fleckchen; um die Flügelspitze und den Flügelhinterrand zahlreichere glashelle Fleckehen als auf der übrigen Fläche ; das Geäder dadurch von den aller mir bekannten Lminobia-A.vtcn abweichend, dass die Radial- und Cubilalader durch eine Querader mit einander verbunden sind. 3'". Ein Weibchen aus Brasilien. In der Gruppe der Limnophilinen zeigen die Gattungen Epijihragma, Idioptera, Ephelia, Dicrano- phragma ebenfalls eine supernumeräre Querader, in der Linmobinen-Gruppe zeichnet sich jedoch nur die Gattung Discobola O.-S. durch eine überzähHge Querader zwischen der Anal- und Axillarader aus. Ob für Limnobia diva eine neue Gattungsgruppe aufzustellen sei, wird erst nach Auffindung mehrerer Stücke und des Männchens festgestellt werden können — darum unterliess ich es, zumal, trotzdem dass die erwähnte Querader in beiden Flügeln ganz deutlieh vorhanden ist, dennoch an eine blos individuelle Abweichung gedacht werden muss. 28. LIMNOBIA VICARIANS n. s].. Gleicht ganz unserer Limnohia chorea. Mg. — R s t g e 1 b , der Rückenschild mit einer dunkelbraunen Längsstriemc, die ungefähr bis zur Mitte reicht und nirgends scharf begrenzt ist. Kopf, sammt Fühlern und Tastern rostgelblich. Beine blassgelb, die Spitzen der Schienen und Schenkel etwas verdunkelt, die Mittelschenkel auf der Mitte mit einem dunkleren Ringe. Flügel blassgelblich tingirt, an der Basis der Radialader ein bräunliches Fleckchen, ein grös- serer eben solcher am Raudmale. 2V2 — o". Auckland. Biptera. 47 29. LDINODIA MORIONELL.l n. sp. Glänzend schwarz, der leistenartige Rand über den Scluiitern, welcher sich bis zur Flügelbasis fortsetzt, lebhaft gelb, auf der Mitte des Rückenschildes, vorne eine hufeisenförmige hellgelbe Makel, hinter der Quernaht eine ebenso gefärbte Strieme, die bis zum Schildchen reicht und das Schildchcn gleichfalls hellgelb; der HinterrUcken und die Brustseiten glänzend schwarz, letztere mit einer gelben Makel ober den Mittelhüften und einer solchen unmittelbar unter der Flügelbasis. Hinterleib mattschwarz, mit sehr feinen gelblichen Ringsäumen, die sich an der Bauchseite zu ziemlich breiten Binden- erweitern, so dass der letzte Ring fast gelb ist; Legeröhre des Weibchens an der Basis schwarz, die feinspitzigen Endklappen rostbraun. Kopf schwarz, Taster und Fühler schwarzbraun, letztere an der Basis etwas heller. Beine pechschwarz, die Hüften hellgelb, die Schenkel an der Basis lichtbräunlich. Flügel ganz glas- hell, das Randmal Heckcnartig schwarzbraun; die Radialader entspringt vor der Flügelmittc aus derSubcostaladcr in einem ziemlich weiten Bogen; der Basis gegenüber liegt die Mcdia- stinakjuerader; Schwinger schwarz mit schwefelgelbem Knopfe. 3'". Südamerika. Die Art -würde in die Osten-Sackcn'sche Gattung Dicranomyia zu reihen sein, ich vermag aber diese Gattung nicht von der Gattung Limnolna zu trennen. P E R I P H E R P T E R A nov. gen. Kopf tiefstehend, kurz gestielt, \on oben besehen fast dreieckig, Plinterkopf stark ent- wickelt; Augen rund, gross, durch die breite Stirne getrennt; Ocellen fehlend; Taster vier- gliedrig, das Endglied kürzer als das vorhergehende; Fühler kurz, vierzehngliedrig, erstes Glied cylindrisch, zweites ziemlich dick und kurz, die Geisselglicdcr rundlich, knapp aneinander liegend, allmälig an Grösse abnehmend, das Endglied knospenartig; alle mit zarten Börstchen an der Basis. Rückenschild hochgewölbt, vorne steil ansteigend, das Halsstück wenig ent- wickelt, die Quernaht tief eingedrückt; HinLrrücken stark entwickelt. Hinterleib verhältniss- mässig kurz, siebenringlig, die Genitalien des Männchens zangenartig vorstehend, die Klappen breit und robust, auf der Innenseite ausgekerbt und vorne spitzig; die Legeröhre des Weibchens hornig, fast so lang als die drei letzten Ringe zusammengenommen. Beine sehr lang und schlank, die Schienen ungespornt, die Klauen unten gezähnt, die Pulvillen rudimentär. Flügel im Umrisse keulenförmig, die Flügellappen fast gänzlich fehlend; Mediastinalader am letzten Drittel des Flügelvorderrandes mündend, mit der Subcostalader, ungefähr auf der P'lügelmitte durch eine Querader verbunden; die Subcostalader vorne bis zur Radialader abgebogen, durch eine Querader mit dem Flügelrandc verbunden. Radialadcr weit jenseits der Flügelmitte ent- springend, daher sehr kurz, vorne nicht gegabelt. Die Cubitalader an der Basis stark gebogen, dann aufwärts geschwungen, einfach; Discoidalader ungewöhnlich weit von der Flügelbasis aus der Posticalader entspringend, vorne eine vollständige Discoidalzelle umrahmend, aus der drei einfache Adern zum Flügelrandc ausstrahlen; der Hauptast der Discoidalader verläuft ganz gerade, die Nebenzweige liegen alle ober denselben; Postical-, Anal- und Axillarader ziemlich gerade; Schwinger gross mit dickem Knopfe. Die Gattung Peripheroptera gehört in die Gruppe der Limnobiae/onnes O.-S. und unterscheidet sich von allen Gattungen dieser Gruppe durch die eigenthümliche Flügelform und das Geäder. 30. PERIPHEROPTERA NITENS n. sp. Rostgelb; der Rückensehild stark glänzend, der Hinterleib nur etwas gleissend, an der Basis rostgelb, weiterhin verdunkelt, mit schwärzlichen Seitenflecken, die sich auf der Bauch- 48 Dr. J. IL Schi u er. Seite bindenartig ausbreiten; Genitalien des MUnucliens an der Basis rostrotli, an der Spitze schwarz; Legerolire d'es Weibcliens an der Basis scluvärzlicL, an der Spitze rostroth. Kopf rost- gelb; Fühler und Taster braun. Beine gelb, die etwas verdickten Schenkelspitzen schwarz, die Schienen gegen das Ende zu und die Tarsen braun. Flügel stark glänzend, glashell, an der Basis, am Vorderrande und um die Spitze rostgelblich tingirt, alle Adern braun gesäumt, ausser- dem braune Flecke, und zwar ein Längsfleck an der Basis der Posticalader, ein bindenartiger Fleck an der Stelle, wo die Discoidalader aus der Posticalader entspringt, ein kleines Fleckchen an der Mediastinalquerader und ein scharf begrenzter länglich viereckiger Fleck in der Gegend des Randmalcs; Schwinger gelb mit schwarzem Knopfe. 3"'. Ein Pärchen aus Südamerika (Columbicn). FAMILIE DIXIDAE. In meiner „Fauna austriaca'- und in dem „Catalogus dipterorum Europae", wo ich zum ersten Male das neue Dipterensystem zur Anwendung brachte, hatte ich die Gattung Dixa in die Gruppe der Dijjtera incertae seclis gestellt. Eine wie- derholte genaue Würdigung aller Charaktere dieser merkwürdigen Gattung liat mich mittlerweile zu der Ubei'zeugung geführt, dass für sie eine eigene Familien- gruppe errichtet werden müsse, und dass diese neue Familie am naturgemässesten unmittelbar nach den Tipuliden, jedenfalls aber in die Abtheilung der Dlptera nematocera polyneura , bei denen die Entwicklung der Eadialader als ein Char acter essentialis auftritt, zu stellen sei. Eine zweite Gattung, die ausser Dixa hierher gebracht werden müsste, ist mir nicht bekannt. Aus dieser Gattung sind bisher 20 Arten beschrieben worden, von denen 13 aus Europa, 7 aus Amerika stammen, zwei der europäischen Arten (D. nhscura und laeta Lw.) aber auch in Asien beob- achtet worden sind. Unter den Dipteren, welche dieNovara-ßeisenden mitgebracht haben, ist keine Dixidae vorhanden. FAMILIE KYPHIDAE. Die Familie derEhyphidae hat zur Aufstellung neuer Gattungen bisher noch keinen Anlass geboten — sie ist auf die einzige Gattung Bhyphus Latr. be- schränkt, mit vs'elcher die Gattung Aniaopus Mg. völlig identisch ist. Es sind bis nun eilf Arten bekannt gemacht worden, von denen fünf den europäischen, fünf dem amerikanischen Faunengebiete angehören, und eine einzige Art aus Austra- lien stammt. Ist Loew's Ansicht über die Identität von Iih. marginatus Say mit Bhyjjhua punctatus F. Mg. richtig, so reducirt sich diese Anzahl auf nur zehn. Die Novara-Expedition hat diese artenarme Familie um zwei Arten ver- mehrt. 1. IlYPHUS GUTTATUS n. sp. Kückenschild hell rostroth, ohne Glanz, an den Seiten von der Schulter her bis zur Flügelbasis mit einem schmalen schwarzen Streifen; die hintere Hälfte recht auffallend rost- bräunlich behaart; das Schildchen schwärzlich, der Hinterrücken rostgelb. Hinterleib an der Basis gleichfalls rostgelb, -weiterhin braun. Kopf mattschwarz; Stirne mit zwei lichten Längs- striemen, Untergesicht grau bestäubt; Taster und Fühler schwarzbraun, die beiden Basalglieder der letzteren gelb. Beine gelblich, die Hüften und Schenkelspitzen, so wie die Tarsenend- glieder braun, an dem hintersten Paare auch die Schienen an der Wurzel bräunlich. Flügel glashell, auf der vorderen Hälfte, von der Mitte angefangen, bis zur Plügelspitze und um diese herum inten- siv rostbraun; die Bräunung in der Subcostalzelle am intensivsten, die Basis und ein runder Fleck in der Mitte jedoch ganz glashell; ein grösserer glasheller Fleck liegt unmittelbar hinter der Subcostalzelle und verbreitet sich vom Flügelrande bis in die erste Hinterrandzelle herab ; die vordere Basalzelle bleibt an der Basis und an zwei Stellen glashell; ein weiterer glasheller schiefer Fleck auf der Flügelmitte fällt um so mehr auf, weil die kleine Querader und die, die Discoidalzelle vorne abschliessenden Aderzweige, welche in demselben liegen, sehr breit und intensiv braun gesäumt sind; die Bräunung um die Flügelspitze herum nach hinten zu allniälig verwaschen und mit Unterbrechungen auch am Flügelhinterrand fortgesetzt, wo sie sich mehr wolkig darstellt. Schwinger rostgelb. 2% — 3"'. Ein Weibchen aus Brasilien. In der Flügelzeichnung hat die Art eine grosse Ähnlichkeit mit likyphus fuscipeniiis Maccj. aus Chile. Sie kann aber mit derselben nicht identisch sein, weil bei ihr die zweite Plinterrandzelle nicht im mindesten „pointuc ä, la base" ist und überdies bei der genannten Macquart'schen Art von der so auffallenden Bräunung der Queiader keine Rede ist, und auch die Kückenschildzeichnung ganz verschieden angegeben ist. Macquart kannte zwar nur das Männchen und das hier beschriebene Stück ist ein Weibchen, bei der Abweichung der Färbung in den beiden Geschlechtern der Wiijj>hus-Avten könnte demnach ein Zweifel über die Verschie- denheit der beiden Arten entstehen; es ist aber an eine Identität nicht zu denken, weil eine Ver- schiedenheit im Flügelgeädcr im männlichen vom weiblichen Geschlechtc bei den Ryphiden nicht angenommen werden kann. 2. RIIYPHUS NEOZELANDICUS. n. sp. Rückenschild schwarzbraun, bei dem Weibchen lichter als bei dem Männchen mit undeutlichen Striemen; die Wülste vor dem Schildchen und der Hinterrücken i ostgelb, das Schildchen schwarz. Hinterlei b an der Basis rostgelb, was sich auf der Bauchseite weiterhin ausbreitet, sonst rothbräunlich, bei dem Weibchen hell lederbräunlich. Kopf schwarz; Taster liclitbraun; Fühler hellgelb, die vier oder fünf Endglieder schwarz. Beine gelb, Hüften und Tarsen braun. Flügel glashell mit braunen Flecken; die Mediastiual- und Subcostalzelle, mit Ausnahme eines helleren Fleckes hinter der Basis der letzteren intensiv braun; die vordere Basalzelle auf der Mitte braun, in den Braunen ein helles Fleckchen, von da aus zieht sich die Bräunung um die, die hintere Basalzelle vorne begrenzenden Aderäste, welche gleichzeitig sehr dick sind, nach abwärts; die kleine Querader gleichfalls dick und braun gesäumt; hinter der Spitze der Discoidalzelle zieht sich die Bräunung nach aufwärts, erreicht aber den braunen Flügelrand nicht ganz; um die Flügelspitze eine viel weniger Intensive Trübung, in welcher unten ein scharf begrenzter Raum ganz frei bleibt; eine ebensolche Trübung auch am Flügel- hinterrand, besonders um die Anal- und Axillarzelle; die Posticalader ist gleichfalls sehr dick. Schwinger gelb. 3". 12 Pärchen aus Neu -Seeland. Mit der bisher einzigen Art aus Australien {Rhyphua In-evis Wlk.) kann sie, luieh der voi-liegenJen Beschreibung (Dipt. Saunders: 449) nicht verwechselt werden. 50 Dr. J.R. Schiller. Am Sclilusse der Kematocera führe ich noch jene Gattungen an, über Jeren Stellung im Systeme ich bisher nicht ins Klare gekommen bin und die desshalb als G enera incertae sedfz's betrachtet werden müssen. Es sind folgende: Orphne- phila Hai., mit welcher die Gattungen Chene.sia Mcq. und Thaumalea Euthe identisch sind und Corinocera Zett. — Rondani hat für erstere eine eigene Familiengruppe: Orplinephilinae vorgeschlagen, welche zwischen die Familien der Bibionidae und Mycetophilidae zu stellen sei. Ich bin rücksichtlich dieser Gattung so rathlos, dass ich — wenn ich auch sehr geneigt wäre, Rondani' s Ansichten, rücksichtlich der Aufstellung einer eigenen Familie der Orplinephilidae richtig zu finden, nicht zu sagen wüsste, wo und in welcher der von mir angenommenen Abtheilungen sie naturgemäss einzureihen sei. Ein Gleiches gilt von Corynocera Zett., welche mit Ccratop>ogo7i, Gordyla., Campylomyia und Mycetobia, also mit Chi- ronomiden, Mycetophiliden und Cecidomyiden Verwandtschaften zeigen soll — und welche Haliday zu den Chironomiden zu stellen sich veranlasst sah. Die Gattung Orphnephüa mit zwei europäischen Arten ist mir wohl bekannt; die Gattung Corynocera mit einer einzigen europäischen Art, kenne ich nicht. DIVISIO 2. BRACHOCERA. SUODIVISIO a : CYCLOCERA. FAMILIE STRATIOMYDAE. In dieser Familie sind bisher folgende Gattungen aufgestellt worden: Nemo- telus und Stratiomys von Geoffroy; Sargus von Fabricius; Vapj^o, Ephip- pium, Chrysochlora, Herrn etia und B eris von Latreille; Pachygaster. Osycera, Clitellaria, Odontomyia und Actina von Meigen; Acanthina Ptilocera, Platyna, Cyphomyia, Acrochaeta und Eudmeta von Wiedc- mann; Lasiopa von Brüllt; Phy llo j»hora, Piilocerina, Heteracanthia. Cyclogaster, Stratiomyia, C h r y s o m y i a , E h a p h i o c e r a , II o p 1 i s t e s , D i c r a n o- phora, Toxocera, Basentidema, A n acan thella, Exochostoma. Tho- rasena, Camp eprosop a, Metoponia und Diphysa von Macquart; lloplo- my ia \on Zeller; S t erno brithes, Chauna, Lophoteles, Micro chrysa, Chrysonotus, Merosargus, Ptecticus und Analcoceras von Loew; Alliocera von Saunders; Panacris, Spyridopa, Blastocera, Eupary- phus, Chordonota und Pycno m alla von Gerstäcker; Biastes, Obrapa. Promeranisa, Metabasis, Evaza, Culcua, Antissa. Artemita. Diptera. 51 G abaza. Saruga, Aulana, Musama, ßuba, Cacocis, Salduba, Nerua, Adraga, So Iva, Ampsalis, Traeana, Massicyta, Eosapha und Tinda von Walker; Wallaceavon Dolleschall; Exodontha und Clorisoma von Ron- dani; Heteroxy cera, Inermia und Pedicella von Bigot; Cyanauges von Philipp! und Acanthomyia von mir selbst. Von diesen Gattungen fallen Vappo Lat. mit Fachygaster Mg. ; Ftüocerina Mcq. mit PtUocera W. ; Gydogaster Meq. mit Lasiopa P>rull6 und Chlorisoma Rond. mit Microchrysa Loew zusammen. Die Gat- tungen Iloplomyia Zell, und Straiiomya Mcq. sind nur Purifizirungsversuche, um den angeblich unrichtig gebildeten Namen Stratiomys Geoifr. wegzubringen, sie bedeuten somit ganz dasselbe was Stratiomys bedeuten soll. Ich kann und werde solche Purifizirungsversuche nie billigen, weil damit nur Verwirrung veranlasst wird und es für die Sache gewiss gleichgiltig ist, ob ein gewisses Naturobject Stra- tiomys (Heermaus) oder Stratiomyia (Ileerfliege) genannt wird, vorausgesetzt, dass man es rich'tig kenne und beschreibe. Loew hat in neuester Zeit aus philologi- schen Bedenken viele Namen geändert, es wird aber gewiss Niemand zweifeln, dass z. B. Chilosia statt Cheilosia, Astia statt Asteia nur Missverständnisse veran- lassen werden, und dass es eine neue Belästigung für den Entomologen sein würde, an Stelle der ihm geläufigen Namen, für dieselbe Sache erst wieder neue Namen lernen und gebrauchen zu müssen. Würde man z. B. statt Stratiomys den Namen Hoplomyia anwenden wollen, so müsste consequent auch die Familienbezeichnung Stratiomydae aufgelassen werden und wir hätten dann eine Familie der Hoplo- viyidae, während doch kein älterer Autor eine Iloplomyia- Kn beschrieben hat. Aus diesen Gründen werde ich den, wenn auch wenig bezeichnenden Namen Stratiomys Geoffr. aufrecht erhalten. Von den übrigen Gattungen kenne ich mit Ausnahme der von Walker und Bigot aufgestellten beinahe alle und halte sie auch für wohl begründet; eine Aus- nahme dürften Phyllophora und Exochostoma Mcq. machen; ganz unbekannt ist mir auch die Gattung Wallacea Dollesch. geblieben. Walker hat leider bei Auf- stellung seiner vielen neuen Gattungen unterlassen, die Differenzen anzugeben, wodurch sie sich von den früher angenommenen unterscheiden, es wird dadurch unmöglich, über die Berechtigung und Stellung derselben, ohne Kenntniss der Thiere selbst, ein Urtheil zu fällen. Die mir in Natur bekannt gewordene^ Gat- tungen Cacosis und Metabasis Wlk. sind bestimmt ganz wohlberechtigte. Man theilt dieStratiomyden gewöhnlich in fünf Gruppen: Pachygastrinae^ Stratiomynae^ Sarginae, Hermetinae und Beridinae, wogegen sich nichts einwenden lässt, obwohl die Eintheilung selbst eine natürliche nicht genannt werden kann. Die Bestimmung der Arten wird jedenfalls durch sie erleichtert und dies ist vor- läufig die Hauptsache, bis ein reicheres Material aus allen Welttheilen einen nach- folgenden Systematiker im Stande setzen wird, natürlichere Gruppen und Unter- 7» 52 Dr. J. R. Schiner. gruppen festzustellen. Ich habe die Gattungen Ghiromyza und Inopus hier nicht angeführt, weil ich glaube, dass ihre Stellung in den folgenden Familien natür- licher ist. Es sind bisher 636 Stratiomyden-Arten beschrieben worden, von denen 136 auf Europa, 298 auf Amerika, 104 auf Asien, 57 auf Afrika und 31 auf Austriilien entfallen, von 10, jedenfalls exotischen Arten aber das Vaterland nicht bekannt ist. Die grosse Anzahl amerikanischer Arten und die Mannigfaltigkeit ihrer Formen deutet jetzt schon darauf hin, dass Amerika als die vorzugsweise Heimat des Stra- tiomyden-Typus zu betrachten sein wird. Einige ausgezeichnete Formen, Avie z. ß. die Gattungen Iloplistes , Bhapliiocera , Dicranophora , Basentidema und Analcoccrus., welche unter sich wieder eine ganz natürliche Untergruppe bilden, ebenso die Cyphomyicn mit den von Gerstäcker abgetrennten Gattungen Eupa- ryplius und Chordonota sind bisher nur in Amerika beobachtet worden und auch die ganze Gru23pe der Hermetinen prävalirt offenbar in Südamerika. Exclusiv europäi- sche Gattungen, Avenn AUiocera., Exochostoma und Acanthomyia mit je einer Art ausgenommen werden, kenne ich nicht, und auch diese Ausnahmen begreifen keine so eigenthümlichen Foi'mcn, die nicht etwa auch in anderen Welttlieilen durch nahe Verwandte vertreten Avären. Ich wende mich nun zur Beschreibung der von der Novara-Expedition mitgebrachten, vie'es Keue enthaltenden Stratiomyden. A. PACHYGASTRINAE. 1. ACANTIIlNxi ELONGATA W. Cliiellarla eloiigata Wied. , Analecta entom. 30, 37. — Acanthina elvngataW., Aussereur. zweifl. Ins. II. 52. 3. Taf. VII, Fig. 9. Zwei Stücke aus Südamerika. — Die Besciireibungen von A. elongata und .1. /o^ir;« glei- chen sich so sein-, dass zur Trennung ausser der Grösse 4'" und SVs'" kaum^etwas I'ositives übrig bleibt, als die Angabe „metallisch sclnvarz'- bei A. elongata und „scinvarz" ohne Beisatz bei A. longa. Von den mir vorliegenden Stücken ist eines bedeutend schmäler als das andere. Der rtückcnschild ist bei beiden metallisch blauschwarz, die Flügel sind an der Basis ganz glas- hell, und erst Avejterhin bräunlich tingirt, das Kandmahl ist gelb, ihre Länge beträgt 3'". Ich glaube den obigen Wied emann'schen Namen auf sie anwenden zu sollen; die Ver- schiedenheit in der Breite könnte eine specitischc Trennung nicht rechtfertigen. 2. PTILOCERA FASTUOSA Gorst. Linnaea entomol. Bd. XI. 332, 2. — ? FtUoeera smaragdina Snell. v. VoIIenh. Mem. de la soc. entom. de I'ays- Bas. I. 91 ff. Drei Männchen aus Tellnschong, einer der Xicobaren, stimmen mit (_t er stäclcer ' s Beschreibung so genau überein, dass ich sie für diese Art halten muss ; bei diesen Stücken ist die Uusserste Spitze des Endfühlergliedes schmal weisslich und die weissen Augenflecke am Hinter- Icibe sind, obwohl nur Männchen vorliegen, bei allen dennoch sehr deutlich; der glashelle Fleck am Flügelhinterrandc liegt genau in der Mitte der Analzelle, bildet also den Zcllenkern der- selben. D i'ptera. 53 B. STRATIOMYNAE. 3. EnilPPIUM MACULIPENNE Macq. Dipteres cxotiques. Suppl. IV. 54, .".. Macquart's Beschreibung ist genügend, um die Art zu erkennen, ich füge ihr nur Fol- gendes bei: die Augen des Männchens stossen auf der Stirne völh'g zusammen, das kleine schwarze Stirndreieck ist in der Spitze und vorne in einem Querbändchen weiss behaart, in gleicher Weise sind auch die Seiten des Untergesichtes behaart; die Fühler sind schwarz, das sehr lange, linienförmige dritte Glied auf der Innenseite (der erste und zweite Ring desselben) rothgelb und diese Ringe ganz kahl, die übrigen dicht und kurz schwarz behaart; an den Hinter- beinen ist auch die Basis der Schienen gelblich. Der braune Fleck an der FlUgelspitze beginnt unmittelbar hinter der Discoidalzelle ist aber am Flügelrande selbst sehr verwaschen; die Schwinger sind gelb. Der Hinterleib ist im Vergleiche mit unseren Ephqipium thoracictim viel länger und verhältnissmässig schmäler. Aus Manila. 4. CYPHOMYIA ALBITARSIS F. . Siratiomys alhiiarsis F., Syst. Antl. SO, 12. — Cyphomyia albitarsü Gerstäcker, Linn. cntom. XI. 300, 18. — Cyphomyiafenesirata Macq., Dipt. exot. Suppl. I. 48, 3. Ein Weibchen aus Südamerika. 5. CYPHOMYIA WIEDEMANNI Gerst. Cyphomyia albitarsis W., Anal. ent. 13. und Aussereur. zweifl. Ins. II. 56. 5, Taf. VIII, Fig. 2. — t'yphomyia flavi- spinis Macq. Dipt. cxot. Supi>l. V. 40. G. — Cyphomyia Wiedemanni, Gerst., Linnaea ent. XI. 302j 19. Ein Weibchen aus Südamerika. Gerstäcker's Ansichten über diese Art und über Cyph. alhitarsis F. sind sehr wohl begründet, die Besehreibung so vorzüglich, dass nichts zuzu- setzen ist. 6. CYPHOMYIA VERTICALIS Gerst. Linnaea entom. XI. 287, G. — Cyphomyia cyanea W., Ausser, zweifl. Ins. II. 57, 7. 9- Ein Weibchen aus Südamerika. Ich würde keinen Anstand genommen haben, die Art mit Cyphomyia violacea Macq. zu identifiziren, folge aber den Ansichten des Monographen dieser Gattung. 7. CYPHOMYIA VAPJPES Gerst. Linnaea entom. XL 283, 4. Gerstäcker kannte nur das Weibchen, das mir vorliegende Stück aus Südamerika ist ein Männchen und ich lasse die Beschreibung folgten: Schwarz mit blauem Metailschimmer; Brustseiten sehr zart weisslich behaart, ebenso der Hinterleib gcg<^n die Basis zu und besonders an den Seiten mit zarter, weisslicher Behaarung. Kopf schwarz, die Stirne so sehmal, dass sich die Augen fast berühren, der Scheitel kaum erhoben, das Stirndreieck und das Untergesicht gelblich mit feinen weissen Härchen; Fühler sehr lang, schwarz, der Endring des dritten Gliedes halb so lang als der vorhergehende. Beine schwarz, Sehenkel mit Ausnahme des Spitzen- drittels weisslich, an den vorderen Beinen sind die beiden Basalglieder der Tarsen und die Basis des nächsten Gliedes, an den Flinterbeinen der Metatarsus, mit Ausnahme der Spitze weissgelb. Flügel intensiv schwärzlich, die äusserste Basis und der Flügellappen rein glashell. Alles Übrige wie bei dem Weibchen. 5'". Columbien. 8. CYPHOMYIA PICTA n. sp. Q. Aus der nächsten Verwandtschaft von Cyphomyia hyhrida Gerst. — Rückenschild schwarz mit drei goldgelben Haarstriemen, von denen die seitlichen, von der Quernaht bis zum 54 Dr. J. R. Schul, r. VordeiTnntle hin sehr stni-k ilivci'g-iien, hinter der Quernaht ti-itf dieses Toment nur als eine drei- ecki<;e llal^cl vor dem Schildclicn auf: Brustseiten glänzend i^elb behaart, die Behaarung in gewisser Bifditung zu einer auffallenden Querstrieme zusammentretend; Schildehen sammt den Dornen schwarz, überall ziemlich deutlich weisslich behaart. Hinterleib lebhaft stahlblau, glänzend, am dritten bis fünften Ringe mit weisslichen, aus feinen Seidenhaaren gebildeten Seitennialveln._ Kopf glänzend rothgelb; hinterer Augenrand massig breit; Stirne gleichbreit, ohne Mittelfurclie, der Ocellenfleck braun; Untergesicht rothgelb, am Augenrande dicht weiss- lich behaart; Augen vollständig kahl; Fühler rothgelb, drittes Glied gegen das Ende zu ailmälig gebräunt. Beine glänzend schwarz, die Kniee der Vorder- und Mittelbeine rotligclb, die Tarsen durch die goldbräunliche dichte Behaarung licht erscheinend. Flügel rein glasholl, über dem Stigma ein länglicher brauner Randfieck. 3'". Aus Südamerika. Von Ci/2>h. hylriJa Gerst. , abgesehen von allen anderen durch die gelben Fühler und die ganz kahlen Augen verschieden. 9. CYPHOMYIA DISBAR n. sp. Männchen: Rückenschild schwarzbraun, auf der Mitte mit dem Anfange einer, nur in gcwisserEichtung deutlichen weissgelben Längsstrieme, überall ziemlich dichtfahlbräunlich behaart; ßiustseilen braun, auf der Mitte lichter, fast rostrolh; Schildchcn und Hinterrücken schwarz, die Dornen des erstercn lang und lebhaft rostroth. Hinterleib glänzend rostgelb, fast rost- roth, erster Ring schwarz, was sich in einer Mittelspitze bis auf den zweiten Ring ausdehnt, am After gleichfalls ein schwarzes, dreieckiges Fleckchen; der Bauch durchaus rostgelb. Augen dicht behaart; Untergesicht schwarz, auf der Mitte rothgelb, an den Seiten weisslich behaart; Fühler schwarz, der Basalring des dritten Gliedes länger als die fünf folgenden, fast gleichlano-en Ringe, der Endring fast doppelt so lang als der ziemlich lange siebente (also abweicliend von allen bekannten Cyphomyien). Beine lebhaft rothgclb, an den vorderen Paaren die drei letzten Tarsenglieder schwarz, an den Hinterbeinen, die Schienen und Tarsen, letztere mit Ausnahme des Metatarsus, der bis nahe an die Spitze gelb ist, schwarz, Flügel gelblich tingirt, an der Spitze lichtbraun, was an der Cubitalader beginnt und sich ailmälig verwaschen am Flügelhinter- i-and fortzieht; das Randmahl intensivbraun, was weniger auffäll*, weil die Umgebung desselben bräunlich tingirt ist, zwischen dem Randmale und der Bräunung an der FlUgclspitze bleibt am Vorderrande ein schmaler Raum ganz glashell. 4 — öVa'". Weibchen: Ganz und gar lebhaft rostgelb, am Rückenschilde nur bei wenigen Stücken eine Andeutung dunklerer Längstriemen; Stirne breit und gleichbreit, ganz glatt, ein kleines Fleck- chen auf der Mitte und dei' Ocellenfleck braun, was um so mehr auffällt, weil diese Stellen kurz srhwaiz behaart sind; Augen kahl, der Augenhinterrand massig breit und kaum aufgeworfen; das Untergesicht nahe am Mundrande joderseits mit goldschimmernder, kurzer Behaarung. Alles sonst wie bei dem Männchen, nur sind die Flügel, mit Ausnahme der braunen Stellen rein glashell. — 13 Männchen und 25 Weibchen aus Südamerika (Columbien). An der Zusammengehörigkeit der beiden Geschlechter kann bei der völligen Übereinstimmung des Flügelgeiiders und der Bildung der Fühler, gar nicht gezweifelt werden, um so weniger, da sie von demselben Standorte herstammen. Cypliomyia rubra Lw. . 9 (Berl. Ent. Zeit. IX. 148, 30) aus-Cuba dürfte mit obiger Art nahe verwandt sein, an eine Identität beider Arten kann nicht gedacht werden, wie schon der flüchtigste Vergleich der Beschreibungen zeigt. 10. CYANAUGES RUFICORNIS n. sp. (Glänzend m e tallisch -seh warz b lau, mit kupfcrrothcn Reflexen; der Rückenschild ziemlich Miitiallciid fahlbräunlich bcliaarf, der Hinterleib fast kahl. Schildclien mit aclit D i p tera. 55 Dornen, von denen die mittelsten die stärksten sind. Kopf des Männclicns schwarz, sammt den auf der Stirne fast zusammenstossenden Augen faldbräunlich bcliaart, Fühler lebhaft gelb, an der Spitze schwärzlich. Beine schwarz. Schwinger gelb. Flügel glashell, das Randmahl gelb- lich; die dritte aus der Discoidalzelle ausstrahlende Ader, weit vor dem Flügelrande abgekürzt. Bei dem Weibchen sind die Augen durch die breite Stirne getrennt, die Stirne ist glänzend schwarz mit einem feinen weissen Saum am Augenrande. 3'". Ein Pärchen aus Chile. Die Gattung Cyanauges von Philippi in den Verhandlungen der zoologisch-botanischen Gesellschaft (Bd. XVI. 733, 1) aufgestellt, ist eine sehr wohlberechtigte und unterscheidet sich von allen Stratiomynen durch die ungewöhnlich lang gegabelte Cubitalader, deren obere Zinke überdies sehr schief liegt; auch die reiche Bedornung des Schildchens (6 — 8 Dornen) ist sehr charakteristisch. Da nur vier Hiuterleibsringe sicht- bar sind, so wird sie auch leicht von allen B e r i d i n e n - Gattungen leicht zu unterscheiden sein. Die Gattung Cyanauges zeigt eben, dass die dermalen angenommenen Untergruppen der Stratiomyden keine natürlichen sind, sie zeigt offenbar eine nähere Verwandtschaft mit Beridinen, namentlich mit Acanthomyia, als mit den Stratiomynen. Die Gattung Antissa Wlk. dürfte mit Cyanauges nächst verwandt sein, für identisch kann ich sie aber nicht halten, weil "Walker des eigenthümlichen Geäders keine Erwähnung maclit, auch nur von vier Dornen des Schildchens spricht. Zur Philippi'schen Gattungs-Diagnose ist als Ergänzung beizufügen, dass nicht drei, sondern fünf Hinterrandzellen vorhanden sind. Philipp! zählt die erste Hinterrandzelle nicht, wie wir es thun, er müsste sonst, nach seiner Flügelabbildung jedenfalls vier Hinterrandzellen angeführt haben, es ist aber auch die fünfte vorhanden, weU mindestens in einem Fragmente, die dritte aus der Discoidalzelle ausstrahlende Ader auch bei Cyanauges valdivianus Ph. vorhanden ist und bei der oben beschriebenen Art, diese Ader, wenn auch abgekürzt, doch unzweifelhaft da ist. 11. CLITELLARIA ABERRANS n. sp. Schwarz, der ganze Leib mit einem eigenthümlichen schuppenartigen glänzenden Tegu- mente, welches aber die Grundfarbe nicht wesentlich alterirt und nur an den Seitenrand des Hinterleibes als gelblichweiss glänzender Saum fleckenartig auftritt; der Rückenschild überdies kurz weisslich behaart; die Dornen des Schildchens kurz und stumpf. Kopf schwarz, Untergesiclit oberhalb des Mundrandes mit einer weissen, aus Härchen gebildeten Querbinde, die sich am unteren Augenrand als feiner Saum fortsetzt; die nackten Augen bei dem Männchen knapp an- einander liegend, fast den ganzen Kopf einnehmend. Fühler lang, was meist auf Rechnung des dritten Gliedes kommt, da die beiden ersten Glieder kurz sind; das dritte undeutlich achtringlig. ohne Endgriffel. Beine schwarz, die Tarsen der vorderen Paare an der Basis gelb, die des hin- tersten Paares gelb, das zweite und dritte Glied an der Spitze, die beiden Endglieder ganz schwarz. Schwinger gelb. Flügel glashell, das Randmal intensiv braun, die Cubitalader unmittelbar die Discoidalader tangirend, daher die kleine Querader gänzlich fehlt, die Discoi- dalzelle kurz und breit, fast trapezoidisch, alle vier Adern aus derselben entspringend, je zwei und zwei an ihrer Basis genähert; Analzelle sehr breit, die Posticalader in einen Bogen in die Analader einmündend. 2^h"'. Auckland. Ich rechne als Weibchen zu dieser Art ein, von demselben Standorte herstammendes Stück, das aber 5'" lang und ebenso im Verhältniss viel breiter, als das beschriebene Männchen ist, sonst aber in allen Merk- malen und so auch in dem eigenthümlichen Aderverlauf mit demselben so vollständig übereinstimmt, dass nur die Grösse als differenzirendes Merkmal hervorgehoben werden könnte. Die Stirne desselben ist breit, vorne schmäler als hinten, über den Fühlern mit einem Eindrucke, von dem sich die Mittelfurche bis zu dem glänzend schwarzen Ocellenflecke fortsetzt; der Augenhinterrand ist durch eine tiefe Furche von dem Scheitel abgetremit. Alles Übrige wie bei dem Männchen. 5'". 56 Dr. J. E. Seh in er. 12. NEMOTELUS IIAEMORRIIOUS Loew. Oefv. of. k. vuteiisk. Akad. Förh. ISOü. 204, 10. und Dipteren-Fauna Süd-Afrikas. I. 10. i82.) Es liegen mir zwei weihliclie Stüclic vom Cop der guten Hoffnung vor, welciie in Jer Färbung ganz mit Loew ' s Beschreibung obiger Art übereinstimmen. Da diese Färbung ganz pigenthümb'cli ist und Loew 's Art ebenfalls vom Cap herstammt, so nehme ich keinen Anstand sie auf die beiden Stliekc zu beziehen, obwohl ich dies nicht ohne grosse Bedenken thue und zwar aus dem Grunde, weil Loew den ganzen eigentlichen Habitus nicht besonders hervor- gehoben hat. Der Körper meines Stückes ist auf eine Länge von 3'" nur 'V" breit, und da der ungemein stark verlängerte Kopf kegelförmig endet, s-o gleicht das ganze Thier einem kleinen Keilchen. Der Rüssel ist geknieet, beide Theile desselben sind so lang als der Kopf und füllen eingeschlagen die lange Mundhöhle aus; voi-gestreckt ragt der Spitzentheil desselben eben so lang vor als die Länge des Kopfes beträgt. 13. NEMOTELUS GADENSIS n. sp. Schwarz; Rückenschild etwas bläulich metallisch schimmernd, mit dicliter fahlgelb- licher Beliaarung; Schulterschwielen weissgelb. Hinterleib kahler, der zweite, dritte und vierte Ring knapp am Hinterrande mit je einer ziemlich breiten, querlänglichen, innen abge- stutzten gelben Seitenmakel, diese Makel arn Rande durch einen massig breiten gelben Saum alle unter sich verbunden; der dritte Ring auf der Mitte des Hinterrandes mit einem dreieckigen Fleckchen, dessen Spitze nach vorne gerichtet ist; am vierten Ring ein eben solches, jedoch kleineres Fleckchen, das sich am Hinteirande selbst liiiienartig gegen den Seitenrand fortzieht und mit demselben verbunden i-t; der fünfte Ring mit einer gelben Querbinde, der sechste Ring ganz gelb; auf der Bauchseite ist die gelbe Färbung mehr ausgebreitet und bleiben nur breite, nicht scharfbegrenzte Mittelflecke und die Einschnitte in der Grundfarbe frei. Kopf schwarz, kurz kegelförmig, das Stirndreieck mit einer weissgelben Makel; Fühler ganz schwarz, der Rüssel weit vorstehend. Beine schwarz, die Kniee breit gelb, die Tarsen ganz gelb, gegen das Ende zu kaum verdunkelt. Flügel glashell mit blassgelben Adern, von denen nur die am Yorderrande deutlich sind, auch die Discoidalzelle ist kaum wahrzunehmen. Das Weibchen ist fast ganz kahl, die Seitcnmakeln der llinterleibsringe sind mit dem gelben Saume des Seiten- randes nicht verbunden, sie sind immer klein, oft ludimentär, zuweilen ganz fehlend und stehen somit ganz isolirt, und ebenso alle Rückenflecke; der Bauch ist fast ganz schwarz. Die breite Stirne ist vorne beiderseits etwas eingedrückt und an dieser Stelle etwas weisslich schimmernd. Alles Übrige wie bei dem Männchen. 8 — 3'/^'". 14 Männchen und 10 Weibchen von Gibraltar. Die Bcsclireibung von Nemoteltis puncfatus F. bei Meigen (System. Beschreib. III. 116, 4) würde rücksiclitlioh der Färbung auf obige Art vollständig passen, wenn sie nicht die Beschreibung eines Männchens und das (Taf. 25, Fig. 18) abgebildete Stück bestimmt eir Männchen wäre, auf das Männchen meiner Art passt sie nicht. Nemolelvs lonrjiros/ris ^Y. ist bestimmt eine andere Art und auch so Neinot. pi-ohoscideu!i Loew, die sich schon durch den Mangel des gelben Fleckes am '^lirndreiccke des Männchens leicht von der neuen Art untersclieiden lässt, nahe verwandt sind aber jedenfalls alle drei Arten. EURYNEUHA nov. ge"- Für Strutiotiiys fascipeniiit; F. und eine neue zweite Art bin ich vei'anlasst eine neue (_iat- tungsgru])pe aufzustellen, welche in folgender Weise charaktcrislrt wird: Kleine Arten mit plattgedrücktem Hinterleibe, von den übrigen Strafiomynen durch dieses Merkmal und das Flügelgeäder verschieden. Kopf halbrund, die Augen des Männchens auf der Stirne zusammen- Diptera. 51 stossend, die Fühler tiefstehend, nahe am Mundrande eingefügt; der Rüssel vorstehend, an der Basis gebogen, ziemlich gross, die Taster versteckt; Fühler kurz, erstes Glied kaum so lang als das zweite, beide behaart, das dritte Glied kurz, elliptisch, fünfringlig, der Endgriffei sehr kurz, nagelartig eingebogen; Punktaugen auf einer warzenartigen Erhöhung. Rückenschild massig gewölbt,- das Schildchen mit zwei langen Dornen. Der Hinterleib ganz flach, nicht im min- desten gewölbt, länglichrund, kahl. Beine verliältnissmässig kurz; Metatarsus lang, das nächste Glied kurz, die folgenden sehr kurz. Flügel länger als der Hinterleib; Radialader kurz, bogen- förmig; Cubitalader jenseits der kleinen Querader aus ihr entspringend, als Fortsetzung der Radialader sich darstellend, ziemlich weit vom Vorderrande entfernt verlaufend, so dass die von ihr begrenzten Zellen sehr weit sind; sie ist vorne steil gegabelt und überdies gleicht das steile Endstück der Radialader ebenfalls einer Querader, so dass es scheint als ob die breite Zelle durch zwei Queradern getheilt wäre; Discoidalzelle kurz und breit, alle vier Adern aus derselben unmittelbar entspringend; Analzelle sehr breit, die Posticalader vorne in einem weiten Bogen abwärts gebogen. Typische Art E. fascipennis F. 14. EURYNEURA FASCIPENNIS F. Siratiomys fascipennis F., Syst. Antl. 84, 26. — Straiiomtjs fascipennis W., Aussereur. zweifl. Ins. 11. 75, 25. Ein Männchen aus Südamerika, dessen Determinirung durch Vergleich eines typischen Stückes der Wiedeni ann'schen Sammlung völÄg sicher gestellt ist. Zur nöthigen Ergänzung der Beschreibung füge ich Folgendes bei: Die Vorderbeine sind ganz schwarz, die Mittel- und Hinterbeine gelb, ihre Hüften, Kniee, Schienenspitzen und Tarsenendglieder schwarz; die Mittelschenkel am Ende verdickt, die Mittelschienen an der Basis dünn, wie ausgeschnitten. Die Flügel sind blass bräunlich tingirt, ihre Basis und eine Querbinde glashell; letzte beginnt am Flügelvorrande, unmittelbar hinter dem Randmal und geht ganz gerade zum Plinterrande, wo sie in der vorderen oberen Spitze der fünften Hinterrandzelle endiget, das Randmal ist gross, schwarzbraun, in der Mitte mit einem honiggelben runden Kern, um das Randmal ist die Bräu- nung intensiver, ein keilartiges Fleckchen in der oberen Spitze der hinteren Basalzelle ist ganz glashell. PA'". 15. EURYNEURA PROPINQUA n. sp. 6 . Gleicht der E.fascijpenm's F. mit folgenden Unterschieden: die Beine sind schwarz und nur die beiden Basalglieder der Mittel- und Hintertarsen gelb; die Flügel fast ganz glashell, die obere Zinke der Cubitalgabel ist fleckenartig braun gesäumt, die Flügelspitze sehr blass bräunlich tingirt; der Hinterleib ist am Rande zart %Yeisslich behaart; alles Übrige wie bei der genannten Art. 2'". Ein Männchen aus Gel umbien. Zur Gattung Euryneura gehört unzweifelhaft auch Clitellaria pygmaea Bellardi aus Mexiko. IG. ODONTOMYIA LIMBxiTA Meig. EinMännchen beiG ibraltar gesammelt. — Gleicht iniHabitus mehr Aen Stratiomys-Kvtcn, es ist nämlich der Rüekenschild verliältnissmässig kürzer und der Hinterleib mehr rundlich als bei den Odontomyien. Meigen's, nach Wiedemann gegebene Beschreibung ist genügend, um die Art mit Sicherheit zu erkennen. Beizufügen wäre, dass das Untergesicht schwarz ist und Wiedemann's Ausdruck „Untergesicht gelblieh" in Verbindung mit dem Nachsatze, wie bei aufmerksamer Lesung ohnedem klar wird, eigentlich bedeutet: „Untergesicht gelblich behaart." 17. ODONTOMYIA PULCHRA W. Stratiomtjs pulchra W., Analecta entom. 28. 32. und Aussereur. zweifl. Ins. II. 65, 6. Von dieser ausgezeichneten Art liegen mir 18 Männchen und 22 Weibchen aus Süd- amerika in allen möglichen Varietäten vor. Die Grundfarbe ist bei den meisten ein schönes 58 Dr. J. n. Seh hier. Apfelgrün, bei vielem ein reines Maisgelb ; die Seitenfleeke des Hinterleibes sind zuweilen breiter, zuweilen schmäler, an den letzten Ringen zeigt sich bei den meisten Stücken ein schmaler heller Saum, der aber auch manchmal ganz fehlt. Bei dem Weibchen ist nur der helle Seitenfleck des Hinterleibes durch eine schwarze Längsstricnie getheilt, so dass eigentlich nur vier helle Längsstreifen übi-ig bleiben, die Art ist in der Wied emann'schen und v. "VVin them'- schcn Sammlung vorhanden. 18. ODONTO.AIYIA CRUCIATA Mcq. Dipt. exot. I. 1, 188, 10. Zwei Männchen aus Chile stimmen mit Maccjuart's Beschi'eibung und einem Original- .•^tik'ke derselben, das ich"besitze, vollkommen überein. 19. ODONTOMYIrV CHLORASPIS W. Aussereur. zweifl. Ins. II. CS, 12. Wicdemann's Beschreibung passt auf ein einzelnes, übrigens nicht gut erhaltenes Stuck aus Columbien. 20. ODONTOMYIA .UJ ANEIFERA n. sp. $ . . Hellgelb oder apfelgrün. Rückenschild mit drei breiten, glänzend schwarzen Längsstriemen, die Jüttelstricme vorne erweitert, vor der Quernaht plötzlich verengt und dann in derselben Breite bis zum Schildchen fortgesetzt, wo sie sich wieder nach beiden Seiten hin ausdehnt; die Seitenstriemen, hinter der Schulter erst beginnend, an der Quernaht etwas ein- geschnürt, gegen das Schildchen zu vorschmälert; ein Fleckchen an der Fühlerbasis und der Hinterrücken gleichfalls .schwarz. Hinterleib an der Basis mit einem breiten rundlichen schwarzen Fleck, der sich über den ersten und zweiten Ring ausbreitet, die Seiten jedoch frei- lässt; die hinteren Ecken desselben sind abgerundet und die hintere Grenze beiderseits tief aus- geschnitten, so dass die an den schwarzen Basalfleck sich unmittelbar anschliessende Rücken- strieme dadurch ziemlich schmal wird; diese Rückenstrieme erweitert sich wieder am nächsten Ringe und sendet am dritten und vierten Ringe jederseits einen etwas geschwungenen Arm zum Seitenrande, am fünften Ring endet sie mit einer ziemlich breiten Makel; diese Zeichnung ist der Gestalt einer umgekehrten Spinne nicht unähnlich. Die erwähnten Seitenarme liegen am Voi'derrand der Ringe und sind gegen den Rand zu verschmälert, der am dritten Ringe ist auch oben ausgebuchtet; der Bauch einfarbig, ungcfleckt. Kopf gelb oder grün, die Stirne am Scheitel glänzend schwarz, die vordere Grenze desselben doppelt ausgerandet; an der Grenze zwischen der Stirne und dem Untergesichte eine doppelt geschwungene Furche, die im Grunde glänzend schwarz gefärbt ist, und da wo die Fühler stehen, am tiefsten ist; Fühler rothgelb, das dritte Glied braun, ohne Endgriffel. Beine rothgelb, Tarsenendglieder etwas verdunkelt. Flügel glashell, mit gelben Adern; die aus der Discoidal- und hinteren Basalzelle ausstrah- lenden Adern alle sehr deutlich; Schwinger grün oder gelb. 5'". Drei Weibchen aus Chile. Aus der nächsten Verwandtschaft d' r Odoatomyia i-ertehrata Say, von welcher in der .v. Winthem' sehen Sammlung auch das 'Weibchen vorhanden ist. Dieses unterscheidet sich von dem vorstehend beschriebe- Jien Weibehen, abgesehen von allen anderen, durch die Lage der doppelt geschwungenen braunen Stirnfurche, weh.'lie bei 0. vertehrala Say. ziemlich weit oberhalb der Fühler liegt; es ist hiernach wohl anzunehmen, dass sich auch das erst aufzufindende Männchen der 0. araiieifera von dem Männchen der O. rertcbrata unter- scheiden werde. Diptera. 59 21. ODOXTOMYIA STAUROPHORA n. sp. 9. K ü e k e n s c L i 1 d schwarz, mit dem, vielen Stratiomyncn eigontliümliclion kurzen silber- artigen Tonicnte bedeckt, die Seiten breit gelb, -was sich vorne und an 'der Quernaht etwas gegen die Mitte hinzieht und auch die ganzen Brustseiten ausfüllt; Schildchen, sammt den Dornen gleichfalls gelb, auf der Mittelbrust zwei schwarze breite Makel nebeneinander. Hinterleib gflb, der erste Ring an der Basis mit einem dreieckigen schwarzen RUckenflecke, der sich mit seiner Spitze bis zum Hinterrande des zweiten Ringes ausbreitet; der Vorderrand des dritten Ringes mit einer oben und unten ausgebuchteten, an den Seiten spitz auslaufenden schwarzen Querbinde, von der in der Mitte wieder ein Spitzchen zum Hinterrande geht; der vierte und flinlte Ring mit breiten, hinten seicht ausgebuchteten, ebenfalls schwarzen Querbinden; die Zeichnung am zweiten und dritten Ringe sieht der. eines Kreuzes nicht unähnlich; zuweilen ist die Querbinde des zweiten Ringes so sehr ausgebuchtet, dass nur ein isolirtcr Querstrich jeder- seits übrig bleibt; der Bauch einfarbig gelb oder gelbgrün. Kopf gelb, die breite Stirne mit einer Mittelfurche, die in der Tiefe braun ist und um den braunen Occllcnfleck sich erweitert; auf der Mitte der Stirne, neben dem Augenrande jederseits ein brauner runder Fleck; das Untergesicht stumpf gekielt, fein glänzend weiss beschuppt; Fühler lothgelb, drittes Glied gegen die Spitze zu bräunlich mit einem kurzen, spitzigen Endgriftcl. Beine blassgelb, die Tarsen mit Ausnalime der Basis bräunlich. Flügel ganz glashell mit gelben Adern, die erste und dritte der aus der Discoidalzelle voi-ne ausstrahlenden Adern sehr fein aber deutlich. 5'". Zwei Weib- chen aus Hongkong. Es ist wahrscheinlich, dass die Art auch in apfelgrüner Färbung auftritt, wenigstens zeigt sich bei einem Stücke auf der Bauchseite eine entschiedene Neigung zum Grün. 22. ODOXTOMYIA AUSTRALENSIS n. sp. 9. Schwarz; Rückenschild mit glänzendem, nur in gewisser Richtung bemerkbarem schuppenartigen Tegumente von kupferröthlicher Farbe; ßrustseiten gelb (im Leben wohl grün) gegen unten so wie die Mittelbrust schwarz, überall mit dem erwälinten Tegumente bedeckt, das aber hier weisslich ist; Schildchen am Rande breit gelb. Hinterleib mit einam breiten gelben (oder veimuthlich auch grünen) Seitenrande, der sich am zweiten und dritten Ringe schmal bindenartig nach innen zu ausbreitet, den fünften Ring aber nicht erreicht (bei einem Stücke ist dieser Rand gelb, der äussere Saum desselben schön apfelgrün) der letzte Ring ist ganz gelb, der Bauch apfel- grün. Kopf schwarz, die breite Stirne mit zwei Quereindrücken und einer Mittelfurche, unmittelbar über den Fühlern ein gelbes, hinten doppelt ausgerandetes Querfleckchen, das in der Mitte durch die Furche getheilt ist; Untergesicht rothgelb, im Profil kurz kegelförmig, auf der Mitte sehwach gekielt und überall mit weissschimmerndem Tegumente bedeckt; Rüssel schwarz; Fühler gelb, das dritte Glied mit einem kurzen spitzigen Endgritfel. Beine rothgelb, die hintersten Tarsen, mit Ausnahme des Metatarsus schwarzbraun. Flügel ganz glashell mit rostgelben Adern, die erste und dritte der aus der Discoidalzelle vorne ausstrahlenden Adern ganz rudi- mentär. 4'". Aus Neu-Seelan d. Mit Odontomyia rufifacies Mcq. und 0. Amyris Wlk. verwandt, aber kaum mit einer derselben iden- tisch. Bei einem zweiten mir vorliegenden Stücke, das sonst zur obigen Beschreibung vollkommen passt, zeigt sich an den Hinterschienen die Spur dunklerer Schienenringe und es sind die Schienen an der Spitze gebräunt, ich wage es daher nicht, es als bestimmt identisch mit meiner neuen Art zu declariren. 60 JÜr. J. E. Schüler. 23. ODONTOMYIA SIDNEYENSIS n. sp. 9 . Schwai'z, der Seitenrand des RUckenscliildes gelb, die Brustselten oben ebenso gcfiirbt, gegen die Mittelbrust zu schwarz, mit einem äusserst feinen, silberscliimmernden Tegu- mcnte überall bedeckt, das auch auf der Oberseite des Rückenschildes vorhanden ist, aber nur ganz vorne und an den Seiten deutlicher hervortritt; Schildchen ganz gelb, mit gelben, ziemlich langen Dornen. Hinterleib schwarz, am dritten Ringe mit einem Längseindrucke, der am Hinterrande knapp anliegt, vorne aber eine bogige Grenze hat (so symmetrisch, dass ich ihn nicht als eine Zufälligkeit betrachten kann) ; zweiter vmd dritter Ring an den Seiten des Hinterrandes mit je einem kleinen, dreieckigen, hellgrünen Fleckchen; der Bauch (wenigstens im vorliegenden Stücke) vorne gelb, hinten schön grasgrün. Kopf sehr breit, die Stirne glänzend schwarz, mit einer Mittelfurche und einem ziemlich tiefen Quereindruck, die dadurch entstehenden vier Erhabenheiten sehr glänzend; unmittelbar oberhalb der Fühler ein weissliches durch die Mittel- furche halbirtes Querbändchen; das unterhalb der Fühler konisch vortretende Untergesicht rothgelb, in der Mitte kielartig erhoben und daselbst schwärzlich, was sich neben den Fühlern bis zum Augenrande hin ausbreitet; das ganze Untergesicht mit einem schuppenartigen silber- glänzenden Tegumente zart bedeckt, so dass die Grundfarbe dadurch nur wenig alterirt wird ; die Mundtheile schwarz, die Fühler dunkel pechbraun, das dritte Glied mit einem kurzen spitzen Endgritfel. Beine gelb, die Schenkel an der äussersten Basis und auf der Spitzenhälfte braun; die Vorder- und Mittelschienen an der Spitze und auf der Mitte mit einem braunen Ringe, die Hintei'schienen braun mit einem gelben Ringe auf der Mitte, alle Tarsen an der Basis gelb, weiterhin braun; die bunte Zeichnung der Beine wird nocli auffallender dadurch, dass die braunen Stellen theilweise schwarz gerandet sind. F'lügel glashell, am Vorderrande und an der Basis durchsichtig rothbräunlich ; die erste und diitte der aus der Discoidalzelie ausstrah- lenden Adern rudimentär, dalier scheinbar nur drei Hinterrandzellen vorhanden; alle Adern schwarzbraun. ÖVa'". Ein Weibchen aus Si dney. Gleicht im Habitus, des kürzeren Rückenschildes und breiten Hinterleibes wegen mehr den genuinen St7-aii'omys-Arten, von denen sie übrigens durch das sehr kurze erste Fühlerglied abweicht. Scheint verwandt mit Odontomyia lateremaculata Mcq., ohne dass an eine Identität beider Arten gedacht werden könnte. 24. ODONTOMYIA PACHYCEPHALA n. ..p. 9. Rücken Schild und Schildchen glänzend schwarz und kahl, auf den Brustseiten vorne eine gelbe dreieckige Makel, die sich bis zum Halse fortsetzt; die Dornen des Schildchens klein, fast rudimentär, gelblich. Hinterleib apfelgrün. Kopf sehr gross und breit, von oben besehen dreieckig, glänzend schwarz; die breite Stirne, welche mit dem, unterhalb der Fühler kegelartig vortretenden Untergesicht sich ohne irgend eine Unterbrechung verbindet, ist vorne breit rost- gelb, die Grenze zwischen dem rostgelben Bande und dem glänzend schwarzen Scheiteltheile fast gerade und sehr scharf, was durch einen weisslichen Saum im Rostgclben nur noch mehr markirt ist; das Untergesicht gleichfalls rostgelb, neben dem Mundrande jederseits ein weiss- schimmerndes, am .Augenrand anliegendes Querbändchen; der Wulst am breiten Mundrande jederseits mit einem, im Grunde schwarzen Grübchen; die Backen und der hintere Augenrand bis zur Mitte des Kopfes hinauf gelb ; Fühler lothgelb, drittes Glied schlank, etwas verdunkelt. Beine rothgelb, Tarsenendglieder schwarz. Flügel ganz glashell mit blassgelben Adern, alle Längsadern so zart, dass sie kaum wahrzunehmen sind. 2V2'"- Aus Columbien. Scheint in die Verwandtscliaft von Odontomyia heteroneuro Mcq. zu gehören und wird dereinst mit dieser und verwandten Arten in eine eigene Gattungsgrnppe gebracht werden müssen. Diptera. . fil 25. STRATIOMYS MUTABILIS F. Stratiomys fasnata F., Entomol. System. IV. 266, 14. und System. Antl. 81, 15. — Stratiomi/s mntabih's F., Entom. System. I\'. 206, 13. und System. Antl. 81, 14. — Stratiomya mutabilis W., Aussereur. zvveifl. Ins. II. 63. 4, Taf. VIII, Fig. 6. Von dieser nicht seltenen Art liegen mir acht Männchen und sechs Weibchen aus Süd- amerika, in mehreren Varietäten vor, bei einigen hat der dunkle Wisch am Flügelvorder- rande nichts rostgelbes, sondern ist durchaus gleichmässig dunkelbraun, bei anderen (Weibchen) sind nur am z-«eiten und dritten Ilintcrleibsringe weisse Querbinden vorhanden, bei zwei Weib- chen hat der vierte Ring eine rostgelbe Makel auf der Mitte und fehlen die gelben Einschnitte gänzlich; unzweifelhaft gehören aber alle diese Varietäten zu obiger, wie schon der Name bezeichnet, sehr veränderlichen Art. 26. STRATIO^IYS FESTIVA Walk. List of the specimens of diptcrous ins. suppl. I. 43, 63. Von dieser prachtvollen Art liegt mir ein Weibchen aus Südamerika (Columbien) vor, bei welchem auch der Fleck auf der Mitte des Schildchens und die Bauchseite am Rande schön hellgrün ist. Walker' s Beschreibung genügt, um die Art sicher zu erkennen. 27. MICROCPIRYSA BICOLOR W. Sargua licolor W., Aussereur. zweifl. Ins. II. 41, 28. — Chrysomyia rufiventris M acq. Suites a Buff. Dipt. I. 264, 5. Drei Männchen und zwei Weibchen aus Südamerika. Wie dem ann's Beschreibung ist kurz, sie enthält nichts, was meiner Interpretation dieser Art widersprechen würde. Zur Ergänzung füge ich nur bei, dass die Submarginal- und Cubitalzellen sehr breit sind, und dass von den vorne aus der Discoidnl- und hinteren Besalzelle ausstrahlenden vier Adern nur die zweite und vierte deutlich sind. Das bisher nicht beschriebene Weibchen ist auch am Hinter- leibe obenauf goldgrün, und nur an der äussersten Basis und auf der Bauchseite bräunlichgelb, was sich an den Einschnitten etwas auf die Obei-seite hinaufzieht; das Untergesicht ist metal- lisch schwarz; die gegen die Füiiler zu etwas verschmälerte, breite Stirne ist goldgrün, auf der Mitte mit einer seichten Furche, der Ocellenhöcker und der W^ulst hinter den Augen sind schwarz, l'/a'". 28. MICROCHRYSA DISPAR n. sp. Männchen: Rückenschild und Schildchen goldgrün, eine Leiste von der Schulter her bis zur FUigelbasis und eine Schwiele jederseits vor der Flügelwurzel gelb; Hinterleib leb- haft gelb, mit einem braunen Mittelflecke, der sich über den dritten und vierten Ring ausbreitet, ausserdem am Seitenrande des zweiten, dritten und vierten Ringes je ein schwarzer Punkt, der des zweiten Ringes grösser als die übrigen. Kopf schwarz, die Fühler und Mundtheile lebhaft gelb, die Füblerborste ganz apical. Beine lebhaft gelb, nur die Klauen braun. Flügel glashell mit blassgelben Adern, das Geäder wie bei Mici-ochrysa hicolor. Weibchen: die ganze Oberseite des Leibes lebhaft gold- oder metallisch blaugrün, der Rückenschild mit der gelben Seitenleiste und den Schwielen wie bei dem Männehen; dei Bauch lebhaft gelb, was sich' am Rande etwas nach oben hinaufzieht, der erste Hinterleibsring an der äussersten Basis gleichfalls gelb, auf der Mitte oben mit einem kleinen gelbrothen Fleck- chen; Stirne sehr breit, sammt dem Untergesicht blaugrün, in der Bildung wie bei M. hicolor. 2'". Aus Südamerika. Das Weibchen dieser Art ist, wenn der rotliliche Punktfleek am ersten Hinterieibsringe etwa nur eine individuelle Abweichung sein sollte, worüber ich, da mir nur ein Stück vorliegt, nicht absprechen kann, von 62 Dr. J. R. Schüler. dem Weibchen der vorigen Art nur durch die Grösse, und wenn beide Arten vorliegen und vcrgb'clien werdiu können, durch das etwas grössere dritte Fühlerglied zu unterscheiden; auch dürfte die Färbung des Bauolies Anhaltspunkte liefern, sie ist bei zwei Stücken von M. hicolor bräunlichgelb, bei dem vorliegenden Stücke der neuen Art lebhaft gelb. Für Sargus macula F. kann ich die neue Art nicht lialten, da bei derselben, der rothe Fleck des Hinter- leibes, nach Wie demann's Angabe, sich bis zur Wurzel des vierten Ringes ausbreiten und hinten bogen- förmig ausgeschnitten, auch auf der Bauchseite vorhanden sein soll, was Alles bei M. dispar nicht der Fall ist. Überdies ist nicht angegeben, ob die Beschreibung die dos Männchens oder des Weibchens sei und auch die Grössenangabe 2%'" stimmt nicht. Jedenfalls gehört aber Swgus viacula F. zur Gattung Microchrijsa. C. SARGINAE. 29. SARGUS MANDARINUS n. sj). Gleicht dem europäischen iSarc/usßavij^es, von dem er sich durch Folgendes unterscheidet: der Hinterleib ist glänzend schwarzbraun, nur oben etwas ins Grüne ziehend, die Stirne ist so schmal, dass sich die Augen fast berühren, das Untergesicht ist unmittelbar unter den Fühlern gelblich, die Fühler sind gelb, an den gelben Beinen die Kniee etwas verdunkelt; Flügel sehr blass bräunlicligelb tingirt. Alle sonst wie bei der genannten Art, auch die Grösse. Ein Stück aus Plongkong. 3U. CIIRYSONOTUS SPLENDENS n. sp. 9. Rücken Schild und Schfldchen purjjurblau, metallisch glänzend, in gewisser Richtung kupferroth in anderer dunkelblau schillernd; Brustseiten glänzend schwarz. Ilinterleil) schwarzbraun, glänzend. Kopf glänzend schv.arz; die Stirne breit, mit zwei kurzen Längsein- drücken, ober den Fühlern rosigelb, was durch eine eingedrückte Querbinde von dem schwarzen Stirntbeile scharf abgegrenzt ist; Fühler lebhaft rolhgelb. Beine rostgell), die Tarsen gegen das Ende zu schwärzlich. Flügel glasiiell, kaum etwas bräunliehgelb tingirt, mit schwarzbraunen Adern. S'/»'". Aus S ü d amerika. 31. CIIRYSONOTUS DICHROUS n. sp. 5. Rückenschild und Schildchen glänzend rostgelb; Flintcrleib metallisch dunkelbhau mit purpurrothen Reflexen. Kopf schwarz, die Stirne etwas ins Stahlblaue ziehend, breit und gleichbreit; Fühler. schwarz,. Rüssel rothgelb. Vorder- und Mittelbeine rothgelb mit liciit- bräunlichen Tarsen; Hinterbeine schwarzbraun, die Tarsen heller. Flügel auf der Wurzelhälfte glashcll, weiterhin bis zur Spitze intensiv bräunlichgrau tingirt; Schwinger gelblich mit verdun- keltem sehr dickem Knopfe. 5'". Aus Columbien. Die Beschreibung von Sargus fJwracicus Mcq. passt so ziemlich auf obige Art, es sind aber die Brust- s».lten nicht schwarz, wie Macquart von seiner Art angibt, sondern noch heller rostgclb als der Rücken. 32. MEROSARGUS CINGULATUS n. sp. Rückensehild und Schildchen metallisch blaugrün glänzend, das Halsstück und eine Leiste von der Schulter her bis zur Flügelbasis weissgelb. Brustseiten schwarz, über den Hüf- ten mit gelben Makeln. Hinterleib schwarz mit gelben Querbinden, welche je den Hinter- und Vorderrand der nebeneinander liegenden Ringe ausfüllen, der letzte Ring ohne solcher Binde; die Bauchseite ebenso gefärbt, doch die gelbe Färbung ausgebreiteter. Kopf glänzend schwarz, das Stirndreieck, bei einigen Stücken die ganze Stirne metallisch blaugrün glänzend, ober den Fühlern ein weisses erhobenes Querbändchen; Fühler bräunlich, das dritte Glied roth- Dipt^ g; gelb, mit dunklerem Rande, die Borste Lang, an der Basis dick und daselbst etwas beliaavt; der Rüssel gelb. Beine gelb, die hintersten Schenkel, Schienen und Tarsen an der Spitze breit schwarz. Flügel bräunlichgrau tingirt, an der Basis heller, das Randnial braun, die Adern schwarz; Schwinger gelb, der Knopf an der Basis braun. 4"'. Ein Männchen und fünf Weib- chen aus Südamerika. Von Sargus stamineus F., der sie am nächsten steht, durch Folgendes verschieden: die Hinterschenkel von S. stamineus sind mit Ausnahme der Spitze braun, bei M. cingulatus ist gerade die Spitze braun und die Basis gelb, wollte man aber auch annehmen, dass Wiedemann sich nur verschrieben habe und sagen wollte, „mit Ausnahme der Wurzel ..." so stimmt die Beschreibung dennoch nicht, weil die Flügel „ein wenig gelblich genannt werden, während sie bei allen mir vorliegenden Stücken intensiv bräimlicligrau, fast schwärz- lich tingirt sind. Mit Sargus fasciatus F. kann die Art, obwohl sie ihr im Habitus vollständig gleicht, nicht verwechselt werden, da bei dieser Art das weisse Querbändchen ober den Fühlern fehlt und die Brustsoitoii ganz anders gezeichnet sind. 33. MEROSARGUS ANTENNATUS n. sp. 5. Rückenschild und Schildchen glänzend schwarz; das Halsstück und die Leiste zwi- schen Schulter und Flügelbasis weissgelb. Hinterleib schwarz mit gelben Querbinden, in gewisser Richtung erscheint (in Folge der Durchsichtigkeit der Wände) das Gelb ausgebrei- teter. Kopf schwarz, die Stirne mit einem weisslichen Querbändchen ober den Fühlern, letz- teies durch einen Eindruck auf der Mitte getheilt, so dass in gewisser Richtung nur zwei Hückerchen an dem Augenrande sichtbar bleiben; Fühler gelb, das letzte Glied verdunkelt un.d ungewöhnlich breit, seine Form ungefähr wie die des Samenkapseis von Thlaspi hursa pastoris ; die Borste sehr dünn; der Rüssel gelb. Beine gelb, Schenkel und Schienen mit braunen Ringen auf der Mitte, die an den Hinterbeinen fast die ganzen Schienen und Schenkel ausfüllen. Tarsen der vorderen Beine, mit Ausnahme der Basis bräunlich, an den hintersten ist der Meta- tarsus und das nächste Glied, dann wieder das fünfte Glied braun. Flügel bräunlichgrau tin- girt, an der äusserstcn Basis lichter; Schwinger gelb mit braunem Knopfe. 2Vä"'. Ein Männchen aus Südamerik a. 34. MEROSARGUS FROXTATUS n. sp. Rückenschild oben schwarzbraun mit vier gelben Längsstriemen, welche vorne zu je zwei zusammenhängen und auch um die Quernaht durch eine gelbe Linie unter sich verbunden sind, hinter der Quernaht aber, sich verbreiternd, bis zum Schildchen fortsetzen ; das Halsstück und die Schulterbeulen gelb, eine Leiste von den letzteren bis zur Flügelbasis und eine über die Brustseiten sich ausbreitende Querbinde gleichfalls gelb, die letzt erwähnte Querbinde umrahmt mit dem gelben Vordersaum ein glänzend schwarzes Dreieck, das vorne an den Brustseiten liegt. die Mittelbrust ist gleichfalls glänzend schwarz; Schildchen mit breitem gelbem Rande; Hinter- rücken auf der Mitte schwarzbraun, an den Seiten gelb. Ilinterleil) gelb mit schwarzbraunen Rückenflecken, die letzten Ringe vorherrschend braun. Kopf breit und kurz, die Stirne gelb, am Scheitel blasenartig aufgetrieben, den Augenrand weit überragend, ausserdem ober- halb der Fühler am Augenrande jederseits eine gelbliche Schwiele, die am oberen Ende sich wieder warzenartig erhebt, ober dieser Schwiele ein schwarzes Querbändchen, um die Punkt- augen ein eben solches aber viel breiteres; die warzenartigen Erhöhungen an den erwähnten Schwielen sind weiss; der Hinterkopf ist schwarz; Fühler blassgelb, das Endglied rothgelb, die Borste an der Basis zart behaart. Beine gelb, die Mittekchenkcl vor der Spitze, die Hinter- schenkel auf der Vorderseite mit einem braunen Wische, die Hinterhüften unten schwarz; 64 Vi: J. R. Schiner. alle Tarsenglieder bräunlich ; Flügel gelb tingirt mit bräunlifligelben Adern. 5'". Aus C 1 u m b i e n. Die Beschreibung von Sargus petiolatus Mcq. stimmt so ziemlich mit der von Merosargus frontatus, allein Maoquart erwähnt nichts von der ganz eigentlüimliehen Bildung der Stirne; jedenfalls dürfte Sargus petiolatus zur Gattung Merosargus gehören. 35. MEROSARGUS BITUBERCULATUS n. sp. Rücken Schild schwarzbraun, das Ilalsstück und die Leiste zwischen den Schulter- schwielen und der Flügelwurzel gelb; Brustseiten blassgelb, oben mit einer dreieckigen, schwarzen Makel; Schildchen braun, am Rande rostroth. Hinterleib schwarzbraun, die ersten drei Ringe mit liellgelben Querbinden, welche je den Vorder- und Hinterrand der nebenein- ander liegenden Ringe einnehmen, der vierte Ring mit einem gelben Hinterrandsaunie, die beiden letzten Ringe oben und unten ganz schwarz. Kopf glänzend schwarz, die Stirne ziem- lich breit und gleiclibrcit, auf der Mitte mit einem kleinen Höcker, weiter vorne gegen die Fühlerbasis zu mit einem breiten, schwach erhobenen Höcker, der auf der Mitte braun, an den Seiten weisslich und wie blasig aufgetrieben sich darstellt; Untergesicht gelb; Fühler röthlichgelb, das zweite Glied auf der Innenseite etwas länger als auf der äusseren, aber nicht daumartig übergreifend, das dritte kurz und breit, vorne fast gerade abgestutzt, die Borste lang, an der Basis fein behaart; der Rüssel gelb. Beine gelb, Schienen auf der Aussenseite schwarzbraun, was sich an den Mittel- und Hinterscliienen auch auf die^Innenseite weithin aus- breitet; Hinterschenkel an der Basis braun, alle Tarsenendglieder gleichfalls braun. Flügel bräunlich tingirt, die Basalzellen unten, die ganze Axillar- und Analzelle fast glashell; die Adern, besonders die am Vorderrande gelegenen sein- dick, schwarzbraun. 6"'. Ein Stück aus S ü d a m e r i k a . Diese Art nähert sich in der Bildung der Fühler den Ftecficus- Arten, rauss aber trotzdem, da auch das Flügelgeäder dafür spricht mit den Merosargus-Artan vereiniget bleiben. Sargus obscurus W. dürfte mit derselben verwandt sein. 36. PTECTICUS TESTACEUS F. Sargvs testaceus F., System. Antli.ator. 2ö7, G. — Sargus testaceus W., Aiissereur. zweifl. Ins. II. 3.^, l.'i. Ein Stück aus Brasilien, welches zu der Beschreibung passt. 37. PTECTICUS ILLUSTRIS n. sp. Roth gelb; Rückensehild mit drei dunkleren, meist sehr undeutlichen Makeln; Hinterleib auf dem zweiten Ringe mit einem, nirgends scharfbegrenzten, in gewisser Riehtung ganz verschwindenden, bräunlichen Mittelflecke, die letzten Ringe nicht dunkler als die übrigen und auch nirgends gefleckt. Beine rothgelb, die Tarsenendglieder braun, die Schienen und Metatarsen der Hinterbeine schwarz. Flügel bräunlichgelb tingirt, das Randmal und die Spitze braun. Männchen: der Kopf schwarz, die Stirne sehr schmal, ober den Fühlern mit einer elfen- beinweisscn Schwiele; das Untergesicht weisslich, .oben fein beborstet; die Fühler lebhaft gelb, das dritte Glied kurz und breit, vorne abgestuzt; die Borste sehr fein; der Rüssel gelblich. Die Genitalien vorstehend, kurz, zangenartig, die innei'cn Anhänge complicirt. Weibchen: der Kopf hinten schwarz, die Stirne sanimt dem Scheitel und das Untergesicht glänzend hellgelb, nur der Fleck, worauf die Ocellen stehen, schwarz, die Schwiele ober den Fühlern länger gestreckt als bei dem Männchen. Legeröhre kurz mit abstehenden kurzen Endlamellchen. 5 — 6"'. Zwei Pärchen aus S ü d am e r i k a. Dipter a. 6 5 Die grosse Verwandtschaft mit Ptecticus apicalis Locw ist nicht zu verkennen, da jedoch die Stirno des Männchens bei obiger Art nicht gelb, sondern schwarz ist, am Hinterleibe, weder der schwarze Fleck am vierten Ringe vorhanden, noch auch die beiden letzten Ringe schwarz sind und die beiden letzten Tarsen- glieder der Hinterbeine, so wie bei den übrigen Paaren schwarz sich zeichnen, so sah ich mich veranlasst, meine Art für verschieden zu halten. 38. PTECTICUS AFFINIS n. sp. 5. Auch diese Art gleicht dem Ptecticus a^icalis Lv^. und daher auch unserem Ptecticus lUu- iifris. Sie unterscheidet sich aber von beiden durch Folgendes: Die Flügel sind viel intensiver bräunlichgelb tingirt, der dunklere Fleck an der Flügelspitze liegt ganz am Rande und füllt daselbst die Gabelzclle aus, unter welcher nur mehr ein blasserer Wisch vorhanden ist; von Pt. ajpicalirS Lw. , mit dem sie den schwarzen, jedoch querliegcnden Fleck am vierten Ringe gemein hat, insbesondere noch durch die ganz rostgelben beiden letzten Hinterleibsringc und dadurch, dass an den Hinterbeinen nicht die beiden Basalglieder, sondern nur der Metatarsus, überdies aber auch die beiden letzten Glieder schwarz sind und dass die Schienen an der Basis ebenso intensiv schwarz sind als an der Spitze; Stirne und Scheitel sind wie bei Pt.apicalis gelb, oberhalb der blasenförmigen Schwiele liegt aber ein schwarzes Querbändchcn; auch der Scheitclfieck ist breit schwarz. Von dem Männchen des Pt. lUustris unterscheidet sie sich durch die ganz gelbe Stirne des Männchens und die Anwesenheit der schwarzen Makel am vierten Plinterleibsringe. 6'". Ein Männchen aus Südamerika. Wenn auch auf die Verschiedenheit in der Fäibiing des Hinterleibes und der Flügel kein allzu grosses Gewicht gelegt werden möchte, so spricht doch die Vcrscliiedenhcit in der Bildung der Stirne gegen eine Identität der drei Arten. 39. PTECTICUS AUSTRALIS n. sp. 9. Rückenschild rostgelb, glänzend. Hrnterleib an der Basis ziemlich auffallend verengt, obenauf schwarz mit rostgclben Querbinden, der Bauch einfarbig rostgelb, die Querbinden liegen zwischen den Ringen, so dass sie den Vorder- und Ilinterrand der nebeneinander lie- genden Ringe einnehmen, am letzten Ringe ist die Binde sehr schmal, nur saumartig; die Geni- talien des Weibchens sind schwarz. Die Stirne verhältnissmässig schmal, ober den Fühlern eine blasenartig aufgetriebene Schwiele, die hinten steil ansteigt, vorne aber gegen die Fühlerbasis zu abgeflacht ist; das Untergesicht oben gelblich. Unten braun ; Fühler rothgelb, das Endglied verdunkelt, sehr kurz und breit; die Borste fein; der Rüssel rostgelb. Beine rostgelb, die Hinterschienen schwarzbraun, der Metatarsus desselben Paares an der Wurzelhälfte braun und auf der Innenseite fein wimperartig behaart, die folgenden Glieder weisslich; an den Vordor- und Mittelbeinen sind die Tarsenendglieder verdunkelt aber kaum braun. Flügel blass bräun- lichgelb tingirt, an der Basis heller. 4'". Ein Weibchen aus Faui, eine der Niko baren. 40. PTECTICUS ILLUCENS n. sp. Schwarz; Rüekenschild ohne Glanz, das Schildchen mit rostgelbem Rande ; Hinter- leib an der Basis verengt, intensiv schwarz, der ganze zweite Ring auf der Ober- und Unter- seite durchscheinend, weisslich (wie bei Hermetia iUucens), dritter bis sechster Ring an den Seiten mit je einem weisslich schimmernden Haarflecke. Kopf glänzend schwarz; Stirne hinten breit, nach vornezu bis zur Stelle wo die blasenartige Schwiele liegt, allmälig verschmälert, dann wieder etwas erweitert; die erwähnte Schwiele liegt unmittelbar ober den Fühlern, ist in der Mitte durch eine seichte Furche getheilt und hat eine umgekehrt herzförmige Gestalt, ihre Novara-Espeiiition. Zoologischer Theil. Bd. II. S c li i n e r. Dipler.i. 9 6ß Dr. J. E. Schiner. Farbe ist biüunlii.lj"clb ; Untergcsicbt gleichfalls bräunlichgelb, unterhalb der Fühler kurz beborstet- Fühler an der Basis schwarz, das dritte Glied braun, kurz und breit, die Ecken abge- rundet; Borste gelb, fast apical; Rüssel gelb. Beine schwarzbraun, die Vorder- und Mittel- schienen an der Basis etwas heller. Metatarsus und das nächste Tarsenglied der Mittelbeine gelb- licli. in Folge einer äusserst kurzen dichten Behaarung, so wie die Vordcrtarsen in gewisser Kithtung weisslich schimmernd. Flügel schwärzlichbraun tingirt, am Innenrande kaum licliter. 7"'. Ein Stück aus Hongkong. Gleicht dem Geäder nach und besonders im Habitus mehr den Merosargus-Arien, da aber das zweite Fühlerglied daumartig auf das dritte übergreift, so rauss sie zur Gattung Ptecticus gebracht werden. 41. PTECTICUS TENUIS n. sp. Q . Lebhaft rothgelb, glänzend, an den Brustseiten heller; der Hinterleib auf der Mitte der Rino'e niit je zwei braunen Makeln, welche am vierten und fünften Ringe zusammenlliessen ; Legerühre des Weibchens gelb, die Endlamellchen braun. Kopf glänzend schwarz, die Schwiele ober den Fühlern weisslich, in der Mitte tief eingedrückt, daher eigentlich in zwei warzenartig vortretende Ilöckerchen aufgelöst; Fühler gelb, das dritte Glied etwas verdunkelt, die Borste fein. Beine sehr schlank, die Hinterschienen an der Basis verdunkelt, die Vordertarsen mit Aus- naiime der Basis intensiv braun, die übrigen nur gegen das Ende zu etwas gebräunt. Flügel blass gelblich tingirt mit gelbbraunen Adern. 5'". Ein Weibchen aus Columbien. Es liegt mir ein zweites Stück von demselben Standorte vor, das in der Hauptsache mit obiger Beschrei- bung übereinstimmt, es ist aber doppelt so gross und die Flecke des Hinterleibes sind schwarz, die Stirne ist ganz so gebildet, wie bei I't. tenuis, docb ist dieses Stück offenbar ein Männeben; ich stelle es fraglich als Männchen zu Pt. teniiis, es wäre, wenn es wirklich zu dieser Art gehört, die Stirne in beiden Geschlechtern gauz gleich gebildet. 42. PTECTICUS CONOPSOIDES n. sp. Rüekenschild lederbraun, an den Brustseiten gelblich mit braunen Flecken; Schulier- beulen und die Leiste zwischen diesen und der Flügelbasis gelblich; Schildchen und Ilinter- rücken rostbraun, letzterer an den Seiten gelblich. Hinterleib keulenförmig, gelb, der zweite Ring rostbraun, der dritte und vierte an der Basis mit je einem braunen Wische, der fünfte und sechste vorne schwai-zbraun, auf der hinteren Hälfte Icderbiaun; Genitalien des Männchens vor- stehend, die Klappen dünn; Bauch gelb, die beiden letzten Ringe schwarzbraun. Hinterkopf und die Stirne oben schwarz, weiterhin glänzend gelb und sehr schmal, oberhalb der Fühler wieder erweitert und daselbst mit einer blasenartig aufgetriebenen Schwiele, die zwar lang- gestreckt aber weniger erhoben ist, als bei den übrigen rtecticus- krian. Untergesicht gelb; Fühler lebhaft rothgelb, drittes Glied verdunkelt, kurz und breit, vorne schief abgestutzt, die Borste fein; Rüssel gelb. Beine rothgclb, Vordertarsen braun, die hintersten braun, an der Basis rostgelb, die mittelsten rostgclb und nur die drei Endglieder braun; Hinterschcnkel unten mit einem braunen Wische. Flügel gleichniässig bräunlichgelb tingirt. Das Weibchen unter- scheidet sich von dem Männchen durch Folgendes: die Stirne ist vorne und hinten gleichbrcit und vom Scheitel bis zu den Fühlern gelb, der Ocellcnlleck ist schwarz und an den Seiten liegen schwarze Streifen, welche bis dahin gehen, wo die schwielenartige Erhöhung beginnt; der Hinterleib ist hinten noch breiter als bei dem Männchen. 6'". Colimibicn. Durch dii.' ziemlich stark verdickten Hinterschcnkel nähert sich die Art mehr dem Typus der Meni- HanjuH-hrU'n, das zweite Fülilerglied greift aber auf der Innenseite daumartig auf das dritte über und luich der gerundete Kopf spricht für die nähere Verwandtschuft mit Ptecticua. Diptera. 67 Ich weiss es nicht,, ob das beschriebene Weibchen zu dem Männchen gehört, es ist aber wahrschenilich, •weil das Flügelgeäder vollkommen übereinstimmt und auch die übrigen Merkmale bei beiden übereinstimmen; am bedenklichsten erscheint es mir, dass die Schwiele ober den Fühlern bei dem Männchen nicht so wie bei dem Weibchen hinten gerade abgestutzt ist. Beide Stücke stammen aus Columbien ; gehören sie nicht zusam- men, so wird es keine Schwierigkeiten veranlassen für eine derselben einen neuen Namen zu erfinden. 43. CHRYSOCIILORA VEÖPERTILIO F. Sargus vesperiilio F., System. Antl. 259, 14. — Sargus vespertüio Vf., Aussereurop. zweifl. Ins. II. 29, i. Das vorliegende Stück aus Brasilien stimmt nicht ganz mitWiedemann's Beschreibung, namentlich fehlen die dunkleren Flecke der Flügel oder es ist wenigstens nur der in der Nähe der Discoidalzelle etwas angedeutet; allein der Vergleich mit Wiederaa n n 'sehen Typen hat mich überzeugt, dass diese Differenz nicht wesentlich ist. 44. CACOSIS GRANDIS n. sp. Glänzend schwarz, sehr breit und plump, im Habitus mehr an die Ilermctinen als an Sarginen erinnernd. Rückenschild am Halse weiss, ganz vorne mit zwei gelben Fleckchen nebeneinander, die Schulterbeulen gleichfalls gelb; Schildchen am Rande durchsichtig gelb- bräunlich. Hinterleib an der äussersten Basis weissgelb, auf der Mitte des ersten Ringes mit einer weissen schwielenartigen Erhöhung; zweiter Ring mit weisslichen, dreieckigen, am Rande verschmälerten Seitenflecken; After braunroth; auf den vordersten Ringen eine kurze aber ziemlich auffallende schwarze Behaarung. Kopf schwarz, die Stirne breit, von der Mitte an bis zu den Fühlern gelblichweiss, das Untergesicht von derselben Farbe; die Stirne unmittelbar vor dem Ocellenhöcker quer eingedrückt, und dann steil erhoben, der dadurch vortretende Höcker in der Mitte wieder der Länge nach eingedrückt; um die Fühler eine kurze, aber ziem- lich dichte Behaarung, welche sich auch am Untergesichte bis gegen den Mundrand hin aus- breitet; der dicke Rüssel ist gelb; Fühler an der Basis schwarz, das dritte, lange, kegelförmige Glied ist schwarzbraun, an der Basis un'en recht auffallend behaart, die Endborste lang und ziemlich dick, aber völlig kahl. Schenkel glänzend schwarz, die vordersten an der Spitze innen mit einem weissgelben Streifen, Schienen und Tarsen weissgelb, die Tarsenendglieder kaum verdunkelt; in Folge der dichten und kurzen hellen Behaarung erscheinen die Schienen und Tarsen fast ganz weiss. Flügel am Vorderrande breit intensiv rostgelb, was sich bis zur Discoidalzelle herab ausbreitet; an der Flügelspitze, unmittelbar unter der Gubitalader ein schwarzbrauner Fleck, der sich nach innen zu bis zur Gabel der Gubitalader erstreckt, dann aber schmäler wird und weniger intensiv sich um den ganzen Flügelrand bis über die Analader hinaus ausbreitet; die Spitze der Analzelle ist ebenfalls braun; ausserdem ist die Flügelfläche ganz glashell. 9'". Ein V\^ eibchen aus Südamerika. Mit Sargus niger W. zunächst verwandt. Walker hat für diese Wiedoraann'sehe Art die Gattung Caeosis aufgestellt, ohne sie näher zu begründen. Es ist zu erwähnen, dass bei Sargus niger W. nicht so wie es bei Wiedemann heisst, die Unterseite des dritten pfriemförmigen Fühlergliedes kurz gefiedert und die Borste ungefiedert sei ; im Gegentheile ist — wie mir vorliegende Wiedemann'sche Typen zeigen — das dritte Fühlerglied nackt und die Bo rste an der Basis dicht gefiedert, wie auch Walker 's Abbildung {Diptera Saundersiana I. Taf. III, Fig. 1) ganz richtig zeigt. Auf dieses Merkmal bin könnte aber die Gattung Caeosis nicht begründet werden, weil viele Sarginen, eine am Grunde mehr oder wenig gefiederte Borste haben (namentlich mehrere Merosargus-Krttn) und im Gegentheile, obige Art, die offenbar mit S. niger in dieselbe Gattung gebracht werden muss, eine ganz nackte Fülilerborste zeigt. Ein besseres generisches Merk- mal liefert die Bildung des dritten Fühlergliedes, das, abweichend von den Chrysochloren sehr lang und robust 68 /)/-. J. B. Seh in er. eine vollständig pfriemförinige Gestalt hat; ausserdem tritt ein ganz eigentliümlicher Habitus hinzu, so tiass ich keinen Anstand nehme, die Gattung Cacosis als begründet zu betracliten. Sargus hirticornis W. dürfte gleichfalls hieher gehören. D. RAPHIOCERINAE. HISTIODUOMA nov. gen. Die gewöhnlich zur Sarginen-Gruppe gerechneten Gattungen Ilaphiocera, Hoplistes, Dicranophora, Basentidema und Analcocerus zeigen im Habitus und in einigen besonders her- vortretenden Merkmalen eine so grosse Übereinstimmung unter sich, dass sie zweckmässiger in eine besondere Untergruppe gereiht werden dürften, welche man die der liaphiocei-inae nennen und als gleichwerthig mit den Untergruppen der Strationajiiae, rachijgastrinae, Sarginae, Jier- metinae und Beridinae betrachten könnte. Von diesen Gattungen scheinen liapliiocera und Iloplistes nicht genügend charakterisirt und unterschieden. Diese Gattungen wurden von Mac- (juart in den Suites ä Buftbn (I. 253) aufgestellt, und es heisst daselbst von liaphiocera: . . . „troisienje article des antennes subule', de six divisions?, style terminal" . . . von Hoph'stes . . . „tioisieme article des antennes lenticulair e, de quatre divisions, style insere ä la base de la (juatrieme; une cellule marginale aux alles* . . . Zur Unterscheidung hätte sonach die Form des dritten Fühlergliedes und die Zahl der Marginalzellen zu dienen. In den Dipteres exotiques (I. 1, 194) bemerkt Macquart, dass er durch Wiedemann's Abbildung getäu.-cht, der Gattung Hoplistes nur eine einzige Marginalzelle zugeschrieben habe, w^ährend in der That, wie bei llaphiocera zwei vorhanden seien. Es bleibt somit für die Unterscheidung nur noch die Form des dritten Fühlergliedes übrig, wobei zu bemerken, dass der ganz apicalen oder etwas subapi- calen Stellung der Borste kein besonderes Gewicht beigelegt werden kann, weil der Unterschied so unbedeutend ist, dass Wiedemann, Macquart und Loew bald die apicale, bald die sub- apicale Stellung als vorhanden annehmen und in der That Jedermann, nach dem eben vorlie- genden Individuum sich in derselben Lage befinden wird. In der analytischen Tabelle der Stratio- myden (Dipt. exot. I. 1, 173) trennt Macquart, die Gatinng Hoplistes von Itaphiocera durch die Form des dritten Fühlergliedes; von der Stellung der Borste ist keine Ifede mehr, im Gegentheile sagt er bei Hoplistes in der Diagnose ganz einfach „style terminal." Das dritte Fühlerglied soll bei Raphiocera „subul^", bei Hoplistes aber „len tic iilaire" sein. Ti'otzdcm heisst es bei Hoplistes in der ausführlichen Diagnose (1. c.) . . . „trosiemo article des antennes . . . „ovalaire", in den Abbildungen von Haphiocera armata und Hoplistes bispinosus (1. c. Taf. 24, Fig. 2) zeigt die Form des dritten Fühlergliedes keinen wesentlichen Unterschied, sie ist eben so wenig bei Haphiocera als „subule" wie bei Hoplistes als „lenticulaire" dargestellt. Das, was Macquart (1. c. 196j von der Gattung Haphiocera sagt, macht die Sache nicht klarer. Ich glaube selbst aniichmcn zu können, dass Macquart's Haphiocera armata mit Wiede- mann's Sargus hoplistes, d. i. der typischen Art der Gattung Hoplistes identisch sei. Für diese Meinung spricht Folgendes: Die Beschreibung von Hoplistes pomaceus, wie Macquart den Sargus hoplistes W. umtaufte, ist nichts als eine Reproduction der Wie deman nn 'sehen Beschreibung; später erwähnt Macquart diese Art nirgends mehr und so dürfte es kaum zweifelhaft sein, dass Macquart den Sarg^is hoplistes W. gar nicht kannte oder vielmehr ver- kannt hat. Dies geht daraus hervor, weil Macquart's Äa^j/ubcem armata fast ganz mit den typischen Stücken Wiedemann's, die mir \on Sargus hoplistes vorliegen, übereinstimmen, und namentlich dci' Uückonsdiild nicht so schlank wie in der Abbildung Maecjuart bei Hopli- stes bispinosus, sondern in dui- That so gebildet ist, wie Macquart's Abbildung von liaphio- Diptera. 69 cera armata zeigt. Was Loew zur Unterscheidung der beiden Gattungen Raphiocera und Hoplistes in den Verhandlungen des zoologisch-botanischen Vereins (Bd. V, S. 147) anführt (vorletzte Vorderrandzelle lang bei Höchstes und vorletzte Vorderrandzelle kurz bei Raphiocera) ist nicht sticlihäitig; die beiden Vorderrandzellen sind bei Sargus hoplistes, armatus, hortidanus hispinosus, die ich kenne, fast gleich gebildet. Es würde, wenn man die Gattung Hoplistes auf- recht erhalten will, nichts erübrigen, als für sie die schlanke, vorne und hinten gleichbreite Gestalt des ßückenschildes und die verhältnissmässig längeren und schlankeren Beine als Gattungsmerk- njale festzuhalten und dann Sargus hispinosus W. als typische Art zu betrachten ; die Arten mit plumperem, vorne viel schmäleren Rückenschilde und kürzeren kräftigeren Beinen aber ulsRaphio- cera-Arten gelten zu lassen. Dann wird aber Sargus hoplistes W. zur Gattung Raphiocera zu stidlen sein, wogegen um so weniger einzuwenden sein wii'd, als Macquart selbst seiner aus- führlicheren und richtigeren Diagnose der Gattung Hoplistes in den Dipteres exotiqaes (Bd. I. 1, 195) nicht den Sargus hoplistes W., sondern den Sargus bispirioaus W. zu Grunde legte. Von allen Gattungen der Raphiocerinen weicht der Sargus inermis W. so sehr ab, dass für denselben eine besondere Gattung errichtet werden muss. Das Unbewehrtsein des Schild- chens ist nicht das Hauptmerkmal, es könnte desshalb aliein eine Trennung nicht gerechtfer- tiget werden, zumal auch bei der Gattung Basentidema das Schildchen ungedornt ist; wohl aber ist das Flügelgeäder von Sargus inermis so eigenthümlich, dass sich durch dieses Merkmal, welches auch eine scharfe Grenze zwischen der Gattung Basentidema bildet, die neue Gattung, welche ich Histiodrom,a nenne, genügend eharakterisiren lässt. Ich lasse die Beschreibung dieser Gattung hier folgen: Kopf halbrund, mit breiter Stirne in beiden Geschlechtern und stark entwickeltem, wul- stig aufgetriebenem Hinterkopfe; Rüssel vorstehend, die Saugflächen breit und dick; Fühler dreigliedrig, das erste Glied cylindrisch, länger als die beiden folgenden zusammen, das zweite nicht ganz halb so lang als das erste, das dritte kurz, dreiringlig, der dritte Ring von anderer Beschaffenheit als die beiden ersten unu gleichsam in der Bildung der dicken, deutlich zwei- gliedrigen, vollständig apicalen Endborste theilnehmend ; die drei Ocellen in gleichem Abstände voneinander; Rü ckenschild lang und stark, vorne verschmälert; Schildchen ungedornt, an der Stelle der Dornen zwei, kaum wahrnehmbare Erhabenheiten; Hinterleib mit sechs sicht- baren Ringen; der erste Ring auf der Mitte wulstig aufgetrieben, die Genitalien bei einem Geschlechte, das ich für das männliche halte, etwas vorstehend, am Bauche eingeklappt, am Ende kurz griffelartig, vorne abgestutzt und fein bewimpert, bei dem anderen Geschlechte ganz versteckt, im letzten Ringe eingezogen. Beine massig lang, ungefähr wie bei der Gattung Raphiocera^ die Mittelschenkel länger als die übrigen. Flügel viel länger als der Hinterleib, am Vorderrande stark erweitert und vorne rundlich abgestutzt, im Umrisse daher keulenförmig; Mediastinal- und Subcostalader knapp am Flügelrand verlaufend, undeutlich; die Radialader sehr lang, fast bis zur Flügelspitze reichend, die Zelle, welche sie unten begrenzt daher sehr breit; Cubitalader kurz gegabelt; die Discoidalader steil, und etwas entfernt von der Flügel- basis aus der Posticalader entspringend, etwas jenseits der FlUgelmitte eine kleine sechseckige Dlscoidalzelle umrahmend, aus welcher vorne drei Adern ausstrahlen; die hintere Basalzelle schmäler als die vordere, an ihrer Spitze eine Ader zum Flügelrand sendend; Analzelle schmal, am Rande geschlossen, der Flügellappen rudimentär. Typische Art: Histiodroma inermis W. Von den Raphiocerinen ausser Basentidema durch den Mangel der Dornen am Schildchen, von Basentidema durch das Flügelffeäder verschieden. 70 Dr. J. B. Schiner. 45. IirSTIODROMA INERMIS W. SargHs inermis W., Aussereur. zweifl. Ins. II. ol, 7. Aus Brasilien. 4G. RHAPIIIOCERA ARMATA W. Sarijus armatns W., Aus.sereurop. zwcifi. Ins. II. 29, 8. — Raphiocera armata'üs.cn., Dipt. exot. I. 1. Taf. 24 Fig. 2. Zwei Stücke aus Brasilien, welciie mit Maquart's Beschreibung bis auf dea Umstand stimmen, dass der Augenbinterrand nicbt blos oben, sondern durchaus apfelgrün ist; ich glaube, dass diese Diiferenz nicht ■s\'ichtig genug ist, um eine neue Art zu begründen, sondern dass sie nur den Geschlechtsunterschied bezeichne. Voraussichtlich ist Raphtocera FalleniVevij auch ■weiter nichts als eine Varietät von Eh. armata. Nach Wiedemann hätte das Untergesicht auf jeder Seite einen grossen apfelgrünen Punkt; bei meinen Stücken ist das Untergesicht an den Seiten apfelgrün, was sich etwas über die Fühler hinaufzieht. Ich weiss daher nicht, ob meine Stücke zu Rh. m-mata W. gehören, zu Rh. «/-motoMacq. glaube ich sie sicher stellen zu können. 47. HOPLISTES HORTULANUS W. Sargus horttilanus W., Aussereur. zweifl. Ins. II. 32, 9. Ein Stück aus Brasilien stimmt vollkommen mit der Wiedemann'sehoa Beschrei- bung; es fehlen demselben die Fühler. E. HERMETINAE. 48. HERMETIA ILLUCENS L. Musca illucens L., Syst. nat. XII. 9S3, 23. — Kemotehis ülucens Degeer. Mem. s. 1. ins. VI. 205, 3. Taf. 29, Fig. 8. — Hibio illucens F., Mantissa ins. II. 328, 2. — Mydas illucens F., Entom. System. IV. 2,")3, 2. — Hermeiia illu- cens F., System. Antliat. G2, I. — Hermetia illucens W., Aussereur. zweifl. Ins. II. 22, 1. — Xylophagus illu- cens Lam., Hist. d. anim invert. III. 355, 2. — Mxisca leucopa L., System, nat. XII. 983, 23. — Syrphus leucopus F., Mantissa ins. II. 338, 41. — Hermeiia illucens Macq. Dipt. exot. I. 1, 177. Taf. 21, Fig. 2. Es liegen mir von dieser viel verkannten Art vier Männchen und zwei Weibchen vor, davon drei aus Brasilien und drei aus Columbien. Nach W icdcmann's Beschreibung zeigt sich die einzige Differenz, dass nur an den Hinterbeinen die Basis der Schienen weisslich ist. Meine Stücke stimmen mit den typischen Exem])]aren der Wiedemann 'sehen und v. Winthem' sehen Sammlung. 49. HERMETIA COARCTATA Mcq. Dipteres exotiques Siippl., I. 50, 2. Macquai't's Beschreibung passt in der Hauptsache auf zwei Weibchen aus Süd- amerika, noch besser aber die Beschreibung Bellardi's in seiner Bitterologia messicana (I. 24, 1). Die Fühler sind länger als bei den anderen Arten, das dritte Glied ist an der Basis ziemlich dick. Die hintersten Metatarsen sind auffallend lang; die Flügel an der Basis entschie- den rostgelblich. Die Spitze schwärzlich. Ein kurzer, rücklaufender Aderanhang an der Stelle, wo der zweite zum Flügelrandc ausstrahlende Ast der Discoidalader entspringt ist bei dieser Alt, wie bei IL iUncoia sehr auffallend. 50. her:\ietia APICALIS W. Aussereur. zweifl. Ins. II. 25, 5. Vier Stücke aus Südamerika (zwei Männchen, zwei Weibchen), auf welche Wiedc- m a n n's Beschreibung ganz zutreffend ist; die durchscheinenden Flecke am zweiten Hintcrleibs- ring sind klein und bei allen vier Stücken rostgelb; die weissen StirnHecke sind sehr auffallend. Diptera. 71 51. HERMETIA ALBITARSIS F. Hermetia albitarsis F., System. Antl. 63, 4. — Hermetia alhitarsis Wie dem. , Aussereur. zweifl. Ins. II. 24, 4. Ein Männchen aus Columbien stimmt genau mit Wiedemann's Beschreibung, nur ist es kleiner (4'") als Wie de mann angibt (6"). Sehr charakteristisch ist die ganz platte, silber- weisse Stirne, bei der keine Spur eines Mittelhöckers vorhanden ist. H. himaculata und H. sexmaculata M c q. dürften als Synonyme hieher gehören. F. BERIDINAE. 52. HETERACANTllIA RUFICORNIS Macq. Dipteres exotiques Suppl. IV. 44, Taf. 5, Fig. 2. Ein Weibchen aus Columbien. Die Gattung Ileteracanthia ist eine wohlbegründete, sie gehört nach den dermalig angenommenen Gruppenmerkmalen, wegen des siebenringligen Hinterleibes zu den Beridinen, zeigt aber sowie die Gattung Acantliomyia eine unverkennbare Verwandtschaft mit gewissen Pachygastrinen, z. B. mit Cyanauges. 53. BERIS CAERULESCENS n. sp. Rückenschild und Schildchen schwarzblau, metallisch glänzend mit kupferrothen Refle- xen; die vier Dornen des Schildchens und die Brustseiten schwarz. Hinterleib schwarzbraun, auf den ersten vier Ringen mit einer rostgelben, den Seitenrand nicht erreichenden Rücken- makel, der Bauch mit Ausnahme der Spitze ganz rostgelb. Kopf schwarz, die Stirne äusserst schmal, ober den Fühlern etwas erweitert und daselbst mit einem silberweissen Doppelfleckchen; Untergesicht an den Seiten weissschimmernd. Fühler schwarzbraun; Rüssel bräunlichgelb, Beine gelb, ein Ring an der Spitze der Hinterschenkel, die Hinterschienen und alle Tarsen mit Ausnahme der Metatarsen schwarzbraun. Flügel blass bräunlichgelb tingirt, das Randmal schwarzbraun, von demselben erstreckt sich bis über die Discoidalzelle hinaus eine blass braune Querbinde, die Adern sind schwarzbraun. 3Vi"'. Columbien. Von Beris macuUpennis Blanch. durch die Färbung der Beine verschieden. 54. ACTINA ELEGANS n. sp. ^ . Rückenschild und Schildchen metallisch blaugrün, letzteres mit vier langen gelben Randdornen; Hinterrücken schwarz. Hinterleib an der Basis, an den Seiten und an der Spitze schwärzlich, auf der Mitte und am Bauche rostgelb, die einzelnen Ringeinschnitte oben, und breite Flecke unten bräunlich. Kopf schwarz, die ziemlieh breite Stirne kaum ins Biäun- liche ziehend; das Untergesicht an den Seiten bräunlich; Fühler rothgelb mit schwarzer Spitze; Rüssel und Taster gelb. Beine gelb, Hinterschenkel mit Ausnahme der Basis und eines Ringes auf der Mitte, Hinterschienen mit Ausnahme der Basis und alle Tarsenendglieder braun, letztere beinahe schwarz. Flügel blass bräunlichgelb tingirt, das Randmal intensiv bi-aun, scharf begrenzt; die dritte der aus der Discoidalzelle vorne ausstrahlenden Adern rudimentär, doch durch eine sehwache Ecke der Discoidalzelle, da wo sie gewöhnlich entspringt und durch eine Flügelfalte klar angedeutet. 3'". Zwei Männchen aus Chile. Die Art hat mit Actina tihialis Mcq. grosse Ähnlichkeit, ist aber grösser und unterscheidet sicli von ihr ausserdem durch die braunen, gelbgeringelten Hinterschenkel und das Flügelgeäder. EXAIRETA nov. gen. Maequart hat in der Dipteres exotiques (1. 1, 172) eine Gattung Diphysa neu aufgestellt und als typische Art dieser Gattung den Xylo])hagus sinniger und A'. rufipalpis W. bezeichnet, 72 Dr. J.E.Schiner. kannte aber keine dieser Wicd enian n'selien Arten, wie die oberflUchliciisle Vergleicliung mit der Gattungsdiag-nose herausseilt. Das „ailes ä petite cellule discoidale et qiiatre cellules posterieures" passt nicht im mindesten auf den eeliten Xylophngus spiiuger Wied em annn's, den ich aus typischen Stücken der v. W in t he m' sehen Sammlung genau kenne. Wollte man aber daran dennoch zweifeln, so würde zur Beseitigung jedes weiteren Zweifels genügen, dass jMaequart auf derselben Seite seines Werkes, wo er die Ga.iiur\g Diphysa charakterisirt und unmittelbar darnach, den echten Wiedcni an n' sclien Xijlophagtis spiniger als neue Art unter i^am'^&m&nBerisServiUei besehreibt, ^^'as Macquart unter seiner Gattung Diphysa ver- steht, kann nur aus dessen Diagnose und aus den Arten erkannt werden, welche er selbst zur Gattung Diphysa brachte. Es sind dies Diphysa sexpinosa {^Dipt. exot. Suppl. I. 46, Taf. V, Fig. 1) und Diphysa maculiventris (1. c. Suppl. IV. 43, 1, Taf. V, Fig. 5). Beide Arten haben, der Diagnose gemäss, nur je vier Hinterrandzellen; sie haben einen kurzen, runden Hinterleib mit 5 — 6 Ringen und gehören daher nicht zu den Beridinen, sondern vielmehr zu den Pachyga- strinen, keine derselben hat auch nur die entfernteste Verwandtschaft mit dem Xylophagus spi- «/V/er W. und Macqu art hat durch ein Missverständniss eine Verwirrung veranlasst, welche leicht damit berichtiget werden kann, dass man eben den offenbaren Irrthum Macquart's erkennt und sich davon überzeugt, dass Macquart eine andere Art als Xylophagus spiniger gelten Hess, während er den echten Xylophagus spiniger W. für -eine neue Beris-Xrt gehalten hat. Loew hatte daher Unrecht, Macquart einer Inconsequenz in der Auffassung seiner eige- nen GaLttung Diphysa zu beschuldigen — Macquart ist darin sehr consequent geblieben — nur der Vorwuif trilft ihn, den Xylophagus spjiniger \V. verkannt zu haben. Da somit der Name Dipihijsa Mcq. auf Formen, wie die genannten Wiedcman n 'sehen Xylophagen (X. spiniger und rußpalpisj nicht angewendet werden kann, diese aber eine gene- rische Trennung erheischen, so sehe ich mich veranlasst, die Gattung Exaireta zu benennen und in folgender Weise zu charakterisiren : Kopf halbrund, hinten ziemlich staik ausgehöhlt, Stirne in beiden Geschlechtern gleich- breit und ziemlich schmal, tiefer liegend als der Augenrand; Fühler auf der Mitte des Kopfes eingefügt, die beiden ersten Glieder massig lang, das zweite napfförmig und kürzer als das erste, das diitte lang oder sehr lang, mit mindestens zehn Ringen, von denen der erste der längste ist, die Endringe aber so nahe aneinander liegend, dass sie nicht deutlich unterschieden werden können, an der Spitze einige Borstenhaare, sonst aber weder Grilfel noch Endborste vorhanden; Rüssel vorstehend, die breiten Saugflächen am üntergesiehte aufliegend, die Taster schmal und mehrgliedrig (? dreigliederig), das vorletzte Glied am Ende etwas verdickt, das letzte kurz, cylindrisch mit stumpfer Spitze. Untergesicht und Stirne flach, letztere mit zwei bandförmigen Längsstreifen, der Ocellenhöcker, mit den drei deutlichen, in gleichem Abstand gestellten Punkt- augen, nur wenig erhoben. Eückenschild flach gewölbt; Schildchcn gross, hinten etwas in die Höhe gerichtet, am Rande mit vier starken, langen Dornen. Hinterleib mehr als doppelt so lang als der Rückcnschild, flachgedrückt, siebenringlig, die Genitalien klein, beim Männchen durch zwei kurze, griftelartige Kläp])chen, beim Weilichcn (hiich zwei etwas auswärts gerichtete Endlamcllchen besonders charakterisirt. Beine schlank, die 1 linterschenkel stark verlängert und an der Spitze keulenförmig verdickt; JIctatarsen länger als die übrigen Glieder zusammen, die hintersten etwas, die llinterschienen ziemlich stark verdickt und daher plump; die llaft- lappcn und das Enjpodium sehr entwickelt, alle drei gleich gross. Flügel nackt, Mcdiastinal- und Sul)(ost;dader nur vorne getiennt, Cubitalader in den Flügclvorderrand mündend, ziemlich kurz gegabelt, die obere Zinke dem Hauptasle aufgesetzt, schiefliegend; die Discoidalzelle Bipte7-a. 73 siebeneckig-, vorne vier Adern zum Flügelrande aussendend, daher fünf Hinterrandzellen vor- handen; Schwinger gross mit breitem Knopfe. Typische Art: Xylojphagus s^iniger W. 55. EXAIRETA SPINIGERA W. Xylophagus spiniger W., Aussereur. zweifl. Ins. II. 618. — Beris Servillei Macq. Dipt. exot. I. 1, 172, Taf. XXI, Fig. 1 und Suppl. I. 47, 1. — Diphysa spinigera Walk., List of spec. of dipt. ins. Suppl. I. 7. Drei Männchen und zwei Weibchen aus Neu-Seeland (Sydney, Auckland). 56. EXAIRETA LONGICORNIS n. sp. 5 . Rückenschild schwatzblau mit schwachen kupferrothen Reflexen und zwei breiten •welsslichen Haarstriemen, die sich vorne in einen spitzen Winkel mit eben solchen knapp am Rande verlaufenden und unter der Flügelbasis endenden Striemen verbinden; über der Brust zwei ebenfalls aus kurzen Härchen gebildete Querstriemen. Schildchen sehr lebhaft kupferroth schimmernd mit vier gelben Dornen. Hinterleib sehr lebhaft metallisch blau, besonders an der Basis und an der Spitze, auf der Mitte mehr ins Kupferröthliche ziehend. Kopf schwarz, Untergesicht weiss behaart mit einer schwarzen Mittellinie, ober den Fühlern ein v?eisses Haar- fleckchen; die Fühler einfarbig braunschwarz, die beiden ßasalglieder sehr kurz, das dritte Glied sehr lang, bis zur Spitze hin fast gleichbreit und (im vorliegenden Stücke wenigstens) wie bei Toxocera auswärts gebogen; Rüssel gelb; Taster gelblich an der Spitze braun. Beine schwarzbraun, die Hinterschenkel sehr stark verdickt, keulig, an der Basis dünner; an den vor- deren beiden Paaren sind die Kniee bräunlichgelb, an allen Paaren die Tarsen weisslich, mit kaum etwas dunkleren Endgliedern. Flügel blass bräunlich tingirt, am Hinteri-ande fast glashell, das Randmal intensiv schwarzbraun. 5'". Ein Weibchen aus Chile. Die völlige Übereinstimmung im Baue des Mundes und aller übrigen Merkmale spricM für die Stellung dieser Art bei Exaireia, obwohl das dritte Fühlerglied, nicht sowohl in der Anzahl der Ringe, als in der Länge und Gestalt ziemlich auffallend von Exaireta spinigera abweicht. FAMILIE XYLOPHAGIDAE. Folgende Gattungen sind bisher aus der Familie der Xylophagiden bekannt gemat'lit worden; Xylophagus und Subula von Meigen; Pachystomus von Latreille; Rachicerus von Haliday; Heterostomus von Bigot; Dialysis von Walker und Lagarus von Philippi. Walker hat auch die von ihm neu auf- gestellten Gattungen Cyclotelus (synonym mit Agapophytus Gudrin), Dimassus und Phycus zu den Xylophagiden gebracht, sie gehören aber richtiger zu den Thereviden und werden daselbst berücksichtiget werden ; über die Gattung Nonacris WIk., die scliwerlich hieher gehören dürfte, weiss ich nichts anzuführen und eben so wenig über die Gattung Bolbomyla Lw., welche der Autor selbst ursprünglich zu den Xylophagiden brachte, später jedoch ohne anzugeben, wo- hin sie eigentlich gehört, wieder davon entfernte. Die Gattungen Electra und Cliry- soihemis Lw., für Bernstein-Dipteren errichtet, gehören gleichfalls zu den Xylopha- giden und zwar in die Gruppe der Rachicerinen, aus der mir bisher keine einzige Art bekannt geworden ist. Es ist von Loew bezweifelt worden, ob Dialysis Wlk. eine Xylophagiden-Gattung sei — dieser Zweifel ist begründet — da jedoch Walker zu der einzigen Art Dialysis dissimilis wenigstens als fragliches Synonym NoTara-Expedition. Zoologischer Theil. Bd. II. Schiner. Djptera. 10 74 Dr. J. E. Schi n er. den Xylophagus amcricanus W., also eine eclite Sulntla-kvi citirte, so ist es, trotz der nicht ganz genügenden Diagnose am gerathensten, die Gattung Bialysis vorläufig bei den Xylophagiden zu belassen. Ziemlich abweichend von dem Typus der übrigen Gattungen ist die Gattung Heterostomus Bigot, für ihre Stellung bei den Xylophagiden spricht jedoch die Bildung der Mundtheile, die kleinen Flügel- schüppchen und das Geäder. Die viel verkannte Gattung Inopus Wlk., welche der Autor zu den Xylophagiden stellte, Loew aber ganz unbegründet mit der Gattung Metoponia Mcq. identificirte, gehört zu den Coenomyiden , wie ich bei dieser Familie näher begründen werde. Es sind 24 Xylophagiden-Arten beschrieben worden, von denen 7 auf Europa, 11 auf Amerika, 3 auf Asien, und je eine auf Afrika und Australien entfallen, von vier Arten aber der Standort nicht bekannt ist. Die Novara-Expedition hat nur eine einzige Art aus dieser Familie mit- gebracht, es ist aber eine Heterostomus- kvt und desshalb jedenfalls eine höchst interessante Acquisition, weil damit über diese so merkwürdige Gattung ein voller Aufschluss gegeben ist. HETEROSTOMUS CURVIPALPIS Bigot. Annales de la soc. entom. de France. Ser. III. tom. V. 283, Taf. VI, Fig. 5. Ein Stück aus Chile. Die Beschreibung Bigots's ist genügend, um die Art mit Siclier- heit zu erkennen. Der robuste Körper und der verhält nissmässig kleine runde Kopf deuten schon auf eine Verwandtschaft mit den Coenomyiden, so dass die Gattung als ein Verbindungsglied zwischen den Xylophagiden und Coenomyiden betrachtet werden kann. FAMILIE COENOMYIDAE. Für diese Familie sind folgende Gattungen aufgestellt worden: Sicus von Fabricius, Coenomyia von Latreille, Chiromyza mit welchem die Gattung Xenomoypha Mcq. zusammenfällt, von Wiedemann, Arthropeas von Loew, Coe- nura von Bigot und Hylorus von Philippi. Ich glaube mit vollem Rechte auch die Gattung Inopus Wlk. hieher stellen zu können. Die Gattung Sicus Fabr. fällt aus, da sie mit Coenomyia Ltr. identisch ist, der Name Sicus von Scopol! auch bereits früher für eine Conopiden-Gattung verwendet worden ist. Chiromyza^. wurde von Loew zur Familie der Sti'atiomyden gebracht, was ich nicht gerechtfertiget finde. Der liochgewölbte robuste Eückenschild, der hinten spitz auslaufende Hinter- leib, so wie der verhältnissniässig kleine Kopf deuten schon habituell auf eine nähere Verwandtschaft mit den Coenomyiden hin, es spricht aber dafür auch die Bildung des Mundes, das Flügelgeäder und die Gestalt der Genitalien. Chiromyza bildet mit llylorus und Inopus eine ganz natürliche Untergruppe in der Familie der Coenomyiden, die sich durch den schlanken Körperbau von den genuinen Coenomyiden-Gattungcn absondert und als Gruppe der Chiromoyzinon bezeichnet werden könnte. Ich kann es nicht begreifen, wodurch Loew die Gattung Inopus Di'ptera. 75 mit der Gattung Metoponia Mcq. zu identificiren sich veranlasst gefunden hat. Die Gattung Inopus hat eine einfache Cubitalader, Metoponia aber eine gegabelte, was schon allein genügend wäre, um an eine Identität auch nicht im entferntesten zu denken. Es gibt keine Stratiomyden-Gattung mit einfacher Cubitalader, wohl aber hat die Gattung Ghiromyza eine ungegabelte Cubitalader und es muss daher schon dieses einzigen ümstandes wegen, an eine Verwandtschaft zwischen Inopus und Ghiromyza gedacht werden. Vergleicht man weiters die übrigen von Walker angegebenen Merkmale und namentlich die Form des Untergesichtes, wie es in den Dipteris Saundersianis (Taf. I, Fig. 7 a) abgebildet ist, so wird die Überzeu- gung einer nahen Beziehung zwischen den beiden genannten Gattungen eine so grosse, dass man schliesslich kaum anzugeben vermöchte, wodurch sich die Gat- tung Inopus von Ghiromyza eigentlich unterscheiden soll. In der That wäre ich sogar geneigt, Inopus despectus Wlk. mit Ghiromyza fusca W. für identisch zu halten. — Walker kannte nur das Männchen von Inopus despectus — bekanntlieh sind aber die Männchen von Cliiromyza im Habitus von den Weibchen so sehr ver- schieden, dass, wenn man nur an den gestreckten, hinten zugespitzten Hinterleib der CÄ?Vo7?^?/sa- Weibchen an den dicken kräftigen Rüekenschild und den kleinen Kopf derselben denkt, man durch ein einzelnes Männchen, mit dem verhältnissmässig grösseren Kopf und dem breiten und gleichbreiten Hinterleib sehr leicht zu der Täuschung verleitet werden könnte, als läge der Repräsentant einer ganz neuen Gattung vor. Diese Täuschung wird um so grösser, wenn ausserdem etwa das Geringeltsein des dritten Fühlergliedes übersehen wird, ein Umstand der ja doch auch Maequart zur Aufstellung semer Gditiung Xenomorp)ha veranlasste, weil selbst der so scharfsichtige Wiedemann bei der Gattung Cliiromyza das Geringeltsein des dritten Fühlergliedes übersehen zu haben scheint, wenigstens davon nichts erwähnt und auch in der Abbildung diesen Umstand nicht markirte. Jedenfalls betrachte ich die Gattung Inopus als eine mit Ghiromyza nächstverwandte. Hylorus Phil, unterscheidet sich von den beiden genannten Gattungen nur durch die Gabe- lung der Cubitalader und vermittelt somit durch dieses Merkmal gleichzeitig die nahe Verwandtschaft der Chiromyzinen mit den echten Coenomyiden, bei denen das Gegabeltsein der Cubitalader wie bei allen Dipteris cycloceris als ein Cha- rakter essentialis zu gelten hat. Die Verwandtschaft von Goeniira Bigot mit Arthropeas Lw. dürfte kaum zu bezweifeln sein. Es sind bisher 12 Coenomyiden-Arten beschrieben worden, wovon nur eine einzige auf Europa, 6 auf Amerika, 3 auf Australien und eine auf Asien entfällt, von einer Art aber das Vaterland nicht bekannt ist. Die europäische Coenomyia ferruginea Ltr. ist auch in Nordamerika aufgefunden und von Say als Goenomyia pallida beschrieben worden. 76 Dr. J. E. Seh in er. 1. CHIROMYZA VITTATA W. Nova dipteror. gen. 20, Fig. 8 und Aussereur. zweifl. Ins. I. 237, 1. — -lenomorp/ia le^tiformis Moq., Dipt. exot. I. 1, 193, 1, Taf. XXIU, Fig. 1. Es liegen mir acht Miinnclien und vier Weibchen aus Colunilnen vor, auf welche Wiedemann's Beschreibung bezogen werden kann. Wiedemann hat die drei von ihm auf- gestellten Chiromyza- Äxten nicht so ausführlich und präcis beschrieben, um sie mit aller Bestimmtheit zu erkennen; zur Veimeidung neuer Namen will ich trotzdem diese Beschrei- bungen für die drei mir vorliegenden Arten verwenden und dasjenige ausführlicher beifügen was zur Ergänzung nothwendig ist. Das Männchen von Chiromyza vittata W. meiner Inter- pretation, hat einen braunen ßückenseliild, der oben mit einem dichten, goldgelben Tomente bedeckt ist, welches in gewisser Richtung dunklere, doch immer sehr undeutliche Striemen und Flecke hervortreten lässt; Schildchen und Hinterleib sind matt rostgelb, letzterer au der Basis, an den Seiten und an der Spitze, zuweilen auch an den Einschnitten schwärzlich, was in den einzelnen Stücken übrigens sehr abändert, so dass bald die schwarze, bald die rostgelbe Grund- farbe vorherrscht; Genitalien rothgelb, gritielartig vorstehend. Kopf schwarz, die Augen in einer laugen Strecke sich berührend und fast den ganzen Kopf einnehmend; Stirndreieck und Untergesicht lederbraun, letzteres in der Mitte tief eingedrückt, der Eindruck vorne erweitert, in der tiefsten Stelle mit einer rundlichen Erhöhung; Fühler schwarzbraun, das zweite Glied rothgelb, das Endglied an der Spitze vielborstig. Beine fablbräunliehgelb, an der Basis am hellsten, an den Knien und Schienenspitzen fast braun, die Tarsen alle braun. Flügel bräun- lich tingirt, bei den meisten Stücken die Adern dunkler, aber nie regelmässig gesäumt; Schwin- ger schwarzbraun, an der Basis heller. öVo'". Das Weibchen ist fast doppelt so gross als das Männchen, seine Färbung im Ganzen viel heller, die letzten Hinterleibsringe schwarz, mit rost- gelben, etwas aufgeworfenen Einschnitten; die Legeröhre weit vorstehend und sehr spitz aus- laufend. Kopf schmutzig ledergelb ; Stirne breit, auf der Mitte mit einem Längseindrueke ; Fühler fast ganz rostgelb, nur an der Spitze schwarz ; die Aushöhlung des Untergesichtes ver- hältnissmässig breiter und grösser als bei dem Männchen, die Flügel mehr ins Rostgelbliche zie- hend. 10'". 2. CHIROMYZA FUSCANA W. Dipt. exot. I. 115, 2 und Aussereur. zweifl. Ins. I. 238, 2. Zwölf Männchen aus Südamerika. Der ganze Leib viel dunkler braun als bei Chiro- myza vittata. Das helle Toment auf der Oberseite des Rückenschildes, wie bei^ der genannten Art, die Zeichnungen aber noch undeutlicher; Schildchen rothgelb; Hinterleib schwarzbi'aun, nur die Genitalien unten und an der Spitze rostgelb. Beine braungelb, Schenkel an der Basis heller, alle Kniee breit braun, die Spitze der Schienen und Tarsen ebenso gefärbt. Kopf schwarz, Untergesicht durch ein helleres Toment lichter erscheinend; Fühler pechbraun. Flügel ziemlich intensiv bräunlichgrau tingirt, fast schwärzlich, am Vorderrande intensiver und ebenso um die Flügeladern stellenweise sehr verdunkelt; Schwinger schwarzbraun. 5'". 3. CHIROMYZA OCHRACEA W. Nova genera dipteror. 20 und Aussereur. zweifl. Ins. I. 238, 3. Sechs Männchen und ein Weibchen aus Brasilien, auf welche Wiedemann's Beschreibung angewendet werden kann. Die Art zeichnet sieh durch grössere Schlankheit des Körpers und den vcrhältnissmässig grösseren Kopf des Männchens besonders aus, sie zeigt daher einen etwas verschiedenen Habitus. Die Färbung ist ein lichtes Ockergelb, aucli die Diptera. 11 Flügel sind ockergelblich tingirt, nur die Spitze des letzten Fühlergliedes ist schwarz. Das bis- her nicht beschriebene Weibchen hat eine sehr breite, mehr als den dritten Theil der Kopf- breite einnehmende Stirne, deren Mitteleindruck seichter und kleiner ist, als bei den beiden vorigen Arten; die Flügeladern sind dunkler gesäumt. SVa — 4'". 4. COENURA ALBOPUNCTATA n. sp. $ . Schwarz; Rückenschild mit sehr kurzen, schwarzen Härchen dicht bedeckt, auf der Mitte mit zwei weissen, ziemlich breiten und ganz durchgehenden Längsstriemen; Brustseiten oben mit einem dichten weissen Haarflecke; Schildchen schwarz am Rande dicht silberweiss bewimpert. Hinterleib sammtschwarz, auf der Mitte des zweiten und dritten Ringes mit je zwei, nebeneinanderliegenden, runden schneeweissen Flecken, am vierten Ringe ebenso gefärbte mondförmige Makeln, welche bis zum Seitenrande reichen; am Bauche drei breite, weisse, in der Mitte etwas verengte Querbinden. Genitalien des Männchens, den zugespitzten Hintcrleibe knopfartig aufsitzend, ganz freistehend, schwarz, das obere Stück hinten rund ausgeschnitten und mit den beiden, kJappenartigen Organen, welche unten vorstehen die inneren Organe knapp um- schliessend und verdeckend. Kopf schwarz, die Augen auf einer langen Strecke sich berührend; das Untergesicht hellgrau bestäubt, der stark vortretende Höcker, welcher fast das ganze Unter- gesicht einnimmt, kurz aber dicht schwarz behaart; das kleine Stirndreieck weissgrau; die Fühler schwarz, das dritte Glied mit einem kurzen Endbörstchen; der Rüssel schwarzbraun, die vor- stehenden Mundborsten an der Spitze pechbraun; der Plinterkopf unten und die Backen dicht und lange weisslich behaart. Beine schwarz, die Schienen ins Bräunliche ziehend und in gewisser Richtung in Folge eines heilen Tomentes weiss schimmernd; die Behaarung der Schenkel vorherr- schend licht und besonders auf der Unterseite derselben lecht auffallend, Schienen und Tarsen mit anliegender, äusserst kurzer schwarzer Behaarung. Flügel rostgelblich tingirt, am Vorder- rande intensiver, die erste Hinterrandzelle an der Spitze verengt; Schüppchen weiss und dicht zottig weiss behaart. 9V2'". Ein Männchen aus Chile. Die Art hat in der Färbung eine unver- kennbare Ähnlichkeit mit der gleichfalls aus Chile stammenden nur im weiblichen Geschlechte bekannten Coenura lorgicmida Big., ich wage es aber nicht, sie für identisch mit derselben zu declariren, zumal nach der von Bigot gegebenen Abbildung (Ann. de la soc. entom. de France, ser. ni. Tom. V. Taf 5, P'ig. 2) bei Coenura lorgicauda die erste Hinterrandzelle fast geschlossen ist, was bei meiner Art durchaus nicht der Fall ist. FAMILIE ACANTHOMERIDAE. Diese Familie liat zur Aufstellung neuer Gattungen wenig Anlass geboten, sie enthält nur die zwei Gattungen Eapliiorh ynchus und Acanth omer a beide von Wie de mann aufgestellt; mit letzterer ist Pantophthalmus Thunberg völlig einerlei. Ich bezweifle selbst, ob die Gattung Baplüorliynchus gerechtfertigt sei, da das von den Tastern hergenommene Merkmal nicht stichhältig ist und sonst wesentliche Verschiedenheiten nicht vorhanden sind. Da indess bei Raphio- rhynchus planiventris W., der in der Wiedemann'schen Sammlung vorhanden ist und den ich daher untersuchen konnte, das Untergesicht unten schnauzenartig vorge- zogen ist, während bei den Acanthomeren dies nicht der Fall ist, der Höcker oder conische Vorsprung vielmehr auf der Gesichtsfläche selbst liegt, so finde ich mich 78 Dr. J. E. Schiner. nicht berufen, die Gattung Eaphiorlnjnchus einzuziehen. Es sind bisher 12 Aeau- thomeriden-Arten beschrieben worden, welche alle den südamerikanischen Faunen- gebieten angehören. Merkwürdig erscheint es, dass fast jedes Stück, das von daher bekannt wird, eine neue Art repräsentirt. Auf fünf Weibchen aus Südamerika, welche mir vorliegen passt keine der vorhandenen Beschreibungen, ich kann aber eine Variabilität der Individuen nicht annehmen, weil alle fünf Stücke sich so ganz und gar gleichen, dass höchtsens die etwas lichtere oder dunklere Fär- bung des Hinterleibs als eine Abänderung betrachtet werden könnte. Ich lasse die Beschreibung der prachtvollen neuen Art hier folgen: ACANTHOMERA FRAÜENFELDI n. sp. 9 . Rückenseil ild grau, etwas glänzend, mit drei genäherten saramtscliwarzen Längsstrie- men, von denen die seitliehen breiter sind und gegen das SchildcLen zu convergiren; auf der Mitte der Seitenstrieme liegt, unmittelbar hinter der Quernaht je ein längliches weisses Fleck- chen; die Schulterbeule tritt wie bei A. vittata hackenartig vor, ist an der Spitze pechbraun und vorne schneeweiss, fleckenartig bestäubt; am äussersten Rande des Rückenschildes reiciit die sammtschwarze Färbung der Brustseiten etwas nach oben hinauf, die Brustmitte ist dunkel bräunlich, unter der Flügelwurzel fällt ein glänzender schwarzer, kuopfartig vorstehender Höcker besonders auf; Schildchen sammtartig braunschwarz, an beiden Ecken mit je einem schnee- weissen Pleck. Hinterleib matt zimmtroth, die Seitenränder und die letzten kleinen Ringe schwarz, was sich am ersten und fünften Ringe weiter ausbreitet; zuweilen zeigt sieh an den Einschnitten eine dunklere Färbung, ohne dass dadurch Binden oder Flecken entstehen; am zweiten und dritten Ringe liegt im schwarzen Saume an der hinteren Ecke je ein schneeweisses kleines Querfleckchen; die Legeröhre ist schmal und ragt ziemlich weit vor. Kopf schwarz, die Stirne sammtartig, ober den Fühlern mit einem rothgelben bis zu den Augenrändern reichen- den Querbändchen; der Scheitel hinten rothgelb gesäumt, der Hinterkopf ganz rothgelb; Untergesicht an den Augenrändern schmal rothgelb, auf der Mitte mit einer glänzend schwarzen, nabelartig vorstehenden, an der Basis breiten, am Ende zugespitzten ganz geraden Fortsatze, der so lange ist, dass er die Spitzen der schmalen, eylindrisehen, am Ende lichtbräunlichen Taster erreicht; Fühler braunschwarz, das sehr verlängerte, ahlförmige Endglied an der Spitze roth- gelb, eine Borste nicht vorhanden. Beine sammtsehwarz, die Tarsen weissgelb. Flügel intensiv bräunlich tingirt, die Mediastinalzelle, mit Ausnahme der Wurzel rostgelb, ausserdem alle Quer- adern, die Spitze der Radialader und die untere Zinke der Cubitalader, die ganze obere Zinke, der Cubitalader und die oberste der aus der Discoidalzelle ausstrahlenden Adern lebhaft rost- gelb und breit rostgelb gesäumt, wodurch die Flügelfläche ein buntes von hellen Makeln und Halbbinden unterbrochenes Aussehen gewinnt; die Schwinger sind scliwarzbraun. 16"- Colum bien. Die Art unterscheidet sich von Acanthomera vittata W. durch den grossen conischen Fortsatz des Untergesichtes, durch den Mangel einer Rückenstriemo, durch den sammtschwarzen Bauch und verschiedene Zeichnung des Rückenschildcs, von Acanth. craasipalpis Mcq. und A. Bigott Bell, und zwar von letzterer durch die Färbung und Zeichnung des Rückenschildcs von beiden, durch den geraden, nicht nach abwärts gebogenen Fortsatz auf der Mitte des Untergesichtes und die Färbung der Vorder- und Mittelbeine; von Acaulk. magnißca'^' Ik. durch die Färbung der Deine und des Rückenschildes mit den anderen Arten ist, wogen der Bildung des Untergesichtes und der vcrschiedetien Färbung des Rückenschildes eine Verwechslung nicht Diptera. 79 möglieh. Ich füge noch bei, dass Acanth. vittata in der v. Winthe m' sehen Sammlung vorhanden ist und von mir verglichen werden konnte. FAMILIE TABANIDAE. In der eben so reichen als schwierig-en Familie der Tabaniden sind bisher fol- gende Gattungen aufgestellt worden: Tabanus von Linn6; Pangonia von Latreille; Plaematopota, Hexatoma, Hejptaioma., Silvias, Tanyglossa und Chrysops von Meigen. Ehinomyza nnä Phüochile (Hoffmsgg.) von Wiedemann ; Ditilomyia von Bigot; Hadrus von Perty; Diabasis, Pelecorhynclius, Dichelacera, Acantho eera, Selaso ma, Lcpiselacja, Dasybasis, Mesomyia, Ectenojjsis, Ero diorhynchus, Cadicera und Dicrania von Macquart; Gastroxides von Saunders; Therioplectcs von Zeller; Nemo r ins von ßondani; S cepsis von Walker; Pronopes von Loew und Mycteromyia von Philippi. Die von Philippi zu den Tabaniden gebrachte Gattung Trichopalpus gehört nicht in diese Familie. Die von Walker in der Dipteris Saundersianis vorgeschlagenen Untergattungen der Gattung Pangonia: Micc7-ia, Fidena, Melpia, Scaptia, Tacina, Pliara^ Clanis, Osca, Scione, Plintlüna, Scarphia und Lilaea, können nicht berücksich- tiget werden, weil sie zu kurz charakterisirt erscheinen, um ein begründetes Urtheil über sie abgeben zu können. Von den angeführten Gattungen fallen Ileptatoma mit Hexatoma^ Tanyglossa mit Pangonia, Lepiselaga mit Hadrus, Mesomyia und Ectenopsis mit Silvius zusammen. Die Gattung PhilocJiile lässt sich nicht aufrecht erhalten und muss vorläufig als synonym zu Pangonia gestellt werden und ebenso kann Z el- ler' s, für die Tabamis-krten mit behaarten Augen vorgeschlagene Gattung T/ierio- plectes, wegen des nicht wesentlichen Merkmales, auf welche sie gegründet ist, nicht aufrecht erhalten werden. Es verbleiben sonach 23 Gattungen übrig, die vorläufig als gerechtfertiget betrachtet werden dürften, übrigens viel zu wenig sind, um die artenreiche Tabaniden-Familie in die erforderlichen Gruppen zu zer- legen, und damit das Studium derselben zu erleichtern. Es braucht nur angeführt zu werden, dass die Gattung Tabanus allein 704 Arten enthält, dass für dieselben nicht einmal noch brauchbare Unterabtheilungen gebildet worden sind und es daher sehr schwierig ist, eine neu aufgefundene Art mit allen diesen Arten zu vergleichen und zu constatiren, ob eine der vielen Descriptionen auf sie passe. Der Anlass, warum, trotz der heutigen Richtung, möglichst viele Genera aufzu- stellen, für die Tabaniden-Familie bisher so wenig geschehen ist, liegt in der ver- meintlichen Schwierigkeit, durchgreifende Merkmale für bestimmte Gattungs- gruppen aufzufinden. Ich halte diese Schwierigkeit nicht für sehr gross und glaube vielmehr zuversichtlich, dass es demjenigen, der sich einmal zu einer monographi- schen Bearbeitung der Tabaniden wenden wird, gewiss gelingt, gute Gattungs- gruppen einzuführen. Die brauchbarsten Merkmale dürften die Bildung des ersten und zweiten Fühlergliedes, die Form der Vordersehienen und die Beschaffenheit 80 Dr. J. E. Sclüner. der Beine überhaupf, die Behaarung der Fühler und der Beine, die Form der Augen, welche zuweilen ganz rund sind, oft aber vorne etwas eckig vorstehen und endlich die Verschiedenheit des Flügelgeäders darbieten; unzuverlässiger scheinen mir die Bildung des dritten Fühlergliedes, die An- oder Abwesenheit der Punkt- augen (die sehr oft rudimentär vorhanden sind) und die Nacktheit oder das Behaarfsein der Augen. Bei der Bearbeitung des mir vorliegenden, reichen Mate- rials habe ich gefunden, dass namentlich die Form des ersten Fühlergliedes, die Arten in sehr natürliche Gruppen zu bringen, ermöglichen würde, zumal eine Verschiedenheit der Form, gleichzeitig mit einer grossen Verschiedenheit der Behaarung desselben Gliedes verbunden ist. Einiges Gewicht dürfte auch die klappenartige Hülle, welche sich mehr oder weniger an der Hinterleibsbasis zeigt und die zuweilen das erste Hinterleibssegment oben und unten ganz bedeckt, beanspruchen. Dass ich trotzdem bei gegenwärtigem Aulass mich nur darauf beschränkte, in unausweichlichen Fällen neue Gattungen anzunehmen, liegt wohl in dem Wesen meiner Aufgabe und ich glaubte um so weniger, einem dereinstigen Monographen vorgreifen zu dürfen, als einem solchen bei seinen schwierigen Arbeiten gewiss nichts so sehr behindert, als das Vorhandensein von vielen, oft ohne leitendes Princip aufgestellten Gattungen. In den erwähnten 23 Gattungen sind bisher 1122 Arten beschrieben worden, von denen 117 auf Europa, 516 auf Amerika, 1-48 auf Asien, 154 auf Afrika, 115 auf Australien entfallen, bei 72 Arten aber das Vaterland nicht angegeben ist. Es scheint nach diesem Eesultate kaum einem Zweifel zu unterliegen, dass der amerikanische Continent für die Entwickelung der Tabaniden-Gruppe die entspre- chendsten Bedingungen darbietet. Diese Ansicht wird auch dadurch noch mehr bestärkt, Aveil einige Formen (wie z. B. Diahasis, Sdasoma mit der verwandten Gattung Iladrus, Dichelacera, Scepsis, Dicrania) fast ausschliessend nur in den amerikanischen Faunengebieten aufgefunden worden sind. Auffallend ist auch die verhältnissmässig grosse Arten- zahl der Pangonien, welche Australien beherbergt (Australien 54, Amerika 7 6, Asien 7, Afrika 38, Europa 13). Es ist übrigens, wie ich bereits bei anderen Fami- lien erwähnte, gegenwärtig auf derartige Zahlen-Combinationen kein allzu grosses Gewicht zu legen und würde beispielsweise, wenn die Dipteren-Fauna Süd- Ah'ika's nicht erst jüngst an Loew einen eben so gründlichen und scharfsinnigen Bearbeiter gefunden hätte, das angegebene Verhältniss ein ganz verschiedenes sein. Die Tabaniden werden gewöhnlich, nach An- oder Abwesenheit des Spornes an den Hinterschienen in zwei Abtheilungen Tabaninae und Pangoninae gebracht, wogegen sich nichts einwenden lässt, weil damit die Bestimmung der Arten erleichtert wird. Eine natürliche Gruppirung ist dies jedoch nicht, da damit oft nahe Verwandtes getrennt und zerrissen wird, so z. ß. sind die Silvien den Dijitera. . 81 Tabaneii näher verwandt als den Pangoninen und auch die Haematopoten scheinen mir zu den Chrysopen in nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zu stehen, wäh- rend sie gegenwärtig in den zwei Abtheilungen der Pangoninen und Tabaninen getrennt sind. Ich lasse nun die Beschreibungen der mir vorliegenden Tabaniden-Arten folgen : A. TABANINAE. 1. IIAEMATOrOTA OCELLATA W. Zoologisch. Mag. I. 3, 38, 56; Dipt. exot. I. 100, 6 und Aussereur. zweifl. Ins. I. 217, 6. Es liegt mir ein Stück vom Cap der guten Hoffnung vor, auf welches Wiedemanii's BescLrcibung vollkommen passt; als charakteristisch betrachte ich Wiedemann's Angabe, dass die Kreisflecke in der Zeichnung des Flügels an zwei Stellen rosettenartig zusammen- treten. Die eine dieser Rosetten liegt an der Spitze der Basalzellen, die zweite an der Spitze der Discoidalzelle. Keinesfalls gehört meine Art zu einer der von Loew in der Dipteren-Fauna Süd-Afiika's genau beschriebenen Haematopota-Krt&n, sie unterscheidet sieh von der ihr zu- nächst stehenden Haemoto^ota duplicata Loew, durch die Anwesenheit der beiden weissen Makeln an der Quernaht des Rückenschildes. 2. HAEMATOPOTA BISTRIGATA Loew. Oefv. of k. vetensk. Akad. Förh. 1857. 341, 32 und Dipt. Fauna Süd-Afrika's I. 123 (51). Taf. I, Fig. 27. Zwei Stücke gleichfalls vom Cap der guten Hoffnung-, aufweiche Loew's Beschreibung so gut passt, dass ich sie für identisch mit dieser Art halten muss. 3. TABANUS MAROCANÜS F. Tabanus marocanus F., Systema Antliat. 93, 2. — Tabanus taurinus Mg., Syst. Besclir. II. 42, 17. Ein Weibchen aus Gibraltar. 4. TABANUS BUCOLICUS n. sp. 5 . Gleicht ganz dem Tahanus intermedius Egger, welchen ich, da der Name Tabanus inter- medius von Walker früher für eine nordamerikanische Art verwendet wurde, in Zukunft Taba- nus Eggeri nennen werde. Es wird genügen die Unterschiede anzuführen. Die Mitte des ünter- gesichtes von Tubanus bucolicus, so wie das Stiindreieck sind schneeweiss, der Rest lebhaft gelb, der Backenbart ist goldgelb, die Beine sind durchaus lebhaft röthlichgelb, die Tarsen kaum etwas dunkler. Alles Übrige genau wie bei Tabanus Eggeri. 11'". Ein Männchen aus Hongkong. 5. TABANUS NICOBARENSIS n. sp. $. Schwarz; Rückenschild etwas grau bereift, mit drei helleren, nur in gewisser Rich- tung, dann aber besonders vorne deutlichen Längsstriemen und ebenso gefärbten Seiten; das Vorderflügeldreieck weiss bereift; Brustseiten und Sehildchen aschgrau; die kurze Behaarung auf der Oberseite des Rückenschildes vorherrschend schwarz oder wenigstens dunkel, an den Brustseiten aber wei-slich, mit einem schwarzen Haarstreifen von der Flügelbasis bis zu den Schultern. Hinterleib schwarzbraun, erster Ring an den Seiten weisslich, alle Einschnitte der Ringe mit schneeweissen Härchen besetzt, welche sich in der Mitte zu kleinen, stumpf dreiecki- gen Fleckchen erweitern; der' Bauch ebenso gefärbt und gewimpert, wie die Oberseite, von Novara-Expedition. Zoologisoher Theil. Bd. II. Sohiner. Diplera. 11 82 I>r. J. 11. Seh hier. rückwärts gegen das Licht betrachtet, verbreitet sicli über den ganzen Hinterleib ein diinivol zimmlbrauner Ton, der gegen den, in derselben Richtung sich sehr hellgrau darstellenden lUickenschild sehr absticht. Kopf schwarz, weisslich bestäubt und glänzend weiss behaart; die Stirne vorne ebenfalls weisslich, aber mit sehi' lebhaft niessinggelben Schiller; die glänzend schwarze Schwiele, ziemlich weit von den Fühlern abgei ückt, länglich viereckig, die Stirnbreite ganz ausfüllend, ihre hintere Grenze doppelt ausgeschnitten, so dass an den Seiten Spitzchen vorragen, aus der Mitte aber eine glänzend schwarze Leiste sich nach hinten fortsetzt, die sicji anfänglich etwas erweitert und von hinten her bis zur Mitte tief gabelartig ausgeschnitten ist; an der Steile, wo gewöhnlich die Punktaugen liegen, ruhen zwei glänzend scliwarze erhobene Strichel- chen neben einander; die übrige Fläche der Stirne ist grau bestäubt, ebenso der ziemlich stark ausgehöhlte Hinterkopf; Rüssel schwarz und kurz, die Saugflächen lang; Taster schwarzbraun, lichter bereift, an der Basis breit, dann allmälig in eine Spitze auslaufend, gebogen, wenig kürzer als der Rüssel; Fühler schwaiz, erstes Glied oben dreieckig vorragend, zweites sehr kurz oben mit einer Stachelspitze, drittes auf der Oberseite seicht ausgeschnitten, die Ecke nur wenig vortretend, Augen nackt. Beine schwarz, die Schienen, in Folge des helleren, dichten Tomentes an der Basis aussen weisslich sciiimmernd, die Vordertarsen ungewöhnlich breit und kurz. Flügel intensiv rauchbraun tingiit, die Zellenkerne etwas heller, der Vorderrand dunkiei-; erste Hinterrandzcile weit otlen, obere Zinke der CubitaLider ohne Adej-anhang. 7"'. Vier Weibchen von den Nikob arisch en Inseln, das eine aus Nankauri die übrigen aus S a m b e 1 o n g. Die Art könnte nur mit Tabanus hruniieus Macq. verglichon werden, es ist aber von schwarzen Makeln am Hinterleibe keine Spur vorhanden und ebenso fehlen die weissgelben Seiten- und Mitteltleoke, auch ist Tah. hrunneus grösser (8'"). 6. TABANUS AGRICOLA W. Aussereur. zweifl. Ins. I. SöG, 29. Auf ein Männchen und zwei Weibchen aus Hongkong passt Wiedemann's Beschrei- bung so gut, dass ich sie hieher zu beziehen mich veranlasst sehe. Zur Ergänzung der Beschreibung füge ich Folgendes bei: die Fühler sind blass rothgelb, das erste und zweite Glied kurz, oben nicht vorgezogen und wenig behaart, das dritte etwas intensiver, oben seicht ausgeschnitten, die Ecke daher wenig vorstehend. Die Schenkel sind ziemlich dicht aber äusserst kurz weisslich behaart, die Vorderschienen an der Spitze (Wiedemann sagt wohl irrthümlich an den Schienenwurzeln, was gegen die gewölmiiche Färbung der Tubanus-Xricw Verstössen würde) bräunlichschwarz. Flügel ganz glashell, erste Hinterrandzcile breit offen, obere Zinke der Cubi- talgabol mit einem Aderanhang. Die Augen des Männchens sind sehr gross und stark gewölbt, sie stossen auf der Siirno völlig zusammen, die Grenze zwischen den oberen grösseren und unteren kleineren Facetten ist sehr auffallend. Alles sonst wie bei Wiedemann angegeben ist; am meisten spricht für die Richtigkeit der Bestimmung die Angabc über die nahe Verwandtschaft der Art mit Tahanus rusticus L. 7. TABANUS MACROPHTHALMUS n. sp. $. Schwarz, in Folge der dichten, weissen ]5esläubung, schieferbläulicb sich darstellend; Rückenschild schmäler als der Kopf, mit fünf weisslichen Längsstriemen, die mittelste durch eine dunkle Linie gctheilt, die äussersten am Ramie liegend; Schildchen weisslich; Brustseiten weisslicligiau. Hinterleib veriiältnissmässig kuiz, kaum länger als der Rückenschibi und ehenso bestäubt wie dieser; civlcr Ring, unter den sehr breiten Ba,>allvla]>pcn, die auf der Mino Dipfrra. 83 g-etlieilt sind, gcanz ver.steckt, zweiter sehr lang und so wie die folgenden mit rothgelben Hinter- randsäumen, der dritte und vierte an der Basis mit je zwei, neben einander liegenden braunen Makeln (die folgenden Ringe sind so eingezogen, dass man nicht sehen kann, ob diese Makeln denselben fehlen); Bauch in gewisser Richtung weissschinuneind. Kopf ungewöhnlich gross, wenig kürzer als der Rückenschild, die Augen stark gewölbt, dicht behaart, die imteren Facet- ten auffallend kleiner als die oberen; Uniergesicht schneewciss, ebenso das Stirndreieck, wel- ches nur in der äussersten Spitze braun gefärbt ist; Fühler schwarz, die beiden Basalglieder rundlich, oben nicht vorgezogen oder gedornt, weisslich bestäubt, das dritte Glied oben kaum aus- o-eschnitten, seine äusserste Spitze rothgclb; Taster weissgelb, aufgebogen, am Untergesichte an- liegend; Rüssel massig lang glänzend schwarz. Die Behaarung ist überall weissglänzend, seiden- artig, an den Brustseiten, an den Backen nnd am Rückenschild am aufFallondsten. Beine schwärzlich, die Schienen rostgelb, durch die dichte, weisse Bestäubung Alles weissgrau sieh darstellend; die Hinterschienen aussen, die vordersten an der Spitze und alle Tarsen schwärz- lich. Flügel rein glashell, erste Hinterrandzelle offen, obere Zinke der Cubitalader mit einen Aderanhang. Aus der Verwandtschaft von Tahanus rusticus L. 5Va"'. Ein Männchen aus ^ "^^' 8. TABANUS MANDARINUS n. sp. 5. Braunröthlicli; Rückenschild im Grunde sehr dunkel, mit weisslicher Bestäubung, welche denselben in gewisser Richtung ganz weiss erscheinen lässt, und mit fünf Längsstrienien, die mittelste schmal, etwas gelblich, durch eine glänzend braune Linie getheilt, in gewisser Rich- tung sehr undeutlich, die äussersten ganz am Rande liegend und mit den inneren, vor dem Schild- chcn paarweise verbunden. Brustseiten fast rothgelb, das Vorderflügeldreieck rothgelb; Schild- chcn braun, in gewisser Richtung weissschimmernd; der Rand rothgelb; die Behaarung vor- herrschend dunkel, an den Brustseiten weiss und stellenweise zottig. Hinterleib schwarz, der erste und zweite Ring dicht weisslich bestäubt, von der Grundfarbe nur vier Flecke freilassend, auf den 3 — 5 Ringe je eine weisslichgelbe, dreieckige Rückenmakel, welche mit derbreiten Seite den ganzen Hinterrand einnimmt und mit dei- Spitze den Vorderrand erreicht, ausserdem die Seitenränder weisslich, was an jedem Ringe sich nach innen zu etwas erweitert; die Hinter- randsäume schmal rothgelb; Bauch schwärzlich mit gelblichem Rande und Einschnitten, in gewisser Richtung mit Ausnahme einer breiten Jlittelstrieme ganz weissschimmei'nd. Kopf sehr 'gross, die Augen stark gewölbt, die Facetten unten und an den Seiten sehr klein, die oberen gross; Untergesicht in der Mitte tief eingedrückt, weisslich; Rüssel kurz, schwarz, horizontal vorste- hend, die Taster weissgelb, das Endglied derselben muschelartig; Fühler braun; erstes Glied grauschimmernd, zweites rostgelb, beide ganz kahl, das erste oben dreieckig vorragend, das zweite mit einer oberen dornartigen Spitze; das dritte oben seicht ausgeschnitten mit stumpfer Ecke. Beine schwarzbraun, Hüften und Sehenkel in gewisser Richtung weissgrau schimmernd und weiss behaart, Schienen an der Basalhälfte rothgelb, was aussen weiter reicht als auf der Innenseite, Tarsen schwarz. Flügel glashell, das längliche Randmal braun; erste Hinterrand- zelle geschlossen, obere Zinke der Cul)italgabel ohne Aderanhang. 9"'. Ein Männchen aus Hongkong. Eine prachtvolle Art, für die ich keine Beschreibung auffinden konnte, am nächsten dürfte ihr Tahanus spoliatus Wlk. stehen, an eine Identität beider kann aber nicht gedacht werden. 9. TABANUS ADMiNlSTRANS n. sp. 5 . Nächst verwandt mit Tahanus mandarinus und in vielen Merkmalen mit diesem überein- stimmend; die Unterschiede sind folgende: der Hinterleib ist im Grunde dunkelbraun, die 11 * 84 Th: J. 7?. Seh in er. lieiden Basairinge wie bei der genannten Art, die folgenden drei Ringe weiss bestäubt, von der Grundfarbe am Vorderrande je vier, fast dreieckige Flecke freibleibend; man könnte von diesen Ringen auch sagen, braun mit je einer weissen, vorne zackenartig ausgeschnittenen Hinter- randsbinde; unter der weissen, in gewisser Richtung weniger auffallenden Bestäubung ist die Grundfarbe röthlichgelb; der sechste Ring und der Bauch schwärzlich, letzterer an den Seiten rothgelb, die Bestäubung -wie bei T. mandarinus. Die Fühler sind rostgelb, das dritte Glied an der Spitzenhälfte schwarzbiaun ; an den Beinen sind die Mittel- und Hinterschienen fast ganz rothgelb. AJles Übrige ganz genau wie bei T. mandarinus. 6'". Ein Männchen aus Hongkong. So nahe diese Art mit Tab. mandarinus auch verwandt ist, so glaube ich doch nicht, sie nur als eine Varietät desselben betrachten zu können. Es liegt mir vom selben Standorte auch ein weibliches Stück vor, (las möglicherweise das Weibchen von T. aäminiatrans sein könnte, dafür spricht -wenigstens die Übereinstim- mung in allen plastischen Merkmalen, der Hinterleib (der übrigens nicht ganz gut erhalten ist), ist jedoch anders gezeichnet und die erste Hinterrandzelle ist verengt, aber nicht geschlossen. Die Stirne ist massig breit, oberhalb der Füliler weissgrau, die Schwiele schwarz, an der Basis breit, dann sich verschmälernd und leisten- artig bis zum Scheitel fortgesetzt ; der Ocellenfleck vorhanden, Punktaugen jedoch nicht wahrzunehmen. 10. TABANUS MANILENSIS n. sp. 9 . Schwarz, dicht weissgrau bestäubt; Rückensclii Id mit fünf weissen Längsstriemen, die mittelste weniger deutlich, die äussersten am Rande liegend; das Vorderflügeldreieck fleisch- röthlich; Schildchen und Brustsciten weisslich, letztere weiss behaart, an den Seiten des Rücken- schildes gleichfalls weisse, um die Flügelbasis schwärzliche Behaarung. Hinterleib mit einer weissen Rückenstrieme, an den Seiten etwas gelbröthlich, am Rande weisslich. Einschnitte gelblich. Kopf weissgrau bestäubt, die Behaarung seidenartig weiss; Stirne graugelb, die unteren Augen- ecken sich fast berührend, zwischen denselben die glänzend schwarze längliche Schwiele, auf der Mitte, überall isolirt ein spindelförmiger glänzend schwarzer Fleck; Punktaugen rudimen- tär; Rüssel sehr kui-z, Taster weisslich. Beine rothgelb, die Vorder- und Hinterschenkel schwäizlich; Vorderschienen an der Spitze und alle Tarsen schwarzbraun. Flügel glashell mit braunen Adern, erste Hintenandzelle breit offen, obere Zinke der Gabelader ohne Anhang. 6V2'". Ein Weibchen aus Manila. 11. TABAXUS ANACHORETA Philippi. Verliandl. d. zool. bot. Gesellsch. XV. 717, 20. Philippi's Beschreibung passt, mit einer einzigen Ausnahme, so vortrefflich auf ein weib- liches Stück aus Chile, dass ich sie ohne Bedenken auf dasselbe zu beziehen mich veranlasst sehe. Die Ausnahme besteht darin, dass bei meinem Stücke die Taster zwar dunkel, aber nicht schwarz sind, wie bei Tab. anachoreta, der sich von Tab. magellanicus durch die schwarzen Taster unterscheiden soll. Dass meine Art nicht Tab. mageUamcus ist, davon bin ich überzeugt, ich lege auch auf die verschiedene Färbimg um so weniger ein Gewicht, als Philippi in der Art- diagnosc von T. anachoreta über die Färbung der Taster nichts angegeben hat, folglich auf die- ses Merkmal nur nachträglich und bei dem Vergleiche mit seinen Tab. magellanicus einiges Gewicht gelegt hat. Die Punktaugen sind bei dieser Art sehr deutlich, sie stehen auf einer warzenartigen Eihühung. \2. TABANUS i'ACIINODES n. sp. Aus dei- Gruppe von Tabanns bromius L. — Rückcnsohild und Schildehen schwarz, in Folge der hcllcii Bestäubung blaulichgrau sich darstellend, erstercr mit fünf weissen Längs- Diptera. 85 Striemen, die an der Quernaht etwas unterbrochen sind, die äusseren vor dem Schildchen paar- weise zusammenhängend; Brustseiten rostgelb, was sich an den Seiten auch etwas auf die Ober- seite hinaufzieht; die Behaarung zart, weisslich, an den Brustseiten oben auch schwarze Här- chen untermengt. Hinterleib schwarzbraun, dIeSeiten matt röthlichgelb, alle Einschnitte und die Seiten schmal weisslich, ausserdem, vom zweiten Ringe angefangen auf jedem Ringe, ein ziemlich breiter Mittel- und jederseits ein länglich weisser Seitenfleck; diese Flecke stehen ganz isolirt; der Bauch düster braungelblich, die Einschnitte lichter, der ganze Hinterleib mit weisslicher Behaa- rung. Kopf gelb, weiss bereift und behaart, die Stirnschwiele gross und breit, viereckig, den unteren Augenecken knapp anliegend; Fühler an der Basis gelblich, das dritte Glied schwarz- braun, das erste Glied oben nicht vorgezogen, das zweite sehr kurz, das dritte oben kaum aus- geschnitten ; Rüssel schwarz, Taster blassgelb, schwarz behaart. Beine ledergelb, die Spitze der Vorderschienen und der Hinterschenkel, die Hinterschienen auf der Aussenseite und alle Tarsen braun, weiss bereift, die Vorderschienen etwas gebogen und ziemlich dick. Flügel glashell mit schwarzen Adern, erste Hinterrandzelle breit offen, obere Zinke der Cubitalgabel mit einem Aderanhang. 6'". Ein Weibchen aus Chile. Von Tabanus pungeus W. durch die verschiedene Hintorleibszcichnung zu unterscheiden. 13. TABANUS APOECILUS n. sp. $ . Nächst verwandt mit Tab. ]pachnodes und daher gleichfalls aus der Gruppe von Tab. hro- mius L., die Stirnschwiele ist aber rothgelb, der Hinterleib hat keine weissen Flecke, er ist schwärzlicbgrau hat weisse flinterrandsäume und jeder Ring überdies an den Seiten je einen länglichen gclblichrothen Fleck, die obere Zinke der Cubitalgabel hat keinen Aderanhang. Alles sonst wie bei der genannten Art. G'A'". Gleichfalls aus Chile. 14. TABANUS ABSTERSUS Wlk. Dipiera Saundersiana. I. 58. Walker's Beschreibung passt auf ein mir vorliegendes Stück aus Sydney, freilich ent- hält sie nichts, was auf einen Unterschied von Tabanus breiv'deutatus Macq. hindeuten würde. Die letztere Art besitze ich aber in einem von Macquart selbst determinirten Stücke und kann daher bestätigen, dass meine Art von der Macquart'schen bestimmt verschieden ist. Meine Art, auf die ich daher Walker's Namen anwende, hat eine vorne verbreiterte Stirne, bei T. bre- videntatus ist die Stirne vorne und hinten gleichbreit, bei meiner Art liegt unmittelbar über den Fühlern keine erhobene rothbraune Erhöhung wie bei der Macquart'schen Art, und die glänzend schwarze Schwiele hat eine andere Form als jene; es sind endlich die rostgelben Hinter- leibsbinden bei T. ahstersus in der Mitte dreieckig voigezogen, bei Tab. brevidentatus hingegen durchaus fast gleichbreit, i^in Weibchen aus Sydney. 15. TABANUS TESTACEOMACULATUS Mcq. üipteres exotiques. I. 1, 140, 361. * Macquart's Beschreibung passt auf zwei mir vorliegende weibliehe Stücke aus Chile, die übrigens nicht so gut erhalten sind, um ein ganz bestimmtes Urtheil abgeben zu können; die obere Zinke der Cubitalader zeigt bei diesen Stücken das Rudiment eines Aderanhanges. 16. TABANUS MODESTUS W. Aussereur. zweifl. Ins. I. 14 6, 56. Drei Stücke aus Südamerika stimmen vollständig mit Wiedemann's Beschreibung. 86 /);-. /. B. Sc hin er. Es f ibt eine Reihe südamerikanischer Arten (wie z. ß. Tab. trivittatus, trüineatus, lineola, occidentalis u. s. w.), welche unter einander sehr nahe verwandt sind und desshalb und insbe- sondere weo-en der eigenthümlichcn drei weisslichen Hinterleibsstrienien, gewiss auch oft mit- einander verwechselt worden sein dürften. Factiseh stecken in der Wi cd emann'schen Sammlung zwei verschiedene Arten unter den Namen Tab. occidentalis, von denen, meines Eraclitens, die eine als Tab. modestus angesehen werden muss. Auf die drei erwähnten Stücke beziehe ich den Namen Tab. modestus hauptsächlich aus dem Grunde, weil bei denselben, wie Wiedemann ausdrücklich anführt, der Seitenrand des Hinterleibes bis zur Spitze des fünften Ringes weiss-, der sechste und siebente Ring aber schwarz behaart sind; es trifft auch überdies alles Übrige vollständig zu und jedenfalls besser als die Beschreibung von Tab. occidentalis W. So sind z. B. die Fühler ganz rothgelb und die Flügel glashell, während bei Tab. occidentalis die Fühler an der Spitze schwarz und die Flügel bräunlich getrübt sein sollen. Tabanus occidentalis ist mit 4 — 514'" Länge angegeben, Tab. modestus mit 6'" eine Grösse die auch meine Stücke zeigen. Ich meine, dass Tabanus occidentalis W. von Tab. trüineatus Latr. nicht verschieden sein dürfte; über Tab. trivittatus F. will ich bei der folgenden Art meine Ansicht aussprechen. 17. TABANUS TRIVITTATUS F. Talanns trifitfalus F., System. Antliat. 104, 49. — Talanus trivittatus W., Aussereur. zweifi. Ins. 1. 17'2, 91. Zwei Weibchen aus Brasilien. Sie unterscheiden sieh von Tab. modestus und occidenta- lis dadurch, dass die Seitenstriemen des Hinterleibes mehr statfelartig und nicht gerade begrenzt sind, ein Merkmal, welches Wiedemann bei seinem Tab. dorsiger besonders hervorhebt. Den Tabanus dorsiger W. halte ich aber nicht für verschieden von Tab. trivittatus F., wenn er auch von Tab. trivittatus Wiedemann verschieden sein sollte. Fabricius führt bei seiner Art nichts davon an, dass die Seitenstriemen des Hinterleibes ganz gerade Grenzen haben, Wiedemann bestätiget aber, dass in der Fabricius' sehen Sammlung sein Tab. dorsiger unter der Etiquette T. trivittatus steckte. Tabanus modestus, occidentalis, trüineatus, trivittatus, lineola, indicus u. s. w. werden seiner Zeit in eine besondere Gattungsgruppe vereiniget werden müssen, sie scheinen noch viele unbeschriebene Repräsentanten in Südamerika zu haben, wenigstens sind mir einige bekannt geworden, für welche ich keine der vorhandenen Beschreibungen zutreffend gefunden habe. 18. TABANUS QUADRIPUNCTATUS F. Talanus quadrijmnctatus F., Entom. System. Suppl. und System. Antl. 99, 29. — Talanus quadrijmnctatus Vf., Aussereur. zweifl. Ins. I. 151, 6. f. Fünf Weibchen und neun Männchen aus Südamerika. Der Wicd em an n' sehen Beschreibung füge ich Folgendes bei: das erste Fühlerglied ist vorne sehr stark vorgezogen und ragt mit einem Dreiecke weit über das zweite vor, da^ es beinahe ganz bedeckt, das letztere endet oben in eine Dornenspitze. Die Dörnchen am oberen Rande der Stirnscliwiele, welciie Wiedemann angibt, konnte ich bei meinen Stücken nicht walunelimen; das Schildchen ist so dunkel, dass es richtiger schwarz als braun genannt worden muss. Der Hinterleib ist schwarzbraun, an den Seiten, besonders gegen die Basis zu rothgelb, der erste Ring zeigt auf der Mitte eine wcisslichgclbe Makel, die sich auch am zweiten bis zu dessen Hinterrande fort- setzt, der dritte Ring ist auf der Mitte ungefleckt, der vierte bis sechste haben daselbst dreieckige, wcisslicligclbe Flecke, ausserdem liegen auf jeder Seite aller Ringe ebenso gefärbte etwas schiefe Seitcnniakel, von denen die des ersten Ringes kleiner, die übrigen voni zweiten Ringe angefangen gegen hinten zu imnior kleiner werden und der Vorderrand des zweiten Ringes ist weissgclb Biptera. 87 gesäumt. Der Bauch ist mattgelb, und zeigt auf der Mitte eine breite dunklere Längsstrieme, die lichteren Einschnitte sind sehr schmal. Beine braun, die Schenkel an der Spitzenhälfte meist sehr licht, zuweilen braungelb, die Vorder- und Hinterschicnen, mit Ausnahme der Spitze, die Mittelschienen ganz rofhgelb, die Basis der Schenkel und die Tarsen sind fast schwarz; die weissliche Färbung an der Schienenbasis ist durch eine weissschimmernde Behaarung an dieser Stelle veranlasst. Die erste Hinterrandzelle ist geschlossen, die obere Zinke der Cubitalgabel hat keinen Aderanhang, sie beginnt aber an der Basis sehr gerade und beugt dann plötzlich ab. Das noch unbeschriebene Männchen gleicht dem Weibchen, das Stirndreieck ist braun, die Taster kurz und breit muschelförmig, am Hinterleib ist die rostgelbe Färbung ausgebreiteter; die Augen sind in beiden Geschlechtern, bei dem Männchen oben auffallender dicht behaart; bei einigen Stücken zeigt sich am Rückenschilde unter der längeren dunklen Behaarung ein zartes, goldgelbes Toinent. Die Stücke stimmen mit den typischen Exemplaren der Wied emann'sclien Sanimlunic überein. 19. TABANUS IIISTRIO W. Aussereur. zweifl. Ins. II. 625, 24. So kurz Wiedemann's Beschreibung ist, so glaube ich doch, sie mit Recht auf sechs mir vorliegende Stücke aus Südamerika anwenden zu können. Gleicht im Habitus dem Taha- nus quadrijjunctatus F., die Farben sind aber überall greller und schärfer begrenzt und die erste Hinterj-andzelie ist breit offen, auch zeigt sich eine wesentliche Verschiedenheit in der Zeichnung des Hinterleibes. Rückenschild schwarz mit fünf weissen Längsstriemen, die an der Quer- naht unterbrochen sind; die Mittelstrieme sehr schmal, weiter ganz vei'scliwindend; die äusser- sten liegen ganz am Rande; das Vorderäügeldreieck rothgelb, das Scliildchen mit einem dichten weissen Haarrande. Hin terl cib sammtschwarz, an den Seiten, besonders gegen die Basis zu in unbestimmter Ausdehnung braunroth, der zweite und die folgenden Ringe mit je einer schnee- weissen, dreieckigen Rückenmakel in abnohmender Grösse gegen hinten zu und ausserdem alle Hinterrandsäume weiss; Bauch schwärzlich, grau bereift, an den Seiten heller, auf der Mitte, dunkler, die Einschnitte weisslich. Kopf in Folge der hellen Bestäubung überall weiss sich darstel- lend, die Behaarung weiss, an den Backen sehr dicht, Stirne oberhalb der Fühler schneeweiss, dann folgt ein glänzend schwarzes, etwas erhobenes Querbändchen, der Rest ist sammtschwarz, auf der Mitte etwas glänzend, an den Seiten weisslich eingefasst, was an zwei Stellen etwas weiter in die Grundfarbe hineinragt; Fühler intensiv schwarz, ihre Bildung wie bei Tab. quadripunc- tatus\ Taster hellgelb, gebogen. Beine schwarz, die Schienen von der Basis her gelblich. Flügel rein glashell, um die Queradern drei schwarzbraune, scharf begrenzte Flecke und eben- solche an der Basis der Cubitalgabel, ausserdem die Basis der Basalzellen und das schiefliegende Randmal schwärzlich; alle nach abwärts gerichteten Längsadern vor ihrer Mündung mit blass- grauen Fleckchen. 20. TABANUS ALGIRUS Macq. Dipteies exotiques I. 2, 180. Macquart' s Beschreibung passt auf ein Weibchen, das aus Gibraltar stammt; ich füge nur bei, dass der Zahn an der Basis des dritten Fühlergliedes ziemlich lang und spitzig ist (Macquart nennt den Zahn klein), sonst aber alles, besonders die Angaben über die Behaarung des Hinterleibes, vollkommen stimmt. Von Tahanus atcr. L., den ich in vielen Exemplaren bei- den Geschlechtes besitze, durch längeren, gestreckteren, hinten verschmälerten Hinterleib schon habituell verschieden, ausserdem ist die Behaarung des Rückenschildes nicht weiss, sondern fahl- 88 D>'- J- T>- Schinrr. gelblicli, die Flügel haben einen mehr ins Bräunliche zicliomlen Ton und sind sowohl an der Basis, als auch an der Spitze durchsichtiger, endlich ist auch nicht die Spur eines Aderanhanges au der oberen Zinke der Gabcladcr vorhanden. 21. TABANUS CLARUS n. sp. Tief schwarz, glänzend, der Kückenschild vorlierrschend schv.-arz behaart nur ganz vorne einige weissliche Härchen untermengt, Brustseiten ebenfalls schwarz behaart. Hinterleib an den vorderen Ringen etwas ins Brauuröthliche ziehend, zweiter und dritter Ring mit schnee- weissen, aus kuizen Härchen gebildeten Seitenfleckchen, vierter Ring mit einer ebensolelien, in der Mitte etwas erweiterten ganz durchgehenden Querbinde ; Bauch zart schieferbläulich bereift, der zweite bis vierte Ring mit wcisslichen Hinterrandsäumen. Kopf schwarz; Unter- gesicht zimmtbraun bestäubt, der Backenbart dunkelbraun, Stirne ober den Fühlern wie das Untergesicht, weitezhin weisslichgelb, die glänzend schwarze Schwiele länglich eiförmig, durch eine feine Leiste bis zum Scheitel fortgesetzt und mattbraun gesäumt; der Ocellenfleck deutlich, die Punktaugen aber ganz rudimentär; Fühler schwarz, das dritte Glied, mit Ausnalimo der Spitze brennend rothgelb, das eiste Glied oben voi-gezogen, das zweite, sehr kurze, in einen Dorn endigend, beide ziemlich dicht schwarz behaart, das dritte oben tief ausgeschnitten, mit einem langen, spiiz endenden Zahnfortsatz ; Rüssel und Taster schwarz, letztere fast so lang als der Rüssel, ziemlich schlank, gebogen; Augen dicht behaart, die Behaarung fahlgelb. Beine schwaiz, Schienen kaum etwas ins Pechbraune ziehend. P'lügel glashell, stark glänzend, die Mediastinalzelle und ein Wisch um das Randmal rostgelb, ein wenig auffallendes Fleckchen um die Basis der Cubitalgabel und an der Spitze der Discoidalzelle gleichfalls rostgelb; erste Hinterrandzelle breit offen ; obere Zinke der Cubitalgabel ohne Aderanliang; Schwinger schwarz mit weissem Knopfe, Schüppchen blass rostgelb. 5 — 6'". Zwei Weibchen aus S üdamerika. 22. TABANUS GUTTIPENNIS W. Aussereur. zweifl. Ins. I. 153, 67. Auf zwei Weibchen aus Brasilien passt W^icdemann's Beschreibung so vollständig, dass ich kein Bedenken trage, sie auf dieselben anzuwenden. Zur Ergänzung füge ich Folgen- des bei: die zwei rüthlichen Längsstriemen des Rückenschildes fliessen hinter der Queinaht zusammen und füllen beinahe den ganzen Raum zwischen dieser und dem Schildchen aus; die Behaarung des Rückenschildes ist dunkel; das Sehildchen breit röthlieh gerandet, die Brustseiten sind schwarzbraun und ebenso behaart, die weisse Makel am vierten Hinterleibsringe ist aus kurzen Härchen gebildet. Das erste Fühlerglied ist oben nicht vorgezogen, der zahnartige Fort- satz an der Basis des tief ausgeschnittenen dritten Gliedes reicht bis zur Mitte des Gliedes, das Untergesicht ist gelblichgrau bestäubt, ebenso die Stirne und der Scheitel, die Schwiele wenig erhoben und in einer schmalen Leiste bis zum Scheitel fortgesetzt, der Seheitel selbst ist glän- zend schwarz; der Ocellenfleck deutlich, Punktaugen jedoch nicht zu unterscheiden. Die schwarzen Beine sind an den Schenkeln ziemlich aufi'allend schwarz behaart; Hinterschienen auf der Aussenseitc schwarz gewimpert. Die Flügelzeichnung ganz, wie W'iedemann sie beschrieb, die erste Hinterrandzelle offen, die obere Zinke der Cubitalgabel ohne Aderanhang. Es ist nicht unmöglich, dass Walker bei der Beschreibung seinev Dic/ieiacera sjjarsa, obige Art vor sich hatte. 23. TABANi:S MINUS n. sp. 9. Die Art hat mit 7h//ami« (/uttijjenms W. die grösste Ähnlichkeit, unterscheidet sicli aber schon ganz allein duich die Bildung der Fühler wesentlich von dci-clhcn. Diptera. 89 Rückenschild-. und Scbildchen wie bei der genannten Art, die Behaarung heller; Hin- terleib glänzend schwarz und schwarz behaart, am vierten und fünften Ringe hinten je ein kleines, aus goldgelben Haaren gebildetes Rückenfleckchen; Bauch schieferblau bereift, was sich theilweise auch auf der Oberseite zeigt. Kopf schwarz; Untergesicht und Stirne hell zimmtröthJich bestäubt, die Stirnschwiele ober den Fühlern pechbraun, an der Basis breit, dann allniälig in eine schmale Leiste übergehend, die bis über die Stirnmitte hinaufreicht, an der Stelle des Ocellenfleckes ein glänzend schwai-zcs Längsfleckchen; Backenbart falilgelb. Fühler braun, an der Basis heller, erstes Glied oben mit einer vorspringenden Ecke, das zweite hellste klein, oben in einen Dorn endigend, das dritte oben seicht ausgeschnitten, mit einer scharf vor- spiingendcn Ecke, doch ohne eigentlichen Zahnfortsatz. Taster dunkel rostgelb, Rüssel glän- zend schwarz, kurz. Beine braun. Schienen rostgelb, die vordersten an der Spitze dunkelbraun, die Tarsen schwarz, an den hinteren Paaren braun, mit hellerer Basis. Schenkel fein aber ziem- lich lang behaart; Hinterschienen auf der Aussenseite rostgelblich, gewimpert, doch weniger dicht als bei T. guttijiennis, die Flügel jedoch ganz so wie bei dieser Art gezeichnet. G'". Drei \^'eibchen aus S ü d a m e r i k a. Die Art scheint nicht selten, ich selbst besitze sie in einer Sammlung in mehreren brasilianisclien Stücken, um so mehr wundert es mich, keine zutreffende Beschreibung derselben aufgefunden zu liaben; ein Stück meiner Sammlung erhielt ich unter dem Namen Tab. potator W., mit dem sie in keinem Fall identificirt werden könnte. 24. TABANUS MACQUARTI Schin. '^ Talanns npioah's Macq., Dipt. exot. Suppl. II. 20, lOi. ''.Tabanus rubidus Macq. 1. c. Suppl. 11. 19, 100. Die Beschreibungen der citirten Macquart'schen Arten passen auf vier Weibchen aus Südamerika so gut, dass ich die eine oder die andere auf sie anwenden könnte, freilich ist damit auch zugegeben, dass sie wenig charakteristisch sind, und vielleicht auch auf noch andere Stücke angewendet werden könnten. Aber auch abgesehen davon, würde keiner der Macquart'schen Namen hier verwendet werden dürfen, weil beide Namen von Wiedemann schon früher für andere Arten vergeben worden sind. Ich beschreibe meine Art ausführlicher: Schwarzbraun, Rückenschild mit fahlgelblichem Tomente, das Vorderflügeldreieck braunroth, die Brust- seiten schiefergrau bereift, mit weisslicher Behaarung, an der Flügelbasis mit einem goldgelben, oben scliwarzen Haarbüschel. Hinterleib rothgelb, vom fünften Ringe angefangen schwarz, die Ringeinschnitte heller; Bauch wie die Oberseite. Kopf schwärzlich, Untergesicht und Stirne grau bereift, ersteres weiss behaart, der Backenbart sehr dicht; Fühler schwarzbraun, in ihrer Bildung wie bei der nächstfolgenden Art fTab. argijrophorus), nur sind die Basalglieder kahler; ebenso sind Rüssel und Taster wie bei dieser; die Stirnschwiele glänzend schwarz, schmal und lang, hinten leistenartig fortgesetzt, vor dem Scheitel verschwindend. Beine schwaiz, Hüften weisslich-, Schenkel späilich aber ziemlich lang schwarz behaart. Hinterschienen auf der Aussen- seite dicht schwarz bewimpert. Flügel rothbräunlich tingirt, am Vorderiande intensiver, am Hinterrande verwaschen; erste Hinterrandzelle offen, obere Zinke der Cubitalgabel ohne Ader- anhang, an der Basis oben steil und dann plötzlich abbeugend. 8V2 — 9'". Columbien. Es könnte hei der Bestimmung auch an Tabamts rufiventri.s Mcq. gedacht werden, obwohl ausser der Färbung des Hinterleibes nichts zutrifft, allein auch der Name Tabanus ruficentria ist einmal von Wiedemann, und ein zweites Mal von Macquart selbst schon früher für andere Arten vergeben worden. Novara-Expedition. Zoologischer Theil. Bd. II. Scliiner. Dlpter..». 12 90 Dr. J. IL Schiner. 25. TABANUS AEGYROPIIORUS n. sp. 9 . Rückens eh ild sein- dunkel biaunroth, mit diei breiten, glänzend schwarzen Striemen oder eigentlicli strienienartigen Längsflecken, welche fast die ganze Oberseite einnehmen, die y^hulterbeule, eine Binde von dieser bis zur Flügelbasis und die Brustseiten zottig fuchsi-oth behaart, die Oberseite an den schwarzen Stellen mit dunkler, an den helleren mit fuchsröth- licher kurzer Behaarung; Schildchen braun mit braunrothem Rande. Hinterleib glänzend schwarz, breit und verhältnissmässig kurz (ungefähr wie bei Tab. ater) kurz- an den Seiten- ländern, besonders gegen hinten zu länger- schwarz behaart, auf der Mitte des vierten Ringes ein stumpf dreieckiger, glänzend weisser Haarfleck; Bauch schwarz mit zwei Reihen glänzend weisser runder Soitenfleckchen. die am zweiten bis vierten Ringe stehen. Kopf schwarz; Unter- pesicht hell, zimmtroth bestäubt, der Backenbart lebhaft fuchsroth; Stirne ober den Fühlern polstcrartig erhoben, zimmtroth; die glänzend schwarze Schwiele schmal und lang, von der Mitte an etwas verschmälert und in einer schmalen Leiste bis zum Scheitel fortgesetzt; die Augenränder gelblich bestäubt; der Ocellenfleck vorhanden, die Punktaugen aber rudimentär, die Behaarung an dieser Stelle sehr dicht und fleckenartig schwarz; Hinterkopf blass zimmt- röthlieh besiäubt; Fühler matfschwarz, erstes Glied oben in eine Spitze vorgezogen, zweites versteckt, in einen Dorn endigend, beide etwas schwarz behaart, drittes oben tief ausgeschnitten, mit einem über die Mitte des Gliedes hinausragenden stumpfspitzigen Zahnfortsatz; Rüssel schwarz mit langen Saugflächen, Taster mattgelblich, wenig kürzer als der Rüssel, fast gleich- breit und etwas gebogen. Beine glänzend schwarz, die Schienen besonders aussen mit einem dichten rothgelblichen Tomente, die Schenkel sehr fein- aber lang schwarzbehaart, die Hinter- schienen auf der Aussenseite dicht schwarz bewimpelt. Flügel bräunlich tingirt, an der Basis, am Vorderrande und in der Gegend des Randmales sehr intensiv, um die Spitze und auf der Mitte der Discoidalzelle blasser, dieMediastinalzelle, mit Ausnahme der Basis rostgelblich; erste Hinterrandzelle ofl'en, obere Zinke der Cubitalgabel ohne Aderanhang, aber an der Basis sehr steil, dann plötzlich abbeugend. Schüppchen und Schwinger schwarzbraun. 8'". Sechs Weibchen aus S ü dam e r i ka. 26. TABANUS CINNAMOMEUS n. sp. 9 li ückenschild und Schildchen braun, mit zimmtbraunem Tomente und kurzer spärlicher Behaarung; Brustseiten etwas grau schimmernd, mit brauner, stellenweise schwarzer Behaarung: das Vorderflügeldreieck rostroth. Hinterleib dunkel zimmtroth, ohne Glanz, mit einer schwar- zen Fleckenstrieme auf der Mitte, deren Flecke von Ring zu Ring an Grösse zunehmen, vom zweiten Ringe angefangen auch mit schwarzen Seitenrändern; Baueh schwarz, graulich bereift, die Einschnitte rostgelb, am äussersten Rande weiss. Kopf schwarzbraun, Untergesieht und Stirne mit zinimtbrauncr Bestäubung, der Backenbart fahlgelb; die glänzend schwarze Stirnschwicle lang, au der Basis am breitesten, dann allmälig sich verschmälernd und leisten- artig bis fast zum Scheitel fortgesetzt; Fühler schwarz; das erste Glied auf der Innenseite, das zweite last ganz rostgelb, in ihrer Bildung wie die vom Tab. argyropkorus nur ist der lange Zahn auf der Oberseite des dritten Gliedes noch schlanker; Rüssel schwarz, mit langen breiten Saugflächen, die Taster rostgelb, in Folge der Bestäubung matt, kaum kürzer als der Rüssel. Beine schwarz, die Schienen der vorderen Paare von der Basis her in ziemlicher Ausdehnung braunroth, die Schenkel spärlich, aber lang schwarz behaart, die Hinterschienen auf der Aussen- seitc schwarz bewimpert. Flügel rostbräunlich tingirt, am Vorderrande intensiver, das Geädcr y'-mhci Tab. urcjyropliorus. 8'". Südamerika. Fünf Weibchen. Biptera. 91 . 27. TABANUS CALOPTERUS n. sp. 9 . Rückenschild schwcarz, mit zwei, wenig auffallenden, rostg-elblichen Längsstriemen, die hinter der Quernaht zusammenfliessen und mit ebenso gefärbten Seiten; die kurze, ziemlich dichte Behaarung schwärzlich, um die Flügelbasis gelblichweiss; Schildchen schwarz, am Rande roth- gelb und ebenso behaart. Brustseiten grau, mit dichter weisslicher Behaarung, von der Flügel- basis bis zur Schulterecke ein schwarzer Haarstreif. Hinterleib intensiv mattschwarz, kurz schwarz behaart, am vierten Ringe eine breite, den ganzen Ring einnehmende silberweisse Haarmakel; der Bauch schwarz, die vier vorderen Ringe mit weissen Haarsäumen. Kopf schwarz, Untergesicht hellgrau bestäubt und weiss behaart; die Stirne ober den Fühlern weiss, weiterhin schwärzlich, die Augenränder kaum lichter bestäubt; die glänzend schwarze Schwiele an der Basis breit und ein Stück weit gleichbreit, hinten in eine schmale Leiste verschmälert, die bis zum Scheitel reicht; der OceUenfleck deutlich, die Ocellen rudimentär, Fühler matt- schwarz, erstes Glied vorne etwas vorgezogen, das zweite sehr kurz, in einen Dorn endigend, beide fast kahl, das dritte oben tief ausgeschnitten, der zahnartige Fortsatz ziemlich schlank und stumpf über die Mitte des Gliedes hinausreichend; Rüssel und Taster schwarz, letztere schmal und etwas gebogen, wenig kürzer als der Rüssel. Beine schwarz, Hüften grau bestäubt und weiss behaart; Vorderschienen an der Basis weissgelb und weiss behaart, die sonstige Behaarung der Beine schwarz, an der Aussenseite der Hinterschienen wimperartig. Flügel intensiv schwarzbraun, die beiden Basalzellen, mit Ausnahme eines Wisches an der Basis, die Flügelspitze, der Flügelhinterrand und der Zellenkern der Discoidalzelle glashell, die Media- stinalzclle rostgelb, die Grenze des Schwarzbraunen beginnt an der Mündung der Subcostal- zelle, greift dann mit einem Spitzchen bis in die Basis der Gabelzelle vor, von wo sie wieder zurücktritt und den Flügelrand bis zur Analzelle freilässt, letztere ist bis zur Spitze bräunlich, die Axillarzelle und der Flügellappen sind fast glashell; Schwinger schwarz mit weissem Knopfe. 7'". Südamerika. Neun Weibchen. Die Art hat eine grosse Ähnlichkeit mit Tabanus nigripaJpis Mcq. bei dieser Art ist aber das dritte Fühlerglied rothgelb, der Hinterleib bräunlichschwarz, an den Einschnitten etwas weisslioh, die Schwinger gelblich und die Flügelzeichnung verschieden, auch ist er nur mit W" Länge angegeben, was mich Alles bestimmte, meine Art für verschieden zu betrachten. 28. TABANUS POECILOPTERUS n. sp. 9 . Roth gelb, Rückenschild mit äusserst kurzer, goldgelb glänzender Behaarung; Brustseiten matt weiss und weisslich behaart. Hinterleib schmal und lang mit einer, aus einem goldgelben Tomento gebildeten, hinten erweiterten, nur in gewisser Richtung deutlich vortretenden Rücken- strieme, die beiden letzten Ringe braun, hinten goldgelb bewimpert; der Bauch weiss bereift Kopf rothgelb, Untergesicht weiss bestäubt, der Backenbart weiss; die Stirne ober den Fühlern gelblich bestäubt, weiterhin intensiv rothgelb, die glänzend pechbraune Schwiele an der Basis ziemlich breit, an den Augenrändern anliegend, dann allmälig sich verschmälernd und in einer schmalen Leiste fast bis zum Scheitel fortgesetzt; das Ocellenfleckchcn etwas gleissend, die Ocellen jedoch ganz rudimentär; Hinterkopf weiss bestäubt; Fühler rothgelb, an der Basis lichter, das zweite Glied am Rande, das dritte auf der Spitzenhälfte schwärzlich; erstes Glied oben nur wenig vorgezogen, das zweite in einen Dorn endigend; das dritte oben tief ausge- schnitten, der vorspringende Zahnfortsatz wenig kürzer als das Glied selbst, gebogen, stumpf- spitzig. Rüssel braun, Taster rostgelb, gebogen, wenig kürzer als der Rüssel. Beine rothgelb; 92 Dr. J. n. Schiner. Vorder- und Hintei'.scliciikel an dei- Sj)itze, so wie die Ilintei'schicnen aussen braun; Vordei- scliienen an der BasalJiälfte wcisslich, -weiterhin, so wie alle Tarsen seliwarzbraun. Flügel o-lasliell unterhalb des Kandmahls ein braunes Fleckchen, das sich seh weifartig bis in die Basis Cubitalo-abel ausbreitet und hier etwas erweitert, ein zweites braunes Fleckclien liegt um die, die Discoidalzclle vorne abschliessenden Queradern, ein diittes an der Flügelspitze. Schüppchen braun, njit dickem schwarzbraunem Rande, Schwinger braun mit hellem Stiele; erste Hinter- randzelle offen, die obere Zinke der Cubitalgabel ohne Aderanhang abei- steil entspringend und dann plötzlich abgebogen. — 5'". 13 "Weibchen aus Südamerika. lull fand wedoi- unter den Tabanen noch unter den Dichelaocren eine Beschreibung, die auf obige Art passen würde. 29. TAB ANUS CARBO Macq. Dipteres exotiques, Siippl. IV. .33, 104. Ein Männchen aus Chile. Macquart's Beschreibung passt vollständig, überdies besitze ich ein Macquart'sches Originalstück, mit dem meine Art völlig übereinstimmt. Tah. coracinus Phil, unterscheidet sich nur dadurch von T. carho, dass bei demselben die Augen im Leben schwai'z sind, während sie bei T. carbo brennend roth sein sollen. Ich habe die Färbung der Augen durch Aufweichen Avieder beigestellt, sie ist bei beiden mir vorliegenden Stücken ganz gleich und zwar lebhaft carminroth, in's Grüne spielend, von der Basis der Fühler her über die Mitte mit einem purpurrothen Querbande. Die Ocellen sind bei dieser Art sehr deutlich vorhanden; die erste liinterrandzelle ist offen, die obere Zinke der Cubitalgabel hat keinen Aderanhang. Ich erwähne ausdrücklich, dass an den Ilinterschienen auch nicht das Rudiment eines Endspornes vorhanden ist. ?^). TABANüS EUGENS Phil. VerhanJl. d. zool-bot. Gesellscli. XV. 719. Ich zweifle nicht, dass das mir vorliegende, aus Chile stammende Stück zu obiger Art gehört; schon die eigenthüniliche Bildung der Fühler allein würde genügen, um diese Ansicht zu begründen. Die Fühler gleichen mehr denen der Gattung Fangonia, die beiden ersten Gliede, sind rundlich, auch das zweite ziemlich lang, das dritte zeigt aber kaum die Spur einer vor- springenden Ecke und die Ringclung beginnt nahe an der Basis. Kopf und Augen sind dicht schwarz behaart, die Punktaugen sind deutlich vorhanden, ein Endsporn an den Hinterschienen i.'-;t nicht vorhanden; die erste Hinterrandzelle ist weit offen, die obere Gabelzinke der Cubital- im die Fühler lothgelb, weiterhin hellbraun, die glänzend scliwarze Schwiele rund, klein, hinten mit einer schmalen Leiste sich fortsetzend, neben der jedcrscits wieder ein schmales Leistchen liegt; Fühler lebhaft rothgelb, die Spitze des dritten Gliedes schwarz; erstes Glied vorne eckig vorgezogen, zweites in einen Dorn endigend, drittes oben seicht ausgeschnitten mit einem kurzen, spitzen Zähnchcn. Beine schwarzbraun, die Vorderschlencn an der Basalliälfte, die mittlcicn durcliau.s, die hintersten auf der Innenseite hell rosibiäunlich. Flii-cl um den Diptera. 93 ganzen Rand herum rostbraun tingirt, auf der Mitte heller, die Queradern fleckenartig braun gesäumt, je ein braunes Fleckchen in der Basis der Cubitalgabel und an der Spitze der Discoidal- zelle; das Randmahl gi-oss, gleichfalls braun, erste Hinterrandzelle offen, obere Zinke der Cubi- talgabel ohne Aderanhang. — 5'". Ein Weibchen aus Brasilien. 32. TAB ANUS FASCIBENNIS Mccj. Dipteres exotiques, Suppl. I. 35, 71. Taf. IV, Fig. 1. Ein Weibchen aus Brasilien. Das dritte Fülilerglied (es fehlte dem Macquart'schen Stückej ist lebhaft rothgelb mit schwarzer Spitze, auf der Oberseite nur wenig ausgeschnitten, der Zahnfortsatz daher sehr klein, die beiden ersten Fühlerglieder sind kurz, das zweite endet in einen Dorn; alles Übrige genau nach Macquart's Angaben. 33. TABANUS CEYLONICUS n. sp. 9 . Glänzend scliwarz, sehr kahl, der RUckenschild an den Seiten und besonders das Vorderflügeldreieck, so wie der Hinterleib an den Seiten etwas in's Braunrothe ziehend, an den Brustseiten, gerade unter der Flügelbasis ein rostbraunes Fleckchen, der Bauch an der Basis gleichfalls, aber wenig auffallend röthlichbraun, die kurzen Härchen am Seitenrande des Hinterleibes schwarz. Kopf schwarz, das Untergesicht in gewisser Richtung dunkel zimmtbraun, die Stirne schmal, gegen hinten zu elwas breiter, die glänzend schwarze Schwiele, knapp über den Fühlern, gross, den ganzen Zwischenraum zwischen den Augen ausfüllend, oberhalb der- selben ein länglich viereckiges, minder glänzendes Fleckchen, von dem aus drei feine, glänzende Streifen sich bis zum Scheitel ausbreiten, der Zwischenraum zwischen demselben matt bläulich grau; Fühler lebhaft rothgelb, das dritte Glied an der Spitze schwarz, das erste Glied cylindrisch, vorne nicht erweitert, das zweite kurz, vorne ohne Dornspitze, beide kahl, das dritte oben kaum ausgeschnitten, die Ecke daher wenig vortretend, die Ringelung wie bei den übrigen echten Tabanen; Rüssel schwarz, mit langen Saugflächen, Taster schwarzbraun, wenig kürzer als der Rüssel, an der Basis breit, in eine Spitze endend, etwas gebogen; der wenig auffallende Backen- bart schwarz. Beine schwarz, die Kniee und Schienen weissgelb, von gleicher Farbe auch die Metatarsen der Mittel- und Hinterbeine und theilweise auch die nächsten Tai'senglioder. Flügel rein glashell, die Subcostalader blassgelb und ebenso gesäumt; erste Hinterrandzelle offen, obere Zinke der Cubitalgabel ohne Aderanhang, an der Basis aber sehr steil beginnend. — 6'". Zwei Weibehen aus Ceylon. Eine von allen Tabanen sehr abweichende Art, die als Typus einer eigenen Gattungsgruppe betrachtet werden könnte. STIBASOMA nov. gen. Kopf breiter als der Rückenschild, etwas flaciigedrückt, hinten ausgehöhlt, die Ränder des Hinterkopfes daher sehr schmal; Augen kahl, bei dem Weibchen durch die nicht sehr breite Stirne getrennt; Punktaugen fehlen; Fühler unterhalb der Kopfmitte eingefügt, erstes und zweites Glied kurz, das zweite oben in einen Dorn endigend; drittes oben tief ausgeschnitten, mit einem langen, dicken, an der Spitze abgestumpften Zahnfortsatze, der wenig kürzer ist als das Glied selbst, fünfringlig, der erste Ring breit, die übrigen vier sehr knapp aneinander liegend, klein; Untergesicht gewölbt, die Wangen durch eine tiefe Furche von der übrigen Gesichts- fläche getrennt; Rüssel dick und kurz, die Saugflächen etwas erweitert, die Taster des Weib- chens gross und breit, vorne zugespitzt. Rückenschild flach gewölbt, kaum breiter als lang 94 Dr. J. R. Schiner. und voine und liinten £rlcicli breit; das Schildclien gewölbt. Hinterleib kaum langer als der liückonsfliild, sehr dick und plump, polsterartig' gewölbt. Beine stark, an den Vorderbeinen die Hüften fast so lang als die Schenkel, die Schienen breit und dick, gebogen, die Tarsen breit, an den Mittel und Hinterbeinen die Hüften kurz, die Schenkel stark, an den hintersten die Schienen breit und durch eine sehr auffallende wimperartige Behaarung an der Aussenseite noch bieiter erscheinend. Tarsen wie an den Vorderbeinen. Flügel im Geäder wie bei den Tabanen, die erste Hinterrandzelle breit offen , die obere Zinke der Cubitalgabel ohne Aderanhang. Typische Art: Tahamis theotaema W. Die neue Gattung unterscheidet sich von den Tabanen durch den dicken, stark gewölbten und verhältnissmässig kurzen Hinterleib schon habituell, überdies durch die verdickten , gebo- genen Vorderschienen; von Sfi/asoma und Hadrus duixh die Bildung der Fühler, ausserdem durch keineswegs metallische Färbung. Auch Tahamis tristis W. gehört hieher. 34. STIBASOMA THEOTAENEA W. Tahanus theoiaonia AV., Aussereurop. zweifl. Insecten I. 136, 38. Ein mir vorliegendes Stück aus Südamerika stimmt mit der Wiedemann 'sehen Beschreibung und ausserdem ist die Bestimmung durch Vergleich mit typischen Exemplaren der Wie demann'schen Sammlung sicher gestellt. Zur Eigänzung der Besehreibung füge ich Folgendes bei: Die Spitze des dritten Fühleigliedes ist rothgelb, die eirunde Stirnschwiele ist vorne etwas verbreitert und auf der Mitte durch eine Furche getheilt; der erste und zweite Hinterleibsring sind hellgelb, fast weiss, die folgenden Ringe gelbroth, der Bauch ist an der Basis schwäi'zlich (die Behaarung ist am vorliegenden Stücke abgerieben), Beine schwarzbraun, Tarsen rothgelb. Alles sonst wie von Wiedemann angegeben ist. 35. STIBASOMA FULVOHIRTÜM W. Tabanus fiilvohirtns W., Aussereurop. zweifl. Insecten I. 155, 70. Zwei Weibchen aus Columbien. Die Bestimmung ist durch Vergleich mit tvjiisclien Exemplaren der Wiedemann'schen Sammlung sicher gestellt. Die Fühler sind an den vor- liegenden Stücken nicht schwarz, sondern schwarzbraun, das üntergesicht ist weissgrau bestäubt und behaart, ebenso ist die Stirne vorne weisslich und nicht gelblieh. Der Hinterleib ist schwarz unter den weissen, aus feinen Härchen gebildeten Einschnitten ist die Grundfarbe rostroth. Die Hüften sind gelb, die Schenkel mit Ausnahme der Spitze, die Schienen mit Ausnahme der Basis schwarz, sonst rothgelb, die mittelsten Schienen ganz rothgclb, ebenso die Tarsen ; alle lichteren Stellen sind weisslich, die dunklen schwüi-zlicli behaart, die Wimpern auf der Aussenseite der Hinterschienen sehr auft'allend. 3G. DICHELACERA CERVICORNIS F. Talanus ei'rricornla F., Systeina Antliator. lUO, 35. — Talanns ceriucornis W., Aussereurop. zweifl. Insecten I. 1.Ö7, 73. Sechzehn weibliche Stücke aus Südamerika, die mit den typischen Stücken der ^^ iedemann'schcn Sammlung übereinstimmen. Zur Ergänzung der Wiedemann'schen Beschreibung füge ich bei: dass die beiden braunen Flecke am Flügclrande eigentlich zu einer einzigen Binde zusammengeflossen sind, die von der Flügelspitzc bis zur fünften Hinterrandzelle herab sich erstreckt, aussen durch etwas lichtere Stellen allerdings etwas unterbrochen erscheint, die innere Grenze derselben ist gleichfalls etwas unterbrociien. Das Stirndreieck ist fast vier- eckig, bcrüiirt beide Augenräadcr und ist hinten in ein Sj)itzchcn ausgezogen. Diptera. 95 37. DICHELACERA JANUARII W. Tahanus Januarii W., Zoolog. Mag. I. 3, 43 und Aussereurop. zweifl. Insecten I. 1G2, 79. Drei Weibchen aus Südamerika, stimmen mit den Stücken der Wiedemann 'sehen Sammlung. Die Art sieht der Dichelacera cervicorms F. zum Verwechseln ähnlich, sie unter- scheidet sich von ihr nur durch Folgendes: sie ist im Ganzen heller gefärbt, überall mehr gelb als braun, die Stirnschwiele ist klein und mehr dreieckig, sie berührt die Augenränder nicht, die innere Grenze der von der Flügelspitze bis zur Analzelle reichenden bräunlichen Flügel- binde ist nirgends unterbrochen, sondern ganz gerade; die Flügelzeichnungen überhaupt blässer nie so dunkel wie bei der genannten Art. 38. ACANTHOCERA TRIGONIFERA nov. sp. Eine pi-achtvolle neue Art. Schwarzbraun; Rückenschild mit zwei schmalen, ent- fernt stehenden gelben Längsstriemen und je einen ebenso gefärbten Makel vor der Flügelbasis; Brustseiten gelb gefleckt; Schildchen rostbraun. Hinterleib mattbraun, am ersten und zweit- ten Ringe je ein sani ratschwarzes, goldgelb eingefasstes Dreieck, das mit der breiten Basis die ganze Ringbreite ausfüllt und dessen Spitze den Vorderrand am ersten Ringe ganz, am zweiten bei weitem nicht erreicht; Bauch mit zwei weissgelben Querbinden, die erste den Vorder- und Hinterrand der Basairinge einnehmend, die zweite schmälere am Ilinterrande des zweiten Ringes. Kopf schwarz, das rundgewölbte Untergesicht stark glänzend, am Augenrande und an den Seiten weiss schimmernd; Stirne weissgrau, mit einer glänzend schwarzen Schwiele, von der sich eine schmale Leiste bis zum Scheitel fortsetzt; Fühler an der Basis gelb, weiterhin braun, das erste Glied fast viermal so lang als das zweite, das dritte merklich länger als das erste, an der Basis oben mit einem sehr spitzig endenden Fortsatz, der bis zur Mitte des Gliedes reicht; Taster so lang als der Rüssel, schmal und etwas gebogen, rostbräunlich; der Rüssel schwarz, massig lang. Beine gelbbraun, die Vorderschienen an der äussei-sten Basis, die Mittel- sehienen durchaus, die Hinterschienen an der Basalhälfte weiss. Flügel schwarzbraun, mit einem glashellen, dreieckigen Fleck auf der Mitte, der gerade über den Basalzellen liegt und mit sehr schmalem glashellem Rande, der in der Gegend der Analzelle verengt ist. Schwinger schwarzbraun. 5'". Drei Weibchen aus Südamerika. Von Acanthocera loiiyicornis F., abgesehen von allen anderen, durch die verschiedene Flügelzeichnung sogleich zu unterscheiden; bei A. loiirjicoriiis ist ein breiter Ausschnitt zwischen der Flügelspitzo und der Analzelle glashell und die glashelle Färbung überhaupt vorherrschend; an eine Verwechslung mit A. exstincta W. ist nicht zu denken. Die G3,ttu.ng Acanthocera von Macquart in den Sultes a läuffon (I. 209) aufgestellt, ist von^deraselben nicht scharf genug charakterisirt worden, um sie von Dichelacera sicher unterscheiden zu können. Die Angabe Macquart's, dass der Fühlerfortsatz an der Basis des ersten und zweiten Gliedes sich befinde, ist ganz un- richtig, er befindet sich, wie bei allen Tabaniden, wo er vorhanden ist, an der Basis des dritten Gliedes. Dass aber diese Angabe nicht auf einem blossen Druckfehler beruht, geht daraus hervor, dass Macquart in der Bestinimungstabelle zur Familie der Tabaniden (Diptkes exot. I. 90) die Gattung Acanthocera zu den- jenigen Gattungen stellte, bei denen das dritte Fühlerglied keinen Fortsatz hat. Macquart kannte überhaupt, als er die Gattung Acanthocera aufstellte, auch nicht eine einzige Art dieser Gattung", und darum konnte er sie auch nicht richtig charakterisiren. Er benützte blos Wiedemann's Angaben und dessen Bemerkung, dass Haematopota longicornis nicht in die Gattung Haematopota passe, um etwas voreilig eine neue Gattungs- gruppe aufzustellen. Das geht auch klar aus dem Versehen hervor, dass er eine Art als Dichelacera beschrieb, und derselben ganz zufällig den Namen Dichelacera longicornis gegeben hat, die nichts anderes ist, als 96 Dr. J. B. Schincr. unsere Acantliocera longicornis F. W. Das wesentlichste Merkmal zur Unterscheidung der Gattungen Diclifla- cera und Acan/hocera ist die Bilduug der Fühler. Diese sind nämlich bei Acanthocera sehr lang und gestreckt, das erste Glied ist fast so lang als das dritte, und dieses ist in fast gleiche Ringe getheilt. Bei Dichelacera ist das erste Fühlerglied allerdings auch etwas verlängert, was nebst der schlanken Körpergestalt das einzige sichere Merkmai ist, um sie von Tabanus zu unterscheiden, es ist aber immer bedeutend kürzer als das dritte und dieses ist so gebildet und geringelt, wie bei den Tahanus-Avt7 Adamsn nannte. Das sind Arten, die entschieden nicht in derselben Gattung ver- einigt bleiben können. Man hat die Nemestrina Tauscheri als typische Art der Gattung Rhynchocephalus gelten lassen, und es sind daher die Arten, welche sich um diese Art gruppiren. als Wiynchocephalus- kxtQw zu betrachten. Es sind dies wahrscheinlich die JV. caucasica Pall. und N. albofasciata W. Sie unterscheiden ?ich von den südafrikanischen Nemestriniden mit ungegitterten Flügeln durch ver- hältnissmässig schmälere Stirne (nicht schmale Stime wie Loew annimmt, da die Weibchen ziemlich breite Stirne haben), durch ziemlich kurze Flügel, zweigliedri- gen Fühlergriffel, fadenförmige Taster und den mehr Bombyh'us-aTtigen Habitus. Auch die borstenartigen Lamellen der weiblichen Legeröhre bei N. Tauscheri dürften ein Unterscheidungsmerkmal bieten. Die Gattung Hirmoneura Mg. muss im Sinne Meigen's, auf Arten mit kurzem und wesentlich verschieden gebildetem Eüssel beschränkt werden. Sie zeichnen sich noch durch die Bildung des Kopfes, durch die auf der Stirne zusammenstossenden Augen, das gleichbreite, ziemlich schmale, nie höckerartig vorgedrängte Untergesicht und den an die Lomatien erinnernden Habitus besonders aus. Typische Art ist H. obscura Mg. Die Gattung Fallenia Mg. mit den Rhynchocephalen in oben beschränkter Auffassung nächst verwandt, unterscheidet sich durch den ganz ungegliederten Fühlergriffel und die kleine Zelle oberhalb der Discoidalzelle von allen übrigen. Über die Gattungen Colax W.. TricTiopsidea Westw. und Symmictus Loew ist nichts beizufügen, sie sind so abweichend von allen übrigen Gattungen, dass selbst scharfsinnige Dipterologen über ihre Stellung ganz im L^nklaren geblieben sind. So z.B. reihte Wiedemann die Gattung Colax zu den Oestriden. Das Gleiche gilt von der, mir übrigens nicht bekannten Gattung Exeretoneura Mcq., die der Autor zu denLeptiden gestellt hatte. Die Gattung Tricliophthalma^ e&t\f . erscheint mir wohl begründet, es werden in dieselbe alle von Mac quarr beschriebenen Ufrmoneura- Arten mit langem Rüssel und dicht behaarten Augen zu bringen sein, ebenso Hirmoneura barbarossa und niveibarbis Big. und die meisten der Philippi- schen Hirmoneuren. Eine Note Philippi's, am Schlüsse seiner Aufzählung der chilenischen Dipteren (Yerh. d. zool.-bot. Ges. XV. 663) zeigt, dass dieser Autor wohl erkannte, dass seine Hirmoneuren nicht alle in diese, von ihm im. Macquart'schen Sinne angenommene Gattung gehörten. Wesentliche Charaktere der Gattung Trickophthalma sind die schmale oder sehr schmale Stirne, das unten ver- breiterte und höckerartig aufgetriebene Untergesicht, das verlängerte dritte, an der Basis oft eingeschnürte Fühlerglied, der dreigliedrige Fühlergriffel und die dicht behaarten Augen. Auch im Flügelgeäder zeigt sich bei denselben eine grosse Über- einstimmung — die obere Zinke der Cubitalgabel ist bei keiner mir bekannten Art mit der Radialader durch eine Querader verbunden. Die südafrikanischen Xemestrinen, für welche Loew, mit Unrecht den Macquart'schen Namen Megisto- IQg D?: J. E. Schiner. rhynchus anwendete, unterscheiden sich von den Trichojihthalmen durch die Kopf- bildung, das nie höckerlormig aufgetriebene Untergesicht und durch nackte Augen. Es gleichen diese Arten im Habitus mehr den Tabaniden- und ganz den echten Nemestrina-Arten während die Trichophthalmen einen eigenthümlichen, mehr an gewisse Bombyliden erinnernden Habitus zeigen. Nach dieser Auseinandersetzung glaube ich genügend angedeutet zu haben, in welcher Weise ich die oben genannten Gattungen auffasse, und wie ich sie in präciserer Begrenzung beibehalte. Ich werde nur eine einzige neue Gattung einfüh- ren, und zwar für die südafrikanischen Nemestrinen mit ungegitterten Flügeln, d.i. für die meisten jener Arten, für welche Loew den Namen Megistorhynchus an- zuwenden vorgeschlagen hatte. Ich werde diese Gattung Prosoeca nennen. In den oben angeführten zehn Gattungen sind bis jetzt 80 Arten publicirt worden, davon entfallen auf Europa nur 4, auf Amerika 20, auf Asien 10, auf Afrika 20 und auf Australien 19, w^ährend von einer Art das Vaterland nicht be- kannt ist. Nach den Gattungen vertheilen sich die echten Nemestrma-Avten über die Continente der alten Welt, während Trichophthalmen nur in Australien und Amerika vertreten zu sein seheinen. Aus der Gattung Colax sind je eine Art aus Amerika und aus Afrika, und zwei Arten aus Asien bekannt geworden. Trichopsi- deaen und Exeretoneuren kennt man nur aus Australien. Diejenigen Nemestrinen mit ungegitterten Flügeln, welche ich in die neue Gattung Prosoeca reihen werde, kennt man nur aus Afrika — die Ehynchocephalen scheinen in Asien (Taurien, um das caspische Meer und Klein-Asien) zu prävaliren. Der einzige sichere Schluss, der aus den vorstehenden Daten gezogen werden könnte , ist, dass die Nemestrini- den in Europa am relativ wenigsten vertreten zu sein scheinen, und in unserem Continente dalier als seltene Erscheinungen zu betrachten sind, und dass mit Aus- schluss von Hirmoneura obscura Mg., auch nicht eine einzige Nemestriniden-Art dem europäischen Faunengebiete eigenthümlich ist. 1. HIRMONEURA BIGOTI Sc hin. ITirmoneura hrevirostrata Bigot, Aiinales de la soo. entom. de France. Ser. III. S. 280. Taf. VI, Fig. 1. Zwei Männchen aus Cliile; die Bestimmung dieser prachtvollen, sehr ausgezeichneten Art unterliegt keinem Bedenken, zumal mir ein typisches Stück, das ich der Güte des Herrn Bigot selbst verdanke, zum Vergleiche vorgelegen hat. Den Namen änderte ich wegen der Hirmoneura hrevirostris Mcq., die zu Verwechslungen Anlass geben könnte, überdies ist er auch abgesehen davon, unpassend, weil die Hirmoneura- KvtQn. alle brevirostratae sein müssen, wenn sie in diese Gattung gehören sollen. Die Beschreibung, welche Bigot gibt, ist in einigen Punkten zu berichtigen, die Augen sind nicht nackt, sondern (auch am Bigot'schen typischen Stück) behaart. Die gelblichweisse Binde des Hinterleibes liegt, wie schon Philippi bemerkt hat, nicht am ersten, sondern am zweiten Ringe, sie besteht aus dichten Haaren; die Flügel sind am Vorderrande bis zur Mündung der Costalzelle ziemlicii lebhaft gelbroth, was über die Mitte hinabreicht, der Rest ist schwärzlich grau (bei einem Stücke glashell, mit breit grau Diptera. 109 gesäumten Adern), die Hinterbeine erscheinen durch die dichte schwarze Behaarung sehr dick und plump. Die obere Zinke der Cubitalgabel ist durch eine Querader mit der Radialader nicht verbunden. 2. HIRMONEURA ARTICULATA Phil. A'erhandl. d. zool.-bot. Ges. XV. 660. 15. Zwei Männchen aus Chile stimmen mit Philippi's Beschreibung bis auf den einzigen Punkt, dass die helleren Striemen des Rückenschildes in dem vorliegenden Stücke kaum ange- deutet sind. Diese Differenz ist aber um so gleichgiltigei-, weil die mir vorliegenden Stücke nicht sehr gut erhalten sind. Die obere Zinke der Cubitalgabel ist mit der Radialader durch eine Quer- ader an der Basis verbunden. Ich besitze ein Stück unserer Htrmoneura obscura Mcq., bei welchem diese Verbindung am rechten Flügel vorhanden ist, am linken aber ganz fehlt; es begründet somit das Vorhandensein oder die Abwesenheit der Verbindungsqiierader keine generiscbe Differenz. 3. HIRMONEURA PUNCTIPENNIS Phil. Verhandl. d. zool.-bot. Ges. XV. 660. 17. Drei Männchen aus Chile, die mit Philippi's Beschreibung ganz übereinstimmen. Die obere Zinke der Cubitalgabel ist mit der Radialader durch eine Querader nicht verbunden. 4. HIRMONEURA VICARIANS nov. sp. cf . Sehr düster schwärzlichbraun, ohne Glanz, der Hinterleib mit einer dunklen braun- röthlichen Bestäubung, Brustseiten, Unterbrust und Bauch weisslich. Die Behaarung auf der Oberseite vorherrschend schwarzbraun oder mindestens sehr düstex-, an den Brustseiten weisslich; zwischen der Flügelwurzel und dem dicht behaarten Schildchen ein sehr auffallendes, wand- artiges Büschel schwarzer Haare; am Hinterleibe ist die Behaarung nur an den Seiten der vorderen Ringe auffallender. Kopf schwarz, Untergesicht hell bestäubt; Fühler schwarzbraun, die beiden Basalglieder dicht und lang schwavz behaart, das dritte Glied kurz, fast rund, der Griffel deutlich dreigliedrig; Rüssel bräunlichgelb; Augen kurz- aber dicht behaart. Beine rothgelb, die Tarsen verdunkelt Flügel schwärzlich tingirt, am Vorderrande intensiver; obere Zinke der Cubitalgabel mit der Radialader durch eine Querader verbunden; Schwinger hell- braun. öV-i — 7'". Südamerika. Gleicht unserer Hirmoneura obscura Mg., ist aber dunkler gefärbt und namentlich durch die schwarzbraunen Fühler leicht von ihr zu unterscheiden. 5. HIRMONEURA ALBISTRIA nov. sp. ^. Schwarzbraun, ziemlich dicht behaart, die Behaarung auf der Oberseite des Rücken- schildes braun, an den hellgrau schimmernden Brustseiten und besonders in einem Streifen zwischen Flügelbasis und Schulter weisslich; unmittelbar vor dem Schildchen eine Querbinde weisser Härchen. Hinterleib abwechselnd weisslich und schwarzbraun behaart, an der Basis der Ringe die weissliche Behaarung vorherrschend, aber viel kürzer und dichter als die, besonders an der Seite ziemlich lange, dunkle Behaarung; Bauchseite weisslich. Kopf schwarz, das Untergesicht, der Scheitel und die beiden Basalglieder der Fühler dicht schwarz behaart. Fühler schwarz, drittes Glied kurz, fast dreieckig, der Griffel deutlich dreigliedrig. Augen dicht behaart. Beine gelblich, an allen Gelenken dunkler, die Behaarung hell, auf der Unterseite der Schenkel ziemlich lang. Flügel schwärzlichgrau tingirt, am Vorderrande intensiver und daselbst etwas ins Braunröthliche ziehend; obere Zinke der Cubitalgabel durch eine sehr schiefliegende Querader mit der Radialader verbunden. 5'". Ein Männchen aus Chile. 110 l)r. J. li. Sclnner. 6. TRICHOPIITIIALMA NOVAE-IIOLLANDIAE Macq. Eirmoneura Novae-IIollandiae Mcq., Dipteres exot. II. 1. 19. Taf. II, Fig. 7, Suppl. I. 101 und Suppl. IV. 99. Ein Männchen aus Sydney. Der Hinterleib ist bei dem vorliegenden Stücke ziemlich stark rostbraun, der Rüssel ist verliältnissmässig kürzer als bei den übrigen Tricliophtlialmen, die Taster haben eine schwarze Spitze, übrigens stimmt Macquart's Beschreibung in der Hauptsache vollständig. Die obere Zinke der Cubitalgabel ist mit der Radialader durch eine Querader nicht verbunden, wie überhaupt bei keiner der mir bekannten Trichophthalma- X.vten, während bei den echten Hirmoneuren dies häufiger vorkömmt. 7. TRICHOrHTHALMA MONOTAENIA nov. sp. $ . Schwarzbraun. Rückenschild schiefergrau bereift, mit einer breiten, ganz durch- gehenden schwarzbraunen Längsstrieme, die sich auf den braunrothen Schildchen fortsetzt. Die Seiten rostgelb, mit dichter, vorherrschend fahlgelblicher Behaarung; Brustseiten grau, oben etwas dunkler, unten fast weisslioh, dicht zottig behaart. Hinterleib mit zwei breiten, nach hinten zu alhiiälig verschmälerten, dann plötzlich abgestutzten, parallelen, wcisslichgrauen Längsbinden, welche die schwarzbraune Grundfarbe in der Mitte, als breite, in derselben Richtung mit der Rückenschildstrieme verlaufende Rückenstrieme und an den beiden Seiten breit freilassen; man könnte auch sagen: Oberseite des Hinterleibes weisslichgrau mit drei breiten schwarzbraunen Längsstriemen, wovon die äusseren knapp am Rande liegen ; Behaarung des Hinterleibes an den lichten Stellen hell, an den dunklen schwarz, die Seitenränder zottig gelblichweiss behaart, gegen hinten zu ins Fuchsrothe übergehend; die ganze Unterseite des Leibes ist weisslich und ebenso behaart, nur an den Seiten herrscht fuchsröthliche Behaarung vor. Kopf hellbraun, dicht röthlichgelb behaart, die Stirne mehr grau mit einer dunkleren Mittellinie; Augen dicht behaart; Fühler lebhaft rothgelb (das Endglied fehlte), Rüssel schwarz, Mundborsten rostgelb. Beine lebhaft rothgelb. Flügel fast glashell, am Vorderrandc etwas rostgelblich; die obere Zinke der Cubitalader mit der Radialader durch eine Querader nicht verbunden. Bei einem Stücke ist am linken Flügel die zweite Hinterrandzelle durch eine über- zählige Querader in zwei Zellen getheilt. Die Art ist sehr plump und dick. 7'". Zwei Weibchen aus Sydney. 8. TRICHOPHTHALMA EQUES n. sp. $ . Schwarzbraun; Rückenschild schiefergrau bestäubt mit fünf sammtschwarzen Längsstriemen; die mittelste ganz durchgehend und auch am Schildchen, wo sie sich zu einem Fleck erweitert, fortgesetzt; die beiden nächstliegenden kurz, an der Quernaht unterbrochen und gleich hinter derselben abgekürzt, die äussersten dem Rande knapp anliegend und den Saum desselben bildend; die Behaarung oben vorherrschend bräunlich, an den Seiten fast weiss, zottig, aber mit schwarzen Härchen gemengt; Brustseiten grau, dicht zottig blassgelblich behaart. Hinterleib mit zwei breiten, parallelen Längsbinden von schiefergrauer Färbung, welche sich nach hinten zu allmälig verschmälern und am letzten Ringe ziemlich spitz enden: diese Binden lassen die Grundfarbe auf der Mitte in einer breiten, als Fortsetzung der Rückcn- schildsstriemc sich darstellenden Rückenstrieme und an beiden Seiten breit frei; die Behaa- lung an der lichteren Stelle hell, an den dunklen schwarz, an den Seitenrändern durchaus weiss und dicht zottig; Unterseite weisslich und weiss behaart. Kopf braun, Untergesicht grau bestäubt und weisslich behaart; Stirne mit kurzer schwarzer Behaarung, auch die Augen dicht behaart; Fühler lebhaft rostroth, die beiden Basaigiicdci- weissschimmernd, der borstenartigo Griffel deutlich dreigliedrig; Rüssel schwarz, Mundborsten an der Basis rostgelb. Beine Bieter a. Hl lebhaft rothgelb, die Sehenkel wollig weiss beha.ait. Flügel last glashell, die Basis und die Subcostalader rostgelb; obere Zinke der Cubitalgabel mit der Eadialadec durch eine Querader nicht verbunden. 7'". Ein Weibchen aus Sydney. Die Art gleiclit im Aussolien der Tr. monotaenia , ist aber von ihr durch die verschiedene Zciehniing des Rückensohiides und Hinterleibes sogleich zu unterscheiden. 9. TRICHOPHTHALMA VICARIANS n. sp. cT 9 . Rückenschild schwarzbraun, mit vier weisslichen Längsstreifen, die beiden mittleren vorne erweitert, an der Quernaht mit den äusseren, knapp am Seitenrande anliegenden, durch eine weissliche Qiicrbinde verbunden ; die Behaarung auf der Oberseite vorherrschend fahl- gelblich, an den Seitenrändern dicht zottig fuchsroth, was sich auch über die ganzen, gi-au- bestäubten Brustseiten fortsetzt; Sehildchen weisslich, auf der Mitte mit einem dreieckigen, schwarzbraunen Fleck, dicht fuchsröthlieh behaart. Hinterleib genau so gezeichnet wie bei Trichojphthalma monotaenia \, die ziemlich dichte Behaarung ist auf der Oberseite überall fuchs- röthlieh; die ganze Unterseite des Leibes blassgelb mit rothgelber, an den Seiten fuchsröth- licher Behaarung. Kopf lichtbraun, Untergesicht und Stirne weissgrau bestäubt und fuchsroth behaart; die dichte Behaarung der Augen bräunlich, am Ocellenhöcker ein Büschel fuchsrother Haare. Fühler rothgelb, das dritte Glied an der Basis gliedartig abgeschnürt und daselbst weiss- lich, weiterhin ein Stück schwarz, dann rothgelb, der borstenartige Griffel deutlich dreigliedrig; Rüssel schwarz, die Mundborsten rostgelb. Beine lebhaft rothgelb, die Schenkel wollig, fuchs- röthlieh behaart. Flügel blassgraulich tingirt, am Vorderrande etwas intensiver; obere Zinke der Cubitalgabel mit der Randader durch eine Querader nicht verbunden. — Das Wei bellen ist etwas kleiner und bedeutend dunkler gefärbt als das Männchen, wie ich dasselbe auch bei Trichophthalma homhyliformis bemerkt habe; es gleicht übrigens sonst in allen Stücken dem Männchen. 6%^ 7'". Ein Pärchen aus Chile. Die Art hat grosse Ähnlichkeit mit Trichophthalma eques — es ist aber zwischen den australischen und sUdamerikanisclien Trichophthalma -Arten bei der sonstigen grössten Übereinstimmung schon der, von einem scharfblickenden Dipterologen nicht leicht zu übersehende Unterschied , dass bei den ersteren die Augen etvs'as mehr gewölbt und nicht breiter als der Rückenschild sind, während sie bei den südamerikanischen tlaeher und entschieden breiter als der Rückenschild sich darstellen, ein Umstand, der den Habitus gewaltig modificirt. 10. TRICHOPHTHALMA BOMBYLIFORMIS n. sp. cf 9 • Oeh ergelb; Rückenschild oben schwarzbraun mit zwei entfernt stehenden weissen Längsstriemen; Behaarung vorherrschend fahlgelblich, an den Seitenrändern auf gelblichem Grunde weisslich. Brustseiten etwas grau bestäubt und dicht gelblich behaart, zwischen Flügel- wuizel und Schulterecke ein schwärzlicher Haarstreifen. Schildchen und Hinterleib blass- gelb, letzterer mit dunkelbrauner Rückenstrieme und ebenso gefärbten Hinterrandseinsehnitten; Bauch fast weisslich; die Behaarung überall gelblich oder gelbweiss. Kopf lichtbraun, Unter- gesicht und Stirne weissgelblich bestäubt und ebenso behaart. Fühler lebhaft rothgelb, der borstenartige Griffel deutlich dreigliedrig, schwarzbraun. Rüssel schwarz; Mundborsten rost- roth. Augen dicht weisslich behaart, bei dem Männchen, wie gewöhnlich auf der Stirne zusam- mcnstossend, bei dem Weibchen ziemlich breit getrennt; die Ocellen glänzend schwarz, gross. Beine lebhaft rothgelb. Flügel blassgraulieh tingirt, an der Basis und am Vorderrande etwas bräunlich; obere Zinke der Cubitalgabel mit der Radialader durch eine Querader nicht ver- 112 Dr. J. B. Schiner. bundeil. Das Weibchen ist etwas kleiner und bedeutend dunkler als das Männchen, stimmt aber sonst in allen Punkten mit demselben überein. 3%— 4"'. Ein Pärchen aus Chile. Die Art konnte tür Trichophthalma fHirmoneura) flaviventria Blanch. (Hist. fis. y pol. de Chile. Zool. VII. 384) gebalten werden, ist aber von derselben, wie ich glaube, bestimmt verschieden, üie Blan- chard'sche Art besitze ich durch Herrn Bigot, der sie mit den typischen Stücken vergleichen konnte. — Sie ist grösser und zeigt am Hinterleibe nichts Braunes. Da Blanchard bei seiner Art von „maculis abdo- minis fuscescentibus", spricht und in der Beschreibung sagt: „Abdomen mas testaceo, peludo, con mancas parduscas mas ö menos anchas y aparentes", so könnte man wohl annehmen, dass Bigot die Art nicht richtig determinirte und meine Art die echte Tr. flaviventris Blanch. sei. Ich halte dies nicht für möglich, denn Blanchard sagt (1. c.) „capite nigro* und ,,alis infuseatis", zwei Merkmale, die bei meiner Art durchaus nicht vorhauden sind, so wie auch am Hintorleibe ganz regelmässig eine braune Rüokenstrieme und solche Einschnitte vorhanden sind, was man unmöglich mit „macuUs fusce3centibus" ausdrücken könnte. 11. TRICHOPHTHALMA ALBIBASIS Walker. Transactions of tlie Entomologioal Society of London. New series. IV. 134. Walker's Beschreibung passt vollständig auf ein mir vorliegendes Männchen aus Sydney, und ich vermuthe daher, dass demselben bei der Beschreibung ein Männchen vorgelegen habe. Ein zweites weibliches Stück von demselben Standorte, ist kahler, der weisse Haarstreifen an der Hiaterleibsbasis ist kaum angedeutet und das Untergesicht ist roth — es stimmt aber in allen übrigen Merkmalen und namentlich auch im Flügelgeäder vollständig mit dem Männ- chen, so dass ich beide, und zwar um so unbedenklicher als zusammengehörig betrachte, weil das erwähnte weibliche Stück abgerieben und sehr mittelmässig conservirt ist, die angegebe- nen Differenzen daher nur dadurch veranlasst sein können. PROSOECA nov. gen. Ich habe bereits im Eingange crwälint, dass die südafrikanischen Nemestrina- ^ricn mit an der Spitze nicht gegitterten Flügeln in eine eigene Gattung gebracht werden müssten. Loew hat für einige derselben den Mac quart' sehen Namen Megistorlnjnchus vorgeschlagen, mit diesem jedoch auch Arten mit gegitterten Flügeln, die sich von Nemestri7ia aegyptiaca und dei'en nächstvervvandte Arten durch eine schmälere Stirne unterscheiden, wie z. B. Nemestrina brevirostrig W. vereinigt gelassen. Ich kann dem nicht beistimmen. Der Name Megistorhynchus muss für die Arten, die mit Nemestrina longirostris W., wenn auch nicht durch die Länge des Rüssels, wohl aber durch den verhältnissmässig kleineren Kopf, kürzeren und gewölbteren Hinterleib, vorzüglich aber durch eine getheilte Axillarzelle übereinstimmen, aufrecht erhalten bleiben. Die Arten mit gegitterten Flügeln mögen, wenn sie weder mit Nemestrina im engeren Sinne, noch mit Megistorkynclms vereiniget werden können, besser in eine neue Gattung ver- einiget werden; sie mit den erwähnten südafrikanischen Arten mit ungegitterten Flügeln zu vereinigen halte ich für unnatüilich. Die Arten mit ungegitterten Flügeln — ich kenne von dieseu Nemestrina Westermamii W., N. accinota W. und N. vitripennis W. — stimmen tmtei- sich überein und nähern sich im Habitus mehr den Trichophthalma - Arten als den genuinen Nemestrinen. Sie haben als gemeinsame Merkmale: verhältnissmässig schmale Stirne, drei- gliedrigen Fühlergriffel, nackte Augen und an der Spitze ungegitterte Flügel; der Konf ist ziemlieh kurz, das Untcrgusicht erhoben, aber nicht höckerartig gewölbt; der Rüssel ist weit oder sehr weit vorstehend, die Saugflächen sind klein. Ich vereinige diese Arten in eine besondere Gattung, welche ich Prosoeca nenne und bezeichne als typische Art die Nemestrina Diptera. 113 Westermanni W. Die Gattung Prosoeca unterscheidet sich von Nemestrtna im engeren Sinne und von Megistorhijncims durch ungegitterte Flügel, von ersterer auch noch durch die ver- hältnissmässig schmälere Stirne^), von Trichojphthalma durcli die nackten Augen, von Rhyncho- cephalus, wenn man Nemestrina Tauschert F is eh. {taurica W.) als typische Art dieser Gattung betrachtet, durch dreigliedrigen Fühlergriffel und eine borstenförmig vorstehende Legeröhre des Weibchens, von Fallenia durch ersteres Merkmal und verschiedenartiges Flügelgeader. endlich von Ilirmoneura Meig. (nonMcq.) durch den langen Rüssel und durch dasselbe Merkmal, abge- sehen von allen anderen Merkmalen, auch von ColaxW., Symmictus Lw., Trichopsidea Westw. und Exeretoneura Mcq. — Die Gattung Prosoeca ist gleichbedeutend mit der von Loew in der Dipteren-Fauna Südafrika's (Bd. 1, S. 321) vorgeschlagenen, unzulässig Megistorhynchus benann- ten Gattung, wenn aus derselben die Arten mit gegitterten Flügeln ausgeschieden werden. 12. PROSOECA WESTERMANNI Wied. Nemestrina Westermanni W., Diptera exot. I. 155. 2. und Aussercurop. zweifl. Ins. I. 247. 2. Ein Stück vom Cap der guten Hoffnung stimmt in der Hauptsache mit der Wied em ann- sehen Beschreibung und ebenso mit der Type der Wi edemann'schen Sammlung, nur ist es etwas kleiner (6V2'"). Der Hinterleib ist vorherrschend schwarz, das Kastanienbraune in der Mitte zu- sammengedrängt, so dass man sagen könnte Hinterleib schwarz, mit kastanienbraunen, fast ziegelröthlichen breiten Rückenflecken, die wieder in der Mitte dunkler sind. Von den braunen Wischen, die Wiedemann am Flügel erwähnt, füllt der obere die vordere Basalzelle bis zur Spitze vollständig aus, der zweite besteht in einer breiten Bräunung der Analader. FAMILIE BOMBYLIDAE. Für diese ebenso reiche als schöne Familie sind bisher folgende Gattiings- gruppen aufgestellt worden: Bombylius von Linnd. Anthrax von Scopoli; Phthiria, Geron, Toxophora, Stygia, Gonophorus undLomatia vonMeigen; Mulio, üsia, Ploas undCyllenia von Latreille ; Apatomyza, Thlipsomyza, Amietus, Corsomyza, Systropus, Dolichomyia und Tomomyza von Wiedemann; Heterostylum , Lasioprosopa"), AdeUdea, Acreotriehus, Mer/n- ^alpus, Cyelorhynchus, Dasypalpus, Callostoma, Sericosoma, Enico- neura, Lepidophora, Anisotamia, Ogcodoeera, Plesioeera, Comptosia, Litorrhynchus ^ Spogostylum, Enica und Exoprosopa von Macqiiart; Cyr- tosia von Perris; Bombylisoma, Glossista und Argyrospila von Eondani; Ligyra und Neuria von Newman; Acroph thalmia und Cyrtophorus von Bigot; 1) Ich besitze eins Ne7nestri7iide aus Klein-Asien, welche in der t. Winthem'schen Sammlung als ISleniestrina, albofasciata W. mit ? bestimmt ist, für -welche ich sie aber nicht halten kann, die abermals zur Aufstellung einer- neuen Gattung veranlassen wird. Sie stimmt im Flügelgeader mit Mhynchocephalus, in der Breite der Stirne mit Nemestrina s. strict. in der Nacktheit der Augen und dem Flügelgeader mit Procoeca überein — ist aber von allen langrüsseligen Nemestriniden durch einen ganz eigenthümlichen Habitus, durch die Bildung des schnauzenartig vorgezogenen Untergesichtes, den verhältnissmässig ausserordentlich grossen Kopf, hoch- gewölbten kurzen Hinterleib u. s. w. verschieden. Eine andere Nemestrinide der k. Musealsammlung , als N. longipennis in litt, bezettelt — zeichnet sich durch den gänzlichen Mangel des Flügellappens vor allen anderen aus — auch sie wird als Typus einer neuen Gattung zu betrachten sein. 2) Ich besitze ein Stück von Corsomyza nigripes W., das ich durch Herrn Bigot selbst unter dem Namen Lasio- prosopa Bigott Mcq. erhalten habe. Novara-Espcdition. Zoologischer Theil. lid. II. Schinor, Dirtera. 15 114 Dr. J. B. Schiner. Eurvcaremis, Triplasius, Systoechus, Sparnopolius, Dischistus, Croeidium, Apolysis, Platypygus, Oligodranes, Chalcochiton, Ecli- mus, Lagochilus, Antonia, Sobarus, Platamodes, Legnotus, Scinax und Lordotus vou Loew; Parisus und Choristus von Walker; Argyromoeba von Schiner; Neetaropota von Phillipi. Die Gattung Tabuda, welche Walker gleichfalls aufstellte, gehört in die Familie der Therevidae. Von diesen Gattungen sind Stygia mit Lomatia und Conoj^horus mit Ploas vollständig synonym; die Wiedemann'sche Gattung Thli;psoviyza lässt sich vou Amictus nicht trennen; Heterostyhmi , obwohl durch ein eigenthümliches Flügelgeädcr ausgezeichnet, dürfte vorläufig mit der Gattung Bombylius vereinigt bleiben, wenigstens in so lange, bis nicht noch andere Merkmale aufgefunden sein werden, welche alle die mit dem eigenthümlichen Flügelgeädcr ausgerüsteten Arten in eine natürliche Gruppe vereinigen; Adelidea Mcq. ist meines Erachtens identisch mit Sobarus Lw. ; ich halte es aber angemessener dennoch den späteren Loew'schen Namen aufrecht zu erhalten, weil Loew's Gattungsdiagnose präciser und bestimmter lautet; die Gattung Cyclo?-hytichics Mcq. soll nach Erichson und Loew mit Phthiria zusammen- fallen, was mir vorläufig nicht einleuchten will, da Macquart den Typus der Phthirien gewiss kannte und dennoch beifügt, dass die Gattung mit keiner Bom- bylideu-Gattung verwechselt werden könne. Der Rüssel muss denn doch in einer ganz eigenthümlichen Weise gebildet sein, um eine Trennung zu rechtfertigen; alles Übrige stimmt freilich mit Phthiria; Megapalpus und Dasypalpus^ beide von Macquart, durch ein augenscheinliches Versehen für dieselbe typische Art aufge- stellt, können beide in dieser Art nicht aufrecht erhalten bleiben; man kann, für Phthiria cajJetisis W. nach Belieben entweder den Namen Megapalpus oder Dasy- palpus vorwenden. Loew hat keinen derselben verwendet und Phthiria capensis W. einstweilen bei der Gattung Phthiria belassen. Nach einem typischen Stücke der Wiedemann'schen Sammlung, welches übrigens nicht so gut erhalten ist, um hier- nach eine bestimmte Gattungsdiagnose entwerfen zu können, ist Phthiria capensis W. wesentlich von den Phthirien verschieden und könnte noch besser bei der Gat- tung Corsomyza^ . als bei Phthiria Mg. untergebracht werden. Die Gattung Mega- palpus oder wenigstens die Art Megajoalpus nitidus Mcq. unterscheidet sich von Corsomyza durch den Mangel der bürstenförmigen Behaarung auf der Vorderseite des Kopfes (auf Untergesieht und Vorderstirne), ich werde sie weiter unten trotz- dem in der Gattung Corsomyza anführen. Die Gattungen Litorrhynchus Mcq. und Argyrospila Rond. sind mit Exoprosopa zu vereinigen, da sie keine bestimmteii Merkmale zu einer Abtrennung enthalten; Bombyliso7na Jiond. ist synonym mit Dischistus hw., Glossista Jiond. kann mit Mulio vereinigt bleiben; Ligyra l>iewm. hat nicht die mindeste Berechtigung, wie ich weiter unten nachweisen werde; eben dasselbe gilt von Parisus und Choristus Wlk,, die sich nach den angegebenen Diptera. 115 Merkmalen von Bomhylius nicht trennen lassen und die Gattung Lagoch'Ius Lw. endlich halte ich, wie ich später ausführlicher begründen werde, für einerlei mit der Gattung Enica Mcq. So bleiben 53 Gattungen übrig, die, in so weit ich sie kenne, wohlberechtiget sein dürften. Unbekannt sind mir geblieben die Gattungen: Apatomyza, Tomomyza, Eniconeura^ Ogcodocera, Plesiocera, Äcrophthalm/a , Cyrto- phorus, Crocidium, Apolysis, Platamodes , Scinax und Lordotus. Ich glaube aber auch diese Gattungen, nach den vorhandenen Beschreibungen, in der nachfolgenden Gruppirung richtig eingereiht zu haben. Die bisherigen Versuche einer natürlichen Gruppirung der Bombyliden scheint mir nämlich ganz ungenügend, eine Trennung derselben in Bombyliden und Anthraeiden, völlig unhaltbar. Nach meiner Ansicht können die Bombyliden, mit Rücksicht auf das Flügelgeäder in zwei natürliche Hauptabtheilungen gebracht werden, von denen die erste wieder in drei natürliche Gruppen zerfällt, so dass im Ganzen vier gleichwerthige Gruppen ent- stehen. In der ersten Hauptabtheilung, welche mit der Gruppe zusammenfällt, die ich die Gruppe der Anthracinae nenne, entspringt die Eadialader scheinbar aus der Cubitalader und zwar ganz in der Nähe oder unmittelbar über der kleinen Querader. Die Radialader, welche nothwendigerweise aus der Subcostalader ent- springt, verläuft bis dahin, wo die Cubitalader aus ihr abzweigt ganz gerade, biegt sich aber an dieser Stelle ziemlich steil nach aufwärts, so dass die Cubitalader als gerade Fortsetzung derselben sich darstellt. Mit diesem sehr wesentlichen Merkmale, das in keinem Falle zu Zweifeln Anlass bietet, verbinden sich noch andere, wie z. B. die Bildung des Kopfes, die Stellung der Fühler, des Rüssels u. s. w., welche alle zusammen Arten gemeinsam sind, die auch im Habitus unter sich überein- stimmen und sich von allen Gruppen der zweiten Abtheilung unterscheiden. In dieser zweiten Abtheilung entspringt die Radialader ganz deutlich aus der Sub- costalader und die Cubitalader entspringt aus derselben so, dass sie mit ihr an der Abzweigungsstelle immer einen sehr spitzen Winkel bildet. Diese Abtheilung ent- hält mehrere heterogene Formen. Eine Reihe von Arten, welche sich um Lomatla grupj)iren, unterscheidet sich von den übrigen durch die Bildung des Kopfes, durch die Kürze des Rüssels und durch den verlängerten Hinterleib ; ich vereinige diese Arten in die Gruppe der Lomatinae. Die Lomatineu sind mit den Anthra- cinen näher verwandt als mit den übrigen Gruppen, sie bilden gleichsam einen Übergang zwischen der ersten und zweiten Hauptabtheilung; die angedeutete Beschaffenheit des Flügelgeäders wird jedoch jede Verwechslung unmöglich machen. Eine weitere Gruppe von Arten dieser Abtheilung ist durch eigenthümliches Flügel- geäder (es sind bei allen nur drei Hinterrandszellen vorhanden), durch die Bildung der Fühler, durch den oft buckeiförmigen Rückensehild und durch die oft sehr verlängerte und schmale Form des Hinterleibes so ausgezeichnet, dass sie weder mit den übrigen Gruppen dieser Abtheilung, noch auch mit den Anthracinen ver- 15* 11(5 Dr. J. B. Seht 71 er. wechselt -ucrdeii könnten. Ich nenne diese Gruppe die der To xopliorinae. Die noch übrio-en Arten dieser Hauptcabtheilung reihen sieh um die Gattung BomhyliKS und zeigen im Wesentlichen den Habitus und die Merkmale dieser Gattung. Ich nenne diese Gruppe die der Bombylinae. Die Bombylinen enthalten auch Gattungen mit nur drei Hinterrandzellen, allein man wird über deren Stellung nicht in Zweifel sein, w^eil sie sich von den Toxophorinen durch den kurzen breiten Hinterleib, durch die Bildung der Fühler, durch den meist flachen Rückenschild allzuleicht unterscheiden lassen. Ich führe zum näheren Verständniss meiner eben ausgesprochenen Ansichten die sämmtlichen Gattungen in den entsprechenden Gruppen hier auf, wobei ich nur rücksiehtlich jeuer, die ich oben als mir unbekannt bezeichnet liabe, über die richtige Stellung nicht ganz sieher bin. Es gehören I. zu den An thracinae: Exojn-osopa , Sjiogostijlnm , Argi/romoeha , Aiitln-ax, Callo- stomai ChaJcochiton, Mtilio und Em'ca; II. zu den Lomatinae: Oyllenia, AcrophtJtalmia, Aj}atomyza, Amictus, Antoiiia, Tomo- mysa, Ogcodocera, l'lesiocera, Lomatia, Anisotamta, Com^ptosia, Neuria; III. zu den l'oxophorinae: Ech'mus , Toxophora, Lepidophora , Eniconeura , Systropus, D olichoinyia ; und IV. zu den Bombylinae: Apohjsis, Cyrtosia, Usia^ Platypygiis, TripJasius, Nectaropota, Soharus, Platamodes, Lordotus, Bombylms, Systoechus, Dt'schz'stus, Legnotics, Scinax, Sparnopjolms} Cyclorhynchus , Etirycaremis , Acreotriclius , Sericosoma, Oiigodranes, Ueron, Crocidium, I'hthvria, Corsomyza, Lasioprosopa, Ploas, Cyrtopihorus. Aus den angeführten Gattungen sind bisher 1036 Arten beschrieben worden, von denen 198 auf Europa, 127 auf Asien, 247 auf Afrika, 292 auf Amerika, 123 auf Australien entfallen, von 49 Arten aber das Vaterland nicht bekannt ist. Es muss hier erwähnt werden, dass eine Reihe von Bombylinen-Arten gleichzeitig in Afrika oder Asien vorkommen und einige über die ganze alte Welt verbreitet zu sein scheinen, dass sich daher ein etwas anderes Verhältniss herausstellen würde, wenn diese Arten wiederholt mitgezählt worden wären. Die Bombylinen scheinen überhaupt in den Faunengebieten der alten Welt ihren Hauptverbreitungsbezirk zu haben, während die Anthraciuen in Amerika und Australien sehr reichlich ver- treten sind. Aus der Gruppe der Toxophorinen entfallen auf Europa nur zwei Arten; die Lomatinen prävaliren offenbar in Australien, woher 38 Neuria-Krton allein bekannt sind, d. i. mehr als ein Drittel aller beschriebenen Lomatinen (93 Arten). Es ist mir, mit Ausschluss der einzigen Gattung Cyrtosia keine einzige europäische Gattung bekannt, wcdclie nicht auch in den übrigen Welttheilen ver- treten wäre, wohl aber gibt es viele exotische Gattungen, von denen man jetzt schon mit Sicherheit behaupten könnte, dass in Europa Repräsentanten derselben nie aufgefunden werden dürften. Die abweichendsten Formen von dem Typus, der I) ipteren. 117 in der Gattung Bomhylms, Anthrax oder Lomatia seinen Ausdruck findet, sind in der Gruppe der Toxopliorinen vorhanden; so z. B. die Systr opus- Arten (je drei aus Asien und Afrika, sechs aus Amerika), die Toxopho7-a-A.vten (eine europäische, zwei aus Asien, eine aus Afrika, fünf aus Amerika), die Lepidophora-kxien (sechs aus Amerika), die merkwürdige Gattung DoUchomyia (mit einer Art aus Amerika), Emc07ienra (mit einer afrikanischen Art) u. s. w. Die Novara-Reise hat für die Familie der ßombylidae sehr schätzenswerthe Aufklärungen gebracht; ich schreite nun zur Aufzählung der von ihr zurückgebrachten Arten u. z. in der oben angedeuteten Ordnung. 1. EXOPROSOPA ERYTHRO CEPHALA F. Stoinoxys morio F., Entom. System. IV. 393, 1 und Syst. Ant. 279, 1. — Anthrax erythrocephala Wied., Aussereur. zweifl. Ins. 1. 255, 5. — Exoprosopa erythrocephala M c q., Dipt. esot. II. 1, 37, 5. Taf. XVI, Fig. 4. Taf. XIX, Fig. 2. Es liegen mir 18 Stücke vor, davon 15 aus Columbien, in der Flügelzeichnung ganz so wie sie Wiedemann von der genuinen Form angibt. Bei drei Stücken aus Chile ist die Flügelzeiclinung jedoch verschieden und entspricht dem, was Wiedemann von seinen Varie- täten a und h anführt. Es liegt nämlich bei diesen, vor der ghashellen Binde, nahe am Rande ein ghashelles Fleckchen; die Binde selbst ist kürzer und stellt sich mehr als ein Ausschnitt dar; oberhalb dieses Ausschnittes und etwas mehr nach Aussen gerückt, liegt ganz isolirt ein glas- heller Fleck. Die Flügelspitze ist gleichfalls glashell, etwas breiter als bei der genuinen Form und erstreckt sich das Glashelle auch weiter aus, so dass es mit dem erwähnten Ausschnitte vollständig zusammenhängt. Da in den sonstigen Merkmalen eine völlige Übereinstimmung beider Formen besteht, so muss wohl angenommen werden, dass es sich nur um Varietäten handle. Es ist aber immerhin beachtenswerth, dass im vorliegenden Falle, diese Varietäten jede einem anderen Standorte angehören, dass unter den 13 Stücken aus Columbien auch nicht die geringste Modification in der Flügelzeichnung vorhanden ist, welche einen Übergang ver- mitteln oder andeuten würde, und dass der glashelle Fleck, oberhalb des Ausschnittes bei den drei chilenischen Stücken eine Lage hat, die es aussehliesst, diesen Fleck als eine Fortsetzung der Halsbinde (des Ausschnittes) zu betrachten, wie dies bei der genuinen Form der Fall ist. Alles dies lässt vermuthen, dass hier, wenn auch nicht verschiedene Arten, doch bestimmte Localvarietäten anzunehmen seien. 2. EXOPROSOPA PROSERPINA W. Anthrax Froserplna Wied., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 257, CO. Es liegen von dieser Art 19 südamerikanische Stücke vor, auf welche Wie de mann's Beschreibung bis auf einen einzigen Umstand passt. Das braune Fleckchen an der Flügelspitze selbst ist nämlich bei einigen derselben zwar angedeutet, fehlt aber bei den meisten gänzlich. Die Bestimmung ist übrigens durch Vergleich mit den typischen Exemplaren der Wiedemann'- schen und Winthem'schen Sammlung vollständig sicher. Anthrax Klugü"W. der Wiedemann'- scheii Sammlung ist kaum von obiger Art verschieden. 3. EXOPROSOPA TANTALUS F. Anthrax Tantahis F., Entoinol. System, IV. 260, 15 und System. Antl. 124, 29. — Anthrax Tantalus Wied., Aussereur. zweifl. Ins. I. 255, 4. — Exoprosopa Tantalus Mcq., Dipt. exot. II. 1. 37, 4. Drei Stücke aus Shanghai stimmen mit Wie demann's Beschreibung und den typischen Stücken seiner Sammlung vollständig. Die Art ist aus Java, Tranquebar und Ostindien über- haupt bekannt. ]^2S Dr. J. Ii. Seh hier. 4. EXOPROSOPA ALBICINCTA Mcq. Dipteres exot. II. 1. 38, 8. Taf. XVI, Fig. 7. Ich beziehe Macquart's Besclireibung auf ein mir vorliegendes Stück aus Shanghai, obwohl sich für diese Ansicht nichts weiter anführen lässt, als dass Macquart's kurze Beschrei- buno- -wenigstens nichts enhält, was dem widersprechen würde. Macquart wusste nicht, woher sein Stück stamme, und es war dasselbe auch nicht gut conservirt. Ich lasse desshalb die aus- führlichere Beschreibung folgen: Rückenschild schwarzbraun, mit kurzer, golJglänzender nicht sehr dichter Behaarung; der Ilalskragen und die Seiten dichter und länger behaart; Hinterleib samnitschwarz, dritter und vierter Ring dicht mit anliegender schuppenartiger glänzend hellgelber Behaarung bedeckt, so dass eine helle breite Querbinde entsteht, welche die beiden Ringe ganz ausfüllt; die längere Behaarung an den Seiten des Hinterleibes bis zum Ende der erwähnten Querbinde gelb, weiterhin schwarz; der vorletzte Ring jederseits mit schneeweissen Härchen. Bauch an der Basalhälfte weiss behaart, sonst schwarz. Kopf braun, Untergesicht und Vorderstirne mit kurzen goldglänzendeii Schuppenhärchen, die übrige Stirne sammt den Scheitel schwarz; an dem Hinterrande der Augen helle kurze Behaarung; Fühler schwarz, die Basalglieder schwarz behaart, das dritte Glied kegelförmig, allmälig in den Griffel auslaufend. Beine schwarzbraun. Flügel schwarzbraun, an der Spitze und am Hinterrande glashell, doch etwas grau getrübt; die Grenze nicht scharf, sondern allmälig verwaschen; das Geäder normal, doch sind vier Cubitalzellen vorhanden. 4'". 5. EXOPROSOPA MACULOSA Wied. Anthrax maculosa W., Zool. Magaz. I. 3, 10 und Äusserem-, zweifl. Ins. I. -28-2. 36. — E.coprosopa maculosa Mcq. Dipt. exot. II. 1. 46, 27. Ich citire Loew's Beschreibung, welche er in der Dipteren-Fauna Süd-Afrika's (I. 308) gibt, aus dem Grunde nicht, weil ich nicht sicher bin, ob er dieselbe Art vor sich gehabt. Es lässt sich hierüber überhaupt nichts Bestimmtes sagen, da mit den Abbildungen eine Verwechs- lung stattgefunden zu haben scheint. Der Flügel auf Taf. II, Fig. 34 soll Exojirosopa maculosa angehören, er zeigt aber die supernumeräre Querader, welche die dritte Hinterrandzelle in zwei Zellen theilt, gehört demnach zu einer Art aus der III. Gruppe Loew's, während Exopro- sopa maculosa im Texte in der I. Gruppe ausgeführt ist. Ferners sagt Loew (1. c), dass seine Exopr. maculosa mit Exopr. maculosa Mcq. nicht identisch sein dürfte, weil Maequart der- selben eine geschlossene erste Hinterrandzelle vindicirt, während seine Art diese Zelle auffal- lend wenig verengt habe. Die zu Exopr. maculosa citirte Flügelabbildung zeigt aber eine minde- stens eben so starke Vereinigung der ersten Hinterrandzelle, wie bei den übrigen Arten. Das mir vorliegende Stück vom Cap der guten Hoffnung, stimmt in der Flügelzeichnung mit Loew's Abbildung Taf. II, Fig. 42 überein. Diese Abbildung wird zu Exoprosopa reticulata citirt, welche nach dem Texte zur III. Gruppe gehört, während die Abbildung eine Theilung der dritten Hinterrandzelle durch eine supernumeräre Querader nicht enthält. Ich wäre nach allem diesen zur Annahme geneigt, dass hier eine Verwechslung stattgefunden habe und dass die Abbildungen auf Taf. II, Fig. 42 zu Exoprosopa maculosa — jene auf Taf. II, Fig. 34 aber zu Exoprosopa reticulata gehöre. Ist diese Annahme richtig, so ist meine Art auch identisch mit der Locw'schen Exoprosopa maculosa; jedenfalls aber stimmt sie in der Hauptsache mit Wicdemann's Beschreibung und mit dem Originalstücke seiner Sammlung. 6. EXOPROSOPA BRAHMA n. sp. Braun, Bauch undSchildchen rostgelb, letzteres an der Basis schwärzlich. Der ganze Leib durch die kurze, dichte, hellere Behaarung hellbräunlich sich darstellend. Rücke nschild vorne D ipte r a. 110 und an den Seiten mit längerer goldgelber Behaarung, vor und neben der Flügelbasis mit schwarzen Borsten. Hinterleib an der Basis dicht und lang goldgelb behaart, der zweite Ring am Vorderrande mit einer weissgelblichen Querbinde. Kopf rostbräunlich, das Untergesicht heller, die Stirne dunkler; die Behaarung kurz, goldgelb glänzend, am hinteren Theile der Stirne schwarz. Fühler braun, das dritte Glied lang gestreckt, allmälig zugespitzt und in den Griffel übergehend. Beine rostgelb, an allen Gelenken etwas verdunkelt, die Tarsen braun, die Schenkel in Folge hellerer Beschuppung glänzend, alle Dörnchen schwarz, die Haftlüppchcn rudimentär. Flügel rauchbraun, am Vorderrande intensiver und mehr in's Röthliche ziehend, mit acht schwarzen Fleckchen; zwei an der Basis der äusseren Cubitalzellen, zwei an der Basis der zweiten Hinterrandzelle, je eines an der Basis der dritten und vierten Hinterrandzelle, eines an der äussei'sten Basis der Discoidalzelle und das letzte als fleckenartige Säumung um die kleine Querader. Die Querader, welche die obere Zinke der Cubitalgabel mit der Subcostalader ver- bindet, hat einen rücklaufenden Aderanhang; es sind nur drei Cubitalzellen vorhanden. 4"'. Zwei Stücke aus Ceylon. Von den beschriebenen Arten scheinen Anthrax Alexon Wlk. und Exoprosopa punchilata Macq. mit obiger Art näher verwandt zu sein, für identisch können sie aber nicht gehalten werden. Exopr. puncttdafa Macq. ist überdies nur aus Südafrika bekannt. 7. EXOPROSOPA DICHOTOMA nov. sp. Schwarz; Rückenschild auf der Mitte dunkel und wenig auffallend, an den Seiten rost- gelb und ziemlich auffallend behaart. Hinterleib braunschwarz, erster Ring rostgelb behaart, der zweite Ring am Vorderrande mit einer weisslichen Querbinde ; die Seiten der vorderen Ringe rostgelb-, der übrigen schwarz behaart. Die Behaarung der Oberseite vorherrschend schwarz oder schwarzbraun, die beiden letzteren Ringe mit lichteren Härchen, der Bauch rostgelb behaart. Kopf hellbraun; Untergesicht und Vorderstirne mit kurzen, glänzend gelben Härchen, Scheitel und Hinterkopf schwarz; Fühler und der otwas vorstehende Rüssel schwarzbraun, das dritte Fühlerglied sehr kurz und fast völlig rund, der Griifel borstenartig. Beine hell rostgelb, die Tarsen verdunkelt. Flügel auf der Vorderhälfte schwarz, auf der hinteren glashell, die Grenze sehr scharf und seicht wellig, von der hinteren Ecke der Cubitalzelle schief bis zur Mündung der Radialader verlaufend. Bei durchfallendem Lichte erscheint der dunkle Theil der Flügel tintenschwarz, gegen einen dunkleren Gegenstand gehallen stellenweise braunroth. Das Geädcr normal; nur drei Cubitalzellen vorhanden. 27-2 — 5'". Zehn Stücke aus Südamerika. 8. EXOPROSOPA SANCTI PAULI Macq. Dipteres exotiques II. 1. 50, 37. Auf zwei Stücke aus Chile passt Macqnart's Beschreibung in der Hauptsache; diese Stücke sind aber zu schlecht conservirt, um darauf ein ganz sicheres Urtheil zu stellen. DIPLOCAMPTA nov. gen. Kleine zarte Arten, welche sich von den Exoprosopen zu wesentlich unterscheiden, um mit diesen in einer Gattung vereiniget bleiben zu können. Kopf rund; Untergesicht kurz, etwas vorgezogen, die lange Mundötfnung fast bis zu den Fühlern reichend, der Rüssel im Ruhestände dieselbe ganz ausfüllend, nicht vorstehend. Die Stirne schmal (es liegen vier Stücke vor, die alle demselben Geschlechte, wie ich aus der Bil- dung der Genitalien vermuthe, dem männlichen angehören). Fühler entfernt stehend, sehr kurz, das dritte Glied rund, mit einem kurzen dicken Endgriffel; Punktaugen deutlich. Rücken- 120 I^>'- J- i^- Schr)ier. Schild miissii," gewölbt, Scliiklchen kurz und breit. Hinterleib kaum länger als der Rücken- sehild und sclinräier als dieser, gegen hinten zu allmälig verengt, siebenringlig. Beine zart, besonders die Tarsen. Die Klauen klein, die Haftläppchen rudimentär. Flügel länger als der Hinterleib, vorne ziemlich breit und an der Spitze abgerundet; Mediastinalader fast so lang als die Subcostalader ; Radialader scheinbar aus der Cubitalader entspringend, über der kleinen Quer- ader steil aufgebogen, dann in einen rechten Winkel -wieder nach der Spitze zu abgebeugt, eine Strecke o-erade, worauf eine vollständig S-förmige Schwingung folgt, die so beträchtlich und regelmässig ist, dass die Durchmesser der Buchten fast ganz gleich sind; an der Stelle wo sie rechtwinkelig nach vorne abbeugt ein rücklaufender Aderanhang; Cubitalader ziemlich gerade, die obere Zinke ihrer Gabel steil aufgesetzt und dann fast rechtwinkelig abbeugend und nach oben o-eschwungen; die Querador, welche diese Zinke mit der Radialader verbindet, als gerade Fortsetzung der oberen Zinke der Cubitalgabel sich darstellend, so dass es erscheint, als ent- spränge aus der Radialader ein Aderzweig, der durch eine steile Querader mit der einfachen Cubitalader verbunden ist. Das übrige Geäder ganz normal, wie bei Exoprosopa. Typische Art: Diplocampta singularis nov. sp. Die neue Gattung unterscheidet sich von allen Anthracinen durch die in ganz ausserordentlicher Weise S-förmig ge.^ohv.'ungene Radialader; ausserdem durch einen ganz verschiedenen Habitus, der durch die vorne breiteren und abgerundeten Flügel und den schmalen kurzen Hinterleib seinen cigenthüniliclien Ausdruck erhält. 9. DIPLOCAMPTA SINGULARIS n. sp. Braun mit kurzem fahlgelblichen Tomente; der Hinterrand des ersten Hinterleibsringes weiss, der Bauch mit schmalen w^eisslichen Einschnitten. Kopf braun, Untergesicht, Mund- rand und Vorderstirne weiss behaart, auf letzterer so dicht, dass dadurch eine weissliehe Platte veranlasst wird. Die übrige Stirne und der Hinterkopf schwärzlich; Fühler schwarzbraun. Beine braun. Schienen und Tarsen roslgelb, alle in Folge heilerer Beschuppung lichter erscheinend. Flügel glashell, um die Radialader ein blass bräunlicher, verwaschener Wisch, die Adern an dieser Stelle braun gesäumt. IVu — 2"'. Vier Stücke aus Chile. 10. ARGYROMOEBAi) SIMSON F. Aiiihrax Simson F., System. Antl, 119, ö. — Anthrax Simson Wied., Aussereur. zweifl. Ins. I. 259, 9. — Anthrax Simson Mcq., Dipt. exot. 11. 1, 59, 11. Taf. XVI, Fig. 2. — Nemotelus tigrinus Deg., Ins. I. 29. Fig. 11. — Anthrax scripta Say, Journ. of the aoad. of nat. bist, of Philadelphia III. 43, 3. Ein Stück aus Columbien, welches mit Wied emann'sBeschreibung und dem Original- stücke seiner Sammlung vollständig übereinstimmt. Das dritte Fühlerglied ist, wie bei den übrigen Argyromoeha- K.ricn kurz zwiebeiförmig; die dritte Hinterrandzclle ist durch eine über- zählige Querader in zwei Zellen getheilt. 1) Die von mir aufgestellte Gattung Argyromoeba erweist sich auch, rücksichtlich der exotischen Formen als wohlbegründet. Bei einem Stücke der Agyromoeha poecilophora n. sp. erweitert sich der Aderanhang an der Basis der Cubitalgabel bis zur Radialader, es sind also, freilieh nur auf einem Flügel, drei Cubitalzelleu wie bei Exoprosopa ^orhunAen, was mich zu der Vermuthung führt, dass Macquart's Gattung Spogostylitm mit der Gattung identisch sein dürfte; wäre aber auch die Gewissheit vorhanden, so könnte ich mich zur Annahme dieses Namens nicht entschliessen, weil Macquart's Diagnose zu allgemein lautet, und weil, wenn er mit derselben das bezeichnen wollte, was ich mit meiner Gattung Argyromoeba bezeichnete, eine Reihe exotischer Arten, die er bei Anthrax anführt, der Gattung Spogostylum hätte einreihen müssen. Loew hat in seiner Dipteren-Fauna .Süd-Afrika's alle bis dahin publioirten Bombyliden-Gattungen aufgezählt, merkwürdiger Weise aber nur die einzige Gattang Argyrojnocba ignorirt, obwohl er in der Berliner Entom.Zeit. {VI.82,4G). Diptera. 121 11. ARGYROMOEBA OEDIPUS F. Anthrax Oedipus F., System. Antl. 123, 22. — Anthrax Oedipits Wied., Aussereur. zweifl. Ins. I. 262, 12. — Anthrax irrorata Say, Journ. of the nat. hist. of Philadelph. III. 46, 6. Sechs Stücke aus Südamerika, -welche mit Wie dem an n's Beschreibung übereinstim- men. Die silber^Yeissen Flecke des Hinterleibes sind nur in ganz reinen Stücken deutlich, sie sind durch eine schuppenartige Behaarung veranlasst; am Seitenrande stehen lange schwarze, mit weissen abwechselnde Haarbüsche. Die Flügelzeichnungen scheinen sehr veränderlich zu sein; der Grundtypus ist aber immer derselbe; es ist die Basalhälfte vorherrschend schwarz und nur der von Wie de mann erwähnte glashelle Ausschnitt am Hinterrande und einige glas- helle Fleckchen im Schwarzen vorhanden. Die Spitzenhälfte könnte man glashell nennen, mit einer am Vorderrande breiteren, gegen hinten zu in eine Ecke endenden schwarzen Halbbinde auf der Mitte, die mit vielen glashellen Fleckchen unterbrochen ist, während in den rein glas- hellen Stellen wieder schwärzliche Fleckchen auffallen. Sehr charakteristisch ist die abwechselnd schwarze und glashelle Zeichnung des Flügelvorderrandes; die dritte Hinterrandzelle ist durch eine bis zur Mitte derselben reichende Querader unvollständig in zwei Zellen getheilt. Die Flügel- zeichnung der typischen Exemplare der Wiedemann'schen Sammlung ist etwas, aber nicht wesentlich verschieden von der der vorliegenden Stücke; ich glaube an der Identität nicht zweifeln zu dürfen. 12. ARGYROMOEBA CALOPTERA nov. sp. Nächst verwandt mit Arg. Oedqnts, durch eine wesentlich verschiedene Flügelzeichnung jedoch bestimmt verschieden. Sie ist nämlich sammtschwarz mit einigen rostgelben Längsfleckchen am Yorderrande und in den Basalzellen, dann einen grösseren an der Basis der Radialader; der Hinterrand hat keinen glashellen Ausschnitt, wie dies bei A. Oedi^us der Fall ist, sondern es finden sich an dieser Stelle nur drei schmale, glashelle Längsstrichelchen; der schwarze Fleck auf der Mitte der Spitzenhälfte ist nur am Vorderrande und an seiner inneren Grenze durch glashelle Längsstrichelchen unterbrochen, sonst aber sehr geschlossen und compact; vor der Basis der Cubitalgabel liegt ein grosser glasheller Fleck (der bei A. Oedi^pus ganz fehlt oder nur schwach angedeutet ist), auf der ganz glashellen Flügelspitze selbst stehen drei runde schwarze Flecke, an den Mündungen der Subcostalader und der oberen Zinke der Cubitalgabel und der dritte auf der Mitte der unteren Zinke dieser Gabel; dessgleichen sind schwärzliche Fleckchen vorhanden am Ende des Aderanhanges in der dritten Hinterrandzelle und an der Mündung der diese Zelle oben begrenzenden Längsader. Die lange schwarze Behaarung am Seitenrande des Hinterleibes ist durch weisse Haarbüschel nicht unterbrochen. Alles sonst wie bei Arg. Oedijjus. 4'". Südamerika. Wenn es sich doch nur um eine VaiietUt handeln würde , was erst durch Übergangsformen bestätiget werden könnte, so ist diese Varietät wenigstens eine sehr ausgezeichnete, die jedenfalls durch einen besonderen Namen zu bezeichnen sein wird. 13. ARGYROMOEBA POECILOPHORA nov. sp. Abermals nahe verwandt mit A)-g. Oedipus, von dieser aber durch Folgendes verschieden die dunklen Zeichnungen sind blässer und bestehen aus lauter runden zusammen geflossenen eine Art aus Griechenland, Argyromoela velox genannt hatte, und obwohl er in derselben Dipteren-Fauna SüJ-Afrika's eine Gruppe proponirte, die ganz und gar mit meiner Gattung Argyromoeha zusammenfällt. Das heisst doch eine Thatsache absichtlieh ignoriren. Schade, dass Herr Loew die Möglichkeit der Identität der Gattungen Argyromoeha und Spogostylum entgangen ist, er hätte dann sicher meine Gattung erwähnt, um sie ausdrücklich und entschieden gänzlich verwerfen zu können. a-Espedition. Zr.ologischer Tlieil. Bd. 11. Schiner. Diptera. 16 122 Dr. J. 7?. Srhincr. Makeln und Punkten, welclie an der Flügelhasis und auf der Mitte der Spitzenhälfte compacter auftreten; während also bei Arg. Oedipus diese Partien ein zerrissenes Ansehen haben, erscheinen sie bei der vorlieo-enden Art viel geschlossener; der glashelle Ausschnitt am Flügelhiaterrande ist wie bei A. Oedipus vorhanden, aber durch eine Menge runder Pünktchen unterbrochen. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal für die gegenwärtige Art ist auch, dass das Ader- rudiment, welches die dritte Plinterrandzelle unvollständig theilt, sehr kurz und unter einer runden schwärzlichen Makel ganz versteckt ist, während bei A. Oedipus und caloptera dieses Rudiment länger und ganz deutlich ist, der schwärzliche Fleck aber am Ende desselben erst beginnt. Die längere Behaarung an den Seiten des Hinterleibes ist sehr dicht und wie bei Arg. Oedipus von weissen Haarbüscheln unterbrochen. Alles sonst wie bei Arg. Oedtpus, auch die abwechselnd schwarze und glashelle Zeichnung des Flügelvorderrandes, wodurch sich die vor- stehenden drei Arten auf den ersten Blick von Arg. Pluto W. unterscheiden lassen. 4 — 5'". Zwei Stücke aus Chile. 14. ARGYROMOEBA DISTIGMA Wicd. Anthrax distiffma Wied., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 309, 71. Ein Stück aus Nankauri einer der Nikobaren, stimmt vollständig mit Wicdemann's Beschreibung. 15. ARGYROMOEBA IMITANS nov sp. Gleicht der europäischen Argyromoeha varia F. — Schwarz; Rückenschild und Hinterleib lang-, aber nicht sehr dicht fahlgelblich behaart, an den Seiten desRückcnschildes schwarze Haare, dessgleichen je ein Büschel schwarzer Haare an den Seiten des dritten und fünften Ilinterleibsringes, der After ist rothgelb, an den Hinterleibseinschnitten zeigen sich Spuren silberweisser, schuppenartiger Behaarung, die bei ganz reinen Stücken, analog mit den verwandten Arten, regelmässige Zeichnungen bilden dürften; Bauch schwarz, der Hinterrand der letzten Ringe rostgelb. Kopf schwarz; Untergesicht mit weissen, Stirne mit schwarzen Härchen; drittes Fühlerglied fast kugelrund, der Griffel mit einem sehr deutlichen Endpinsel. Beine rostgclb, die Schenkel verdunkelt, obenauf fast schwarz. Flügel glashell, an der Basis schwarzbraun und ausserdem mit schwarzbraunen Flecken; einer an der Basis der Radialader verbreitet sich mit einer kleinen Unterbrechung bis zur hinteren Basalzelle herab (ist somit ein Doj)pelflcck), ein zweiter liegt über der kleinen Qiierader und ein dritter auf der Mitte der Unter- randzelle; Schwinger gelb. 4'". Ein Stück aus Südamerika. 16. ARGYROMOEBA SUBANDINA Phih Anthrax subandma Phil., Verli. d. zool-bot. Gesellscli. XV. 667, 14. Ein Stück aus Chile, dem leider der Kojif abgebrochen ist, 17. ARGYROMOEBA SQUALIDA Phil. Anthrax s^jualida Phil,, Verh. d, zool,-bot, Ges, XV, 672, 26. Philij)pi's Beschreibung stimmt vollständig zu dem mir voi'licgcndcn Stücke aus Chile, nur möchte ich die Beine nicht schwarz, sondern viehnchr schwarzliraiui nennen. 18. ARGYROMOEBA GIDEON F. Anthrax Oideon F., System. Antl. 124, 27, — Anthrax Gideon Wied., Aiis?oreurop. zweifl, Insecten I, 311, 79, — Anthrax Gideon Mcq,, Diptires exot. II, 1, Gl, 25. Taf. XX, fig. 11, Argyromoeha Gideon und die nachfolgenden zwei Arten bilden eine cii;'one Gruppe derAr- gyromoebcn, welche sich durch die Stellung der kleinen Qücradcr und durch einen wesentlich Biptera. 123 anderen Typus der Flügelzeicbnung von den voiangeführten unterscheiden. Es liegen mir ein Männchen und drei Weibchen aus Südamerika vor. Wiedemann's Beschreibung ist ganz zutreffend, nur gehören alle Stücke zu der von AYicdeniann besonders benannten und auch in dessen Sammlung vorhandenen Varietät A. ao-oleuca , vclclie sich durch die ganz schwarze Behaarung des Hinterleibes auszeichnet. Es sind bei nenn Stücken nur einzelne weisse Härchen an der Basis des Hinterleibes und am After vorhanden. 19. ARGYROMOEBA PROPINQUA nov. sp. Ich habe diese Art lange für eine blosse Varietät von A. Gideon angesehen und konnte mich schwer entschliessen, auf ein einzelnes mir vorliegendes Stück aus Südamerika eine besondere Art aufzustellen. Da aber die Flügelzeichnung doch sehr wesentlich verschieden ist und auch Macquart eine x\rt (A. georgica) aufgestellt hat, die noch viel weniger nur durch die Flügelzeichnung von A. Gideon sich unterscheidet, so will ich ein Gleiches thun, füge aber bei, dass ich es für sehr möglich betrachte, dass sowohl obige Art, als auch A. georgica Mcq. nichts weiter seien, als Varietäten von A. Gideon. Die neue Art gleicht ganz der Arg. Gideon und zwar derjenigen Varietät, welche Wiedemann acroleuca nannte, die Flügelzeicbnung ist aber in folgender Weise verschieden : Die Grenze des Schwarzen beginnt unmittelbar an der Spitze der Analzelle, macht von da aus einen weiten runden Bogen nach aufwärts, so dass die ganze Discoidalzelle (bei A. georgica nur die Spitze) glashell bleibt; über derselben und die erste Hinterrandzelle, mit Ausnahme der Spitze ausfüllend, geht sie dann wieder nach abwärts und auswärts, liegt in einer kurzen Strecke an der obersten, aus der Discoidalzelle ausstrahlenden xVder an und erhebt sich dann in einen seichten Bogen gerade nach aufwärts, wo sie den Vorder- rand an der Mündung der Subcostalader erreicht. Das Glashelle der Flügel ti'itt sonach in einer unteren ganz regelmässigen runden Bucht und in einer oberen seichten Bucht in das Schwarze hinein, zwischen welchen die schwarze Zeichnung weit vortritt, während bei A. Gideon die untere Bucht seicht und unregelmässig, die obere ausgezackt ist und die schwarze Zeichnung zwischen nur wenig vortritt. Alles Übrige wie bei der genannten Art; nur ist die kleine Quer- ader der Basis der Discoidalzelle noch viel näher gerückt. 20. ARGYROMOEBA LUCTUOSA Macq. Anthrax luctuosa Mcq., Dipt. exot. Suppl. II. 1, 70, 46. Taf. 21, Fig. 4. Zwei Stücke aus Südamerika. Die Art ist durch die ganz eigenthümliche Flügelzeichnung die Mac quart(l.c.) abbildete, gar nicht zu verkennen; die kleine Querader steht knapp an der Basis der Discoidalzelle. 21. ANTHRAX AFRA F. Entom. System. IV. 258, 7 und System. Antl. 122, 15. — Anthrax fimh-iata Meig., Classif. I. 20.5, 11 und System Beschr. II. 154, 21. Taf. XVII, Fig. 13. Ein Stück aus Gibraltar. Die Art scheint weit verbreitet; Macquart gibt auch Oceanien, Cap des Aiguilles als Standort dieser Art an, sie ist auch aus Central-Afrika (Senegambien) und aus Indien bekannt. 22. ANTHRAX VAGANS Loew. Berliner Entomol. Zeitschr. VI. 81, 43. Zwei Stücke aus Gibraltar; Loew's Beschreibung stimmt vollständig — beide Stücke gehören zu der Abänderung, wo die schwarzen Härchen am Hinterleibe beinahe ganz fehlen. Ich besitze die Art auch aus Rhodus mit einem Originalzettel Loew's, der sie damals A. margi- nalis nannte. 12.1 l'r. J. Ti. Sc hin er. 23. ANTHRAX RUFI YEN IRIS Blanchard. Hist. fisica y pol. de Chile. Zoo). VII. 382, 5. Zwei Stücke aus Chile stimmen mit ßianchard's Beschreibung. Das Untergesicht ist wie bei den Exoprosopen etwas vorgezogen; die Fühler sind rostgelb, das dritte Glied kurz zwiebeiförmig; der Rüssel steht etwas vor und liegt in der weiten Rinne der MundöfFnung. Die Flügel sind an der Basis und am Vorderrande sehr blass rostgelb, die Queradern dunkler ge- säumt; die Beine und der Bauch gleichfalls rostgelb. 24. ANTHRAX SEMITINCTUS nov. sp. Braun, überall mit fuehsröthlichen Haaren dicht bedeckt; der Hintorleib gegen das Ende zu und der Bauch durchaus rothgclb. Kopf rothgelb, das Untergesicht stark vorgezogen, die kurze dichte Behaarung überall vorherrschend rostgelb. Fühler kurz, rothgelb, das dritte Glied allmälig in den Griffel übergehend, stark verdunkelt. Rüssel etwas über den Mundrand vorstehend; Hinterkopf grau. Beine rothgelb, messinggelb beschuppt und ziemlich auffallend gedornt. Flügel glashell, die BasalhUlfte hell rostbraun, die Grenze uneben, in der ersten, dritten und vierten Hinterrandzclle weiter vortretend; die MediastinalzcUe ganz braun; in der braunen Fläche hellere, theils gelbe, theils glashelle Sti'eifen und Fleckchen. Schwinger gelb. 4'". Zwei Weibchen aus Chile. Von der vorigen Art durch den an den Einschnitten nicht rothgelb gesäumten Hintorleib, die intensiv rostbraune Färbung an der Basalhälfte der Flügel, das schwarze Schildchen und vor Allem durch eine ganz verschiedene Bildung der Fühler verschieden. Es ist nicht unmöglich, dass Anthrax conifacies Macq. dieselbe Art sei, doch sprechen Macquart's Angaben „Antennes noires" und „alles: les deux tiers antörieures bruns" dagegen. Die Flügel meiner Art sind nicht am Vorderrande, sondern an der Basis rostbraun. 25. ANTHRAX HYPOXANTHA Maci- Dipteres exotiques II. 1, 65, 28. Taf. XXI. Fig. S. Ein Männchen aus Chile. — Mae quart's Beschreibung ist ganz zutreffend, die Bestimmung ist überdies durch ein Macquart'sches Originalstück meiner Sammlung gesichert. 26. ANTHRAX VULPECULA Philipp!. Verhandl. d. zool.-bot. Ges. XV. 608, 18. Drei Stücke ausChilc. — Philippi'sBcschicibung ist vollständig ausreichend, um die Art mit Sicherheit zu erkennen. An abgeiicbenen Stücken erscheinen die Seiten des Hinterleibes und die Einschnitte des Bauches rostgelb. 27. ANTHRAX DITAENIA Wied. Aussercuro]). zwcifi. Ins. I. 283, 38. Es liegen mir zwei südamerikanische Stücke vor, welche ich für diese Art halten zu müssen glaube; es sind aber bei diesen in der schwarzen Basalhälfte der Flügel um die Quer- adern hellere Säume vorhanden, wovon Wiedemann in der Beschreibung nichts erwähnt und die auch an den typischen Stücken der Wiedemann'schen Sammlung nicht wahrzunehmen sind. Wohl aber zeigt ein Stück der v. Winthcm'sehcn Sammlung diese helleren Säume. Da sonst ein Unterschied nicht vorhanden ist, so dürfte diese Abweichung vielmehr nur auf eine Ab- änderung zu beziehen sein. Diptera. 125 28. ANTHRAX GR ADATA Macq. Diptfeies exotique II. 53, 77. Taf. II, Fig. 5. Ich beziehe Macquart's J3eschreibung auf neun mir vorliegende Stücke aus Süd- amerika, weil sie in allen wesentlichen Punkten mit denselben übereinstimmt. Nur die Be- haarung am Rückenschild und Hinterleib ist nicht ganz so, wie sie Macquart angibt, was wohl darin seinen Grund haben mag, dass Macquart's Stücke theilweise abgerieben waren. In ganz reinen tadellosen Stücken ist die Behaarung wie folgt: Rückenschild fahlgelblich behaart, die Behaarung an den Seiten heller und länger, der Hinterrand recht auffallend weiss behaart. Erster Hintcrleibsring schwarz, zweiter und vierter an der Basis mit je einer weissen oder weissgelb- lichenllaarbinde, an die sich ein sclimaler, fuchsrotherHaai-sauni anschliesst, der Rest ist schwarz, die Einschnitte jedoch wieder fuchsrötJilich behaart; der dritte Ring hat eine f'uchsrötliliche Quer- binde auf der Mitte, die letzten Ringe solche am Hinterrande. Es sind sonach zwei weissliche, breitere und fünf fuclisrothe, schmälere Querbinden vorhanden, die mit der schwarzen Grund- farbe recht auffallend abwechseln. Die lange Behaarung an den Hinterleibsseiten ist an den lichten Stellen weisslieh, an den dunklen schwarz. Bei abgeriebenen Stücken erscheint die Zeichnung ungefähr so, wie sie Macquart angibt. Alles Übrige stimmt vollkommen mit Macquart's Beschreibung und die Flügel sind ganz so, wie sie 1. e. abgebildet sind. 29. ANTHRAX HYALACRA Wied. Aussereurop. zweifl. Insecten. I. 315, S4. Sieben Stücke aus Südamerika, die mit Wiedemann's Beschreibung und den typischen Stücken seiner Sammlung vollkommen übereinstimmen. Nach den vorhandenen Beschreibungen sind Anthrax celer W. und A. hyalacra W. schwer zu unterscheiden, sie unterscheiden sich sehr wesentlich dadurch von einander, dass bei A. celer die Grenze der schwarzen Flügelzeichnung vom Vorder- bis zum Hinterrande ganz gerade verläuft, während bei A. hyalacra sich dieselbe am Flügelrande schmal nach aussen fortsetzt und die Randzelle ganz ausfüllt. 30. ANTHRAX CONCISA Macq. Dipteres esotiqucs II. T. 68, 37. Ein Stück aus Chile. — Ich beziehe liieherMacquart's Beschreibung, weil sie mindestens nichts enthält, was dem widersprechen würde. Macquart's Beschreibung ist überhaupt zu kurz um ein sicheres Unheil zu begründen. Ich muss auch noch besonders hervorheben, dass Macquart im Suppl. IV der Dipteres exotiques (S. 111) ein zweites Mal eine Anthrax concisa beschreibt, die jedoch aus Neuholland stammen soll. Die von dieser Art auf Taf. X, Fig. 11 gegebene Flügelabbildung stimmt genau mit der vorliegenden südamerikanischen Art und ebenso genau passt die Beschreibung. In den Diagnosen beider Arten zeigt sich keine andere Differenz, als das bei der einen von „fedihus rufis", bei der anderen von „pedihus flavis" die Rede ist. Ich vermuthe nun, und wie ich glaube, nicht ohne Grund, dass Macquart beide Male dieselbe Art vor sich gehabt habe und dass seine Anthrax concisa Nr. 2 ebenso aus Amerika und nicht aus Neuholland stamme, wie seine Anthrax concisa Nr. 1. Sonderbar wäre es mindestens, wenn für zwei Arten von so verschiedenen Standorten, die in allen Stücken mit einander überein- stimmen und auch in der Flügelzeichnung sich gleichen (die Zeichnung der Flügel von A. concisa aus Carolina vergleicht Macquart mit der unserer A. velutina), Macquart ganz zufällig den- selben Namen concisa gewählt hätte, der gar nichts Charakteristisches dieser Arten ausdrückt. Für jeden Fall sehe ich mich veranlasst, die mir vorliegenden Stücke ausführlicher zu beschreiben : 126 -P''- J- Tl- Scliiner. Schwai-zbraun; liückenschikl auf Jer Mitte braun, an den Seiten strienienartig weiss- o-elb behaart. Hinterleib an der Basis jederseits fablgelblich, weiterbin an den Seiten bräunlich, stellenweise fast schwarz behaart, die Oberseite mit kurzen, bellgelben Härchen (der Hinterleib meiner Stücke ist übrigens auf der Oberseite stark abgerieben). Kopf schwarzbraun ; Unter- o-esicht vorherrschend gelb behaart; Stirne ober den Fühlern und eine Querbinde auf der Mitte o-Ieichfalls kurz gelb-, der Rest schwarz behaart; Fühler schwarzbraun; drittes Glied kurz zwiebei- förmig. Beine rostgelb, die Schenkel braun. Flügel ungefähr wie bei Antlirax velutina Mg., mit Ausnahme der Spitze und des Hinterrandes braun, die Grenze sehr uneben, zerrissen, die im Braunen liegenden steilen Adern alle rostgelb gesäumt, das Endstück der Längsadern im glas- hellen Theile etwas braun gesäumt. 31. ANTHRAX CIHLENSIS Philippi. VerhanJl. d. zool.-bot. tiesellscli. XV. GGG, 12. Ein Stück aus Chile. — Philippi's Beschreibung ist genügend, um dieArt zu erkennen, ich füge nur bei, dass der Rüssel bei dieser Art weiter vorsteht als bei den verwandten Arten und dass die Radialader und die obere Zinke der Cubitalgabel stark aufgebogen sind, die Art überhaupt im Habitus an Muh'o erinnert. 32. ANTHRAX LEUCOSTOMA Meig. System. Besclir. d. euiop. zweitl. Ins. II. 146, G. Meigen's Beschreibung stimmt zu zwei Stücken aus Gibraltar, es concurriren aber bei den um Anthrax flava sich gruppirenden Arten, so viele und theilweise so ungenügende Beschreibungen, dass es fast unmöglich ist, ein sicheres Urtheil auszusprechen. 33. ANTHRAX LEUCOMALLA Philippi. VorL. d. zool.-botan. üosellscli. XV. G7-2, SS. Ein Stück aus Chile. —Besonders cliaraktei-istisch ist die dichte, aufrecht stehende weisse Behaarung des Hinterleibes. 34. ANTHRAX FÜSCICOSTATA Mcq. Dipteres exotiques. Suppl. I. 111, 66. Ein Stück aus Sydney. — Macquart's Beschreibung und ein Originalstück Macquart's, das ich besitze stimmen vollständig mit dem mir vorliegenden überein. 35. ANTHRAX CALOPTERA Philippi. Verh. d. zool.-botan. Gesellscli. XV. 670, 22. Drei Stücke aus Chile. — Die Beschreibung, welche Philipjii von der Flügelzeichnung gibt, ist zutrcfiend, ob auch die weissen Binden am Flinterleibe vorhanden sind kann ich nicht angeben, da meine Stücke nicht gut erhalten sind. 36. ANTHRAX VITRIPENNIS Philippi. Verb. d. zool.-bot. Oesellsch. XV. 671. 23. Philippi's Beschreibung passt vollständig auf drei nur vorliegende Stücke aus Chile. 37. ANTHRAX NIGRICOSTA n. sp. Schwarz, das Scblldcheii und die Seiten der ersten Hintcrleibsiinge rostgelb, übrigens der ganze Leib dicht behaart. Die Behaarung am Rückcnsehilde goldgelb, besonders dicht am Vorderrande und auf den Brustseiten. Hinterleib an den Seiten goldgelb behaart, dazwischen Dijytera. 127 am dritten und fünften Ringe schwarze Haarbüschel, die Oberseite samnitschwarz, kurz schwarz behaart, die Vorderränder des zweiten und der folgenden Ringe mit goldgelben Querbinden, die am zweiten, vierten und sechsten breiter als die übrigen. Bauch gelb behaart, die schwarzen Haarbüschel an den Seiten des dritten und fünften Ringes und der gleichfalls schwarz behaarte After geben der Unterseite ein scheckiges Aussehen. Kopf gross und fast völlig rund; Unter- gesicht mit weissen, seidenartig glänzenden Haaren, die sich auf die Vorderstirne ausbreiten, der Rest der Stirne ist schwarz behaart; Fühler schwarz, sehr kurz, das dritte Glied zwiebeiförmig, mit borstenartigem Griffel; der Hinterkopf an den Seiten, besonders gegen unten zu silberweiss. Beine schwarzbraun; Mittelschenkel mit Ausnahme der Spitze und Basis, die Hinterschenkcl mit Ausnahme der Spitze rostgelb. Flügel glashell, die äusserste Basis und die Mediastinal- zelle, mit Ausnahme der Spitze schwarz; das Geäder wie bei A. flava. 4V2'". Ein Stück aus Chile. Die letzt angeführten sechs Arten gehören alle in die Gruppe von Anthrax flava und hot- tentotta. 38. ENICA LONGIROSTRIS Wied. Anthrax longirostn's Wiedem., Zoolog. Magaz. I. 3, 11 und Aussereurop. zweifl. Ins. I. 281, 35. — Enica longi- roatris Mcq., Suites ä BuflFon I. 400, 1. — f Cyllenia longirostris Wied., Aussereurop. zweifl. Ins. 388, 1. — Cyllenia afra Wied., I. c. I. 358, 2. — Cyllenia pluricellata Mcq., Dipl. exot. Suppl. V. 84, 2. Taf. IV, Fig. 2. — Lagochilus afer Loew, Dipt. Fauna Süd-Afrika's. I. 273. Ein Männchen und drei Weibchen vom Cap der guten Hoffnung. Das Männchen ist durch die hinten stark verengte Stirne und die nicht so dunklen Flügel von dem Weibchen unter- schieden; letzteres ist gewöhnlich kleiner als das Männchen, die Stirne desselben ist fast gleich- brpit, die Flügel sind auch am Hinterrande gleichmässig schwärzlichbraun tingirt, wodurch auch die am Ende der Discoidalzelle liegenden glashellen Fleckchen meiir auffallen; die drei Weib- chen sind nur 2'/2"' lang, das Männchen misst beinahe 4'". Ich besitze aber in meiner Sammlung ein von Macquart als Cyllenia plicricella:% determinirtes Weibchen, das in allen Merkmalen den vorliegenden drei Weibchen gleicht und ebenso gross als das Männchen ist. Über die Bestimmung und die obigen Synonyme muss ich Einiges zum näheren Verständ- nisse beifügen : Loew ist es nicht entgangen, dass Cyllenia afra. W. {= Cyllenia ])luricellata Mcq.) nicht bei der Gattung Cyllenia bleiben könne. Die Bildung der Fühler, des Rüssels und das ganz ver- schiedene Flügelgeäder lassen dies unmöglich erscheinen. Namentlich ist der Umstand, dass bei Cyllenia afra W. die Radialader scheinbar und nahe bei der kleinen Querader aus der Cubital- ader zu entspringen scheint so wesentlich, dass diese Art nicht einmal in dieselbe Gruppe mit den genuinen Cyllenia- Arten gereiht werden kann. Loew hat sich daher bestimmt gefunden für Cylle- nia afraW. eine neue Gattung aufzustellen, die er Lagochilus nannte. Es ist ihm aber entgangen, Aasa Anthrax longirostris W., worauf M ac q uart seine Gattung Ejiica errichtete, nichts weiter ist als Cyllenia afra W. oder, wenn man sich dieser meiner Ansicht nicht vollständig anschliessen will, mindestens eine Art, welche mit Cyllenia afra W. in dieselbe Gattung gestellt werden muss. Ein Vergleich der Beschreibungen wird dies Jeden klar machen. Wiedemann erwähnt ausdrücklich die „an der Spitze eigene, bei keiner anderen (Anthrax-) Art bemerkte Querader " und auch die übrige Beschreibung stimmt, wenn man von den Angaben über die Behaarung absieht, die bei abgeriebenen Stücken oft die verschiedenartigsten Irrthümer veranlassen — so vollständig, dass ich nicht wüsste, wodurch sich Anthrax longirostris W. von Lagochilus afer Lw. (= Cyllenia afraW.) wesentlich unterscheiden sollte. Dass Wiedemann dieselbe Art zweimal beschrieb und einmal zu Anthrax das zweite Mai zu Cyllenia stellte, darf nicht ijn 128 Dr. J. T\\ Schiner. Geringsten VeiwiinJenmg erregen — der scharfsinnige Dipterologe erkannte eben, dass diese Art weder zu Anthrax noch zu CyUeiiia passe und erwähnte dies ausdrücklicii bei Anthrax lon- girostris, was wohl H. Macquart, wie in analogen Fällen z. B. bei Xylophafft/s spmitarsis und Huematojiota longicornis W., zunächst veranlasst haben dürfte, seine Gattung Enica aufzustellen ohne die typische Art Anthrax longirostris eigentlich zu kennen. Dass mit den hier concurrirenden Arten Verwechslungen vorgekommen sein dürften, dar- über gibt auch Wiedemann's Originalsammlung hinlängliche Belege. Es steckt in derselben unter der Etiquette: Cyllenia afra eine Art, die mit der Beschreibung von Cyllenia afra nicht im mindesten übereinstimmt und die meines Erachtens nichts anderes ist als Soharus anomalus Lw. (^ Adelidea fuscfpennis Mcq.). Unter einem gemeinsamen Zettel mit der Aufschrift Cyllenia longirostris stecken gleich neben zwei vermengte Arten, von denen die eine identisch mit unserer Etiica longirostris {= Anthrax longirostris W. ^ Lagochilus afer Lw.) ist, die zweite aber wieder nichts anderes ist als Soharus anOinalus Lw. Es bedarf keiner allzugrosscn Fiction, wenn man annimmt, dass die Zettel und theilweise auch die Individuen durch irgend einen Zufall verwechselt worden seien und ursprünglich unter der Etiquette Cyllenia longirostris alle Soharus anomalus und unter der zweiten Etiquette Cyllenia afra alle die Individuen gesteckt haben mochten, die mit unserer Enica lo7igirostris identisch sind. v. Winthem der die Wiedcmann'sche Sammlung besass und seine Sammlung darnach corrigirte stellte alle echten Enica longirostris unter die Etiquette Cyllenia longirostris , den Soharus anomalus aber ganz richtig unter die Etiquette Bomhylius anomalus. Die Verwechslung dürfte daher schon zur Zeit stattgefunden haben, als noch Wiedemann lebte und vielleicht damit veranlasst worden sein, dass derselbe, bei irgend einer Revision seiner Sammlung, die ihm wohlbekannte ^4?i^^raa; longi- rostris, da sie habituel besser zu den Cyllcnien als zu Anthrax passt, ohne den Text seines Buches nachzulesen unter die Etiquette Cyllenia longirostris steckte. Es sind dies allerdings nur Conjecturen, die aber sicher nicht ganz unbegründet sind und die mindestens aufklären dürften, warum eine Reihe von Individuen in Wiedemann's Originalsammlung als Cyllenia longirostris stecken, die mit der Beschreibung vonCylletiia longirostris nicht übereinstimmen. Unwahrschein- lich ist es keinesfalls, dass Cyllenia longirostris W. in ier That nichts weiter ist als unser Soha- rus anomalus. Ich habe auf die Daten derWiedemann'schen Sammlung hin, Cyllenia longiro- stris "VV. als Synonym zu obiger Art gestellt, aber ein Fragezeichen beigefügt, wäre ich nicht einmal schon wegen Beifügung von zwei Fragezeichen in einen ähnlichen Fall anathemisirt wor- den, so hätte ich auch diesmal die Zahl der Fragezeichen verdoppelt. 39. LOMATIA INFERNAL IS n. sp. Ich besitze eine Art aus Syrien, welche Loew Lomatia infernalis benannte; ob sie mittler- weile beschrieben wurde, weiss ich nicht, ich konnte wenigstens eine solche Beschreibung nicht auffinden. Die Novara-Rei senden haben dieselbe Art in einen copulirten Pärchen aus Gibral- tar mitgebracht und ich lasse hier die Beschreibung folgen: Schwarz, goldgelblich behaart, besonders dicht und lang am Vorderraiide und an den Seiten des Rückenschildes, so wie an der Basis des Hinterleibes, wo sie büschelartig steht und auch intensiver gefärbt ist; an den Brust- seiten ist die Behaarung gleichfalls gelblich in einer striemenartigen Reihe von der Flügelbasis hei-ab aber beinahe weiss. Hinterleib schwarz glänzend, bei dem Männchen der zweite und die folgenden Ringe, bei dem Weibchen alle Ringe mit hellgelben in der Mitte ziemlich breit unter- brochenen Ilinterrandsbinden, bei letzteren nur die des ersten Ringes ganz, die Behaarung des Hinterleibes an den gelben Binden hell sonst vorherrschend schwarz; der Bauch schwarz, an der Basis gelblieh. Kopf schwarz, die Augen des Männchens in einer Ecke auf der Stirnc zu- Diptera. 129 sanimenstossend, die des Weibchens durch die glänzend schwarze nackte Stirne getrennt; Untergesicht und Vorderstirne weissgelb behaart, die übrige Stirne und der Scheitel bei dem Männchen scliwarz behaart. Fühler schwarz, die Basalglieder schwarz beliaart. Beine schwarz- braun, Schüppchen schneeweiss behaart. Flügel fast glasheli, der Vorderrand bis zur Mündung der Subcostalader braun, was bis zur Discoidalzelle herabreicht und, verwaschen sich auch in dieser noch etwas fortsetzt, die vordere Grenze dieser Bräunung ganz gerade und steil; das Geäder ganz normal. 4'". Durch die helle Behaarung uud die Zeichnung des Hinterleibes und der Flügel von Lomatia sahaea, der sie ;un nächsten verwandt ist und von allen übrigen Lomatien leicht zu unterscheiden. 40. LOMATIA AUSTRALENSIS n. sp. Scliwarz mit fahlgelblicher Behaarung, die am Vorderrand und an den Seiten des Kückenschiides, so wie an der Basis des Hinterleibes am dichtesten ist. Bauch und Brustseiten grau. Kopf schwarzbraun, der Miindrand unten gelblich, das Untergesicht braunröthiich mit dichter, glänzend weisser Behaarung die sich auch auf die Vorderstirne hinauf fortsetzt. Fühler schwarzbraun, das dritte Glied kurz kegelförmig, an der Basis schmal, der Endgriffel kurz, Rüssel aus der Mundöffnung nur etwas vorragend. Beine schwarzbraun; Haftläppchen lang aber schmal. Flügel fast glashell, das Geäder normal; die Radialader nur etwas steiler auf- gebogen, als bei den europäischen Arten, nicht aber zurückgebogen, wie bei den Neurien. 3%'". Ein Stück aus Sydney. 41. NEURIA FASCIATA Fabr. Anthrax fasciata F., System. Antl. 118, -2. — Anthrax fasciata Wied., Aussereuroii. zweifl. Ins. I. 321, 93. — Neuria nigrescens Newm., Entom. Magaz. 221. Zur Vermeidung eines neuen Namens wende ich die Fabricius'sche Beschreibung auf drei Stücke aus Auckland an, da Alles was Fabricius zur Charakteristik anführt zutreffend ist, wenn auch die kurze Beschreibung wenig des Charakteristischen enthält. Am meisten bestimmte mich di e Angabe „«/«'s totis atris : fascia parva nivea ante apicem^ \ die weisse Binde liegt nämlich bei dem vorliegenden Stücke vor der Spitze, während sie bei allen übrigen mir bekannt gewordenen verwandten Arten aus Neu-Holland fast oder wirklich an der Spitze selbst liegt. Dasselbe gilt auch von Newmann's kurzer Beschreibung, es heisst auch da „fascia ante apicem nivea.'* Ich halte es für nicht überflüssig die Art etwas ausführlicher zu beschrei- ben: Schwarz; Rückensehild an den Schultern und Seiten schmal rostgelb, ebenso gefärbt sind die hinteren Ecken des Rüekenschildes und die Brustseiten, die Mittelbrust ist jedoch schwärzlich. Hinterleib obenauf einfarbig schwarz, die Bauchseite rostgelb. Die Bahaarung vorherrschend gelblich, an den Seiten ziemlich lang. Kopf schwärzlich; Unteigesicht und Mundrand dicht messinggelb "behaart, was sich auch auf die Vorderstirne hinaufzieht, weiterhin ist die Stirne schwarz behaart. P'ühler schwarz, die Basalglieder oben schwarz behaart. Beine rostgelb, die Schenkel oben, die Schienen aussen, die Tarsen durchaus braun; Haftläppchen so lang als die Klauen, im Umrisse keulenförmig. Flügel schwarzbraun mit kurzer schneeweisser Binde vor der Spitze. Bei durchfallendem Lampenlichte erscheint das Weisse grün. Nur zwei Cubitalzellen vorhanden. 4V2 — 5"'. Zum nähei'en Verständnisse, was ich unter der Gattung iV'e;«r«'« verstehe, muss ich Einiges hier beifügen: Für gewisse Anthrax- Axi^n, die sich dadurch vor Allen auszeichnen, dass die Radialader und die obere Zinke der Cubitalgabel in ganz ungewöhnlicher Weise sich nach auf- wärts und dann nach rückwärts beugen, sind von Newm ann die Gattungen Neuria und Ligyra und ist von Macquart die Gattung Comptosia aufgestellt worden. Das was Newmann im Ni)V.ira-E.\l)e(liüüii, Zoologischer Theil. Bd. II. Schiner. Dipter.i. 17 130 Dr. ./. 7?. Sr:hiner. Entoiuologist. (S. 22U, u. tf.) zur Charakterisirun;;- .■^ciner Gattungen autuhrt, ist solir unvoll- ständig; es seheint, dass er die Arten mit zwei Cubiialzellen zu Ligtjra, jene mit drei zu Keuria gestellt wissen wollte. Mir ist nur so viel klar geworden, dass er die Arten mit den rückwärts geschwungenen Adern überhaupt als Neurien und Lig3'ren betrachtete. Maequart hat in seinen Dipteres exotiques (II; 1, 80) die Gattung Comptosia aufgestellt, und dieser Gattung, nebst der eigenthümlichen Rückwärtsbeugung der Radialader, auch drei Cubitalzellen zugesehrieben. Später hat er auch Arten mit nur zwei Cubitalzellen in seine Gattung ComjHosia gebracht und zwar grossentheils auch solche die mit Comptosm fascipennis Mcq. , der typischen Art der Gattung Comptosia und mit den neuholländischen Arten, welche ich in der Gattung Neuria vereinige nichts gemein haben, als die Rückwärtsbeugung der Radialader. Nach strengen Prio- ritätsrechten wäre Macquart's Gattungsname Cotnptosia, da er 1840 aufgestellt wurde und die typische Art Comptosia fascipennis Mcq. wirklich in dieselbe Gattung gehört, die ich Neuria nenne, den von Newniann um ein Jahr später (1841) eingeführten Namen Neuria vorzuziehen. Ich halte aber dies aus dem Grunde nicht für angemessen, weil die meisten Macquart'schen Comptosien, die er in der Folg-e beschrieb keine echten Neurien sind und für letztere daher, mit Verwerfung der beiden Ne wmann'schen Namen ein ganz neuerer Name eingeführt werden müsste. Es ist gewiss viel praktischer den neuholländischen Arten den von Newmann einmal gegebenen Namen Neuria zu lassen, dazu auch die wenigen echten Neurien Macquart's, welche er Comptosien nannte zu stellen und die grössere Menge der Macquart'schen Compto- sien, die sich sehr wesentlicli von den Neurien unterscheiden, in der Gattung Comptosia zu vereinigen. Dass die Gattungen Comptosia und Neuria gar nicht zu den Athracincn, sondern zu den Lomatinen gehören, habe ich schon im Eingange hervorgehoben. Beide Gattungen haben fol- gende gemeinschaftliche Merkmale; die Radialader entspringt deutlich und in einen spitzen Winkel aus der Subeostalader und beugt sicli vorne nach aufwärts und dann in ausserordentlicher Weise nach rückwärts, so dass sie rücklaufend, mit dem Flügelrande fast parallel ist. Der Kopf ist rund, der Hinterkopf stark entwickelt, die Augen an den Seiten ausgeschnitten, daher nieren- förmig, eine schmale oder sehr schmale Stirne und einen verlängerten Hinterleib. Bei der Gat- tung Neuria, wie ich sie hier annehme und die vorzugsweise neuhoUändisehe Arten enthält, sind die Flügel an der Basis sehr sehmal (der Flügellappen wenig entwickelt), an der Spitze aber stumpf abgerundet und ziemlieh breit; der Kopf ist etwas höher als breit; das dritte Fühlerglied kurz, der Griffel deutlich abgesetzt; der Rüssel meistens so kurz, dass er kaum aus der langen, linnenförmigen Mundölfnung etwas hervorragt, die Saugflächen sind immer geschlossen, der Hinterleib ist vorne und hinten gleichbreit, die Seiten daher parallel. Bei der Gattung Comptosia, wie ich sie auffasse und die bisher nur südamerikanische Arten enthält, .sind die Flügel an der Basis nicht sehr sciimal, der Flügellappen ist ziemlich stark ent- wickelt, die Flügelspitze nicht stumpf und die Form der Flügel nie keulenförmig wie bei Neuria\ der Kopf ist etwas breiter als hoch oder mindestens nie höher als breit, das dritte Fühlerglied ist ziemlich lang und geht allmälig in den Gritlcl über; der Rüssel ragt ziemlich weit und im Ruhestände gewöhnlich zwischen den Fiiiilciii vor, die Saugllächen sind meistens gabelförmig auseinander gespreizt; der Hinterleib ist hinten schmäler als vorne, seine Seiten daher nie parallel. So subtil diese Unterschiede auch sein mögen, so begründen sie doch sicher einen Unter- schied zweier Formenreihen, die in ein und derselben Gattung unmöglich vereiniget bleiben können und die joder Dipterologe schon nach dem habituellen Eindrucke von einander zu trennen veranlasst sein wird. Der Umstand, ob nur zwei oder drei Cubitalzellen vorhanden sind, ist nicht Diptera. 131 geeignet eine Gattungsgrenze zu begründen, es gibt daher Neurien mit zwei und mit drei Cubital- zellen vmd ebenso Comptosien. Aus Südamerika ist noch eine dritte Form durch Philippi bekannt geworden, die weder zu Neuria noch zu Comptosia gebracht werden kann, obwohl sie in vielen Punkten mit diesen übereinstimmt, ich werde sie weiter unten in der neuen Gattung Tritoneura anführen. 42. NEURIA BICOLOR Macfi- Comptosia hicolor Mcq., Dipteres exotiques. Suppl. IV. 114, 7. Tat'. X, Fig. 17. Zwei Männchen aus Auckland. — Macyuart kannte nur das Weibchen. Bei dem Männ- chen ist das Untergesicht gelb-, die Stirne schwarz behaart, letztere zeigt im Grunde eine graue Bestäubung. Die Behaarung an den Seiten des Rückenschildes ist fahlgelb, die längeren Borsten daselbst sind fuchsroth, die Brustseiten grau bestäubt. An der Basis des Hinterleibes ist die ßeliaarung sehr dicht, fast schopfig, fahlgelb, weiter nach hinten zu sind viele schwarze Plärchen beigemengt. Flügel mit nur zwei Cubitalzellen, die obere Zinke der Cubitalgabel an der Basis mit einem Aderanhang. 43. NEURIA TRICELLATA Macq. Composia tricellata Mcq., Dipt. exot. Suppl. II. 53, 4. Taf. II, Fig. 6. EinPärchen aus Sidney. — Macquart's Beschreibung stimmt in allen wesentlichenPunk- ten; die Schenkel sind aber nicht braun, sondern, wenn auch verdunkelt, rostgelb und die Flü- gelzeichmmg ist insofern etwas verschieden, als die Bräunung des Vorderrandes bis zur Flügel- spitze reicht, ungefähr so wie bei Ne%iria geometrica Mcq. (1. c. Taf. II, Fig. 7), während sie bei N. tricellata die Spitze in grösserer Ausdehnung frei lässt. Für N. geometrica kann ich meine Art nicht halten, weil diese nur zwei Unterrandzellen, mein Stück aber drei hat. Ich lege auf diese Differenz kein grosses Gewicht, da das mir vorliegende weibliche Exemplar eine etwas weiter glashelle Spitze zeigt als das männliche und die Ausbreitung der braunen Zeichnung gegen die Flügelspitze zu daher jedenfalls etwas variabel ist. Von Neuria corculum Newm. unterscheidet sich die Art dadurch, dass der Hinterleib an den Seiten nicht grau ist; auch entspricht in den vorliegenden Stücken nichts der Angabe über die Grenze der Flügelzeichnung: »limitibus .... infra in lobos productis" und sind die Beine auch nicht „fuscescentes" wie Newmann angibt. 44. NEURIA LATERALIS -Newm. Entomologist 1841. 220. Newmann's Beschreibung passt auf ein Stück aus Sydney, namentlich die Angabe „nervura costali serrata". Diese Beschreibung ist aber zu kurz, um ein ganz sicheres Urtheil über die Identität zu ermöglichen. Ich beschreibe desshalb meine Art ausführlicher: Schwärz- lich, Rücken seh ild um die Schultern und an den Seiten dunkel rostgelb, ebenso das Schildchen rostgelb. Hinterleib vom zweiten Ringe angefangen mit rostgelben Seitenflecken, welche gegen innen zu einzeln abgerundet sind, die äusserste Randlinie bleibt jedoch schwärzlich. Bauch rothgelb, in Folge der matten, hellen Bestäubung ledergelb erscheinend. Die Behaarung vor- herrschend dunkel, den schwarzen oder braunen Haaren auch fahlgelbe Härchen beigemengt. Kopf rostroth ; die Mundöffnung weit hinaufreichend, so dass der obere Rand derselben zwischen den Fühlern etwas vorsteht, die Behaarung an den Seiten gelb, oben fuchsroth. Die beiden Basal- glieder der Fühler rostgelb, unten gelb-, oben schwarz behaart, das dritte Glied ist etwas mehr zugespitzt als bei den anderen Arten, der Griffel jedoch deutlich abgesetzt. Beine rostgelb; Hüften an der Spitze unten mit schwarzen Flecken; Haftläppchen so lang als die Klauen. 17* 132 Dr. J. B. Schi )i er. FUii^cl schwarzliraiiii, an der Spitze mit einer schneeweissen kurzen Binde; die Spitze selbst ist etwas !?ebiäinit; bei durchfallendem Lampenlichte erscheint das Weisse grünlich. Drei Cubital- zellen vorhanden. Der Flii,i;elvoiJerrand ist eigentlich nicht gesägt, sondern nur sehr autfallend grob granulirt. 7' ". 45. NEURIA APICALIS Mcq. Comp/osia ajiicalis Mcfj., Dipteres exotiques. Suppl. III. 3.i, 5. Taf. III, Fig. 13. Ein Männchen aus Sydney. Die Art unterscheidet sich von Neuria fasciata F., die ebenfalls nur zwei Cubitalzellen hat, dadurch, dass die Flügelspitze selbst ganz weiss ist. 46. NEURIA GRANDIS nov. sp. Rückenschild dunkelbraun, die Schulterecken, die Schwielen vor dem Schildchen und das Schildchen selbst dunkel rostgelb, die Brustseiten rostgelb, grau bestäubt. Die zerstreute Behaaiung oben.iuf kurz, schwarz, an den Brustseiten wcisslich, vor der Flügelbasis einige fuchs- rothe Borsten. Hinterleib schwarz, mit etwas bläulichem Schimmer, an den Seiten dunkel zimmtbraun, von lückwärts gegen das Licht besehen auch über der Mitte ein zimmtbrauner Ton ; die Behaarung an der Basis \veis.ar/ifa Nowm., die aber nur zwei UntorrandzPlli'n liat. D ij) i e r a. 1 33 48. COMPTOSIA BIFASCIATA Macq. Dipteres oxotiques Suppl. IV. 114, 8. Taf. X, Fig. 18. — Philippi, Verh. d. zool.-bot. Gesellsch. XV. 673. Ein Männchen aus Chile. — Ich folge bei der Interpretation dieser Art Herrn Philippi, was mir um so nothwendiger erseheint, weil nach der vortrefflichen Aufzählung chilenischer Dipteren dieses Autors in Chile drei sehr nahe verwandte Arten vorkommen (C. consohrina Phil., C. hifasciata Mcq. und C. Landbeckiil^hW.J, die derselbe scharf geschieden hat und es nicht ganz sicher ist, welche derselben Macquart als C. hifasciata beschrieben hat. 49. COMPTOSIA LANDBECKII Phil. Verh. d. zool.-bot. Gesellsch. XV. 677, 4. Ein Männchen aus Chile. — So nahe diese Art mit Conipt. hifasciata Mcq. auch verwandt ist, so kann über deren Verschiedenheit doch nicht im Mindesten gezweifelt werden. Dicweisslichen Seitenflccke des Hinterleibes sind grösser, Untergesicht und Stirne sind schneeweiss beiiaart (bei C. hifasciata Mcq. ist die Stirne vorne gelblich behaart). Die hintere Basalzelle ist an der Spitze nicht glashell, über der Axillarader liegt ein brauner, den Flügelrand nicht erreichender Fleclc (bei C. hifasciata Mcq. und C. consohrina PhiL ist die Spitze der hinteren Basalzelle glashell und die Axillarader ist bis zum Flügelrande hin braun gesäumt). Von Coniptosia consohrina Phil, unteischeidet man C. hifasciata Mcq. dui-ch die an der Basis schwarzen Fühler. Für die ge- nannten drei Arten würde sich sonach folgendes Schema ergeben: Fühler an der Basis schwarz C. consohrina. Fühler an der Basis rothgelb. Spitze der hinteren Basalzelle glashell ('. hifasciata. Spitze der hinteren Basalzelle braun G. Landbechi. 50. COMPTOSIA CANESCENS Phil. Verh. d. zool.-bot. Gesellsch. XV. 678, 7. Zwei Männchen aus Chile. • — Philippi's Beschreibung ist genügend, um die Art mit Sicherheit zu erkennen. Sie könnte nur mit Comptosia infumata Phil, verglichen werden; die genannte Art hat aber einen gestriemten Rüekensehild und einen schwarz behaarten After, während bei gegenwärtiger Art Striemen am Rückenschilde nicht vorhanden sind und der After weissbehaart ist. Die Bräunung der hinteren Querader, wodurch sich C. infumata von C. canescens, wie Philippi angibt, besonders unterscheiden soll, scbeint kein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu sein — ■ sie ist bei den vorliegenden Stücken etwas gebräunt. TRITONEURA nov. gen. Aus der Gruppe der Lomatinae und nächst verwandt mit Neuria und Comptosia. Kopf rund, Hinterkopf stark entwickelt; Untergesicht äusserst kurz, da die grosse Mund- öffnung bis zu den Fühlern hinaufreicht ; Stirne des Männchens durch das Zusammentreten der .\ugen auf der Mitte so sehr verengt, dass nur ein kleines Stirn- und Scheiteldreieck übrig blei- ben (das "Weibchen nicht bekannt) Rüssel länger als Kopf und Rüekensehild zusammen vorne spitzig, gabelartig klaffend; Taster kurz aber robust-eylindrisch, dicht beborstet. Fühler vorste- hend, das erste Glied lang und ziemlich dick, das zweite kurz, napfförmig, das dritte so lang als die beiden ersten Glieder zusammen, etwas flach gedrückt und fast gleichbreit, mit ganz rudi- mentärem, subapicalem Griffel. Rückenschild und Hinterleib wie bei der Gattung Compto- sia; auch die Beine so gebildet wie bei der genannten Gattung , nur sind die Haftläppchen so klein, dass sie gänzlich zu fehlen scheinen. Flügel in der Form wie bei Coniptosia, auch im 134 l^>i'- J- J^- Sc hin er. GeäJer in der IIaupt.>aclie wie Lei dieser, nur sind Lei der einzigen Lislier Lckannten Ait vier Cubltalzellcn vorhanden, was übrigens aiicli Lei Comptosüi hifasciata Mei^. der Fall ist. Typische Art: Träoneiira lugubris Phil. Von Comptosia und Neuria durch die Bildung der Fühler und der Taster und durch den Mangel der Haftläppchen vers<'liicden, von iXeuria überdies durch die Flügelform und den hiuten versclimiilerten Hinterleib. 51. TRITONEÜRA LUGUBRIS Phil. Conipiosia Ingiihrls Phil., Verli. d. zool.-bot. Gesellsch. XV. 678, 8. Zwei Männchen aus Chile. — Philippi's BeschreiLung ist kurz aber so charakteristi.sc.h, dass die Art nicht leicht verkannt werden kann. Ich füge folgendes bei: Untergesicht und Hinterkopf etwas grau bestäubt, ersteres gelb- die Stirne schwarz behaart. An den Seiten des Rückenschildes stehen sehr starke schwarze Borsten, die Behaarung des Rückensehildes und Hinterleibes ist schwarz; an den Brusfseiten, die in gewisser Richtung weisslich schininiern, ist vorne gelblich und sehr dicht; die schwarzen Beine sind fast kahl, Schienen und Tarsen abei- die Behaarung dicht gedörnelt. 52. SYSTROPUS MACILENTUS Wied. Xova dipteror. gen. 19 und Aussereurop. zweifl. Ins. I. 360. Tab. V, Fig. G. P^in Stück vom Cap der guten Hoffnung. — Macquart's Systropus macilentns mit nur zwei Cubitalzellen ist von obiger Art verschieden und gehört vielleicht in die Gattung DoUchomyia. Ich muss zur Rechtfertigung meiner Interpretation dieser Art, meine Ansichten über die Gattung Systropus vorausschicken. Loew hat in seiner Dipteren -Fauna Süd-Afrika's die Merkmale der Gattung Systropus festzustellen versucht, meines Eraehtens mit wenig Glück, da er die unzweifelhaft mit Systropus nächst verwandte Gattung DoUchomyia W. hiebei nicht berücksichtigte. Das Fehlen der Punktaugen hei Systropus leptogasterljw. kann in die Gattungs- diagnose nicht aufgenommen werden — die Punktaugen sind bei Systropus macilentus und S. nitidus W. deutlich vorhanden; die Taster hatte Wiedemann allerdings übersehen, weil sie bei S. macilentus W. sehr versteckt sind — sie sind aber bei *S'. ?iitidusW. und S. leptogasterljw. deutlich und stehen etwas vor. Über das Flügelgeäder gibt Wiedemann keinen bestimmten Aufschluss ; dass aber bei S. macilentus W. drei Cubitalzellen vorhanden sind, obwohl die nicht gute Flügelzeichnung nur zwei erkennen lässt, geht daraus hervor, dass er bei DolicJiomyia an- gibt, es unterscheide sich diese Gattung durch das Flügelgeäder von allen anderen, also auch vom Systropms, was nicht der Fall wäre, wenn Systroj>us nur zwei Cubitalzellen hätte. Loew führt an, dass bei den bei weitem grössten Theil der Systropen nur zwei Cubitalzellen, bei Systropus leptogaster Lw. aber drei vorhanden seien. Die mir vorliegende Art, welche in allen Merkmalen mit Systropus macilentus W. genau übereinstimmt hat ebenfalls drei Cubital- zellen; allein, wie diese gebildet werden, ist verschieden. Die Querader, welche bei iS' macilentus und leptogaster die obere Zinke der Cubitalgabel mit der Radialader verbindet, ist vorhanden, ist aber so weit zurückgerückt, dass sie den Stiel der Cubitalgabel und zwar nahe an der Basis desselben, mit der Radialader verbindet; die innere Cubitalzelle ist daher sehr klein. Es entsteht nun die Frage, ob nicht das Vorhandensein von zwei oder drei Cubitalzellen generischc Merk- male zur Trennung der beiden Gattungen Systrojnts und DoUchomyia abgeben könnte; so dass die Arten mit drei Zellen zu den Systropen die mit nur zwei zu den Dolichomyien zu stellen seien. Ich kann diese Frage nicht beantworten, da ich eben nur die beiden von Wiedemann beschriebenen Systropus-Artvn und eine einzige neue DoUclioiinjia-Xvi kenne. Dass letztere nicht zu Systropus gebracht werden kann, ist mir sehr klar und ieli hälfe deshalb die Gattung Diptera. 135 Dolichomyia W. für selir gerechtfertiget. Diese Gattung unterscheidet sich von den mir bekann- ten Systr opus- A.rten durch eine verschiedene Gestalt des Rüssels, dessen Saugflächen nicht klaf- fen, durch die weit vorstehenden Taster, den schmalen, langen, zusammengedrückten Hinter- leib und den nicht gewölbten flachen Rückenschild; im Flügel sind nur zwei Cubitalzellen vor- handen. Wahrscheinlich gehört auch Systropus chüensis Phil, nicht zu dieser Gattung, sondern zu Dolichomyia. Abweichend von der Gattung Systropus ist des flacheren Rückenschildes wegen schon S. nitidus W. Ich begnüge mich mit diesen Andeutungen, welche denjenigen, der über ein reicheres Material zu verfügen hat, veranlassen dürften, zu untersuchen, ob die Arten mit nur zwei Cubitalzellen nicht alle besser in der Gattung Dolichomyia unterzubringen und was dann für bestimmte Merkmale aufzustellen seien, um beide Gattungen scharf und bestimmt zu trennen. 53. SYSTROPUS NITIDUS Wied. Aussereurop. zweifl. Insecten II. 641, 58. Wiedemann's Beschreibung stimmt vollkommen mit einem mir voi'liegenden Stücke aus Südamerika. Dass Macquart's Systropus brasiliensis nichts anderes sei als gegenwärtige Art, erscheint mir wenig zweifelhaft; es würde höchstens die relative Länge des zweiten Fühler- gliedes, wie sie Macquart von seiner Art angibt, allenfalls eine Differenz begründen können, da Macquart's Grössenangabe, 7'", keinen Werth hat, weil ihm, wie er selbst angibt, ein Stück vorgelegen hat, dem der Hinterleib fehlte. Über die Beschaffenheit des Flügelgeäders und die mehr abgeflachte Form des Rückenschildes habe ich mich schon oben ausgesprochen; der lange Hinterleib ist etwas flachgedrückt und hinten dickkolbig; die Taster sind sehr kurz, sie sind aber deutlich wahrzunehmen. 54. DOLICHOMYIA DETECTA nov. sp. cT- R ii ck cnschil d auf der Mitte braun, mit zwei weisslichen Längsstriemen, an den Seiten rostgelb, was sich auch auf die Brustseiten hirab verbreitet; Schulterbeulen weisslicli, Schildchen rostgelb. Hinterleib gleichfalls rostgelb, mit brauner Rückensti-ieme, die sich an den Ring- einschnitten bis auf die Bauchseite hinab ausbreitet, die Einschnitte selbst sind schneeweiss, der letzte Ring, sammt den Analanhängen ist ganz braun. Kopf rostgelb, Rüssel horizontal vor- stehend, mit schmalen, nicht klaffenden Saugflächen; Taster fadenförmig, vorstehend, fast so lang, als der halbe Rüssel, deutlich gegliedert. Fühler vorgestreckt, das erste Glied gelb, das zweite sehr kurz und so wie das dritte, welches so lang als das erste ist, schwarzbraun; das Stirndreieck weiss glänzend; Punktaugen deutlich. Beine blassgelb, Hinterschenkel an der Basis und Spitze braun, auf der Mitte ein brauner Wisch; Hinterschienen an der Spitze schwarz, auf der Mitte bräunlich; Hintertarsen schwarz, die Vordei'- und Mitteltarsen mit Ausnahme der zwei oder drei schwarzen Endglieder gelb. Schwinger braun, mit gelbem Stiel. Flügel fast glashell, das Geäder ganz genau wie es Wiedemann für diese Gattung angibt. (Aussereurop. zweifl. Ins. IL Taf. X, Fig. 12.) 4"'. Ein Männchen aus Chile. 55. USIA FLOREA Fabr. Volucella ßorea F., Entom. System. IV. 412, 1 und System. Antl. 114, 1. — Usia ßoren ^leig., System. Beschr. II. 227, 2. Drei Stücke aus Gibraltar. 56. USIA AURATA Fabr. Volucella aurata Fabr., Entom. system. IV. 413, 2 und System. Antl. 114, 3. — Usia auraia Meig., System. Beschr. II. 227, 4. Zwei Stücke aus Gibraltar. 130 JJr. J. IL 8c hin er. 57. TÜIPLASIÜS HETERONEUßUS Maci|. Bomlylius heteroneiirus Macij., Dipteres exot. Suppl. IV. 120. 61. Taf. XI, Fig. 10. Ein Stück aus Cliile stimmt mit der Macquart'schen Beschreibung dieser Art, die vielleicht mit Bomhijlius hellus Pliih ein und dieselbe ist. Unwesen tliclie Ditiereiizeii zeigen sich in folgenden Punkten: Untergcsicht und Stirnc sind lang-, aber nicht dicht behaart, die Behaarung auf ersterem ist fahlgelb, die der Ötirne braun; das erste und zweite Fühlerglied sind lang behaart (Macquart sagt kurz behaart), der Hinterleib ist oben fahlgelblich behaart, doch sind viele braune Härchen untermengt, an den Seiten des dritten und vierten Ringes ist die Behaarung schwarz, an den folgenden Ringen weisslich. Die Beine sind braun, die Schienen holler; die Flügel sind graubräunlich tingirt, an der Basis intensiver. Alles Übrige wie bei Macquart angegeben ist. 58. BOMBYLIUS FLAVUS Mcq. Ueterustyltim ßavtim Mcq., Dipt. exot. Suppl. III. 36, 1. Taf. III. Fig. 15. Auf zwei Stücke aus Südamerika passt Macquart's Beschreibung vollkommen. Das einzige Bedenken könnte seine Angabe über den Fühlergriffel veranlassen, der nach der Gattungs- diagnose von Heterostylum so lang sein soll als das dritte Glied. Bei meinen Stücken ist das dritte Fühlerglied ganz so wie in der Abbildung (Taf. HI, Fig. 15«), ich kann aber einen Ab- schnitt zwischen Glied und Griffel nicht wahrnehmen; indess sagt Macquart: „style se con- fondant avec cet article'' und da mag es wohl sein, dass Macquart einen Abschnitt zu sehen glaubte, wo vielleicht nur eine zufällige Einschnürung vorhanden war. Ich betrachte als Griffel nur das ganz kurze, etwas seitlich stehende Spitzchen am Ende des dritten, spindelförmigen Fühlergliedes und würde sagen: drittes Glied lang, spindelförmig, mit einem sehr kurzen, sub- apicalen Endgriftel. Warum ich die Gattung Heterostylum mit Bomhylius vereinigt lasse, ist schon in der Einleitung zu dieser Familie gesagt worden. Von den mir bekannten süd- amerikanischen Arten zeigen Bomhylius hasUaris W. (= nifus Enc. meth.) und Bomhylius ferrugineus F. dasselbe eigenthümliche Geäder. 59. BOMBYLIUS ATER Scopoli. Entum. carneolka 376, 1021. — Meigen, System. Besohr. II. 195, 11. Aus Gibraltar. Man kennt diese Art aus Syrien, Taurien und der Insel Bourbon. m. BOMBYLIUS LATERALIS Fabr. Systema Antliator. 129, 3. — Wie dem., Aussereur. zweifl. Ins. I. 337, 10. — Macijuart, Dipt. exot. 11. 1, 8«, 7. Taf. VII, Fig. 5. Ein Pärchen vom Cap der guten Hoffnung. OL BOMBYLIUS MEDIUS L. Fauna sueoiea 1919. — HombyliuS punctatus l)eg., Ina. VI. 269. Taf. II, Fig. 15, 12. — Bumhylms concolor Meig., System. Besclir. H. 197, 14. - ISumlylius cuncolor Milc, Monogr. d. Bombyl. 30. Taf. II, Fig. 2. - Bomhylius discolor Mc(i., Suit. h. Bufl'. I. Ein Stück aus G i h r a 1 1 a r. Ö2. BOMBYLIUS CRUCIATUS Fabr. Entom. ßystem. suppl. 569 und Syst. Antl. 130, 7. — Meigen, System. Besclir. II. 198, IG. — Bomhylius luuw- foyon Meig., Classif. I. 182, 9. — liomhytius crvciatus Meig., Clas.sif. I. V.W, 1. — Bomiylins posticus Fabr., System. Antl. 131, 13. — Bomhylius analis Latr., Ilist. nat. <1. ins. .\IV. 299. Zwei Weibchen aus Gibraltar. Dlptera. 137 63. BOMBYLIUS FUGAX Wied. Zool. Magaz. I. 2. 22. — M eigen, System. Besclir. II. 207, 29. — Bombylius posticus Meig., System. Besclii-. II. 200, 17. — Bombylius micans Mg., Classif. I. 183, 10. — Bombißius imlpinus Meig., System. Besclir. 11. 200, 18. — Loew, Neue dipterol. Beitr. III. 23, 48. Ein Woibclien aus Gibraltar. 64. BOMBYLIUS MICANS Fabr. System. Antliator. 129, 4. — Loew, Dijit. Fauna Süd-Alrika's I. 184. Ein Pärchen vom Cap der guten Hoffnung-. Durcli den gelben Borstenkamni an der Flügel- basis von den sehr nahe verwandten Arten llomhyltus hypoleucon W. und B. /n'rt/is Lw. verschieden. 65. BOMBYLIUS FLAVESCKNS Phil. Verhandl. d. zool. -bot. Gesellsch. XV. (i."iO, 6. Ein ziemlich schlecht conservirtes Männchen aus Chile, über dessen richtige Determinirung ich übrigens nicht im mindesten in Zweifel bin. Die Art ist durch die ganz gelben Fühler, die lebhaft rostgelben Beine und dureli den rostgelbiichen Flügelvorderrand leicht zu erkennen. Da bei meinem Stücke der Hinterleib ganz abgerieben ist, so kann ich noch beifügen, dass in diesem Zustande die Grundfarbe des Hinterleibes schwarz, die Seiten und der Bauch aber rost- gelb gefärbt sind. 66. BOMBYLIUS SENEX Meig. System. Beschr. II. 216, 47. — Loew, Neue dipterol. Beitr. III. 23,43. — Bombylius deses Meig., I. c. VII. 66, 56. Zwei Stücke ausGibraltar. — Diese durch die ungewöhnlicheLänge der vorderen Basal- zelle und durch die Bildung des ersten Fühlergliedes ausgezeichnete .\rt ist nicht leicht zu ver- kennen. Meigen's Angaben, dass die Grundfarbe des Leibes „dunkel schimmelgrau, mit zwei breiten dunkleren Mittelstriemen am Rücker schilde" sei, sind richtiger als die Loew'schen, wo der Körper , .schwärzlich glänzend'' genannt wird. In vorliegenden Stücken ist die Grundfarbe matt schimmelgrau, mit einem etwas grünlichen Anfluge. Der Aderanhang an der Basis der Cubitalgabel ist in beiden Stücken vorhanden. 67. SYSTOECIIUS SIMPLEX Loew. Dipteren-Fauna Südafrikas I. 202. 4. Ein Männchen vom Cap der guten Hoft'nung stimmt mit Loew's Beschreibung vollständig überein. 68. SYSTOECHUS SENICULUS Phil. Bombylius seniculus Phil., Verh. d. zool. -bot. Gesellsch. XV. 049, 2. Ein Stück aus Chile. — Die Fühler sind bei diesem Stücke nicht schwarz, wie Piiilippi angibt, sondern braun. Da alles Übrige genau stimmt, so lialte ich meine Bestimmung trotz dieser Differenz für richtig. 69. SYSTOECHUS CALLYNTIIROPHORUS nov. sp. Sehwarzbraun. Kopf und Rückenschild dicht weisslich behaart, von vorne betrachtet erscheint die Behaarung prächtig seidenweiss, in anderer Richtung schimmert sie, besonders am Rückenscliild mäusegrau. Hinterleib zottig fahlgrau behaart, mit vielen braunen Härchen unter- mengt, an den Seiten des zweiten Ringes je ein schwarzbraunes Haarbüschel, die letzten Ringe mit dichter, langer, büschelartig abstehender, schwarzbrauner Behaarung; die Bauchseite vor- Noiara-ExpeditioD. Zoologischer Theil. Bd. II. Schiiier. Dipter.-v. 18 138 I^^>'- ■!■ 1^- Seh in er. herrschend weiss behaart. Der glänzend weissen Behaarung des Kopfes sind am Scheitel einige braune Härchen beigemengt, dieBehaarung des Hinterkopfes kurz, wie geschoren. Fühler schwarz- braun, die beiden Basalglieder weissgrau behaart, das dritte Glied lang und schmal, allmälig in den Gritfel übergehend. Rüssel schwarzbraun, weit vorgestreckt, die Saugflächen dick. Beine lebhaft rostgelb, die Dörnchen braun, alle Gelenke etwas verdunkelt, die Tarsen ganz braun. Flügel blassgrau tingirt, am Vorderrande intensiver; das Geäder ganz normal. 4'". Drei Stücke aus Sydney. Von Systoeckus penicülatus Mucq. uiiil ^\ sericnns Mcq., denen obige Art sehr nalie verwandt ist, durch die rostgelben Beine verschieden. 70. DISCIIISTUS GRASSILABPJS Macj. Bomhylnis crassilabris Mcq., Dipt. exot. Suppl. V, 77, 62. Tat'. IV. Fig. 1. Ein Stück aus Sydney. — Sehr charakteristisch für diese Art ist der verhältnissmässig kurze, dicke Rüssel mit den breiten Saugilächen, das vei'längerte und sehr sehmächtige dritte Fühlerglied und der Aderanhang an der Ba.-is der oberen Zinke der Cubitalgabel. Für diese Art und deren Verwandte wird seiner Zeit die Aufstellung einer neuen Gattungsgruppe erfor- ilerlich sein. 71. DISCIIISTUS TRANSATLANTICUS rhil. Verh. d. zool.-bot. Gesellsch. XV. 649, 3. Ein Männchen aus Chile stimmt mit I'hilippis Beschreibung übercin; nur ist das erste Fiihlerglied zwar dicht, aber nicht lang behaart. Die dichte Beliaarung des Hinterleibes schimmert in gewisser Richtung weiss; die Flügel sind an der Basis rostgelb. 72. ACREOTRICHUS GIBBICORNIS Macq. Dipteres exotiques. Suppl. IV. 121, I. Taf. XI, Fig. 11. Drei Männchen aus Sydney. — Macquart's Beschreibung passt auf dieselben vollständig. Die obere Zinke der Cubitalgabel beginnt ganz senkrecht und beugt dann plötzlich in einem rechten Winkel ab, so dass weiterhin die beiden Zinken fast parallel verlaufen; an der Ab- beugungsstelle befindet sich ein rücklaufender Aderanhang. Die Flügel sind blassbräunlich tingirt, an der Basis und am Vorderrande intensiver. 73. SERICOSOMA FASCIFRONS Mac.]. Dipteres e.xotiques. Suppl. IV, 115. Taf. XI, Fig. 1. Zwei Stücke aus Ciiile. — Mact^uart's Beschreibung ist genügend, um die Art mit Sicherheit zu erkennen; die Bestimmung ist ausserdem durch ein Macc^uart'sches Originalstück meiner Sammlung sicher gestellt. 74. I'IITIIIRIA VULGARIS Phil. Verh. d. zool.-bot. Gesellscli. XV. S. 32, 1. 9. — l'htkiria harbata Pliil., I, c. XV. 651, 5 (^. Es liegen mir zwei Weibchen und ein Männchen dieser Art aus Chile vor, die mit Philippi's Beschreibungen vollständig übereinstimmen. Philippi hat das Männchen unter einem besonderen Namen beschrieben, was ihm gar nicht zu verdenken ist, wenn er nicht wusste, wie vorschieden bei den Phthirien die beiden Geschlechter sind. Die völlige Übereinstimmung im Flügelgcüder, der gleiche Standort und die Übereinstimmung der sonstigen Merkmale, welche die beiden Geschlechter der Phthirien gomeinscliaftlich haben, lässt es gar nicht bezweifeln, dass beide Arten Philippi's nur die ver.sohiedencn Gcschlcciiter derselben Art seien, der ich den Namen l'litläria vulgaris belasse. Diptei-a. 139 75. CORSOMYZa NIGRIPES Wied. Nova dipteror. genera. 15. — Diptera exotica. I. 159, 3 und Aussereurop. zweiri. Insecten. I. 154. — Loew I)i[.t. Fauna Südafrika's I. 270. Drei Männchen und sechs Weibchen vom Cap der puten Hoffnung. Ich habe nichts bei- zufügen, als dass diese Stücke in der Grosse und in der Beliaarung sehr verscliieden sind, was bei der selir vcrUnderlicIien Ait niciit auffallen darf. 76. CORSGMYZA NITIDA Mcq. ilegapalpus nitidus Mcq., Dipteres exotiques II. 1, 112. 1. Taf. XI, Fig. i. Zwei Stücke vom Cap der guten Hoffnung. — Macquart's Beschreibung ist ganz zutreffend. Dass die Art .sich durch grössere Kahlheit des Untergesichtes von den echten Corso- myzen unterscheidet, habe ich bereits in der Einleitung hervorgehoben. Ich wollte aber trotzdem den Namen Megapalpits nicht anwenden, weil 1. eine generische Trennung trotzdem nicht absolut nothwendig ist und 2. weil der Name Megapalpus eigentlich für Phthiria capensis W. ursprünglich aufgestellt wurde, und J'hthiria capensis von Megapalinis nitidus Mcq. bestimmt generisch verschieden ist, endlich 3. ich mich nicht veranlasst sah, bei diesem Anlass zur Ver- mehrung der ohnehin schon bestehenden Verwirrung, noch einen dritten Namen anzuwenden. Wer die Bombyliden dereinst monographisch bearbeiten will, wird dies mit mehr Berechtigung thun können und die obige Art auch unter Corsomyza leicht aufzufinden im Stande sein. CALLVNTHROPHORA nov. gen. Nächst verwandt mit Coi-somijza W. — Kopf viel breiter als der Rückenschild und kaum halb so hoch als breit; die Augen durch die breite Stirne fast ganz auf die Seite gedrängt. Die Stirne bei dem Männchen hinten so breit, dass nur das allerdings grosse Occllendreieck Raum hat, bei dem Weibchen breiter, von da an in beiden Geschlechtern so stark erweitert, dass sie in der Höhe der Fühler fast vier Fünftel der ganzen Kopfbreite einnimmt und in dieser Breite un- mittelbar mit dem kurzen Untergesichte zusammenhängt. Die Punktaugen sehr deutlich, in ein regelmässiges Dreieck gestellt. Untergesicht und Vorderstirne, wie bei Corsomyza mit dichter, langer, bürstenartiger Behaarung. Fühler ziemlich lang, an der Basis genähert, erstes Glied verdickt aber kurz, zweites sehr kurz und klein, drittes länger als die beiden ersten Glieder zusammen, im Umrisse keulenförmig, mit rudimentärem Endgriffel. Rüssel vorstehend, hornartig, schmal, Taster so lang als der halbe Rüssel (in dem vorliegenden Pärchen war nur an einem Stücke ein Taster wahrzunehmen, es ist daher diese Angabe zu controliren). Mundöffnung gross. Rückenschild, Schildchen und Hinterleib, wie bei Corsomyza: Bein kurz, die Klauen klein, die Haftläppchen etwas kürzer als die Letzteren. Flügel etwas länger als der Hinterleib, an der Basis nicht verschmälert, der Flügellappen stark vortretend. Mediastinalader fast so lang als die Subkostalader; Radialader normal aus dieser entspringend, da wo die Cubitalader aus ihr abzweigt, etwas aufgebogen, sonst bis zur Mündung gerade verlaufend; Cubitalader gegabelt, die obere Zinke rechtwinkelig abzweigend, dann vorwärts gebogen, die Querader, welche sie mit der Radialader verbindet fast in gerader Linie mit deren ßasalstücke; es sind somit drei Cubitalzellen vorhanden, von denen die eigentliche Gabelzelle an ihrer Mündung sehr breit ist; kleine Querader etwas jenseits der Mitte der Discoidalzelle, aus letzterer drei Adern zum Flügel- rande ausstrahlend; die vier Hinterrandzellen alle breit offen, die Analzelle am Rande geschlos- sen. Schwinger gross mit dickem Kopfe. Typische Art: Callijntlcrophora capensis nov. sp. Die Gattung ist durch die drei Cubitalzellen von Corsomyza AV. durch die Bildung des Kopfes und der Fühler von Ploas. Ltr. verschieden, von letzterer Gattung auch noch dadurch, 140 Dr. J. B. Sek in er. dass die Radialader bis zur Mündung fast gerade bleibt, wiiluend sie bei I'/oas vor der Mündung immer ziemlich steil aufgebogen ist. 77. CALLYNTHROPIIOKA CAPENSIS n. sp. Schwarz, der ganze Leib mit dichter, i otligelber Behaarung überall bedeckt. Kopf schwarz, die Stirne glänzend, die biirstenartige ßeiiaarung rothgelb, mit einem Rande schwarzer Haare eingerahmt. Fühler und Rüssel schwarzbraun. Beine schwarz, mit zerstreuter heller Behaarung, die auf der Unterseite der Schenkel am längsten ist. Flügel fast glashell, ander Basis rostgelb; die Adern braun; die Schwinger, schwefelgelb der Kopf sehr dick. Ein Pärchen vom Cap der guten Hoffnung. 78. PLOAS FULIGINOSA Meig. System. Beschr. d. europ. zweifl. Ins. II. 23.'!. ii. Es liegen vier Männchen und drei Weibchen einer l'loas-Avt aus Gibraltar vor, die ein um so grösseres Interesse erwecken dürften , weil sie über eine Meigen'sche Art vollständigen Aufschluss geben. Sie unterscheiden sich von I'/oas vireacens F. sehr bestimmt durch das Vor- herrschen der schwarzen Behaarung und durch das völlig glanzlose Schildchen, welches ganz so gefärbt ist, wie der übrige Leib. Das sind Merkmale, die von M ei gen für Tloas fuUginosa ange- geben sind und ich zweifle um so weniger, dass sie zu dieser Art gehören, weil Vloas fuliginosa Mg. eine südeuropäische Art ist, welche zuerst in Portugal beobachtet worden ist. Das Männ- chen ist fast ausschliessend schwarz behaart, bei dem Weibehen sind hellere Härchen am Hinter- leibe zahlreicher vorhanden, aber doch nie in dem Umfange und in der Ausdehnung wie bei Ploas virescens. Die Stirne ist oberhalb der Fühler grau bestäubt, die Flügel sind grau getrübt, am Yorderrande und an der Basis intensiver. FAMILIE ACROCEHIDAE. Diese kleine, in holiem Grade interessante Familie zeigt nicht nur eine grosse Mannigfaltigkeit der Formen innerhalb ihres, trotzdem nicht zu verkennenden Familien-Typus, sondern .«ie ist auch von den verschiedenen Autoren so mannig- faltig benannt worden, dass schon die Synonymie der Familien-Bezeichnung eine reiche genannt werden muss. Aploce?'a nannte sie Dumeril; Inflata Wiedemann und Meigen; Feszcw/o^a Macquart; Q/riiVe« Neuman, O^cofZ/wi Rondani; //e?io;9« Erichson ; Cyrtidii h'igot:, Gyrtidae Loew. Wir folgen Leach und Westwood und nennen sie, wie bereits in unserer „Fauna austriaca" geschehen ist: die Familie der Acroco-idae. Folgende Gattungen sind in dieser Familie aufgestellt worden: Acrocera von Meigen; Henops von Fabricius; Ogcodes und Cyrtus von Latreille; Panops von Laraarck; Astomella von L. Dufour (Latreille); Psilodera von Cn-ay: Pterodontia von Griffith; Philopota inid Lasia von Wiedemann; Eriusoma Mesocera, 3IesopJiijsa, Epicerina, Ptcropexus und Physogaster von Macrjuart; Pialea, Ocnaea, 'J'erphis und Thyllis von Erichson; Sphaero- gaster und Piati/gaster von Zetterstedt; Exeia.sis von Walker; Eulonchus von Gerstäcker; Opsebius von Costa; rithogasUr von Loew; Apelleia von Bellardi und Merjalybus. llolops und Sphaerops von Philippi. ^'on diesen Gattungen Diptera. 141 fallen Henops mit Ogcodes, Eriosoma und Exetasis mit Ocnaea, Pithogaster mit Opsebncs, Platy gaster mit Sphaerogaste?' , Mesocera mit Fsilocera, Mesopliyna mit Panops und Megalybus mit Thyllis zusammen. Die übrigen 22 Gattungen, von denen mir Epicerina, Pteropexus , Physogaster, 8pliaerogaster , Eulonchus und Apel- leia nicht bekannt sind, werden von Loew in zwei Abtheilungen: Cyrtina und Oncodina (recte Ogcodina) gebracht und als Eintheilungsgrund hiefür das mehr oder minder com^jlicirte Flügelgeäder benutzt. Ich kann hierin diesem, sonst so scharfsinnigen Dipterologen nicht folgen. Weder das Flügelgeäder für sich allein, noch die grössere oder geringere Entwicklung des Eüssels und eben so wenig die Stellung der Fühler oder die Zahl der Punktaugen bieten Anhaltspunkte um die Acroceriden in natürliche Gruppen zu zerlegen. Ein klarer Beweis für diese Ansicht ist es, dass beispielsweise nach dem Loew'schen Eintheilungsprincipe die Gattung Terphis zu den Ogcodinen gestellt werden müsste, während sie doch in die allernächste Verwandtschaft von Thyllis und PMlopota , die er zu den Cyrtinen stellte, gehört. Eben so wenig könnte, wie von Erichson geschehen ist, eine Ab- theilung nach der Länge des Eüssels, wodurch abermals die genannten drei Gattun- gen in zwei verschiedene Gruppen vertheilt würden , als befriedigend bezeichnet werden. Ein besseres Merkmal zur Trennung der Acroceriden in natürliche Gruppen liefert meiner Ansicht nach in erster Reihe der Bau des Rückenschildes. Die vordersten Prothorakalplatten (Prothoracis lobi wie sie Erichson nennt) sind bei einigen Gattungen so stark entwickelt, dass sie oben völlig zusammenstossen und den Prothorax schildförmig von dem Mesothorax trennen. Mit dieser Bildung ist gleichzeitig eine ausserordentlich starke Entwicklung des Mittelrückens verbunden; der Kopf erhält dadurch eine freiere Stellung und der Hinterleib ist in grösster Neigung nach abwärts gedrückt. Das Flügelgeäder von Terphis und Phüopota ist zwar einfacher als bei der Gattung Thyllis. es kann aber, wenn man den Grund- typus des Geäders ins Auge fasst, nicht im Entferntesten mit dem Geäder von Ogcodes verglichen werden und steht, wenn man von dem Obliterirtsein der hinteren Adern absieht, immer noch viel näher der Bildung wie sie bei Thyllis in vollendeter Weise auftritt. Ich vereinige die genannten drei Gattungen in eine Gruppe, welche ich die der Philopotinae nenne. Nach Ausschluss derselben lassen sich je nach der Bildung der Fühler zwei weitere natürliche Gruppen aufstellen. Bei der ersten derselben, die ich Acrocerinae nennen werde, ist das dritte Fühlerglied gewöhnlich kurz und immer mit einer Endborste versehen, bei der zweiten, welche ich die der Pmiopinae nenne, ist es lang oder sehr lang oder es hat mindestens nie eine End- borste, wenn auch zuweilen einen Griffel oder griffelartigen Fortsatz. Im Flügel- geäder dieser letztgenannten zwei Gruppen herrscht eine unverkennbare Überein- stimmung, so dass, wenn in der ersten Gruppe die Gattungen Cyrtus und Psilodera, in der zweiten Ptcrodontia nicht berücksichtiget würden, man sagen könnte, die 142 r>>. ■/• rr Schinvr. erste Gruppe unterscheide sich von der zweiten dadurch, dass letztere die vierte Hinterrandzelle in der Regel geschlossen liabe, während diese Zelle, wenn sie überhaupt vorhanden ist, bei der ersten immer sehr unvollständig entwickelt ist. Psilodera kann als Verbindungsglied zwischen beiden Gruppen betrachtet werden; Pterodontia, eine Gattung die ich zwar kenne, deren Fühler ich jedocli nicht unter- suchen konnte, steht vielleicht natürlicher bei den Acrocerinen. Xach dieser Darstellung führe ich die einzelnen Gattungen in der Reihenfolge auf, die ihnen nach meinen Ansichten angewiesen w^erden müsste und füge nur bei, dass jenen Gattungen ein Sternchen beigesetzt ist, über deren richtige Stellung ich aus Mangel genügender Untersuchung oder weil ich sie gar nicht kenne, nichts Bestimmtes angeben kann. I. A cro ce rinae: a. Proboscin ahbreviata auf nulla : Ogcodes, Acrocera, IIolops, * Spltaerops, Opsehiiis. — h. P roho scis elongata: Cjyrtiis, Psilo- dera, * Sphaerogaster. II. Paaopinac: a. Proboscis ahbreviata: '^ I'terodoiitia, l'i(ile<(, AstomeUa, * Apel- leia, * P'hij Begaster, Ocnaea, Epiceriiia. — h. Proboscis elongata Pteropexus, Panops, Lasia, Eulonduis. III. Philopotinae: rt. Proboscis abbretnata: Terpliis. — h. Proboscis elongata: Philopota, Thyllis. Aus diesen Gattungen sind bisher 103 Arten beschrieben w^orden, von denen auf Europa 22, aul' Asien 4, auf Afrika 13, auf Amerika 57, auf Australien 6 ent- fallen, von einer Art aber das Vaterland nicht bekannt ist. Mit Ausnahme der Gattung Sphaerogaster ist keine einzige ausschliessend in Europa vertreten. Die meisten Acroceriden sind aus Amerika bekannt geworden; ausschliessend ameri- kanisch sind die Gattungen Holops, Spluirrojis. Pialea, Apelleia, Pteropexus, Lasia, Eidonchus , Ocnaea und Terphis; von 12 l'hihipota-krto.n fallen 11 auf das ameri- kanische Faunengebiet; für Afrika ist P.sitodera als dort eigenthümliche Gattung, für Australien Patiops und Epicerina zu nennen. Es kann aber, wie bereits öfters crwälmt, eine einzige neue Entdeckungsreise alle diese Combinationen zu nichte machen, war doch beispielsweise die Gattung Thyllis bisher nur aus Afrika be- kannt; seit Philippi's erst in neuester Zeit publicirter Aufzählung chilenischer Dipteren sind auch sechs südamerikanische Arten bekannt geworden, die freilich in einer besonderen Gattung Megalyhus beschrieben worden sind, welche ich aber von der Gattung Thyllis generisch zu trennen nicht vermag. Die Xovara-Reise hat auch einige interessante Arten dieser Familie vermittelt, die ich nun anführen werde. 1. IIOLOPS CYANEÜS Philippi. Vertiamll. «1. zool.-bot. GeB. XV. fil"), 1. Das vorliegende Stück aus Chile stiniirit genau mit Philipjii's Beschreibung und Abbil- dung dieser Art. Diptera. H3 2. H(3L0PS FRAUENP^ELDII n. sp. Braun, die letzten Hiaterleibsringe schwarz, der ganze Leib mit dichter, l^urzer Behaa- rung, welche am Rückenschilde und an den vorderen Hinterleibsringen hellbräunlich , auf den letzten Hinterleibsringen schwarz ist. Kopf schwarz, die Augen dicht schwarz behaart, den Kopf beinahe ganz einnehmend, so dass die Stirne, auf deren oberen Drittel die Fühler stehen, nur als schmale Linie übrig bleibt. Fühler schwarz. Beine braun, die Schienen dicht weisslich- gelb behaart, Tarsen mit hellerem Tomente. Flügel fast glashell, Mediastinal- und Subcostalader an ihren Enden etwas verdickt und schwarzbraun, um dieselben eine lebhaft bräunliche Trübung, die sich verwaschen bis zur Flügelwurzel und bis zum Hinterande hinab ausbreitet. Das Geäder wie bei H. cyaneus. Si/a'". Ein Stück aus Chile. Von den zwei bekannten Holops-Arten H. cyaneus und inanis Phil, durch die Färbung des Leibes und der Behaarung unterschieden. 3. CYRTUS GIBBUS Fabr. Syrphus gibhus F., Entom. System. IV. 311, 120. — Acrocera gibba F., Syst. Antl. 332, 1. — Cyrtus gibbus Meig. System. Besohr. III. 92, 1. Taf. XXIV, Fig. 1 — 6. — Empis acephala Vi II., Entom. III. Taf. X, Fig. 2 (nicht verglichen). — Cyrtus gibbus 'Erichs.. Henopier. 147, 1. Ein Stück aus G ibraltar. 4. PSILODERA FASCIATA Wied. Entomolog. Magaz. III. 14, 19 und Aussereur. zweifl. Ins. II. 14. 2. — Erichs., Henopier. 146. — Psilodera capensis Gray, Griff. Anim. Kingd. Ins. XV. 779. Taf. CXXVIII, Fig. 4. Ein Stück vom Cap der guten Hoffnung. 5. LASIA RUFIPES Westwood. Transactions of the Entomological Society of London. V. 92. — Panops nifus Philippi, Verhandl. d. zool.-bot. Gesellsch. XV. 648, 6. Ein Stück aus Chile. — Ich zweifle nicht, dass Philipp i's Vanops rufus als Synonym zu obiger Art gehöre, so wie überhaupt alle Arten, die Pli ili j)p i als i'awoj)s-Arten besehrieben hat, richtiger zur Gattung Lasia gehören. 6. LASIA SUPERBA n. sp. Rückenschild metallisch blauglänzend mit dichter vorherrschend schwarzer Behaarung, unter welcher sich ein äusserst zartes, flaumartiges Toment befindet, welches in gewisser Richtung recht auffallend hervortritt. Hinterleib purpurviolett-glänzend, sehr kurz schwarzbehaart. Kopf schwarz, dieAugen dicht rothbraun behaart,- Fühler undRüssel schwarz, letzterer ausser- ordentlich lang, die Deckplatte desselben metallisch blau glänzend. Beine pechschwarz, die Kniegelenke gelb, die Tarsen braun, die vorherrschend dunkle Behaarung auf der Unterseite der Schenkel und auf der Aussenseite der Schienen auffallender. Flügel sehr blass bräunlich- gelb tingirt, das Geäder normal. Flügelschuppen hellbraun. 6'". Ein Stück aus Chile. Lasia nigritarsis Blanch., die ich übrigens in einem Pariser-Stücke selbst besitze, ist durcli den weiss- behaarten Eückenschild von obiger Art leicht zu unterscheiden. Lasia rufovestitus Blanch., L. splendens W. und L. nigripes Phil, sind rothgelb behaart; L. flavitarsis W. hat rothgelbe Fühler und violett schimmernde Schüppchen; L. auricoma Westw. hat goldgelb behaarte Hinterleibseinsehnitte — alle diese Arten können daher mit Lasia superba nicht verwechselt werden. Am nächsten steht ihr jedenfalls Lasia carhonaria Phil. Allein Philippi nennt diese Art violett schwarz und fügt bei, dass die schwarze Grundfarbe nur in gewisser Richtung violett schimmere, auch sagt er ausdrücklich, dass der Rüssel am Grunde schwarz sei. Lasia superha ist so prächtig blau und purpurroth gefärbt, dass an eine schwarze Grundfarbe gar nicht zu denken ist, auch 144 T>r. J. 7?. Schill er. ist der Rüssel an der Basis prächtig uiefalliseh blau, — ich kann dalier eine Identität beider Arten nicht vermuthen. 7. PPIILOPOTA SEMICINCTA n. sp. Schwarz, Kü ck ensc liilil vorne breit gelb, die hintere Grenze des Gelben an den Seiten zweimal winklig , vortretend , so dass die schwarze Grundfarbe in der Mitte in ein stumpfes Dreieck hineinragt; der Mittelrlicken mit zwei, ziemlich nahe an dem Seitenrande lie- genden gelben Striemen, die vom Schildchen bis vorne reichen und daselbst gegen einander gebogen sind, und plötzlich abbrechen, so dass die schwarze Grundfarbe zwischen ihren Enden ziemlich breit übrig bleibt. Der Seitenrand bleibt in einen schmalen Streifen schwarz und ver- bindet sich mit den obenerwähnten, in dem gelben Prothoraxtheil hineinragenden Dreieck, das in der Mitte wieder mit dem schwarzen Oberrücken in Verbindung tritt; ein Fleck um die Schultern gelb, die Biustseiten sonst schwarz. Schildchen einfarbig schwarz. Hinterleib obenauf schwarz, der erste Ring am Hintei-rande weissgclb, der zweite bis vieite mit gelben, dreieckigen Seiten- flecken; die des zweiten Ringes schmal und kurz, die des dritten etwas breiter und weit hinauf- ragend, so dass sie sich auf der Mitte fast berühren, die des dritten breit und kurz; alle diese SeitenHecke verbinden sich mit der gelben Grundfarbe des Bauches, an dem nur die Plinter- ränüer aller Ringe schwarz gesäumt sind. Kopf schwarz, das Untergesicht stark glänzend. Das flückorchen ober den Fühlern gelb; die Fühler braun, Rüssel gelb. Beine hellgelb, die Schenkel auf der Mitte breit schwarzbraun; die Tarsen etwas ins Röthlichgelbe ziehend, dunkler als die Schienen. Flügel rostgelblich tingirt, die am Vorderrande liegenden Adern schwarzbraun und sehr dick. Das Geäder sonst normal. Schüppchen bräunlich gelb. 3'". Ein Stück aus Süd- Amerika. Von den vorhandenen Beschreibungen passt keine auf das vorliegende Stück; am besten noch die von Philojjota liturata Westw., doch ist auch bei dieser Art der Hinterleib anders gefärbt. 8. THYLLIS PHILIPPII Seh in. Megahjljus crassus Phil., Verli. d. zooI.-Lot. Gesellsch. XV. 6J-2, -2. Der Name wegen TlnjUis crassa F. W. geändert. Zwei Stück aus Chile stimmen mit l'hilippi's Beschreibung bis auf die unwesentliche Differenz überein, dass die Schenkel nach Pbilippi kaum merklich dunkler sein sollen, wählend sie bei meinen Stücken auf der Mitte schwarzbraun sind. Die Art gleicht der Thyllis crassa F. W. ist aber am Plückenschilde anders gezeichnet und viel schlanker und zarter; auch stammt Th. crassa F. vom Cap der guten Hoffnung und es ist schon des ganz verschiedenen Standortes wegen an neue Identität dieser beiden Arten nicht leicht zu denken. 9. TIIYLLIS GRACILIS Philipp!. MegahjbnsijraciUs Phil., Verb. d. zool.-bot. Gesellscli. XV. Ein Stück aus Chile. — Der Rücken ist so dunkel, dass man denselben beinahe schwarz nennen könnte. Die kleinen, rothgelben Rückenpunkte an den Hinterlinksringen sind im vor- liegenden Exemplare auch am zweiten und dritten Ringe vorhanden. Dass die Gattung Megalyhus Phil, mit der Gattung Thyllis Erichs, identisch ist, unter- liegt meines Erachtens keinem Zweifel; es ist mindestens kein einziges Merkmal angegeben, welches eine Trennung rechtfertigen würde. Bei den zwei hier angeführten Philippi'schen Arten stossen die Augen ober und unter den Fühlern zusammen, ob dies bei allen Megalyhus- Arten der Fall ist, kann ich nicht entscheiden — wäre es nicht so, so könnten diejenigen Meyalyhus-Ä.rtcn, bei denen die Augen unterhalb der Fühler nicht zusammenstossen in einer Diptera. 145 besonderen Gattung gebracht werden, da sie sich dann von Philopota durch das Flügelgeädcr von Htyllis durch die unter den Fühlern nicht zusanimenstossenden Augen unterscheiden wür- den. Die Flügel der Fhilopota- und Tkijlh's-Artcn zeigen die Eigenthümliciikeit, dass gegen die Spitze zu eine Reihe paralleler Fältclien vorhanden ist, die wie zarte Adern aussehen und in gewisser Richtung sehr auffallen. FAMiLii: THEUEVIDAE. In dieser Familie sind bisher folgende Gattungen piiblioirt worden: Thcreva von Latreille ; X e s t o m y z a und K u e p e 11 i a von Wiedenianu ; E x a p a t a , E e t i n o- rhynchus und Anabarh yneh us von Maequart: Baryphora von Loew; Psilo- cephala von Zetterstedt; Dialineura von Eondani; Agapophytus von Gu^rin; Tabuda, Cydotelus, Pliyeus und Dhnasms von Walker; Cionophora von Egger und Pachyrrhiza von Pliilippi. Die von Macquart zu den Thereviden ge- stellte Gattung Glüromyza W. entfällt, da sie nicht hieher, sondern zu den Coeno- myiden gehört — ebenso gehört Philippi's Gattung Beuteragonista nicht hieher, sondern zu den Empiden. Von den obigen Gattungen fallen Baryphora und Ciono- pliora mit der Gattung Xestomyza; Cydotelus Walk., nach den eigenen Angaben Walker's mit Agapopihytus Guör. zusammen. Dimassus Wlk. ist nach der Beschrei- bung und Abbildung in den Dipteris Saundersianis von Ectinorhynckus Mcq. nicht zu unterscheiden. Die übrigen Gattungen dürften aufrecht erhalten bleiben, obwohl keine einzige so scharf begrenzt ist, um ein ganz sicheres Urtheil über die dazu gehörigen Arten zu gestatten. Die Gattung Thereva enthält viele abweichende Formen und wird seinerzeit in mehrere Gattungen aufgelöst werden müssen. Eondani hat diejenigen Arten, bei denen die vierte Hinterrandzelle offen ist, in die Gattung Dialineura gebracht. Ich nehme diese Gattung an, scheide aber alle Arten aus, welche ein ganz kahles Untergesieht haben. Die Thereva- kvten mit ganz kahlem Untergesichte mögen vorläufig in der Zetterstedt'schen Gattung Psilocephala ver- einiget bleiben. Was die Gattung Agapophytus Gu^rin eigentlich bedeuten soll , ist mir nicht ganz klar; wenn sie mit der Gattung Cydotelus Walk, identisch ist, wie Walker selbst behauptet, so hätte dies, nach den Diagnosen wenigstens, Niemand erratheu können. — Die Gattung Cydotelus in den Dipteris Saundersianis (S. 4) aufgestellt, ebenda (Taf. I, Fig. 4) abgebildet, hat drei Fühlerglieder und das dritte stark verlängerte Glied trägt einen Seitengriffel; nach der Beschreibung bilden das dritte und die folgenden Glieder „a Compound Joint"; die Gattung Agapliophytus im Text des Supplementes I. der List of Dipterous insects (S. 167) ist ungefähr in der Bildung der Fühler ebenso charakterisirt, im Anhange (1. c. 320j ist aber von fünf Fühlergliedern die Eede und es wäre das erste Glied cylindrisch, das zweite, dritte und fünfte sehr kurz, das vierte sehr lang. Ich vermuthe, dass Agapophytus pyrrhotelus Walk, mit meiner Ectinorhyndius superbus identisch sei, w^arum ich dies nur als Vermuthung ausspreche, werde ich unten näher ausführen. Novara-ExDedilion. ZoolOKisclier Iheil. Bd. II. .Schiner. llipter.i. 19 146 1^>'- J^- ^^- ^cliiner. Wäre es aber so, und ist Walkers Ansieht über die Idendität von Ägapophytns und Cyclotelus richtig, so würden sich die beiden letztgenannten Gattungen nur als Synonyme zur Gattung Ectinorliynclim bringen lassen. Die Gattungen Ectino- rhynchus und Anabarliynchus Mcq. sind von Thereva und Xestomyza wirklich ver- schieden und können damit nicht vereiniget bleiben — sie unterscheiden sich aber von einander nur dadurch, dass der Rüssel von Anabarliynchus aufgeschlagen am Untergesicht liegt, während er bei Ectinorhynchm immer horizontal absteht. Die Gattung Tabuda Wlk. kenne ich nicht, nach der Bildung der Fühler (Dipt. Saund. Taf. VI, Fig. 4) scheint sie der Gattung Xestomyza näher verwandt als der Gattung Thcrcva. Dass die Gattungen Baryjjliora und Cionophora vorläufig besser mit Xesto- myza vereiniget bleiben können , wird Niemand in Abrede stellen , der diese Formen kennt. Die bislier beschriebenen Thereviden-Arteu belaufen sich insgesammt auf 159, wovon auf Europa 56, auf Asien 23, auf Afrika 15, auf Amerika 31 und auf Australien 26 entfallen, von 7 Arten aber der Standort nicht bekannt ist. Die einzige Exajjata-Art wurde im südlichen Europa und auch in Afrika beobachtet, die Thereva-Arten sind in allen Welttheilen vertreten, zwei europäische Arten finden sich auch in Afrika und Asien; von den übrigen Gattungen ist keine aus- schliessend einem gewissen Welttheil eigen, es scheint aber, dass die Ectinorhyuclms- und Anabarliynchus- Anten in Australien ihren Hauptverbreitungsbezirk haben — und dass die Agapophytus- Arten , wenn die von Walker dahin gebrachten zwei neu- holländischen Arten, wie ich vermuthe, wirklich richtiger zur Gattung Ectino- rhynchus gehören — in Südamerika zunächst ihre Repräsentanten haben dürften. Die Entomologen der Novara-Reise haben einige interessante Formen dieser Familie mitgebracht, deren Aufzählung ich nun hier folgen lasse: 1. PSILOCEPHALA PENTHOPTERA Seh in. Thereva Itigubris Mcq., Diptüres exot. II. 1. 24, 6. Taf.V, Fig. 2. Psilocephala nigra Beil., Ditt. messicana II. 92, 3. Das einzige mir vorliegende Stück dieser Art aus Chile zeichnet sieh dadurch besonders aus, dass alle Flügeladern der schwärzlich tingirten Flügel, intensiver seliwärzlich gesäumt sind. Das dritte Fülilerglied, welches den von Mac(|uart und ßellardi beschriebenen Stücken fehlte, ist kurz elliptisch, an der Basis ziemlich breit, der Griftel ist dick, deutlich zweigliederig und spitzig abstehend; der Rüssel steht etwas vor, die Taster sind breit, blattförmig. Die vierte Hinterrandzelle ist bieit offen. Ich kiinn zwischen dieser Art und Psilocephala nigra Bell, keinen durchgreifenden Unterschied finden und vereinige daher beide Arten. Ein Stück meiner Sammlung, dass ich durch Bigot erhielt und welches Mac(|uart determinirte, beliebt jeden Zweifel über die richtige Interpretation dieser Macquar t'sehen Art. Der Name wurde geändert wegen Thereva higulris F. und Thereva nigra Say. 2. PSILOCEPHALA STIGMATICALIS nov. sp. 9 Schwarz, liückcnschlld mit zwei breiten, weisslichgrauen, nicht sehr sciiarf be- grenzten Längsstrienien. Brustseiten weissgrau bestäubt, zwei Querstriemeii, die erste über den Diptera. 147 Vorderliüften, die zweite von den Hinterhüften bis ziu" Flügelbasis hinaufreichend in der glän- zend schwarzen Grundfarbe ganz freibleibend. Hinterleib glänzend schwarz, der erste Ring an den Seiten silberweiss, der zweite mit einer breiteren, der dritte mit einer schmäleren silber- weissen Hinterrandsbinde, beide an den Seiten etwas erweitert, der fünfte Ring mit, nur in gewisser Richtung deutlicher hervortretenden, breiten, silberweissen Seitenflecken, die beinahe den ganzen Ring ausfüllen. Der After mit einem Borstenkranze. Kopf glänzend schwarz. Untergesicht silberweiss bestäubt, die Stirne vor dem Ocellenflecke mit einem seichten Querein- drucke, Fühler düster rostbräunlich, die Basalglieder sparsam und kurz behaart; Rüssel schwarz- braun, Taster rotligelb. Beine schwarz, die Hüften dicht, die Schenkel weniger silberweisslich bestäubt, alle Schienen und hintersten Tarsen rostgelb. Die Beine sind kahl, nur die Hinter- schenkel auf der Unterseite und die Schienen zerstreut fein gedörnelt und die weissgelben Schüppchen, zottig weiss behaart; die Schwinger schwarzbraun. Flügel fast glashell um die Längsadern etwas wolkig; über dem Ende der Discoidalzelle, von der kleinen Querader bis zur Spitze derselben, ein bräunlicher Wisch (ungefähr wie bei Thereva arcuata). Das Randmahl schwarzbraun, die vierte Hinterrandzelle .sehr schmal imd klein, geschlossen. 4'". P'ünf Weibchen aus Südamerika. Ich beziehe als Männchen zu dieser Art ein Stück vom selben Standorte, das sieh vom beschriebenen Weibchen durch Folgendes unterscheidet: der Hinterleib ist in gewisser Kichtung ganz silberweiss; die beiden Basalglieder der Fühler sind schwarz, die Flügeladern sind an der Basis recht auffallend rostgelb und der Wisch über der Discoidalzelle ist deutlicher. Der Rückensohild ist leider an dem Stücke sehr abgerieben und überhaupt nicht so gut erhalten, um es ganz präeis beschreiben zu können. Das Stirndreieck glänzend schwarz, die Genitalien sind rostgelb. Alles sonst wie bei dem Weibchen, auch die Grösse. 3. PSILOCEPHALA PROXTMA nov. sp. cf Schwarz, Rückenschild mit zwei breiten weisslichen Längsstriemen und fahlgclblicher kurzer Behaarung, Brustseiten aschgrau, ku'-z seidenartig weiss behaart. Hinterleib schwarz, vom zweiten Ringe angefangen mit rostgelben Seitenmakeln, welche den Rand nicht ganz erreichen, vorne sclimäler als hinten sind und in zwei Längsstriemen zusammentreten, so dass in der Mitte eine Rückenlinie und die Seiten in der Grundfarbe frei bleiben. Genitalien lebhaft rostgelb. Die Behaarung silberweiss und sehr kurz und fein, an den Genitalien schwarz. Der Bauch ist an der Basis in grösserer oder geringerer Ausdehnung schwarz, der Rest ist rostgelb und die Hinterränder des zweiten und dritten Ringes weissgelb. Kopf glänzend schwarz, das Untergesicht silberweiss schimmernd, das Stirndreieck hinten eingedrückt. Fühler sehr düster rost- bräunlich, die Basalglieder dicht und lang schwarz behaart, Rüssel und Taster braun, letztere heller und dicht zart behaart; der Backenbart sehr dicht, schneeweiss, Beine schwarzbraun ; Hüften und Schenkel, in Folge eines feinen Tomentes, silberweiss schimmernd, alle Schienen und die Tarsen der hinteren Beine rostgelb; die Bedornung der Beine wie bei PsilocejjJiala stigmaticalis; Flügel glashell, die Adern an der Basis rostgelb, weiterhin schwarzbraun, das Stigma sehrblass, wenig auffallend; vierte Hinterrandzelie geschlossen. 4'". Zwei Männchen aus Südamerika. Von der vorigen Art, in deren allernächste Verwandtschaft sie gehört , durch die Zeichnung des Hinter- leibes und das blasse Randmahl der Flügel verschieden. 4. PSILOCEPHALA DIVES n. sp. cT Rückenschild schwarz; Hinterleib rostgelb, die ersten drei Ringe mit schwarzen, schmalen Seitenflecken am Hinterrande, der ganze Leib jedoch, so dicht mit einer silberweiss- glänzenden Tomente bedeckt, dass die Grundfarbe nur in gewisser Richtung hervortritt. Am 148 Dr. J. L'. ScJiincr. Rückenscliilde tritt dieses Tonient so zusammen, dass drei breite dunklere Längsstriemen zum Vorschein kommen. Die äusserst kurze Behaarung ist auf der Mitte des Rückenschildes bräun- lich, aniHinterleib seidenartig silberweiss, am After schwärzlich. Die Genitalien sind lebhaft lost- gelb und sehr eomplicirt. Kopf überall silberweiss. Die Augen auf der Stirne ganz zusammen- stossend. Fühler bräunlicligelb, die Basalglieder weiss schimmernd, der GiifFel etwas nach abwärts gebogen. Rüssel und Taster schwarzbraun. Beine schwärzlich, diellüften und Schenkel weissschimmernd, letztere kahl, die Schienen rostbräiinlich mit zerstreuten kurzen Düinchen; Schüppchen mit weisser Haarflocke; Schwinger braun mit gelbem Knopfe. Flügel fast glashell, die vierte Hinterrandzelle offen. 3'". Q Schwarz, glänzend; Rückensehild mit drei Längsstriemen. Brustseiten weiss bestäubt und behaart, Hinterleib am zweiten und dritten Ringe mit rostgelben Hinterrands- binden, welche in der Mitte sehr schmal und überall weisslich bestäubt sind; fünfter und sechster Ring mit breiten rostgelben Seitenmakeln, über welchen gleichfalls ein silbcrweisses Toment sich ausbreitet; auf der Bauchseite sind die rostgelben Querbinden auffallender und eine solche auch am ersten Ringe vorhanden, wo sie sich an den Seiten fleckenartig erweitert. Die Stirn ist vorne breiter, hinten schmäler und daselbst schwarz, der Kopf sonst, wie bei dem Männchen weissschimmernd. Alles Übrige wie bei den Männchen. 4'". Fünf Männchen und ein Weibchen aus Südamerika. Die Art gleiclit im Habitus unserer PsUoceiJhala ardea F. 5. ANABARHYNCHUS FASCLITUS. Mcq. Dipteres exotiques. Suppl. III. 32. Taf. III, Fig. 7 und Suppl. IV. 10-2. Ein Männchen ausSydney. — Die Macquart'scheBeschreibung ist genügend, um die Art zu erkennen; ich bin aber über die richtige Bestimmung um so sicherer, da ich ein Stück besitze, welches Mac qua rt selbst bestimmt hat. Die schwarzen Binden des Hinterleibes errei- chen den Seitenrand nicht; der im vorliegenden Stücke fahlgelblieh bestäubte Rückenschild zeigt hellere und dunklere Längsstriemen; die Stirne ist matt gelblich bestäubt, hinten sehr schmal; die vierte Hinterrandzelle ist offen. Alles sonst wie bei Macquart. Ü. ANABARHYNCHUS LURIDUS nov. sp. d" Braun, überall bräunlicligelb bestäubt; Rückenscli ild mit dunkleren Längsstriemen; die mittelste linienartig, neben dieser jederseits eine aus kleinen Fleckchen zusammengesetzte, weniger deutliche, mehr nach aussen wieder je eine, ziemlich breite, an der Quernaht unter- brochene Striemen und endlich nahe am Rande je ein braunes Sti-iehelchen, welches die Quer- naht nicht erreicht. Brustseiten aschgrau bestäubt, an den Seiten des Rückenschildes schwarze Borstenhaare, an den Brustseiten zarte, seidenartig weisse Behaarung. Hinterleib in Folge eines hellen Tomentes in gewisser Richtung weissschimmernd, in anderer schwarz und immer mit weissen Seiten und P]inscbnittcn. Die Behaarung äusserst zart, seidenartig weiss, am Alter jedoch schwatz. Kopf braun, Untergesicht und Stirne bräunlichgelb bestäubt, die Stirne vorne beller hinten dunkler und überall kurz schwarz behaart. Fühler schwarzbraun, Basalgliedcr .-cbwarz behaart, das dritte Glied mit einem deutlich abgeschnürten ziemlich langen Endgriffel. Rüssel und Taster hellbraun, das Ende des ersteren bis knapp zu den Fühlern hinaufreichend. Beine schmutzig ockergelb, die Hüften weissgrau bestäubt, die Schenkel obenauf stark ver- dunkelt und aussen mit ausseist feinem weissem Toment, übrigens ganz kahl, die Schienen und Tarsen dicht schwarz gedörnell. Flügel schmutzig ockorgclblich tingirt, die Adern braun, die vierte Ilintcnand/,clle breit ollen. 5'". Ein Männchen von Aue kl and. Diptera. 149 7. ANABARUYNCPIUS CALCEATÜS nov. sp. 9 Scliwarzbiaun; Rückcnschild heller bestäubt, mit zwei entfernt stellenden, wenig auflallenden gelblichen Längsstriemen; Brustseiten aschgrau bestäubt. Hinterleib mit sehr zartem weisslichem Tomente, welches in gewisser Richtung sehr stark iiervortritt und die Grund- farbe alterirt, in anderer wieder ganz verschwindet, so dass nur weisse Seitenmakeln und Einschnitte übrig bleiben; After glänzend schwarz. Kopf braun, Untergesicht weissiich, Stirne braungelblich bestäubt; Fühler schwarz, die Basalglieder schwarz behaart, der Rüssel schwarz- braun. Beine lebhaft rothgelb, die Yorderschenkel an der Basalhälfte glänzend schwarz, alle Tarsen braun. Schenkel ganz kahl; Schienen mit zerstreuten schwarzen Dörnchen. Flügel ziem- lich intensiv, bräunlichgclb tingirt, vierte Hinterrandzelie oft'cn. 4'/j"'. Ein Weibchen aus S y d n e y. ö. ANAB.VRHYNCHUS LONGUS nov. sp. Glänzend schwarz; Rückenschild mit drei goldgelben Längsstriemen, die mittelste schmal und wenig auliallend, die seitlichen vorne plötzlich zu Flecken erweitert; ähnliche Flecke auch an den Seiten in den durch die Quernaht am Rande gebildeten Vertiefungen, die sie ganz ausfüllen; vor dem Schildchen jederseits eine x-ostgelbe Schwiele; an den Rändern des Rücken- schildes zerstreute rostgelbe Borsten. Der Rückenschild sonst ganz kahl. Brustseiten glänzend schwarz, vorne etwas gelblich-, unten weissiich schimmernd. Schildchen lebhaft gelbroth, au der äussersten Basis und auf der Unterseite schwarz. Hinterleib schwarz, der zweite und dritte Ring obenauf dunkel rostroth, glänzend, mit nirgends scharf begrenzten schwarzen Quer- flecken und in den etwas eingedrückten Stellen dieser Ringe ein zartes silberweisses Toment, ■welches in gewisser Richtung weisse Makeln veranlasst, die übrigen Ringe glänzend schwarz, der After gelbroth. Kopf schwarz; Untergesicht stellenweise rostgelb, die Vorderstirne gleich- falls rostgelb, goldgelb bestäubt, was an den Seiten tleckenartig auftritt; der Rest der Stirne glänzend schwarz, vor dem Ocellenfiecke mit einem Quereindrucke, in beiden Geschlechtern fast glcichbreit. Fühler rostgelb, die Basalglieder schwarz beborstet, der Griliel schwärzlich, Rüssel braun, die dicken Saugflächen liegen am Untergesichte auf, erreichen aber die Basis der Fühler nicht vollständig ; Taster rothgelb. Beine rostgelb, die Hüften schwärzlich, weiss bestäubt. Vorderschienen und Tarsen braun, Hintertarsen an der Basis weissiich. Flügel blass bräunlich- gelb tingirt, an der Spitzenhälfte und um das Randmal intensiver bräunlich. Die Adern schwarz- braun. Dieviei-te Hinterrandzelle breit often. 7'". Ein Pärchen aus Sydney. Die Beschreibung gut zunächst für das Männehen; das Weibchen unterscheidet sich nur durch die etwas breitere Stirne — im einzigen Stücke ist leider der Hinterleib abgebrochen, daher ich über die Bildung und Färbung desselben nichts sagen kann. 9. ECTINORHYNCIIUS VARLiBILIS. Mcc^. Thereva variabüis Mcq., Dipt. exotiques. Supijl. I. 102, 10. Taf. IX, Fig. 4. — Ectinorhijachas van'abilis Mcq., 1. c. Suppl. IV. 103, 1. Ich besitze ein typisches, von llacquart selbst determinirtes Stück dieser Art, welches mit den, mir vorliegenden Stücken aus Sydney vollständig übereinstimmt; aus der Beschrei- bung Macquart's hätte ich die Identität kaum anzunehmen gewagt. Ich vervollständige deshalb Maci^uart's Beschreibung in Folgendem: cT Rückenschild schwarz, mit zwei sehr breiten, goldgelben Längsstriemen und sol- chen schmäleren Seiten. Die Grundfarbe unter den goldgelben Seitenstriemen ist rostgelb. Das Schildchen ist sammtschwarz, der Rand desselben rothgelb; Brustseiten schwarz, gegen unten 150 ^'- J- ^- Schiiwr. zu, so wie an den Hüften silberweissscliimiriernd. Hinterleib schwarz, in Folge eines sehr zarten Tomeutes, in gewisser Richtung silberweiss scliimmernd in anderer Richtung schwarz mit silberweissen Einschnitten in abnehmender Breite, der des vierten Ringes sehr schmal an der fünften und sechsten keine Spur desselben mehr, der After glänzend rostbraun; die Seiten aller Rino-e, so wie der Bauch, düster braunroth, die zarte Behaarung, welche an den Seiten der vor- deren Ringe am auffallendsten ist, schneeweiss. Kopf schwarz; Untergesichl silberweiss; Stirndreieck schwarz, über den Fühlern schmal silberweiss glänzend. Fühler düster rostgelb, die Basalglieder schw-arz behaart. Rüssel schwarz. Taster rostbräunlich. Beine rostbraun, die vor- dersten lichter, die Schienen an der Spitze und die Tarsen schwarzbraun, die Basis der mittleren und hintersten Metatarsen weisslich. Die Flügelbinden so angeordnet, dass die erste, schmä- lere über die Queradern herab sich ausbreitet, die zweite breitere, allmählich verwaschen sich bis zur Flügelspitze hin erstreckt. Die Flügelbasis ist rostgelb. Die vierte Hinterrandzellc otl'cn. Alles sonst wie bei Macijuart. Drei ]\Iännchen aus Sydney. 10. ECTINORHYKCHUS SUPERBUS nov. sp. d" Schwarz, Rückenschild etwas mattgrau, mit einer sammtsehwarzen Mittelstrieme, welche vorne breiter ist und von der Mitte an allmählich ins Rostgelbe übergeht; Schildchen sammtschwarz, am Rande glänzend; Brustseiten glänzend schwarz. Hinterleib schwarz, die ersten vier Ringe in gewisser Richtung weiss schimmernd, besonders an den Seiten und an den Einschnitten, die folgenden glänzend schwarz, der After rostroth. Kopf schwarz, das Unter- gesicht silberweiss schimmernd, die Stirne schwarz, die vordere Hälfte derselben glänzend, neben den Augen silberweiss, die hintere intensiv mattseh warz, die Grenze zwischen beiden durch einen Quereindruck markirt. Fühler rostgelb, die Basalglieder etwas verdunkelt, kurz schwarz be- haart, der Rüssel schwarz, die breiten Saugflächen, so wie die Taster, ziemlich hellbraun, der Hinterkopf oben schwarz, unten silberweiss. Schenkel schwarzbraun. Schienen rothgclb, Tarsen braun, die Metatarsen des hintersten Paares weisslich. Die Schenkel ganz kahl, die Schienen mit kurzen, zerstreuten, schwarzen Dörnchen. Schwinger braun mit weissem Knopfe. Flügel glashell mit zwei schwärzlichen Querbinden; die erste schmälere über den Queradern der Flügelmitte, die zweite, breitere näher gegen die Spitze zu uml so, dass ihre innere Grenze gerade vor der Discoidalzelle verläuft, beide gegen hinten zu verwaschen; die Flügelspitze selbst, von der äusseren Grenze der vorderen Querbinden bis zum Rande prächtig ockergelb; die vierte Hinterrandzelle offen. 5'". Zwei Männchen aus Sydney. Es ist im hohen Grade wahrscheinlich, dass Agapophytiis pi/rrhofelicuWalk. mit obiger Art identisch ist. Ich wagte es aber trotzdem nicht, den Walk ersehen Namen anzunehmen und zwar aus folgenden Gründen: Die Gattungsdiagnose von Agapophytua (Walker List of dipt. ins. suppl. I. 107 und 320) und von Cyclo- telus (Walker Dipt. Saunders. 4), welche Gattung Walker für identisch mit der Gattung Agapophytus Guerin erklärt und ebenso die Abbildung, welche Walker von Cyclotelus pruinoaus (Dipt. Saunders. Tat". I, Fig. 4) gibt, gestatten es absolut nicht, meine Art in eine dieser Gattungen zu stellen. Die Übereinstimmung in der Färbung kann eine zufällige sein und es seheint mir nicht zulässig , bei so wesentlichen Diftercnzen in den plastischen Merkmalen , auf die Färbung hin eine Identität wirklich anzunehmen. Es erschien mir dies um so bedenklicher, weil Walker eine Gattung Dimassus aufstellte, welche mit Ectinorhynchus Macq. zusammen- fällt und well, wenn beide Arten identisch wären, Walker seinen Agapophytus pyrrhotelus gewiss in die Gattung Dimaasua gereiht hätte. 11. ECTlXORlIYNClllS VIUITS nov. sp. (^ Gleicht in allen plastischen Merkmalen und auch sonst in der Hauptsache dem Ectiiio- rhynclius superhus, so, dass er vielleicht nur da.- andere ( ieselilechl dieser \n ist. Folgende Dif- Diptera. 151 ferenzen bestimmen mich jedocJi beide Arten vorläufig abgesondert zu beschreiben Die Vorder- schienen sind weisslich, die hintersten sch-svarzbraun , aussen gleichfalls weisslich; die Flügel sind glashell, die schwärzlichen Querbinden liegen an denselben Stellen wie bei Bot. superbus, die erste ist aber bei der gegenwärtigen Art schmäler und die zweite verbreitet sich allmählich verwaschen bis zur Flügelspitze; es ist an der letzteren somit nichts von der prächtig ockergelben Färbung wahrzunehmen. Alles sonst genau wie bei der genannten Art auch die Grösse. Ein Männchen aus Sydney. Wenn Agapophytus pyrrhotelus Wlk. wirklich mit Ectinorhynchus siiperbus identisch sein sollte, dann ist ebenso gewiss die gegenwärtige Art mit Agapophytus extinctus Wlk. identisch. Dimassus dicisus Wlk. unterscheidet sich durch schwarze Fühler und den an der Basis gelben Hinterleib von obiger Art. 12. PHYCUS DIOCTRIAEFORMJS nov. sp. 9 Schwarz und sehr kahl; Rückenschild mit drei wenig auffallenden gelbbräunlichen Längsstriemen. Brustseiten stark glänzend, gegen vorne und unten zu weissschimmernd. Hinter- leib fast drehrund und verhältnissmäsig lang, schwarz, an der Stelle, wo sich die oberen mit den unteren Ilalbringen verbinden, etwas bräunlich; der erste Ring an den Seiten weissschim- mernd, der After rothgelb mit einem zarten Dornenkranz. Die Behaarung sehr kurz, aufgerich- tet, wenig auifallend. Kopf schwarz, Untergesicht bogig eingedrückt und in der Vertiefung silberweissschimmernd. Stirne glänzend schwarz, auf der Mitte mit einem Quereindrucke; Rüssel glänzend schwarz, Fühler rostbraun, fast kahl; am Oberrande des Hinterkopfes einige kurze schwarze ßorstenhärchen. Beine schwarzbraun; Vorder- und Mittelschienen, so wie die Basis der Hintertarsen weisslich. Die Beine kahl, nur die Schienen mit kurzen, zerstreuten Dörnchen. Flügel kürzer als der Hinterleib, schwärzlichgrau tingirt, an der Basis blässer, jenseits der Mitte mit einer schmalen, glashellen Querbinde, das Randmal intensiver; vierte Hinterrandzclle geschlossen. 3 s/4'". Ein Weibchen aus Sydney. Walker's Diagnose der Gattung Phycus und nanaentlich die Bildung und Stellung der Fühler und des Rüssels , so wie die Beschaffenheit des Flügelgeäders passt vollkommen auf obige Art , nur ist bei derselben der Hinterleib nicht zusammen gedrückt {dbdomen compressed sagt Walker bei Phycus). Diese Differenz kann mich nicht bestimmen eine neue Gattungsgruppe aufzustellen, was sonst geschehen müsste, da meine Art in keine der übrigen Gattungen passen würde. FAMILIE MIDASIDAE. Diese, durch ausgezeichnete Formen besonders interessante Familie hat zur Aufstellung folgender Gattungen Anlass gegeben: Mi das von Fabricius, eigentlich. Mydas genannt, die ursprüngliche Gattung, von welcher Macquart die Gattungen Ehopalia und Dolichogaster, Latreille die Gattung Cephalocera abtrennte. Westwood hat eine neue Gattung Apiocera bekannt gemacht. Mit dieser letzt- genannten Gattung fallen die Gattungen Pomacera Macquart und Anypenus Philippi zusam'men. Die von Philippi erst jüngst aufgestellte Gattung ÄpiopJiora vermag ich nach den angegebenen Merkmalen von der Gattung Ehopalia Macq. nicht zu unter- scheiden und ebenso glaube ich , dass die Philippische Gattung Megascelus mit der Gattung Dolichogaster Mcq. zusammenfällt. Auf diese Weise bleiben nur fünf Gattungen übrig, welche aber bei weitem nicht genügen, um in ihnen alle die 152 Br. J. R. Sch/nrr. seither bekannt gewordenen Formen unterzubringen. Namentlich sind in diM- CJattuug Midas noch viele Arten enthalten, die eine Abtreiuaung nothwendig machen werden. Die vorhandenen Beschreibungen sind leider nicht ausführlich genug, um darnach eine solche Abtrennung vornehmen zu können; man hat oft auf Färbungsver- schiedenheiten einen grossen Werth gelegt, während plastische Merkmale, die doch in Menge vorhanden sind, nur zu wenig berücksichtigt wurden. "Wiedemann's Monographie der Gattung Midas in den Nov. act. naturae curiosorum. vol. XV, macht hierin keine Ausnahme. Es sind, die Synonyme abgerechnet, bisher 88 Midasiden- Arten bekannt gemacht worden, davon entfallen auf Europa nur drei Arten, 18 stammen aus Afrika, drei aus Asien, 46 aus Amerika, 20 aus Australien; von drei Arten ist das Vaterland nicht bekannt. Die Midasiden sind somit eine vorzugsweise exotische Familie, die in Amerika und Australien am reichsten vertreten ist. Ob in einem oder dem anderen der aussereuropäischen Faunengebiete eigenthümliche Gattungstypen vor- handen seien, möchte ich, nach den bisherigen Entdeckungen, bezweifeln. So waren z. B. aus der Gattung Cejjhalocera Ltr. lange nur afrikanische Arten be- kannt, bis in neuerer Zeit auch von Westwood und Macquart neuholländische und durch diese und Blanchard und Philipp! im Ganzen auch sechs amerikanische Arten bekannt geworden sind. Ebenso kannte man bisher nur afrikanische Bhopalia- Arten; da aber meiner Ansicht nach Midas varipes Mcc]. aus Neuholland und Apiopliora Paulsenii Phil, aus Chile unzweifelhaft zur Gattung Bhopalia gehören, so ist diese Gattung nunmehr auch in Australien und Amerika vertreten. Die merk- würdigsten Formen sind die, welche Westwood mit vollem Rechte in seiner Gat- tung Apiocera vereinigte. Sie gleichen im Habitus schon ganz den Asiliden und bilden zu diesen hin ein ganz natürliches Bindeglied. Macquart hat für eine Art dieser Gattung, die übrigens mit Westwood's Ajnoccra asilica zusammenfällt — die Gattung Pomacera errichtet und sich von dem eigenthümlichen Habitus so sein- irre führen lassen, dass er für diese Gattung eine eigene Gruppe der Pomaceritae aufstellte, welche er zwischen die Asiliden und Thereviden stellte. Wäre die Bildung der Fühler allein das Entscheidende für die Begrenzung der Midasidae^ dann hätte er allerdings recht gehabt — ich kann es aber nicht genug wiederholen, dass bei allen Dipteren das wichtigste Merkmal zur Unterscheidung natürlicher Gruppen immer und jedes Mal das Flügelgeäder ist und bleiben wird. Die Gattung Any- penus Phil., von diesem ausgezeichneten Dipterologen zu den Asiliden gestellt, ist wieder nichts anderes als, wie ich meine, unsere Midasiden -Gattung Apiocera, sicher aber jedenfalls eine Gattung, die zur Familie der Midasiden gehört. Nur wenige Arten dieser Familie sind in den mir zur Bearbeitung übcrgcbencn Vorräthen vorhanden. Tfli führe sie hier an: Dij^tcra. 153 1. MIDAS EUBIDAPEX. Wied. Monographia generis Midarum (in den Act. nat. ourios.) XV. 40, 2. Taf. LH, Fig. 2. Es liegen mir vier Stücke einer südamerikanischen Midas-Kri vor, die theilweise mit Wiedemann's Beschreibung obiger Art, theilweise mit jener von Mi'das mystaceus W. über- einstimmen. Bei zwei Männchen sind die Flügel, mit Ausnahme des Hinterrandes, schwärzlich und in der Ausbreitung dieser Färbung genau so, wie sie Wiedemann (1. c. Taf LH. fig. 3) bei seinem Mydas mystaceus abbildet; eines dieser Stücke hat rothgelbe Fühler und nur die kleinen Basalglieder sind schwarz (also wie bei M. mystaceus angegeben ist), das andere Stück hat schwarze Fühler und nur die clava ist rothgelb (wie bei M. ruhidapex angegeben ist). Bei zwei anderen Stücken (einem Männchen und einem Weibchen) sind die Flügel lebhaft rostgelb gefärbt und nur an der Basis schwarz (wie die Diagnose von M. rubidapex lautet). Das Männchen hat ganz rothgelbe Fühler, die nur an der Basis schwarz sind, das Weibchen hingegen schwarze mit rothgelber Clava. Alle vier Stücke sind an den Seiten des Untergesichtes mehr oder weniger weissbehaart (wie bei M. mystaceus angegeben ist) doch keines in so auffallender Weise, wie die Abbildung (1. c. Taf. LH. Fig. 3 «) zeigt. Die Grösse ist nicht entscheidend da Mi'das ruhidapex mit 17 — 19 Linien, Midas mystaceus mit 16 Linien angegeben ist. Es bliebe zur sicheren Unter- scheidung nichts mehr übrig als die Zeichnung des Rückenschildes. Bei M. mbidapex heisst es : „Thorax ater, vittis tribus minus atris, obsoletis; media longitudinalifer divisa^ und bei Midas mystaceus: „Thorax ater, vittis duabus obsoletissimis vix albicantibus antice paulo distinctioribus" In allen vier Stücken, von denen zwei vortrefflich erhalten sind, kann ich höchstens Spuren von drei Striemen wahrnehmen und gerade jenes Stück mit schwarzen Flügeln und gelben Fühlern, das also M. mystaceus sein könnte und mindestens vorne deutlichere Striemen haben sollte, ist der Rückenschild so ganz und gar sammtschwarz, dass von helleren Striemen nicht die Rede sein kann. Ich glaube, nach dieser Darstellung, dass M. ruhidapex und mystaceus nichts weiter sind, als Varietäten ein und derselben Art. Zur Ergänzung der Wiedemann'schen Beschreibung füge ich bei, dass die beiden ersten Ilinterleibsringe kurz fuchsroth behaart sind und dass auf der Unterseite der Hinterschenkel ausser den Dornen auch eine dichte, kurze, schwarze Behaa- rung vorhanden ist. 2. MIDAS APICALIS. Wied. Monograpliia generis Midarum (1. c.) 48. Taf. LIII, Fig. 14. — Midas ionariensis Serv. bei Guerin, Iconogr. du regne anim. pl. 97. — Midas igniticornis Bigot; Annales de la soc. entom. de France. V. 288. Ein Weibchen aus Chile, das mit Wiedemann's Beschreibung bis auf den einzigen Um- stand übereinstimmt, dass der Hinterleib auf der Mitte, zwar sehr verdunkelt aber nicht schwarz ist, sondern metallisch blau glänzend wie überall. Ich lege hierauf, bei der sonstigen Überein- stimmung, um so weniger ein Gewicht, weil Wiedemann im Texte anführt, dass die schwarzen Ringe an den Seitenrändern auch blauglänzend seien. Bigot's Midas igniticornis, den ich in einem typischen Stücke durch den Autor selbst, in meiner Sammlung besitze, ist völlig identisch mit dem Stücke aus Chile. Zur Ergänzung füge ich bei, dass der Hinterleib selir grobkörnig punktirt ist. 3. MIDAS MACQUARTL Seh in. Midas clava/us M e q., Dipteres exot. Suppl. IV. 59, 7. Taf. IV, Fig. 5. Ein Stück von Au kl and stimmt vollständig mit der M ac (pi ar t'schen Beschreibung; in der Flügelabbildung, die Macc£uart (1. c.) gibt, zeigt sich jedoch eine kleine Differenz, indem die kleine Zelle, welche durch die beiden Zinken der Cubitalgabel gebildet wird, in meinem Stücke geschlossen und gestielt ist, während sie in der Mactpart'schen Abbildung, am rechten Flügel Novara-Expedition. Zoologischer Theil. Bd. II. Schiner. Diptera. 20 154 Dr. J. II. Schi ner. ■weit offen, am linken nur stark verengt dargestellt ist. Da es übrigens im Texte heisst: Ics deux sousmarginales (d. i. unsere Cubitalzellen) fermees ; dcuxieme sousmarginalc (d. i. die oben erwähnte kleine Zelle) ä long petiole ..." so muss ich annehmen, dass die Abbildung nicht ganz richtig ausgefallen sei. Midas Macquartii wird seiner Zeit als Type einer besonderen Gat- tung betrachtet werden müssen, wozu die stark keulförmigen Hinterschenkel, der an der Basis verengte und daher gleichfalls keulförmige Hinterleib, die Bildung des Untergesichtes und die Verlängerung des Rüssels, nebst dem abweichenden Fiügelgeäder hinlänglichen Anlass zu bieten vermögen. Midas melleipennis und bispinifer Westw. dürften in dieselbe Gruppe gehören, für identisch kann ich keine dieser beiden Arten mit M. Macquarti halten, da bei ersterer Art die „pedes fulvi" bei letzterer „pallide flavi" genannt werden. Im vorliegenden Stücke ist die Cubitalader bis zur Stelle, wo sie mit der Discoidalader tangirt, und letztere von da an bis zum Flügelrande bräunlich gesäumt. Der Name wurde wegen Midas clavaius Drury geändert. 4. CEPHALOCERA ALBOCINCTA. Blanch. Hist. fis. y pol. de Chile; zool. VII. 361. — 1 Cephalocera dentitarsis Mcq., Dipt. exot. Suppl. IV. 56, 4. Tat'. IV, Fig. 1. — ? Cephalocera elegans Phil., Verh. d. zool.-bot. Ges. XV. 680, 2. Ich determinire ein Stück aus Chile als C. alhocincta Blanch. weil es mit einem Stücke völlig übereinstimmt, welches ich durch H.Bigot unter diesem Namen erhalten habe, der wohl in der Lage war, die typischen Stücke des Pariser Museums zu vergleichen. Es passen auf dasselbe, mit unwesentlichen Differenzen auch die oben citirten Beschreibungen Macquart's und Philippi's. Nach Blanchar d's und PhiUppi's Beschreibung sollen die Fühler vor- herrschend schwarz sein, nach Blanchard wäre die Querbinde des zweiten Hinterleibsringes kurz, die des dritten jederseits erweitert. Im vorliegenden Stücke sind die Fühler ganz roth, und die Binden des zweiten und dritten Hinterleibsringes sind beide gleichbrcit, an den Seiten bis zum Vorderrande erweitert, so dass die Grundfarbe nur als Rückenmakel übrig bleibt, Alles genau so, wie in dem oben erwähnten Bigot'schen Stücke und wie in der Philippi'schen Be- schreibung angegeben ist. Philippi's Beschreibung weicht jedoch darin wieder ab, dass die Behaarung auf dem unteren Theile des Untergesichts schwarz sein soll, während sie in beiden erwähnten, mir vorliegenden Stücken entschieden weisslich ist. Ich meine nun, dass alle diese Farbendifferenzen nicht wesentlich sind, dass es sich bei den drei genannten Arten nur um Va- rietäten handle und alle zu ein und derselben Art gehören. Dafür spricht auch der Umstand, dass Philippi eines Stückes seiner Cephalocera elegans erwähnt, das er durch H. Landbeck erhielt und welches ein ganz schwarzes zweites und drittes Fühlcrgliod hatte. Cephalocera denti- tarsis. Mcq. hat auch Philippi mit Cephalocera alhocincta Blanch. identificirt — letztere Art kannte er aber nur aus der Beschreibung. 5. RHÜPALIA PAULSENII. Phil. Apiophora l'aulsenii Phil., Verh. d. zool.-bot. Ges. XV. 682. Taf. XXV, Fig. -22. Zwei Männchen aus Chile, welche zur Philippi'schen Beschreibung und Abbildung voll- ständig passen und ein Weibchen von eben daher. Das Weibchen, welches bisher nicht bekannt war, gleicht ganz dem Männchen, ist aber bedeutend plumper und die rostgelbe Färbung am Hinterleib ist weniger ausgebreitet. Die Stirne ist nicht breiter als bei den Männchen, die rostgelbe Färbung der Bauchseite tritt erst vom fünften Ringe etwas nach oben hinauf, bildet am seciistcn breite Seitenflccke und füllt den siebenten beinahe ganz; der gleichfalls rostgclbe After hat einen Dorncnkranz. Alles sonst wie bei den Männchen. Ich finde keine Anhaltspunkte für die 'rreniinng drr Gattung Apiojthora von lihopalia. Bi-ptera. 155 FAMILIE ASILIDAE. In dieser ebenso reichen als interessanten Familie sind bisher 165 Gattungen ^) bekannt gemacht worden, die ich mit Ausschluss der mir gänzlich unliekannten Gattungen Äpegiocera Rondani und EncJiocera Blanch., dann der, auf ein ganz defectes Stück begründeten Gattung Senoxericera Macquart, nach den gewöhnlich angenommenen drei Hauptgruppen gereiht, hier aufzähle. Aus der Gruppe der Dasy p ogoninae : Leptogaster, Dioctria und Dasypogon von Meigen; Gonypes von Latreille; Damalis und Ceraturgus von Wiedemann; Senobasis, ßrachyrhop ola, Plesiomma, Dolichodes, Discocephala, Codula, Acnephalum, Xiphocerus und Microstylum von Macquart. Lasiocnemus, Ehabdogaster, Lagodias, Cyrtophrys, Oligopogon, Eriopogon, Holopogon, Rhadinus, Sisyrnodytes, La- phyctis, Stichopogon, Stenopogon, Bathypogon, Lasiopogon, Cyr- topogon, Heteropogon, Isopogon, Crobilocerus, Trielis, Habropo- gon, Dicranus, Teratopus, Scylaticus, Saropogon, Laparus, Pege- simallus, Lastaurus, Dasplejis, Anarolius, Hypenetes, Spanurus, Scleropogon, Ospriocerus, Sphageus, Ablautus, Echthodopa, Dio- gmites, Pygostolus, Dizonias und Dicolonus von Loew; Euscelidia von "Westwood; Apogon von Perris; Dactyliscus, Elasmocera, Phüamosius ^ Gastri- chelms, Blepharejmmi und Cheilopogon von Rondani; Pseudorus, Megapollion, Phellus, Pheneus, Prolepsis, Cabasa, Euarviostus und Morimma von Walker ; Clavato7', Dasycyrtou, Dasypecus, Cylindrophora und Deromyia von Philippi; Allopogon, Lochites, Aphamartania, Archilestes, Obelo- phorus, Cacodaemon und Gonioscelis von mir selbst. Aus der Gruppe der Laphrinae: Laphria von Meigen; Hoplistomera, Atomosia, Lampria, Tapinocera, Laxenecera, Megapoda, Rhopalo- gaster, Phoneus und Michotamia von Macquart; Laphystia, Lampro- zona, Dasyllis, Dyseris^ Thereutria, Dasythrix und Lamyra von Loew; Pogonosoma und Andrenosoma von Rondani; Gormansis, Chaerades, Nusa, Ampyx, Scandon und Acurana von Walker; Lyeomyia von Bigot; Aphestia, Cerotainia, Eumecosoma, Hyperechia, Maira und Apoxiria von mir. Aus der Gruppe der Asilinae: Asilus von Linn6; Ommatius von Wiede- mann; Lophonotus, Erax, Atractia, Senoprosopis, Craspedia, Trupa- nea, Lecania, Proctacanthus, Apoclea und Mallophora von Macquart; Alcimus, Anarmostus, Antiphrisson , Echthistus, Pamponerus, Anti- palus, Eccoptopu-s, Proagonistes , Rhadiurgus, Dasophrys, Epi- 1) Unberücksichtigt bleiben hiebei die von Bigot nur in einer analytischen Tabelle beantragten Gattungen Megwpliorus, Eichoichenus, Cerozodus, Pachychoeta, Eicherax, Acanthodelphia, Megadrillus und Maaronyx. 20* 156 J^r. J. B. Schiner. triptus, Tolmerus, Synolcus, Protophanes, Eri.sticus, Polyphonius, Stilpiiogaster, Itamus, Triclionotus, Dysclytus, Dysmaelius, Eutol- mus, Machimus, Cerdistus, Mochtherus, Pliilodicus und Promaclius von Loew; Blepharotes von Westwood; Heligmoneura und Teretromyia von Bigot; Tlireunia, Glaphyropyga, Proctopliorus, Polysarea, Allo- eotosia, Empliysomera und Eceritosia von mir. Die von Pliilippi irrthümlicli zu den Asiliden gebrachten Gattungen Anypenus und Fachyrrhiza wurden bereits oben bei den Tliereviden und Midasiden erörtert. Die Gattung Gonypes Latr. ist gleichbedeutend mit Leptogaster Mg. ; ebenso die Gattung Gastrichelius Eond. mit Triclis Lw. Die Gattung Blepliarepium kann nicht berücksichtiget werden, weil die Charakteristik zu unvollständig ist, dieselbe aber jedenfalls mit Laparus, Saropogon oder Dasypogon im engeren Sinne zusammen fallen dürfte; Gheilopogon Koud. von Dasypogon wegen der geschlossenen, vierten Hinterrandzelle abgetrennt, ist nicht haltbar; Dactyllscus Eond. fällt mit Hahro- pogon Lw., Elasmocera Eond. mit Xipliocera Mcq. zusammen. Die, meines Wissens nirgends ausführlicher charakterisirte Gattung MegapoUion Wlk., ist später von Walker selbst als Synonym zu Microstylum Mcq. gebracht worden; Euarmostus Wlk. vermag ich nach Beschreibung und Abbildung von Cyrtopogon Lav. nicht zu unter- scheiden und ebenso fällt Morimma Wlk. mit Lastaur-us Lw. und Glavator Phil, mit Hypenetes Lw. zusammen. Sehr problematisch erscheinen mir die Gattungen Phila- mosius Eond., nur in einer analytischen Tabelle charakterisirt, Gahasa Wlk., Fro- ZepswWlk., Deromyia Phil. undP/ie//'WÄ Wlk., letztere Gattung auf ein einzelnes Stück begründet, dem die Fühler fehlten. Die Laphrinen-Gattung Ghaerades Wlk. halte ich für identisch mit Laphria Mg. in meiner Auffassung; Nusa Wlk. mit Andreno- soma Eond. ; Ampyx Wlk. mit Megapoda Mcq. ; Gormansis Wlk, mit Atomosia Mcq. und Acurana ^Wlk. mit Laxenecera Mcq. Die von Loew anfänglich für alle Laxenecera-Arten aufgestellte , später auf Laxenecera andrenoides Mcq. beschränkte Gattung Dyseris hat keine Berechtigung, weil die genannte Art keine offene erste Hinterrandzelle hat, wie Loew, durch einen Druckfehler in Irrthum geführt, an- nahm und daher das wesentlichste Unterscheidungsmerkmahl zwischen Dyseris und haxenecera wegfällt. Die Gattung Scandon Wlk. ist identisch mit der früher publi- cirten Loew'schen Gattung Thereutria. Die Asilineu-Gattung Teretromyia Bigot kenne ich nicht; Ileligmoneura Bigot fällt mit der Gattung Mochtherus Lw. zusammen Proagonistes Lw. auf ein mutilirtes Stück aufgestellt, kann nicht einmal in die ent- sprechende Gruppe mit Sicherheit eingereiht werden; die Gattung Eristicus Lw. erscheint mir nicht genügend charakterisirt, um bei den vielen Formen der zur Gat- tung Erax gehörigen Arten, von denen sie abgetrennt wurde, eine sichere Deter- minirung zu ermöglichen. Blepharotes Westw. ist synonym mit Graspedia i\fcq. und Trupunea Mcq. endlich entfällt aus dem Grunde, weil ilie in ihr enthaltenen Biptera. 157 Arten mittlerweile iji mehrere, wohlberecbnetc Gattungen vertheilt worden sind, für keine derselben aber der Scopoli'sebe Name beibehalten werden könnte. Aus der Familie diav Asilidae sind bisher 1880 Arten besehrieben und publi- cirt worden^), von denen auf Europa 261, auf Asien 350, auf Afrika 304, auf Amerika 687 und auf Australien 146 Arten entfallen, von 132 Arten aber das Vaterland nicht bekannt ist. Über die geographische Vertheilung der Asiliden lässt sich aus obigen Ziffern nur wenig abstrahiren. Bekanntlich ist Amerika, mit Ausschluss von Europa, das rücksichtlich der Dipteren am meisten durchforschte Faunengebiet, während aus Centralasien beinahe keine Dipteren und aus Nordasien nur wenige bekannt geworden sind, der grösste Theil Afrika's aber nicht einmal noch geographisch erforscht ist. Das obige Verhältniss Avürde sich ganz anders gestalten, wenn nicht erst in neuerer Zeit für Südafrika durch Wahlberg so viele neue Arten bekannt geworden wären und auch ihren Bearbeiter gefunden hätten. Ich kann auch nur hier wiederholen, dass das vorhandene Materiale noch viel zu unvollständig ist, um zu Schlüssen über die geographische Vertheilung der Dipteren zu berechtigen und hierüber auch nur ein halbwegs gegründetes ürtheil aussprechen zu können. Höchstens auf einzelne Eigen thümlichkeiten der Faunengebiete könnte hingewiesen werden. Aus der Gruppe der Dasypogoninen prävaliren die grossen schlanken Formen, die sich um Dasypogon im engeren Sinne gruppiren in der neuen Welt, während die kurzen, dicken, meist dicht behaarten Formen , welche im Habitus an Laphrinen erinnern, wie z. B. Acnephalum, Pycnopogon^ Crobüocerus, Sisyrnodytes u. s. w. in der alten Welt häufiger vertreten sind; freilich ist die Gattung Lastaurus^ welche übrigens mit den genannten Arten, ausser dem ähnlichen Habitus Nichts gemein hat, bisher ausschliessend nur in Amerika gefunden worden. Die schlanken nackten Laphrinen, welche ich in der Gattung Maira zusammengefasst habe, sind vorzüglich in Asien und Afrika vertreten; Laphria splendens Meq., welche unzweifelhaft zu dieser Gattung gehört, stammt aber aus Surinam und die aller- nächst verwandten Lamprien sind in Amerika reichlich vertreten. Die durch eine eigenthümliche Form ausgezeichnete Gattung Thereutria wurde bisher nur in Australien getroffen und ebenso die Gattung Megapoda nur in Brasilien. Wenn es auch scheint, dass die ebenso eigenthümlich gebildeten Lamyren nur in Afrika vertreten seien, öo stammt doch wieder eine verwandte Form Lycomyia Big. aus Chile. Die Atomosien, d. i. Atomosia, Aphestia, Cerotainia, Lamprozona und Eumeco- soma, zusammen mit 48 Arten, haben den Schwerpunkt ihrer Verbreitung in 1) Ich habe in einer Arbeit über Wiedemann's Asiliden (Verh. d. zool.-bot. Gesellsch. XVI. G50) 1959 Arten als bisher pubüeirt angeführt ; da L o e \v mittlerweile abermals 37 amerikanische Arten publicirte, so würde sich die Gesaramtzahl auf 1996 Arten belaufen. Die Differenz zwischen dieser Zahl und der obigen beruht darauf, dass ich die, von mir bereits beschriebenen und im Kataloge aber noch nicht publicirten 116 neuen Arten mitgezählt hatte, was insoferne voreilig war, als die Boschreibung dieser 116 Arten erst im laufenden Jahre gedruckt worden waren. 158 Dr. J. li. Schiner. Amerika, nur zwei Atomosia-kvten stammen aus Ostindien ; die verwandten Laxene- ceren sind nur aus Afrika und Asien bekannt. Rüoksichtlich der Asilinen lässt sich mit etwas mehr Sicherheit behaupten, dass die, unseren Machimufi-, Eutolmus- und Dvsmachus-Avten gleichenden Formen zumeist in Europa vertreten sind, während die Erax-krten ihre grösste Verbreitung in Amerika finden, die Gattung Loplin- notus aber, wenn Loplionotus americanus Macq. ausgenommen wird, bisLer nur in Afrika getroffen worden ist (37 afrikanische Arten, die eine genannte amerikanische Art und Loplionotus ^rey?)je«?«sMcq.unbekannten Vaterlandes); die ilfa^/oj:iÄora-Arten prävaliren in Amerika, die rromachus-kxien in den Faunengebieten der alten Welt. Auffallend ist es auch, dass die Asilinen-Formen , welche sich durch die eigen- thümliehe Verlängerung der weiblichen Legeröhre besonders charakterisiren und die vorläufig in der Gattung Itamas Lw. vereiniget bteiben mögen, in der neuen Welt bisher keine Repräsentanten gefunden haben, während aus Europa fünf, aus Japan, Java und von den Nikobaren je eine, aus Australien aber sieben Arten be- kannt geworden sind. Die ebenso ausgezeichnete Gattung Ovimatius ist mit den nächstverwandten Gattungen Allocotosia und Empliysomcra vorherrschend in der alten Welt vertreten (20 Arten aus Asien, 13 aus Afrika), sie sind aber auch in Amerika (6 Arten) und in Australien (5 Arten) vorhanden. Mit ziemlicher Bestimmt- heit kann behauptet werden, dass Ommatien, Erax-kviQw., Atractien, Thrennien (amerikanische Formen), Craspedien (wie es scheint ausschliessend neuholländische Formen), Discocephalen (vorherrschend Amerikaner), Atouiosien, Proctophoren, Proctacanthen und ähnliche von dem 'J'yP"^ unserer europäischen Asiliden in so hohem Grade abweichende Formen in Europa gewiss nicht mehr entdeckt werden dürften — wenn es auch Thatsache ist, dass in neuerer Zeit so manche Entdeckung sogenannter exotischer Formen in unserem Faunengebiete gemacht worden ist, die uns zur grössten Vorsicht rücksiciitlich solcher Behauptungen veranlassen niuss. Ich schreite nun zur Aufzählung der von der Novara-Reise mitgebrachton Arten aus dieser Familie : 1. ISOPOGON BREVIÖ nov. sp. Gleicht im Habitus dem Isopogon nuhilus Mc ig. ist aber bedeutend kleiner. — Glänzend schwarz; Rückenscliild mit gelblicher, ziemlich langer Behaarung dicht bedeckt, welche zwei Längsstriemen auf der Mitte freilässt; auch die Brustseiten und das Schildchen durchaus gelblich und dicht behaart; eigentliche Borsten nirgends vorhanden. Hinterleib glänzend schwarz, die einzehien Ringe mit weissen, am Hinterrande liegenden Flecken, auf welchen die, auch am Bauche vorhandene längere und dichtere weissliche Behaarung am dichtesten steht ; die Oberseite sehr kahl; Genitalien des Männchens am Bauciic eingeschlagen, rostbraun, licll behaart, das unpaarige Mittelstück hing, die unteren Klappen dick angeschwollen; die Legc- röhre des Weibchens glänzend schwarz, auch der Stachclkranz. Stirne glänzend schwarz; Untergesicht wcissgrau bestäubt, der Knobelbart aus weichen, weissgelben Haaren bestehend; Fühler schwarz, das dritte Glied lang und schmal, der (jiitlol sj)itz. Beine schwarz, Diptera. 159 die weiche Behaarunt;^ ' dicht und durchaus gelblichweiss , die Grundfarbe wenig' alterirend, Borsten fast ganz fehlend und vorherrschend hell. Flügel etwas graulich, auf der Mitte, wie bei 7. nubilus mit einem bräunlichen Schatten. 5'". Ein in Copula gefangenes Pärchen aus Gibraltar. Das sicherste Unterscheidungsmerkmal dieser neuen Art von I. nubilus Mg. ist, abgesehen von der bedeutend geringeren Grösse, die durchaus schwarze Färbung der Beine, die bei /. nubilus an den Kuicen rothgelb sind, dann die überall ins Gelbe ziehende Behaarung und Bestäubung, die bei I. nubilus fast weiss ist. 2. IIYPENETES FULVICORNIS. Macq. Dasypogon fulvicornin Mcq., Dipt. exot. Suppl. I. 67, 4. Taf. VII, Fig, 11. AusChile. — Ich sehe mich veranlasst die ausführliche Beschreibung dieser Art hier folgen zu lassen: Braunschwarz, Rückens child heller bestäubt mit den gewöhnlichen Striemen, die Mittelstrieme durch eine weisse Linie getheilt, an den Seiten hellgelb gesäumt, nicht bis zum Schildchen reichend, vorne etwas erweitert; die Seitenstriemen in je zwei Flecke aufgelöst, welche innen weisslich, aussen gelb gesäumt sind; die Schulterbeulen weiss bestäubt, ebenso eine Stelle vor dem Schildchen; das Schildchen selbst ist aber gelblich bestäubt; die Behaarung und Beborstung überall schwarz, obenauf zerstreut; die schwarzen Borsten am Rande des Schildchens sehr lang; Brustseiten und Hüften gclbgrau bestäubt. Hinterleib schwarz, die Einschnitte und Seiten weisslich, so dass auf der Mitte der einzelnen Ringe die Grundfarbe in nicht scharfbegrenzten, heller und dunkler schillernden Flecken von der Grundfarbe freibleiben. Genitalien des Männchens dunkel rostroth, von eigenthümlicher Bildung, oben ein unpaariges, hackenförmig eingebogenes, hinten spitziges Mittelstück, unter welchem jederseits die oberen, kurzen Klappen vorragen, unter diesen stehen die längeren unteren Klappen; die Klappen sind am Ende stumpf. Die Behaarung der Genitalien ist oben dunkel, unten weiss. Legeröhre des Weibchens rostroth, kurz und dick, der Dornenkranz schwarz. Die kurze zarte Behaarung des Hinterleibes licht, am Bauche etwas auftallender, Borsten fehlen durchgehends. Kopf weiss bestäubt; die Behaarung der Stirne und des weitvorragenden Untergcsichtshöckers schwarz mit einzelnen helleren Härchen gemengt; der Backenbart schneeweiss, Hinterkopf weisslich behaart, Fühler an der Basis schwarz, das dritte Glied rostroth, sehr auffallend keulförmig, so dass der dünne Stiel eben so lang ist als die breite Keule; die Behaarung der beiden Basalglieder vor- herrschend helle. Schenkel schwarz, Schienen und Tarsen dunkel rostgelb, die zarte Behaarung, welche auf der Unterseite der Vorderschenkel am dichtesten steht, vorherrschend weisslich, die Borsten an den Schienen am zahlreichsten, schwarz nur an den vorderen Schienen, einzelne hellere untermengt. Flügel glashell, an der Basis der Cubitalader und ihrer Gabel, um die kleine Querader, an der Basis der Discoidal- und vierten HinterrandzcUo, dann um die Quer- adern, welche die Discoidalzelle vorne abschliessen braune Flecke; die Flügel sind kürzer als der Leib. 5'". 3. HYPENETES PUNCTIPENNIS. Phil. Clavator punctipennis Pliil., Verh. d. zool.-bot. Ges. XV. 699, 1. Aus Südamerika. — Die Art unterscheidet sich \on II. fidvicornis Mcq. durch Folgen- des: Die Zeichnungen des Rückenschildes sind schärfer und sehen in Folge der theilwcise gelben, theilweise schnecweissen Bestäubung sehr bunt aus, die Randborsten des Schildchens sind kürzer und dünner; der Hinterleib ist glänzend kastanienbraun, der Bauch weiss bestäubt, was an den Seiten etwas auf die Oberseite übertritt, die Einschnitte erscheinen nur in gewisser Richtung weisslich. Die Genitalien des Männchens sind sehr dick, das unpaarige Mittelstück ist rund, nach abwärts die Klappen nach aufwäi'ts gebogen, so dass zwischen ein freier Raum übrig bleibt, der bei der Seitenansicht sehr auffallend ist. Legeröhre des Weibchens pechschwarz. Die 160 Dr. J. IL Schiuiv. Behaarun" liclit. Die Füliler sind sclnvarz, das dritte Glied ist luu- an der Basis rotLgelb, die Keule ist kürzer. Die Beine sind rostgeib, alle Schenkel haben vorne und hinten schwarze Strie- men und die hinteren Schienen sind ziemlich stark verdickt. Die Flügel ganz so wie bei H. fulvi- corm's doch liegt auch nocii an der Basis der ßadialader ein brauner Fleck und alle Adern sind überdies von einer zarten Bräunung begleitet. Alles sonst wie bei der genannten Art. //. pictipennis gleiclit im Habitus unserem Lasiopogon Maciptarli Perris. 4. BATHYPOGON CLARIPENNIS nov. sp. Gelbroth, die Längsstriemen des Rückenschildes, die Brustseiten, besonders gegen unten zu, breite Rückenüecke auf den Hinterleibsringen dunkelbraun. Alles aber von einer graugelb- lichen Bestäubung so bedeckt, dass der ganze Leib eigentlich matt gi-augclblich sich darstellt, die kurze Behaarung ist überall hell, die Beborstung, welche am hinteren Drittel des Rücken- fichildes reihig auftritt, schwarz, die Borsten am Schildchenrand und an den Beinen gelb. Unter- gesicht weiss bestäubt, der grosse Höcker und die Fühler lebhaft gelbroth, der Knebelbart durchaus gelb, ebenso alle Kopfborsten, so wie der Backenbart, die Behaarung am Hinterkopfe, an den Hüften und überhaupt überall, wo sie mit der die Grundfarbe alterirenden Bestäubung auftritt weisslichgelb ; die Fussklauen schwarz, die Beine sonst rothgelb, alle Schenkel auf der Aussenseite breit schwarz. Flügel ganz glashell mit schwarzbraunen an der Basis rostgelben Adern; das Geäder ganz so wie bei Hatliypogon hirtuosus. Die Genitalien des Männchens sind sehr dick, etwas angeschwollen, ihre Bildung fast wie bei B. hirtuosus, rostroth an der Basis verdunkelt, weissgelb und ziemlich lang behaart; die Legeröhre des Weibchens an der Basis gelbroth, an der Spitze schwarz, die Behaarung hell. 9'". Aus Chile. 5. BATHYPOGON HHITUOSUS nov. sp. Schwarzbraun; Schulterbeulen, die Schwielen vor derFlügelbasis und eine Schwiele vor dem Schildchcn rostgelb; Alles so wie der ganze Rüekenschild von einer gelbbräunlichcn Bestäu- bung dicht bedeckt, welche nur die Doppelstriemen auf der Mitte des Rüekenschildes und die in Flecken aufgelösten Seitenstriemen freilässt; die kurze Behaarung dunkel, die Borsten am hinte- ren Drittel des Rückenschildes schwarz; Schildchen weissgrau bestäubt mit schwarzen Randbor- sten; Brustseiten schwärzlich mit roscnrothen Flecken weissgrau bestäubt. Hinterleib sehwarz- bi'aun, die einzelnen Ringe an den Seiten vorne mit je einem rothgelben Flecke, der am ersten Ringe der grösste, auf den folgenden Ringen in abnehmender Grösse, am letzten nur noch rudi- mentär. Diese rothgelben Flecke erweitern sich auf der Bauchseite zu Binden; Behaarung des Hinterleibes kurz-, auf der Bauchseite zottig bräunlichgelb; Genitalien des Männchens rostgelb, etwas aufgeschwollen, das unpaarige Mittelstück vorne zugespitzt, die oberen Klappen abwärts, die unteren, weit längeren und dickeren aufwärts gebogen, ihre Behaarung, besonders an der Spitze ziemlich lang und durchaus hell. Unter gesieht messinggelb bestäubt, der grosse Gesichts- höcker jedoch von jeder Bestäubung frei, rothgelb; Knebelbart aus schwarz und weissgemengten Borsten bestehend; Stirne, Hinterkopf und die beiden Basalglicder der Fühler weissgelb behaart, im Borstenkranz einzelne schwarze Horsten; Fühler lebhaft gelbroth; drittes Glied an der Basis schwarz. Beine rothgelb. Die sehr dicken Schenkel an der Vorderseite schwarz, was sich mehr oder weniger ausbreitet, so dass an den Hintcrschenkeln auch auf die Linenseite ein schwarzer Fleck sich zeigt. Die Schienen und besonders die Schenkel sind dicht, letztere beinahe zottig weisslich behaart; die Borsten von denen einige an der Spitze der Schenkel, viele aber an den Schienen und Tarsen stehen, durchaus sehr stark und schwarz. Klauen und Haftläppchen stark. Das Flu gel geäder ganz so, wie es bei der Gattung Bat/iypogo7i angegeben ist, die Gabel der Diptc r a. 1 G 1 Culiiialadcr Ist ziemlicli schmal und alle Adern sind bis zum Fliigelrande gleich stark; die Hü- gel kaum graulich tingirt; Analzelle etwas offen. Die Legerühre des Weibchens, so wie der Dorncnkranz am After schwarz. 9'". Ein Männchen und zwei Weibchen aus Chile. 6. STICHOrOGON NICOBARENSIS nov. sp. 9 Gleicht dem Stichopogon arganteus Say., von dem er sich nur durch Folgendes unter- scheidet: Er ist etwas grösser, die Flügel sind ganz glashell, die Adern schwarz, die vierte Hinterrandzelle ist nicht gestielt, sondern an der Basis breit aufgesetzt. Alles sonst wie bei der genannten Art. 4'". Aus Kondul. 7. DISCOCEPHALA SCOPIFER nov. sp. Rückenschild überall dicht graugelblich bestäubt, auf der Mitte mit einer braunen, an den Seiten ins Braunrothe übergehenden Längsstrieme, welche bis zur Quei'naht reicht; neben dieser Strieme die Bestäubung ins Bläuliche ziehend. Schildchen, Brustseiten und Hinterrücken gleichfalls gelbgrau bestäubt. Hinterleib braun, an den Seiten und Einschnitten rostgelb. Untergesicht braun, Taster, Rüssel und Fühler schwarz, der Fühlergriffel knospenartig abge- schnürt in einem kurzen Börstchen endigend. Knebelbart armborstig, der ganze Kopf sonst kahl. Beine gelb, Hüften grau bestäubt, die Schenkelringe der Hinterbeine schwarz, ebenso alle Schienen an der Spitze schwarz, die hintersten vor der Spitze mit einem schwärzlichen Halb- ringe; die Hinterschienen am Ende und der hinterste Metatarsus ausserordentlich stark verdickt und glänzend schwarz, überall mit schwarzer dichter Behaarung. Klauen und Pulvillen sehr klein. Flügel traun tingirt, die Zellenkerne und der Hinterrand heller, an der Flügelspiize unterhalb der Radialader ein glashelles Fleckchen. 4i/j"'. Aus Südamerika. 8. DAMALIS GROSSA nov. sp. cT Rücken Schild gelb, oben mit schwarzbraunen Zeichnungen, welche sich so sehr aus- breiten, dass nur alle Nähte in der Grundfarbe übrig bleiben ; Brustseiten und Schildchen eben- falls gelb. Hinterleib gelb, am zweiten und dritten Ringe jederseits eine schwarze Makel deren innere Grenzen nicht s'charf sind; die folgenden Ringe schwarzbraun, vorne schmal gelb was sich in der Mitte etwas nach hinten zu ausbreitet, auf den nächsten Ringen aber immer un- deutlicher wird. Der letzte Ring gelb, blattartig über das Hypopygiuni voiragend; letzteres gelb, oben mit einem breiten Mittelstücke, welches oben zwei, an der Basis verdickte braune Endzähn- chen trägt, unter diesen ein unpaariges, spitzvorragendes Organ, unten jederseits eine griffel- artige Klappe, die Behaarung ziemlich dicht gegen die Spitze der einzelnen Organe zu verdun- kelt. Kopf schwarz, der Üntergesichtshöcker stark glänzend, ober diesen der Raum bis zu den Fühlern bräunlichgelb bestäubt; der Knebelbart schwarz, sehr dünn, schirniartig vorstehend, Fühler schwarzbraun, die Borste gegen das Ende zu weiss; Rüssel und Taster glänzend braun- schwarz, letztere mit einigen langen, schwarzen Borsten; Augenfagetten von verschiedener Grösse, die grössten auf der Innenseite, den Fühlern gegenüber. Beine rostgelb, die Schenkel- und Schienenspitzen schwarz, die Tarsen fast schwarz, an der Basis heller; die Hinterschenkel hinter der Mitte mit einem dunkleren W^isch. Die Behaarung auf der Unterseite der Mittel- und Hinterschenkel an der Basis ziemlich lang, aber schütter und abstehend, gegen die Spitze zu allmälig kürzer und in Dörnchen übergehend. Flügel an der Basis gelblich, am Innenrande fast glashell, vom Vorderrande her ein brauner Wisch, der gegen hinten zu allmälig verwaschen ist; vierte Hinterrandzelle kurz gestielt, kleine Querader weit jenseits der Mitte der Discoida I- zelle, die aus der letzteren ausstrahlenden Adern oben geschwungen; Analzelle weit vor dem Flügelrande geschlossen. 5'/a"'. Ein Männchen aus Hongkong. Novara-Eijicdition. Zoologischer Theil. Bd. IT. Schiiicr. Diptera. '21 16-2 Dr. J. Tl. SeJ/inrr. 9. TKICLIS ORNATUS nov. sp. Q Schwarz; R ück cns cli ild grobpimktirt mit weissliclier kurzer Behaarung, -welche vorne und an den Rändern am dichtesten ist, auf der Mitte aber die Grundfarbe nicht alterirt, vor dorn Schildchen jederseits und um die Basis der Flügel schneeweiss bestäubte Flecke; die Hinter- länder an den Seiten ebenso bestäubt; Brustseiten oben messinggelb- unten weissbestäubt. Hinterleib sehr breit und dick, glänzend schwarz, auf dem zweiten, dritten und vierten Ringe je zwei weisse, schiefliegende Flecke, welche auf der Mitte breit getrennt sind und auch von den Seitenrändern ziemlich entfernt bleiben ; am ersten bis fünften Ringe ausserdem, ganz in den Ilinterecken weisse runde Fleckchen; der Bauch weissgrau, die äusserst kurze Behaarung des Hinterleibes sehr zersti'cut und durchaus weissiich. Kopf gelb bestäubt, das sehr breite Unter- gesicht der ganzen Länge nach gewölbt, ohne eigentlichen Höcker und durchaus mit gelblichen Haaren bedeckt; ähnliche Behaarung auch auf der Stirne und oben am Hinterkopfe, der Backen- bart jedoch weiss. Fühler an der Basis schwarz, das zweite und dritte Glied rothgelb, letzteres ziemlich kurz und breit (wodurch sich die Art von allen bekannten Tn'ch's-Avten leicht unter- scheiden lässt). Beine schwarz, die Schienen mit Ausnahme der Spitze, die Metatarsen an der Basis und Spitze, die übrigen Tarsenglieder an der Spitze rostgelb; die Beine überall mit wei- cher, feiner, durchaus weisser Behaarung so bedeckt, dass hiedurch die Grundfarbe alterirt wird; diese Behaarung auf der Unterseite der Schenkel und hintersten Schienen wimperartig. Flügel an der Basis rostgelblich, weiterhin blassgrau tingirt, um die Queradern und an der Basis der Cubitalgabel braun; erste Hinterrandzelle weit vor dem Flügelrande geschlossen; die gegen den Rand auslaufenden Adern allmälig dünner; die obere Zinke der Cubitalgabel schi' stark S-förmig geschwungen, an der Basis mit einer kaum merkbaren Ecke, welche als Andeu- tung eines Aderanhanges betrachtet werden kann. 4'/-,'". Ein Weibchen aus Gibraltar. Ein charakteristisches Merkmal der Gattung TricUs ist auch die Bildung der Cubitalgabel ; es ist miralich die obere Zinke immer sehr stark S-förmig geschwungen und mündet am Flüselvorderrand daher die Gabel- (iffnung sehr breit; in der Form der Fühler scheint eine grosse Veränderlichkeit bei den verschiedenen Arten zu herrschen, das dritte Glied ist oft laug und schmal, bei anderen Arten wieder kürzer und bei gegenwärtiger Art sehr kurz und breit; es ist vorläufig kein Bcdürfniss vorhanden, dieser Bildung wegen eine eigene Gat- tungsgruppe aufzustellen, obwohl dies in der Folge nicht zu vermeiden sein wird. 10. TRICLIS TRICOLOR nov sp. Metallisch blauschwarz, doch überall mit kurzer, seidenartiger Behaarung so dicht bedeckt, dass hiedurch die Grundfarbe nicht zum Vorschein kommt; diese Behaarung ist auf dem Rückenschilde, Schildchen und den ersten drei Hinterleibsringen schneeweiss, an den übri- gen Ringen goldgelb, der After ist rothgelb, die Brustseiten fahlgelb. Kopf sehr breit; Unter- gesicht schwarz an den Seiten weisslichgelb bestäubt; Knebelbart schwarz, Stirne und Hinter- kopf fahlgelb behaart, Fühler schwarz, das dritte Glied schmal und lang, die beiden Basalglieder gelblich behaart; der Griffel kurz. Beine schwarz mit dichter fahlgelblieher Behaarung zwischen welcher längere Borstenhaare vorragen. Flügel schwärzlich, erste Hinterrandzelle am Flügelrande selbst geschlossen oder etwas offen. 4'". Ein Männchen und drei Weibchen aus Chile. Ich wundere mich, keine Beschreibung gefunden zu haben, die auf diese ausgezeichnete Art bezogen werden könnte; sie weicht von der Gattung TricUs dadurch etwas ab, dass am Untergesicht ein etwas deut- licherer Höcker vorhanden und die erste Hinterrandzelle am Kande selbst geschlossen, zuweilen schmal offen ist. — Dieser Differenzen wegen, jetzt schon eine neue üattiingsgruxipo aufzustellen, halte ich für überflüssig. D ij) ter a. 163 11. SCYLATICUS FüLVICOKNISMacq. Dasypogon fulvicomis Mcq., Dipt. exot. Suppl. IV. 68, 72. Taf. VI, Fig. 72. Ein Stück aus Chile. — Macquait's Beschreibung ist genügend um die Art zu erkennen. Macquart hat den Namen Fidvicornis zweimal für Dasrjpogori verwendet, eine Abänderung ist jedoch nicht nothwendig, da beide Arten in verschiedene Gattungen (Hypenetes und ScylaticusJ gehören und wohl nie mehr in eine einzige vereinigt werden dürften. 12. SCYLATICUS PHILIPPII nov. .sp. ^ Schwarz; Piückenschild matt, vorne jederseits, von der Sthulterbcule licr mit einer mattweissen Makel, welche auf der Innenseite anfangs gerade, weiterhin aber ausgeschnitten ist und dann zu einer Spitze sich vei-schmälert, welche bis zur Flügclbusis reicht. Das Schildchen gleichfalls mattweiss; Brustseiten schwarz, ohne Glanz; die Behaarung überall schwarz, das Schildchen mit einzelnen langen schwarzen Ilandborsten an den Seiten. Hinterleib kegel- förmig, massig lang, glänzend schwarz, in gewisser Richtung mit metallisch bläulichem Schim- mer; Behaarung schwarz, nui- an der Basis und an den Genitalien etwas dichter; die Genitalien schwarz, kolbig, klein. Kopf schwarz, Stirne an den Seiten und das ganze Untergesicht weiss- lichgelb bestäubt, letzteres eben, gegen den Mundrand sanft ansteigend. Der Knebelbart seh warzborstig, nicht ganz bis zur Gesichtsmitte reichend; Taster und Rüssel schwarz- borstig; Hinterkopf und Backenb.-irt schwarz. Fühler lebhaft rothgelb. Beine gelbroth, Hüften und äusserste Schenkelwurzel schwarz, die Beborstung und Behaarung der Beine rothgelb. Flügel blass bräunlichgelb tingirt, am Vorderrande und von der Basis her bis zur Flügelmitte rostgelb; vierte Jlinterrandzcllc am Rande verengt, doch offen. G'/j — l^jJ", Zwei Männchen aus Chile. Scylaticus nitidigaster Mcq. ist durch den schwarzen Knebclbart verschieden. 13. SCYLATICUS DEGENER nov. sp. 9 Schwarzbraun; Rückenschild mit drei Längsstriemen, die mittleren vorne erweitert, die seitlichen in Flecke aufgelöst, vorne verkürzt, die Zwischenräume weissgrau, ebenso der Seitenrand und die Brustseiten, an welchen einige dichter bestäubte Stellen heller erscheinen. Hinterleib sehr gestreckt und ziemlich lang, schwarzbraun ohne Glanz, alle Ringe mit weiss- liehen, schmalen Querbinden am Hinterrande, die in der Mitte fast unterbi-ochen sind, gegen den Rand zu sich erweitern und die Seiten ausfüllen; Genitalien glänzend schwarz. Kopf schwarz, hellgrau und dicht bestäubt, das Untergesicht schmal, weisslich, mit weissem, bis zur Mitte hinaufreichenden Knebelbart. Fühler schwärzlich, das dritte Glied ungewöhnlich lang, flachgedrückt und etwas nach aussen gebogen. Beine schwarz, die Hüften grau bestäubt, alle Schenkel an der Basis lebhaft rothgelb; Tarsen braun, an der Basis rothgelb. Flügel blass bräunlich tingirt, erste Hinterrandzelle vorne etwas verschmälert, vierte am Rande schmal offen. Schwinger gelb. 1^/n'". Ein Weibchen aus Hongkong. LOCHITES nov. gen. Diese neue Gattung stimmt in allen Merkn^alen mit der Gattung Dasypogon überein und unterscheidet sich von derselben nur durch die Bildung der Fühler. Das dritte Glied ist nämlich ganz so gebildet, wie bei Laphria, es ist an der Basis schmal, erweitert sieh dann plötzlich zu einer runden Platte und erhält so das Aussehen einer Keule; der Griffel ist ganz rudimentär. Als typische Art bezeichne ich den Dasypogon Oi-natus. W. Die Gattung wird nicht leicht ver- kannt werden, sie scheint mir um so nothwendiger, weil die Bildung der Fühler bei den Asilidcn 101 Dr. J. L'. ScJi/utr. einen wichtigen Charakter liefert und darnach die Untergruppen der Laphnnae und Asäi'/ute o-ebildet wurden. Wiire das FlügelgeUder nicht das der Dasypogoninen-Gruppe eigenthümliche, so müsste die Gattung Lochites zu den Laphrinen gestellt werden. Schon Wiedemann hat liierauf besonders aufmerksam gemacht. Die Gattung Hijj)enetes L w. hat gleichfalls ein keilför- miges drittes P'ühlerglied, allein es ist ein deutlicher Griffel vorhanden und das Flügelgeäder ist wesentlich verschieden. 14. LOCHITES GYROPHORÜS nov. sp. Rückenschild snmmtschwarz, auf der Mitte mit einer ziemlich breiten, weissgi-auon Lüngsstrieme und mit eben solchen, doch etwas ins Gelbliche ziehenden Seitenstriemen, welche knapp am Rande liegen. Schulterbeulen rostgelb, weiss bestäubt. Brustseiten rostgelb, weiss schimmernd. Schildchen auf der Oberseite weiss bestäubt, auf der Unterseite, so wie auch der Ilinterrücken schwarz, letzterer mit weissgelblichen Seitenmakeln. Hinterleib hellrostgelh, erster Ring an der Basis schwärzlich, die folgenden auf der Mitte mit schwarzen ringförmigen Makeln, welche gegen hinten zu undeutlicher werden, die beiden letzten Ringe schwarz; Geni- talien des Männchens glänzend schwarz, hinten mit weisslichen Härchen; Legeröhre des Weib- chens gleichfalls schwarz, üntergesicht messinggelb die Stirne auf der Mitte mit einer glän- zend schwarzen, hinten den Augenrand erreichenden Makel. Knebelbart weiss, fast bis auf die Gesichtsmitte hinaufreichend; Rüssel und Taster pechschwarz, letztere mit bräunlichgelber Be- haarung. Fühler rothgelb, die beiden Basalglieder mit gelbbraunen Börstchen: Hinterkopf gelb- grau bestäubt, der Borstenkranz braun. Beine lebhaft rothgelb, Hüften grau bestäubt, alle Gelenke an der Spitze bräunlich, was besonders dieTarsenendglieder dunkel erscheinen lässt. Die Borsten an den Beinen rostgelb. Flügel kaum etwas blassbräunlich tingirt, an der Spitze wenig- dunkler, die Adern schwarz; erste Hintcrrandzellc am Ende etwas verengt. 10". Aus Brasilien, ein Männchen und ein Weibchen. l)io grosse Verwandtschaft mit L. ornatus W. lässt sich nicht verkennen, doch ist gogonwiirtigc Art auch von den lichtesten Varietäten leicht und sicher zu unterscheiden, wenn man das relative Verhältniss der Vorderschienen und Vorderschenkel ins Auge fasst ; bei L. ornatus W. sind die Schienen kaum so lang als die Schenkel, bei L. gyrophorus sind sie entschieden länger. 15. LOCHITES STAUROPHORUS nov. sp. Rückenschild sammtschwarz, mit einer weissen Längslinie auf der Mitte und einer eben solchen Querlinie über der Naht, so dass diese beiden Linien ein regelmässiges Kreuz bilden, die Ränder weissgelb, was sich um die Schulterbeulen etwas verbreitert; Brustseiten hell aschgrau, oben ins Gelbliche ziehend. Schildchen mattgrau, ganz nackt; Hinterrücken glänzend schwarz. Hinterleib ziemlich lang und fast gleich breit, die ersten vier Ringe hell aschgrau, die folgen- den sammtschwarz; bei den Weibchen auf der Mitte der grauen Ringe schwarze RückenUccke, die sich zuweilen so stark ausbreiten, dass von der grauen Farbe nur wenig übrig bleibt; der Bauch ganz g-rau; Genitalien des Männchens schwarz, gelb behaart, auf der Unterseite mit einigen schwarzen Börstchen; bei dem Weibchen gleichfalls schwarz, oben gelb behaart, unten schwarzborstig. Kopf schwarz; Untergesicht breit und gleichbreit, dicht messinggclb bestäubt mit weissem Schiller; Knebeibart fast bis zur Gesichtsmitte reichend, oben sehr schütter, die Borsten gelblichwei?s; Rüssel und Taster schwarz und schwarz behaart; Fühler schwarz, die beiden Basalglieder .schwarz beborstet. Beine glänzend schwarz; Hüften grau bestäubt; die Schienen liosonders die der Vorderbeine an der Ba.^s pcchbraun, was sich oft weiterhin aus- breitet und in den lichtesten Varielälcn zuweilen nur die Spitze freiläs.st. F1üü:o1 liräunlichuclb Biiitera. 1(35 tingirt, die Spitze intensiv grau, was bis zur ersten Hinterrandzelle herabreicht, die am Ende kaum etwas verengt ist. 10'". Aus S li d araer iJca (Columbien). Ich besitze die Art in vielen Exemplaren auch aus Venezuela: Loew gab ihr den obigen Namen in Htteris. Die Zeichnung des Rückenschildes unterscheidet sie von L. ornatua W. auf den erstenBlick, ausserdem können auch die dunkelsten Exemplare von L. ornatus mit ihr nicht verwechselt werden, weil bei denselben der Hinterleib schwarz und nur graue oder weisslich gesäumte Einschnitte vorlianden sind während bei L. staiirophorus die graue Färbung auf dem Hinterleib vorherrschend ist. 16. DASYPOGON MELALEUCÜS n. sp. Schwarz; Rückenscliild glanzlos, am Rande weiss bestäubt, auf der Mitte mit zwei feinen weissen Längslinien, welche durch ebensolche Querlinien mit dem weissen Rande zusam- menhängen; Schildchen und Brustseiten weissgrau. Hinterleib lang gestreckt, die ersten vier Ringe in Folge einer, nur in gewisser Richtung deutlicher vortretender, blauwcisslichen Berei- fung matt, die übrigen glänzend; Genitalien des Männchens klein, glänzend schwarz, mit fahler Behaarung; Legeröhre des Weibchens stumpf, mit einem Dornenkranze. Kopf ziemlich flach; Untergesicht schneeweis bestäubt, ganz eben, am Mundrande kaum etwas erhoben, der Knebel- bart auf den Mundrand beschränkt, weissborstige Stirne und Hinterkopf weissgrau bestäubt; die Behaarung des Hinterkopfes weiss; Borstenkranz schwarz; Fühler schwarz, das zweite Glied länger als das erste, beide unten schwarzborstig, das dritte elliptisch, kaum länger als die beiden Basalglieder zusammen, oben etwas behaart; der Griffel rudimentär; Taster gross, keulenförmig, schwarz und schwarz beborstet; Rüssel ziemlich weit vorstehend, glänzend schwarz. Beine durchaus schwarz und auch schwarz beborstet, nur die Hüften sind weissgrau bestäubt; die Tarsen in Folge der dichten Beboi'stung sehr plump erscheinend. Flügel intensiv schwarz, die Anal- und Axillarzelle, so wie der Flügellappen g-lashell, die Grenze scharf; vierte Hinterrand- zelle geschlossen und lang gestielt. 8 — 9'". Ein Männchen und drei Weibchen aus Süd- amerika. 17. DASYPOGON LINDIGII n. sp. Q Rostgelb, der Rückenschild mit drei sammtschwarzen Längsstriemen die mittelste vorne plötzlich erweitert und an der Basis durch ein keilförmiges Fleckchen getheilt; die seitlichen vorne abgekürzt, in zwei Makel aufgelöst; alle Zwischenräume, eine Stelle um die Schultern, die Sei- len und eine viereckige Makel vor dem Schildchen goldgelb bestäubt; das Schildchen, der Hinterrücken tmd die Brustseiten ebenso bestäubt. Hinterleib gleichbreit, hinten kaum etwas breiter, der erste Ring an der Basis schwärzlich, die folgenden am Vorderrande mit breiten, glänzend schwarzen Querbinden, welche an den hinteren Ringen allmälig schmäler werden und am letzten gänzlich fehlen oder doch nur höchstens angedeutet sind; die durch die Grundfarbe gebildeten rostgelben Binden sind goldgelb bereift; Bauch wie die Oberseite. Kopf schwarz, überall mit goldgelber, dichter Bestäubung, nur am Hinterkopfe jederseits eine mondförmige Makel in der Grundfarbe freibleibend; Untergesicht eben, gegen den Mundrand zu kaum etwas erhoben; Knebelbart gelb, auf den Mundrand beschränkt; Taster rostgelb und ebenso beborstet; Rüssel ziemlich weit vorgestreckt, glänzend pechschwarz; Füliler rothgelb, das dritte Glied so lang als die beiden Basalglieder zusammen, auf dem oberen Rande etwas behaart; der Griffel fast rudimentär. Beine lang, rothgelb; die Hüften weiss schimmernd; die Spitzen der Tarsen- glieder schwarzbraun; die Klauen schwarz. Flügel blass bräunlichgelb tingirt, an der Spitze grau, was sich auch am Hinteirande bis zur Axillarzelle hinab ausbreitet, aber nur die Zellen- kerne der am Rande liegenden Zellen ausfüllt; vierte Hinterrandzelle weit vom Rande geschlos- sen und gestielt; Schwinger rothgelb. 7'". Drei Weibchen aus Südani erika. IGG Dr. J. U. Schhi'-r. 18. SAROrOGON PEKNIGEß n. sp. o • Ganz schwarz, nur das Untergesicht auf der unteren Hälfte weiss scliimmeriid, die Schwinger weiss und die Ilaftläppchen braun. Das Untergesicht ist auf der Mitte quer einge- drückt; der auf den Mundrand beschränkte Knebelbart schwarz, arraborstig. Flügel schwarz, am Hinterrandc etwas heller; vierte Hinterrandzelle weit offen. (Dem einzigen vorliegenden Stücke fehlt leider das dritte Fühlerglied.) 7'". Ein Männchen aus Chile. Von schwarzfliighgen Dasypogoncn, welche hier verglichen werden könnten, hat L. luctuosus 'M c iäubt; Rüssel glänzend schwarz; Dipfera. 167 Flüp:c] fast olnslicll mit lielitbrauncn Adern , an der Basis Idass rostgelblicb, die kleine Quer- ader und die iuisscrste Basis der oberen Zinke der Cubitalgabel etwas verdickt. 5 — G'". P^in Pärchen aus Chile. Von Cylindrophora muriiia Pliil. durcli die ungefleckt^i Flügel und die Fiirbung des Hinterleibes und der Beine verschieden. Da übrigens Philipp! nur ein einzelnes Männchen kannte, so wäre es dennoch möglich, dass er dieselbe Art vor sich geliabt hat; besonders wenn man erwägt, dass in der Beschreibung der Ausdruck der Diagnose „alis nigro-punctatis" dahin abgeschwächt werde, es sei eigentlich „im Centrum des Flügels der Ursprung der äusseren Zellen schwärzlich eingefasst und hiedurch entstehe der Anschein von schwarzen Punkten" und wenn ferner erwogen wird, dass über die Färbung der Beine nichts Ausführliches gesagt ist, als was überhaupt die Diagnose mit „cinereo-fusca" für alle nicht besonders erwähnten Leibestheile ausdrückt. Diese Möglichkeit verpflichtet mich aber gewiss nicht die Art jedenfalls als C. murina zu betrachten. 21. MICROSTYLUM DUX Wied. Dasypogon (iwar W i e d., Aussereurop. zweifl. Ins. I. 3G8, 55. — Microsiijhnn, sinense Mcq., Diptüres exotiques II. 2. 29, 7. Taf. II, Fig. 3. Ein Weibchen ausHongkong. — Die Determinirung ist durch den Vergleich mit den typi- schen Stücken der Wiedeniann'sehen Sammlung sicher gestellt; ausserdem besitzt das kais. Hofcabinet sechs Stücke. Die ausführlichere Beschreibung lautet: Braun, Rückenschild auf der Oberseite düster rothgelb, mit drei breiten, schwarzbraunen Längsstriemen, die mittelste vorne erweitert, die Schulterbeulen gelb, kurz schwarz beborstet; die kurze Behaarung sonst zerstreut und gleichfalls schwarz, um die Flügelbasis vorherrschend schwarzgefärbte Borsten; Schildchen und Hinterrücken rostgelb, ersteres spärlich schwarz behaart und am Rande schwarz beborstet; Brustseiten vorherrschend braunschwarz mit gelbrothen Flecken. Hinterleib schwarzbraun, vor den Einschnitten in geringerer oder grösserer Ausdehnung rothgelb; bei den Weibchen die rothgelbe Farbe ausgebreiteter als bei den Männchen; in gut conservirten Stücken sind die Ilinterleibsringe dicht rothgelb behaart, die letzten Ringe des Weibchens aber auch dann immer fast kahl; Genitalien des Männchens rothgelb, die oberen Klappen kurz, hinten abwärts gebogen und fast zottig gelb behaart, die unteren Klappen in vier aufgebogene Zähne endigend, welche durch den tiefen Ausschnitt am Hinterrand gebildet werden; Legeröhre des Weibchens kurz, rothbraun mit den gewöhnlichen Borstenkranze; Bauch schwarz und schwarz behaart. Unter gesieht messinggelb, etwas gewölbt, der Knebelbart aus dicken schwarzen Borsten gebildet, welche schirmartig am Mundrande stehen; Stirne an den Seiten schwarz- borstig; Hinterkopf rothgelb behaart, der Borstenkranz zuweilen schwarz; Taster schwarz- an der Basis gelb behaart; Fühler schvs'arzbraun, das zweite Glied an der Spitze heller, das dritte mit Ausnahme der Spitze rothgelb, so lang als die beiden Basalglieder zusammen, im Umrisse etwas keulförmig, der Griffel am abgestutzten Ende wie ein Börstchen etwas vorragend. Beine rostroth die Hüften und Oberseite der Schenkel oft bis ins Schwarze verdunkelt, die kurze Behaa- rung stark und schwarz, die ziemlich zahlreichen Borsten durchaus schwarz; Mittelschienen am Ende mit einem zapfenartigen Fortsatz. Flügel intensiv rothgelb tingirt mit rothgelben Adern. 15'". OBELOPHORUS nov. gen. Kopf quer, verhältnissmässig klein; Untergesicht gleichbreit mit weit vorspringendem, kaum den vierten Theil des Gesichtes einnehmenden Plöcker, der überall dicht beborstet ist; Fühler vorgestreckt, die beiden Basalglieder kurz, dicht beborstet, das dritte Glied viel länger als die beiden ersten zusammen, lang elliptisch, nackt, mit kurzem, am Ende dornartigen Griffel. 16S I^^i- •/■ 1i- S'-hii/ci: Kiickenscliilil iol)ii>f, mäs.-;ig- gewölbt; iöcliildclicn zottig behaart. Hinterleib kurz iiiul dick, dichtbehaart; Genitalien des Männchens etwas vorstehend, aus zwei parallel nebenein- ander liegenden geraden Klappen bestehend, die nur am Ende etwas zangenartig eingebogen sind; Legeröhre des Weibchens lang und schmal, aus dem stumpfen Analsegmente grifFelariig und ■weit vorstehend. Beine stark, dicht und kurz behaart, was besonders den Schienen ein plum- pes Aussehen gibt; Metatarsus verhältnissmässig kurz und dick; Vorderschienen ohne Enddorn. Flügel gross, obere Zinke der Cubitalgabel an der Basis mit einem rüekwäits laufenden Ader- anhang; vierte Hinterrand- und Analzelle geschlossen; erste Hinterrandzelle am Flügelrande etwas verengt. Die Gattung Ohelophorus unterscheidet sieh von allen übrigen Dasypogoninen mit unbewehrten Vorder- tchienen durch den riicklaufenden Aderanhang an der Basis der Cubitalgabel und die eigenthümliche Bildung der Genitalien in beiden Geschlechtern. Mit der Gattung Phellus "Wlk. dürfte sie verwandt sein, es ist aber nicht einmal ausgemaclit, ob diese zu den Dasypogoninen oder aber zu den Laphrinen gehört, das Walker'sche Stück hatte keine Füliler, und in der Abbildung zeigt der linke Flügel eine geschlossene, der rechte eine otTene Subcostalzelle. 22. OBELOPHOKUS TEREBItATUS Macq. Dasypvgon lerebratus Mcq,, Dipt^res exot. iiu\,\,\. lY. 66, 70. Taf. VI, Fig. 11. Ein Pärchen aus Chile; das bisher unbekannt gebliebene Männchen (das Mac^uart'sche Stück war kein solches, sondern ein Weibehen) gleicht in allem dem Männchen ; die Genitalien ragen gleichfalls vor, nicht aber halb so weit als bei dem Weibchen; die Klappen sind schwarz und liegen neben einandei-, so dass kaum ein Streifen zwischen ihnen freibleibt, sie sind ganz gerade, nur ganz vorne plötzlich und kurz gegen einander abgebogen. Ich würde Obelophorus Landbeckü Vhi]. für identisch mit obiger Art betrachten, wenn nicht Philippi selbst die Diffe- renzen beider hervorgehoben und dennoch eine neue Art für nothwendig gelialten hätte. ARCHILESTES nov. -en. Kopf ziemlich tiefstehend, seine Bildung wie bei Dasypogon in meiner Auffassung (d. i. nach Ausscheidung von Saropogon, Locldtes und Laparus), das dritte Fühlerglied ist verlängert und linienförmig, auf der Oberseite nicht behaart; der Rückensehild ist sehr stark gew^ölbt und robust, der Hinterleib ziemlieh lang und fast gleichbreit; die Beine und besonders die hintersten sind stark verlängert und sehr plump; die Vorderschienen haben am Ende keinen Dorn und keinen Fortsatz; Flügelgeäder wie bei Dasypogon, die vierte llinteri-andzelle immer geschlossen. Alles Übrige wie bei der genannten Gattung. Der Hauptunterschied von Dasypogon, Lajmras, Saropogon und Lockites liefern die ganz unbewehrten Vorderschienen ; als typische Form betrachte ich den Dasypogon capnopterus W. 23. ARCHILESTES MAGMFICUS. Walker. nasypocjun muyuij'unis Walk.. List of dipt. ins. Suppl. 127, 102. — Bcllardi, Dittorologia messicana II. 79, I'J. Taf. I, Fig. 1 1 . Aus Südamerika. — Das Männchen gleicht ganz dem Weibchen, dieGenitalicn sind klein, kolbig, seil warzbehaart; die Tarsen erscheinen in beiden Geschlechtern in Folge der dichten, schwarzen Beborstung sehr plump. Walker und Bei iardi haben mit Unrecht diese Art für eine Mtcrostijlmn-An gehalten; die erste Hinterrandzelle ist durch Hincintrcten der zweiten nicht oder doch kaum verengt, und auch die sonstigen Mnkmale verrathen nicht einmal eine nähere Verwandtschaft mit Microsfylan,. JDiptera. 109 24. THEREUTRIA CALCAR. Loew. Bemerkungen über die Asiliden. 20. — Scandon compactus Walk., Diptera Saumlers : 108. Taf. IV, Fig. 7. Sechs Stücke aus Sydney undNeuholland. Es ist der Loew'schen Beschreibung Nichts beizufügen; dass Scandon compactus Wlk. dieselbe Art ist, unterliegt meiner Ansicht nach kei- nem Zweifel. 25. THEREUTRIA PULCHRA nov. sp. Schwarzbraun; Rückenschild mit undeutlichen Striemen (im vorliegenden einzigen Stücke wahrscheinlich abgerieben), an den Schultern ein messinggelber Fleck, um die Quernath eine ebenso gefärbte Linie; Brustseiten weissgelb schimmernd; Schildchen heller als der Rücken- schild mit scharfem, schwarzbeborsteten Rande. Hinterleib dunkelbraun, etwas metallisch blau schillernd, an den Seiten mit messinggelben Flecken. Die Behaarung des Leibes kurz, schütter und schwarz, das Hinterleibsende messinggelb behaart. Kopf schwarz; Stirne weiss- grau, Untergesicht goldgelb bereift; Borstenkranz schwarz; der Knebelbart schwarz an den Spitzen weisslich schimmernd; Backenbart weiss; Taster dicht schwarz borstig, der massig lange, spitze an der Basis dicke Rüssel gelbwollig behaart. Fühler schwarzbraun. Beine schwarz. Vorderhüften dicht und lang woissbehaart, ebenso die Schenkel, besonders auf der Unterseite weisshaarig; Schienen blasgelb, die Spitze breit schwarz, was sich auf der Innenseite in einen Streifen bis zu den Schenkeln hinauf fortsetzt; Metatarsen der Hinterbeine an der Basis gelb; Borsten der Schienen und Tarsen schwarz; der Dorn am Ende der Vorderschiene klein. Flügel bräunlich tingirt, an der Basis heller was sich in einem Längswisch über die Mitte fort- zieht. 7'". Ein Stück (cf) aus Neuholland. 26. LYCOMYIA GERMAINL Bigot. Annales de la societe entom. de France III. Ser. V. 290, 1. Taf. VI, Fig. 3. Ein einzelnes Stück aus Chile. 27. ATOMOSIA GENICULATA. Wied. La}ihria genicidata W., Dipl. exot. I. 241, 19 und Aussereurop. zweifl. Ins. I. 528, 51. Aus Südamerika; die Determinirung durch typische Stücke der Wiedemann'schen Sammlung gesichert; die erste Hinterrandzelle ist verengt. 28. ATOMOSIA ARGYROPHORA nov. sp. Schwarz; Rückenschild mit sehr kui'zer, die Grundfarbe alterirender, gelblicher Be- haarung, Brustseiten unten silberweiss schimmernd, was sich vorne auch am Halse zeigt und ebenso auf den Nähten fleckenartig auftritt. Hinterleib an den Seiten, besonders aber an der Basis mit weisslicher Behaarung, ausserdem fast kahl, die Fläche tief punktirt ; Bauch braunroth. Kopf schwarz. Untergesicht oben goldgelb, unten weiss; der Kncbelbart aus wenigen weissen und schwarzen Borsten bestehend, ausserdem auf der Mitte einige längere Borsten; Fühler massig lang, braunschwarz, der Griffel mit dem dritten Gliede verschmolzen. Beine gelb, Schenkel- ringe an der Spitze, die Schenkel auf der Mitte, die Schienen gegen die Spitze zu schwarz; Tarsen oben stark verdunkelt, fast schwarz; Hinterbeine plump; die kurze weiche Behaarung weisslich, mit wenigen weissen Borstenhaaren gemengt. Hinterbeine silberweissglänzend behaart, was in gewisser Richtung sehr auffallend hervortritt. Flügel blass bräunlichgrau tingirt, erste Hinterrandzelle verengt, zweite gegen das Ende gleichfalls etwas verengt; die beiden vorne die Discoidal- und vierte Hinterrandzelle abschliessenden Queradern genau in derselben Linie; Schwinger gelb. 4'". Ein Stück aus Brasilcn. Die Art gleicht ganz einer Alracfia-Art, die Fühler reihen sie aber zu Atomosia. Novara-Expedition. Zoologischer Tlieil. Bd. II. Sc hin er. Diptera. 22 170 J'''- J- ^- Sc hiner. 29. ATOMOSIA ANCYLOCERA nov. sp. Glänzend metallisch schwarz; Rückenschild und Hinterleib mit einer äusserst kurzen, filzartio-en, goldgelblichen Behaarung, welche die Grundfarbe alterirt und an die tief abgeschnür- ten Hinterleibsringen bindenartig auftritt; an den Brustseiten w^eissschimmernde Flecke, Bauch schwarzbraun. Kopf schwarz; Untergesicht messinggelb; Knebelbart schwarz, auch auf der Mitte des Untergesichts einzelne schwarze Borsten; Fühler braunschwarz; erstes Glied etwas länger als das zweite, beide vorne etwas verdickt, das driite länger als die beiden Basalglieder zusammen, an der Basis schmal, dann plötzlich verbreitert, im Umrisse fast keulfirmig, mit einem spitzigen, schief nach vorne gerichteten, nagelartigen Griffel; Hinterkopf und Backenbart weiss- wollig behaart. Beine glänzend schwarz, mit kurzer, nur an den Schienen auffallenderen weis- sen Behaarung und ausserdem an den Schienen und Tarsen mit ziemlich vielen, einzelnen, langen Borstenhaaren, die äusseren vorherrschend schwarz, die inneren vorhen-schend weiss; die kurze Behaarung auf der Innenseite der Hinterbeine wimperartig; Unterseite der Tarsen fuchsröthlich. Flügel blass bräunlich (ingirt, die erste und zweite Hinterrandzelle am Rande nicht verengt; die die vierte Hinterrandzelle vorne abschliessende Querader nicht ganz in derselben Linie mit der die Discoidalzello abschliessenden, aber in derselben Richtung verlaufend. Schwinger roth- gelb. 4'". Aus Südamerika. Das Männchen ist solimäler uml kahler als das Weibchen, und die lichte Behaarung ist weniger auffallend. CEROTAINIA nov. gen. Kopf wie hei Ato7nosia gebildet, Untergesicht gleichbreit, ohne Höcker; Fühler sehr lang, das erste Glied fast so lang oder länger als das dritte, dieses gegen das Ende zu ver- schmälert, ohne Griffel und Borste; Rüssel kurz, vorne abgestutzt; Rückenschild massig ge- wölbt; Hinterleib streifenförmig, die Ringe deutlich abgeschnürt, die Fläche grobpunktirt. Hinterbeine verlängert, die Schienen etwas keulenförmig. Flügel ungefähr wie bei der Gat- tung Atomosia, der Stiel der Subkostalzelle sehr lang; ei'ste Hiaterrandzelle vorne erweitert die zweite vorne verengt, die beiden Queradern, welche die Discoidal- und vierte Ilinterrandzellc vorne abschliesen, nicht genau in derselben Linie verlaufend. Die Arten dieser Gattung sind schlanker als die Atomosien, von denen sie sich durch die langen Fühler und das sehr charakteristische Flügelgeäder unterscheiden. Von der Gattung Lamprosona Lw., welche eben- falls lange Fühler hat, unterscheidet sie sich durch den grobpunctirten Hinterleib ; als typische Art betrachte ich Laphria xautlioptera W. 30. CEROTAINIA ARGYRORUS nov. sp. Glänzend schwarz; Rückenschild mit wenig auffallendem rothgoldgelben Filze; Brust- sciten mit goldgelben Makeln. Untergesicht goldgelb behaart, Knebelbart schwarz, die Borsten setzen sich ziemlich weit nach oben hinauf fort; Fühler schwarz; erstes Glied sehr lang, aber nicht knapp so lang als das dritte. Beine glänzend schwarz, die vorderen und mittleren aussen mit einem dichten lebhaft silberweissglänzendenTomentc bcdekt; Ilinterschienen keulen- förmig, auf der Innenseite weiss bewimpert. Flügel blass schwärzlich tingirt, an der Basis und am Vorderrande intensiver; die beiden die Discoidal- und vierte Ilinterrandzelle vorne abschlies- senden Queradern in derselben Richtung aber nicht präcise in derselben Linie verlaufend, letztere ein klein wenig nach innen zu gerückt. Dem -Weibchen fehlt das silbcrwcisse Toment an den vorderen Beinen, sein Hinterleib ist plumper, sonst aber Alles wie bei dem Männchen. 4'". Zwei Stücke aus Cohinibien. Dlptera. 171 31. CEROTAINIA AURATA nov. sp. (^ Glänzend schwarz ; Rückcnscliild und Hinterleib mit kurzen, rotligoldglänzenden To- mente dicht bedeckt, was am Rückenschilde weniger auffallend ist und nur in gewisser Richtung hervortritt. Untergesicht messinggelb. Fühler schwarz, erstes Glied merklich länger als das dritte; Rüssel kurz, vorne abgestutzt. Beine glänzend schwarz, die hintersten verlängert; Hinter- schienen gegen das Ende zu verdickt; Metatarsus plump, länger als die beiden nächsten Tarsen- glieder zusammen; die weiche, kurze Behaarung überall hell, weiss schimmernd, am dichtesten an den Schienen; auf der Innenseite derHinterschienen wimperartig. Flügel blass bräunlich tingirt, an der Basis heller am Vorderrand und an der Spitze intensiver; die beiden, die Discoidal- und vierte Hinterrandzelle vorne abschliessenden Adern, fast ganz in derselben Linie verlaufend. 4'". Kin Männchen aus Columbien. Von Alomnsia nigripenm's Bell., welche gleichfalls ia diese Gattung gehurt durch die relative Länge des ersten Fühlergliedes unterschieden. 32. CEROTAINIA PROPINQUA nov. sp. 9 Diese Art gleicht in der Färbung ganz der vorigen Art und ich halte sie, da das vor- liegende Stück vom selben Standpunkte herstammt, für das Weibclien derselben gehalten, es sind aber folgende wesentliche Differenzen vorhanden, die dies verhindern: die vierte Hinter- randszelle hat vorne keinen Stiel und die beiden Queradern, welche die Discoidal- und vierte Hinterrandzelle vorne abschliessen, liegen zwar in derselben Richtung, allein die vor der Discoidalzelle liegende ist etwas zurückgeschoben, sie liegen daher bei weitem nicht in derselben Linie. Alles sonst wie bei C. aurata, auch die Grösse. Ein Weibchen aus Columbien. 33. LAMPROZONA AÜRICINCTA. Loew. Bemerkungen über die Asiliden. 18. Ein Pärchen aus Chile. — Es ist der Loew'schen Beschreibung nichts beizufügen, als dass das Männchen einen schmäleren, schlankeri^n Hinterleib hat und die Binden desselben weniger auffallen als bei dem Weibclien. EU ME COS OMA nov. gen. Diese neue Gattung hat alle Merkmale der Gattung Atomosm, mit folgenden Unter- schieden : Der Hinterleib ist an der Basis stark verengt, im Umrisse daher etwas keulenförmig, die Beine sind länger und schlanker und die Flügel sind so lang, dass sie weit über den Hinter- leib hinausragen; der Hinterleib ist auch nicht grob punktirt. Als typische Art betrachte ich Laphria pleuritica W. 34. EUMECOSOMA METALLESCENS nov. sp. Schwarz; Rückenschild wenig glänzend, hinter den Schulterbeulen ein weisslicher Schillerfleck; Bruslseiten und Hüften weissschimmernd. Hinterleib verlängert, metallisch blau glänzend mit Purpurreflexen, ganz glatt, an den Seiten, besonders an der Basis mit weissen Härchen besetzt, auf der Mitte ganz kahl. Kopf mit sehr tief eingesattelter Stirn und vorsprin- gendem Ocellenhöcker; Untergesicht gleichbreit, eben, nur am Mundrande mit einen warzen- artigen Vorsprunge, auf welchen ein aus schwarzen Bor, ten bestehender Knebelbart sich befindet, ausserdem auf der Mitte des Gesichtes einzelne Borsten: die Fäibung des Untergesichtes bei dem Männchen oben goldgelb, unten weiss, bei dem Weibchen an den Seiten goldgelb, auf der Mitte schwarz; Rüssel kurz und stark; Fühler ziemlich lang, erstes Glied gegen des Ende zu ver- schmälert und so wie das kurze zweite napfförmige Glied beborstet, das dritte merklich länger 22* 17-2 Dr. J. Fi. Schincr. als die beiden Basalglieder zusammen, lang elliptisch, ohne deutlichen Griffel. Beine metalÜFch schwarz, Schenkel durchaus nicht verdickt; Schienen und Tarsen mit wenigen, aber sehr langen schwarzen Borsten, ausserdem mit feiner weisslicher Behaarung, die auch auf der Unterseite der Schenkel auftritt; an den Hinterschenkeln auch einige längere Borstenhaare; die Vorderschienen, besonders die des Männchens, mit goldgelbem Filze bedeckt. Flügel länger als der Hinterleib und auch verhältnissmässig breit, blass schwärzlichgrau tingirt, die Randzelle ziemlich intensiv ; die Flügelbasis glashell; die Subkostalzelle ist vorne lang gestielt, die kleine Querader steht weit diesseits der Mitte der Discoidalzclle; erste Hinterrandzelle weit offen, vierte geschlossen und gestielt; die beiden, die Discoidal- und vierte Hinterrandzelle, vorne abschliessenden Adern fast in derselben Linie, letztere jedoch unten etwas schief nach aussen gerichtet; Schwinger gclli. 4'/4"'. Ein Männchen und zwei Weibchen aus Südamerika. 35. EUMECOSOMA STAITROBHORA nov. sp. Schwarz; Rückenschild mit dichtem, goldgelben Haarfilze bedeckt, der so gruppirt ist, dass auf der Mitte eine breite Längsstrieme, von welcher beiderseits eine Querstrieme kreuzartig gegen die Flügelbasis zu ausgeht, in der Grundfarbe übrig bleibt; Brustseiten grauweiss; Schildchen goldgelb behaart. Hinterleib stark glänzend, mit blauem Metallschimmer, die Ein- schnitte der vorderen Ringe sehr sehmal gelblich, der Bauch goldgelbfilzig. Kopf wie bei der vorigen Art gebildet; Stirne und Untergesicht lebhaft messinggelb, der warzenartige Vorsprung kleiner als bei E. metallescens ; Rüssel schwarz; Fühler schwarzbraun, verhältnissmässig kürzer als bei der vorigen Art. Beine glänzend rostgelb, die Hüften, die Hinterschenkel mit Ausnahme ihrer Basis, die Hinterschienen und Hintertarsen glänzend schwarz, auf den Vorder- und Mittel- beinen die Schenkel oben mit braunem Wische, die Tarsen mit Ausnahme der Basis gleichfalls braun, gegen die Spitze allmälig dunkler; die weiche, feine Behaarung der Beine weiss schim- mernd, doch nirgends aulfallend ; Schienen und Tarsen mit einzelnen sehr langen, schwarzen Borstenhaaren. Flügel blass gelblich tingirt, um die Flügelspitze intensiv bräunlich, das Geäder wie bei E. metallescens, doch ist die die vierte Hinterrandzelle vorne abschliessende Querader ganz steil. 3 '/a'"- Aus Südamerika. 36. DASYLLIS PRAEPOTENS. Macq. Laphria praepotens, Diptüres exotiques. Suppl. I. 74, 28. Taf. VII, Fig. 17. Ein Stück aus Central- Amerika. 37. LAPHRLV REINWARDTIL Wied. Aussoreurop. zweifl. Ins. I. 503, 7. — Laphria saeva AValk., List of dipt. ins. >Supiil. .554, 141. — Lapliria fervens Walk. 1. c. 554, 140. Ich habe die beiden Walkcr'schen Arten als Synonyme hiehorgebracht, weil nach den Beschreibungen ein Unterschied zwischen ihnen und L. Reinwardtü W. nicht angenommen werden kann.— Ein Pärchen aus Java. Die Fussklauen sind gelb, an der Spitze schwarz; der Rüssel ist gerade, ziemlich lang, an der Spitze fuchsroth behaart, der Knebelbart besteht aus einigen langen schwarzen Borsten ; das Männchen hat einen rothen After und auffallend dickere Hinterschcnkel als das Weibchen. 38. LAPHRIA FLAVIPES. Wied. Dipl. exot. I. 238, 12 unrl Ausscreurop. zweifl. Ins.l. 519, 33. - Loew, Dipteren-Fauna Süd-Afrika-s I. 117. (189). — Laphria varipes Mcq., Suit. ä Buff. I. 286, 26 und Laphria ßavipes Mcq., Dipt. exot. I. 2. 63, 1. Die mir vorliegenden Stücke vom Cap der guten Hoffnung stimmen genau mit Wi c de- in an n's und Loew's Beschreibun/7ne/as Walk., Journ. of the proceed. of tlie Linn. soc. VIU. 6. Ein Stück ausKom bul(Nikobaren).— Das Untergesicht ist weiss, der Knebelbart schwarz- borstig, die Brustseiten sind nicht messinggelb sondern weisslich. Es ist nicht unmöglich, dass Ommatius conopsoides W. dieselbe Art ist, zumal wenn angenommen würde, dass Wiede- mann nur ein Weibchen vor sich gehabt habe, bei dem die Hinterschenkel weniger verdickt und die Flügel nicht so intensiv dunkel gefärbt sind wie bei dem Männchen. Auf dies(i Möglichkeit hin den Wiedemann'schen Namen anzunehmen erschien mir jedoch nicht räth- lieh, u. z. um so weniger, als Doleschal beide Geschlechter kannte und gut beschrieben hat, die k. Sammlung Doleschal'sche Typen besitzt und somit über die Anwendung des Namens E. spathiihitus nicht der mindeste Zweifel besteht. 96. EMPHYSOMERA NIGRA n. sp. 9 . Schwarz mit wenigem Glänze; Rückenschild an den Schultern und an den Seiten mit lichter, wenig auffallender Bestäubu.ig; Brustseiten und Oberseite des Schildchens grau bereift. Hinterleib mit kuizer, anliegender Behaarung, die nur an den Seiten dichter ist, After spitzig. Stirne an den Seiten, so wie das Untergesicht messinggelb bestäubt; Knebelbart schütter, schwarzborstig; Fühler schwarz, drittes Glied sehr kurz. Beine glänzend schwarz; Schienen an der Basalhälfte pechbraun. Schenkel und Schienen spärlich beborstet. Flügel rauch- braun, an der Basis kaum heller. 3Vj"'. Ein Weibchen aus Sambclong (Nikobaren). FA^iiLiE LEPTIDAE. Die Familie der Leptideu ist von den Autoren nicht immer richtig erkannt worden und daher ist es gekommen, dass mehrere Gattungen zu derselben gebracht worden sind, die nicht dahin gehören, während andere dahin gehörige wieder in anderen Familien aufgezählt worden sind. So gehört die Gattung £^xe?'e-i;olhc Färbung Diptera. 199 auch auf die folgenden Ringe, erreicht aber den Seitenrand nicht; die zarte Behaarung an den gelben Stellen ist gleichfalls gelb. Kopf sehr gross, fast ganz durch die grossen Augen ausge- füllt, deren Facetten aber grösser als unten sind, so dass die ganz gerade Grenze derselben stark autFiillt; Untergesicht blasig aufgetrieben, braun; Fühler sehr kurz, die Basalglieder bräunlichgelb, das dritte, runde Glied schwärzlich, die Borste fein und lang; Taster schwarz und schwarz behaart, der kurze Rüssel bräunlichgelb. Beine blassgelb, die Hüften schwarz. Flügel rein glashell, mit zarten schwarzbraunen Adern und rundlichen, scharf begrenzten, sehr intensiv schwarzbraunem Randmahle; die obere Zinke der Cubitalgabel an der Basis steil dann rechtwinkelig abgebogen; die Basis der obersten der aus der Discoidalzelle vorne aus- strahlenden Adern etwas zurückgerückt ; Analzelle eine Strecke vor dem Flügelrande geschlossen ; Schwinger gelb mit schwarzbraunem Knopfe. 2—274'". Drei Männchen aus Columbien. Die Art gehört in die nächste Verwandtschaft von Chri/sopila basüaris Say und Chr. clara Wlk., sie ist von beiden, abgesehen von allen anderen, durch die gelbe Hinterleibsbinde verschieden. 7. CHRYSOPILA ARGYROPHORA nov. sp. Sammtsch warz; Brustseiten braun, etwas gleissend. Hinterleib an der Basis mit einer breiten silberweissen Haarbinde, welche beinahe die ganzen beiden Basairinge einnimmt und deren hintere Grenze etwas ausgeschnitten ist; der Vorderrand des dritten Ringes jeder- seits mit einem silberweissen Querfleckchen; diese Haarbinden und Flecke sind leicht abreibbar und sind sie abgerieben, dann erscheint die Grundfarbe unter ihnen mattbraun. Kopf ganz so gebildet wie bei der vorigen Art, die grösseren Augenfa^etten nehmen aber einen verhältniss- mässig grösseren Raum ein , es bleibt für die kleineren nur unten ein schmaler Streifen übrig. Fühler braun, sehr kurz, die Borste lang ; Taster schwarz, schwarz behaart. Beine gelb, die Schenkel an der Basalhälfte braun, die Tarsenendglieder schwärzlich. Flügel glashell mit gelben Adern und sehr blassem, kaum wahrnehmbarem, bräunlichem Randmahl; das Geäder genau so wie bei Ch. elegans. Schwinger braun mit gelblichem Stiel. Das Weibchen gleicht dem Männchen, am Rückenschilde zeigt sich aber die den Chrysopilen eigenthümliche messing- gelbe, schuppenartige Behaarung; der Hinterleib glänzt etwas, die Legeröhre ist schwarz. IV2'". Drei Männchen und ein Weibchen aus Südamerika. 8. CHRYSOPILA INSULARIS nov. sp. 9 . Rost gelb, die ganze Oberseite matt und intensiv, die Seiten des Rückenschildes und der einzelnen Hinterleibseinschnitte heller schimmernd; Brustseiten fahlgelb, glänzend; Legeröhre vorgestreckt, die Glie(ier ineinander geschoben. Kopf schwarz; Stirne ziemlich breit, stark glänzend, ober den Fühlern zwei weiss glänzende Fleckclien; Hinterkopf weisslichgrau bestäubt; das Untergesiclit in der Mitte blasig aufgetrieben, hürngelb. Fühler rothgelb, das dritte Glied schwarz, sehr kurz, ganz rund, die Borste lang, die Taster aufgerichtet, rothgelb, fast kahl, so lang als der gleichfalls rothgelb gefärbte Rüssel. Beine okergelb, die Schienen und Tarsen bräunlich. Flügel bräunlichgelb tingirt, das Randmahl honiggelb. Die beiden obersten der aus der Discoidalzelle vorne ausstrahlenden Adern an der Basis stark genähert, die obere wenig zurUckgerückt; die Analzelle etwas entfernt vom Flügelrande geschlossen. 4'". Ein Weibchen aus Tellnschong, einer der Nikobaren-Inseln. Von Chrysojpila ferruginosa W. durcli die an der Spitze nicht braungefleckten Flügel und das honig- gelbe Randmahl verschieden. 200 Dr. J. R. Schiner. FAMILIE EMPIDAE. Neuere Autoren haben die ganz natürliche Familie der Empiden in mehrere Familiengruppen zerlegt. Meines Erachtens ganz mit Unrecht. So finden wir bei Loew in den „Monographs of the diptera of North- America" (Smithonian miscel- laneous colleetions. 1862) eine Familie der Hybotklae, Empidae und Tachydromidae. Wodurch sich diese Familien wesentlich von einander unterscheiden sollen, vermag ich nicht anzugeben, wohl aber zeigen sie alle eine so natürliche Verwandtschaft unter sich, dass sie in einem natürlichen Systeme offenbar nur eine einzige Haupt- gruppe bilden und als solche angeführt werden müssen. Ich nehme daher nur eine einzige Familie der Empidae an, die allenfalls in kleinere Gruppen abgetheilt werden kann, obwohl selbst für solche Untergruppen präcise, durchgreifende Unter- schiede schwer aufzustellen sind. Nach dem Vorgange in meinem Catalogus dipte- rorum Europae nehme ich folgende Untergruppen an: Hyhotinae^ Ocydrominae, Empinae, Hemerodromhiae und Tachydrominae. In der Familie der Empidae, wie ich sie hier auffasse, sind bisher folgende Gattungen aufgestellt worden: Tachydromia und Hybos von Fabricius; Macro- stomus von Wiedemann; Acromyia von Bonelli; Sicus von Latreille; Brachy stoma, Oedalea, Ocydromia, Empis, Rhamphomyia, Hilara, Gloma, Hemero- dromia, Clinocera, Drapetis, Cyrtoma, Platyptera, Tachypeza und Trichina von Meigen; Platypterygia von Stephens; Euthyneura, Leptopeza, Pachy- merina, Pachymeria, Eriogaster, Aplomera, Microphorus, Elaphro- peza, Platypalpus, Ardoptera, Paramesia und Xipliidicera von Maequart; Allthalia j Hormopeza, Iteaphila, Phyllodromia, Microcera, Wiedemannia und Microsania von Zetterstedt: Sciodromia, Leptosceles und Heleodromia von Haliday; Syneches, Eagas, Epiceia und Chersodromia von Walker; Chal- cidimorpha von Westwood; Pterospilus, Trichopeza, Chiroviantis , Manti- peza, Dryodromia und Phoraxypha \on Eondani; Harpamerus, Microcyrta., Poly- dromia, Lepidoviyia^ Microdromia und Gronsopalpus von Bigot; Syndyas, Stil- pon, Meghyperus, Synamphoteia, Phoneutisca, Stenoproctus und Acarterus von Locw; Scelolabes, Sphicosa, Deuteragonista, Apalo- cnemis, Homalocnemis und Ceratomerus von Philippi und endlich Oreo- geton und Holoclera von mir. Von diesen Gattungen fallen weg: Macrostomuö- , identisch mit Bhamphomyia; Acromyia synonym mit Hybos; Sicus, ein früher vergebener Name, grösstentheils mit Tachydromia zusammenfallend; Platyptera und Platypterygia , welche vorläufig besser mit Ernipis vereiniget werden ; Tachypeza synonym mit Tachydromia in der engeren Auffassung; Trichina völlig einerlei mit Microphorus; Paraviesia, Wiede- mannia, Heleodromia, welche mit Clinocera zusammenfallen; Xiiihidicra synonym Diptera. 201 mit Oedalia; Anthalia von Euthyneura nicht zu unterscheiden, Microcera mit Scio- dromia und Microsania mit Gyrtoma identisch; endlich ebenso Leptosceles synonym mit Ardoptera und Pachi/meri7ia nur verbessert inPachymeria. Bigot und Rondani haben in analytischen Tabellen mehrere Gattungen unterschieden, die, in so lange ausführlichere Begründungen fehlen, nicht als berechtiget anerkannt werden kön- nen. So betrachte ich vorläufig die Gattungen Ghiromantis^ Mantipeza, Polydromia, Lepidromia und Microdroviia als Hemerodromia- Arten] Phoroxypha und Grosso- palpus als identisch mit Platypalpus ] Dryodromia mit Tachydromia und Microcyrta mit Gyrtoma. Die Gattung Syneches Walker soll nach Loew mit Pterospilus Rond. zusammenfallen; es müsste sonach der ältere Name Syneches aufrecht erhalten vrerden. Nachdem jedoch Walker seine Gattung Syneches zu den Leptiden gestellt hatte und deren Charakterisirung durchaus nicht so ist, um Loew's Ausspruch als unbedingt gelten zu lassen, während Eondani als typischer Art seiner Gattung Ptero- spilus den genugsam bekannten Eybos muscarius nennt, so halte ich es für ange- messen, den Rondani'schen Namen Pterospilus für die Gattung beizubehalten und auf Loew's Autorität hin zu derselben Syneches Wlk. als wahrscheinliches Synonym zu stellen. Alle hier nicht besondei-s erwähnten Gattungen dürften in so weit ich sie kenne und darüber urtheilen kann, begründet anzusehen sein; unbekannt sind mir geblieben: die Philippi'schen Gattungen, ferner die Gattungen Epiceria Wlk., Chalcidimorpha Westw., dann Syndyas, Synamphotera und Phoncutisca Loew. Dass die Gattung Lampromyia Mcq. nicht hieher, sondern zu den Leptiden gehört, habe ich schon oben angeführt. — Ich erwähne dies hier besonders, weil eine Art derselben als JBmpis cylindrica Fabr. (zuversichtlich identisch mit Lampro- myia funebris L. Duf.) von Wiedemann und Fabricius beschrieben worden ist und der lange Rüssel bezüglich der Stellung dieser Gattung leicht einen L-rthum ver- anlassen könnte. In den angeführten Empiden- Gattungen sind seither 822 Arten beschrieben worden, von denen 497 auf Europa, 13 auf Asien, 30 auf Afrika, 271 auf Amerika und fünf auf Australien entfallen , von sechs Arten aber das Vaterland nicht sicher bekannt ist. Auifallen muss bei diesen Zahlen sogleich die geringe Menge exotischer Empiden. Man lasse sich aber ja nicht verleiten daraus zu schliessen , dass die aussereuropäischen Faunengebiete an Empiden etwa arm oder auch nur ärmer als Europa seien. Der Grund dieser Erscheinung liegt vielmehr in dem Umstände, dass die Empiden schwer zu sammeln sind iind daher von Reisenden auch seltener mitgebracht werden. Sie treten periodenweise und nur zu bestimmten Jahreszeiten auf, sind dann ungemein häufig — verschwinden aber bald wieder gänzlich. — Man kann bei uns im Frühjahre Empiden in Massen sammeln — wird sie aber im Sommer kaum mehr in namhafter Artenzahl oder in Menge autreffen und voraussichtlich verhält es sich ebenso in fremden Faunengebieten. Die Hemerodrominen und Tachy- 202 Dr. J. R. Seh ine r. drominen sind so klein und leben an so verborgenen Standorten, dass sie der Auf- merksamkeit leicht entgehen. Wer die Lebensart der Clinoceren nicht kennt, wird sie jahrelang vergebens suchen — und wenn man Tacliydroviia- oder Ardoptera- Arten auch in Menge sieht, so wird doch bald die Geduld erlahmen, um sie in Menge einzusammeln; sie sitzen an Steinen und Wänden, verstecken sich und rennen so blitzschnell davon, dass man sie weder mit dem Netze noch mit der Klappe erhaschen kann, mit den Fingern oder mit dem Fläschchen aber leicht zer- drückt oder beschädiget. Die Hilaren fliegen spielend über Wässern und sind eben so schwer zu erhalten; viele der kleinsten Empinen sitzen in Blumenkronen so tief, dass man sie leicht übersieht — eine Eeihe von Arten kann man nur durch Mähen erhalten, wenn sie an Grasstengeln sitzen. Unter diesen Verhältnissen bleibt auch für europäische Sammler, die sich nicht besonders bemühen Empiden zu erhalten, der Artenreichthum immer ein beschränkter, um so weniger darf man von reisenden Entomologen eine reiche Ausbeute aus dieser hochinteressanten Familie erwarten. Die Sammlungen des Novara-Museums sind auch desshalb arm an Empiden — sie enthalten aber trotzdem einige seltene Formen und die mit- gebrachten Arten sind, mit einer einzigen Ausnahme, sämmtlich neu. Ich werde sie hier anführen: 1. IIYBOS PILOSÜS n. sp. ^. Schwarz, mit scbwarzblauem Metallglanz; Rücken sc hild und Hinterleib, letzterer besonders auf der Unterseite ziemlich auffallend behaart, die Farbe der Haare hell. Kopf sammt Rüssel und Fühlern schwarzbraun, das dritte Fühlerglied elliptisch, an der Basis und Spitze stark verjüngt (leinsamenförmig). Beine glänzend schwarz, alle Tarsen, mit Ausnahme der Endglieder und die Basis der Plintersehienen rostgelb ; die Behaarung der Beine ziemlich dicht, gemengt mit einzelnen geordneten Borstenhaaren; die Unterseite der stark verdickten und ver- längerten Hinterschenkel mit kurzen Dörnchen besetzt. Flügel blass bräunliehgelb tingirt, die Randzelle schwarzgrau, was sich an der Basis auch bis zur Lappenzelle hinabzieht; das Rand- mal schwärzlich, schmal und lang; die oberste der aus der Discoidalzelle vorne abzweigenden Adern stark nach aufwärts gebogen, die erste Hinterrandzelle daher am Ende verschmälert. Die Genitalien des Männchens dick, die Klappen geschlossen, aus denselben hinten ein nagol- artig aufgebogener Dorn vorragend. 2V2'". Aus Südamerika (Columbien). 2. HYBOS STIGMATICUS n. sp. c/- Glänzend schwarz; die Fühler schwarzbraun, der Rüssel braungelb. Beine rothgclb dieHüften schwarz; Vorder- und Mittelschenkel von der Basis her verdunkelt, die nicht sehr stark verdickten Hinterschenkel glänzend schwarz; Vorder- und Mittelschienen, nahe an der Basis mit einem schwärzlichen Fleck, an dessen Stelle die Schiene etwas verdickt ist, an der Mittelschiene ebenda jederseits eine auffallend lange einzelne Borste; Hintersehienen schwarz, an der Basis rotbgelb; die Tarsenendglieder der vorderen Paare schwarz. Die Behaarung der Beine wenig auffallend, aus wenigen kürzeren und längeren, geordneten Borstenhaaren bestehend. Flügel blass bräunlichgelb tingirt, stark golden glänzend und irisirend; die Radialader an ihrem Ende rund aufgebogen, mit ihrer Mündung das undurchsichtige, schwarzbraune, ziemlicii grosse Rand- nial scharf begrenzend; der Plügelvordcrrand bräunlich; über der Querader auf der Flügelmitte, Diptera. 203 um die, die Discoidalzelle vorne abschliessenden Queiadern und an der Spitze eine ziemlich intensive Bräunung; die Analader auffallend zart, alle übrigen x\dern schwarzbraun. IV4'". Ein Männchen aus Columbien. 3. HYBOS SYDXEYENSIS n. sp. Schwarz glänzend; der Glanz am Hinterleibe goldig. Rückenschild äusserst zart bräunlich bereift, so dass die Grundfarbe dadurch kaum alterirt wird. Kopf schwarz, Fühler und Rüssel schwarzbraun, das dritte Fühlerglied so lang als die beiden Basalglieder zusammen. Beine schwarz, die äusserste Basis der Vorderschienen und die Mittelschienen von der Basis her in grösserer oder geringerer Ausdehnung (bei dem Männchen mehr als bei dem Weibchen) rostgelb. Die Behaarung des Leibes wenig auffallend, nur an der Basis der Bauchseite des Hinterleibes etwas dichter; die feine, abstehende Behaarung der Beine an der Aussenseite der Schienen durch einzelne längere Borstenhaare unterbrochen ; die stark verlängerten und ziemlich dicken Hinterschenkel überall sehr zart und kurz behaart, auf der Unterseite zarte, kurze Dörnchen. Die Farbe der Behaarung ist licht, am Bauche weisslich, an den Beinen rostgelblich. Flügel glashell, das Randmal schwarz, dessen innere Grenze schief, bis zur Mündung der Subcostalader sich erstreckend; um die Flügelspitze eine wenig auffallende Trübung; das Geäder normal, doch bei dem Männchen im linken Flügel die Abnormität vorhanden, dass die Discoidalzelle durch eine Querader getheilt ist. Die Genitalien des Männchens dick, das Ober- stück rundlich und gross, das untere griffelartig, länger als das obere und hinten nach aufwärts gebogen; am Ende des Oberstückes einige dicke, dornartige Borsten; Leg-eröhre des Weibchens griffelartig. 2'". Ein Pärchen aus Sydney. 4. EMPIS ATRA Wied. Aussereurop. zweiH. Ins. II. 1, 1. — Empis penthoptei-a Wied. 1. c. II. 4, 6. Ein Weibchen aus Brasilien, welches mit dem typischen Stücke von Empis penthoptera in der Wiedemann'schen Sammlung übereinstimmt. In der v. Winthem'schen Sammlung ist dieselbe Art als Empis atra und E. penthoptera determinirt. Es lässt sich auch kein wesentlicher Unterschied zwischen beiden heraus finden. Bei E. atra soll der Rückenschild gestriemt sein, bei E. penthoptera ist dies nicht angegeben. Das Wiedemann'sche Originalstück vom E. pen- thoptera zeigt in der That keine Striemen; es ist aber offenbar etwas abgei'ieben und darum die an und für sich nur in Folge einer etwas helleren Bereifung der Zwischenräume hervortretenden Striemen nicht sichtbar. Ferner heisst es bei E. atra ^die Flügelwurzel, der Rand breit und der Saum der Adern bräunlichschwarz", während die Flügel von E. penthoptera in der Diagnose „schwärzlich" genannt werden. Diese Differenzen bedeuten aber nicht viel, denn in der aus- führlicheren Beschreibung von E. penthoptera schon heisst es: „ . . . Flügel . . . von schwärzlicher Farbe, die zwischen der zweiten und dritten und zwischen den beiden folgenden Adern nur wie ein schmaler Saum an ihnen hinläuft und in der Mitte viel verwaschener ist" — das ist also genau wie bei E. atra, der Saum der Adern ist bräunlichschwarz. Es bliebe allenfalls nur noch übrig, dass bei E. atra der Rand und die Flügelwurzel bräunlichschwarz wären — das ist aber gerade bei meinem Stücke nicht der Fall, während es, wie bei E. atra ausdrücklich angegeben ist, einen sehr deutlich gestriemten Rückenschild hat. Wi edem an n hat offenbar dieselbe Art zweimal beschrieben und es verhält sich so, dass die Striemen des Rückenschildes oft deutlicher, oft weniger deutlich sind und dass die immer geschwärzten Flügel in den Zellenkernen und am Innenrand bald mehr, bald weniger verwaschen sich zeigen, wie es bei allen schwarzfiügeligen Dipteren so oft der Fall ist. — Ich kann demnach nur eine Art annehmen und nenne sie, weil E. atra um drei Seiten wenigstens früher beschrieben ist, nach Prioritätsrechten — E. atra. 204 Dr. J. B. Sc hiner. 5. EMnS MICANS n. sp. Q . Rückenschild und Scliildchen rostgelb; ersterer weissgrau bereift, so dass vier Längs- striemen in der Grundfarbe fiei bleiben, von denen die zwei mittleren genähert und durch einen heller und intensiver bestäubten Zwischenraum von einander getrennt sind; Brustsoiten zart heller bereift, glanzlos; Hinterleib gleichfalls rostgelb, doch die ganze Oberseite so stark verdunkelt, dass man sie braun nennen könnte; in gewisser Richtung schimmert die ganze Fläche derselben lebhaft silberweiss, die Seiten und der Bauch bleiben jedoch immer rostgelb. Kopf rothgelb, das Untergesicht mit einem braunen Querbändchen, obei-halb welchem die Gesichtsfläche vreisslich bestäubt ist; Rüssel und Fühler rostgelb, letztere ziemlich gestreckt, das dritte Glied kegelförmig zugespitzt, an der Spitze schwarz, die griffelartige Borste schief abgebogen. Beine lebhaft rothgelb, die Tarsenendglieder verdunkelt. Flügel rein glashell, stark glänzend; die obere Zinke der Cubitalgabel schief und ziemlich lang; das Randmal wenig auffallend. SV-.'"'. Aus S ü d - A m e r i k a. 6. EMPIS XANTHOPYGA n. sp. Schwarz; Schildchen und Rückenschild grau bereift, letzterer mit drei schwarz- braunen Längsstriemen, die bei dem Männchen knapp aneinander liegen, d;i die seitlichen sehr verbreitert sind, und sich fast fleckenartig darstellen, bei dem Weibchen aber nur genähert sind; die Seiten heller bereift als in der ]\Iitte, in gewisser Richtung auf denselben noch je ein striemartiger Fleck hervortretend, so dass man von fünf Rückenstriemen sprechen könnte, von denen die äussersten undeutlich sind. Brustseiten hellgrau bestäubt. Hinterleib glänzend schwarz mit feinen weissen Einschnitten, die in gewisser Richtung, besonders an den Seiten breiter sich darstellen, so wie überhaupt die Seiten und die Basis des ganzen Hinterleibes, dann die Unterseite desselben in gewisser Richtung weiss schimmern. Genitalien des Männchens aus zwei neben einander liegenden, hinten schief abgestutzten, muschelförmigen Klappen be- stehend, die rothgelb, am Rande aber schwarz gefärbt sind (den beiden mir vorliegenden Weibchen fehlen die letzten Plinterleibsringc). Kopf schwarzbraun, der Rüssel massig lang und so wie die Fühler schwarz; das di-itte Fühlerglied lang gestreckt, mit griffclartiger Borste. Beine lebhaft rostgelb, die Hüften grau bestäubt, alle Gelenke und die Tarsenendglieder schwärzlich. Die Behaarung ist fast überall borstenartig und zerstreut, auf der Mitte des Rückeu- sciüldes in zwei Reihen geordnet, vor dem Schildchen und an den Seiten dichter, am Schild- chenrand vier Borsten, an der Basis des Hinterleibes mehrere Borsten, an den Seiten der ein- zelnen Hinterleibsringe je einige auftallend lange Borsten, die Genitalien kurz behaart; die Schenkel mit kurzen, die Schienen mit einzelnen ziemlich langen und überhaupt vielen zer- streuten Börstchen, die Tarsen nur an den Gelenken etwas auffallender beborstet. Flügel bräunlichgrau tingirt, bei dem Weibchen vorne verbreitert und an der Spitze stumpf (ungefähr wie bei E. boreaiis, aber minder breit), das Randmal intensiver, aber nirgends scharf begrenzt, die obere Zinke der Cubitalgabel geschwungen, ziemlich schief, das Gcäder sonst normal. 3V2'". Ein Männchen und zwei Weibchen aus Sydney. Es ist l)ishor nur eine einzige Empis-Art (E. hrei'irosfrin Mcq.) aus Australien Ijeschrieben worden, von der meine Art, ohne Frage, verschieden ist. Sie hat im Habitus etwas von dem Typus unserer Empü-Artcn Abweichendes, veranlasst durch den verhältnissmässig langen und sehr gestreckten Hinterleib — aucb sind die Genitalien des Männchens sehr eigonthümhch. Eine besondere Gattungsgruppe aufzustellen würde nicht ungerechtfertigt sein; dies jedoch vorläufig zu unterlassen, schien mir räthlich, weil zur Vermeidung von Verwirrungen nur den Monographen dieser interessanten Familie die Abtrennung neuer Empidcn-Gaftungen überlassen werden sollte. Diptera. 205 7. EMriS COLUMBI n. sp. 9 . Schwarz; Rückenschild grau bereift mit vier sanimtsciiwarzen Liingsstriomen, die seitlichen vorne verkürzt, die Bereifung so zart, dass in gewisser Richtung die Grundfarbe mit kupferröthlichen Reflexen durchschimmert; der Rückenschild ist verhältnissmässig hoch gewölbt und ganz kahl; das Schildchen mit einigen Randborsten; Brustseiten grau bereift. Hinterleib glänzend schwarz und sehr kahl; kaum länger als der Rückenschild. Kopf schwarz, der Rüssel braun, länger als der Rückenschild; Fühler schlank, das erste Glied ziemlich lang, cylindrisch das zweite etwas kürzer, beide gelb, das dritte schwarz, sehr gestreckt, mit griffelartiger, schief abgebogener Borste. Beine lebhaft gelb, die Hüften schwarz; die Mittel- und Hinterschenkel von der Basis her schwarzbraun; die Basis selbst jedoch gelb ; die Mittelschenkel oben dichter, unten weniger dicht bewimpert, die der übrigen Paare fast kahl; die Vordorschienen kurz aber ziemlich dicht behaart, an den Mittelschienen tritt ausserdem an der Spitze aussen eine wimper- artige Behaarung auf, die Hinterschienen sind beiderseits dicht wimperartig behaart (doppel- fiedrig) ; der vorderste SIetatarsus halb so lang als die Schiene und ziemlich dick, der Metatar- sus der Mittelbeine aber kürzer- und dünner-, an der Basis aussen wimperartig behaart; der Hintertarsus beiderseits kurz bewimpert. Flügel glashell, die Randzelle gelblich; um die Queradern auf der Flügelmitte und an der Flügelspitze eine braune Trübung, die die Discoidal- zelle vorne abschliessenden Queradern braun gesäumt, die oberste der aus ihr ausstrahlenden Adern etwas geschwungen; die obere Zinke der Cubitalgabel ganz steil und gerade. Vi"\ Columbien. Diese prachtvolle Art weicht im Habitus von den genuinen Em.pis-Kriin. sehr ab und dürfte seiner Zeit als Typus einer neuen Gattung betrachtet werden. 8. EMPIS PACHYMERINA n. sp. 9 . Schwarzbraun; Rückenschild an den Seiten und Schultern lebhaft, auf der Mitte weniger grau schimmernd, so dass die vier etwas dunkleren Längsstriemen wenig auffallen; die Behaarung des Rückenschildes und Öchildchens dicht, aber durchaus nicht borstenartig Brustseiten weissgrau bestäubt mit dunkleren Flecken, ober den Schwingern ein sehr auffallen- des Büschel schwarzer Borsten. Hinterleib kurz, glänzend schwarzbraun. Kopf überall dicht-gelbgrau bestäubt; Fühler schwarz, das dritte Glied kurz kegelförmig, mit abgebogener, griffelartiger Borste. Rüssel wenig kürzer als der Leib; Beine rostgelb, alle Schenkel von der Basis her und fast bis zur Spitze schwarz, an den Seiten dicht-, aber kurz-wimperartig schwarz behaart, an den etwas breit gedrückten Hinterschenkeln und an den Hinterschienen beiderseits eine fiederartige dichte Bewimperung. Flügel blassbräunlich tingirt, die Randzelle und ein Wisch über die Queradern auf der Flügelmitte intensiver; das Randmal klein, aber lleckenartig auffallend; die obere Zinke der Cubitalgabel ganz steil und gerade; die beiden obersten der aus der Discoidalzelle vorne ausstrahlenden Adern etwas convergirend, besonders die oberste stark abwärts gebogen; das Geäder sonst normal. 2'". Ein Weibchen aus Süd- Amerika. 9. EMPIS DOLICHOPODINA n. sp. 9 ■ Lebhaft goldgrün; Rückensehild auf der Mitte mit kupferrothen Reflexen; der letzte Hinterleibsring kupferroth; Brustseiten etwas grau bestäubt. Kopf dunkel metallisch grün; Fühler gelb, drittes Glied kurz, die Borste fast subapical; der Rüssel braungelb, an der Spitze dunkler, etwa so lang als der Rückenschild. Beine lebhaftgelb, die Mittelsehienen an der Aussenseite verdunkelt; die Hinterschenkel an der äussersten Spitze, die Hinterschienen ganz rostbraun, alle Hüften schwärzlich, die Tarsenendglieder verdunkelt. Die Beine ziemlich 206 Dr. J. B. Schiner. kahl, nur die Unterseite der Hintersclienkel und die beiden Seiten der Hinterschienen fieder- artig dicht bewimpert; die Farbe der Haare schwarzbraun. Flügel glashell, an der Basalhälfte gelblich, das ßandmal blass, die obere Zinke der Cubitalgabel ganz steil und gerade, die beiden oberen der aus der Discoidalzelle vorne ausstrahlenden Adern an ihrer Basis genähert, den Flügelrand nicht erreichend, die oberste vorne etwas nach aufwärts gebogen. VW". Ein Weib- chen aus Süd-Amerika. Die Art sieht einem Dolichopiis ähnlicli. Empia superha Lw. aus Cuba scheint mit ihr verwandt zu sein, ist aber durch die Färbung der Beine, die auch niclit gefiederte Bewimperung haben, von derselben gewiss verschieden. Empis cyaneua Bell, hat anders gefärbte Beine, ist blau metallisch. 10. HILARA VANELLUS n. sp. (^. Rückenschild und Schildchen schwarzgrau, heller bereift, ersterer mit vier schwarz- braunen Längsstriemen, die seitlichen vorne abgekürzt; Brustseiten wcissgrau. Hinterleib oben schwarzbraun, auf der Unterseite rothgelb, die Einschnitte weisslich schimmernd; Genita- lien glänzend schwarzbraun, hinten rund aufgebogen, so dass das Ende derselben oben wieder nach vorne gei'ichtet ist und dem Leibe nicht aufliegt. Untergesieht und Stirne grau bereift, Fühler braun, an der Basis gelblich; Rüssel schwarzbraun. Beine bräunlichgelb, die Hüften stellenweise verdunkelt und überall dicht grau bestäubt, die Schenkel und Schienen an der Spitzenhälfte gleichfalls verdunkelt, fast schwarzbraun, die Tarsen schwärzlich; der Metatarsus der Vorderbeine schwarzbraun, lang und dick, fast so lang als die Schiene, von deren Spitze eine rostgelbe Doppelborste abzweigt, welche sich auf die Obeiseite des Metatarsus knapp anlegt und ebenso lange ist als dieser. Die Behaarung nirgends auffallend, am Rüekenschilde einzelne kurze Härchen, am Rande des Schildchens vier schwarze Borsten, die Basis und die Seiten des Hinterleibes mit fahlgelblichen Plärchen, die Beine mit kurzer feiner Behaarung und zerstreuten Borstenhaaren, an den Schienen und Tarsen dichter als an den Schenkeln. Flügel sehr lang, weit über den Hinterleib hinausragend, bräunlich tingirt, das Randmal wenig auf- fallend, durch die es umgebende Biüunung fast verwischt. 3'", die Flügel mitgemesscn, 5'"- Ein Männchen aus Columbien. n. HILARA CAPENSIS n. sp. Schmutzigbraun; Rücke nschild etwas lichter be.stäubt, mit reihenweise gestellten kurzen, zarten Härchen von schwarzer Färbung. Hinterleib heller als der Rückenschild, in einigen Stücken schmutzig rostgelb. Kopf schwarzbraun, der Rüssel glänzend schwarz, vorne gabelartig gespalten, die aufgerichteten Ta,ster bräunlichgelb. Beine schmutzig- rostgelb, der Metatarsus der Vorderbeine bei dem Männchen wenig verdickt und so wie die Tarsen überhaupt gegen das Ende zu verdunkelt: die Schwinger braun. Flügel bräunlichgrau tingirt, das Randmal verwaschen; das Geäder ganz normal. 1". Ein Männchen und vier Weibchen vom C a p der guten Hoffnung. FAMILIE DOLICHOPIDAE. In dieser prachtvollen, scharf begrenzten, natürlichen Familie sind bisher folgende Gattungen aufgestellt worden: Doliehopus und Orthochile von Latreille; Medetera (Medeterus) von Fischer; Psilopus, Sybistroma, Por- phyrops, Ehaphium, Diaphorus, Chrysotus und Satyra von Meigen; LejHopus, Hydrophorus und Jh/drochu-s von Fallen; Aiiglcurt'a von Carlier; Biptera. 207 Anortlirus von Staeger: Agoneura von Guörin; Ammohates und Tachytrectus von Stannlus; Peritkinus^ Machaerium, Camptosceles , Plectropus und Taecho- hates von Haliday; Thinophilus und Orthobates von Wahlberg; Aplirozeta von Perris; Sciapus von Zeller; Achantipodus , Anaplomerus, Ludovicms, Halteri- eerus, Neurigona und Ehageneura von Rondanf; Oariostylus , Margariiho- stylus, Megistostylus , Mesohlepharius , Condylostylus ^ Eurystomerus , Dasypsilopus, Heterop)süopiis , Oedipopsilopus, Nemospathus , Ozodostylus, von Bigot; Campsi- cnemus und Aphrosylus von Walker; Hypopliyllus, ILercostomus ^ Hygro- celeuthus, Gymnopternus, Lyroneurus, Plagioneurus, Liancalus, Scellus, Peodes, Achalcus, Systenus, Syntormon, Synarthrus, X.i- pJianch'ium^ Smüiotus, Leucostola, Nematoproctus, Saucropus^ Xanthochlorus, Sympycnus, Teucliophorus, Anepsius, Eutmsus, Rhagoneurus , ParacUiis, Pelastoneurus, Diostracus und Chrysotimus von Loew; Tlirypticus von Gerstaecker und Hydatostega von Philipp!. Von diesen Gattungen ist Satyra Meig. völlig identisch mit der Gattung Doli- cJiopus Latr. in der ursprünglichen Bedeutung ; Leptopus Fall, und Sciap)us fallen mit Psilopus zusammen; Hydroclius Fall, ist das, was heute die Gattungen Porphy- rops und Pliapliimn bedeuten; Anglearia ist vorläufig mit Porphyrops vereiniget geblieben; Anortlirus Staeg., Orihohates Whlbg. und Taechobates bezeichnen das, was wir nntev Medeterus verstehen; Amobates Stann. ist identisch mit Tachytrechus • Periiliinus Hai. fällt mit Bhapliium^ Camptosceles Hai. mit Gampsicnemus und Plec- tropus Hai. mit Neu7-igona zusammen; Aphrozeta Perr. ist nichts weiter als Hydro- phorus; Achantipodus Eond. fällt mit Gymnopternus^ Anaplomerus Eond. mit Lian- calus und Ludovicius Eond. mit Ealtericerus zusammen; die Bigot'schen Gattungen Oarostylus , Margarithostylus ^ Megistostylus , Mesoblepharius ^ Condylostylus , Euristo- merus, Dasypsilopiis, Heteropsilopus, Oedipopsilopus^ Nemospathus und Ozodostylus, alle von Psilopus abgetrennt, werden seiner Zeit, wenigstens theil weise, als wohl- berechtigte Gattungen zu gelten haben, wir fanden uns jedoch veranlasst, sie vor- läufig alle mit Psilopus vereiniget zu lassen; Eercostomus Lw., von dem Autor ursprünglich mit der typischen Art Sybistroma longiventris Lw. aufgestellt, später auf Dolichopus cretifer Wlk. übertragen und Sybistroma longiventris den Hypo- phyllus-Arten eingereiht, in neuester Zeit aber wieder mit den Gymnopternus- Arten, welche sich durch eine aufwärts geneigte Discoidalader auszeichnen, in nähere Verbindung gebracht, erscheint uns zu schwankend, um sie als begründet betrachten zu können ; ebenso hatten wir, aus Anlass nicht genügender Charakteri- sirung die Gsdiungen Eutarsics Lw. mit Neurigona und Nematoproctus Lw. mit Dia- phorus vereiniget; Smiliotus Lw. für Machaerium, weil dieser Name in der Botanik vergeben und 8aucropus Lw. ein sehr unschöner Name, für Neurigo7ia, der nicht, vöUig grammatikalisch gebildet sein soll, können wir uns nicht bestimmt finden 208 Dr. J. B. Schiller. für die älteren Namen ilachaer/'um und Neurigona gelten zu lassen und ebenso sind wir nicht Puristen genug, um für Paracleins Bigot und Eliageneura Rond. die emendirten Loew'sehen Namen Paraclius und BJiagoneurus anzunehmen. Namen beanspruchen es nicht exact grammatikalisch gebildet zu sein — die philologischen Bedenken sind desshalb ganz unbegründet und auch unzweekmässig, weil damit neue Namen mit den alten Objecten zu Tage gefördert werden, wodurch nur neue und völlig nutzlose Verwirrung veranlasst wird. Die Gattung Hydatostega Phil, ist gleichbedeutend mit Scelhis Lw. Die Gattung Xiphandrium Lw. endlich vereinigen wir mit Ehaphlum in dem Sinne, wie wir dieselbe in der Fauna austriaca ange- nommen und näher begründet hatten. Orthoceratiuvi Schrk. endlich muss mit den DolichopuS' kvten identiiicirt werden, welche Schrank bekannt gewesen sind. Aus den übrig bleibenden 40 Gattungen sind bis jetzt 822 Arten bekannt gemacht worden, wovon auf Europa 399. auf Asien 66. auf Afrika 40, auf Amerika 296, auf Australien 17 entfallen, von vier Arten aber der Standort nicht ange- geben ist. Auffallend ist es, dass aus Australien bisher nur 16 Psilopus- und eine Hydro- phorus-Art, im Ganzen also nur 17 Dolichopiden-Arten bekannt geworden sind, d. i. fast lauter Psilopinen, an und für sich aber, im Verhältniss zu den bekannten Dolichopiden, wenige Arten dieser Familie. Auch Asien und Afrika participiren mit verhältnissmässig nur wenigen Arten, diese wenigen Arten vertheilen sich aber in fast allen Gruppen, obwohl auch hier wieder die Psilopinen (42 für Asien, 17 für Afrika) am meisten mitconcurriren. Es scheint überhaupt, dass die Psilo- pinen, in Europa mit 19 Arten vertreten, als eine zunächst aussereuropäische Gruppe zu betrachten sind, da sich das Verhältniss der europäischen zu den ausser- europäischen Arten wie 19:103 herausstellt. Dass einige Dolichopiden-Gattungen bisher nur in Amerika vertreten erscheinen, ist wohl zunächst in dem umstand begründet, dass Loew durch Vermittlung des Freiherrn v. Osten-Sacken erst in neuester Zeit eine grosse Meng-e amerikanischer Dolichopiden bekannt machen konnte; auf eine Eigenthümlichkeit der Fauna americana würde ich hieraus zu schliessen mich nicht für berechtiget halten. Werden ja die folgenden Zeilen schon den Beweis liefern, dass einige, bisher nur für exelusive europäisch gehaltene Gattungen (Syhistroma und Peodes) durch die Ausbeute der Novara-Eeise auch in Südamerika, beziehungsweise in Asien, ihre Eepräsentanten gefunden haben. Ich führe nur noch an, dass mir die systematische Keihung der Dolichopiden, wie sie Loew im zweiten Theile der Smithsonian miseellaneous collections (Washington 1862) beantragte, viel zu künstlich erscheint, um sie hier annehmen zu können, dass ich daher mein Materiale in der Art, wie es in meinem Catalogus dipterorum Europae geschehen ist , nach den natürlicheren Untergruppen der Psilo- pinae, Bolichopinae., Bhaphinae, Diaphorinae und Ilydrophorinae aufzählen werde. Diptera. 209 1. PSILOPÜS IMPERTALIS Fabr. I'olichopus imperialis F., System. Ant. 267, 4. — Psilopus imperialis W., Aussereur. zweifl. Ins. I[. 213, 1. Es liegen mir drei Arten aus Brasilien vor, welclie von einander bestimmt verschieden sind und auf welche jede, Wie dem an n's Beschreibung von Psdopus imperialis mit geringen Concessionen bezogen werden könnte. Das Gleiche gilt von den Beschreibungen, welche Wiedemann von seinen Fsilopus equestris und Fs. dux gegeben hat. Keine derselben ist so charakteristisch, um sie mit Bestimmtheit auf eine der drei Arten anwenden zu können. Wiede- mann hat auf Farbenverschiedenheit ein zu grosses Gewicht gelegt und die den Psilopen wesentlichen Merkmale zu wonig hervorgehoben. Zur Vermeidung neuer Namen, will ich trotzdem die obigen Wiedemann'schen Namen beibehalten und jede Art so beschreiben, dass man erkenne, was ich darunter gemeint habe. Findet Jemand meine Interpretation nicht richtig, so wird es ihm dann ein Leichtes sein, sie durch eine richtigere zu ersetzten. Die Beschreibung der Art, welche ich Psilopus ■imperialis nenne, lautet: Rückenschild goldgrün, auf der Mitte mit einer breiten purpurblaueu Längsstrieme und mit eben so gefärbten Seiten; das Schildchen stahlblau, der Hinterrücken goldgrün, die Brustseiten weissschimmernd. Der sehr schmale und lange, hinten zugespitzte Hinterleib goldgrün, mit breiten purpurrothen Einschnitten, das Hypopygium des Männchens klein, die äusseren Anhänge ungewöhnlich lang, schmal bandförmig, zottig weisslich behaart. Kopf stahlblau oder grün, Stirne und Untergesicht in gewisser Richtung weissschimmernd: Fühler schwarz, die Borste apical, an der Basis dick, dann haarförmig; Rüssel rostgelb. Beine gelb, die Hüften und äussersten Schenkelwurzel der Mittel- und Hinterbeine schwärzlich, alle Tarsen und die Aussenseite der Mittel- und Hinterschienen bräunlich oder mindestens stark verdunkelt. (Ob die Vordertarsen einfach sind, weiss ich nicht, da sie dem einzigen vorliegenden Stücke fehlen.) Flügel gross und breit, glashell, am Vorderrande und aa der Spiize braun, mit einem tiefen glashcllen Ausschnilt, weicher vom Hinterrande gegen den Vorderrand zu in den braunen Fleck hineinragt und so die gewöhnliche iiufeisenförmige Zeichnung veranlasst, mit einem Fleck- chen auch noch in die Cubitalzelle hinein reicht und sich nach hinten zu so erweitert, dass das Braune nur als Saum der hinteren Querader und des oberen Astes der Discoidalader übrig bleibt; dieser Ast beugt sich anfänglich in einen scharfen Winkel nach rückwärts und mündet nahe der Cubitalader in den Flügelrand. Schwinger schwärzlieh. Schüppchen schwarz bewim- pert. Behaarung und Beborstung: An der oberen Augenecke und am Ocellenhöcker einige schwaize Borsten; die Cilien am unteren Augenrande weisslich; am Rückenschilde zerstreute, ziemlich lange schwarze Borstenhaare, an den Seiten und vor der Flügelbasis je zwei lange schwarze Borsten, am Schildchenrande zwei ebensolche Borsten; erster Hinterleibsring mit auf- gerichteten weisslichen Borstenhaaren, zweiter bis vierter Ring vor den Einschnitten mit langen schwarzen Borsten, der Bauch fein weisslich behaart; die feine Behaarung der Beine nur auf der Unterseite der Schenkel etwas auffallender und daselbst weisslich , die Mittelschienen auf der Aussenseite mit einzelnen längeren Borsten. 4'". Nur das Männchen aus Süd-Amerika. 2. PSILOPUS EQUESTRIS Fabr. Musca equestris Y., System, entom. 782, 50 und Entom. System. IV. 340, 110. — Iiolichopni: pfjuestris F.. System. Antliat. 268, 7. — Psihpus eqnetris W., Aussereur. zweifl. Ins. II. 214, 3. Ein Pärchen aus S ü d - Amerika. — R ü ck enschi 1 d goldgrün, vorne weissschimmernd; Brustseiten mit silberweissen Schillerflecken; Sehildchen und Hinterrücken dunkler grün. Hinterleib lebhaft metallisch-grün, an der Basis mehr ins Blaue, gegen das Ende zu mehr in's Goldgrüne ziehend, mit breiten, schwarzen, etwas kupferroth schillernden Querbinden; das Novara-Expetlition. Zoologischer Theil. Bd. II. N c h i n e r. Diptera. '-<■ 210 D>: J. E. Bchiner. Hypopygium des Männchens klein. sclnvUrzlicli , die äusseren Anliänge zienilicli kurz und schmal. Kopf goldgrün oder blaugrUii , in gewisser Richtung weissschimmernd; Fühler schwarz, das dritte Glied fast rund, mit rückenständiger Borste; Rüssel rostgelb. Beine gelb, die Hüften, mit Ausnahme der Spitze des vordersten Paares so wie alle Tarsen braun; der Metatarsus der Vorderbeine des Männchens so lang als die Schiene, an der Spitze etwas ver- dickt und an dieser Stelle njit einigen derben, kurzen Börstchen, die beiden folgenden Tarsen- glieder kurz, auf der Innenseite mit einer aufgerichteten schwärzlichen Bewimperung, das vierte Glied lang, das fünfte wieder kürzer und sehr sehraal; Ijei dem Weibchen sind die Beine einfach. Flügel an der Basis etwas rostgelblich, vor der Spitze braun, so dass der eigentliche Spitzensaum und der Hiuterrand glashell bleiben und ein glaslieller Ausschnitt auch in den braunen Raum hineinragt, daselbst aber die Cubitalader nicht überschreitet; das Geäder wie bei Fsilopus imperialis. Schwinger und Schüppchen gleichfalls wie bei dieser Art. Bei dem Weib- chen, das sonst dem Männclien ganz gleicht, sind die Seiten des Hinterleibes weissschimmernd. Behaarung und Beborstung: An der oberen Augenecke und am Ocellenhücker einzelne schwarze Borsten, die Cilien am unteren Augenrande weisslich; der Rückenschild mit zer- streuten, schwarzen Borstenhaaren, am Schildchenrand zwei lange schwarze Borsten; der Hinterleib mit ziemlich vielen, borstenartigen Haaren, die auf der Oberseite schwarz, am Seiten- rande und am Bauche weisslich oder gelblich gefärbt sind; eigentliche Borsten fehlen; die Behaarung der Beine sehr wenig auft'allend, längere Borsten daselbst fast ganz fehlend. 3Vä"'. 3. rSILOPUS DUX Wied. Aussereurop. zweifl. Ins. 11. 210, ;">. Zwei Stücke aus Süd-Amerika. — Die Art gleichtganz der vorigen Art (l'.s. ei/iiestrisj, so dass es genügen wird, nur die Unterschiede anzuführen: Am Rüekenschilde treten in gewis- ser Richtung kupferröthliche Längsstriemen auf; die äusseren Anhänge am männlichen Hypo- pygium sind vorne zugespitzt, die Beine sind gelb, aber alle Schenkel von der Wurzel her, bis zum letzten Drittel schwärzlich; der Metatarsus der Vorderbeine des Männchens ist auf der Innenseite kürzer bewimpert, an der Spitze hingegen derb boi'stig, das nächste Tarsenglied ist auf der Innenseite tief ausgeschnitten und daselbst steif kurz bewimpert, es ist etwa doppelt so lang als das nächste Glied; das vierte Glied ist ziemlich lang und so wie das vorhergehende auf der Innenseite kurz bewimpert; fünftes Glied und Klauen sehr klein. Flügel in der Zeichnung und im Geäder wie bei der genannten Art, nur ist ihre Basis kaum etwas gelblich. Voi-dei-- und Mittelschienen aussen mit einer schütteren Reihe längerer Borstenhaare. 3^/->"'. Ich vermuthe, dass es diese Art ist, welche Macquart als Psilopus Sipho inforpretirte, und zwar aus dem Grunde, weil die Färbung der Beiue ganz mit den diesfiilligen Angaben Jlacquart's übereinstimmt, was bei Ps. jucundus Lw., wozu Loew Macquarfs Psilopus Sipho als Synonym stellt, nicht der Fall ist. Die Beschreibung von Psilopus pretiosu.t Wlk. stimmt gleichfalls, allein nicht in dem (irade, nm diesen Xamen hier anzuwenden. 4. l'SILOrUS SUrERFLUUS n. sp. Goldgrün, das Schildchen und die Basis des Hinterleibes mehr ins Blaue ziehend, das Hinterleibscndc am hellsten und lebhaftesten goldgrün; die einzelnen Ringe am Vorderrandc mit breiten schwarzen (^uerbinden, am zweiten schmalen Ringe auch der llinterrand und die Mitte scliwarz; die Basis des Hinterleibes, bei dem Weibchen auch die Seilen, so wie die Brust- scitcn weissschimmernd. Das Hypopygium des Jlännchons klein, schwarz, die äusseren An- hänge kuiz elliptisch, vorne zugespitzt, am Rande dicht behaart, schwarzbraun. ivo]il bl;m- grün, die Stirnc vorne, das Untergesicht unten wcissschininiernd, der Quereindruck auf lei/,lereni Biptrra. 211 seicht. Der Rüssel rostgelb, die Fühler sclnvavzbraiin, das dritte Glied auf der Innenseite heller bestäubt, die Borsten des zweiten Gliedes niässii»- lang; die Borste des dritten Gliedes deutlich rückenständig, über die stumpfe Spitze des Gliedes vorgeneigt und dann gerade vorgebogen. Schenkel stahlgrün, die Vorder- und Mittclschienen rostgelb, die Hinterschienen pech- braun, die Tarsen blassbräunlich, gegen das Ende zu stark verdunkelt, fast schwär:?. Flügel glashell, die Mediastinalzelle in der Spitze grau, an der Spitzenhälfte die gewöhnliche hufeisenförmige schwarzgraue Zeichnung, welche eine kurze Strecke jenseits der Mündung der Mediastinalader beginnt, am Vorderrande intensiver, gegen die Spitze und am Hinterrande aber verwaschen ist; der glashelle Ausschnitt reicht knapp bis zur Cubitalader. Der obere Ast der Discoidalader anfänglich nach rückwärts- dann aber, und zwar schon am ersten Drittel seine Länge in einen fast rechten Winkel nach vorwärts gebogen, wo er dann nahe bei der Cubitalader in den J'lügelrand mündet; hintere Querader in der Mitte etwas eingebogen, die concave Seite nach aussen gerichtet. Schwinger rothgelb; Schüppchen schwarz bewimpert. Behaarung und Beborstung: Auf der Stirne hinten eine ziemlich dichte kurze borstenartige Behaarung, an der oberen Augenecke je eine einzelne, am Ocellenhöcker zwei lange schwarze Borsten; die Cilien am unteren Augenrande weiss; die zerstreuten langen Borsten am Rücken- schilde, so wie vier Randborsten des Schildchens schwarz; der Hinterleib recht dicht schwarz behaart, die Behaarung vor den Einschnitten borstenartig, an der Basis des Hinterleibes einige feine, weisse Härchen. Schenkel auf der Unterseite fein, aber dicht weiss behaart, an den Schienen zerstreute schwarze Borstenhaare von massiger Länge; bei dem Männchen auf der Aussenseite der Mittelschienen und Tarsen eine kurze, aufgerichtete, wimperartige Behaarung ganz so wie bei Psilopus pilosus Lw. Das Weibchen ist kahler, die kurze Behaarung auf der Stirne fehlt. 2V-i — 3'". Zwei Männchen und sechs W^eibchen aus Süd-Amerika. Ich niuss meine Art für verschieden von Psilopus pilosus Lw. halten, weil bei derselben auch die Mittclschienen rothgelb, die Metatarsen der IMittolbeine aber braun sind; auch hätte Loew, wenn er dieselbe Art vor sich gehabt hätte, die sehr charakteristische Bräunung in der Spitze der Mediastinalzelle gewiss aus- drücklich hervorgehoben. Dass mehrere Walker'sche Beschreibungen so ziemlich auf obige Art passen, konnte mich nicht hindern , sie neu zu beschreiben und zu benennen, da mir genügendes Materiale vorgelegen war, um sie ausführlich zu begründen. 5. PSILOPUS BITUBERCULATUS Macq. ]>ipteres exotiques. II. 2, 120, 14. Taf. XX, Fig. 2. Ein Weibchen aus Brasilien stimmt mit Macquart's Beschreibung so gut als die Beschreibung eines Psilopus-llämidian auf ein Weibchen überhaupt passen kann. Insbesondere bestimmte mich bei meiner Interpretation die völlige Übereinstimmung mit dem Flügelgeädcr und der Flügelzeichnung wie sie Macquart angibt. Ich füge bei, dass bei meinem Stücke der Rüssel gelb und nicht schwarz ist, wie Macquart angibt. Fsilojms Leprieurü Mcq., der ebenfalls hier in Frage kommen könnte, unterscheidet sich durch etwas verschiedene Flügel- zeichnung. 6. PSILOPUS GUTTULA W. .\ussereurop. zweifl. Ins. II. 222, 18. — Loew, Smiths, misc. coli. II. 237. Fünf Männchen und drei Weibchen aus Süd-Amerika (Coluinbien und Brasilien) stimmen mit den Originalstücken der Wiedemann'schen Sammlung und mit Locw's sehr aus- führlicher Beschreibung dieser Art. 27* •21-2 Dr. J. R. Schhicr. 7. PSILOPUS DIFFUSÜS W. Aussoreurop. zweiH. Ins. II. 221, 17. — Loew, Smiths, misc. collect. II. 235. Drei Männchen ans Süd- Am erika, die ich mit Berücksiclitii^ung der Loew'schen An- siohlen als obige Art betracliten muss. 8. PSILOPUS PACIIYGYNA Macq. Uipteres exot. Suppl. III. 37. Taf. IV, Fig. G und Suppl IV, 127. Ein Münnclien nnd drei Weibchen aus Sydney. — Der Beschreibung Macquart's füge ich Folgendes bei: das Hypopygium des Männchens ist am Bauche eingeschhagen und ziemlich gross; die äusseren Anhänge sind dreieckig; an der Spitze der Schienen und Metatarsen der Mittelbeine des Männchens fällt eine einzelne lange Borste besonders auf; der obere Zweig der Discoidalader beugt in einen rechten Winkel vom Hauptaste ab und verläuft dann in einen sehr regelmässigen Bogen nach aussen geschwungen. Das dritte Fühlerglied ist kurz, die Borste rückenständig. 9. PSILOPUS DIMIDIATUS Lw. Berlin, eatom. Zeitsclir. VI. 21(1, 70 und Smiths, misc. coli. 21G, 70. Vier Männchen aus S ü d-Amer ika differiren nur in wenigen Punkten von der Lo ew- schen Beschreibung. Zur vollständigen Beurtheilung über die Richtigkeit meiner Interpretation lasse ich die ausführliche Beschreibung folgen: Metallisch-grün, der Hinterleib von der Mitte an gewöhnlich prächtig rothgold- grun. an dci- Basis so wie auch das Schildciien blaugrün. Brustseiten weissgrau bereift; Hypo- pygium des Männchens klein, die äusseren Anhänge schmal, spitz dreieckig, die Innenseite borstlich behaart; die inneren Anhänge fadenförnn'g. Kopf goldgrün, stellenweise prächtig- stahlblau, das Untergesicht unten weissschimmernd; Fühler schwarzbraun, zweites Glied mit 2 — .3 Borsten, drittes kurz kegelförmig, die Borste subapical; Rüssel scliwarzbraun; die Beine schwarz, die Schienen düster rothgelb, die Tarsen braun. Flügel glashell, vom Vorderrande her mit einem breiten schwarzbraunen Fleck, der vorne bis fast zur Mündung der Radialader leiclit, gegen hinten zu aber über die Discoidalzelle (eigentlich hintere Basalzelle) sich ausbrei- tet und dessen Grenze überall scharf ist; man könnte auch sagen: Flügel schwarzbraun, die Basis, Spitze und der Ilinterrand glashcll. Die liadialader verläuft nahe am Flügelrande, die Cubitalader geht vorne in einen Bogen nach abwärts, der obere Zweig der Discoidalader ent- springt ganz steil und beugt dann in einen fast rechten Winkel nach aussen; hintere Querader etwas schief und etwas g-ebogen. Behaarung und Beborstung: Obere Augenecken mit je einer, Ocellenhöcker mit zwei schwarzen Borsten; die wenigen Borsten am Rückenschilde und zwei Borsten am Rande des Schildchens schwarz; Hinterleib fast kahl, nur vor den Einschnitten einige schwarze Borstenhaare; Beine gleichfalls sehr kahl, die Schienen mit einer äusserst kurzen, aufgerichteten Bewimperung, die Vorderschcnkel an der Basis der Unterseite mit •]—4 schwarzen Bürstehen, die Schienensporne fast rudimentär. 2Vi — 2'/2"'. 10. PSILOPUS MELAMPUS Lw. IJerlin. entom. Zeitschr. VI. 21.'), Gl) und yniitlis. niiso. coli. 253, .'). Vier Männchen aus Süd-Amerika. Ich füge nur hei, dass bei di-ci Stücken die Basis dos Hintesleibes blaugrün, die folgenden Ringe goldgrün, die letzten Ringe aber prächtig iiilhgolden gefärbt sind; das vierte Stück hat einen gleichmässig goldgrünen Hinterleib, der nur an der Basis mehr blaugrün ist. Durch was diese Farbenvorschiedenheitcn veranlasst sind, lä.s.sl sich nicht e]-mittcln, i;ewiss daif aber an"cnomnien werden, dass sie specilisehc Unter- B ip ter a. - 1 3 schiede nicht beg-ründeii. Loew gibt von seiiiei- Art au, dass der Hinlerleib grüngUiiizend und die letzten Ringe gewöhnlieh blaugrün seien. 11. rSILOPUS LEPIDUS Walk. Di[itera Sauudersiaiia -207. Ich beziehe Walker's Beschreibung- auf zwei Stücke (9) aus Süd- Am erika, aus dem Grunde, weil sie nichts enthält, was dem widersprechen würde. Man könnte auch versucht wer- den, diese Stücke als Weibchen der vorigen Art gelten zu lassen, allein sie stimmen nicht voll- ständig mit der Beschreibung, welche Loew von dem Weibchen gibt und unterscheiden sich von den obigen Männchen des Vailoims melampus durch eine verschiedene Flügelzeicbnung; es beginnt nämlich bei ihnen die braune Zeichnung ei'st jenseits der Mündung der Mediastinal- ader, während sie bei Ps. melampus nach meiner Interpretation vor dieser Mündung beginnt, so dass ein Theil der Medlastinalzelle noch braun gefärbt ist. Auch sind die beiden Stücke merk- lich kleiner und die Borsten des zweiten Fühlergliedes um vieles schütterer und kürzer als bei Ps. vielampus. Fsüo])us suavium Walk, zeigt an den Hüften und Schenkeln einen grünen Metallglanz, von dem bei den vorliegenden Stücken nichts wahrzunehmen ist. Um jeden Zwei- fel über meine Interpretation zu beheben, lasse ich eine ausführlichere Beschreibung hier folgen : Rückenschild grün, auf der Mitte mehr goldgrün, an den Seiten mehr blaugrün; Brustseiten schwach weissbereift; Sehildchen blaugrün. Hinterleib goldgrün, gegen das Ende zu ins Blaugrüne übergehend, die einzelnen Ilint;e am Vorderrande mit schwarzen Querbinden, der zweite Ring auch auf der Mitte und am Hinterrande schwarz. Kopf und Stirne stahlblau, oit violett, das Untergesicht oben goldgrün, in gewisser Richtung weissschinimernd, unterhalb des Quereindruckes blau, weissbereift; der ziemlich weit vorstehende Rüssel schwärzlich; Fühler schwarzbraun, das zweite Glied mit wenigen, nur massig langen Borsten besetzt, das dritte Glied klein, fast rund, mit einer, deutlich rückenständigen Borste. Beine ganz schwarz. Flügel glashell, vor der Spitze mit der gewöhnlichen hufeisenförmigen braunen Zeiehtmng, wie bei Psilopus melampus, nur mit dem Unterschiede, dass das Braune an der Mündung der Media- stinalader beginnt, während bei der genannten xlrt ein grosser Theil der Medlastinalzelle selbst braun gefärbt ist; das Geäder gleichfalls wie bei Ps. melampus, die hintere Querader etwas geschwungen. Schwinger braun mit gelbem Knopfe; Schüppchen schwarz bewimpert. Behaa- rung und Beborstung: Stirne mit dichter, kurzer Behaarung und je einer schwarzen Borste am oberen Augenrande, und ebenso gefärbte zwei Borsten am Ocellenhöcker; die Cilien am unteren Augenrande weiss ; Rückenscliild schwarz beborstet; Schildchenrand mit zwei schwarzen Borsten; Hinterleib oben mit schwarzen Härchen, die vor den Einschnitten borstenartig auftreten, um Bauche feine, weisse Härchen; die weissbestäubten Hüften weisslich behaart, die vorderen mit je einer längeren schwarzen Borste; Schenkel auf der Unterseite fein und weitläufig weiss bewimpert, die Schienen an der Aussenseite mit schwarzen Borstenhärchen, die an den Mittel- schienen am längsten sind. 2 — 2V4'". 12. PSILOPUS CHRYSOPRAS: Walk. List of dipter. ins. üiC. — l'silopus chrysoprasius Loew, Smiths, misc. coli. IL 205, 10. Ein Männchen und zwei Weibchen aus Brasilien. 13. PSILOPUS COMATUS Loew. .\eue dipterol. Beitrage VIIL 89, 7 und Smiths, misc. coli. IL 263, 9. Zwei Männchen aus Süd-iVm erika stimmen mit Loew's Beschreibung bis auf den Umstand überein, dass bei ihnen die hintere Querader zwar schief, aber nicht auch gebogen ist •214 Ih: J. TL Sckiuer. und dass die Farbe der Börstclien vorherrschend gelblich und nicht schwarz ist. Ich halte es nicht für angemessen auf diese Differenzen hin, bei der sonst isren völligen Übereinstimmung, mein Stück für verschieden zu halten. Eines der beiden Stücke ist ganz stahlblau mit röthlichcm Schiller, das zweite ist goldgrün. Am Vorderrande der Flügel, gegen die Spitze zu zeigt sich ein kaum wahrnehmbarer dunklerer Schatten. 14. rSILOPUS CHRYSURGüS n. sp. 9. Goldgrün, das Schildchen und die letzten Ilinterleibsringe blaugrün; der Rücken ganz vorne weissbestäubt, die Brusfseiten weissgrau, so dass die Grundfarbe fast ganz bedeckt ist. Hinterleib an der äussersten Basis gelb, was auf der Unterseite deutlicher wahrzunehmen Ut. Kopf goldgrün, dicht weiss bestäubt, der vorstehende ziemlich dicke Rüssel und die Taster gelb. Fühler sch^varzbraun, das zweite Glied nur oben und unten mit je einer kurzen Borste; drittes Glied kurz, mit apicaler, langer Borste. Beine gelb, die Mittel- und Hiuterhüften tlieil- weise schwärzlichgrau, alle Tarsen gegen das Ende zu verdunkelt. Flügel blassgraulich tingirt, am Vorderrande und um die Queradern etwas, aber kaum wahrnehmbar, wolkig; die Cubitalader vorne abwärts gebogen; oberer Zweig der Discoidalader fast senkrecht entsprin- gend, von seiner Mitte an, in einen fast rechten Winkel nach aussen abbeugend und ein Stück von der Cubitalader entfernt in den Flügelrand mündend; hintere Querader stark doppelt geschwungen, der obere Bogen runder und länger, der untere kürzer und steiler. Behaarung und Beborstung: An der oberen Augenecke je eine schwarze Boi'ste, am Oeellenhöcker zwei ebensolche; die Cilien am unteren Augenrande gelblich; die zerstreuten Börstchen am Rücken- schilde und zwei Borsten am Sehildchenrand schwarz; der Hinterleib sehr kahl, vor dem Ein- schnitte einige, etwas längere Borstenhaare; Beine kahl, nur an den Vorderhüften eine auf- fallendere feine Behaarung; an den Schienen einzelne kurze schwarze Börstchen. .3'". Ein Weibchen aus Sydney. Ich würde die Art für identisch mit Psüopus venus/us \\\k. halten, wenn bei diesen niclit angegeben wäre, dass die beiden Basalglieder der Fühler gelb sind. 15. PSILOPUS CHAETOPHORUS n. sp. 9 . Metallisch grün; Rückens eh ild vorne etwas weiss bereift; das Schildchcn blau- grün; Brustseiten lebhaft weissschimmernd. Hinterleib am Vorderrande der einzelnen Ringe mit schwarzen Querbinden. Kopf stahlblau, das Untergesicht in gewisser Richtung durchaus, in anderer nur an den Rändern weissschimmernd; Rüssel schwarzbraun; Fühler schwarz, zweites Glied mit 2 — 3 Borsten, drittes kurz mit subapicaler, langer Borste. Beine schwarz, die Vor- derschienen rothgelb, die Mittel- und Hinterschienen braun, alle Tarsen schwarzbraun. Flügel fast glashell, mit der gewöhnlichen hufeisenförmigen braunen Zeichnung, welche unmittelbar jenseits der Mediastinalader beginnt und sich bis zur Flügelspitze ausbreitet, der eigentliche Spilzenrand, der Hinterrand, und ein tiefer Ausschnitt bleiben jedoch glashell; die Diseoidal- ader ist von einem braunen Saume begleitet, daher der glashellc Ausschnitt etwas unterbro- chen und in Flecke aufgelöst ist; der obere Zweig der Discoidalader anfangs rücklaufend, dann plötzlich nach vorwärts beugend und nahe bei der Cubitalader mündend; der untere Zweig sehr kurz, den Flügelrand bei weitem nicht erreichend ; hintere Querader etwas schief und durch- aus gerade. Behaarung und Beborstung: Obere Augenecke mit je einer, Oeellenhöcker mit zwei schwarzen Boraten ; Cilien am unteren Augenrandc gelblich; die zerstreuten Borsten am Rückenschilde und zwei 15orsten am Schildchcnrande schwarz; der Hinterleib ziemlich dicht .schwarz beliaa'i, die Haare vor den Einschnitten borstenarti^■ ; Schenkel auf der I'iitci-- Dijjtcra. -zlo Seite mit langen, feinen weissen Borstenhaaren; Vorderscliienen auf der Aussenseite mit einzel- nen, sehr auffalJend langen schwarzen Borsten; Mittelschienen mit eben solchen zerstreuten Borsten; Hinterschienen nur fein bewimpert, aussen mit sehr kurzen Börstchen: Schwinger schwarzbraun. Schüppchen schwarz bewimpert. 2V3'". Zwei Weibchen aus Brasilien. Die Art scheint mit Psilopiis pilipes Mcq. nahe verwandt, letztere Art hat aber durchaus gelbe Schieueu, gelbe Schwinger und eine etwas verschiedene Flügelzeichnung. 16. PSILOPUS VIRGO Wied. Aussereur. zweifl. Ins. II. 2-2-1. 24. Ein Weibchen aus Süd-Amerika, das mit einem Stücke der v. Wintliem'schen Samm- lung und auch mit Wiedemann's Beschreibung übereinstimmt. 17. PSILOPUS LEÜCOPOGON Wied. Anal, eutomol. 40, «9 und Aussereurop. zweifl. Ins. II. 220, 15. Ein Männchen aus Ceylon stimmt mit W^iedemann's Beschreibung, die ich hier ver- vollständige, überein. Piücken schild auf der Mitte blau, violett schillernd; erster Hinterleibs- i'ing welssschimmernd; das Hypopygium gross, am Bauche eingesehlagen, von der Basis bis zu seinem Ende allmälig erweitert und daselbst schief abgestutzt, mit zwei bräunlichen faden- förmigen Anhängen und einem unpaarigen ebensolchen Jlittelstücke ; ausserdem ganz unten (in der zurückgeschlagenen Lage oben) mit einem aus dem Rande des vorletzten Gliedes her- vorragenden, etwas aufgebogenen griffelartigen Organ. Das Hypopygium ist schwärzlich, des- sen zweites Glied weiss bestäubt; die Borsten des Rückensehildes und Hinterleibes schwarz und verhältnissmässig lang, vor den Ringeinschnitten in Reihen geordnet. Das Untergesicht breit, rundgewölbt, der vorstehende OceUenhöcker mit einigen langen schwarzen Borsten; Cilien am unteren Augenrande weisslich; Fühler schwarzbraun, das zweite Glied mit einigen kurzen Börstchen, das dritte Glied etwas lichter, sehr kurz, mit vollständig apicaler langer Borste. Beine ganz so gefärbt wie es Wiedemann angibt; dei- Metatarsus der Mittelbeine so lang als die Schiene, das Endglied der Mitteltarsen, in Folge einer dichter Behaarung weiss, die Hinterschienen an der Stelle, wo der schwarzbraune Ring liegt, etwas verdickt; die Behaarung der Beine sehr kurz und zerstreut, nur auf der Unterseite der Schenkel auffallender ; Borsten fehlen mit Ausnahme einer einzelnen an der Basis der Vorderschienen gänzlich; Schüppchen hell bewimpert; Flügel kaum etwas gelblich tingirt, der obere Zweig der Diseoidalader vorne in einen rechten Winkel abbeugend und dann in einen regelmässigen Bogen nach aussen geschwungen; der untere Zweig etwas nach abwärts gerichtet, der Flügelrand nicht vollstän- dig erreichend, die hintere Querader stark S-förmig geschwungen. IS. PSILOPUS GLOBIFER Wied. Aussereurop. zweifl. Ins. II. 221, 10. Zur V^ermeidung eines neuen Namens wende ich Wiedemann's Beschreibung auf ein Pärchen aus Tai'ti an, das dem Psüopus leucopogon W. ausserordentlich gleicht, sich aber wie Wiedemann besonders hervorhebt, durch eine Verdickung am Ende der Fühlerborste besonders auszeichnet. Da Wiedemann's Beschreibung zu kurz und ungenügend ist, so be- schreibe ich die Art neu. Lebhaft goldgrün; der Rückenschild mehr ins Blaue ziehend ; die Hinterleibsringe mit schwarzen Vorderrandsbinden; das Hypopygium des Männchens schwarzbraun, etwas metallisch glänzend, zweigliedrig, das Endglied ans zwei abwärt.s geneig- ten, vorne breiteren und daselbst abgestutzten Klappen bestehend, zwischen denen mehrere 21 G Dr. J. R. ScJu'ner. fadenförmige Organe (äussere und innere Anhänge) etwas liervorragen. Die Behaarung des Leibes wie bei F$. leucojpogon, die Borsten vor den Ringeinschnitten sehr lang, die weissliche Behaarung des Bauches auffallender. Kopf wie bei der genannten Art, die Fühler schwarz, die vollkommen apicale Boi'ste bei dem Männchen in eine ovale Platte endigend (Wiedemann nennt es ein schwarzes Köpfchen, im vorliegenden Stücke ist das lüide flachgedrückt und etwas durchsichtig). Hüften und Schenkel schwarz, die Vorderschenkcl an der Spitze und alle Schienen rothgelb; die Spitzenhälfte der hintersten Schienen schwarzbraun, die Vorder- und Mitteltarsen gelb, die Hintertarsen schwarzbraun, die Vorderschienen kürzer als der Metatarsus letzterer der ganzen Länge nach etwas breit gedrückt, nur an der Spitze und Basis vei-jüngt, fein gewimpert, die übrigen vier Tarsenglieder nicht halb so lang als der Metatarsus und auch sehr dünn. Vorderschienen aussen mit einigen Borstenhaaren. Flügel etwas intensiver bräun- lichgelb tingirt als bei I's. leuco][)ogon, das Geäder aber ganz so wie bei dieser Art, die Schüpp- chen gelblich bewimpert. Das Weibchen gleicht dem Männchen, die Fühlerborste ist jedocii am Ende nicht breit gedrückt, die Beine sind mit Ausnahme der Hütten ganz rotligelb, nur die Spitze der Hinterschenkel, die Aussenscite der Hinterschienen und die ganzen Hintertarsen verdunkelt oder braun. 2V2 — ^^U" ■ Von Psüopus itiberculicornis der Marquesas-Insehi , welchen Macquart beselirieben hat, unterscheidet sich obige Art durch den Mangel der weissen Ringe an den Mittel- und Hintertarsen, beide Arten sind aber jedenfalls nächst verwandt. 19. PSILOPUS AUSTRALENSIS n. sp. 9. Metallisch grün; Rückenschild mit undeutlichen, kupferröthlichen Längsstrienien, vorne weiss bereift; Schildchen lebhaft bbaugrün; Brustsciten weiss bestäubt; Hinterleib (im vorliegenden Stücke) kupferroth, verhältnissmässig kurz. Kopf düster metallischgrün, das Untergesicht in gewisser Richtung weissschimmernd, unter den Fühlern tief eingedrückt, mitten in diesem Eindrucke eine herzförmige Erhöhung, unten stark vortretend, fast schnauzenförmig; Rüssel rostbräunlich, mit breiten Saugflächen; Fühler schwarzbraun, das erste Glied ziemlich lang, das zweite kurz, voi'ne beborstet, das dritte rund, am Vorderrande fein weiss bewimpert, die Borste rückenständig, vorgebogen, müssig lang. Beine pechschwarz. Flügel blassgrau- lich tingirt, mit schwarzen Adern, die Randader verhältnissmässig dick; der olicrc Zweig der Discoidalader an der Basis rückwärts-, dann in einen steilen Bogen vorwärtsgebogen, nahe der Flügelspitze und etwas unter der Cubitalader in den Flügelrand mündend; der imtere Zweig sehr kurz, fast rudimentär; die hintere Querader fast gerade. Schwinger gelb mit braunem Stiel Schüppchen schwarz bewimpert, B e h a a r u n g und Beborstung: Die oberen Augenecken und der Ocellenhöcker mit je zwei schwarzen Borsten, die Taster schwarzborstig, die auffallend langen Cilien am unteren Augenrande weiss; die ziemlich langen und zahlreichen Borsten des Rücken- schildes, so wie vierBoi-sten am Rande des Schildchens schwarz; der Hinterleib schwarz borstig behaart, die Borsten vor den Ringeinschnitten etwas länger; an der Basis und an den Seiten des Hinterleibes auch einige weissliche, feine kurze Härchen; Schenkel auf der Unterseite mit ^oidcnfcincn weissen, wenig auffallenden Härchen, die Schienen aussen mit längeren scliwarzeu P>orsteiih,Taren, die Tarsen sehr kalil. IV-'". Ein Wcibchou ;uis S v d ncx . 20. l'SILOPUS VH)U US n. sp. , . Goldgrün; Schiilterecken und Briistscilen dicht weiss bestäubt ; Uinlcrleib vorliälf- nissinässig kurz. Koji f inct;illiscligi'ün; Untei-gesicbt unter den l'^ühlcni licl eingedrückt, im Eindrucke eine rundliclie iM^liöbung, unten etw;is vorti-elend und daselbst weiss bereut: iv iisscl Diptera. 217 rostbräunlicli ; die Saugflächen dick, die Taster schwarz beborstet; Fühler schwarzbi'aun , kurz, das erste Glied nicht länger als das zweite, dieses am Rande schwarzborstig, das dritte rundlich mit rückenständiger, vorgebogener Borste. Hüften und Schenkel metallisch grün, die Vorder- und Mittelschenkel an der Spitze breit-, die Schienen durchaus rostgelb, nur die hintersten an der Spitze, so wie alle Tarsen braun. Flügel fast glashelle; der obere Zweig der Discoidalader in einen rechten Winkel abbeugend und dann in einen ganz regelmässigen Bogen nach aussen geschwungen, der untere Zweig etwas abwärts geneigt, zarter, den Flügelrand nicht erieichend; hintere Querader ganz steil. Behaarung und Beborstung: An den oberen Augcnecken und dem Ocellenhöcker je zwei schwarze Borsten, die ziemlich langen Cilien am unteren Augenrande w^eiss; die zerstreuten Borsten am Rückenschilde und vier Borsten am Schildchenrande schwarz; der Hinterleib sehr kahl, nur vor den Ringeinschnitten etwas auffallendere schwarze Borsten- härchen; Vorderschenkel auf der Unterseite geg-en die Basis zu mit längeren, feinen Härchen, die Vorderhüften weissbehaart; Schienen mit einigen zerstreuten, wenig aulfallenden, kurzen Börstchen; Schüppchen schwarz bewimpert. rVi'". Ein Weibchen aus Sydney. MESORHAGA nov. gen. Kopf breit, die Stirne hinten etwas eingesattelt, mit warzenartig vorspringendem Ocellen- höcker, in beiden Geschlechtern breit, vorne nur wenig verschmälert und allmälig mit dem Untergesicht verschmolzen; letzteres gegen den Mundrand zu verschmälert, in der Mitte, der Länge nach seicht eingedrückt — kürzer als die Augen, welche über dasselbe etwas vorragen; die Augen vorgequollen mikroskopisch behaart; Fühler kurz, das Basalglied ganz kahl, das zweite Glied am Rande vielborstig, das dritte sehr klein, rund, mit massig langer, nackter Rückenborste; Rüssel kurz, vorne stumpf. Rückenschild flach gewölbt, verhältnissmässig kurz, vor dem Schildchen nicht eingedrückt, das Schildchen gross, stark gewölbt, mit zwei Randborsten. Hinterleib schmäler als der Rückenschild, das Hypopygium des Männchens frei, am Bauche eingeschlagen. Beine massig lang, die Schenkel robust, doch nicht eigentlich verdickt. Flügel ziemlieh gross, die Subcostalader auf der Flügelmitte mündend, die Cubital- ader vorne sanft nach abwärts gebogen, die Discoidalader eine Strecke jenAits der Querader in einen rechten Winkel nach aufwärts gebogen, dann ziemlich gerade nach vorwärts gerichtet und daselbst, nahe bei der Cubitalader und etwas vor der P'lügelspitze in den Flügelrand mündend; die erste Hinterrandzelle daher .^tark verengt; hintere Querader etwas länger als der Abstand derselben vom Flügelrande. Die neue Gattung unterscheidet sich von der Gattung Psüopus durch ein robusteres Aussehen und ver- hältnissmässig kürzere und plumpere Beine, hauptsächlich aber durch die nicht gegabelte Discoidalader; sie gleicht im Flügolgeäder der Gattung Paracleius Bigot (Paraclius Lw.), ist aber von dieser Gattung durch die völlige Nacktheit des ersten Fühlergliedes und durch den breiten kurzen Kopf leicht zu unterscheiden; mit den übrigen Dolichopiden-Gattungen kann sie nicht verwechselt werden. Typische Art: Mesorhaga triatis n. sp. 21. MESORPIAGA TRISTIS n. sp. Rückenschild düster metallisch grün, zuweilen ganz vorne mit kupferrothen oder gold- grünen Reflexen. Hinterleib lebhafter grün, bald ins Goldgrüne, bald ins Kupferröthliche ziehend, die Basairinge gewöhnlich am dunkelsten; das Hypopygium des Männchens schwarz glänzend, an der Basis dick, dann veischmälert und vorne in zwei Spitzen endigend; die äusseren Anhänge bandförmig, die inneren faden- oder grifFelförmig, sehr complicirt. Kopf düster metallisch blaugrün, das Untergesicht auf der Mitte mit kupferröthlichen Reflexen, in gewisser Novara-Expetliiion. Zoologischer Theil. l!d. II. Schiuor. Diptera, 28 218 Dr. J. li. Schi n er. Richtung- weissliclischinimernd; Fühler und Rüssel schwarz. Beine schwarz. Flügel blass grau tingirt mit schwarzbraunen Adern. Die hintere Querader ganz steil. Beborstung und Behaarung: Die Stirne hinten mit zahlreichen und derben schwarzen Borstenhaaren, der Ocellenhöcker mit zwei langen schwarzen Borsten; die Cilien am unteren Augenrande braun; die Borsten des Rückenschildes und am Schildchenrande schwarz und ziemlich lang; der Hinter- leib, mit Ausnahme des ersten Ringes borstenlos, aber ziemlich dicht schwarz behaart; die Börstchen am ersten Plinterleibsring und besonders an den vorspringenden Ecken desselben büschelartig und durchaus schwarz; die feine Behaarung der Beine auf der Unterseite der Schenkel etwas länger und auffallender; Borsten mit Ausnahme der Schienensporne gänzlich feiilend. 2V2'". Zwei Männchen aus Columbien. 22. NEURIGONA BRASILIENSIS n. sp. Rost gelb, der Rückenscliild mit einer metallisch grünen Mittelstrieme, welche sich von dei- Mitte an allmälig erweitert und vor dem Schildchen die ganze Breite der Oberseite ein- nimmt, in gewisser Richtung die ganze Fläche, besonders aber die Seiten weissschimmernd; Brustseiten gelb, weiss bereift; Schildchcn an der Basis mit einem schwärzlichen Fleck, der Rand gelb; Hinterrücken schwärzlich, grau bereift. Hinterleib rothgelb, vom zweiten Ringe angefangen mit sehr breiten, dem Vorderrande anliegenden schwarzen Querbinden, die in der Mitte schmal unterbrochen sind und mit weissem, besonders an den Seiten auffallendem Schimmer; die schwarzen Querbinden treten auch auf die Bauchseite über und zwar jene des zweiten Ringes etwas, die folgenden immer mehr, so dass die letzten fast den ganzen Ring ein- nehmen. Die wenigen zerstreuten Borsten am Hinterleibe und Rückenschild sind schwarz, auf der hinteren Hälfte des Rückenschildes und an den Seiten des Schildchens sind sie länger und auffallender. Kopf schwärzlich, das Untergesicht sehr schmal, weisslichgrau bestäubt, auf der Mitte mit einem Querbändchen; Stirne grau bestäubt, der Scheitel goldgrün glänzend, die längeren Borsten desselben schwarz; Ilintei'kopf grau bestäubt, etwas grünlich schillernd; die Cilien am unteren Augenrande gelblich; Fühler fahlgelb, das dritte Glied ausserordentlich klein, die Borste lang und, derb, die Taster gelb. Beine gelb, sehr kahl, nur an der Aussenseite der Schienen einige, wenig auffallende Borstenhaare. Flügel blass bräunlichgelb tingirt, die Discoidalader vorne ein wenig zur Cubitalader geneigt und dann mit derselben parallel ver- laufend; die hintere Querader etwas kürzer als der Abstand derselben vom Flügelrande; die Schüppchen gelb bewimpert. 2'". Zwei Weibchen aus Brasilien. Von JSIeariffona fSaucropus) tenuis Lw. durch die ganz gelben Brustseiten und den anders gefärbten Hinterleib verschieden. 23. XANTIIOCHLORUS TARSATUS n. sp. Rostgelb, die Oberseite intensiver, die Unterseite und Beine blässer; das Hypopygium des Männchens ziemlich dick; die Beborstung am Rückenschilde sehr spärlich, das Schildchen an den Seiten mit je einer Borste; der Hinterleib sehr kurz- und kaum wahrnehmbar behaart. Das Unter gesiebt sehr schmal, weiss bestäubt. Das dritte Fühlerglied kurz, die Borste pubes- cent. Die Beine bei dem Männchen durch folgendes ausgezeichnet: Der Metatarsus der Hinter- beine ist sehr kurz und etwas verdickt, vorne gerade abgestutzt und an den äusseren Ecken mit je einem Borstenhaare, das nächste Tarsenglied ist ebenfalls sehr kurz, im Umrisse elliptisch, vorne mit einer dicken, kuizen, nach auswärts gerichteten Borste, das dritte Glied fast doppolt so lang als die beiden ersten zusammen, das vierte wenig kürzer als das dritte, das fünfte kurz, alle di-ei schlank. Die Beine kurz l)olia:irl, nur an den Schienen ciniii'C länjicre 15orslcnhaai'e. Btptera. 210 Flügel bLass g-elblicL tingirt, die Discoidalader vorne etwas gegen die Cubitalader geneigt, '/i'". Vier Männchen und seclis Weibchen aus Pulo-Milu. 24. PARACLEIUS LEUCOSPILUS Lw. Gymvopternus lencospilus L w. Wiener entomol. Monatschr. 1. 41 und ParacUus leucospilus L w. Smiths, misc. coli. II. 99. Ein Weibchen aus Brasilien, stimmt mit Loew's Beschreibung so, dass ich den Namen auf dasselbe anwenden muss, obwohl Loew nur das Männchen beschrieben hat. Die Differenzen sind meines Erachtens keine wesentlichen; das dritte Fühlerglied ist etwas kürzer als nach Loew's Abbildung (1. c.) bei dem Männchen der Fall ist; der Rückenschild und das Schildchen sind lebhaft goldgrün. Das Untergesicht ist sehr schmal und erweitert sich etwas nach unten zu; Loew gibt für seine Gattung Paracleius an, dass es auf „very moderate sice" sei. 25. PARACLEIUS TYLOPHORUS n. sp. Metalliscli dunkelgrün; der Rückenschild mit di-ei breiten, kupferröthlicheu Längs- striemen, die Zwischenräume vorne weissschimmernd; Brustseiten weisslieh, was sich um die Schulterbeulen auch nach oben hinaufzieht. Der Hinterleib an den Seiten und am Bauche weissschimmernd; das Hypopygium dem Bauche knapp anliegend. Kopf überall dicht weiss bestäubt, das schmale Untergesicht und die vordere Hälfte der Stirne silberwciss; Fühler schwarz- braun, die Borste des dritten Gliedes vorgebogen, ganz nackt. Beine schwarz, die Hüften und Schenkel weisslieh bereift, letztere an der Spitze, so wie die Schienen, mit Ausnahme dei- Spitzen rothgelb, das Schwarze an der Spitze der Hintersehienen am ausgebreitetsten. Flügel bräunlich- grau tingirt, gegen den Hinterrand zu verwaschen; an der Mündung der Subcostal.ider eine grosse, undurchsichtige, schwielenartige Verdickung; Discoidalader vorne aufwärts und dann bogig auswärts zur Cubitalader geneigt. Behaarung und Beborstung: Obere Augenecke mit je einer, Ocellenhöcker mit zwei langen, schwarzen Borsten; Rückenschild und Hinterleib kurz, schwärzlich behaart, ersterer an den Seiten hinten mit langen, schwarzen Borsten, der Schildchenrand zweiborstig; Vorderhüften an der Spitze mit je einem schwarzen Börstchen; Schenkel kahl; Schienen sehr dicht borstig, die hintersten auf der Innenseite mit feiner, kurzer wimperartiger Behaarung. 2'". Ein Männchen aus Südamerika. 26. PELASTONKURUS FLAVIPES n. sp. Düster erzgrün; Rückenschild vor dem Sehildehen und das Schildchen selbst zimmtroth bestäubt; Brustseiten weissschimmernd, was sich auch etwas auf die Schultern herauf- zieht; Hinterleib an den Seiten fleckenartig weissschimmernd; das Hypopygium des Männ- chens gross, am Bauche eingesehlagen, mit der Spitze bis zur Brust reichend, robust, zwei- gliedrig, die äusseren Anhänge klein, bräunlich. Kopf bräunlich; das Untergesicht unter den Fühlern tief eingedrückt, schwärzlich, weiterhin erhoben und weissschimmernd; Fühler düster rothgelb, das dritte Glied an dei Spitze braun, sehr breit und kurz, die rückenständige Borste kurz gefiedert. Beine gelb, die Mittel- und Hinterhüften an der Basis schwärzlich, alle Tarsen gegen das Ende zu braun. Flügel blass bräunlich tingirt, am Vorderrande intensiver, hintere Querader steil und ganz gerade. Behaarung und Beborstung: An den oberen Augenecken kurze Borsten, der Ocellenhöcker mit zwei langen, schwarzen Borsten. Cilien am unteren Augen- rande gelb. Rückenschild um die Flügel wurzeln. Schildchen am Rande zweiborstig; Hinterleib am ersten Ringe deutlich behaart, sonst fast kahl, die kurzen Härchen stehen auf schwarzen Punktwärzchen. Beine kahl, die Schienen mit wenig auffallenden, zerstreuten Borstenhaaren. Das Weibchen gleicht ganz dem Männchen. 2'". Zwei Männchen und ein Weibchen aus Brasilien. 220 Br. J. E. Schiner. Von den zwei von Loew beschriebenen Pelastoneams- Arten mit weissen Cilien könnte allenfalls an P. cognatus gedacht werden, allein die Beschreibung ist zu kurz, um ein Urtheil diesfalls aussprechen zu können. 27. TACHYTRECHUS PTEROPODÜS n. sp. cf- ]Metal lisch düster er zgrün mit kupferrothen Reflexen; Rückens elii 1 d in gewisser Richtung blass niessinggelblich schiiumernd, wo dann eine, durch eine kupferrothe Linie ge- theilte dunkle Strieme auf der Mitte deutlicher liervortritt; die Brustseiten oben blass messing- gelb, unten weissschimmei-nd. Der Hinterleib mit weissen Schillerflecken, die besonders an den Seiten sehr auffallen und sich daselbst als Seitenmakeln darstellen; die ganze Oberseite auf der Mitte lebhaft grün, an den Seiten kupferroth schillernd, der letzte kleine Ring blaugrün ; das grosse, am Bauche eingeschlagene Hypopygium schwarzblau, etwas weisslich schimmernd, zweigliedrig, die äusseren Anhänge schneckenartig aufgebogen, schwärzlich, mit schwarzer Bewimperung. Kopfüberall weiss bestäubt, das Untergesiclit gleichhreit, der weisse Schimmer desselben auch auf den Unterrand der Augen übertretend; Fühler rothgelb, ziemlich lang, das kurze zweite Glied auf der Innenseite etwas auf das dritte übergreifend, unten mit auffallend derben Borsten, das dritte Glied schwarz, die Borste schwarz, verhältnissmässig kurz und dick, feinspitzig endigend. Beine dunkel rostgelb, Hüften und Schenkelwurzeln schwarz, weissgrau bestäubt; die Vorderschienen auf der Mitte plattgedrückt, so dass eine merkliche Erweiterung entsteht, welche innen concav und schwarz, aussen convex imd gelblich ist; die Hintertarsen besonders ausgezeichnet; der Metatarsus sehr breit und kurz, blattartig breit gedrückt, vorne abgestutzt und wie ausgefressen, die Aussenscite mit kurzen, dornartigen, schwarzen Borsten; in der Mitte mit einer Leiste, so dass er gegliedert erscheint; das nächste Tarsengliod fast drei- eckig, sehr kurz, ebenfalls blattartig breitgedrückt, nach innen lappenartig erweitert, am Aussen- rande ebenfalls mit schwarzen, dornartigen, kurzen Borsten; das dritte Tarsenglied schlank und länger als die beiden Basalglieder zusammen, das vierte halb so lang als das dritte, das fünfte fast so lang als das vierte. Flügel etwas biäunlich tingirt, an der Stelle wo sich die Discoidal- ader zur Cubitalader abbeugt ein dunklerer Fleck, die hintere Querader intensiver braun ge- säumt. Behaarung und Beborstung: Rückenschild um die Flügelwurzeln mit längeren Borsten, Schildchenrand zweiljorstig; Hinterleib durchaus kurz behaart, die Härchen auf Punkt- wärzchen stehend; die Schenkel fast kahl, die Schienen mit zerstreuten Bürstchen. 3". Ein Männchen aus Brasilien. 28. SYBISTROMA AMERICANA n. sp. Dunkel metallisch blaugrUn, die Schulterbeulen rostgolb, die Seiten des Rücken- schildes lebhaft weiss bestäubt, was sich auch, weniger lebhaft, auf die Brustseiten hinabzieht. Hinterleib schwärzlich, wenig glänzend, mit silberweissen Seitenmakeln, die am Vorderrande der einzelnen Ringe anliegen und hinten abgerundet sind; das Hypopygium des Männchens dem Bauche knapp anliegend, schwärzlich, in gewisser Richtung weissschimmernd, zweigliedrig, die äusseren Anhänge länglich rund, rothgclb, am Vorderrande schwarz und kurz schwarz bewimpert. Kopf schwärzlich, das Untergesicht ober dem Mtmdrand lebhaft gelb, weiter hinauf weiss be- stäubt, auf der Mitte mit einem ovalen Eindrucke, der durch eine Linie getheilt ist und die bräunlichgclbe Grundfarbe mehr durchscheinen lässt; Stirnc glänzend schwarzblau; Fühler lebhaft rothgclb, das zweite Glied innen etwas auf das dritte übergreifend, dieses fast rund, die' Borste schwarz, sehr lang, bei dem Männchen auf der Mille und am Ende mit einer Verdickung genau so, wie bei der europäischen Syhistroma iimli'-nriiis. IScIno lilassgclb, auch die llüflen, alle Tarsen etwas vci-diinkclt. Die durchaus .sclnvaize liclifiarunc- des Leibes ist am Rücken- Bi-ptera. 221 Schilde borstenartig und ziemlieh dicht, am Hinterleibe kurz anliegend; am Schildehen jederseits eine lange Borste. Schenkel kahl, auf den mittleren und hinteren vor der Spitze je eine einzelne Borste; die Schienen zerstreut borstig; auf der Stirne einige zerstreute Borsten; die Cilien am unteren Augenrande gelblich. Flügel blass bräunlich tingirt, am Vorderrande intensiv braun, was gegen hinten zu allmälig verwaschen ist; die Discoidalader vorne sanft zur Cubitalader geneigt, die erste Hinterrandzelle daher vorne verengt. Das Weibchen gleicht in der Färbung ganz dem Männchen, das Untergesicht ist breiter, der gelbe Thcil desselben ist sclimüler, die Fühlerborste ist einfach; die Legeröhre kurz; Alles sonst wie bei dem Männchen, nur ist es etwas grössei-. 2'4 — 2V2'". Ein Pärchen aus Brasilien. 29. CHRYSOTUS TALLIPES Lw. Neue Dipt. Beitr. VIII. 66. 8. und Smiths, niisc. coli. 11. 18;!. 11. Ein Weibchen aus Südamerika, welches mit Loew's Beschreibung stimmt. 30. CHRYSOTUS OBLIQUUS Locw. Neue Dipt. Beitr. VIII. 63. 3. und Smiths, misc. coli. II. 176. 4. Ein Männchen und drei Weibchen aus Südamerika, welche mit Loew's Beschieibung in der Hauptsache übereinstimmen. Wären die Wimpern der Schüppchen nicht schwarz sondern gelb, so würde ich glauben, den Chrysotils aureus Lw. vor mir zu haben. Was die Bestimmung weniger sicher erscheinen lässt, ist der Umstand, dass die Mittel- und Hinterschienen ziemlich dicht und derb beborstet sind, während Loew die Beborstung der Schienen sparsam nennt. 31. HYDROPHORUS ANTARCTICUS n. sp. Düster erzgrün; Rücken s child mit wenig auffallender heller Bereifung, welche so angeordnet ist, dass eine breite, schmal getheilte Strieme auf der Mitte und die Seiten breit frei bleiben; Brustseiten und Hinterrücken weisslichgrau bestäubt. Die Behaarung des Rückenschildes ist sehr kurz borstlich und sehr schütter; am Schildehenrande vier Borsten, der sehr kurze Hinterleib mit kurzer aber dichter schwarzer Behaarung. Kopf blassgelblich bestäubt, das Untergesicht auf der Mitte mit einem, an den beiden Seiten etwas mehr auffallendem Querdrucke; Fühler schwarzbraun, das dritte Glied vorne eingekerbt, mit einem vorspringenden Spitzchen; die Borste dick, besonders bei dem Weibchen deutlich dreigliedrig, das zweite Glied lang, das dritte winklig abgebogen; die Schcitelborsten schwarz. Beine dunkel metallisch grün, die Vorderschenkel stark verdickt, auf der Unterseite mit einer Reihe kurzer, starker Börstchen; die Vorderschienen auf der Innenseite gewimpert, am Ende mit einem gerade abstehenden Dörnchen; die kurze Behaarung der Beine durchaus schwärzlich, die Schienen und Schenkel- spitzen mit zerstreuten Borsten. Flügel weit über den Hinterleib hinausreichend, etwas grau tingirt, mit sehr starken, schwarzbraunen Adern, der Vorderrand deutlich behaart; die Rand- ader vorne aufgebogen, die Cubitalader vor ihrem Ende etwas abwärts-, die Discoidalader ebenda etwas aufwärts geschwungen; die Posticalader den Flügelrand nicht erreichend. Schwinger gelb; Schüppchen mit gelben Wimpern. IV2'". Vier Stücke von der Insel St. Pauk 32. PEGDES NIC0BARP:NSIS n. sp. Stahlgrün; Rückenschild so dicht zimmtbraun bestäubt, dass die Grundfarbe davon fast ganz bedeckt ist; das Schildchen flachgedrückt und ganz borstcnlos, kupferröthlich mit goldgrünem Rande; Brustsciten mattgrün. Hinteileib kui-z kegelförmig, erzgrün, in Folge der dichten Bestäubung matt, mit fünf deullichen Ringen. Ko pf metallisch grün, die Stirne 222 Dr. J. E. Schiner. hinten lebhaft kupferroth, voi'ne matt, das üntergesicht kaum bestäubt, sehr schmal, von den Fühlern bis zum Mundrande allmälig erweitert; Rüssel vorstehend, bräunlich, die breiten, grossen Taster gelb, dem Untergesicht schuppenartig aufliegend. Fühler lebhaft rothgelb und sehr kurz, so dass sie nur zweigliedrig zu sein scheinen, das zweite Glied am Rande schwärzlich, das dritte nicht länger als dieses, der Rand gleichfalls etwas schwärzlich, die Borste fast apical, bräunllch- gclb, mikroskopisch behaart. B eine lebhaft rothgelb, die Vorderschenkel vor der Spitze mit einem dunklen Ringe, die Tarsenendglieder braun, die Hüften grau. Flügel blass bräun- lichgelb tingirt, die Discoidalader vorne etwas nach aufwärts geneigt, dann ganz parallel mit der Cubitalader verlaufend. Behaarung und Beborstung: Obere Augenecken mit je einer, Ocellenhöcker mit zwei schwarzen Borsten; die zerstreuten, wenig zahlreichen Borsten des Rückenschildes schwarz; Hinterleib und Beine sehr kahl, die zerstreuten Börstchen an den Schienen kaum wahrzunehmen; Schwinger blassgelb. V". Ein Stück aus Sambelong, einer der Nikobaren. Die Art muss nach den jetzt angenommenen Gattungen entweder zu ThinopUüas oder Peodes gebracht %Yerden. Für letztere Gattung spricht die Bildung des Untergesichtes und die Kürze des ersten Fühlergliedes; ich habe in der Beschreibung die Eigenthümlichkeiten besonders hervorgehoben und besonders auf die beinahe apicale Stellung der Fühlerborste aufmerksam gemacht, um Jenen, welche meinen Ansichten nicht beistimmen, Anhaltspunkte zu einer, vielleicht richtigeren Determinirung der Gattung zu bieten. 33. MEDETERUS OCCIDENTALIS n. sp. cf . Dunkel metallisch grün; Brustseiten und Unterseite des Hinterleibes weissgrau; das Hypopygium des Männchens schwärzlich, schmal, grifl'elartig aber so lang , dass dessen umge- schlagene Spitze bis zur Brust zurückreicht. Kopf schwarz, kaum etwas ins Grüne ziehend, ganz unbestäubt; Rüssel, Taster und Fühler schwarz, letztere sehr kurz, die Endborste haarfein. Beine lebhaft rothgelb, alle IRiften, so wie die Vorder- und Mittelschenkel, mit Ausnahme des Spitzendrittels schwarzbraun; die Schenkelringe bleiben jedoch gelb. Flügel fast glashell, am Rande etwas bräunlich tingirt; die Randader dick, die Cubitalader der ganzen Länge nach abwärts die Discoidalader von der kleinen Querader an aufwärts geneigt, so dass die erste Hinterrandzelle eine lange, dreieckige Gestalt hat, die Cubital- und zweite Hinterrandzelle aber vorne ausser- ordentlich breit sich darstellen; hintere Querader ziemlich entfernt vom Flügelrande, unten etwas schief nach aussen gestellt. Behaarung und Beborstung: an den oberen Augenecken je eine, am Ocellenhöcker zwei dicke, lange, schwarze Borsten, welche um so mehr auffallen, als die Fühlerborste im Vergleich mit ihnen fast verschwindet; Rückenschiid mit einigen derben, schwarzen Borsten; Schildchen vierborstig; Hinterleib fast kahl, nur vor den Einschnitten mit etwas längeren Härchen; Beine kahl, auf der Unterseite der ziemlich dicken Hinterschenkel je zwei, an den Mittel- und Hinterschienen, nahe an der Basis aussen je ein einzelnes Börstchen. l'A". Aus Columbien ein einzelnes Männchen. Die Art gehört in die zweite Gruppe der Medeferus- Arten, wie sie Loew angenommen liat und von der ich nicht begreife, warum sie nicht sogleich einen besonderen Namen erhalten hat, wozu ebenso viele Berechtigung vorlianden gewesen wäre als beispielsweise bei den Gattungen Leucostola, Nematoproctus, Kutarsus u. s. w. Biptera. 223 SECTIO II. DIPTERA CYCLORHAPHA. DIVISIO I PROBOSCIDEA. SUBDIVISIO 1 : HYPOCERA. FAMILIE PHORIDAE. Für die Arten dieser Familie sind folgende Gattungen erriehtet worden: Pliora von Lati'eille; Trineura undConicera von Meigen; Noda von Schel- lenberg; Gymnophora undMetopina vonMaequart; PÄ^7o(ie?^c??•^ö;, Palpim ega, Triphleba und Megaselia von Eondani; Pallura von Walker und Psyllo- myia von Loew. — Die Gattung Noda fällt mit der Gattung Phora zusammen; die Gattung Phüodendria ist synonym mit Trineura Meig., wie ich diese Gattung in meiner Fauna austriaca aufgefasst und begrenzt habe, nämlich für jene Phora- Arten, deren Mittelschienen aussen dicht beborstet sind; die übrigen Rondani'schen Gattungen sind so kurz charakterisirt, dass ich über dieselben keinen Aufschluss zu geben vermag. Es sind bisher im Ganzen 103 Phoriden-Arten beschrieben wor- den, -wovon 88 auf Europa, 3 auf Asien, 4 auf Afrika, 7 auf Amerika und 1 auf Australien entfallen. Die Gattung Phora hat Eepräsentanten in allen Welttheilen; Conicera und Gymnophora sind nur aus Europa, Pallura aus Asien und Psyllomyia aus Afrika bekannt; die Gattung Trineura ist in Europa und (mit einer Art) in Asien vertreten. Die Novara-Eeisenden haben vier Arten mitgebracht, von denen ich drei für unbeschrieben halten muss, da keine der vorhandenen Beschreibungen auf sie passt. 1. TRINEURA ATERRIMA Fabr. Musca Merrima F., Entom. System. IV. 334, 93. — Tephrith aterrima F., System. Antl. 323, 35. — Trineura atra Fall., Pliyt. 7, 7. — Phora aterrima Meig-., System. Besehr. VI. 224, 37. — Phüodendria aterrima Rond., Gen. ital. ord. Dipteror. 136. Ein einzelnes Stück aus Gibraltar. 224 Dr. J. R. Schiner. 2. PHORA SINENSIS 9 . Rückenscliild und Scliildclien sclimutzig rostgelb; die Brustseiten heller; Hinterleib an der Basis und auf der Bauchseite rostgelb, der erste breite Ring auf der Mitte mit einem schwarzbraunen Doppelflecke, der fast die ganze Oberseite des Ringes ausfüllt, so dass nur die Seiten, der Vorderrand und eine Rückcnlinie, die übrigens nur bis zur Mitte des Ringes reicht in der Grundfarbe frei bleiben; die folgenden Ringe schwarzbraun, der zweite an den Seiten etwas rostgelblich, sein Hinterrand, so wie die der übrigen Ringe weisslich gesäumt, der letzte Ring mit einem breiten rostgelben Saum; die Klappen der Legeröhre gelb. Kopf, sanimt den Fühlern und Tastern lebhaft rostgelb; die Stirnborsten, so wie die Borsten an den Tastern schwarz, das Fühlerendglied ganz rund, die Borste lang. Beine schmutzig blassgelb, die Schenkel, besonders die hintersten sehr breit und flachgedrückt, an der Spitze etwas verdunkelt, ganz nackt; Schienen aussen und gegen das Ende zu gleichfalls verdunkelt, die vordersten am Aussenrande mit je einer Borste, die Mittelschienen, nahe an der Basis mit je zwei Börstchen, die hintersten mit je drei, kurzen, etwas auf die Seite gerückten Börstchen; alle Tarsen, am meisten die der Hinterbeine, verdunkelt, fast braun. Flügel intensiv rostgelb tingirt, die Kubitalader vorne gegabelt, die Zinken wenig divergirend, die untere vorne dick, und wie ab- gehackt; die vier blassen Adern der Flügelfläche ziemlich gerade, die oberste an der Basis kaum etwas gebogen, die beiden folgenden den Rand nicht ganz erreichend; die Beborstung der Rand- ader kurz. 2'". Ein Weibchen aus Hongkong. Pkora peregrina W. aus Canton hat zwei deutliche schwarze Rückenh'nien ; l'hora hif'asciafa V\' Ik. aus Celobes ist anders gefärbt, eine weitere Art, mit der Pkora sinensis verglichen werden könnte, ist mir nicht bekannt. 3. PHORA ORIENTALIS n. sp. Schmutzig ockergelb, die Oberseite oft bis ins Braune, die Unterseite bis ins Weiss- liche verändert; Hinterleibseinschnitte heller; Stirne breit, ockergelb bis braun, mit nur auf den Scheitel beschränkten Borsten; Fühler ockergelb, die Borste lang und schwarz. Beine blassgelb, die Schenkel breit gedrückt, oft weisslich, die Schienen gegen das Ende zu und am Aussenrande verdunkelt; Tarsen braun; die Schienen am Aussenrande mit einer Reihe kurzer, anliegender Börstchen. Flügel sehr blass gelblich tingirt, die Kubitalader gegabelt, die Gabelzinken gerade und wenig divei-girend; die oberste der Längsadern etwas bauchig nach unten, die letzte ganz unscheinbar; der Borstenkanim an der Flugelbasis massig lang. 1 '. Acht Stücke aus Kondul. 4. PHORA STYL ATA 9 Lebhaft rostgelb; die Unterseite blässer; vor dem Schildchen zwei schwarzbraune Flecke; Schildchen gelb, an der Basis mit zwei schwärzlichen Fleckchen. Hinterleib mit schwarzen Querbinden, die erste fast den ganzen Ring einnehmend; die zweite, am Hinterrande des zweiten Ringes, vorne doppelt ausgeschnitten, die dritte bis fünfte ebenso, doch viel seichter und schmal, der Spitzentheil des Endringes schwarz, die weit vorragende, grifFelartige Lege- röhre schwarz, hornartig, so lang als der Hinterleib, hinter doppelspitzig. Kopf glänzend rost- gelb, mit schwarzen Borsten. Fühler und Taster licht rothgelb. Bein e rostgelb, die Sehenkel breit gedrückt, die Schienen aussen wimperartig behaart, an der Spitze verdunkelt. Flügel blassgelblich tingirt, um die Spitze verdunkelt, die Cubitalader einfach, die Längsadern der Flügelfläche fast gerade, die beiden obersten an der Basis schmal unterbrochen. IVi'" mit der Lcgerühre 2'". Ein Stück aus Columbien. Diptera. 225 SUBI>IVIS[0 II ORTHOCERA. A. O I^ I Ci O -V E LT R A. FAMILIE MUSCIDAE. Die Familie der Museiden wird gewöhnlich in zwei Hauptgruppen (Musci- dae calypterae und acalypterae) getheilt, eine Theilung, die sich bei der grossen Menge von Formen und Arten als nothwendig darstellt, obwohl das von dem Flü- gelschüppchen hergenommene Merkmal, die Gruppen nicht immer präeis und scharf genug von einander scheidet und überhaupt zu einer natürlichen Gruppen- eintheilung nicht genügt. Ich werde übrigens diese Eintheilung beibehalten, da ich vorläufig nicht in der Lage bin, eine bessere und natürlichere zu beantragen, will mich aber bei der weiteren Gruppirung an jene Grundsätze halten, die ich bereits in meiner „Fauna austriaca" und in dem „Catalogus systematicus dipterorum Europae" zur Anwendung gebracht habe, d. h. ich will die verwandten Formen in möglichst natürlichen Untergruppen, oder wenn man will Subfamilien zusammen- stellen und hiebei der Fühlerbildung und dem Flügelgeäder das gebührende Gewicht einräumen. Die Anzahl der bisher beschriebenen Museiden, mit Aus- schluss der vom Herrn ßobineau-Desvoidy in dessen posthumen Werke „Histoire naturelle des dipteres des 'invirons de Paris "^) aufgestellten, die ich nicht berücksichtigen kann, weil der berühmte Verfasser, nach seiner bekannten Methode des Zersplitterns viele Varietäten und selbst nur Individuen zum Hange von Arten erhoben hat — beläuft sich auf 7348 Arten, wovon 4041 auf Europa, 818 auf Asien, 483 auf Afrika, 1477 auf Amerika, 385 auf Australien entfallen, von 144 Arten aber das Vaterland nicht bekannt ist. Dass mit diesen Zahlen, die Zahl der in der Natur vorhandenen Arten bei weitem nicht erschöpft ist, kann mit aller Bestimmt- heit behauptet werden. Es werden ja selbst in den, am meisten durchforschten europäischen Faunengebieten jährlich hunderte neuer Arten entdeckt, um wie viel mehr Entdeckungen sind aus den aussereuropäischen Faunengebieten zu erwarten, die nicht einmal noch geographisch vollständig bekannt geworden sind. Denkt man an die Phytomyzen, Agromyzinen, Chloropinen, Borborinen, Ephydrinen und andere Avinzige Formen, von denen aus den übrigen Welttheilen bisher fast Nichts Jj Herr Robineau -Des V idy beschreibt in diesem Werke aus der Hauptgruppe der Miiscidae calypterae, wobei noch nicht einmal die Anthomyinen berücksichtigt sind, und für die Umgebung von Paris allein 2349 Arten, und errichtet für dieselben 373 Gattungen, während für ganz Europa, die Anthomyinen mitge- zählt, nur 2305 Arten bekannt geworden sind und die Anzahl derselben in allen Faunengebieten der Welt, nach den bisherigen Entdeckungen sich auf nur 4080 belauft. Novara-Expedition. Zoologischer Theil. Bd. II. Schiner. Diptera. 29 226 Dr. J. 7?. Schiner. bekannt geworden ist. erwägt man den Umstand, dass viele der grösseren und auffallenderen Formen, wie z. B. Tachininen, Phasinen, Ocypterineu nur in be- schränkten Localitäten und nur periodisch auftreten, von Reisenden daher nicht überall und zu jeder Zeit gefunden und gesammelt werden können, erinnert man sich an die monotonen Farben und Formen der Museinen, Anthomyinen u. s. w., die eine Verschiedenheit der Art nicht sogleich erkennen lassen: so dürfte die Vermuthung nicht unbegründet sein, dass wir noch nicht einmal den zehnten Theil der in der Natur vorhandenen Museiden kennen gelernt haben. Die Dipte- rologen der Zukunft werden eine grosse Aufgabe zu bewältigen haben, um seiner Zeit die Familie der Museiden klar und fasslich darzustellen, zumal bisher das Möglichste geleistet worden ist, um in diese, durch markante Formen und bestimmte Merkmale ausgezeichnete Familie, Verwirrung und Unklarheit zu bringen. Es bedarf keiner der Dipteren-Familien so sehr einer monographischen Bearbeitung als die der Museiden und nirgends ist es bedenklicher und vermeidenswerther, mit Einzelbeschreibungen zu debutiren und. neue Gattungsgruppen zu errichten, als in dieser Familie. Seit Jahren damit beschäftigt, die Materialien zu einer Monogra- phie der Museiden zu sammeln, erkenne ich dieses Bedürfniss vielleicht mehr als Andere, und will mich daher auch bemühen, in den folgenden Zeilen wenigstens zur bestehenden Verwirrung nicht noch mehr beizutragen. A. MUSCIDAE ACALYPTEBAE. Diese Hauptabtheilung der Museiden hat zur Aufstellung einer reichen Anzahl von Gattungen Anlass geboten. Viele derselben sind zuverlässig nicht be- rechtigt — mehrere nicht genügend charakterisirt, um sie mit Sicherheit wieder- zuerkennen. Wie schwankend die Ansichten der Autoren rücksichtlich der neu aufgestellten Gattungen sind, davon gibt uns Loew ein sehr auffallendes Beispiel, indem er in einer Monographie der Trypetinen eine Menge neuer Gattungen auf- stellte, in zwei späteren Aufsätzen über afrikanische und nordamerikanische Try- peten aber trotzdem die verschiedensten Formen abermals alle in der Gattung Trypeta aufführte. Zur Ersparung von Raum und um doch meine Ansichten über die Gattungen der Muscidae acalypterae näher zu präcisiren, werde ich die bisher publicirten Gattungen, welche ich für berechtigt halte, und insoferne sie mir über- haupt bekannt geworden sind, nach ihren Autoren hier aufführen und gleichzeitig in einer Klammer die Synonyme beifügen, insoferne sie ganz oder grösstentheils zu den angenommenen Gattungen gehören; es sind folgende: Diopsis von Linnd; Nerius, Dacus undAchias (incl. ZygothricaW . nnä Thema7-aW\k.), Borborus (incl. Apterma Mcq., Mycetia, Nerea und Sphaerocera Rob.-Desv. ; Copromyza Fll.); Therina, Coelopa, Orygma, S catophaga (= /ScatoTOJ/sa Fll., Pyropa Illig; Amina und Äca/???« Rob.-Desv.) Thyreophora, Actora (Helcomyza Curtis); Diptera. 227 IjViGinB. (=:8alticeUa Rob.-Desv.); Elgiva (Ghione Rob.-Desv., Hydromyia Eond., Ilione Hai.); Diastata (Euthyclieta und Leptopezina Mcq.; Tryptocheta Rond.); Asteia (^ Astia Lw.); Stegana, Gitona, Dichaeta, Discomyza, Eurina, Meromyza, Chlorops, Homalura, Lipara (^Gymnopoda Mcq.); Psila {■= Psilomyia Mcq., Scatophaga Zett., Ohlicia Rob.-Desv.), Loxocera, Lissa, Calobata (Geyx Dumeril; Taenioptera Mcq., Bainieria Rond.); Mieropeza {=Phantasma Rob.-Desv.); Cephalia (] Myrmecomyia Rob.-Desv.); Trypeta (Terellia, Sitarea Rob.-Desv.); Ulidia, Platystoma (HesyquilUa, Palpomyia Rob.-Desv.) ; Dory cera, Fhjtomjza (Chrornatomyia Hardy, Napomyia Hai. pt.), Milichia (Argyrites Latr., OcZma Rob.-Desv.) und Leucopis (Anthomyza Fll. pt.) von Meigen; Sphaerocera (Lordatia^ Coprina Rob.-Desv., Geroptera Mcq. pt.), Sepedon, Och th era ('jl/acroc/wm Meig.), Oscinis, Mosillus(^6r?/mwop(2 Meig.); Tepliritis (Aci?iia, ürellia und Oocyna Rob.-Desv.); Lauxania und Otites von Latreille; Tetanocera (= Fherbina, EetelUa Rob.-Desv., Euthyc(^ra Latr.) von Dum6ril; Helomyza (Siällta, Herbina Rob.-Desv.); Heter om jz-a, (Lentiphora Rob.-Desv.), Dryomyza (Dryope Rob.-Desv.), Sciomyza (Goloboea Zett., Dictya. Chaetocera^ Arina, Pherbellia und Melina Rob.-Desv.), Opomyza (Gtenidus Rond. pt.), Geomyza. Drosophila (Scaptomyza Hardj.), NotipLila (Keratocera Rob.-Desv.), Epbydra (Napaea Rob.-Desv.), Platycephala, Cbyliza (Dasyna Rob.-Desv. pt.), Madiza, Piopbila (Tyrophaga Kirby), Sepsis (Enicita Curtis, EnicopusWlh.), Tanypeza, Tetanura, Pal loptera, Sapromyza (Minettia, Lycia, Sylvia und Terennia Rob.-Desv.), Lonchaea (Teremya Mcq. und Earomyia 7a\.. pt.), Ortalis (Blainvillia und Boisduvalia Rob.-Desv.), Tetanops, Agro- myza, Phyllomyza, Ochthiphila (Ghamaemyia Pz. , Estelia Rob.-Desv.), Heteroneura, Hydromyza (Nupharia Rob.-Desv., Spaziphora^ Staegeria und Trichopalpus Rond.) und C o r d y 1 u r a (7l/o5?«a und PÄros^a Rob.-Desv.) von Fallen; Sphyracepbala von Say; Rhopalomera, Longina (;:= Macroto»?a Casteln., Diateinia ^ e8tv7 .) , Celyphus, Timia, Pyrgota (=Ox'«/cepÄ«te Mcq., Adapsilia Wag.), Fucellia (Scatomyza Fll., Hcdithea Hai.), Tbelida, Leria (Blepliari- ptera Mcq., Orbellia Rob.-Desv.), Limnia (mit Gylidria, Limosia Rob.-Desv., Thais Hai., Oregocera und Coremacera Rond.), Scypliella (ThyrimypM Zett, Z/<'.se//a Rob.-Desv.), Hydrellia, Caenia, Scatella, Dryxo, Saltella (Aniso- physa Mcq., Pandora Hai.), Themira (Gheligaster Mcq.), Nemopoda, Setellia (inel. Clilorophora Rob.-Desv.), Acidia (Strauzia Rob.-Desv., Epidesma Rond.), Aciura, ürophora, Orellia (Goniglossum Rond.), Oxyphora, Sphenella, Ensina, Myodina (Seioptera Kirby), Herina, Rivellia, Myennis, Dichro- myia, Ricliardia (Merodina Mcq.), und Norellia von Robineau-Desvoidy ; Theconiyia von Perty; Myopites von ßrebisson; Gev&iitQH (^ Petalopliora Mcq.) von Mae Leay ; Limos ina (Heteroptera Mcq. incl. Gopromyza Fll., Mycetia^ 228 Dr. .7. B. Schiner. Nerea Eob.-Desv., J'feremiis Eoud.), Notacauthina, Tapeigaster, Coelome- topia, Curtonotum, Physegenua, Leptomyza (A7itlioriiyza Fl]., A)üho- philina Ztt.) , S i 1 b a , A u 1 a c i g a s t e r (Apotomella L. D uf ., Ampycojihora Wahlb.) , Trimerina, Teichomyza (= Tichomyza h^.)., Blejtliarisarsis, Siphonella, E 1 a c h i p t e r a fCrassi'seto V. Ros., il/?/rTOeco??zo?-^Äa L. Duf.), Platystyla, Cardia- cepliala, Toxopoda, Epidesma, Omalocephala, WiQh-OgSiStQV (Polystodes Rob.-Desv.), Eiiicoptera, Leptoxyda (Leptoxys Mcq. ol.), Acanth oneura, ToxLira, Meracantlia, Epicerella, Gampylocera, Toxoneura, Pachy- ceriua, Cnemacautha, Eurypalpus, Campigaster, Crupliiocera, Ame- thysa, Euprosopia, Loxoiieura (^^o»a Wlk.), Eumetopia, Laiuprogaster (Ch7-omatomyta Wlk.), Trigon ometop us (Oxyrhina Mg.), Cardiacera, Enico7 neura, Senopterina, Cleitamia, Camp toneura, Heterogaster, Ceroxys (Melieria und 3feckelia'Roh.-'Desv.), Odoutomera, Plagioeephala, Leiomyza, Ectecephala, Cleigastra (^De^ma Eob.-Desv., Gonotherus, Cnemojjogon üo-ad.), Urtliostylum und Cliaet ura vouMaequart: Ectinocera, Psilosoma, Ehyn- chaea, Leptopa und Pogonota von Zetterstedt; Phycodr oma (Malacomyia Hai,), Clasiopa, Pliilygria u'^d Parydra (Napaea Rob -Desv.) von Stenha- mar; Üecothea, Ilecamede, Glenanthe, Hyadina, Axysta (Hydrina Rob.- Desv.), Canace, Pelina, Atissa, Halmopota, Ilytliea (Tiipipela Steuh.), Peplomyza, Clusia (Macrocliira Zett., ^7?ipÄ?j)0(7o?? Whlbg.), undSchoenomyia (LitoreUa Rond.) von Ilaliday; Sei ac hops (= EncoeJocera Loew), Lobioptera (Argyrites Latr.), Psairoptera (Homalocepliala Zett.) von Wahlberg; Cotamba, Amblada, Xarnuta, Xangelina, Cephaloconus, Texara, Prochyliza, Gobrya, Seraca, Coenurgia, Sophira, (Jalantra, Xiria, Anomoia (Aiio- moea Lw.), Rioxa, Aragara, Thressa, Gauzania, Nomba, Valonia, Phanaemyia, Brea, A drama, ßricinia, Cliarax, Mystia, Poticara und Polyara von Walker; Noterophila, Meromacrus, Elepharopoda und Pterocalla von Rondani; Oedeparoa (Heternstoma Rond.), Rhicnoössa, Eccoptomera, Gymnonomus, Tep hrochlamys, Anarost oma, Diplo- eentra, AUophylla, Scoliocentra, Grymoliia, Prosopomyia, Balio- p t e r a , I s c h n o m y i a, S i g a 1 o c s s a , Pe r i s e e 1 i s , A ni i o t a, Pa r a 1 i m n a, A t h y- roglossa, Braehydeutera, Siphlus, Pachylophus, Gaurax, Hippelates, Mycetaulus, Platyparea,Euphrauta, Spilographa {inal. Rhagoletis und Zonosema Lw., Forellia Rob.-Desv.), Rha cochlaena, Hemilca, Hypenidium, Oedaspis, Carphotrieha (^TVoeeta Rob.-Desv., Dithryca vmd Oplocheta 'Rond.)., Empyelocera, Desmometopa und Cacoxenus voii Loew; Eupteromyia, Graminicomyia, Telostylus, Ptychoproctus, Terias ti oniyia (Phythal- mia Gorst., Angäula Walk., Elaphomy ia Saund.'), Racliiptera, Ela]) hrom yia, Lauxanacaii t hia, Pai'acel yp h ii s, Maria, Agastrodes, Mo n tro u z i cri a Diptera. 229 und Oedemachilus von ßigut; Spii'Ogi ossa, Pac h y c epliala und Zygae- nula (Trigonosoma Gray, Pterogenia Bigot, Gorgopsis Gerst.j von Doleschal : Toxotrypana und IHacrira von Gerstäcker; Gene hridobia, Cormoptera (Graphomyzina Mcq.), Phaeomyia, Phortica, Ephygrobia [Psüopa Fll., Hygrella Hai.) , Gampsocera, Ghloria (Ghrysomyza Fll .) , C e r a t o m y z a (Odon- tocera Mcq.) und Acrometopia (Oxyrhina Zett.) von mir selbst. Die ange- führten Gattungen halte ich grossentheils für berechtigt oder war wenigstens im Stande, sie nach den Beschreibungen mit ziemlicher Sicherheit in die von mir errichteten Untergruppen (Subfamilien) einreihen zu können. Gar keinen Aufschluss zu geben weiss ich über folgende, in die Hauptgruppe der Muscidae acalypterae noch weiters beschriebenen Gattungen: Chrysomyia, Tomella, Volusia, Sargella, Heramyia, Myosis, Vidalia, Delphinia, Stylophora^ Glidonia, Prionella, Xyphosia, SapTiaea, Bachis, Fimetia und Olina, sämmtlich von Eobineau-Desvoidy; ferner über die von Eondani nur in einer analytischen Tabelle proponirten : Acantliolena, Poliosoma, Terelliosoma, Garpom,yza, Cketostovia, Spathulina, Tanypoda, Halidaya, Per atochetus, [Dasyops, Alticomerus, Domomyza, Pachylomera, Meoneura, Sijyhimeu- lina, PegopMla, Trixostomua, Glabrinus und Trixosalis. Man wird die Anführung aller dieser Gattungen nicht für überflüssig betrachten, weil nur auf diese Weise klar wird, wehhe Ansichten über die bereits aufgestellten Gattungen ich habe und inwieferne die von mir beschriebenen neuen Arten in die eine oder andere dieser Gattungen gehören. Beschriebe ich beispielsweise eine Trypeta, so bliebe es, ohne obiger Ausführung unbestimmt, ob ich die Gattung im Meigen'schen, Loew'schen oder Walker'schen Sinne auffasste, während es nun ausgemacht ist, dass ich neben Trypeta alle Loew'schen Trypetinen-Gattungen angenommen habe und folglich Trypeta in der neuesten Begrenzung dieser Gattung meine. In den angeführten Gattungen sind bisher 3268 Arten beschrieben worden, von denen 1736 auf Europa, 438 auf Asien, 211 auf Afrika, 720 auf Amerika und 116 auf Australien entfallen, von 47 aber das Vaterland nicht bekannt ist. Ich halte es für unerlässlich, so viele und unter sich so sehr abweichende Formen, in natürliche Unterfamilien zu grupj)iren, und beantrage vorläufig, con- form mit den Ansichten, die ich zur Begründung des von mir und Brauer neu eingeführten Dipteren-Systemes ausgesprochen habe, folgende Gruppen: Borbo- rinae, Phycodrominae , Scatopliaginae , Thyreophorinae, Ehopalomerinae, Helomyzinae. Dryomyzinae^ Sciomyzinae, Tetanocerinae, Geoniyzinae, Drosophüinae, Ephydrinae, CJiloropinae, Psüinae, Sepsinae, Calobatinae, Michogastrinae, Achinae, Diopsidinae, Dacinae, Trypetinae, Sapromyzinae, TJlidinae, Platystominae, Dorycerinae. Pyrgotinae, Ortalinae, Agroviyzinae, Milichinae, Ochthip>h'lmae. Heteroneurinae und Cordylurinac Leider ist es mir nicht gestattet, bei diesemi Anlasse näher und ausführlicher zu begründen, w-oi-auf diese Gruppeneintheilung eigentlich beruht und welche Merk- 230 Ih: .]. R. Schiner. male den einzelnen Gruppen zukommen. Ich kann nur beifügen, dass ich sämmt- liche mir bekannte europäische und aussereuropäisehe Arten, bestimmt und mit Leichtigkeit in eine dieser Gruppen einzureihen im Stande war, und dass dies auch bei den meisten der Fall war, welche ich nur aus Beschreibungen kennen gelernt habe. Das Flügelgeäder ist auch hier wieder vor Allem massgebend ge- wesen, und ich behaupte, dass, wenn auch viele und wesentliche Modificationen in Folge neuer Entdeckungen oder richtigerer Anschauungen nothwendig werden mögen, ein vollkommenes Dipteren-System doch immer nur vorzugsweise auf die Eigenthümlichkeiten des Flügelbaues wird basirt werden müssen, um ein natür- liches zu sein. Es liegt übrigens in meinen Plänen, nach Vollendung des gegen- wärtigen "Werkes, mich ernstlich den Mu sei den zuzuwenden und ich werde dann Gelegenheit finden, über die Grundsätze obiger Gruppeneintheilung mich näher und ausführlicher auszusprechen. Ich schreite nun zur Aufzählung der im Novara-Museum vorhandenen Arten. Für eine Borhorine aus Südamerika bin ich gezwungen eine neue Gattungs- gruppe aufzustellen : ANOMIOPTERA. Kopf im Profile dreieckig, ilie Stirne ist n;imheh vorgezogen und das Untergesicht so stark zurückweichend, dass die Mundö'ifnung gerade unter dem Scheitel zu liegen kommt; am Mundrande jederseits eine Knebelborste, das Prälabrum etwas vorstehend, der Rüssel sehr dick, die Mundöffnung gänzlich ausfüllend. Stirne beborstet, die Borsten lang und derb bis zu den Fühlern fortgesetzt; letztere so lang als das Untergesicht, nickend, das erste Glied sehr kurz, das zweite stark verlängert und gegen das Ende zu erweitert, das dritte kürzer als das zweite mit pubescenter Rückenborste. Rückenschild flach gewölbt; das Schildchen ziemlich gross, der Hinterrücken stark entwickelt, rund gewölbt. Hinterleib fünfringlig, kaum so lang als der Rückenschild. Beine robust, Vordei-schenkel auffallend verdickt; Hinterschienen etwas gebogen ; der Metatarsus der Hinterbeine breitgedrückt und viel kürzer als das nächste Tarsen- glied. Flügel breit und kui-z, vorne abgerundet, die Mediastinalader rudimentär, die Subkostal- ader kurz, am ersten Drittel des Flügel-Vorderrandes mündend; Radialader stark wellig, vorne mit einem abstehenden Aderanhang; Discoidalader anfänglich gerade, dann aufwärts gebogen^ den Flügelrand nicht erreichend ; Postikalader vorne aufgebogen, die Discoidalzelle daher vorne abgerundet, die aus ihr ausstrahlende Ader den Flügelrand gleichfalls nicht erreichend; Anal- ader rudimentär; die kleine Querader fast am Ende der Discoidalzelle. Typische Art: Anomio- jptera picta n. sp. Von allen Bofhnriuen durch die Kopf- und Fühlerbildung verschieden. 1. ANOMIOPTERA PICTA n. sp. Glänzend schwarz; der Kopf lebhaft rothgelb, die Fühler braun, das erste Glied schwärzlich, das dritte in gewisser Richtung messinggelb schimmernd; Vorderbeine rothgelb mit schwarzen Hüften und Schienen; die Tarsenglieder braun; Mittel- und Hinterbeine, mit Aus- nahme der Tarsen glänzend schwarz, letztere blassgelblich, die Endglieder braun. Flügel intensiv braun tingirt, gegen den Ilinterrand" zu blässer und verwaschener, auf der Flügelfläche nichicrc fast glnsjiclle, unregeliuässigc Flecke und Streifen. l'Vi'". Kin Stück aus Colunibicn. Dipteru. 231 2. PHYCODROMA SYDNEYENSIS n. sp. Düster r o s t g e 1 b ; R ü e k e n s c h i 1 d und Schildclien obenauf grau, ersteres auf der Mitte mit zwei genäherten, weissHchen Längsstrienien und mit breiten, ebenso gefärbten Seitenstriemen, die in je drei Flecke aufgelöst sind, der vordere um die lebhafter gefärbten Schulterschwielen, der mittlere dreieckig, der hinterste mehr linienartig bis zum Schildchen fortgesetzt. Der Hinter- rand des Rückenschildes und das Schildchen sind gleichfalls weisslich; Brustseiten lebhafter rostgelb, glänzend, in der Tiefe der Nähte dunkler, die Mittelbrust schwärzlich. Hinterleib glänzend braungelb bis braun, die Einschnitte immer heller, der Bauch matter; der After kolbig, bei dem Weibchen die ganze Unterseite etwas grausehimmernd, die Legeröhre kurz, rostgelb. Kopf rostgelb, die Stirne schwärzlich, vor den Ocellen rostgelb; der dicke Rüssel und die Taster düster rostgelb ; die Fühler rostgelb bis braun, an der Basis gewöhnlich heller, das dritte Glied kurz, rundlich, die Borste lang; die Backen ziemlich breit und sowie die Mitte des tief ausgehöhlten Untergesichtes in gewisser Richtung weisslich schimmernd. Behaarung des Rücken- schildes kurz, nur vor dem Schildchen und am Seitenrande einige längere schwarze Borsten; Brustseiten ganz kahl, Hinterleib dicht schwarzborstlich behaart, was die Grundfarbe oft ganz alterirt; die ganz kurzen Borsten auf der Stii-ne so wie die ziemlich zahlreichen, doch kurzen Börstchen am Mundrando schwarz. Beine düster rostgelb, glänzend; Vordcrschenkel verdickt, obenauf mit schwarzen Börstchen dicht besetzt; Mittel- und Plinterschenkel ziemlich schlank, überall, besonders auf der Unterseite weisslich behaart; Vorderschienen wenig, die Mittel- und Hinterschienen dicht, die ersteren, besonders auf der Innenseite zottig behaart, was sich auch auf den Metatarsus ausbreitet ; der hinterste Metatarsus an der Basis dick, dann allmälig schmä- ler, so lang als die drei nächsten Tarsenglieder zusammen, aussen mit einem dichten, goldglän- zenden Tomente; die Tarsenendglieder breit herzförmig. Beine des Weibchens im Ganzen kahler, namentlich die zottige Behaarung der Schienen fehlend. Flügel länger als der Hinter- leib, etwas graugelblich tingirt, an der Basis rostgelb ; die hintere Querader nahe am Flügel- rande, die Postikalader den Flügelrana nicht vollständig erreichend, die Analzelle ziemlich gross. 3 — 4". Zehn Männchen und drei Weibchen aus Sydney, ausserdem viele Stücke in Weingeist, die Herr v. Frauenfeld am Meeresufer gesammelt hatte. 3. SCATOPHAGA STERCORARIA L. Mmca slercoraria L., Fauna suec. 1861. — Fabr., Spec. insector. II. 449. 7.?. — Scatomyza e&A. Fall., .Scatom. 4, 3. — Scaiophaga stercoraria Meig., System. Beschr. V. 248, -2. Zwei Männchen und acht Weibchen (letztere bis zur Grösse von nur 2V-.''" herabsinkend) vom Cap der guten Hoffnung. Ich konnte keinen Unterschied zwischen ihnen und den europäi- schen Stücken auffinden und bin auch überzeugt, das Scato]}haga hottentota Mcq. nichts weiter ist als obige Art. Es sind noch zwei Scatophaga-AxiQn vom Cap der guten Hoffnung besehrie- ben worden : Scatophaga soror W. gleicht der europäischen Scatophaga scyhalaria und Scato- pJmga Zaraiel Walk, welche gar keine ScatopJiagine , sondern höchst wahrscheinlich identisch mit Dichromyia caffra Mcq. ist. 4. HETEROBIYZA ATRICORNIS Meig. System. Beschr. VI. 46, 1. Taf. LVII, Fig. 21. Ein Weibchen aus Madeira, das sich von den europäischen Stücken in Nichts unter- scheidet. 232 Dr. J. F. Schiner. 5. HETEROMYZA APICALIS n. sp. Lebhaft rostgelb, oline Glanz, das Schildchen eingedrückt, etwas gleissend. Hinter- leib auf der Mitte des zweiten Ring-es, dann der -dritte bis fünfte Ring obenauf schwarz, was sich auch etwas auf die Bauchseite hinüberzieht, der letzte Ring rostgelb, die Genitalien schwarz. Kopf matt rostgeib, die Stirne verhältnissmässig breit, der Ocellenfleck schwärzlich, die Augen- ränder heller. Taster und Fühler rothgelb (das dritte Glied fehlte im vorliegenden Stücke). Beine rostgelb. Stirne mit drei langen, rückwärts geneigten Borstenreihen und zwei vorwärts gerichteten Scheitelborsten; am Mundrande mehrere Borsten; Rückenschild auf der Mitte mit aus je drei Borsten bestehenden Borstenreihen; Schildchen vierborstig. Hinterleib borstig behaart, Vorderschenkel unten lang beborstet, die übrigen Schenkel nur kurz borstig behaart, die Präapikaiborsten der Schienen gross; alle Borsten und Borstenliärchen schwarz. Flügel an der Basis gelblich, gegen die Spitze zu schwärzlich-grau tingirt, die Spitze selbst schwarz gesäumt, was an der Mündung der Längsadern besonders hervortritt, die hintere Querader schwärzlich gesäumt ; der Flügelrand ganz kahl. SVs'". Ein Stück aus S ü d - A m e r i k a. Helomyza chilensü llcq., der die neue Art in der Färbung ganz gleicht, Iiat einen beboistefen Flügel- rand, ist daher gar kein Heteromysa. 6. RHOPALGMKRA STICTICA Wied. Aussereurop. zweifl. Ins. II. ö73. 4. Ein Stück aus Brasilien stimmt in der Hauptsache mit der Wiedemann'schen Be- schreibung. Das Untergesicht hat auf der Mitte gleichfalls einen glänzend schwarzen Höcker, die Färbung ist lichter als bei Rhojxiloniera clavi_pes. F. und die Flügel sind bunter. Alles so wie es Wiedemann angibt, doch halte ich es nicht für überflüssig mein Stück ausführlich zu beschreiben, da Wiedemann 's Angaben doch zu kurz sind, um jeden Zweifel auszuschliessen; Rückenschild mattbraun, auf der Mitte mit roströthlichen Flecken, vorne der Anfang dreier weisslichen Längsstriemen, die Seiten gleichfalls heller bestäubt; Brustseiten düster braunroth ; Mittelbrust rostgelb; Schildchen lang, dreieckig, hinten abgestutzt und wulstig gerandet, der Rand glänzend rostbraun, die Oberseite matt rostgelb, eingedrückt. Hinterleib weissgrau schimmernd, mit undeutlichen schwarzen, in drei Reihen gestellten Flecken. Kopf ochergelb, die Stirne an den Seiten, hinten und auf der Mitte schmal bräunlich; Untergesiclit unter den Fühlern mit einem glänzend schwarzen Höcker und dunklen Flecken an den Wangen. Taster und Rüssel braun; Fühler braun, die Basalglieder jedoch gelb, die Borste weitläufig gefiedert. Beine glänzend pechbraun, die Vorderschenkel an der Spitze, die Mittelschenkel auf der Mitte und an der Spitze unten, die Hint.erschenkel oben und gegen die Spitze zu lebhaft rostgelb ; die Mittel- und Hinterschienen an der Basis mit einem rostgelben Ringe ; die beiden Basalglieder aller Tarsen gelb; die Bildung und Behaarung der Beine wie bei den \\hrigQn. Rhoj^alomera-KH&n; die Hinterschienen aussen mit vier auf schwarzen Höckerchen stehenden abstehenden Borsten. Flügel theils auf glashellen, theils auf rostgelben Grund braun gefleckt, die Flecke gegen den Vorderrand zu ziemlich regelmässig und intensiv; gegen den Hinterrand blässer und auch ver- waschener; an der Mündung der Mediastinalader und um die kleine Querader ein grösserer, auf- fallender Fleck. 4'". 7. RH OPALOME RA PUNCTIPENNLS Rondani. iStiidij entomologiei. Toriiio l,sl8. Aus Brasilien; Rondani 's Beschreibung ist genügend, um die Art mit Sicheriicit zu Diptera. 233 RHINOTORA nov. gen. Nächst verwandt mit Ehojjalomera. W. — Kopf last dreieckig, die Stirne tief eingesattelt, die Augen querlänglich oder fast rund, stark vorgequollen; das Untergesiclit unter den Fühlern ausgehöhlt, am Mundrande ansteigend, das Prälabrum stark entwickelt, die Wangen sehr breit, mit Längseindrücken ; der Rüssel geknieet, die Taster klein. Stirne und Untergesichtsrand mit einzelnen längeren Borsten. Fühler kurz, das dritte Glied fast rund, mit nackter oder pubes- center Rückenborste, das zweite Glied mit einer längeren Borste. Rückenschild massig gewölbt, grob punktirt. Schildchen länglicii dreieckig, am Hinterrande mit buckelartigen Vor- ragungen oder Dornen. Hinterleib kürzer als der Rückenschild, flachgedrückt. Beine robust, die Schenkel verdickt; Schienen und Tarsen einfach, die Metatarsen verlängert. Flügel mei- stens gefleckt; die Subcostalader kurz, die Mediastinalader rudimentär; Cubitalader etwas wellig; Discoidalader voine zur Cubitalader nicht im mindesten aufgebogen; Posticalader bogig, die Discoidalzelle daher vnrne ziemlich bauchig; Analzelle kurz aber deutlich. Typische Art: Rhi- notora pluricellata. nov. sp. Die Gattung gehört mit Rhopalimiera und verwandten Formen in eine natürliche Gruppe, die weder mit den Platystominen noch mit den Ortalinen, wohin man die Rhopalomeren bisher zu stellen pflegte in näherer Verwandtschaft steht und meines Erachtens nicht einmal zur For- menreihe derselben gehört. Von den publicirten Gattungen wäre höchstens an die Gattuno- Goelometo])ia M c q. zu denken , die höchst wahrscheinlich in dieselbe natürliche Gruppe gehört allein Ooelometojiia hat ein verlängertes drittes Fühlerglied und verlängerte Schenkel, auch wäre nach der Macquart'schen Abbildung (Dipt. exot. suppl. II. Tf V. flg. 14) die Mediastinalader deutlich vorhanden, was Alles eine Identificirung beider Gattungen ausschliesst. Von lihopalomera unterscheidet sie sieh abgesehen von allen anderen schon durch die nicht verengte erste Hintei'- randzelle. 8. RHINOTORA PLURICELLATA n. sp. Rückenschild matt rostgelb, in den Vertiefungen bis ins Braune verdunkelt, was sich zuweilen so sehr ausbreitet, dass man den ganzen Rückenschild braun nennen könnte; Schildchen heller oder dunkler rostbraun und sehr eigenthünilieh gebildet; es ist nämlich im Umrisse fast dreieckig, in der Mitte eingedrückt und an den Seiten hinten in je zwei Dornen ausgezogen, so dass vier Dörnchen, zwei längere und zwei kürzere hinten vortreten und ausserdem die Spitze des Schildchens höckerartig in die Höhe gerichtet ist; die Dornen und der ganze Seitenrand sind glänzend und dunkler als der Rest. Hinterleib glänzend schwarzbraun, an der Basis und am Bauehe oft rostgelb. Kopf rostgelblich, das Untergesicht in Folge Bestäubung matt; die Saug- flächen des kurzen Rüssels dick; Fühler hellbraun, in lichteren Exemplaren ockergelb. Beine glänzend peehbraun, die Schenkelspitzen, die Basis der Schienen und ein Ring auf der Mitte der Letzteren rostgelb; die Metatarsen und das nächste Tarsenglied weisslichgelb, die Tarsenend- glieder schwarz. Flügel glashelle mit schwarzbraunen Fleckchen besäet; die Radialader mit der Randader durch eine Reihe von Queradern verbunden, welche alle braun gesäumt sind, die übrigen Fleckchen stehen an den Längsadern, welche an diesen Stellen dunkler sind; ausserdem ein dunklerer Wisch an der Flügelspitze und ein eben solcher oberhalb der hinteren Querader. 2 — 2"4 ". Vier Stücke aus Brasilien. 234 D). J. L'. Schi n er. 9. RHINOTORA MUTICA n. sp. Rückenschild schwarzbraun, tief punktirt und daher matt erscheinend; die Sciiulter- schwielen und eineSchwiele anderQuernath glänzend schwarz; ßrustseiten braunschwarz; Schild chen glänzend rostgelb, verlängert, mit einer Mittelfurche, welche die hinteren Ecken stumpf vertreten macht. Hinterleib glänzend braunschwarz, der Bauch braungelb. Kopf lichtbraun, in den Vertiefungen dunkler, um die Fühler und am Mundrande glänzend schwarz; Rüssel schwarzbraun; Fühler ockergelb. Beine kahl, die Vorderschenkel sehr stark-, die übrigen weniger verdickt. Vorderbeine glänzend schwarzbraun, die Schenkel gegen die Spite zu rost- braun, die übrigen Beine glänzend braungelb, die Schenkel an der Aussenseite, von der Basis her verdunkelt. Flügel am Vorderrande rostgelb, weiterhin gelblichgrau tingirt, mit braunen Wischen um alle Queradern und an der Spitze, so dass die Mündungen der Längsadern braun gesäumt erscheinen: die Bräunung um die hintere Querader zieht sich nach oben hin und ver- bindet sich mit doi Bräunung an der Flügelspitze. ?>'". Ein Stück gleichfalls aus Brasilien. 10. LIMNIA CAPENSIS n. sp. Rostgelb, Rückenschild mit zwei breiten, wenig auffallenden, weisslichen Längsstriemen und ebenso gefärbten Seiten; Brustseiten weisslich bereift. Hinterleib etwas dunkler als der Rückenschild, der After des Männchens (es liegt nur ein solches vor) ausserordentlich dickkolbig. Kopf rostgelb, die Stirne glänzend, mit einer glänzend schwarzen, breiten, erhobenen Mittel- strieme, welche sich, etwas verbreitert am Hinterkopfe fortsetzt und vorne bis zu den Fühlern reicht, vor denselben aber etwas eingedrückt ist; die Augenränder sehr schmal- und die Seiten der Mittelstrieme, hinter den Ocellen, lebhaft weissschimmcrnd. Untergesicht weisslichschim- mernd, auf der Mitte, knapp am Mundrande ein glänzend schwarzes Längsfleckchen. Rüssel und Fühler rostgelb, das dritte Fühlerglied am Rande braun; die Borste weisslich, fast nackt. Beine rostgelb, alle Schenkel oben und auf der Mitte stark verdunkelt, die vordersten verdickt, die hintersten verlängert und an den Seiten gefurcht, auf der Unterseite mit zarten Börstchen ; die Spitze der Schenkel und Schienen und die Tarsenendglieder schwarz. Die Behaarung des Leibes sehr unscheinbar, nur auf der Mittelbrust längere schwarze Borstenhaare. Flügel braun, am Vorderrande intensiver, mit geordneten glashellen Fleckchen gitterartig durchbrochen; am Spitzenrand fehlen diese Fleckchen; hintere Querader gerade 3'". Ein Männchen vom Cap der guten Hoffnung. 11. LIMNL\ TRANSMARINA n. sp. Rostgelh, der Rückenschild weisslich bereift, auf der Mitte mit zwei genäherten, glän- zenden Längslinien, an den Seiten mit zwei breiten, vertieften und in der Vertiefung dunkleren Striemen; der Seitenrand, bis zu den Schulterecken hinauf recht lebhaft weissbereift; Brust- seiten weisslichschimmernd. Hinterleib matt, die Ringe an der Basis etivas dunkler, aber kaum bräunlich, die ganze Fläche in gewisser Richtung weisslichschimmernd, die Behaarung kurz, schwärzlich; der After kolbig. Kopf rostgelb, die Stirne sehr lebhaft, auf der Mitte eine vertiefte Längslinie, welche um die Ocellen braun ist; der Augenrand silberweiss; die schwarzen Borstenhaare stehen auf schwarzen Punktwärzchen. Das Untergesicht blass rostgclb, mit lebhaft messinggelbem Schimmer; Taster und Fühler rostgelb, das dritte Glied etwas wenig länger als das zweite; die Borste pubescent, gegen die Spitze zu weisslich. Beine rostgelb, die Vorder- hüften weissschimmcrnd, die Gelenke kaum dunkler, die Tarsen gegen das Ende zu schwarz- braun. Flügel rostgelblich tina-irt, am Vorderrande mit braunen, grösseren Flecken, so dass die Unteirandzolle abwechselnd hell und dunkel sich darstellt, die übrige Flügelfläche mit Diptera. 235 grauen Fleckchen, welche so geordnet sind, dass von der Grundfarbe ringartige Stellen frei blieben; man könnte auch sagen, dass die Fläche mit rosetten- oder kreuzförmigen grauen Fleck- chen bedeckt ist; der Flügelhinterrand ist ausgedehnter braun, die beiden Queradern sind braun gesäumt, die hintere bauchig; die Mediastinalzelle ist ganz ungedeckt. 3'". Ein Männchen von Auckland. 12. TETANOCERA GUTTULARIS W. Aussereurop. zweifl. Ins. II. .i84, 3. ^ Macquart, Dipt. exot. II. i. 181, 3. Ich beziehe Wiedemann's Beschreibung auf ein einzelnes Stück aus Süd-Amerika, weil sie in Allem stimmt bis auf Folgendes: der Hinterleib ist bei dem vorliegenden Stücke sehr dunkel gelbbraun, der vorletzte Ring ist heller bestäubt und zeigt an den Seiten je eine runde Makel. Die Beine sind gelb, es sind aber niciit nur die Spitzen der Schenkel und Schienen schwarz, wie Wiedemann angibt, sondern an den Schenkeln ist auch je ein Ring vor der Spitze so gefärbt, und die Tarsen sind mit Ausnahme der Basis und eines Ringes auf der Mitte schwarz. 13. THECOMYIA LONGICORNIS Perty. Delectus animal. brasil. — Macqua rt, Suit. ä Buff. II. 364, 1. und Dipt. exot. II. 3, 179. Taf. XXIV, Fig. 4. Zwei Stücke aus Süd-Amerika (Brasilien und Columbien). 14. SEPEDON BRASILIENSIS n. sp. Rückenschild hell rostbraun, etwas graulich bereift und dicht schwarz punktirt, auf der Mitte mit einer rothgelben, wenig auifallenden Längsstrieme, die sich auch über das Schildchen fortsetzt, am Rande breit weissgelb gesäumt; Brustseiten rostgelb, weissschimmernd, oben dicht punktirt, weiterhin nur mit wenigen Pünktchen, die sich gegen die Mittelbrust zu ganz ver- lieren; unmittelbar unter den Flügelwurzeln einige grössere Punkte, aus welchen schwarze Börstchen hervorragen. Hinterleib matt rostgelb, mit wenig auffallender dunklerer Rücken- strieme, die Seiten schwarz punktirt. Kopf lebhaft rostgelb, die Stirne ohne Glanz, auf der Mitte vorne mit einem eing>edrückten rautenförmigen, glänzenden Fleckchen, am Augenrande gegen vorne zu jederseits eine sammtschwarze, runde Makel, die Augenränder schmal- und der Scheitel hinter den Ocellen lebhaft weissschimmernd; Untergesicht glänzend, mit drei sammt- schwarzen Flecken, unter den Fühlern und auf der Mitte etwas weisslichscliimmernd, am Augen- rande je drei lebhaft weissglänzende Flecke; Rüssel, Taster und Fühler rostgelb, das zweite Glied der letzteren etwas mehr als doppelt so lang als das dritte, griffeiförmig, dünn, zart schwarz beborstet; das dritte Glied schwärzlich, nur an der Basis rostgelb und etwas verdickt, so dass die ziemlich derbe, stark pubescente Borste auf einen Vorsprung zu stehen kommt. Beine rostgelb, die Vorderhüften silberweiss, die Spitzen der Schenkel und Schienen, sowie die Tarsenendglieder bräunlich, die Haftläppchen weiss. Flügel bräunlich tingirt, am Vorder- rande am intensivsten, mit hell rostgelben Flecken und Streifen, und zwar: ein Längsstreif, der von der Flügelbasis her die vordere Basalzelle einnimmt und jenseits derselben sich in Flecke auflöst, vor der Flügelspitze kleine Fleckchen, die in einer senkrechten Linie liegen, und endlich um die hintere Querader gleichfalls solche Fleckchen; die Queradern sind dunkler gesäumt; die hintere ist stark gebogen. 3 — 3^4"'. Ein Pärchen aus Brasilien; das Weibchen unterscheidet sich von dem Männchen nur durch den liinten zugespitzten Leib. 15. DIASTATA CHILENÖIS n. sp. Schwärzlich, der Rückenschild in Folge dichter hellerer Bestäubung gelblichgi-au erscheinend; Hinterrüeken weisslich. Hinterleib mit weissen SeitenÜecken , die in breite, an 236 Dr. J. B. Seh in er. den einzelnen Abschnitten staffelartig- abgesetzte Län,i;sliinden zusammentreten. Kopf gelblich, die Stirne an den Seiten weiss, um die Ocellen verdunkelt, so dass die Grundfarbe nur in der Mitte frei bleibt und neben den Ocellen in zwei Ecken vortritt. Fühler gelb, drittes Glied am Rande verdunkelt. Beine rostgelb, die Schenkel von der Basis her schwärzlich. Flügel glas- liell, am Vorderrandc, nahe an der Basis mit einer grossen schwarzen, scharfbegrenzten Makel, welche über die kleine Querader bis in die Discoidalzelle hinabreicht; weiterhin noch drei schwarze Flecke am Vorderrande, der letzte an der Flügelspitze; die übrigen zwei zwischen Spitze und Basalfleck. Diese zwei Flecke sind unten durch einen grauen Schatten mit einander verbunden, so dass zwischen ihnen die glashelle Grundfarbe als runde Makel freibleibt; die erste Hinterrandzelle grau getrübt, an deren Spitze ein glashellei- Ausschnitt über der hinteren Querader ebenfalls eine scliwarzbiaune Makel; der Vordei-rand nicht horstlich. 1" . Ein Stück aus Chile. HETERO( HROA nov. gen. Aus der Gruppe der Gconujz/'//ae. — Schlanke Arten, vom Aussehen der Heteroneuren, von denen sie sich durch den Mangel der Mediastinalader leicht unterscheiden lassen. — Kopf halbrund. Untergesicht zurückweichend, kurz, am Mundrande mit starken Knebelboi'sten; Stirne breit, bis vornehin dicht beborstet; Fühler sehr kurz, die Basalglieder undeutlich, das dritte Glied rund, ziemlich gross, mit subapicaler, deutlich pubesgenter Borste. llUckenschild ziemlich lang, auf der Mitte mit zwei weitläufigen Borstenreihen; Schildchen gleichfalls bebor- stet. Hinterleib ziemlich schlank, deutlich sechsringlig; die Genitalien des Männchens kolbig, dem Bauche aufliegend. Beine schlank, die Schenkel etwas verdickt, die hintersten länger als der Leib, die vordersten auf der Unterseite borstlich behaart. Vorder- und Mittelschienen mit Präapicalborsten. Flügel breit, die Flügellappen stark vortretend; Mediastinalader rudimentär, Subcostalader kurz, am ersten Drittel des Vorderrandes mündend; Radialader lang, Cubitalader an der Flügelspitze mündend, Analader deutlich; die kleine Querader etwas jenseits der Mün- dung der Subcostalader; die hintere Querader unten sehr schief nach aussen gerückt, die Dis- coidalader daher unten spitz ausgezogen, der Abstand der beiden Queradern von einander so gross, als der der hinteren vom Flügelrande; Aualzelle sehr klein. Typische Art: Heferochroa picta n. sp. Durch das Flügelgeäder unterscheidet sich die Gattung Heterochroa von sämmtlichen Geomyzinen-Gattungen. 16. HETEROCHROA PICTA n. sp. Rostgelb, Rückenschild mit drei braunen Längsstriemen, die seitlichen nahe am Rande; Brustseiten gleichfalls mit einer braunen Strieme, welche unter den Schulterecken beginnt, bis zum Hinterrücken reicht und sich auch über diesen fortsetzt, unter derselben eine zweite kurze Strieme. Hinterleib glanzlos. Die Ringe am Vorderrande bräunlich, die Genitalien gelb, hinten schwärzlich. Kopf blass rostgelb, die Stirne messinggelb schimmernd, auf der Mitte mit einer braunen Längsstrieme; Fühler gelb, das dritte Glied kreisrund, gross, die Borste braun. Untergesicht auf der Mitte tief eingedrückt und daselbst bräunlich, sonst weissschim- mernd; Rüssel und Taster gelb. Beine ockergelb, die Börstchen an den Vorderschenkeln und Hüften schwarz. Flügel braun, am Vorderrande intensiver, die Basis rostgelb, mit zwei glas- hellen Fleckenbinden, die erste ober der kleinen Querader, die zweite jenseits der Discoidalzelle eigentlich aus drei Flecken bestehend; der ganze Spitzenrand ziemlich verbleicht, fast glashell; die Posticaladcr erreicht den Flügclrand nicht vollständig. .3'". Zwei Männchen aus Chile. Diptera. 237 17. HETEHOCHROA HICOLOR n. sp. Lebhaft rostgelb; Kück eusclii 1 d stark g-Jiiiizend, mit zwei schwarzen Längsstrie- men, welche nicht unmittelbar am Vorderrandc beginnen, aber bis zum Schildchen reichen; Bi-ustseiten blässer, gleichfalls mit glänzend schwarzer Längsstrieme, die unter der Schulter beginnt und zum Hinterrücken sich fortsetzt. Hinterleib an der Basis rostgelb, sonst glän- zend schwarz, der Bauch in grösserer Ausdehnung rostgelb. Kopf Ijlass rostgelb, das Unter- gesicht -weissschimimernd; Taster und Fühler gelb, das dritte Glied der letzteren rund, die Borste fast apical, braun. B e i n e fahlgelb, ganz kahL Flügel glashell, kaum etwas bräunlich - gelb tingirt; die Poslicalader bis zum Flügelrande reichend. 2'". Ein Weibchen aus Chile. 18. CURTONOTUM GIBBUM F. Musca gihba Fabr., .'^ystPin. Aiitl. "297, 76. — Ueluniij::,! r/ihha Wiedeiu., Aussereurop. zweifl. Ins. II. 580, I. — Curtoiioinm gihl.um Meq., Dipl. exot. II. .S, 193. Taf. XXV, Fig, G und 7, Sieben Stücke aus Süd- Amerika (Brasilien, Columbien). — Zur Beschreibung füge ich Folgendes bei: die Stirne ist lebhaft rothgelb, ohne Glanz, die Augenränder und der Raum, worauf die Borsten stehen, sind weisslich und da auch der Ocellenfleck weisslicli gefärbt ist, so erscheint die Grundfarbe hinten wie ausgenagt; der Hinterleib erscheint in Folge der dichten hellen Bestäubung gelblichgrau, an den Seiten desselben, am ersten Ringe zwei dreieckige, am zweiten und vierten je zwei ebensolche, aber lang gezogene schwarzbraune Flecke, ausserdem eine schwarzbraune, am zweiten Ringe beginnende und bis zum After reichende Rückenstrieme. Die Beine sind oft ganz rostgelb; die Flügel gelblich, mit einem braunen Längswisch vor der Spitze; IMediastinalader rudimentär, Discoidal- und hintere Basalzelle mit einander ver- schmolzen'). 19. CURTONOTUM SIMPLEX n. sp. Schwarzbraun, der Rückenschild wenig gewölbt, der Hinterleib fast ganz schwarz, an den Seiten mit weisslichen Flecken; Brustseiten weissgrau schimmernd. Kopf braun, die Stirne mit lebhaft zimmtrother Bestäubung, welche in Folge der Verdunklung des Oeellenfleckes und der beiden Sitten desselben, hinten viergablig ausgenagt erscheint; Fühler rostgelb, die Basis und das dritte Glied braun, die Borste lang gefiedert; das Untergesicht an den Seiten heller, auf der Mitte dunkler; Rüssel und Taster schwärzlich. Flügel schwarz- braun, am Vorderrande intensiver, die Basalhälfte etwas lichter, der Vorderrand kaum gedör- nelt. 3'". Ein Stück aus Brasilion. 20. SIGALOESSA DISPAR n. sp. Rücken Schild und Schildchen glänzend schwarz; Schulterbeulen und die Brustseiten unterhalb der Flügelwurzcln, so wie die Seiten des Hinterrückens rostbraun. Hinterleib lebhaft gelb, mit kurzer aber sehr wahrnehmbarer schwarzer Behaarung; Genitalien etwas vor- stehend, kurz zangenartig, aus der Mitte ein längeies, fadenartiges Organ vorragend und am Bauche anliegend. Kopf schwarzbraun, die Backen und der untere Theil des Untergesichtes ') Ich halte es für eine ausgemachte Sache, dass die Gattung Üurtonotum nicht zu den Helorayzinen, sondern richtiger zu den Ürosophllinen zu stellen sei: Das Flügelgeäder weist Ihr diese Stelle an ; zu den Helomyzen wurde sie wahrscheinlich aus dem Grunde gebracht, weil der Flügelvorderrand lang beborstet ist, ein Merk- mal, das den Helomyzinen durchaus nicht eigenthümlich ist; Helomysa picta W. gehört gleichfalls zu der Gattung Curtonotum; Loe w determinirte sie mir sXsSapromyza guttula. und sie mag wohl in den Sammlungen unter diesem Namen vorlianden sein. 238 Dr. J. B. Schi n er. heller; Fühler bräunlich, an der Spitze des zweiten Gliedes und an der Basis des dritten gelb; die Borste kurz gefiedert; Taster und Rüssel gelblich, letzterer ziemlich lang, die Saugflächen hakenartig abstehend, erstere gross, fast rund. Beine honiggelb, die Hinterschienen etwas gebogen, die Tarsen mit einer kurzen, abstehenden Behaarung, die Klauen stark gebogen, die Pulvillen gefranst, an der Basis unten mit längeren Börstchen. Flügel länger als der Hinter- leib, Subcostaiader kurz, Radialader bis zum letzten Viertel des Vorderrandes reichend, Cubi- tal- und Discoidalader fast gerade, vorne etwas convergirend, an der Mündung ihr Abstand von einander halb so gross, als der der Cubitalader von der Radialader, die kleine Querader gerade unter der Mündung der Subcostaiader, die hintere jenseits der Flügelmitte, der Abstand beider nur wenig kleiner, als der der hinteren vom Flügelrande; hintere Basalzelle rudimentär; Rand- ader bis zur Mündung der Discoidalader reichend. Das Weibchen gleicht dem Männchen, ist aber anders gefärbt; es ist nämlich der Hinterleib gleichfalls glänzend schwarz, und nur der letzte Ring, sammt der Legeröhre gelb ; die Legeröhre steht weit vorne und ist abwärts gebo- gen, an ihrer Basis fällt oben ein lappenartiger, schwarzbeborsteter Anhang auf, die Flügel sind rein glashell. Alles sonst wie bei dem Männchen. IV2'". — Beide Geschlechter aus Süd- Amerika. Ich nmss diese schöne neue Art für eine iSigaloiissa halten, obwohl L e w's kurze Charakteristik der Gattung Stgaloessa (Berl. entom. Zeitsch. IX. 186) kaum einen sicheren Sohluss ermöglicht und nichts ent- hält, als dass die Gattung von der Gattung Asteia sich durch das Vorhandensein der hinteren Querader unter- scheide. Das ist aber bei meiner Art der Fall, sie zeichnet sich aber auch noch dadurch aus, dass der Rüssel ziemlich lang ist und die Saugflächen hakenartig abstehen, ferner die Taster gross und rund sind. Die Fühler- borste bei Sigaloessa hicolor Lw. ist sehr kurz gefiedert, dasselbe ist auch bei meiner Art der Fall; eine Differenz zwischen den beiden Arten finde ich darin, dass die hintere Que rader nach Loa w's Angaben der Mündung der Subcostaiader gegenüber gelegen sein soll, während sie bei meiner Art weiter vorgerückt ist. Vielleicht sollte es heissen: „die kleine Querader", denn wäre die hintere Querader so nahe am Flügel- rande, so würde für die kleine Querader kaum ein Raum übrig bleiben. 2L DROSOPHILA COFFEINA a. sp. Ritter v. Frauenfeld fing auf Taiti in den Caftee- Pflanzungen zwei Fliegenarten in grosser Menge, die beide fast gleiehgross und rostgelb gefärbt sind. Man erzählte ihm an Ort und Stelle, dass diese Fliegen, der Caffee-Ernte grossen Eintrag machten, ohne dass die Art und Weise der Beschädigung angegeben werden konnte. Von den beiden Fliegen ist die eine ein Chironomide, über welchen ich im Anhange Näheres anführen werde, die zweite eine Droso- j)hila. Der Chironomide schwärmt zu Tausenden neben den Caffeebäumen, die Drosophila sass auf den Blättern oder schwärmte in der Luft. Ich kann es nicht glauben, dass der Chironomide ein Beschädiger des Caffeebaumes sein sollte, da die von mehreren Chironomiden bekannte Lebensweise nichts enthält, was darauf schliessen Hesse. Wohl aber dürfte die Drosophila den Pflanzungen schädlich sein ; denn auch in Ceylon soll, in so weit ich mich erinnere, nach einer Angabe Nietn er's eine Museide (ich glaube Nietner hielt sie für eine Anthomyia) den CafFee- pflanzungen Schaden zufügen. Die Art, welche mir vorliegt, stimmt mit den Beschreibungen mehrerer Walker'scher Drosophilen überein, da jedoch diese Beschreibungen nicht so charak- teristisch sind, um eine ganz sichere Determinirung zu ermöglichen, die vorliegende Droso- phila aber schon ihrer präsumtiven Schädlichkeit wegen, von besonderem Interesse ist, so lialte ich es für angemessen, sie neu zu benennen und vollständig zu beschreiben : Blass rostgelb, der Hinterleib obenauf stark verdunkelt, bei dem Weibchen sjiitz ausgezogen. Fühler bräunlichgclb, das dritte Glied etwas schmäler als das zweite und kaum Dipfcra. 239 länger als dieses; die Borste weitläufig- gefiedert (oben 6—7, unten höchstens 4 Fiedern); Beine blassgelb, die Piäapicalborste deutlich. Flügel sehr blassbräunlich gelb tingirt, die Randader bis zur Mündung der Discoidalader reichend, die Subcostalader sehr kurz, den vierten Theil des Randes nicht erreichend, Radialader jenseits der Flügelmitte mündend; Cubital- und Discoidal- ader vorne genähert, an der Mündung ihr Abstand von einander mindestens dreimal kleiner, als jener der Cubital- von der Radialader; die Discoidalzelle sehr schmal, die beiden Queradern etwas weniger weit von einander entfernt, als die hintere Querader vom Flügelrande; die kleine Querader genau unter der Mündung der Subcostalader. s/t'". Viele Stücke beiderlei Ge- schlechtes im Weingeiste und auch getrocknete, alle aus Tai' ti. 22. DROSOPHILA CALLOPTERA n. sp. Schwarzbraun; Rückenschild vorne rostgelb und daselbst weissschimmernd, so dass es das Aussehen hat, als läge eine Platte an dieser Stelle, auf der Mitte mit zwei schmalen braunen, nur in gewisser Richtung deutlicheren Längsstriemen, weiterhin braun, mit weisslichen Linien und schwarzen Fleckchen, die dem ganzen Rückenschilde ein buntes Aussehen verleihen; Brustseiten und Schildchen fast schwai-z. Hinterleib sehr dunkel schwarzbraun, der 2 — 4 Ring, in Folge einer helleren Beschuppung, graugelblich scliimniernd. Kopf sehr blassgelb (neapelgelb), die Augenränder und das Untergesicht fast weiss, letzteres auf der Mitte etwas erhoben; die Fühler in einem Grübchen, ihre Farbe blassgelb, die Borste lang, weitläufig gefie- dert, an der Basis unten nackt; die Saugflächen des Rüssels dick. Beine rostgelb, die Hüften und Schenkel fast bis zur Spitze hin schwarz; PrUapicalborste deutlich. Flüge blass rostgelb- lich, braungefleckt, an der Basis ein grösserer Fleck, weiterhin am Rande, oberhalb der kleinen, fleckenartig braungesäumten Querader, ein kleines Fleckchen, jenseits der Flügelmitte eine sehr grosse, vom Vorderrande bis zur •Discoidalzelle herabreichende Makel, die ganz oben ein glas- helles Fleckchen umschliesst, die Mündungen der Längsadern und ein schmaler Saum an der Flügelspitze gleichfalls braun ; ausserdem die hintere Querader braun gesäumt imd einige blas- sere Flecke in und unter der Discoidalzelle. Subcostalader sehr kurz, Radialader vorne etwas geschwungen; Cubitalader genau in die Flügelsitze mündend; der Abstand der Mündungen der drei vorderen Längsadern (Radial-, Cubital- und Discoidalader) fajt gleichgross, jener der beiden Queradern eben so gross als der der hinteren vom Flügelrande. IV4'". Drei Stück aus Süd- Amerika. 23. DROSOPHILA PULCHRA n. sp. Rostgelb; der Rückenschild stark glänzend, an den Schultern weissschimmernd. Hinterleib an der Basis jederseits mit einem schwarzen Fleckchen, auf der Mitte mit eineni schwarzen, kreuzförmigen Flecke, welcher dadurch entsteht, dass die schwarze Querbinde des zweiten Ringe.« eine am zweiten und dritten Ringe sich ausbreitende schwarze Rückenstrieme kreuzartig durchschneidet; der dritte Ring an den Seiten mit je einem schwarzen Flecke, der vierte am Rande, der fünfte ganz schwarz. Kopf blassgelb; die Fühlerborste langgefiederl, auf der Basis der Unterseite nackt. Beine blassgelb; Präapicalborte deutlich. Flügel kaum etwas gelblich tingirt, mit drei braunen Flecken, der ei-ste am Vorderrande, von der Mündung der Subcostalader bis über die kleine Querader herab sich ausbreitend, der zweite, grösste vom Flügelvorderrand bis zur ersten Hinterrandzelle reichend, der dritte endlieh über der hinteren Querader. Die Radialader etwas wellig. Die Cubitalader in die Flüg-elspitze mündend; die hintere Querader schief, unten stark nach aussen gerichtet. 1"'. Aus Süd- Amerika zwei Stück. 240 Dr. J. IL Srhiner. loli liabe diese und die vorhergehende Art mit den bekannten, buntflügligen Drosophila-Arteii : Broao- phila rariii, - J- II- Schiner. Untergesicht rothgelb, weiss selummernd ; Stirne glänzend metallisch schwarz, die drei Punktaugen roth; Fühler dunkel rostgelb, das dritte Glied verhältnissmässig lang. Beine gelb, die Schenkel und Schienen der Mittel- und Hinterbeine auf der Mitte breit schwarzbraun, was obenauf intensiver ist als unten. Vorderschenkel des Männchens unten von der Mitte an etwas erweitert, dann ungefähr am letzten Drittel plötzlich verengt, so dass eine vorspringende Ecke entsteht, deren äussere Grenze mit einem Dörnchen und einigen ßörstchen besetzt ist, die Vorderschienen an der Basis dünn, mit einem Höckerchen auf der Innenseite, weiterhin etwas aufgeschwollen und am Ende dieser Anschwellung mit einem Einschnitte, der der Anschwellung des Schenkels gerade gegenüber liegt. Flügel glashell, irisirend; die Mediastinalzelle in der äussersten Basis schwarz, die Randader schwarz und derb. 2'". Ein Männchen aus Brasilien. 93. SEPSIS UMBRIFER n. sp. Schwarz, Rückenschild etwas, der Hinterleib stark glänzend. Das Unter gesiebt roth- gelb, in gewisser Richtung weisslich schimmernd, die Stirne glänzend schwarz, ober den Fühlern ein Längseindruck, der bis zur Mitte zurückreicht. Fühler rothbraun, das dritte Glied ziemlich gross. Beine rostgelblich, alle Schenkel, so wie die Mittel- und Hinterschienen auf der Mitte breit schwarz. Die Vorderschenkel des Männchens unten, ungefähr am letzten Drittel mit einem vorragenden Dörnchen, dem ein Einschnitt an der Basis der Schienen genau entspricht, vor diesem Einschnitte ist die Schiene etwas angeschwollen. Flügel glashell, irisirend, die Mediastinal- zelle in der Basis schwarz, unter der Mündung der Radialader, an der Flügelspitze ein rundlicher Schattenfleck. Das Weibehen hat einfache Beine und ist etwas grösser als das Männchen. l'*/.i — 2'". Ein Männchen und zwölf Weibchen aus Süd-Amerika. 94. SEPSIS PÜSIO n. sp. Glänzend schwarz mit Gold^lanz, da» Untergesicht düster rothgelb, die Stirne ober den Fühlern mit einem seichten Eindrucke; Fühler bräunlichgelb, das dritte Glied ver- hältnissmässig lang. Beine rothgelb, Mittel- und Hinterschenkel auf der Mitte schwarzbraun, die 'rarsenendglieder schwarz, Hinterschienen gegen die Spitze zu verdunkelt. Die Vorder- schenkel des Männchens am letzten Drittel unten ausgeschnitten, daher mit einer vorspringenden Ecke, die Vorderschienen an der Basis dünn, dann in einen Höcker ansehwellend. Flügel gias- hell, irisirend, die Mediastinalzelle in der äussersten Basis schwarz; an der Flügelspitze ein kaum wahrnehmbarer Schatten. Das Weibchen hat einfache Beine und ist etwas grösser als das Männ- chen. 1 — IVs'". Ein Männchen und fünf Weibchen aus Süd -Amerika. Die Art könnte allerdings mit Sepsis minuta W. identisch sein, allein Wiedemann erwälint nicht der besonderen Bildung- der männlichen Vorderschenkel, es ist also nicht einmal gewiss, ob seine Art zu Sepsis im heutigen Sinne gehört, ausserdem ist Sepsis minuta mit iVj'" Grösse angegeben und stammt niclu aus Süd-Amerika, sondern aus New York. 95. DACUS FRAUENFELDI n. sp. Ganz vom Aussehen des Dacus oleae F. — Schwai-zb raii n , der Rückousciiild mit drei breiten, grauen Längsstriemen, die seitlichen knapp am Rande; diese Striemen in Folge einer seidenfeinen Pubescenz weiss schimmernd. Brustseiten vor der Flügel wurzel rostgelb; Schulter- beulen und Schildchen gleichfalls rostgelb, letzteres mit schwarzei', an der Basis erweiterter Mittelstrieme; Hinterrücken auf der Mitte glänzend schwarz, an den Seiten breit rothgelb. Hinterleib am Rande des zweiten Ringes mit einer gelben, in der Mitte unterbrochenen Quer- binde, von weU'lier ;ia [na zum iVualrin"-c zwei "-elbliche, in u'ewisscr Richtun"- weissschimniernde Diptera. 263 Rückenstriemen sicli erstrecken. Der Analring gelb mit schwarzer Rückenlinie, die ziemlich kurze Legeröhre rostgelb, der Bauch fast ganz gelb. Kopf rothgelb, die Stirnborsten auf schwarzen Punktwärzchen, das Untergesicht in den Fühlerrinnen mit je einem schwarzen, runden Fleckchen; Taster lebhaft rothgelb, breit, der Rüssel braun; Fühler rothgelb, das sehr lange dritte Glied an der Spitze etwas ausgeschnitten, braun, die Borste nackt. Beine blassgelb, Mittel- und Hinterhüften schwärzlich; Mittel- und Hinterschenkel gegen die Spitze zu allmälig rothbraun, die Vorder- und Mittelschienen an der Spitze, die hintersten fast ganz eben so gefärbt, die Tarsen mit Ausnahme des Metatarsus rothbraun. Flügel glashell, stark glänzend, mit zwei braunen Bogenbinden; die obere beginnt an der Basis, begleitet die Cubitalader bis zur kleinen Querader und geht dann über diese und die hintere Querader bis zum Flügelrande, die untere umsäumt breit die Analader. Die kleine Querader ist ausserordentlich schief, auch die hintere ist schief nach aussen gestellt, beide stark genähert; Analzelle plötzlich verengt und unten lang ausgezogen. 4'". Ein Männehen und zwei Weibchen von den Stuarts-Inseln. Die Bräunung an der Spitze der Schenkel ist oft sehr unscheinbar, bei den heller gefärbten Männchen fast kaum wahrzunehmen, dagegen sind bei dem Männchen die Rüekenstriemen des Hinterleibes breiter als bei den Weibchen. Ich habe sämmtliche Walker'sche Dacus-Kxten. verglichen und keine gefunden, die mit meiner Art identificirt werden könnte ; es scheint mir übrigens, dass die meisten dieser Arten nicht zur Gat- tung Dacus gehören dürften, wie sie heute aufgefasst wird. ANASTREPHA nov. gen. Aus der Gruppe der Trypetinae und nächst verwandt mit der Gattung Acidia. Kopf halb kugelig, Stirne breit und massig lang, bis vornehin beborstet; Untergesicht senkrecht, unter den Fühlern eingedrückt, am Mundrande etwas erhoben und daselbst ohne Borsten; Mundöffnung gross, Rüssel mit dicken Saugflächen, Taster ziemlich breit; Fühler nickend, die beiden Basalglieder kurz, das dritte Glied nur wenig länger als die beiden ersten zusammen, schmal, die Borste fast nackt. Rückenschild flach gewölbt, an den Seiten und vor dem Schildchen beborstet, das Schildchen etwas aufgetrieben, vierborstig. Hinterleib wenig länger als der Rückenschild, fünfringlig, Genitalien des Männchens etwas vorstehend, Legeröhre des Weibchens fast so lang als der Hinterleib, griffelartig vorragend. Beine massig lang, Vorderschenkel unten beborstet. Mittelschienen mit Endspornen, Metatarsen nicht verkürzt. Flügel gross, in der Regel mit braunen Binden; Mediastinalader vorne in eine Callosität endigend, Discoidalader nahe am Rande zur Cubitalader aufgebogen, die erste Hinterrandzelle daher verengt; kleine Querader jenseits der Mitte der Discoidalzelle; Analzelle unten zipfel- artig ausgezogen; Subcostal- und Cubitalader durchaus gedörnelt. Typische Art: Dacus serpentinus W. Die Gattung ist wahrscheinlich identisch mit der Gattung Leptoxyda Moq. Nachdem aber der Name Leptoxys früher vergeben wurde, Lectoxyda aber zu Verwechslungen Anlass geben könnte, so glaube ich um so mehr berechtigt einen neuen Namen zu geben, als Macquart das Hauptmerkmal vorstehender Gattung, das Aufgebogensein der Discoidalader gar nicht erwähnt hat- 96. ANASTREPHA SUSPENSA Loew. Trypeta suspensa Lw., Smithson. miscell. coli. 1862. I. 69, Taf. II, Fig. 5. Zwei Männchen und ein Weibchen aus Süd-Amerika. — Loew's Beschreibung ist zu- treffend und ich füge nur bei, dass dioFlügelbinden oft stellenweise sehr verblasst oder intensiver braun gesäumt sind. Das Weibchen gleicht dem Männchen, die Legeröhre steht weit vor und ist rostgelb. 264 Dr. J. E. Schiner. 97. ANÄSTREPHA MüNDA n. sp. Gleicht der Anastrepha (TrypetaJ unicolor Loew so sehr, dass es genügen wird, die Differenzen anzugeben: Der Rückenschild ist ganz einfarbig und zeigt weder lichtere noch dunklere Flecken oder Striemen. Das Untergesicht schimmert in den Vertiefungen weiss, die Taster sind vorne etwas erweitert. Alles sonst wie bei der genannten Art. Ich würde die Art unbedenklich mit Anastr. unicolor Lw. identificirt haben, wenn Loew das Geflecktsein des Rückenschildes nicht ausdrücklich in die Diagnose aufgenommen hätte. — Ein Stück aus Süd-Amerika. 98. ANÄSTREPHA STRIATA n. sp. Lehmgelb, der Rückenschild in Folge einer äusserst zarten, weisslichen Behaarung matt, mit JG einer breiten, an der Quernath unterbrochenen, schwarzen Seitenstrieme; diese Striemen vor der Quernath fleckenartig, vor dem Schildchen zusammengeflossen. Hinterrücken an den Seiten schwarz. Hinterleib mattgelb, die Legeröhre gelb, am Ende verdunkelt. Kopfoker- gelb, die Stirnborsten schwarz, das üntergesitht in den Vertiefungen weissschimmernd; die Fühler lebhaft gelb. Beine einfarbig blassgelb. Flügel mit blassgelben, stellenweise verdunkel- ten Binden, welche ganz so angeordnet sind, wie bei Anastrej^ha ( TrypetaJ ohliqua Macq. (Dipt. exot. IL 3. Taf. XXX, Fig. 1) oder bei Anastrejpha unicolor Lw. (Smiths, misc. coli. I. Taf. II, Fig. 6), bei Letzterer mit dem Unterschiede, dass die schiefe Binde der Mitte mit dem Rand- flecke nirgends zusammenhängt. 4'", mit der Legcrühre 4V2'". Nur Weibchen aus Südamerika. 99. ACIDIA QUADRINCISA W. Trypeta quadrincisa W. Anal, entom. 55. 122. und Aussereurop. zweifl. Ins. II. 508. 50. Zwei Weibchen aus Madras und Kar Nikobar stimmen vollständig mit Wiede- mann's Beschreibung, der ich nichts beizufügen wüsste, als dass die beiden Queradern sehr stark genähert sind und die Art nach allen Merkmalen ihre natürlichste Stellung in der Gattung Acidia einnimmt. 100. ACIDIA SOROR n. sp. Lehmgelb, Rückenschild in gewisser Richtung weiss schimmernd, mit zwei nahe an den Rand gerückten, an der Quernath unterbrochenen Längsstriemen; Schildchen an der Spitze, Hinterrücken an beiden Seiten schwarz. Hinterleib (fehlt im vorliegenden Stücke). Kopf blass okergelblich, Stirne und Untergesicht in gewisser Richtung weissschimmernd. Fühler, Rüssel und Taster blassgelb. Fühlerborste gefiedert. Beine blassgelb, Vorderschenkel unten beborstet, die übrigen Schenkel an der Basis mit einigen Börstchen. Flügel glashell, mit braunen Binden; die erste von der Spitze der Mcdiastinalzellc über die Wurzelqueradern herab bis zur Analzelle reichend; die zweite parallel mit der ersten und vom Vorderrande schief über die kleine Querader bis zur Analader sich ausbreitend, von ihr verbreitet sich am Flügelvorder- rande ein breiter Saum bis fast zur Mündung der Discoidalader, in dem glashellen Raum, den Binde und Saum einschliessen, liegt ein winkelförmiger, brauner Fleck, dessen einer Schenkel über die hintere Querader bis zum Rande sich ausbreitet, während der andere fast parallel mit dem Vorderrandssaume verläuft. Das Geäder ganz normal. 3V2'". Ein Stück aus B ata via. lOL SPILOGRAPHA NOVA n. sp. Gleicht der Spilographa cera.'iilu., folglich gehört sie in die Grupjie von Zononema Lw. — Glänzend schwarz, Rückenschild vorne und aul der Mitte mit einer ;c>''iUf?c'blichen, übrigens Diptera. 265 ■wenig auffallenden Tomente. Schildehen lebhaft gelb, an der Basis ein schwarzer Fleck, von den Schultern bis zu den Flügelwurzeln jederseits ein hellgelber Streif. Hinterleib mit gelben Einschnitten. Kopf lebhaft rothgelb, die Augenränder heller. Fühler okergelb, das dritte Glied vorne spitzig, die Borste nackt. Beine gelb, die Schenkel von der Basis her fast bis zur Spitze glänzend schwarz; Hinterschienen auf der Mitte breit schwarz, aussen fein gedör- nelt. Flügel glashelle mit seh-warzbraunen Querbinden; die erste nahe an der Basis, vom Vor- derrande über die Wurzelqueradern bis zur Analader reichend, die zweite in der Spitze der Mediastinalzelle sehr intensiv beginnend, schief über die kleine Querader bis zum Flügelhinter- rande sich ausbreitend; die dritte vor der Mündung der Radialader beginnend, über die hintere Querader bis zur Mündung der Posticalader reichend; diese Binde convergirt mit der zweiten und in dem glashellen Ausschnitt, der hiedurch gebildet wird, liegt am Flügelvorderrande ein braunes Längsfleckchen, das bis zur Cubitalader herabgreift; von der dritten Binde verbreitet sich am Flügelvorderrande ein breiter Saum bis zur Mündung der Discoidalader, vor welcher er schmäler wird und spitzig ausläuft. Dieser Saum mit der dritten Binde umrahmt einen Ausschnitt, der mit seiner oberen Spitze in die Cubitalzelle weit hineingreift. Das Geäder ganz normal. 2'", Zwei Männchen aus Chile. Verwandt mit Spüographa electa Say, doch abgesehen von der Färbung sicher verschieden, da be- Sp. electa die beiden Binden auf der Flügelmitte unten mit einander ganz verschmolzen sind, wesshalb ich auch zweifle, dass Spüographa electa, wie Loew (Smiths, misc. coli. I. 71) annimmt, mit Spüographa flamnotata Macq. identisch ist. Von Spüographa cerasi L. unterscheidet sich obige Art, abgesehen von der Bestäubung des Rückenschildes dadurch, dass der glashelle Ausschnitt zwischen der dritten Binde und dem Spitzensaume bei ihr bis in die Cubitalzelle hineinreicht, während er bei Sp. cerasi nur bis zur Cubitalader reicht. 102. SPILOGRAPHA METALLICA n. sp. Glänzend schwarz, metallisch schimmernd; Rückenschild von den Schultern bis zur Flügelwurzel mit einem gelben Streifen. Legeröhre des Weibchens rostgelb, an der Basis schwarz. Kopf rothgelb, Stirne lebhafter, üntergesicht blässer, die Fühlerrinnen tief, der Mund- rand nicht vorgezogen. Rüssel braun, Fühler und Taster gelb. Beine lebhaft rostgelb, die Schenkel bis fast zur Spitze, die Hinterschienen auf der Mitte schwarz. Flügel glashelle, mit schwärzliehbraunen Binden, welche fast ganz so angeordnet sind, wie bei Spüographa alter- nata Fll. mit folgenden Differenzen : die Binde an der Basis ist sehr deutlich, die dritte Binde, welche mit der zweiten unten convergirt, steht ganz isolirt, an der Flügelspitze liegen zwei schwarzbraune Fleckchen, der obere an der Mündung der Cubitalader, der untere etwas vor der Mündung der Discoidalader. 2'". Ein Stück aus Süd- Amerika. Auch diese Art gehört zur Gruppe von Zonosema Lw. , sie unterscheidet sich von Sp. nova durch das schwarze Schüdchen und ganz schwarzen Hinterleib, von Sp. electa Say durch eine verschiedene Anordnung der Flügelbinden. 103. ACIURA INSECTA Loew. Trypeia msecta Loew. Smiths, misoell. coli. I. 72, 7. Taf. II, Fig. 8. Vier Männchen aus Süd-Amerika (Columbien und Brasilien). — Loew kannte nur das Weibchen. Das Männchen gleicht demselben in der Färbung, nur sind die letzten Ringe des Hinterleibes schwarzbraun, bei einem Stücke aber alle, mit Ausnahme der beiden Basairinge. Die Discoidalader beugt sich bei dieser Art, nach ihrer Verbindung mit der hinteren Querader, etwas bogig nach aufwärts — ein Umstand, den Loew weder in der Besehreibung noch in der Abbildung ausdrückte und der die Stellung in der Gattung Aciura etwas zweifelhaft macht. Novara-Expedition. Zoologischer Theil. 11. Bd. Schiener. Diptera. 34 266 Dr. J. B. Schiner. 104. OEDASPIS FRAUENFELDI n. sp. Die Art gleicht der Oedasjns (TryjjetaJ polita Lw. so sehr, dass es genügen wird, nur die Differenzen anzugeben : die Grundfarbe ist glänzend schwarz, schimmert aber metallisch purpur- blau und roth, die Borsten am Hinterkopfe sind weiss, auf dem Rückenscliilde stehen drei geord- nete Längsreihen schneeweisser Börstchen und eben solche vor und an der Quernaht; der Hin- terleib hat weissliche Binden, die nach hinten zu an Breite abnehmen und vorne durch schwärz- liche Mittelflecke etwas unterbrochen sind; die erste breite Flügelbinde hängt unten mit den schwai-zen Wurzelflecken breit zusammen; die hintere Querader ist schiefer nach aussen gestellt als die kleine (bei Oed. polita sind beide ganz steil). Alles sonst wie bei der genannten Art. 2'". Ein Pärchen aus Brasilien. Herr v. Frauenfeld zog die Fliege aus einem Auswüchse am Stengel einer Aggeratiim-k.rt, den er bei Petropolis am 13. August 1857 gesammelt hatte. Der Auswuchs glich dem, welchen unsere Urophora cardui an dem Stengel von Girsmm palustre veranlasst, ist aber lockerer. Am 27. September 1857, als die Novara am Cap der guten Hoff- nung ankerte, kam die Fliege zum Voi-schein. Trypeta nigerrima L w. , welche meüies Erachtens gleichfalls eine Oedaspis ist , steht meiner Art ebenfalls nahe, allein am Rückenscliild dieser Art sollen sammtsohwarze Flecke vorhanden sein, von denen bei meiner Art keine Spur zu entdecken ist, auch erwähnt Loew nichts von den weissen Borstenreihen am Rückenschilde. 105. OEDASPIS LEUCOTRICHA n. sp. Glänzend schwarz; der Rückenschild ausser den gewöhnlichen schwarzen Borsten mit kurzen schneeweissen Börstchen, welche ganz regelmässig in drei Reihen und um die Quei-- naht geordnet sind, aber sich leicht abreiben. Schildchen stai-k aufgeblasen ; Brustseiten etwas ins Bräunliche ziehend und matter als der Rückenschild; der Hinterrücken grau schimmernd. Hinterleib schwarz, mit grauen Querbinden, die aus zarten Härchen gebildet sind und sich leicht abreiben, die vorderen Binden breiter als die hinteren; Leg'eröhre des Weibchens glän- zend schwarz. Kop f bräunlichroth, Stirne intensiver, Untergesicht blässer, die Stirnborsten schwarz, der Borstenkranz am Hinterkopf weiss. Fühler gelblich, das dritte Glied bei dem vor- liegenden Weibchen braun; Taster blassgelb. Beine rothbraun, die Schenkel dunkler, die Schie- nen und Tarsen lichter; die Behaarung, besonders an den Vorderschenkeln ziemlich auffallend und vorherrschend hell. Flügel glashelle mit schwarzbraunen Binden: die Basis breit schwarz- braun, dann folgt eine glashelle Querbinde und nach dieser die erste braune Binde, die in der Spitze der Mediastinalzelle intensiver beginnt und sich breit über die Wurzelqueradern nach unten fortsetzt, sich jenseits der Discoidalzelle erweitert und in dieser Erweiterung vom Hinter- rande her einen breiten glashellen Ausschnitt enthält; die zweite braune Binde beginnt eben- falls in der Mediastialzelle und ist daher am Vorderrande mit der ersten verschmolzen, sie trennt sich aber von ihr unmittelbar unter der Cubitalader und geht dann schief nach unten und aussen, die beiden Queradern umschliessend, bis zum Flügelrande; die dritte braune Binde ist eigentlich ein Saum, der unmittelbar an der Mediastinalzelle beginnt und sich am Vorderrande bis jenseits der Mündung der Discoidalader ausbreitet ; in diesem Saume liegen am oberen Rande glashcJle schmale Fleckchen und vor der Fliigclspitze eine glashellc Binde, welche den Saum zuweilen in zwei gesonderte Flecke auflöst. 2 — 2V2'". Vier Stücke aus Süd-Amerika. Die Art gleicht clor Oedaspis FrauenfehU, unterscheidet sich aber von ihr und auch von Oedaspia polita Lw. leicht ilurch den glashollen Ausschnitt am untorcn Ende der ersten schwarzbraunen Flügolbindc. Bi'ptera. 267 106. TRYPETA OBLIQUA Say. Journal of the acad. of nat. soiences of Philadelphia. VI. 186. 2. — Loew, Smiths, misc. coli. I. 99. Ein Stück (9) aus Brasilien. — Die Art wird seinerzeit eine eigene Gattungsgruppe nothwendig machen. 107. TRYPETA ONOTROPHES Loew. Linnaea entomol. I. 498. 12. - Trypeta arctii'^leig. System. Beschr. V. 317. lU. Taf. XLVIII, Fig. 28. - Trypeta cylindrica L w. Monogr. d. Trypet. Aus Gib raltar. 108. TRYPETA SERRATÜLAE L. Musca serratidae L. Fauna suec. 1871. — Trypeta pallens Meig. System. Beschr. V. 347. 54. Taf. L, Fig. 5. — Trypeta serraiulae Loew. Germar. Zeitschr. V. 419. 75. Taf. 11, Fig. 70. Vier Männchen und drei Weibchen aus Gibraltar. 109. SPHENELLA SINENSIS n. sp. Rückenschild schwarzbraun, überall von einer dichten, graugelben Bestäubung bedeckt; Schildchen ebenso gefärbt, der Rand jedoch gelb, Schulterbeulen gleichfalls gelb. Hinterleib gelb, mit braunen Querbinden und graugelblicher Bestäubung; Legeröhre des Weibchens braun glänzend. Kopf gelb, von gleicher Färbung auch die Fühler, der Rüssel und die Taster. Beine lebhaft rothgelb. Flügel glashelle, etwas weisslich, an der Basis und am Vorderrande blass rostgelb, mit drei braunen unterbrochenen Querbinden; die erste nahe an der Basis ist flecken- artig und reicht nur bis zur hinteren Basalzelle, die zweite beginnt breit am Randmale und reicht, die beiden Queradern umschliessend, bis zum Flügelhinterrande, die dritte liegt an der Flügelspitze und ist am Anfange gleichfalls breiter, wird jedoch schon in der Gegend der Cubital- ader durch einen runden Ausschnitt verschmälert und geht dann gleichschmal bis zum Hinter- rande. Diese Binden sind durch glasheUe Fleckchen unterbrochen, die erste am Vorderrande zu beiden Seiten durch je eines, die zweite durch ein grösseres, unmittelbar hinter der Mündung der Subcostalader nur ein winzig kleines, knapp ober der kleinen Querader; die dritte endlich durch ein ziemlich grosses unterhalb der Mündung der Radialader. V/J". Ein Weibchen aus Shanghai. Ich füge hier ausdrücklich bei, dass ich die Beschreibungen aller Trypetinen mit gegitterten Flügeln genau verglichen habe, aber nur selten in der Lage war eine oder die andere als ganz zutreffend anzunehmen. Mit Zuhilfenahme von typischen Stücken mag vielleicht eine oder die andere auf meine neuen Arten angewendet werden können , allein ohne dieselben ist es unmöglich eine Idontüicirung auch nur mit einiger Wahrscheinlich- keit vorzunehmen. Die älteren Beschreibungen der Trypetinen sind eben nicht ausreichend, um eine Art dar- nach mit Sicherheit zu erkennen. Zu diesem Übelstand tritt noch hinzu, dass die verschiedenen Autoren mit gewissen Gattungen ganz verschiedene Begriffe verbinden, so dass dieselbe Art beispielsweise bei Einem als Trypeta, bei einem Anderen als Tephritis, bei einem Dritten als Aeinia oder als TJrellia u. s. w. beschrieben ist und Trypetinen-Gattungen , wie z. B. Urophora oft ein wahrhaftiges Gemenge der verschiedensten Formen von echten Trypetinen, Ortalinen oder Ulidinen umfassen. Selbst der scharfsinnige, verdienstvolle Monograph der Trypetinen, Dr. Loew, hat dem Verständnisse wesentlich geschadet, dass er, wie bereits oben erwähnt, in seinen neuesten Arbeiten die von ihm früher aufgestellten oder in bestimmten Sinne angenommenen Gattungen gänzlich ignorirt und alle Arten meder mit dem Collectivnamen Trypeta benennt. 110. SPHENELLA INDICA n. sp. Gleicht der Sphenella sinensis so sehr, dass es genügen wird nur die Dilferenzen anzu- geben: die Färbung ist eine mehr rostbräunliche; die Schultern, eine Strieme von diesen bis zur 268 Dr. J. R. Schiner. Flügelwurzel und das Schildchen sind gelb; die braunen Querbinden des Hinterleibes sind breiter, das Untergesicht ist am Mundrande recht auffallend vorgezogen; die FlUgelzeichnung ist in der Hauptsache wie bei der genannten Ai-t, die Mittelbinde ist aber durch zahlreichere helle Fleckchen unterbrochen; ausser dem Flecke jenseits der Mündung der Subcostalader liegt schief nach innen gerichtet unter derselben ein kleines Fleckchen und sind unmittelbar unter diesem, in der Cubital- und ersten Hinterrandzelle, fast in gerader Richtung zwei weitere Fleck- chen; der Ausschnitt an der inneren Grenze der Spitzenbinde ist tiefer und da unmittelbar ober demselben am Flügelvorderrande ein runder glasheller Fleck liegt, so erscheint es, als ob die Spitzenbinde aus zwei Binden bestehe, aus einer kürzeren inneren und einer längeren äusseren; überdies liegt auf der Mitte der Posticalader ein braunes Querfleckchen, von dem bei Sph. sinensis auch nicht eine Spur vorhanden ist. Die hellen Fleckchen sind überdies nicht weiss, sondern grösstentheils rostgelb. l'V, '". Ein Männchen aus Madras. 111. SPHENELLA POECILA n. sp. Schwarzbraun, gelblichgrau bereift. Kopf matt ledergelb, die etwas eingedrückte Stirnc dunkler, das kurze Untergesicht heller; die Stirnborsten licht; Fühler rothgelb; Rüssel kurz. Beine rothgelb. Flügel weisslich, mit einer breiten braunen Längsbinde, die am Vor- derrande die Mediastinalzelle ganz und einen grossen unmittelbar hinter der Subcostalzelle liegenden, bis zur Cubitalader herabreichenden und aussen staffelartig begrenzten Fleck freilässt, unten aber so begrenzt ist, dass die Grenze am Unterrande der Analzelle beginnt, in gleicher Breite bis etwas diesseits der kleinen Querader sich fortsetzt, von da an aufwärts geht, so dass die Discoidalzelle an der Spitze ganz frei bleibt, um die hintere Querader aber wieder ab- wärts richtet und endlich ganz vorne wie abgehackt endet, und die Flügelspitze ganz glashell bleibt; die hintere Querader ist braun gesäumt, die kleine Querader liegt gerade unter den erwähnten, glashellen Fleck des Vorderrandes. Analzelle unten in ein kurzes Spitzchen ausge- zogen. 1^/4'". Ein Männchen aus Chile. Ob die Art richtig in die Gattung Sphenella gehört, vermag ich nicht zu entscheiden; sie passt aber in keine andere der angenommenen Trypetinen-Gattungen besser und zeigt wenigstens im Habitus eine Verwandt- schaft mit dieser , allerdings ganz vage begrenzten Gattung. 112. TEPHRITIS ACROLEUCA n. sp. Rückenschild und Scbildchen gelbgrau bestäubt; Hinterrücken und Hinterleib glänzend schwarz, die Legeröhre des Weibchens ebenso gefärbt, an der Basis breit und flach- gedrückt. Kopf lebhaft rothgelb, die Stirne auf der Mitte fast ziegelroth, die Augenränder blässer; Rüssel kurz; Fühler rothgelb, das dritte Glied kurz. Beine einfarbig rothgelb, kahl. Flügel an der Basis glashell, weiterhin braun mit runden glashellen Flecken gitterartig unter- brochen, die Spitze wieder glashell. Die glashellen Flecke sind in folgender Weise angeordnet: am Vorderraiide, unmittelbar vor dem intensiv braunen Randmal ein grösserer, hinter demsel- ben zwei kleinere neben einander, unter welchen im Dreieck ein drittes liegt; weiterhin am Rande noch ein äusserst kleines glashelles Pünktchen; am Flügelhinterrande liegen fünf läng- liche Flecke neben einander, von denen der dritte durch die Posticalader zuweilen in zwei Flecke aufgelöst ist; auf der Flügelmitte endlich liegen zwei ziemlich grosse Flecke vor und hinter der kleinen Querader. Die Discoidalader ist nach ihrer Verbindung mit der hinteren Querader aufgebogen. Die zweite Hinterrandzclle daher besonders breit, die Analzclle ist unten nicht zipfelartig ausgezogen. 1'". Ein Weibchen aus Sydney. Biptera. 269 Die Art gleicht im Habitus einer Aciura und namentlich der Aciura insecta L w. , bei welcher die Dis- coidalader vorne gleichfalls aufgebogen ist; sie kann aber schon des dicht bestäubten Rückenschildes -wegen nicht zu dieser Gattung gebracht werden , wird aber mit Aciura insecta vielleicht zur Aufstellung einer beson- deren Gattungsgruppe Anlass bieten. 113. TEPHRITIS MAMULAE Frauenfeld. Trypeta Mamulae Ff Id. Verhandl. d. zool. botan. Ver. V. 15 u. Sitzungsb. d. k. Akad. d. Wissensch. XXII. 549. Fig. 6. — Trypeta ierminata Meig. System. Beschr. V. 343. 47. Taf. L, Fig. 10. Aus Gibraltar. 114. TEPHRITIS NOVARAE n. sp. Schwarzbraun, überall hell bestäubt, so dass der ganze Leib ein graugelbliehes Aus- sehen hat. Kopf mattgelb, die Stirnborsten schwarz, die Scheitel borsten gelb; die Füblerrinnen ziemlich tief, der Mundrand etwas aufgeworfen, der Rüssel kurz; Fühler gelb, das dritte Glied oben etwas concav, daher vorne spitzeckig. Beine lebhaft gelb. Flügel glashell, an der Basis gelblich, weiterhin etwas weisslich mit einem schwarzbraunem Strahlenfleck an der Spitze, der mit einem etwas weniger intensiv braunen Längsfleck, welcher sich vom Randmale her etwas schief nach unten und vorne ausbreitet, vollständig zusammenhängt; der Strahlenfleck sendet folgende sechs Strahlen aus: zum Flügelhinterrand vier, die beiden ersten genähert, der zweite gerade über der hinteren Querader, alle unmittelbar an oder unter der Discoidalader entsprin- gend; zur Flügelspitze einen, der sich bald nach seinem Ursprung in eine Gabel theilt, die obere Gabelzinke ober der Mündung der Cubitalader, die untere vor der Mündung der Discoidalader den Rand erreichend; zum FlUgelvorderrande einen sechsten, der schief nach innen gerichtet ist und den glashellen Ausschnitt, welcher von der Hauptmasse des Strahlenfleckes und des Längs- fleckes begrenzt wird, fast in zwei gleiche Theile theilt; die Mündung dieses Strahles liegt der Mündung des ersten unteren Strahles gerade gegenüber; im Strahlenflecke selbst liegen zwei glashelle runde Fleckchen, der kleinere unter der Mündung der Radialader, der grössere jenseits der kleinen Querader und gerade über der Stelle, wo die beiden ersten, unteren Strahlen ent- springen; auf der Mitte der Posticalader endlich liegt ein unregelmässiger brauner Längswisch. Die Analzelle ist unten kaum zipfelig ausgezogen. 2"'. Drei Männchen aus Chile. Die Art scheint verwandt mit Tephritis (Acinia) chilensis Mcq., die Flügelzeichnung ist aber verschieden und die Analzelle nicht so stark ausgezogen, wie Macquart's Abbildung (Dipt. exot. II. 3. Taf. XXXI, Fig. 8) zeigt. 115. TEPHRITIS AMOENA Frauenfeld. Trypeta amoena Ffld. Sitzungsb. d. k. Akad d. Wissensch. XXII. 542. Fig. 2. Aus Madeira. 116. TEPHRITIS CONFLUENS W. Trypeta confluens W. Aussereur. zweifl. Ins. II. 510. 56. — Loew. Berl. entern. Zeitschr. V. 302. Taf. II, Fig. 29. Zwei Männchen und ein Weibchen vom Cap der guten Hoffnung. Herr v. Frauenfeld zog die Art aus einem büschelartigen Auswüchse an einer nicht näher determinirten Pflanze, die er im Simonsbay am 9. October 1857 gesammelt hatte. Der Auswuchs befand sich an der Spitze des Stengels, enthielt eine Lagerzelle für die Larve und Puppe und war aussen von einem strup- pigen Blätterbüschel eingehüllt. 117. TEPHRITIS COSMIA n. sp. Verwandt von Tephritis cometa Lw. und T. Daj^hne W. — Lederbraun mit fast weisser dichter Bestäubung; die Legeröhre des Weibchens glänzend schwarz. Kopf gelb, die Stirne 270 Dr. J. B. Saliner. weisslicli schimmernd, die Borsten durchaus hell; Fühler und Taster gelb, letztere gross, vor- stehend, vorne breitgedrückt; der Rüssel etwas vorstehend, aber nicht geknieet. Beine gelb. Flügel glashell, an der Basis gelblich, weiterhin etwas weiss, vor der Spitze mit einem schwarz- braunen Strahlenflecke, welcher sechs Strahlen aussendet; zum Hinterrande vier neben einander und unter sich nahezu parallele, die beiden ersten genähert, der erste nur bis zur Posticalader reichend, die übrigen bis zum Flügelrande selbst ausgedehnt, der zweite gerade über der hinte- ren Querader; zur Flügelspitze einen Strahl, der sich bald nach seinem Ursprünge gabelt, die Gabelzinken an den Mündungen der Cubital- und Diseoidalader den Rand erreichend; zum Flügelvorderrande einen schief nach innen gerichteten Strahl, der den glashellen Ausschnitt, welcher durch die Hauptmasse des Strahlenfleckes und von der braunen schiefen Strieme, die vom Randmale zur kleinen Querader und über dieselbe sich ausbreitet, gebildet wird, in zwei un- gleiche Hälften theilt ; im Strahlenflecke liegen zwei glashelle runde Flecke, der kleinere gerade unter der Mündung der Rädialader, der grössere jenseits der kleinen Querader, an der Stolle, wo die beiden ersten unteren Strahlen entspringen; man könnte auch sagen, dass der glashelle Aus- schnitt, welcher von diesen beiden Strahlen begrenzt wird, bis zur Cubitalader hinaufreicht; allein er ist an der Discoidalader immer etwas und oft vollständig unterbrochen; auf der Mitte der Posticalader liegt ein braunes Fleckchen; die Analzelle ist unten kaum zipfelig ausgezogen. 1 y,'". Drei Weibchen und zwei Männchen aus Madeira. Herr v. Frauen feld zog die Art aus einer nicht näher determinirten Pflanze, die er in Madeira gesammelt hatte, die Fliege entwickelte sich am 10. September 1857 wahrend des Aufenthaltes der Novara in Rio Janeiro. Wiedemann's Beschreibung seiner Trypeta Daphne würde so ziemlieh auf obige Art passen, allein die Originalstücke seiner Sammlung sind entschieden eine andere Art. Der Strahlenfleck bei Tephritis Daphne sendet nicht sechs, sondern sieben und wenn der gegabelte Spitzenstrahl doppelt gezählt wird, acht Strahlen aus, und der schmale Längsfleck, welcher von der kleinen Querader zum Eandmale zurück sich aus- breitet, steht nicht isolirt, wie bei meiner Art, sondern entspringt aus dem Strahlenflecke selbst und deckt die kleine Querader nicht, auch erreicht er das Randmal bei weitem nicht; eben so liegt der zweite untere Strahl nicht über der hinteren Querader, sondern vor derselben, und auf der Mitte der Posticalader ist ein braunes Fleckchen nicht vorlianden. Ich glaube, dass Tephritis Daphne W. vielmehr mit Tephritis solaris Lw. (Smiths, misc. coli. I. 84. 18, Taf. II, Fig. 19) zusammenfallen dürfte. 118. TEPHRITIS ASTERIA n. sp. Verwandt mit Tephritis stellata Fuessli und T. diversaW. — Ledergelb; überall dicht graugelblich bestäubt; das Schildchen lichtgelb; der Hin ter leib an der Basis und an den Seiten gelb, gegen hinten zu in grösserer oder geringerer Ausdehnung schwärzlich; die Legeröhre des Weibchens glänzend schwarz, ziemlich kurz und breit. Kopf gelblich, Stirne auf der Mitte fast braun, die Borsten gelblich; Fühler blass rothgelb, das dritte Glied vorne ziemlich spitz; der Rüssel kurz. Beine hellgelb. Flügel glashell, an der Basis gelblieh, weiterhin mit einem milchweissen Stiche, vor der Spitze mit einem schwarzbraunen Strahlen- fleckc, der folgende Strahlen aussendet: zum Ilinterrande fünf; der erste und zweite an der Basis mit einander verbunden, der erste etwas schief nach innen gerichtet, die Posticalader nicht ganz erreichend, der zweite steil über die hintere Querader bis zum Flügelrande selbst ausge- dehnt, der dritte und vierte gleichfalls bis zum Flügelrandc reichend und einen glashellen Aus- schnitt begrenzend, der nicht ganz bis zur Discoidalader hinaufreicht; der fünfte fast parallel mit dem vierten, entspringt weiter oben, so dass der glashclle Ausschnitt, den er aussen begrenzt, Diptera. 271 in die erste Hinterrandzelle hinaufreicht; zur Flügelspitze selbst geht kein Strahl, es verbreitet sich aber von der oberen Spitze des Strahlenfleckes um die Flügelspitze ein brauner Saum, der mit dem erwähnten fünften Strahle eine schmale glashelle Binde begrenzt und als ein nach ab- wärts gerichteter sechster Strahl betrachtet werden könnte; zum Vorderrando endlich strahlt nach innen und rückwärts ein letzter schmaler Strahl aus, der einen dreieckigen, glashellen Ausschnitt innen begrenzt, und da wo er mit dem Rande zusammentrifft, sich in einer Bräunung der Randader, fast bis zur Mündung der Subeostalader fortsetzt; im Strahlenflecke selbst liegen zwei glashelle, runde Flecke, ein kleiner, gerade unterhalb der Mündung der Radialader und ein ziemlich grosser jenseits der kleinen Querader und gerade an der Stelle, wo die beiden ersten unteren Strahlen entspringen; die kleine Querader ist braun gesäumt, die Bräunung derselben ist aber mit dem Strahlenflecke nirgends verbunden; vom Randmale her ist ein kaum wahrnehmbarer ßogenstreifen, der vor der kleinen Querader sich zur Posticalader wieder zurück- beugt und auf der Mitte der letzteren endet, voi-handen; dieser Bogenstreifen ist meistens in Fleckchen aufgelöst; die Flügeladern sind da, wo sie von der schwarzbraunen Zeichnung nicht berührt werden gelb, sonst gleichfalls schwarzbraun ; die Analzelle ist unten in ein kurzes Spitz- chen ausgezogen. V/t". Zwei Männchen und acht Weibchen aus Madras. Die neue Art unterscheidet sicli von Tephritis diversa W. durch die gelbliche, durchaus nicht bläulich- graue Färbung und überdies auch durch die Flügelzeichnung. Nach Wiedemann's Angabe soUen in dem braunen Strahlenflecke vier im Vierecke stehende, sehr kleine ungefärbte Tröpfchen stehen, von denen in meiner Art keine Spur vorhanden ist. Von Tephritis stellata Fuessli unterscheidet sich die Art durch die hellere Färbung und eine ganz verschiedene Gestalt des dritten, gegabelten Strahles; von Tephritis amoena FtlA. dadurch, dass das Schildchen, dann die Basis und Seiten des Hinterleibes in der Grundfarbe gelb sind, und auch durch etwas verschiedene Flügelzeichnung; von Tephritis decora Lw. endlieh durch die hellere Färbung und den Mangel eines intensiv braunen Fleckes auf der Mitte der Posticalader, so wie durch die Flügelzeichnung überhaupt. 119. TEPHRITIS DIESPASMENA n. sp. Schwarzbraun, grau bestäubt; Schulterbeulen und Schildchen gelb. Hinterleib am zweiten Ringe mit einem gelblichen Saume; die Behaarung kurz aber deutlich, durchaus weiss- lich; die Legeröhre des Weibchens kurz und breit, glänzend schwarz. Kopf gelblich, die Stirne auf der Mitte matt zimmtbraun, die Augenränder und der Scheitel graugelblich; die Scheitelborsten gelb, die übrigen schwarz; Fühler gelb, das dritte Glied kurz und schmal, bräunlich. Beine lehmgelb, alle Börstchen helle. Flügel glashell mit weisslichem Stiche und sehr zerrissenem blassbräunlichen Gitter (ungefähr wie bei Tephritis hyoscyamila.) , welches die Basalhälfte und Spitze des Flügels, dann eine unregelmässige Binde über die Mitte fast ganz freilässt; das Randmal intensiver braun, ohne hellere Flecke, jenseits desselben in der glas- hellen Binde, knapp am Vorderrande zwei blassbraune Längsfleckchen, an der Mündung der Cubital- und Discoidalader je ein eben solches Fleckchen; das Braune der Flügelfläche ist ge- schlossen in einer Binde vom Randmale herab, um die hintere Querader und vor der Flügel- spitze am Flügelvorderrande, nur im Letzteren liegen einige, winzig kleine glashelle Pünktchen; die Analzelle ist unten lang ausgezogen, über derselben beginnt ein bräimlicher Wisch, der sehr verblasst sich etwas nach aufwärts fortsetzt, die beiden Queradern stark genähert. 2V2 — 3'". Aus Chile. 120. TEPHRITIS PELIA n. sp. Braun, dicht gelblichgrau bestäubt, das Schildcben gelb, der Hinteirückon grau; der Hinterleib zart weisslich behaart; Legeröhre des Weibchens glänzend rostgelb mit schwarzer 272 Dr. J. R. Schiner. Spitze. Kopf ockergelb, die Stirne auf der Mitte zimmtroth, hinten ausgeschnitten, die Borsten vorherrschend gelb, das Untergesicht heller, auf der Mitte weiss schimmernd; Fühler, Rüssel und Taster bräunlichgelb. Beine lebhaft rothgelb, ziemlich kahl, nur auf der Unterseite der Vorderschenkel einige aufiallendere Börstchen. Flügel glashell, etwas weisslich mit blass- braunen Flecken und Binden, das Randmal schwarzbraun; die Fleckchen und Binden in fol- gender Ordnung: am Vorderrande vor dem Randmale zwei kleine Fleckchen, hinter denselben und etwas jenseits der Flügelmitte ein kurzer länglicher Fleck, der bis zur Radialader herab- reicht, weiter gegen die Flügelspitze zu zwei Fleckchen neben einander, die einen glashellen Tropfen einschliessen und deren zweites genau an die Mündung der Radialader zu liegen kommt, vor der Mündung der Cubitalader gleichfalls ein Fleckchen; an der Basis der Cubital- und vor- deren Basalzelle eine blassbraune Makel, vom Randmale herab eine eben so gefärbte, bis zur Discoidalader herabreichende Halbbinde; unmittelbar unter den beiden genäherten Fleckchen des Vorderrandes eine breite, allmählig verschmälerte bis zur Discoidalader reichende Halb- binde, in welcher zwei durchsichtige Pünktchen liegen; vor der Mündung der Discoidalader ein blassbrauner steiler Streifen, der bis zum Flügclhinterrande reicht; die kleine Querader braun gesäumt, vor der hinteren eine breite blassbraune Ilalbbinde, die am Flügelhinterrande etwas breiter ist und einen glashellen Ausschnitt umrahmt; endlich auf der Mitte der Posticalader und von ihr oben begrenzt ein ansehnliches blassbraunes Fleckchen; die Analzelle unten eckig ausgezogen. 2'". Ein Weibchen aus Sydney. 121. TEPHRITIS BRAHMA n. sp. Schwarzbraun, der Rückenschild dicht grau bestäubt, der Hinterleib in Folge der helleren Bestäubung und Behaarung matt, die Grundfarbe jedoch durchscheinend; Legeröhre glänzend schwarz. Kopf rothgelb, die Stirne auf der Mitte zimmtroth, an den Augenrändern weisslich; Fühler rothgelb, das dritte Glied sehr kurz, kaum länger als breit. Beine rothgelb, die Schenkel bis fast zur Spitze hin schwarz. Flügel glashell, die Spitzenhälfte mit einem schwarzbraunen grossmaschigen Gitter; das Randmal ungelleckt, jenseits desselben am Vor- derrande zwei glashelle Flecke neben einander, zwei ebensolche knapp unter denselben und in einer dritten Lage unter den Letzteren ein einzelner glasheller Fleck, so dass in einem umge- kehrt-pyramidenförmigen Ausschnitte fünf glashelle Flecke geordnet sind, deren unterster unmittelbar hinter die kleine Querader zu liegen kommt; vor der Flügelspitze eine glashelle, aus drei Flecken untereinander gebildete Querbinde, nahe vor derselben und unter der Mündung der ziemlich steil aufgebogenen Radialader ein kreisrundes glashelies Fleckchen, hinter der- selben je ein runder glasheller Fleck in der Spitze der ersten und zweiten Ilinterrandzelle; ausserdem liegen gegen den Flügelhinterrand zu, wo das Braun der Flügelfläche blässer und verwaschener ist, folgende glashelle Flecke: zwei jenseits und einer diesseits der hinteren Quer- ader, unterhalb der Letzteren ein zweiter knapp am Hinterrande an; die Analzelle ist vorne gerade abgestutzt, die Mediastinalader ist sehr unscheinbar. IVi"'. Ein Weibchen aus Madras. 122. TEPHRITIS MELEAGRIS n. sp. Grau, der Rückenschild dicht ockergelblich bestäubt, die Brustseiten oben und das Schild- chen gelb; Hinterrücken schwarzgrau. Hinterlei b gelb, mit dichter ockergelblicher Bestäu- bung und feiner weisslieher Behaarung, der letzte Ring bei den Männchen an der Basis schwärz- lich, die Legeröhre des Weibchens glänzend schwarz, an der Basis so breit als der letzte Ring, dann allmählig verschmälert und flachgedrückt. Kopf gelb, die Stirne fast zimmtroth und dicht bestäubt, das Untergesicht heller, die Borsten alle gelb. Fülilcr rostgclb, drittes Glied vorne Blptera. 273 spitzig, die Borste gelb. Beine einfarbig rostgelb. Flügel glashell, mit einem braunen, grossmaschigen Gitter und drei braunschwarzen runden Flecken nahe an der Basis; die glas- liellen runden Flecke, welche das Gitter untcrbreclien, treten in Querbinden zusammen, von denen die eine nahe an der Flügelbasis liegt und aus so grossen Flecken besteht, dass die Basis fast ganz glashell sich darstellt; die zweite auf der Flügelmitte beginnt am Vorderrande knapp hinter der Mündung der Subcostaladcr , mit drei Flecken nebeneinander, unter diesen liegen zwei ebensolche und unter den letzteren, rechts und links von der kleinen Querader abermals zwei; jenseits und diesseits der hinteren Querader steht je ein glasheller Fleck, der diesseitige ist ziemlich gross und unregelmässig; eine dritte Binde liegt an der Flügelspitze und besteht aus vier Flecken untereinander, die beiden äusseren sind grösser als die inneren : an der Flügel- spitze selbst liegt zwischen der Cubital- und Discoidalader ein runder glasheller Fleck, endlich fallen glashelle Flecke noch auf. am Ilinterrande, in der Discoidal- und letzten ITinterrandzclle. Die drei schwarzbraunen Flecke liegen in der Mediastinalzellc, knapp am Rande, in der Basis der vorderen Basalzelle, und der dritte und gTösste, jedoch nur bei den Männelicn aufFallendcre, jenseits der Analzelle auf der Analader selbst; im etwas dunkleren Randmahle liegt ein glas- helles Fleckchen. 2'". Zwei Pärchen aus Chile. Macquart hat eine Acinia rufa beschrieben und (Dipt. exot. II. 3. Taf. XXXI, Fig. 9) den Flügel abgebildet. Diese Abbildung würde dafür sprechen, dass die Art mit meiner neuen Art vielleicht identisch sei, obwohl die glashellen Flecke etwas verschieden angeordnet sind; allein die Beschreibung (1. c. 228) wider- spricht einer solchen Annahme. Macquart sagt, dass die beiden ersten Hinterleibsringe schwarz seien, was bei meiner Art durchaus nicht der Fall ist. Da übrigens das Exemplar, welches Macquart vor sich hatte, keinen Kopf hatte und somit ein schlecht conservirtes gewesen ist, so wäre immerhin möglich, dass beide Arten identisch sind. Tepliritis Tjullans W. steht meiner Art ebenfalls sehr nahe, die Beschreibung und ein Vergleich der im Wiener Museum vorhandenen typischen Stücke schliessen aber die Möglichkeit einer Identificirung aus. 123. OXYPHORA ABERRANS n. sp. Braun; Rückenschild dicht gelblichgrau bestäubt und kurz gelblich behaart; vorne am Rückenschild die Bestäubung fast zimmtbraun. Brustseiten grau; das Schildchcn wie der Rückenschild; Hinterrücken und Hinterleib schwarzbraun, die Grundfarbe des letzteren in Folge der dichten, hellen Behaarung etwas alterirt; an dem Hinterleibsende stehen längere Borstenhaare ; die Legeröhre des Weibchens glänzend schwarz, an der Basis breit, flachgedrückt. Kopf braun, die Stirnc auf der Mitte mit einer grossen zimmtrothen Makel, welche die Augen- ränder nicht berührt und hinten in vier Spitzchen ausgeht; die Borsten am Scheitel gelb, die übrigen schwarz, sehr lang und auffallend; das Untergesicht gelblich, weissschimmernd, die breiten Backen eingedrückt; Fühler braungelb, von gleicher Färbung der Rüssel und die weit vorstehenden Taster. Beine bräunlichgelb, die Tarsenendglieder schwarz, die Börstchen auf der Unterseite dei- Yordcrschenkel lang. Flügel glashelle mit sehr lockerem, blassbräunlichen Gitternetze und drei intensiven schwarzbraunen Flecken am Vorderrande, der erste um das Stigma, der zweite in der Spitze der Radialzelle, der dritte zwischen den beiden, doch etwas näher den äusseren gerückt; das Stigma selbst ist vorne rostgelb; die Flügelspitze, eine Bräu- nung, die hintere Querader und ein Fleck an der Spitze der hinteren Basalzelle sind etwas intensiver braun als der Rest der Flügelfläche. Die Analzelle ist unten kaum ausgezogen, die Cubitalader ist lang, aber weitläufig beborstet. 3'/„ — 4'". Fünf Männchen und drei Weibchen aus Columbien. Die Art weicht im Habitus von den genuinen Oxyphoren etwas ab, sie ist schlanker und namentlich sind die Flügel schmäler und verhältnissmässig länger; alle Merkmale reihen sie aber in diese Gattung. Novara-Enpetition. Zoologischer Theil. Bd. II. Schiner. Diptera. 35 ■274 Dr. J. R. Schiner. 124. OXYPIIORA POECILOSOMA n. sp. Lebhaft ockergelb; der Ilückenschild, in Folge der kurzen, hellen Beliaariing kaum etwas gleissend, am Hinterrande, unmittelbar vor dem Schildchen mit vier in einer Querreihe liegenden schwärzlichen Flecken; Brustseiten und Schildchen blässer als die Oberseite; Hinter- rücken mit zwei, in der Mitte verschmälerten, schwarzen Längsstriemen. Hinterleib heller "•elb mit vielen schwarzen Flecken; am ersten Ringe vier Flecke nebeneinander, die äusseren kleiner; auf den übrigen Ringen eben solche Flecke, aber auch noch am äussersten Rande gefleckt, so dass sechs Fleckchen neben einander liegen, ausserdem die Ilinterründcr dieser Ringe an den Seiten schwarz; die Seitenflecke fliesscn zuweilen ineinander und bilden dann bogenförmige Makeln, -was besonders oft bei den Männchen der Fall ist. Die Legeröhre des Weibchens glänzend schwarz und fast so lang als der Hintei'leib. Kopf gelb; die Stirne auf der Mitte mit einem intensiveren V-förmigen Flecke; die Borsten schwarz; das Untergesicht sehr blassgelb, in gewisser Richtung weissschimmernd; Fühler und die vorstehenden, grossen Taster so wie der Rüssel gelb; die Fühlerborste deutlich pubesccnt. Beine gelb. Flügel breit, glas- belle mit einem braunen netzartigen Gitter; die Mediastinalzelle heller, der übrige Vorderrand intensiver braun; am Vorderrande liegen folgende, auffallendere glashelle Flecke: zwei in der Mediastinalzelle, einer im Randmale und unmittelbar hinter denselben ein ziemlich grosser, bis zur Radialader herabreichender glasheller Ausschnitt, vor der Spitze der Radialzelle ein rundes Fleckchen'), zwischen den Mündungen der Radial- und Cubitalader zwei Flecke neben einander, der zweite ist schmäler und reicht etwas unterbrochen in die erste Hinterrandzelle hinein; ober der Mündung der Discoidalader liegt an der Flügelspitze abermals ein glasheller runder Aus- schnitt, und zwischen der Discoidal- und Posticalader am Flügelrande drei Flecke, der mittelste kurz, die übrigen länglich, der unterste der längste und aufwärts gebogen; von der Mündung der Posticalader bis zurück zum Flügellappen liegen wieder drei Flecke, die mit den Flecken auf der Mitte der Flügelfläche sich oft verbinden; auf letzterer fallen zwei Fleckchen in der Cubitalzelle, drei in der vorderen Basal- und ersten Hinterrandzelle, vier in der Discoidalzelle, wovon der oberste der kleinste ist oder auch ganz fehlt, besonders auf, gegen den Hinterrand zu werden die Flecke zahlreicher und in Folge der Verblassung des braunen Gitters auch un- deutlicher. Radial- und Cubitalader etwas wellig; Discoidalader am letzten Abschnitte etwas aufgebogen; kleine Querader auf der Mitte der Discoidalzelle; Analzelle unten lang ausgezogen; Beborstung der Cubitalader sehr deutlich. 3'". Achtzehn Männchen und acht Weibchen aus Südamerika. 125. OXYPIIORA MALAICA n. sp. Sehr dunkel rostgelb; Rückenschild etwas bereift und äussci'.>t kurz schwärzlich behaart, die Borsten ebenfalls schwarz; Biustseiten etwas heller als die Obcr.scite, vor den Flügelwurzcln einige schwarze Borsten; das Schildchcn grob punktirt, am Rande vielborstig; der Hinterrücken oben mit schwarzen Seitenflecken. Hinterleib auf der Mitte heller, gegen den Rand zu verdunkelt und daselbst mit ziemlich auffallender schwarzer Behaarung, die am After (des allein vorliegenden Männchens) jederseits fast büschelförmig vorsteht. Kopf ocker- gelb; die Stirnborsten schwarz. Untorgesicht etwas weissschimmcrnd ; Fühler blassgelb , klein, die Borste deutlich pubesccnt. Beine rostgelb, die Vorderschenkcl unten, die übrigen an der Spitze oben mit aufi^'allendcrer Beborstung, die sonstige Behaarung überall recht wahiiichiubar ; die Mittelschienen mit starken, schwarzen Endspornen. Flügel breit und kuiz, die Mcdia.-linal- ') Dieses Fleckchen fehlt bei einem Stücke gänzlich; bei anderen zeigt sich vor demselben ein hellerer Wisi'li. Diptera. 275 Zelle gross, die Ciibitalader etwas wellig-, die Analzclle iinfcn in einen langen Zipfel aus- gezogen. Die Färbung der Flügel ist ein dunkles Kafleebraun, welches stellenweise weniger intensiv ist, die Basis von der oberen Basalzelle an bis zum Hinterrand ist rostgelb, die äusserste Spitze weiss. Die Beborstung der Cubitalader ist sehr deutlich. 3'". Ein Männchen aus Ceylon. Ich zweifle nicht, class die Art identisch mit joner ist, welche "Walker (Journ. of the proc. of the Lhin. SOG. I. 28) als Xarnuta leucotelus beschrieben hat, kann mich aber nicht bestimmt finden, diesen Namen hier anzuwenden, weil "Walker seine Art zu den Helomyzinen gestellt hat, wohin sie nach der Abbildung (1. c. Fig. 4) freiUch nicht gehört und weil in der Beschreibung und Abbildung Differenzen vorkommen , die eine Identifioirung immerhin bedenklich machen. So nennt "Walker beispielsweise die Fühlerborsto nackt, in der Abbildung ist sie kurz gefiedert angegeben (bei meiner Art nur deutlich pubescent), so zeigt die Abbildung neben der kleinen Querader ein weisses Fleckchen, wovon aber in der Besehreibung nichts erwähnt ist und das auch bei meiner Art nicht vorhanden ist, und endlich ist in der Abbildung nicht angedeutet, dass die Mediastinal- ader am Ende sich in eine Callosität verliert, ein Merkmal, welches bei meiner Art entschieden vorhanden ist und eben für die Stellung der Art in der Gruppe der Trypetinen entscheidend ist. "Wer würde übrigens eine Trypetine in der Gruppe der Helomyzinen aufzusuchen in der Lage sein! 126. CARPHOTRICHA VESPILLO n. sp. Rückenschild bräunlichgelb, oben dunkler, aber in Folge der dichten hellen Bestäu- bung graugelb sich darstellend; die sehr zarte Behaarung durchaus hell, die Borsten an der Basis schwarz, weiterhin braungelb; das Schildchen gelb, am Rande mit zwei dunklen, oft undeutlichen Flecken und vier Borsten; Hinterrücken sehwarzbraun. Hinterleib glänzend schwarz, die Ringe am Hinterrande kurz gelb behaart; die Legeröhre des Weibchens schwarz, an der Spitze rostgelb. Kopf blass lehmgelb, das Untergesicht etwas weisslich schimmernd, die Stirnborsten braungelb, der Borstenkranz am Hinterkopf weisslich ; Fühler sehr blassgelh, die schmalen Taster und der Rüssel ebenso gefärbt, die Augen auch im getrockneten Zustande noch grün und purpurroth schillernd. Beine rothgelb, sehr kalil. Flügel breit und kurz, schwarzbraun, am Rande mit glashellen Ausschnitten, so dass von der compacteren Mitte viele Strahlen zum Rande ausstrahlen, auf der Mitte äusserst kleine, tlicils glashelle, theils rostgelh- liche Pünktchen. Die glashellen Ausschnitte am Vorderiande und an der Spitze sind grösser als die am Hinterrande und ihrer Form nach dreieckig, während die Letzteren mehr rundlich sind; sie sind in folgender Weise angeordnet: drei in der Mediastinalzelle, zwei grössere neben- einander unmittelbar hinter der Mündung der Subkostalader, vor der Mündung der Radialader ein schmales kurzes Fleckchen, an der Mündung selbst ein grosser bis zur Cubitalader herab- greifender Ausschnitt und knapp neben demselben ein zweiler fast ebenso grosser, der mit der Spitze in die erste Hinterrandzelle hineingreift; genau an der Flügelspitze ein ebenfalls grös- serer Ausschnitt, welchem unmittelbar zwei kleinere, sehr spitzdreieckige folgen, worauf in fast gleichen Abständen sieben kleine rundliche Fleckchen den Hinterrand bis zum Flügellappen einsäumen; die Radialzelle ist sehr breit; die Analzelle unten zipfelig ausgezogen; die Cubital- ader ist gedornt. 2 Vi'". Ein Pärchen aus Süd- Am e rika. Die Stellung der Stirnborsten, so wie der kurze, gedrungene, glänzend schwarze Hinterleib begründen die Einreihung dieser Trypetine in der Gattung Carphotricha , obwohl das Schildchen nicht sehr stark, aufgetrieben und auch nicht glänzend schwarz ist. Carphotricha cidia "W. ist nach der Beschreibung und nach Vergleich mit den typischen Stücken der "Wiedemann'schen Sammlung eine verwandte aber verschiedene Art; Carpho- tricha latifrons Lw. hat am Schildchenrande nur zwei Borsten. 276 Dr. J. B. Schiner. ICARIA nov. gen. Aus der Gruppe der Trypetinen: durch die ausserordentlich breiten, im Umrisse fast runden Flügel schon habituell leicht von allen übrigen Trypetinen-Gattungen zu unterscheiden. Kopf halbrund flachgedrückt; die Stirne breit und lang, bis vorne hin beborstet, das Unter- gesicht mit tiefen Fühlergruben, in der Mitte etwas kielförmig erhoben, der Mundrand vorge- zogen ohne Borsten, die Mundöffnung gross; der Rüssel dick, die Taster demselben aufliegend; Fühler dem Untergesichte anliegend, das dritte Glied schmäler als das zweite und massig lang, die Borste nahe an der Basis, schwach pubescent. Rückenschild flach gewülbt. Schildchen gross, flach, am Rande vierborstig. Hinterleib massig lang und etwas flachgedrückt, die Legeröhre des Weibchens verhältnissmässig kurz und an der Basis breit. Beine robust. Flügel fast so breit als lang, vorne ganz rund, die Mediastinalzclle sehr breit, die Mediastinalader vorne steil und in eine Callosität mündend, die Cubitalader meistens wellig, die Analzelle unten zipfe- lig ausgezogen, die beiden Queradern genähert. Typische Art; Trypeta sparsa W. 127. ICARIA FRAUENFELDI nov. sp. Schwarzbraun, der Rückenschild in Folge einer kurzen hellen Behaarung graulieh, Brustseiten graugelblich mit zwei biaunen Längsstriemen und gelblicher Behaarung; Schild- chen am Rande rostbraun. Hinterleib sehr kurz seidenartig weiss behaart, die Legeröhre des Weibchens glänzend schwarz. Kop f gelblich, die Stirne matt, die Borsten schwarz, der Borsten- kranz am Hinterkopfe gelb, neben den Fühlern je ein schwarzer Fleck; Fühler ockergelb, das zweite Glied oben vorgezogen; Rüssel und Taster gelb. Beine ockergelblich, kahl, etwas glän- zend. Flügel breit, schwarzbraun mit gleichmässig vertheilten glashellen Pünktchen sehr regelmässig bestreut, so dass diese Pünktchen nur in der Spitze der Mediastinalzelle, in einem breiten Saume um die Flügelspitze und um die beiden Queradern fehlen. IV2'". Cap der guten Hoffnung, ein Pärchen. Herr v. Frauenfeld zog die Art. Er fand sie als Inquiline in einei- von einer Cecidomyia erzeugten Missbildung und vermuthet, dass sie auch der Zerstörer des Wirthes sein könne, wenn nicht etwa nur eine gewöhnliche Einmiethung stattfindet, wie dies bei unseren in DIstelkö'pfen vorkommenden Bohrfliegen öfter schon beobachtet worden ist. 128. ICARIA DISTINCTA n. sp. Sehr düster rostbraun; der Rückenschild mit einer eigenthümlichen hellen Pubescenz; die Brustseiten lichter, der Hinterleib nackt, die Legeröhrc des Weibchens glänzend rost- braun. Kopf rostgelb, Stirne matt, in gewisser Richtung weisslich, Untei-gesieht in den Fühler- rinnen mit je einem schwarzen Flecke, an den Seiten weissschimmernd; Fühler rostbraun; das zweite Glied oben recht auffallend erhoben; Rüssel und Taster braun, letztere heller. Beine kahl, rothbräunlich, die Schienen und Tarsen heller als die Schenkel. Flügel schwarzbraun mit vielen kleinen, ziemlich gleichmässig vertheilten und nur ga^Gn die Ränder zu fast ganz fehlen- den rostgelblichen Pünktchen bestreut; die Spitze der Mediastinalzelle und die Umgebung der beiden Queradern intensiver braun, die Flügelspitze schmal glashclle, gegen eine dunkle Fläche besehen w-eisslich ; dieser Spifzenflcck beginnt genau an der Mündung der Radialader und endet an der Discoidalader, unter derselben schliesst sich ein kleines, glashelles Fleckchen unmittelbar an; zwischen der Mündung der Subcostal- und Radialadcr liegen auf etwas intensivcrem Grunde vier glashelle Fleckchen, am Hinterrande des Flügels ebensolche sieben Fleckchen; die hintere Querader so lang als der letzte Abschnitt der Discoidalader und etwas bauchig. Länge sammt doi' Logciühre 4'". Ein Weibchen aus Südamerika. Die Art unterscheidet sich von Ican'a sj>arsa W. , der sie sonst sehr ähnlich ist, durch die glashcllen Fleckchen am Flügelrand und Biptera. 277 geringere Ausbreitung des ■weisslichen Spitzenfleckes; von Icari'a rotundipennis Lw. durch den scliarfbegrenzten, nirgends unterbrochenen weisslichen Spitzenfleck und Mangel heller Pünkt- chen an den Rändern und von Icaria adsjiersa W. durch den Mangel der glashellen Ausschnitte an der Basis des Vorderrandes und um die Analzelle. 129. CELYPHUS OBTECTUS Dalm. Anal, entom. 32. 1. Taf. II. B. Fig. 1—5. — Acta Holm. 1818. 1. 72. - Wiedemann, Aussereur. zweifl. Ins. II 601. 1. Taf. X, Fig. 8. — iMacquart, Dipt. exot. Suppl. IV. 301. Ein Stück aus Data via. 130. PHYSEGENUA VARIEGATA Loew. Lauxanm variegata Lw. Berl. ent. Zeitschr. V. 350, 83. Dreizeiin Stücke aus Südamerika. — Loew's Beschreibung stimmt vollständig, nur ist beizufügen, dass das dritte Fühlerglied (es fehlte dem Loew'schen Stücke) ziemlich lang, vorne zugespitzt und gelb, am Ende zuweilen etwas verdunkelt ist; die Borste ist gefiedert. Die Art variirt sehr stark in der Färbung, indem die dunklere Farbe oft in grösserem Umfange auftritt oder mehr weniger intensiv ist. Auch Phijsegenua vittataMcci. scheint ihr nahe verwandt zu sein, allein Macquart spricht von zwei Untergesichtsstreifen, während bei obiger Art doch drei ganz deutlich vorhanden sind, er nennt ferner die Vorderschienen und Tarsen schwarz, bei gegenwärtiger sind nur die Tarsen schwarz, die Schienen hingegen braun und es liegt vor der Schenkelspitze ein schwarzer Ring, von dem Macquart bei seiner Art nichts erwähnt. Wäre nicht die ganz ungewöhnliche Gesichtsbildung entscheidend, so würde ich fast befürchten, mit der Determinirung der Gattung im Irrthum zu sein, da Macquart in der Gattungsdiagnose von fast anliegenden Fülilern (a peu pres couches) und einem versteckten Rüssel spricht, während die Fühler nickend sind und der Rüssel deutlich vorsteht. Macquai-t hat aber die Gattung zwischen Sciomyza und Sajpromyza gestellt und alle übrigen Merkmale sind vollständig zutreffend, so dass, wie gesagt, selbst eine Identität vorstehender Art mit Fhysegenua vittata nicht zu den Un- möglichkeiten gehört. Ich zweifle auch nicht, dass die Gattung Xangelma Walk, nichts anders sei als l'lnjsegeima, und Eupteromyia Bigot dürfte gleichfalls hieher gehören. 131. PHYSEGENUA FERRUGINEA n. sp. Lebhaft rostgelb, Rückenschild stark glänzend, mit vier sehr undeutlichen dunkleren Längsstriemen; Brustseiten unter der Flügelwurzel mit einem schwarzen Fleckchen. Hinter- leib etwas gleisscnd, oft (wahrscheinlich in Folge der Vertrocknung) dunkler gefleckt oder ganz braun. Kopf rostgelb, die Stirne ober den Fühlern mit zwei schwarzen Punkten, der Ocellen- fleck gleichfalls schwarz; das aufgeblasene Untergesicht stark glänzend. Fühler rostgelb, die Borste lang gefiedert, der Rüssel schwarzbraun. Beine blass rostgelb. Vorderschienen grössten- tlieils, die Vordertarscn ganz, die übrigen gegen das Ende zu braun ; vor der Spitze der Vorder- sclienkel ein brauner Ring. Flügel etwas gelblich tingirt, am Vorderrandc ein intensiverer Schatten. 2'". Aus Süd-Amerika. 132. SAPROMYZA DECORA n. sp. Dunkel braun, Rückenschild matt, mit zwei entfernt stehenden, schneewelssen Längs- striemen, die ganz vorne beginnen und sich auch über das Schildchen fortsetzen. Hinterleib etwas glänzend, an den Brustseifen weissliche Linien und Fleckchen. Kopf braun, Stirne matt, mit einer lebhaft rothgelben Mittel- und an den Augenrändern mit schneeweissenLängsstriemen; letztere setzen sich auch auf dem Untergesichte fort, das auf der Mitte gleichfalls rotligelb ist; 278 I)r. J. E. Schiner. Rüssel vorstehend, die Saugflächen ungewöhnlich gross, sackartig aufgeblasen; die Taster massig lang, pfriemförmig. Beine ziemlich schlank, die vordersten verlängert, ihre Schienen etwas keulförmig und kürzer als die Tarsen; die Färbung der Beine braun, die Mittelschicnen fast ganz, die liintersten auf der Mitte gelblich, die Tarsen ebenso gefärbt, die Endglieder der hintersten braun. Flügel kaum etwas gelblich tingirt, das Geäder normal, die beiden Quer- ndern doppelt so weit von einander entfernt als die hinlere vom Flügelrando. V/J". Ein Stück aus N e u - S e e 1 a n d. Aus vorstellender Beschreibung wird man entnehmen, dass die neue Art in vielen Punkten von den genuinen Sapromyzen abweicht, da mir aber ein einzelnes und noch dazu nicht ganz gut conservirtes Stück vor- liegt, so wage ich es nicht, für sie eine neue Gattungsgruppe aufzustellen, zumal die sackartige Verdickung der Saugflächen, obwolil sie sich im vorliegenden Stücke ganz symmetrisch darstellt, immerhin nur ein abnormes, individuelles Merkmal sein könnte und daher für eine Gattungsdiagnose nicht verwendet werden könnte. Nach den Hauptmerkmalen wird man die Art bei Sajyromysa suchen und da finden. 133. SAPROMYZA SCIOMYZINA n. sp. Rückenschild glänzend rostgelb, Hinterleib glänzend schwarz. Kopf ebenfalls glänzend schwarz, das Untergesicht etwas mehr zurückweichend, als bei den übrigen Sapromy- zen, am Augenrand mit schneeweissen Längsstriemen. Fübler vorgestreckt, schwarzbraun, die Borste pubescent. Beine schwarzbraun, Hüften und Sclienkelwurzel gelb, die Mittel- und Hin- tertarsen liclitbraun. Flügel bräunliehgelb tingirt. 2^/2'". Ein Stück aus Neu -Seeland. Gleicht im Aussehen mehr einer Sciomyza, die fast rudimentäre Analzelle reiht sie aber in die Gattung Saproinys:a. 134. SAPROMYZA INSULARIS n. sp. Rostgelb, der dritte bis fünfte Ilinterleibsring an den Seiten mit schwarzen Flecken, der vierte und fünfte ausserdem mit ebenso gefärbten Rückenflecken. Kopf matt rostgelb, die Stirne breit, das Untergesicht kurz; Fühler rostgelb, die Borste kurz gefiedert; Rüssel und Taster rostgelb. Beine einfarbig blass lehmgelb. Flügel gelblich tingirt, an der Spitze ein wenig deutlicher schmaler Schatten, die hintere Querader schwach braun gesäumt. 2'". Ein Männchen aus Tai'ti. 135. SAPROMYZA OESTRACHION n. sp. Schmutzig r OS t gelb, der ziemlich stark gewölbte Rückenscbild, in Folge einci' dichten, kurzen, schwarzen Behaaiung matt. Der Hinterleib intensiver gefärbt und etwas gleissend. Kopf verhältnissmässig gross, hinten etwas ausgehöhlt, lebhaft rostgelb, die Stirne ungewöhn- lich breit; das Untergesicht kurz; die Stirnborsten nur bis zur Mitte der Stirne reichend; Fühler kurz, das dritte Glied rundlich, die Borste nackt; der schmale Rüssel etwas voistehend. Beine lehmgelb, die gewöhnlichen Borsten schwarz. Flügel bräunliehgelb tingiit , an der Basis leb- hafter gelb, am Vorderrand intensiver. Die beiden Qucradcru schmal-brauiigesäumt. 1' ' . Fünf Stück vom Cap der guten Hoffnung. 136. SAPROMYZA CHILENSIS n. sp. Gleicht in allen Merkmalen der europäischen Sapromrjsu rorida Mg. .so dass e.s genügt die Unterschiede anzuführen : Sie ist etwas grösser und plumper, die Färbung ist intensiv dunkel rostgelb und der ganze Leib, in Folge einer kurzen, schwärzlichen Behaarung matt; die Stirne ist sehr breit, die Tarscncndgliedcr sind schwarz, die Flügel intensiv rostgclb tingirt. Alles sonst wie bei der genannten Art, auch das Flügelgeädcr. 3'". Aus Cliilc. Dlptera. 279 137. SAPRÖMYZA ORNATA n. sp. Blass rostgclb; die Brustseiten und der Hinterleib noch weniger intensiv, letzterer am dritten Ringe jederseits mit einer schwarzen, ziemlich grossen Randmakel, die folgenden Ringe auf der Mitte mit einer schwarzen, spitzig beginnenden und allmUlig erweiterten Rüclien- strieme und mit schmalen schwarzen Streifen an den Seiten. Kopf sehr blassgelb, der Ocel- lenfleck und zwei Llingsstreifen auf der Mitte des Untergesichtes schwarz; Fühler gelb, das dritte Glied massig lang, die Borste deutlich gefiedert. Beine gelb, die Schienen und Tarsen der Vorderbeine schwarz; die Mittel- und Hinterschienen aussen, besonders g&gQn die Spitze zu braun, die Tarsenendglieder ebenfalls braun. Flügel fast glashell, an der Basis und am Vorderrande gelb, von der Mündung der Mediastinalader angefangen rostgelb, hinter der Mündung der Subcostalader am ganzen Vorder- und Spitzenrand bis über die Discoidalader hinaus blassbraun, die innere Grenze so, dass die glashelle Grundfarbe balkenartig in den bi-aunen Saum hineingreift; die hintere Querader blassbraun gesäumt. 2^4'"- Zwei Stücke aus S ü d - A m e r i k a. 138. SARROMYZA TAITENSIS Fraucnfcid. Verbandl. d. zool.-bot. Gesellsch. XVII. 455. Taf. XII, Fig. 11. Fünf Stücke aus Taiti; Herr v. Frauenfcld beobachtete sie auch noch läng*ere Zeit nach der Abfahrt am Schiffe, dem sie gefolgt war. 139. SAPRÖMYZA RUBESCENS Mcq. Dipteres exot. II. 3. 189. 8. Ich beziehe Macquart's Beschreibung dieser Art auf vierzehn Stücke aus Brasilien und Columbien, da Alles und namentlich die FlUgelzeichnung vollkommen stimmt. Das ein- zige Bedenken bei dieser Dcterminirung ist, dass Macquart die Fühlerborste „brievement velu" nennt, während sie bei den vorliegenden Stücken deutlich gefiedert ist. Safromyza late- limbata Mcq. ist, nach der Beschreibung von obiger Art nicht zu unterscheiden, über die Beschaffenheit der Fühlerborste erwähnt er bei dieser Art nichts. 140. SAPRÖMYZA GEMINATA Fabr. Dictya genünata F., System. Antl. 331, 22. — Sajiroinyia geminata W., Aussereurop. zweifl. Ins. II. 450, 2. Sechs Stücke aus Süd- Amerika. — Wiedemann's Beschreibung ist nur beizufügen, dass die Fühlerborste gefiedci t ist. 141. SAPRÖMYZA CONTIGUA Fabr. Mtisca coniigua'F., Entom. System. IV. 347, 14C. — Scatophaga contigua F. System. Antl. 206, 15. — Sap-oinij-M contigua W., Aussereurop. zweifl. Ins. II. 450, 1. Ein Stück aus Brasilien. — Die Dcterminirung ist durch Vergleich mit typischen Exemplaren der Wicdemann'schen Sammlung sichergestellt. 142. SAPRÖMYZA POECILA n. sp. Matt schwarzbraun, der Rückenschild mit fünf rothgelben Längsstriemen, die mit- telste linienartig, die beiden nächsten breiter und auch über das Schildchen fortgesetzt, die beiden äussersten knapp am Rande; Brustseiten mit dunkleren und helleren Stellen, das Schild- chen auch am Hinterrande rothgelb. Hinterleib mit rothgelben, in der Mitte breit untcr- biochenen Querbinden. Kopf matt rothgelb, die Stirne mit zwei braunen, den Vorderrand nicht erreichenden, jedoch auch am Hinlerkopf fortgesetzten Längsstriemen; das Untergesicht heller als die Stirne, in den Vertiefungen braun; die Basalglieder der Fühler rothgelb, das dritte 280 Di: J. R. Seil in er. Glied braun und sein- kurz, die Borste lang gefiedert; Rüssel und Taster braun. Beine schmutzig gelbbräunlich. Flügel rosfgelb, am Hinterrande bräunlichgrau, die Grundfarbe aber durch schwarzbraune Flecke fast ganz verdrängt; diese Flecke sind in folgender Weise angeordnet; von der Spitze der Subcostalzelle, die gleichzeitig intensiver ist, verbreitet sich ein breiter, unten abgerundeter Fleck bis über die kleine Querader hinaus; ein zweiterliegt über der hinteren Querader und reicht oben und unten über dieselbe hinaus; ein dritter Fleck liegt an der Flügelspitze, ist unten mit dem zweiten Flecke verbunden und an seiner inneren Grenze zweimal ausgenagt; der vierte Fleck endlich verbreitet sich am Flügelvorderrande, unmittelbar von der Mündung der Radialader bis über die Cubitalader herab und tangirt mit seinen hinteren Grenzen fast den zweiten und dritten Fleck. 2'". YAw Stück aus Sambelong, einer der Nikobaren. 143. SAPROMYZA DISTINCTISSIMA n. sp. Matt braun, der Rückenschild etwas zimmtröthlieh bereift, mit zwei dunkleren, undeut- lichen Längsstriemen. Hinterleib an der Basis blassgelb, fast weisslicli, der zweite Ring am Hinterrande mit sieben schwaizcn Punkten, in einer Reihe neben einander, der dritte mit eben- solchen, aber grösseren und ausserdem überall mit winzig kleinen Punkten, der vierte bis sechste Ring braun, am Hinterrande ebenfalls punktirt und die Punkte hell umgrenzt; Bauch- seite rothgelb, an den Seiten schwarzpunktirt. Kopf hellbraun, die Stirne mit drei gelbliehen Längsstriemen, das Untergesicht schwach weiss schimmernd, auf der Mitte braun punktirt; Fühler hellbraun, kurz, die Borste deutlieh pubescent. Beine schmutzig ockergelb. Flügel im Umrisse fast keulenförmig, schwarzbraun, am Hinterrande mit zwei unregelmässigen glas- hellen Ausschnitten, der erste hinter dem Flügellappen beginnend und bis nahe zur Mündung der Posticalader reichend, der zweite in der letzten Ilinterrandzelle, mit einem schmalen Aste bis in die Mitte der ersten Hinterrandzelle hinaufreichend; an der Mündung der Mediastinal- ader ein intensives braunes Fleckchen, vor und hinter welchem die Giundfarbe heller ist. Die kleine Querader schwärzlich gesäumt, die sehr schief nach aussen gerichtete hintere Quer- ader mit einem glashellen, sehr schmalen Saum, auf der Discoidalader zwei helle Fleckchen. 1 ■'/!'". Vier Stücke aus Süd -Amerika. Die Art passt nicht ganz genau zur Gattung Sapromi/za, in so lange aber i'üi' sie eine neue Gattungs- gnippe nicht erriolitet wird, wozu gegenwärtig Icein dringender Anlass geboten ist, wird sie am leiclitesten in dieser Gattung aufgefunden werden. 144. SAPROMYZA GIGAS n. sp. Lebhaft rothgelb; der Rückenschild in Folge einer äusserst zarten wcisslichcn Be- stäubung matt, kurz schwarz bciiaart und schwarz beborstct. Hinterleib glänzend .^chwarz. Kopf gelb, Stirne fast goldgelb, matt, Untergesicht in den Fiihlorrinnen glänzend; Fühler rothgelb, etwas voi'gestreckt, das dritte Glied länger als die beiden Basalglieder zusanimon, die Borste braun, deutlich pubescent; Rüssel und Fühler gelb. Beine gelb, überall äusserst kurz schwarz behaart, die Vorderschenkel unten mit schwarzen Borsten. Flügel lebhaft honiggelb tingirt mit schwarzbraunen Flecken : einer an der Spitze der Subeostalader, drei auf der Cubi- talader, und zwar der erste an der Basis derselben, die beiden übrigen jenseits der kleinen Querader in gleichen Abständen; zwei weitere Flecke am oberen und unteren Ende der kleinen Querader und einer anr oberen Ende der hinteren Querador; die kleine Querader ist braun gesäumt, — -3'". Fünf Weibchen aus Süd- Amerika. Die Fleckchen, welche den Leib überall bedecken, fliesscn zuweilen zusammen und es entstehen dann grössere unregelmässige Makel und Zeichnungen. Die neue Art unterscheidet sieh von Ftcrocalla ohscura W. 288 Br. J. R. Schüler. durch ganz verschiedene Färbung, von Pt. ocellata F. durch andere Flügelzeiohnung und die vielen braunen Fleckchen der Oberseite. 169. SENOPTERINA AENEA W. Dacns aenens Vf., Zool. Masaz. I. 3, 29. und Aussereurop. zweifl. Ins. II. 513, 2. — Senopter/na aenea Mcq, Dipt. exot. Suppl. III. 61. Taf. VII, Fig. 3. Drei Stücke aus Tellnschong stimmen mit Wiedemann's Bescliieibung übereia. 170. SENOPTERINA EQUES n. sp. Gleicht der Senopterina aenea W. und unterscheidet sich von ihr nur durch Folgendes: Die Färbung des Leibes ist mehr stahlblau; die Beine sind auch an den Knieen nicht braun; an den glashellen Flügeln ist der Vorderrand von der Mündung der Mediastinalader bis zur Spitze intensiv schwarzbraun, wie bei 8. aenea W., allein er ist auch an der äussersten Basis so gefärbt und der Saum erweitert sich um die Spitze nicht, sond